Wissen
Websites für Autohändler
Von Tim Klötzing · Stand · Alle Fakten
Die Website ist Ihre digitale Filiale. Diese Seite sagt, was sie können muss, was sie meistens nicht kann und wie Sie ein Relaunch-Angebot beurteilen, ohne selbst Entwickler zu sein.
Wofür die Website da ist, und wofür nicht
Sie ist selten der Ort, an dem ein Kunde ein Fahrzeug findet. Das passiert auf Börsen, in der Suche und zunehmend in KI-Antworten.
Sie ist der Ort, an dem er entscheidet, ob er Ihnen ein Fahrzeug abkauft.
Das ändert die Anforderungen. Nicht möglichst viele Fahrzeuge möglichst bunt, sondern: Wer sind diese Leute, kann ich denen vertrauen, wie erreiche ich sie, und geht das schnell.
Bei einem hochpreisigen Gut entsteht Vertrauen nicht über eine Datenschnittstelle. Deshalb wird die Website nicht überflüssig, auch wenn der Erstkontakt woanders stattfindet.
Die fünf Punkte, die im Autohaus am meisten kosten
Der Fahrzeugbestand. Unvollständige Daten, schlechte Fotos, fehlende Preise. Nach meiner Erfahrung der häufigste und teuerste Mangel. Er kostet nicht nur auf der Website, sondern in jedem angeschlossenen Kanal, bis hin zu Google Vehicle Ads.
Die Erreichbarkeit. Telefonnummer, Öffnungszeiten, Terminbuchung für die Werkstatt. Klingt banal, ist auf vielen Seiten schlechter gelöst als der Fahrzeugfilter.
Die Ladezeit auf dem Handy. Der größte Teil Ihrer Besucher kommt mobil. Wer dort mehrere Sekunden wartet, kommt nicht wieder.
Die Menschen. Auf den meisten Autohaus-Websites sieht man Fahrzeuge und keine Gesichter. Fahrzeuge sehen überall gleich aus. Ihre Leute gibt es nur bei Ihnen.
Und alles, was ohne JavaScript verschwindet. Fahrzeuglisten, Preise und Standortangaben, die erst nachgeladen werden, sind für viele KI-Crawler nicht vorhanden. Rufen Sie Ihre Seite einmal ohne JavaScript auf. Warum dieser Punkt inzwischen der folgenreichste der fünf ist, steht auf der Seite GEO und KI-Suche im Autohandel.
Wie Sie ein Angebot für einen Relaunch beurteilen
Sie müssen dafür nicht wissen, was ein CMS ist. Sie müssen fünf Dinge fragen.
Wem gehört die Website nach dem Projekt? Domain, Inhalte, Zugänge, Datenbank. Wenn die Antwort unklar ist, ist sie eindeutig.
Was passiert mit der bestehenden Website und den alten Links? Jede Seite, die heute Besucher hat, braucht eine Weiterleitung auf die neue Seite. Eine Weiterleitungsliste ist Bestandteil der Abnahme, keine Nacharbeit. Wer sie nicht anbietet, hat das Thema nicht auf dem Schirm und spielt mit der Sichtbarkeit und Autorität der Website.
Wie kommt der Fahrzeugbestand rein und wie oft aktualisiert er sich? Das ist der technisch anspruchsvollste Teil und der, an dem Projekte scheitern.
Was können wir danach selbst ändern, ohne zu bezahlen? Wenn jede Textänderung ein Ticket ist, wird die Seite nie gepflegt.
Und: Wie schnell ist sie, gemessen, nach dem Livegang? Lassen Sie sich einen Wert zusichern, nicht ein Versprechen.
Wenn Sie diese fünf Fragen nicht allein gegen einen Anbieter durchsetzen wollen, führe ich das Verfahren als Website-Projektlotse.
Was nach dem Klick auf der neuen Seite passiert, also der Weg vom ersten Kontakt bis zum Abschluss, steht auf der Seite Funnel Marketing für Autohäuser.
Was eine Autohaus-Website leisten muss
Fahrzeugbestand aktuell und vollständig, mit brauchbarer Suche. Werkstatttermin online buchbar. Kontakt in einem Klick erreichbar. Standorte mit Öffnungszeiten und Anfahrt. Die Menschen im Betrieb, mit echten Fotos. Stellenangebote, weil die Personalsuche für viele Betriebe inzwischen wichtiger ist als der Fahrzeugverkauf. Bewertungen sichtbar. Und Inhalte, die eine Frage beantworten, statt eine Leistung zu bewerben.
Das ist keine lange Liste. Dennoch wird sie nur selten vollständig und gut erfüllt.
Häufige Fragen
Welches System sollen wir nehmen?
Das ist die letzte Frage, nicht die erste. Erst Anforderungen, dann Angebote, dann System. Wer mit dem System anfängt, baut die Anforderungen um das System herum.
Sollen wir die Website vom Hersteller nehmen?
Sie ist günstig und schnell und sie macht Sie austauschbar. Für neue Herstellerfahrzeuge trägt sie. Für alles, was Ihren Betrieb ausmacht, in der Regel nicht. Prüfen Sie vor allem, was Sie darin selbst gestalten dürfen.
Wie lange dauert ein Relaunch?
Bei einem Autohaus mit Bestandsanbindung realistisch vier bis sechs Monate, davon der größte Teil nicht Technik, sondern Inhalte und Entscheidungen.
Was kostet das?
Die Spanne ist groß und kommt auf den Anspruch, Marken und Größe des Händlers an. Von wenigen tausend Euro bis hin zu sechsstelligen Projekten mit tiefer Daten-Integration. Wichtiger als der Preis ist, was danach an laufenden Kosten kommt und was Sie selbst ändern können.
Brauchen wir einen Blog?
Nur wenn Sie ihn pflegen. Ein Blog mit drei Beiträgen aus 2023 schadet mehr, als er nützt. Wenn Sie ohnehin auf Social Media aktiv sind, ist das der ehrlichere Ort.
Wenn Sie das nicht allein machen wollen
Ein Relaunch ist selten ein Website-Projekt, sondern ein Marketingprojekt mit einem Website-Anteil. Wenn er ansteht und im Haus niemand sitzt, der Anbieter auswählen und ein solches Projekt führen kann, übernehme ich das als Website-Projektlotse. Ausschreibung, Auswahl und Steuerung bis zum Livegang, ohne dass ich die Seite selbst baue.
Wenn der Relaunch Teil einer größeren Baustelle ist, fängt es bei der Marketing-Potenzialanalyse an, und die laufende Steuerung gehört in die Marketingberatung für Autohäuser.
