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Umparken im Kopf · Folge 3 · · 55 Min

K.I.-Talk mit Steven Zielke und Jörg von Steinaecker

Cover des Podcasts Umparken im Kopf

Steven Zielke · Jörg von Steinaecker

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Worum es geht

K.I.-Stand der Dinge in der Autobranche In dieser Episode diskutieren Tim Klötzing, Jörg von Steinaecker und Steven Zielke die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der künstlichen Intelligenz (KI) im Automobilhandel. Sie beleuchten, wie KI in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen hat, welche Chancen und Risiken sie mit sich bringt und wie wichtig die Integration in bestehende Systeme ist. Zudem wird die Rolle von KI im Marketing und die Notwendigkeit einer angepassten Erwartungshaltung an KI-Lösungen thematisiert. Abschließend werfen die Gesprächspartner einen Blick in die Zukunft der KI und deren potenzielle Entwicklungen. Takeaways KI ist mittlerweile im Handel angekommen und wird aktiv genutzt. Die Integration von KI in bestehende Systeme ist entscheidend für den Erfolg. Erwartungen an KI müssen realistisch sein, da sie nicht immer perfekte Ergebnisse liefert. Kreativität in der Marketingbranche wird durch KI unterstützt, aber es gibt noch Herausforderungen. Hyperpersonalisierte Kundenerfahrungen werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Prozessautomatisierung durch KI kann Effizienz und Zeitersparnis bringen. Die Suche nach Informationen wird durch KI vereinfacht und beschleunigt. Die Kosten für KI-Lösungen müssen im Blick behalten werden, um wirtschaftlich zu bleiben. Die Entwicklung von KI-Agenten wird die Art und Weise, wie wir mit Technologie interagieren, verändern. Links: Steinaecker Consulting, www.steinaecker-consulting.de https://www.linkedin.com/in/jörg-von-steinaecker-38627851/ Dr.Steven Zielke auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/mobilapp/

Gespräch als Text

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00:00 Umparken im Kopf. Dein KI-Podcast für die Autobranche. Die Automobilwelt steht vor einem gewaltigen Umbruch. Künstliche Intelligenz verändert alles. Wie wir Autos verkaufen und warten und vor allem, wie wir denken. Wir sprechen über neue Trends, Chancen, mutige Entscheidungen und echte Praxisbeispiele, die den Autohandel von morgen prägen werden. Ich bin Tim Klötzing, KI- und Marketingberater und jemand, der glaubt, wer heute im Kopf umparkt, fährt morgen ganz vorne mit. Schön, dass du dabei bist. Lass uns gemeinsam den Blick auf die Zukunft richten.

00:50 Hallo und willkommen zurück bei Umparken im Kopf. Heute gibt es eine Folge, die war auch schon mal in meinem anderen Podcast Benzingespräche vor gar nicht allzu langer Zeit. Die ist extrem gut und da sind zwei Experten bei, nämlich der Dr. Jörg von Steinaecker und der Dr. Steven Zielke. Und das sind beides absolute Experten für Digitalisierung, künstliche Intelligenz und dann wirklich genau in der Autobranche. Wie Prozesse da so funktionieren, wie das einzuführen ist, also wirklich allerfeinstes Wissen. Und das Wissen gehört auch in den Umparken im Kopf-Podcast. Von daher nehmen wir den mal hier rüber und nicht wundern, wenn am Anfang vielleicht hier und da mal das Wort Benzingespräch mit einem anderen Podcast-Feld. Ihr seid hier komplett richtig. Und jetzt auf geht's. Viel Spaß dabei.

01:44 Tim Klötzing Herzlich willkommen zurück. Und heute haben wir im Podcast nicht nur mit einem Gast, sondern direkt mit zwei Gästen, die ich beide sehr schätze. Ich habe nämlich heute als kleiner Tim sozusagen direkt zwei Doktoren mitgebracht. Wir haben kurz vorher darüber gesprochen. Die haben beide abgewunken. Um Himmels Willen, hör auf, mach nicht sowas. Jetzt beide lachen sie auch schon. Und zwar, ich gehe jetzt mal von links nach rechts durch, den Jörg von Steinaecker, von der Steinaecker Consulting, der ist dabei. Hallo, lieber Jörg.

02:13 Jörg von Steinaecker Hey, Tim. Hi, Steven. Grüß dich. Und ja, er lacht schon. Auf der anderen Seite dabei der liebe Steven Zielke von Mobile App. Hi.

02:21 Steven Zielke Ja, hallo Tim, hallo Jörg. Immer wieder eine Freude.

02:24 Tim Klötzing Da sind wir mal wieder. Stehen nicht einzeln irgendwo auf irgendwelchen Panels und erzählen ein bisschen was, sondern heute haben wir mal uns zusammen hier gefunden. Ich freue mich sehr.

02:34 Jörg von Steinaecker Bei zwei Ärzten können wir ja reden, bis der Arzt kommt. Passt schon.

02:38 Steven Zielke Ja, genau. Sehr gut. Und wir haben ein gemeinsames Thema. Das ist umso schöner.

02:43 Tim Klötzing Absolut, absolut. Erstmal, wir machen diesmal nicht so das klassische Konzept, weil beide Kollegen waren hier schon zu Gast und sind ausreichend bekannt. Erstmal eine ganz allgemeine Frage. Jörg, wie geht's dir?

02:56 Jörg von Steinaecker Ich sag ja immer so, nein, es geht prima. Es geht wirklich prima. Ich sag ja immer so böse, wenn da nicht irgend so ein Vollpfosten im Ostenkrieg angefangen hätte, kann gerne eine mal die Zeit anhalten. Es ist thematisch im Moment wirklich Goldgräberstimmung. Da werden wir heute noch ein bisschen drüber reden. Und ganz viele Möglichkeiten, die sich da auftun. Und so diese Brücke zu schlagen zwischen dem, was benötigt wird, was wirtschaftlich Sinn macht, was einen Mehrwert schafft auf der einen Seite und auf der anderen Seite der Technologie. Da sitze ich eigentlich genau da, wo ich mich sauwohl fühle. Insofern, danke der Nachfrage, geht prima.

03:32 Tim Klötzing Okay, flanken wir mal den Ball rüber. Ich glaube, was ähnliches könnte auch vom Steven kommen.

03:38 Steven Zielke Eins zu eins genau dasselbe. Also bei uns tatsächlich genau dasselbe Thema. Ich finde es momentan hochspannend zu erleben, wie das Thema, und heute ist das Thema ja KI, dass man wirklich salonfähig wird, wie man damit umgeht und wie man langsam auch spürt, welche Grenzen es hat. Wie man spürt, wie lange Sachen dauern. Man meint aber, es geht unglaublich schnell und manche Sachen dauern etwas länger. Und ja, wir sind da mittendrin. Und das beschäftigt uns ja von morgens bis abends tatsächlich.

04:09 Tim Klötzing Okay. Ja, kann ich auch so unterschreiben, vor allem mit Blick so auf den Kalender. Wir sind hier Ende Mai, eigentlich im Juni. Und frage mich, wo sind die letzten Monate geblieben? Und neben dem, was einen sowieso schon beschäftigt, kommen wirklich andauernd Dinge hinzu, die andere Dinge beeinflussen, und zwar nachhaltig. Und da muss man auch ab und zu echt aufpassen, wie man das noch sortiert kriegt, sage ich mal so ein bisschen.

04:38 Jörg von Steinaecker Absolut.

04:40 Tim Klötzing Ja. Bevor wir in die Tiefe springen, und ich weiß, das kann ich mit euch beiden wirklich ausreichend, bis auf Bit und Byte, wenn man möchte, oder auf die 0 und die 1, möchte ich erstmal so ein bisschen allgemeiner bleiben. Was hat sich in den letzten Monaten, wir haben ja zum Jahreswechsel auch schon jeweils separaten KI-Talk gemacht, und in den letzten sechs Monaten, auf dem Feld wollen wir uns ja heute unterhalten, KI-Kontext-Auto-Haus. Was hat sich in den letzten Monaten so eurer Meinung nach erstmal so im Großen getan, lieber Steven?

05:14 Steven Zielke Ja, ich glaube, dass wirklich die KI extremst gut angekommen ist im Handel, auch wenn viele sagen, es ist noch nicht angekommen. Ich glaube, es ist sehr, sehr stark angekommen. Wir haben sehr, sehr viele Systeme bereits im Einsatz im Handel, und wir haben jetzt gerade so diesen Switch, meiner Meinung nach, zwischen den assistierenden Systemen rüber zu den autonomen Systemen. Also die Frage, wann assistiert noch eine künstliche Intelligenz, also unterstützt den Mitarbeiter im Autohaus, und wann fängt es an, autonom und selbstständig zu arbeiten. Ich glaube, an diesem Switch sind wir gerade noch nicht ganz da. Da erleben wir auch gerade so ein bisschen eine Wende in den Modellen, in der Qualität. Das müssen wir überwinden, also auch wir haben Herausforderungen, die wir jetzt erstmal meistern müssen.

06:02 Steven Zielke Aber ich glaube schon, dass viele Händler auch begreifen, dass das Thema KI im Handel nicht eine Aufgabe von denen selber ist, sondern von den Dienstleistern. Und viele Dienstleistern, mit denen ich zumindest zusammenarbeite, sind da mitten im Thema drin und haben da schon voll im Gange, also voll etabliert.

06:25 Jörg von Steinaecker Ich sehe so ein paar Übergänge und Veränderungen. Also erstens, wenn jemand fragt, ob KI in den Unternehmen oder wer von den Betrieben schon KI macht, dann kann ich eigentlich nur sagen, alle. Also spätestens seit Google in den Suchergebnissen oben ein KI-Ergebnis präsentiert ist, es ist die Normalität, es ist das neue tägliche Leben. Und jeder ist damit konfrontiert, ob er das nun aktiv nutzt, ob er das hinterfragt oder nicht, ist im Grunde genommen zweitrangig. Was ich aber auch merke ist, ich fasse das mal so ein bisschen liebevoll zusammen, promptest du noch oder schaffst du schon Mehrwert?

07:04 Steven Zielke Das Thema GPT und Prompt Engineering und so weiter, das ist klasse. Ja, das ist so ein bisschen wie, du hast Durst und löscht deinen Durst aus dem Feuerwehrschlauch, nur du ein bisschen der Pudel nass hast, aber immer noch Durst, weil du darfst keine personenbezogene Daten eingeben, deine betrieblichen Datenbanken sind nicht angeschlossen.

07:24 Jörg von Steinaecker Und das ist für mich so der nächste Schritt, der jetzt kommt, auch wirklich der Wunsch aus den Autohäusern zu sagen, Okay, haben wir jetzt kapiert, aber wie kann ich denn jetzt wirklich Prozesse unterstützen, Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen unterstützen? Und zwar konkret dieses Thema, formuliere mir eine E-Mail vor, jawohl, prima, haben wir gelernt und jetzt kommt zu der nächsten Raketenstufe.

07:48 Tim Klötzing Okay, ich musste gerade schmunzeln, weil du sagst, ja, irgendwie jedes Autohaus nutzt jetzt KI, da wollte ich schon sagen, Jörg, really? Aber das, ich sage mal, das Google Suche mit Gemini, die ersten Treffer da einzublenden, okay, gekauft, dann frage ich es mal andersrum. Wie viele Autohäuser nutzen bereits sinnvoll KI in ihren Abläufen?

08:13 Steven Zielke Ich glaube, wenn ich da mal kurz reingrätschen darf, Jörg, ich bin da 100 Prozent deiner Meinung. Und ich glaube, wir müssen aufhören, der Meinung zu sein, dass Nutzung von KI einfach bedeutet, wir haben irgendwelche Chat-Tools. Das eigentliche Chatten und das, was du meinst mit den Promts dahinter, das ist der Kindergarten der KI. Aber das wirkliche Einsetzen in echten Systemen, ins CRM-System, ins Lead-Management, ins Dealer-Management-System, in der Werkstattplanung und so weiter, das ist heute angekommen. Nicht bei jedem Dienstleister, ganz klar, es gibt Dienstleister, die haben es noch nicht, aber es gibt große, große, wichtige, effiziente Dienstleister, die das schon haben. Das heißt, der Händler merkt das gar nicht unbedingt, soll er auch gar nicht. Ich finde, KI ist etwas, das sollst du gar nicht spüren, sondern das ist im Einsatz und das unterstütze ich bei deiner Arbeit.

09:00 Steven Zielke Und ich bin auch der Meinung, dass das Prompten, das ist ein Begriff, den müssen wir langsam abhaken. Der ist dann irgendwie als Modewelle gekommen und der wird als Modeerscheinung wieder gehen, weil ein guter Prompt heißt einfach, du schaffst es, eine gute Arbeitsanweisung zu schreiben. Und das Schreiben einer Arbeitsanweisung war noch nie etwas, was besonders sexy war und wo wir neue Begrifflichkeiten für eine Jobbeschreibung entwickelt haben.

09:25 Jörg von Steinaecker Tim, nochmal zu deiner Frage. Ich finde die in der Tat so schwierig zu beantworten, weil wir machen ja oft den Fehler, dass wir in das Thema KI mit einem Ansatz reingehen. Da ist eine neue Technologie, die muss ich jetzt anwenden. Was ist das Beste, was ich tun kann, sage ich mal. Und das ist ja eigentlich falsch. Als Unternehmerin, als Unternehmer habe ich bestimmte Ziele, die will ich erreichen. In diesen Zielen oder diesen Zielen stehen bestimmte Hindernisse im Weg und die möchte ich überwinden. Also da ist erstmal die Frage, was sind meine Ziele, was sind meine Hindernisse, wie kann ich die überwinden? Und das kann oft eine ganz einfache, eine strunz einfache organisatorische Anweisung sein oder stellen Mitarbeiter ein oder mache irgendwas anderes.

10:11 Jörg von Steinaecker Aber wenn es denn Technologie ist und ich eine Software brauche oder irgendeine andere Art von Technologie, dann ist es ja nochmal eine völlig zweitrangige Frage, ob dort KI unten drunter ist. Also die Fragestellung KI stellt sich für einen Unternehmer eigentlich erst in der sechsten Ebene, sechs Schritte weiter. Wir fangen aber mit der KI an. Und da habe ich immer so ein bisschen meine liebe Mühe mit, weil mich doch eher beschäftigt, wie man Mehrwert schaffen kann. Und ja, die KI ist mächtig und die kann Mehrwert schaffen. Das ist nicht das Problem. Aber ich würde es einfach andersrum aufziehen. So, wenn man jetzt nochmal die Frage stellt, also wie viele nutzen KI, dann gibt es Systeme, wo KI unter der Motorhaube ist.

10:57 Jörg von Steinaecker Genau wie Steven, wie du sagtest, ohne dass wir das sehen. Was weiß ich, ein Preisanalysator für irgendwelche Gebrauchtwagenpreise, eine Foto-App für Fahrzeuge, die automatisch Hintergründe freirendern. Da sind überall neuronalen Netze, KI, Haken dran. Das braucht aber einen Händler nicht zu interessieren. Und das sind schon sehr viele, die das nutzen. Die Frage, ob jemand sich dediziert mit large, mit generativer KI auf die Suche macht. Mit der Brille, ich möchte KI erleben, lernen, erfahren. Mit diesem Fokus. Und dort unter dieser Prämisse auch Pilotprojekte aufsehen. Das sind, naja, wir haben 45.000 Autohändler in Bergstätten.

11:40 Jörg von Steinaecker Das ist 5.000. Aber das ist ein blinder, blindgeraden, sage ich mal.

11:46 Tim Klötzing Ist halt zu der Unterschiede. Steven sagte gerade, da gibt es schon eine Menge Dienstleister, die sich weiterentwickelt haben und das zur Verfügung stellen und der Handel auf diese Lösungen zugreift, ohne es zum Teil zu wissen. Das ist ja das eine. Oder eine Nutzung von einer integrierten KI, nehmen wir doch mal das Google-Suche-Beispiel, auch gekauften. Aber bei, ja, sinnvoll ist dann halt ein bisschen doof formuliert. Aber du hast ja gerade auch schon gesagt, wer geht denn von sich aus wirklich selber auf diese neue Technologie zu, überlegt sich was und entwickelt es. Ob er es jetzt intrinsisch nur aus sich heraus macht oder mit seinen Bordmitteln oder mit Experten wie euch. Das ist ja dann, also da juckt es mir ja in den Fingern. Wo sind denn, was machen die denn da?

12:33 Tim Klötzing Weil aus meinem Blick der Dinge, Marketing, fällt mir fast kein Use Case ein, wo es intrinsisch aus dem Handel Idee, Entwicklung und Umsetzung ist, ehrlich gesagt.

12:48 Steven Zielke Also das ist noch, ich meine, da gibt es auch fertige Tools, Adobe, Fireflies, wie die Bildgeneratoren alle heißen oder so. Das meine ich nicht. Aber sollte das unsere Erwartungshaltung sein, dass die Händler mit der Umsetzung zu uns kommen? Also ich merke, also ich gebe dir 100 Prozent recht, wir bekommen von einem Händler fast nie die Situation, dass er sagt, das haben wir schon entwickelt, schau mal, was wir hier gebaut haben. Sondern es ist immer, wir haben diese Probleme und diese Probleme können damit gelöst werden, habt ihr eine mögliche Lösung und dann schaffen wir eine Lösung. Und wenn wir die Lösung nicht alleine schaffen, schaffen wir sie, und das ist ganz wichtig, zusammen mit den Dienstleistern. Und eine Lösung darf niemals, meiner Meinung nach, niemals alleinstehend versuchen, irgendwie das Rad neu zu erfinden, sondern muss in die vorhandenen Prozesse integriert werden.

13:39 Steven Zielke Und es muss in das CRM integriert werden, es muss in das Lead-Management integriert werden und in DMS integriert werden, Werkstattplanung und was alles noch so gibt. Und insofern, ja, es kommt nicht vom Handel selber, dass Sie sagen, wir haben jetzt hier einen Mitarbeiter, der entwickelt das, da gibt es ein paar Ausnahmen, wenige. Aber was wir schon merken, ist, dass das Ziel da ist, die Bestrebungen sind da und die können am besten beurteilen, wo verschwenden wir am meisten Zeit für wiederholbare Aufgaben und was können wir da tun. Und das Schöne daran ist, wenn wir dann eine Lösung schaffen für einen Händler, und da haben wir ja zig Möglichkeiten inzwischen schon umgesetzt, dann lassen sie sich skalieren und lassen sich auf jeden anderen Händler anwenden. Und wenn wir diese Lösung dann zusammen mit den Dienstleistern schaffen, die im Markt sind, dann haben wir skalierbare Lösungen im Handel.

14:29 Jörg von Steinaecker Aber das ist ein wichtiger Punkt, Steven. Ich glaube auch, das muss von beiden Seiten kommen. Also es gibt Händler, die fragen aktiv nach, lass mich das besser verstehen, wo kann ich experimentieren, wo kann ich lernen, wo kann ich was machen. Ich rate dann immer davon ab, also nur wenn eine ganz große Gruppe anfragt und die mit der Idee kommen, wir wollen ein eigenes neuronales Netz entwickeln. Ja, aber das ist die absolute Ausnahme, die absolute Ausnahme. Und auf der anderen Seite, wir haben ja so viel in KI investiert, also nicht du und ich, sondern die ganzen Hyperscaler, die Amazons und so weiter. Wir suchen im Grunde genommen jetzt nach Umsatz in Höhe von 600 Milliarden Dollar pro Jahr durch irgendwelche Geschäftsmodelle. Und die 20 Euro für Microsoft Co-Pilot pro Monat und User sind vielleicht 0,5 Prozent.

15:19 Jörg von Steinaecker Also wo sind die anderen? 99 Milliarden, so. Alle suchen danach. Und deshalb ist es unsere Aufgabe als Anbieter oder auch als Dienstleister, uns diese Dinge auszudenken. Also auch zusammen mit dem Handel zu entwickeln und zu sagen, guck mal, ich habe eine Möglichkeit gefunden, dies und das und jenes. Und da wird wahnsinnig viel experimentiert werden und das ist gut so. Und wir werden auch wahnsinnig viel wieder wegschmeißen und das ist auch gut so, weil es ist Teil des Lernens.

15:42 Steven Zielke Und wir werden den Händler schützen müssen vor Installationen, die am Ende sehr, sehr viel Geld kosten werden, um genau das Geld wieder reinzuholen. Also wenn ich anfange mit meinen Microsoft Produkten nachher automatisiert oder assistierend E-Mails zu beantworten, dann ist das gut, wenn das so 10, 20, 50 E-Mails sind. Aber wenn das nachher um die 200.000, 300.000 E-Mails werden, dann wird das irgendwann verdammt teuer. Und teuer ist ja immer relativ. Wenn du eine große Gruppe bist, ist es vom Volumen insgesamt teuer. Aber auch als kleiner Händler sind ja manchmal 1.000, 2.000, 5.000 Euro im Monat auch schon viel Geld. Und ich glaube, da muss man einfach aufpassen. Wir sollten als Handel, und jetzt meine ich wir alle als Händler, die Investitionen der Amerikaner entsprechend versuchen, dann zu kompensieren und wieder gut zu machen.

16:35 Jörg von Steinaecker Das kann definitiv nicht unsere Aufgabe sein. Aber nochmal eine Frage an euch beide, wie ihr das seht. Also ich frage mich natürlich auch, warum beschäftigen sich nicht mehr damit und warum nicht mehr irgendwo erfolgreiche KI-Projekte und so weiter. Und meine Beobachtung, und da würde mich wirklich eure Meinung interessieren, ist, wir haben oft bei den Autohäusern eine überzogene Erwartungshaltung. Also so nach dem Motto, der Bot, die KI, muss zu 100% richtige Ergebnisse liefern. Und das Verständnis, dass das ein statistischer Ansatz ist, wo wir eigentlich schon ganz happy sind, wenn wir 95% Richtigkeit haben. Aber auch das Verständnis, Moment mal, meine Mitarbeiter machen doch auch Fehler. Auch die sind nicht perfekt.

17:21 Jörg von Steinaecker Das wird oft nicht gesehen. Ist das etwas, wo ihr sagen, also könnt ihr das bestätigen?

17:28 Tim Klötzing Würde ich erstmal ganz kurz zum Steven spielen.

17:31 Steven Zielke Okay. Bei mir ist es schwer zu beantworten. Ja, ja, ja, ja. Weiß ich nicht, ob das die falsche Erwartungshaltung ist jetzt von den Händlern. Wir kriegen schon mit, dass wenn wir Lösungen haben, also ich muss mal ausholen, weil ich glaube, dass das Stichwort kann sein assistierend und autonom. In dem Moment, wo ich am Punkt assistierend bin, habe ich noch die Möglichkeit, den Händler mit zu integrieren und ihm teilnehmen zu lassen an dem Prozess, bis dann die Antwort rausgeht. Beim autonomen System sehe ich das genauso. Beim autonomen System sind wir noch nicht so weit, dass wir autonom die 100% Qualitätsmarke erreicht haben. Und die müssen wir erreichen, weil wenn ein Mitarbeiter was Falsches rausschickt, dann kriegt er einen Rübel von Chef.

18:20 Steven Zielke Wenn die KI was Falsches rausschickt, dann ist das ganze System infrage gestellt. Also insofern, aber das ist, glaube ich, jetzt nur eine Frage der Prozesse und so weiter. Ich glaube, die größte Herausforderung momentan haben wir eigentlich in einem Bereich, den wir schon immer hatten und der nicht durch die KI gekommen ist. Und das ist das Integrieren in die Prozesse und das Zusammenspiel mit den Daten. Also wenn ich in der Vergangenheit kein System hatte, wo ich rankomme mit Schnittstellen oder mit Datenexporten, dann werde ich das auch mit der KI nicht hinbekommen. Und dann kann ich noch so strampeln, wie ich will. Ich muss die Probleme lösen, die wir schon immer hatten im Handel. Das ist ja auch das, wo wir ja am aktivsten sind. Also der größte Anteil bei uns bei der KI, 80, 90 Prozent, ist die Systemintegration.

19:07 Jörg von Steinaecker Ich glaube, ich darf das Wort.

19:08 Tim Klötzing Mein Take darauf ist, ich habe ja viel mehr mit kreativeren Dingen zu tun. Und da ist eine Erwartungshaltung, ob das Ergebnis richtig oder falsch ist, gibt es da gar nicht so. Unbedingt, sondern ist das Ergebnis, was ich damit erzeugen kann, bringt mich das weiter? Ist das eine Idee? Ist das Ergebnis schön? Ist das Ergebnis durchdacht? Ist der Text schön? Und da ist eher, ich habe so den Eindruck, dass bei vielen immer noch die Überraschung eines unerwarteten positiven Ergebnisses noch deutlich größer ist.

19:44 Jörg von Steinaecker Das ist ganz schön professionell.

19:46 Tim Klötzing Oh, habe ich gar nicht daran gedacht oder sowas. Und die andere Seite der Medaille ist, in Kürze gesagt, shit in, shit out. Weil im kreativen Bereich bist du noch nicht so prozessual oder komplett agentmäßig unterwegs, dass du ein Stichwort reingibst und hinten kommt das Posting auf drei Plattformen raus. Das ist noch ganz am Anfang oder es wird noch nicht eingesetzt, zumindest nicht in der Autobranche. Und automatische Bildgenerierung, je besser der Input ist, desto besser der Output. Und im Kreativen hast du, greifst du nicht auf Datenbanken und was weiß ich nicht oder Realtime Antworten für den Kunden im VoiceBot. Das ist es da nicht. Deswegen kann ich das da nicht so...

20:30 Jörg von Steinaecker Ja, das stimmt, das kann ich nicht noch verziehen. Was sind denn Use Cases bei dir im Marketing? Also ist das die Erstellung von Webseitentexten oder Bildern oder wo gehen da im Moment so die Aktivitäten hin?

20:43 Tim Klötzing Ja, Unterstützung, also Webseitentexte, Texte generell ist ein Thema, weil verstanden worden ist, dass man doch durch Zauberhand relativ schnell, auch wenn man jetzt nicht viel Zeit hat oder im Zweifel vielleicht auch nicht sehr kreativ ist, relativ schnell angereicherte Texte rauskriegt. Und da ist auch der Maßstab der User, je besser der User, desto besser die Texte, die hinten rauskommen und umgekehrt halt auch. Ist immer eine Überraschung da. Also im Textbereich auf jeden Fall. Bildbereich, da tun sich viele noch schwer mit. Das ist eher nicht so der Fall und ich muss wirklich überlegen, wo da wirklich intensiv, das ist noch nicht wirklich so extrem ausgeprägt.

21:30 Tim Klötzing Ich habe eher so ein paar Beispiele, die so in der Ideenfindung eine Rolle spielen, konzeptionell. Und mir geht die ganze Zeit ein, so ein Beispiel durch den Kopf, was ich letztens hörte, wo halt auch mit, hauptsächlich Chat-Suppity gearbeitet wird und dann teilweise halt mit den Free, also mit den unbezahlten Modellen, wo halt auch überhaupt nicht klar ist, was das bedeutet. Was mit den Daten passiert. GVO, wenn man solche Modelle halt in der freien Version einsetzt, werden diese Informationen zu Trainingsdaten von US-Herstellern. Also das ist so der Flipcoin. Das ist jetzt kein Use Case, aber das habe ich die ganze Zeit in der Vorbereitung zu dem Gespräch noch im Kopf gehabt, wo ich mit jemandem drüber gesprochen habe.

22:16 Tim Klötzing Ich glaube, ich neutralisiere mal. Der oder diejenige wird es jetzt wahrscheinlich auch hören und wissen, wer gemeint ist, aber gar nicht böse. Also ist, glaube ich, auch inzwischen geändert. Aber gerade im Kreativen, im Kontext Autohaus habe ich nicht viele wirklich hartgeile Beispiele. Ich kann nur sagen, ich habe mich in den letzten Wochen sehr stark mit dem Einfluss von Künstler Intelligenz auf die Marketingbranche an sich beschäftigt. Und da sage ich euch, das habe ich jetzt mehrfach Menschen gesagt, in drei bis fünf Jahren bleibt in der Branche kein Stein auf dem anderen. Keiner. Wirklich.

22:54 Steven Zielke Das kreative Sprachliche. Ich glaube, das ist auch sehr einfach und das sieht man ja sofort. Da ist die Effizienz extrem hoch. Also nehmen wir mal das Beispiel. Es kommt ein Beschwerdeschreiben rein. Das wird ja oft so gebracht als Beispiel. Beschwerdeschreiben kommt rein und man muss jetzt eine Antwort geben. Da kann man das reinschmeißen, eine kurze Anweisung dazu schreiben oder die liegt schon vor. Die kann auch jeder selber schreiben. So eine Anweisung. Es sind zwei Zeilen an der Stelle und dann geht eine Antwort raus. Nur die Antwort ist dann so schön geschrieben, aber niemals auf die eigentlichen Daten bezogen. Also wenn ich sage, ich habe ein Problem mit meinem Servicetermin gehabt, dann muss ich, wenn ich das Thema ernst nehme, in den Servicetermin reingehen und muss schauen, wer bist du, was sind deine Daten, welches Fahrzeug fährst du, wann hattest du den Servicetermin, wie lange war der Servicetermin, wann hast du abgeholt und diese ganzen Randdaten.

23:54 Steven Zielke Und wenn ich die Randdaten rausgezogen habe und daraus dann eine Antwort generiere, ist die Antwort gut. Wenn ich das nicht tue, ist die Antwort mittelmäßig gut. Das meinte ich mit Kindergarten. Der Kindergarten beschränkt sich darauf, einen schönen Text zu formulieren und die zu beschwichtigen. Mehr ist das nicht so. Ja, tut uns so leid, haben Sie alles ganz toll gemacht. Ja, das ist eine Beschwichtigung. Aber wenn ich wirklich eintauche in die Daten und versuche zu verstehen, warum ist das passiert gelaufen, brauche ich echte Daten. Und wenn wir echte Daten brauchen, dann müssen wir die KI andocken an die Daten und das ist eine ganz andere Nummer. Ja, ja. Und dann wirst du effizient.

24:29 Jörg von Steinaecker Das ist in den Prozessen, das ist absolut richtig. Aber gerade, Entschuldigung, nochmal ein bisschen nachgehakt, ich sehe im Bereich Marketing so viele Anwendungsfelder für KI. Also Marketing Automation, das ganze Thema Marketing Analytics, automatische Generierung von Landing Pages. Ich sehe zum Beispiel im PR-Bereich, dass du Journalisten findest für bestimmte Presseerklärungen. Auch da gibt es KI. Also es gibt die abstrusesten Sachen. Und wenn ich so den Blumenstrauß aufmache, wo noch richtig viel Musik ist, also auch nochmal, was ich vorhin sagte, Dinge, die auch ausprobiert werden müssen, vielleicht auch weggeschmissen werden müssen. Aber wo der Topf so am heißesten kocht, das ist für mich immer Marketing.

25:13 Tim Klötzing Ja, es vergeht auch kein Tag, wo, wenn ich durch YouTube auch scrolle und mich über diesen Kanal auch echt fortbilde, weil da kriegt man guten Content. Das ist meistens nicht aus Deutschland, muss man fairerweise sagen. Und hier ist noch ein Geschäftsmodell und das kannst du automatisieren. Goldgräber Ära AI und How to Earn 5000 Dollar in einer Stunde und so einen Zirkus. Du musst nur diesen Prozess automatisieren und es ist crazy. Aber du musst halt sehen, was passt denn eigentlich? Also was passt denn zu mir? Und da muss man immer so ein bisschen schon abwägen, was macht denn wirklich Sinn? Die Goldgräber Stimmung, wie gesagt, im Marketing, ich habe da, es wurde in den letzten Jahren ja immer gerne gesagt, es ist nicht so, dass Menschen durch KI ersetzt werden, sondern durch Menschen, die mit KI arbeiten können.

26:13 Tim Klötzing Das haben wir alle schon x-mal gehört. Ich habe jetzt allerdings auch das erste Mal gehört, ich glaube im Rahmen von der OMR, ein ziemlich bekannter Speaker, der genau darauf eingegangen ist. Und er sagte, die Automatisierung noch dazu, zu dieser Intelligenz, die wird so stark, dass das auch ein wenig ins Wackeln gerät. Das ist das, wo ich gerade sehe. Und dann hört man, weiß nicht, die Firma HubSpot ist ja jetzt nicht die kleinste und die haben einen ganz interessanten Videoblog. Und da geht es mal um dies und das. Und wenn da ein Mitte-20-Jährige erzählt, dass die eine Sechs-Mann-Agentur hat, aber sie ist alleine und das funktioniert, aber alles vollautomatisiert. Und die auch schon seit zwei Jahren das macht und scheinbar kommt die ja bei HubSpot in den Podcast, weil sie irgendwie erfolgreich ist, dann kommt man, also wie auch immer die Ergebnisse sind da hinten.

27:02 Tim Klötzing Ob die mir gefallen würden oder nicht oder vielleicht hat die Branchen, die nicht sehr kreativ sind, bla bla bla. Aber da scheint es ja einen Umbruch zu geben. Und das macht mich halt echt nachdenklich, wo ich seit über 25 Jahren in dieser Branche bin. Und da möchte ich auch so nachdenklich sein, weil mein Job ist es, das wiederum für die Autobranche zu übersetzen und denen ja auch zugänglich zu machen, was Sinn macht und was nicht. Und da gebe ich Steven natürlich vollkommen recht, dass Kreativität toll ist, aber am besten gepaart mit, oder warte mal, in Jörgs Richtung mit Prozessen, sag ich mal so. Und wenn ich in Steven reinhole, am besten noch mit den Daten. Also da sind wir ja alle irgendwo im Boot.

27:43 Steven Zielke Ja, die Händler haben ja unglaublich viel zu tun. Also die ersten Mitarbeiter natürlich an der Stelle. Und da gibt es so unzählige Situationen, wo man unterstützen kann und das muss man jetzt auch tun. Und wir tun es auch. Also wir haben tatsächlich so viele Lösungen im Einsatz. Und die Lösungen lassen sich sehr schnell aufbauen, die lassen sich sehr schnell mit Daten integrieren, die sind komplett lokal und so weiter. Und da haben wir jetzt schon, also wirklich jetzt schon Lösungen, die Zeit und Geld sparen. Und wenn es einfach das stumpfe Beantworten einer E-Mail ist, wenn es die Kommunikation ist, wenn das das Rausgraben von Informationen aus dem Fahrzeugschein ist, wenn es das Kontrollieren der Rechnungen ist und, und, und. Da gibt es unzählige Sachen und da sind wir nicht alleine. Da gibt es viele Dienstleister, die hervorragend sind.

28:30 Steven Zielke Also da will ich mich gar nicht nach vorne stellen, sondern da kenne ich auch viele Dienstleister, die einen super Job machen und die wirklich alle unterstützen. Und ich glaube, wenn ich einem Händler Rat geben kann, du wirst dich mit KI beschäftigen, fange nicht an, irgendwie Mitarbeiter auszubilden oder irgendwie einen Quatsch zu machen, sondern nutze die Dienstleister, die jetzt schon aktiv sind. Nutze deine Dienstleister, die du schon hast. Ja, CRM-Anbieter, die jetzt schon Sachen machen, übt da ein bisschen Druck aus und sagt, was könnt ihr jetzt schon machen, um meinen Job leichter zu machen und schneller zu machen.

29:05 Jörg von Steinaecker Genau wie du sagst, da gibt es so viel und ich glaube zum Beispiel auch die Wirkung auf die Arbeitnehmermarke darf man nicht unterschätzen. Weil ganz ehrlich, kein Mitarbeiter hat Lust, irgendwelche hirnlosen Klickaufgaben zu machen. Es gibt bei jedem, mal ein konkretes Beispiel, es gibt bei jedem Hersteller, an den sich ein Händler bindet, gibt es ein Belegportal. Das heißt in Posi, bei Volkswagen, bei Stellan, das heißt es anders und so weiter. Die Autohäuser haben Mitarbeiter in ihren Unternehmen, die setzen sich da einmal pro Woche, einmal pro Monat hin und machen 500 Mal Klick. Dann hast du 500 SIP-Dateien in deinem Downloadverzeichnis. Dann machst du 500 Mal diese SIP-Datei auf, guckst da rein, machst ein PDF auf und siehst, oh, du bist ein abgerechneter Gewährleistungsantrag.

29:56 Jörg von Steinaecker Dich schiebe ich ins Dokumentmanagement und du bist ein Lieferschein für Fahrzeuge. Dich muss ich, das ist doch keine Arbeit. Also wer damit den Tag zubringt und das finde ich ist auch immer, der vergewaltigt seine Mitarbeiter, nennen wir es mal beim Namen. Und das ist auch so die Botschaft, die wir wirklich mit der KI rüberbringen können. Liebe Arbeitgeber, liebe Geschäftsführer, liebe Entscheider im Autohaus, es geht nicht darum, Mitarbeiter zu entlassen, sondern es geht darum, Mitarbeiter wieder sinnstiftende Arbeit zu geben. Und zwar für sie sinnstiftende Arbeit. Endlich mal wieder mit dem Verkäufer Kaffee, mit dem Kunden Kaffee trinken und eine Beziehung aufbauen. Ja, aber können wir halt nicht, weil wir irgendwelche sinnlosen, also vermeintlich sinnlosen Systeme füttern müssen.

30:43 Jörg von Steinaecker Und da müssen wir ansetzen und dann kriegen wir auch Akzeptanz rein in das Thema.

30:47 Tim Klötzing Ja, du hast, beide hat gerade schon verschiedene Anbieter und Steven hat ja auch gerade ein Plädoyer dafür gehalten, mit seinen Anbietern, Dienstleistern zu sprechen, die schon zu ganz großer Wahrscheinlichkeit das Thema irgendwo auf der Pfanne haben und entwickeln. Mir hat jemand gesteckt, und zwar du, Jörg, selber, dass du gerade eine quasi KI-Studie in Arbeit hattest oder hast. Was passiert da? Fast fertig.

31:17 Jörg von Steinaecker Ich habe sie nicht selbst geschrieben, von mir kommen einige Inhalte in dem Bereich, aber da sitzt das IFA hinter und zwar insbesondere der Benedikt Mayer und der Fabian Keppeler. Also schöne Grüße von hier aus, ihr habt einen Bombenjob gemacht und die KI-Studie kommt nächste Woche raus. Das sind 60 Seiten, über 60 Seiten und der Titel ist KI für Autohäuser und Werkstatt und zwar ein praxisnahe Leitfaden. Und da wollen wir eigentlich genau so Themen auch beantworten, die wir heute schon angesprochen haben. Erstmal so ein bisschen abgrenzen, wofür brauche ich KI und wie gehe ich an das Thema ran und was ist das eigentlich? Aber dann sind da zum Beispiel über 60 KI-Tools aufgelistet. Und da haben wir also auch, wir nennen auch Cross und Reiter und natürlich, Steven, du bist natürlich auch mit dabei, wo man dann gucken kann, ah, hier habe ich einen Schmerz, da möchte ich was ausprobieren.

32:09 Jörg von Steinaecker Da gibt es die und die Anbieter und da kann ich einfach mal anfangen. Und im dritten Teil auch ein Vorgehensmodell, das kommt vom IFA, wie man sich die richtigen und die passenden Tools aussucht, bewertet, priorisiert und so weiter und so fort. Und die wird nächsten Donnerstag, wenn alles klappt, gibt es auf verschiedenen Webseiten, gibt es beim ZDK, der ist auch mit dabei, also auch Dankeschön nochmal hier an den ZDK, auch für die Unterstützung. Die kann man sich dann beim ZDK runterladen, beim IFA oder bei mir www.steinecker-consulting.de. Wahrscheinlich ab nächsten Donnerstag. Kreuzigt uns bitte nicht, wenn es einen Tag länger dauert.

32:46 Tim Klötzing Ja, ihr müsst ja eh gucken, wann der Podcast wirklich veröffentlicht wird, das heißt, es kann sein, dass ihr den schon habt und das wäre ja umso schöner.

32:52 Jörg von Steinaecker Ja, genau, genau. Also wird doch noch der 5. Juni gemeint.

32:55 Tim Klötzing Okay, ja, Wissen stiften, das ist ja so wichtig und das wollte ich jetzt so mit einbauen, weil auch Steven ja sagte, Mensch, da ist schon so viel, was da ist. Sich jetzt zwanghaft so, hu, ich kann in meinem Unternehmen, ich habe gehört, ich kann das alles irgendwie besser machen, optimieren, ich brauche jetzt einen neuen Dienstleister, der gerade irgendwie laut klappert und der verspricht, dir alles zu lösen. So, ja, das mag immer auftauchen und das mag auch vielleicht mal so sein, aber vielleicht erst mal hinzugucken, hey, was gibt es denn schon? Richtig, Steven?

33:27 Steven Zielke Ja, und vor allem, und das ist mir wirklich ganz wichtig, es geht nicht um irgendeine Chat-Lösung. Ja, es geht nicht darum, aus irgendeinem System, also eine eingehende E-Mail rüber zu kopieren in einen Chat, eine Antwort zu generieren und dem Kunden zu schicken. Und die Gefahr daran ist, dass ich meine hart erarbeiteten Prozesse im Bereich Lead-Management und CRM und Datenpflege und so weiter aufbreche und kaputt mache. Weil diese Antworten müssen im Lead-Management sein, die müssen im CRM-System sein. Ich kann nicht anfangen, jetzt ein Chat-GPT oder ein ähnliches lokalen Klon, also jeder kann ja Chat-GPT in 15 Minuten selber bauen, das Ding aufbauen und dort alles machen und dann haben die Leute keine Lust mehr, das rüber zu kopieren in ein CRM-System.

34:14 Steven Zielke Dann gehe ich gar nicht mehr mit, was sie machen. Ja, ja. Und da haben wir das hart erarbeitet, dass, nutzt bitte unser Lead-Management-System, nutzt bitte unser CRM-System. Und mal fangen sie alle an, die Antworten irgendwo rüber zu kopieren in ein externes System. Finde ich völlig fatal, finde ich völlig fehl. Das ist auch Quatsch, weil du kannst das lokal machen, du kannst das Ding selbstständig integrieren in deine Prozesse und sprech bitte mit deinem CRM-Anbieter, wie er das macht. Und ich bin mir sicher, die meisten oder Vernünftigen haben das auch schon. Und das ist mir ganz wichtig. Da haben wir jetzt nicht so viel mit zu tun, aber mir ist ganz wichtig, dass der Händler da nicht drauf reinfällt.

34:52 Tim Klötzing Wir sind da so an so einer Schnittstelle gerade, wo ich mal das Thema in deine Richtung, Steven, spielen möchte. Wir haben KI, ich sag mal so, KI ist jetzt irgendwie seit ein paar Jahren irgendwie da und jetzt evolutioniert sich das so ein bisschen, meiner kleinen Meinung nach, in Richtung KI-Agents. Das wird jetzt auch hier und da, glaube ich, bei dem einen oder anderen Hörer so, jo, habe ich auch schon mal gehört, es gibt jetzt sogenannte Agenten, Assistenten, die irgendwie künstlich da denken. Was? Such mal bitte dem Hörer den Unterschied zwischen KI und jetzt KI-Agents. Das ist eigentlich relativ einfach.

35:33 Steven Zielke Also KI-Agent ist jetzt einfach nur so ein Plastikwort, was irgendwie aufgekommen ist, um irgendwie einen Prozess zu beschreiben. Eigentlich geht es darum, dass wir irgendwo Daten haben. Eine Datenbank, eine API-Schnittstelle, Dokumente oder Webseiten. Also überall liegen irgendwelche Daten. Und der Agent macht nichts anderes, dass er aufgrund einer Frage, zum Beispiel, welche Mitarbeiter sind bei dir im Unternehmen. Ah, ich weiß, ich gehe auf die Webseite. Oder welche Kundendaten haben wir? Oh, ich gehe jetzt auf die Datenbank. Und sucht sich dort die Daten raus, nimmt die in Textform und schickt sie rüber zur KI und sagt, ich habe hier ganz viel Informationen, berücksichtige die bitte in deiner Antwort. Das heißt also, ich sage, welchen Mitarbeiter oder gibt es einen Tim Klötzing bei dir im Unternehmen?

36:19 Steven Zielke Und ich habe hier zum Beispiel mal so einen Bot, der geht auf die Webseite und schaut sich alle Mitarbeiter an. Dann guckt er durch, iteriert sich die ganzen Sachen durch und sagt, finde ich irgendeinen Tim Klötzing oder was ähnliches? Nehmt die Information und gibt sie, wie sie ist, an die KI zurück und die hat diese Information. Das können auch Sachen sein wie zum Beispiel, wir haben hier ein Dokument über 50 Seiten. Da wird genau beschrieben, wie ich mit unseren Exportproblemen umgehe, also mit Fragen umgehe. Oder ich habe was zum Thema Finanzierung oder ich habe Handbücher, Manuals, E-Mails und so weiter. Und diese Agenten können darauf zugreifen aufgrund einer Intention. Also ich sage, wenn du zum Thema Finanzierung, FSAG, Informationen brauchst, geh bitte dort rein.

37:06 Steven Zielke Dann sucht er sich die Informationen zusammen und gibt es ab an die KI. Und dann kann die KI darauf basierend eine Antwort geben. Okay.

37:15 Tim Klötzing Und da können wir ja fast noch einen draufsetzen. Ich sage mal, Prozessautomatisierung mit KI, wo du halt Prozesse digital abbildest, die halt getriggert werden, die nacheinander ablaufen und dann das, was du gerade beschrieben hast, ja integrieren. Ja. Also Workflows.

37:36 Steven Zielke Genau, du kannst jetzt die eigentliche KI, die ja dann angedockt ist an die verschiedenen Agenten, kannst du triggern durch eine WhatsApp-Nachricht, eine SMS, ein Webchat, einfach ein Webhook, also irgendeine Endschnittstelle, die auch ein ITler im Unternehmen bedienen möchte. Also da gibt es unzählige Möglichkeiten, da geht es eigentlich nur darum, die Intention an die KI zu übertragen, das kann eine E-Mail sein, wie auch immer. Dann rattert die durch, wir sagen genau, wie die Antwort aussehen soll, soll sie strukturiert sein, soll es ein Text sein, soll es ein Bild sein, wie auch immer, und gibt die Antwort raus. Und das rausgehen kann dann wieder in unzählige Kanäle gehen und das definieren, wer einfach mehr ist.

38:21 Tim Klötzing Da kommt ja jetzt gerade auch was ganz Enormes auf, dass es Dienstleister gibt, die nichts anderes bereitstellen als ein Tool, die diese Prozesse quasi visuell, kannst du die zusammenbauen und dann kannst du die Schnittstellen da verbinden und alles so kombinieren. Ich habe das ja auch schon jetzt mit ein, zwei Dingen gemacht und getan und ich bin kein Programmierer und Co. Und da vielleicht in Jörgs Richtung, Jörg, früher, API-Schnittstellen, Webhooks, Übergabeprotokolle, was auch immer, ist ja, sagen wir mal, schon durchaus ein komplexes Spielfeld, was da zu bedienen ist. Wenn du jetzt solche Lösungen siehst, die da aufkommen, wir können ja dreimal beim Namen, Make, Zapier und N8N mal sagen, du, wenn du das so siehst, was denkst du da?

39:12 Jörg von Steinaecker Ich glaube, das müssen wir in zwei Pakete teilen. Also jeder Mensch, der mal vor einer Windows-Kiste saß, wird verstehen, wenn eine KI ein Verzeichnis braucht, wo PDFs drin sind. Das dürfte kein Problem sein. Ja, also du hast irgendwo, nehmen wir den Prozess, den Steven eben erzählt hat. Ich möchte irgendwie einen PDF, eine Sammlung von PDFs befragen, ob irgendwas zum Zollexport oder ob irgendwas zum Thema Gewährleistungsabrechnung und so weiter. Und dann wird dir auf so einem Tool gesagt, also klickt ihr das mal zusammen und Achtung, in dem Schritt brauche ich jetzt Zugriff auf eine externe Informationsquelle. Und wenn das ein Verzeichnis ist und da einfach die PDFs, das kriegt wirklich in Anführungsstrichen fast jeder hin. Wenn es darum geht, eine REST-API lesend abzufragen, wird schwierig.

40:01 Jörg von Steinaecker Also da glaube ich, dass wir Grenzen im Autohaus haben. Die großen Gruppen natürlich immer ausgenommen, die haben in der Regel Programmierer, die kriegen sowas hin. Und deshalb bin ich auch ein großer Fan davon, gerade auch das, was Steven gerade sagte. Wir haben halt in unserer EDV-Welt im Autohaus zum Teil uralte Systeme. Einige haben davon noch nicht mal eine Datenbank, also brauchen wir nicht mehr über REST zu reden. Wir reden noch nicht mehr über SQL. Entschuldigung, das ist jetzt ein bisschen nerdig, aber das ist noch nicht mal Kindergarten. Und dort Daten zu extrahieren, da wird jemand, der vor allem der von dir genannten Tools sitzt und immer jetzt gesagt bekommt, ich brauche da jetzt aus X-Systemen, brauche ich Daten, der wird auf Grundeis laufen. Da brauchst du Menschen, Entschuldigung, die sich damit auskennen, die vielleicht auch einen Weg gefunden haben, sich in diese Systeme da, ich will nicht einhecken sagen, aber sie wissen, wie es geht.

40:56 Tim Klötzing Ja, krass.

40:59 Jörg von Steinaecker Und Entschuldigung, wir haben ja im Moment auch, das ist jetzt ein Nebenthema, was ich aktuell wirklich mit Sorge beobachte. Also auch einige Anbieter haben ja verstanden, wie wertvoll Schnittstellen sind. Und die Preise, die da aufgerufen werden von den Anbietern, mein lieber Herr Gesang. Und je größer die Anbieter, umso höher die Preise. Ich hatte letztens, da ging es um eine Schnittstelle zum Thema Service-Online-Booking oder Service-Booking-Online. Die wollen tatsächlich 19.000 Euro.

41:32 Steven Zielke Oh, ich habe schon 25.000 gesagt.

41:35 Jörg von Steinaecker Und das, wenn sich ein einzelner Händler auf so etwas einlässt, weil er vor einem, wie gerade von dir genannten, Modellierungswerkzeug sitzt, dann ist das ungleich teurer, als wenn ein Dienstleister das macht, der vielleicht mit diesen Einmalkosten 50 Autohäuser bedienen kann. Und im Datenzugriff geht es auch um geschicktere Wege, diese Kosten aufzuteilen.

41:59 Tim Klötzing Ja, absolut. Also das Thema Kosten, ich beobachte das immer so aus der Marketingbrille. Da gibt es die Autobranche extern gesehen. Ein Dritter trifft auf diese Branche und hat irgendwie ein Geschäftsmodell, der sagt, ja, boah, die Zielgruppe ist ja richtig groß. Und diese Zielgruppe, die verkauft ja so große Produkte, so Autos mit vier Rädern, Motoren, die kosten, wenn es gut läuft, 15.000 Euro mal 150.000 Euro. Die haben alle richtig Schotter. Da gehe ich mal mit meiner Lösung rein und die kosten im Onboarding erstmal, weiß ich nicht, 19.000, 25.000 Euro. Und dann gucken wir mal weiter.

42:42 Jörg von Steinaecker Wann war das? Vor acht Jahren. Da habe ich zusammen mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mir mal angeschaut, was sind die Kosten, was sind EDV-Kosten im Verhältnis zum Bruttogewinn in Autohandel und was sind die in anderen typischen mittelständischen Bereichen oder mittelständischen Industrien, die auch so ein bisschen handelsgeprägt sind. Und dazwischen lag damals ein Faktor 10. Also das kannst du sogar auf die Lizenzen runterbrechen. Eine Lizenz für ein CRM-System außerhalb unserer Branche kostet zehnmal so viel wie bei uns. Ein Schnittstellenzugang kostet zehnmal so viel wie bei uns. Das ändert sich langsam. Ja, also unsere Kosten steigen. Das ist nicht mehr zehn. Das ist vielleicht, weiß ich nicht, fünf oder sowas. Ich habe es nicht mehr nachgemessen. Aber das Thema Effizienz und Kosten und dazu vernünftigen Entscheidungen im Sinne von, spare ich überhaupt noch Geld unter Berücksichtigung aller Kosten zu kommen, ja, das ist eine Aufgabe.

43:37 Steven Zielke Wenn ich eine Ergänzung noch, Tim, die mir ganz wichtig ist. Und zwar reden wir natürlich immer über KI, KI, KI und so weiter. Und dann stellt sich am Ende des Tages natürlich die Frage, wo lassen wir die KI laufen? Und da kommen immer solche Worte wie DSGVO und Datenschutz und Datensicherheit und so weiter. Und das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema. Du kannst heute bei OpenAI laufen lassen. Auch DSGVO-konform. Ja, am Ende musst du dein Datenschutz das freigeben, aber du kannst dies tun. Du kannst auch französische Anbieter wie Mistral nehmen, um solche Modelle laufen zu lassen. Du kannst auch lokale Anbieter nutzen, um das laufen zu lassen. Und du kannst das System auch selbst installieren und laufen lassen. Und ich glaube, wenn es um eine Expertise gibt, die wir in den Handel reinbringen sollten, dann ist es diese Expertise der kosteneffizienten Nutzung von KI-Modellen.

44:32 Steven Zielke Und das ist das, was wir ja machen momentan. Also wir haben einen eigenen KI-Server, den wir laufen lassen auf Open-Source-Modellbasis. Und das ist nicht trivial. Ja, und das sind teure Systeme. Ich habe einen Partner, der hat eine H100 da stehen. Gestellte ist eine H200, der hat 180.000 Euro oder ähnliches. Sowas gibt es natürlich auch. Also es ist nicht trivial. Aber es ist enorm wichtig, wenn es nachher in die Skalierung geht und in die Kosteneffizienz und so weiter. Lokale Modelle können das super leisten. Völlig außer Frage. Die haben ein riesen Kontextwindow. Ja, eine Million Tokens, die so ein Lama 4 nehmen kann. Ja, da können wir unglaublich effizient arbeiten. Müssen wir es aufgrund von DSGVO? Nicht zwangsweise. Ja, da muss man genau schauen. Sollten wir es aufgrund von Datenschutz?

45:19 Steven Zielke Ja, wahrscheinlich schon eher. Hängt dann auch von der Größe des Händlers ab.

45:24 Jörg von Steinaecker Also da vielleicht ein konkretes Beispiel. Ein Volvo-Händler südlich von Frankfurt, der hat seine eigenen GPT gebaut und er hat sich ein Gaming-PC für irgendwelche 4.500 Euro. Die haben ja meistens schon so eine Nvidia-Grafikkarte, die kann schon ein bisschen parallel arbeiten. Hat er sich in den Keller gestellt, ans Netzwerk gepackt, hat, wie du sagst, die haben wir drei draufgezogen, ein Python-Skript. Und jetzt fängt er an, PDFs zu befragen und so weiter. Das ist nun natürlich auch, wenn du nur 200 Mitarbeiter hast, von denen vielleicht 50 das Ding nutzen, reicht so ein PC völlig aus. Und wenn du für die Use-Cases jedes Mal Geld an eine API eines kommerziellen Anbieters abdrücken würdest, wärst du wahrscheinlich im ersten Jahr schon über den Kosten drüber.

46:05 Steven Zielke Aber ja, das kannst du machen. Ich glaube, die Balance zwischen welchen Modellen nutzt du für welche Applikationen, das ist noch ein bisschen schwierig. Also das ist auch für uns eine große Herausforderung. Und deswegen glaube ich auch nicht, dass der Händler das machen muss. Da gibt es Dienste, die das können. Das sollte nicht sein Schmerzpunkt sein an der Stelle.

46:26 Tim Klötzing Ja, also wir merken ja, also wir kommen immer tiefer in die Materie. H100, H200, Python-Skript und Lama 2 oder was auch immer. Ich habe im Endeffekt, wir machen jetzt gleich mal den Sack zu hier, und zwar, wo geht denn eurer Meinung nach, ja, wohin geht KI? Welche, das ist so schwierig, welche kurz- und langfristigen Trends dürfen wir für Autohäuser erwarten? Also da alle paar Tage irgendwie in der KI-Welt irgendwie was passiert, ist das natürlich echt schwierig. Aber wenn ihr so von eurer Expertise ganz grob in den nächsten, ich sage mal, drei, sechs Monate erst mal schaut, was würdet ihr da sagen? Ich gehe mal bei New York, fangen wir mal an.

47:12 Jörg von Steinaecker Also ganz interessant, in der Studie haben wir zum Beispiel herausgefunden, dass im Moment das größte Angebot aus dem Dienstleistungsbereich im Bereich Marketing ist. Und zwar hier insbesondere Erstellen von Werbematerial und hier insbesondere die Foto-Apps für Fahrzeuge. Und auch das Thema Kommunikation mit Kunden, die Bots und so weiter, da gibt es wahnsinnig viele Anbieter drauf. Also ich glaube, da werden wir kein großes Wachstum, was die Anbieter angeht, sehen. Die werden sich konsolidieren, die werden sich perfektionieren und so weiter und so fort. Ich glaube, wir werden Wachstum sehen im Bereich, ich habe das mal ganz böse genannt, hyperpersonalisierte Kundenerfahrung. Also Anwendungen, die zum Beispiel auf der Webseite dem Besucher das Gefühl geben, dass diese Webseite nur für ihn generiert wurde.

48:04 Jörg von Steinaecker Beispiel, du bist auf der Webseite eines Händlers und du setzt Filterkriterien in der Gebrauchspartensuche. Und die nehmen wir, diese Filterkriterien und sagen dann zum Beispiel einem Large Language Model einer KI, nimm dir mal diese Standardfahrzeugbeschreibung, die der Kunde aufgerufen hat und formuliere die so um, dass die Suchkriterien des Kunden ganz vorne stehen oder prominent heraus und so. Und dann entsteht eine hyperpersonalisierte, also ich glaube, in diesem Bereich hyperpersonalisierte Kundenerfahrung werden wir großes Wachstum sehen. Punkt eins. Punkt zwei ist das, was Stephen gerade sagte, alles, was prozessnah zu Effizienzen führt. Ob das KI-Agenten sind oder ähnliches. Wir suchen nach skalierungsfähigen Geschäftsmodellen.

48:51 Jörg von Steinaecker Und da ist Automatisierung ein ganz, ganz wichtiger Bestandteil vor. Also da sehe ich das zweite Wachstum. Und das dritte Wachstum sehe ich im Bereich der Suche nach Information. Also wir brauchen unglaublich viel Zeit im Autohaus rauszufinden, was war denn mit diesem Kunden, der gerade seine Rechnung nicht bezahlt hat. Ist die Beschwerde offen? Wie finde ich raus, ob ein Fahrzeugthema bei einem Kunden gewährleistungsfähig ist? Und diese Suchkosten. Und ich glaube, da werden wir auch ganz viele Anwendungsfälle sehen. Das sind für mich die drei Wachstumsbereiche. Hyperpersonalisierte Kundenerfahrung, Prozesseffizienz, Schrägstrich Agenten. Und gut, das letzte sind eigentlich auch Agenten, aber technisch gesehen auch Agenten. Das dritte ist Suchzeiten, Suchkosten.

49:37 Jörg von Steinaecker Die Möglichkeit, Datenbanken abzufragen in natürlicher Sprache, fällt genau da rein. Ich muss kein SQL mehr kennen. Ich muss nicht zur EDV gehen und sagen, mach mir einen Bericht. Ich muss kein BI-Tool mehr bedienen. Ich quatsche das da ein und kriege, ich habe morgen einen Termin mit Tim Dosenbrook, mit dem Kunden. Sag mir doch mal, was wir alles wissen über den. So, und dann wird das Ding los. Und schon wird Informationssuche einfach.

50:00 Tim Klötzing Dankeschön, Jörg. Perfekt. Der Steven hat gerade Handzeichen gemacht, ist sehr einverstanden mit deiner Antwort. Ich gehe noch viel weiter.

50:09 Steven Zielke Ich gehe viel weiter und sage, jeder, der jetzt zuhört, bitte zwei Minuten zurückspulen und sich das nochmal ganz in Ruhe anhören. Weil ich kann eben nur zustimmen und ich glaube, da liegt sehr, sehr viel Tiefe und sehr viel Wissen auch in deiner Antwort. Und ich kann das wirklich jedem nur empfehlen, zurückzuspulen. Jetzt hast du aber von mir eine Antwort erwartet. Meiner Meinung nach ist ein großer Punkt, den wir sehen, ist, dass der Switch zu den assistierenden Systemen, zu den autonomen Systemen, das heißt, den Mut zu haben, das Systeme automatisiert antworten. Das ist ein ganz, ganz großer Punkt, der geht einher mit der Qualität der KI und der Akzeptanz in der Gesellschaft. Das braucht ein bisschen Zeit, du hast drei, sechs Monate genannt. Ob das ganz reicht, werden wir dann sehen. Wir werden ja Ende des Jahres wieder zum Jahreswechsel unseren nächsten Podcast haben.

50:57 Steven Zielke Da werden wir darüber berichten. Und das andere ist das Thema Sprache grundsätzlich. Und da meine ich nicht nur den Voice-Bot, sondern auch den Voice-Guide und die Sprachsteuerung im Unternehmen. Das heißt auch das Live-Transkriptieren von echten Gesprächen in Echtzeit, dass der Umgang mit Interfaces sprachgesteuert, was wir viel zu wenig machen. Wir tippen, ja, wir haben die Sprache noch im Einsatz. Und wenn ich jetzt gerade sehe, und da sind wir natürlich ganz an der Quelle, was die Spracherkennungssysteme leisten werden, sehr bald, kontextbezogen, dadurch werden wir als Menschen immer mehr übergehen dazu, sprachgesteuert KI zu nutzen. Und ich glaube, da ist sehr, sehr viel Potenzial, weil das spart dann wieder Zeit.

51:45 Steven Zielke Also das Thema Voice-Guides und assistierende Systeme, die Sprache verstehen und hören und daraus dann uns unterstützen. Das ist ein großes Thema, zumindest für den Handel.

51:57 Tim Klötzing Hey, vielen Dank.

51:59 Jörg von Steinaecker Ich habe noch einen Philosophie-Splitter. Habt ihr noch Bock auf einen Philosophie-Splitter?

52:03 Tim Klötzing Oh, in unserem Tech-Talk. Hau raus.

52:05 Jörg von Steinaecker So, das war ja jetzt so, wo geht KI, ich sage mal, in den nächsten ein, zwei, drei Jahren hin. Und ich gucke ja immer so gerne ein bisschen jenseits des Horizontes. Ja, da gibt es dann humanoide KI, neuromorphe KI. Also da bauen Leute wirklich Chips, die aussehen wie das Gehirn- und Quanten-KI. Aber über eins bin ich gestolpert, das finde ich wirklich spannend. Und jetzt kommt der Philosophie-Splitter. Wenn wir unsere Large-Language-Modelle, unsere KIs nehmen, dann sind die ja immer nur trainiert mit etwas, was wir schon wissen. Die haben irgendwelche Texte im Internet, Bücher, das ist alles schon mal aufgeschrieben. Und es gibt eine Forschungsdisziplin, die nennt sich physische KI. Das heißt, man stattet eine KI mit Sensoren aus. Und der einzige Job, den die haben, ist, die Umwelt zu beobachten, die physische Umwelt. Also nicht etwas, was schon dokumentiert ist, sondern etwas, was da draußen tatsächlich passiert.

52:55 Jörg von Steinaecker Und wenn man das als Training nimmt, dann schalten wir im Grunde genommen den Mensch als interpretierenden Trainingsdatensatzgenerator aus. Und was dann passiert, finde ich super spannend.

53:09 Tim Klötzing Wir werden es im Auge behalten. Oh Mann. So, wir sind hier schon echt lange in der Aufnahme und es kommt mir vor wie fünf Minuten, weil das ist immer so interessant, mit euch beiden zu sprechen. Und das werden wir auf jeden Fall weitermachen, wiederholen, Folgen dranhängen, ganz klar. Da bin ich schon sehr gespannt drauf. Ich fange jetzt einfach jetzt mal beim Steven an. Steven, vielen herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Du bist viel beschäftigt derzeit. Deswegen bin ich da sehr dankbar für, dass du die Zeit für mich zum etwas Lernen genommen hast und auch für die Leute da draußen. Danke.

53:44 Steven Zielke Herzlichen Dank an dich, Tim. Und immer wieder ein Vergnügen.

53:47 Tim Klötzing Ja, cool. Und jetzt natürlich, Jörg. Vielen Dank auch dir. Das ist auch immer so wertvoller Input, wo ich mal genau zuhöre. Das ist echt auch du derzeit viel unterwegs, nebenbei noch eine Studie machen und Co. Respekt, Lob und Anerkennung. Ich bin sehr gespannt drauf. Ich habe es nämlich noch nicht gesehen. Dankeschön. Ich sage danke.

54:08 Jörg von Steinaecker Ich finde es auch wichtig und ich finde es gut, dass du das machst, dass du die Branche einfach zusammenbringst und irgendjemanden ans Mikrofon holst. Von mir aus auch mich. Und das war einfach von dann, dann haben. Das finde ich klasse. Also mit euch beiden sowieso immer ein Vergnügen. Danke.

54:28 Tim Klötzing Okay, damit sagen wir vielen Dank fürs Zuhören. Und wir hören uns bald wieder mit einem spannenden Thema, einer spannenden Persönlichkeit. Und bis dahin sage ich Tschüss. Macht's gut. Ciao.