Benzingespräche · Folge 8 · · 22 Min
Frank Lenz, Autopark Lenz GmbH und Co. KG

Worum es geht
Mit Leidenschaft, Teamspirit und Digitalisierung zum Erfolg: Erfolgsmodell Autopark Lenz. Gut 33 Jahre im eigenen Autohaus. Geht da dem Unternehmer irgendwann die Luft aus? Ist man nach so langer Zeit von den Marken abhängig und "zerrieben"? Hat man da noch Visionen und Ziele? Ich lernte vor kurzem Frank Lenz auf einem Kongress kennen und musste einfach mit diesem Menschen über ihn und sein Unternehmen sprechen. Er sprüht vor Lebenslust, Positivität und Klarheit. Das merkt man in seinem Betrieb vor Ort extrem! Darüber hinaus ist seine alte Affinität für Computer und Co heute sehr hilfreich im Verständnis moderner aller Kommunikation. Im Thema Lead-Management macht ihm da auch keiner mehr was vor, eindrucksvoll! Links: Autopark Lenz GmbH / Co. KG: www.autopark-lenz.de
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00:00 Benzingespräche. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute habe ich einen neuen Gast bei mir oder andersrum, er hat mich bei ihm. Wundervolle Sache, wir sitzen hier in schöner Atmosphäre und der Podcast beginnt ja immer mit so einem kurzen Intro, was der Kollege hier vor mir so macht. Ich bin Geschäftsführer und Inhaber von Autohaus Lenz GmbH in Oelde-Stromburg, ganz wichtig. Ist Mazda Vertragspartner seit 1975, eine sehr lange Zeit.
01:03 Kia Vertragspartner seit 2006 und Skoda seit 2011. Kia Service seit 2016, das muss man ja dabei sagen. Gesamtverkaufte Einheiten, 1100 Stück im letzten Jahr, das ist ja schon eine ganz runde Summe. Ich habe ihn vor kurzem beim E-Marketing-Day quasi kennengelernt oder ich habe seinen Vortrag mitbekommen zum Thema erfolgreiches Lead-Management und der Vortrag war echt eine Nummer. Der ist bei mir total hängen geblieben und deswegen dachte ich, der hat was drauf, der hat was zu sagen. Hallo Frank Lenz. Hallo. Schön, dass das geklappt hat und dass ich hier bei dir sein darf und mal ein bisschen fühlen kann, was du hier machst, weil das ist ja schon in dem Vortrag fand ich irrsinnig, was du da erzählt hast und dein Vortrag war richtig geil. Das hat mir sehr gut gefallen. Danke. Der hat sich abgesetzt von den anderen Vorträgen, optisch und inhaltlich habe ich ja gerade gesagt. Redest du häufiger von Menschen? Ja, das ist entscheidender Faktor im Autohandel. Autos werden von Menschen an Menschen verkauft. Okay, aber das war ja schon ein größeres Plenum mit Präsenter und allem drum und dran. Also es kam, du hast dich dahingestellt, hast erstmal einen lockeren Spruch rausgehauen.
02:16 So ist er. Zack, war meine Aufmerksamkeit sofort da. Ja, so ist er. Echt großartig. Ja, super authentisch. Das war das und an dem Tag waren ja mehrere Vorträge zum Thema Lead Management und da konnte man ja auch sehen, komplexes Thema, schwieriges Thema, hochtechnisches Thema inzwischen und du hast das sehr authentisch, ich will schon fast sagen leidenschaftlich rübergebracht. Ist das im Alltag, Lead Management, Marketing, ist das dein Schwerpunkt im Alltag?
02:50 Ja, ich bin mitgeworden durch eben halt die Erkenntnis, dass wir weiter expandieren wollten und müssen und dass meine Mitarbeiter der entscheidende Faktor sind und das Lead Management was von Menschen mit Menschen zu tun hat und die anderen Vorträge, die ja am E-Marketing Day waren, waren mehr Vorträge, die von außen kamen anstatt von innen. Mein Vortrag kam von innen, nämlich aus dem Auto aus und da muss sich das entwickeln mit einem Lead Management und nicht von außen. Absolut. Das ist ja auch, wenn man das Thema Lead nimmt, es ist sehr umfassend. Es sind viele verschiedene Plattformen, die da betrachtet werden wollen oder müssen. Das kostet viel Energie bei der Steuerung, Bearbeitung. Wie geht das? Hast du eine eigene Abteilung dafür? Hast du Menschen dafür eingestellt, engagiert? Wie läuft das ab?
03:44 Das Lead Management wird bei uns zentralisiert durch eine Software. Das ist eine Online-Software, die dann alle Anfragen sammelt und dann entsprechend zu den Abteilungen führt. Und da ist auch ein Zugzwang mit drin, wo dann gesagt wird, wenn dann eine Anfrage, sei es Telefon oder per E-Mail, nicht innerhalb von wenigen Minuten bearbeitet wird, dann gibt es eine Eskalation in die zweite Stufe. Da wird der Verkaufsleiter informiert, damit der Geschwindigkeitsdruck da bleibt. Und wenn das nicht funktionieren würde, würde ich eben halt die Nachricht bekommen. Also es ist ein digitaler Prozess, der aber ganz klar daran ausgerichtet ist, dass der Mitarbeiter gefördert und gefordert wird, diesen Lead schnell zu bearbeiten. Und das macht gerade den Erfolg aus. Das Thema Reaktionszeit war ja an dem Tag in mehreren Vorträgen auch immer wieder Thema, dass innerhalb von einer Minute ist die Wahrscheinlichkeit, einen positiven Lead zu haben, um so und so viel Prozent höher. Und da haben sich an dem Tag viele Kennzahlen gejagt.
04:43 Wie hast du dein Team, das sind ja auch verschiedene Touchpoints, wo das halt stattfindet, telefonisch, per E-Mail. Wie hast du dein Team überzeugt, das so ernst zu nehmen und so schnell zu reagieren? Weil in vielen Autohäusern ist, es kommt was rein und es ist mal gucken, wer sich drum kümmert im Zweifel. Und das hat nicht immer logische Gründe, warum das so passiert. Und es scheint ja teilweise Widerstände zu geben. Und trafst du da auch Widerstände bei eurem Team? Oder musstest du da irgendwo ein Eis brechen? Ja, also ich glaube, dass man die Erfahrung schaffen muss. Denn die Erfahrung ist dann der beste Lehrer. Wenn die erst mal erlebt haben, dass die Kunden viel umgänglicher sind, werden wir schnell Kontakt aufnehmen. Weil der Kunde jetzt noch im Kopf hat, was er überhaupt haben will, was für ein Auto er sich für interessiert.
05:34 Dann ist es für den Kunden ja auch leichter. Und dann ist das Gespräch einfacher und dann ist der Erfolg auch da. Der Nebenbefekt ist, man ist, sag ich mal, einer kompetenteren Stellung, weil man eben halt schnell reagiert hat. Und diese Erfahrungen, die die Verkäufer da gesammelt haben, kommt es für die gar nicht mehr in Frage, später anzurufen. Und das ist der Erfolg, der dann erstmal auch dann erst eintritt, wenn die diese Erfahrung gesammelt haben. Das ist aber schon eine Lernkurve. Das ist eine Lernkurve. Man muss am Anfang auch ein bisschen schubsen. Das ist so. Weil wenn ein Verkäufer bei uns angefangen hat und sagt immer, ja, wir haben E-Mails bei meinem Arbeitgeber innerhalb von zwei Tagen beantwortet, dann sage ich, das ist schön. Bei uns ist das anders. Und dann verdrehen die erstmal die Augen. Und das ist, glaube ich, gerade die große Chance. Weil wenn man Digitalisierung und das, was gerade alles jetzt stattfindet, sei es Facebook, Instagram oder sei es auch die normalen Portale, mobilen Autoscout, wenn ich da nicht den Geschwindigkeitsfaktor drin habe und Speed, dann brauche ich daran nicht teilnehmen. Das ist meine Meinung.
06:31 Was mir gerade noch so einfällt, wo du mich vorhin in Empfang genommen hast, haben wir hier so einen Rundgang gemacht über dein wirklich tolles Grundstück. Da hast du noch gesagt, dass du auf Eigengewächse setzt. Sprich Verkaufsteam, Eigengewächse. Du bildest aus, du gibst Chancen jungen Menschen. Und die ziehst du ja dann genau auch mit der Denke ja dann auf und ran. Richtig. Also die Quereinsteiger sind dann schon, die man etwas schwieriger einarbeiten kann. Wenn wir jetzt jüngere Leute haben, die jetzt als Quereinsteiger kommen und die dann formen kann, ist es relativ einfach, dahin zu führen. Und da haben wir jetzt ein junges Team. Die sind dann von 20 bis 35 dabei. Sind auch motiviert. Bin ich auch richtig stolz drauf. Aber sie müssen bei uns auch eine Zertifizierung haben. Also zertifizierter Verkaufsberater. Ohne den wollen wir es auch nicht machen.
07:17 Da investieren wir auch Zeit und Geld drin. Aber entscheidend ist nicht das Wissen, sondern die Einstellung. Wenn ich keine Einstellung auf Geschwindigkeit habe, werde ich nicht erfolgreich werden. Okay. Ja, das ist schon ein komplexes Thema. Und bei Komplexität in deinem Vortrag waren ja auch ein paar Slides dabei, wo du Abläufe skizziert oder gezeigt hast, wie die Daten durch dein System laufen. Und zwar nicht nur durch eine Datenbank, die alles kontrolliert, sondern du hast ja drei Marken und wahrscheinlich drei DMS. Dann hast du hier noch ein CRM und da noch eins und hier hast du eine Plattform und da noch eine. Wie lange hast du daran gearbeitet, diese Daten, ich sag mal, so durch dein System zu jagen, dass sie wirklich konkurrent und so schnell sind und so qualitativ hochwertig?
08:08 Also es war ein Erfahrungsprozess über mehrere Jahre. Aber dann muss man immer beachten, man muss nicht nur aufbauen, sondern auch abspecken dabei. Bedeutet eben halt, dass man vielleicht auch einige Prozesse verändern und abkürzen muss. Aber es gibt auch Prozesse, die sich verlängert haben, nämlich dann die Datenkontrolle, dass wir immer halt sagen, hallo, wir haben die Fahrzeuge im Internet, sind sie richtig drin? Ist die richtige Datenqualität da? Ist es deklariert als Nichtraucherfahrzeug? Denn wenn der Haken drin ist und der Wagen wird nicht angezeigt und es ist ein Nichtraucherfahrzeug, dann haben wir nicht gut gearbeitet. Also da steckt dann schon, dann ist der Teufel ein Eichhörnchen. Und da muss man ganz klar sagen, das ist eine Arbeit gewesen, die am Anfang viel Arbeit oder halt viel Stress gemacht hat. Heute gehen wir da relativ smooth und wir haben da einen kontinuierlichen Prozess eingebaut über einen Kaufserver, der uns das dann auch mitteilt. Aber es bleibt nicht ohne, dass man als Menschen daran arbeiten muss.
09:01 Aber wie gesagt, bevor wir an der Preismaschine, Preisschraube drehen, muss erstmal der Datensatz richtig im Internet drin sein. Und wie lange befasst du dich so mit dem Thema, nennen wir es jetzt mal Digitalisierung, ist jetzt ein sehr allumfassendes Wort, aber wie lange bist du schon dabei, Prozesse zu optimieren, digital darzustellen, also den Workflow zu optimieren? Schon nicht erst zwei Jahre, ne? Nein, das ist also schon, wenn ich zurückblicke, eben halt, Computer war immer mal eine Leidenschaft gewesen. Wahrscheinlich habe ich jetzt ein Kind so früh einen PC bekommen. Dann war es auch ein bisschen aus der Not heraus, weil wir haben damals gar keine Verkäufer gehabt. Und mein Vater sagte, das brauchen wir auch nicht. Die 800 Autos können wir beide auch alleine verkaufen. Ja, das war damals ja noch eine andere Zeit gewesen. Und da ist das entstanden, dass man mal eine Software mit einem anderen Anbieter aufgebaut hat. Aber der Vorteil bei der Software war, sie ist in der Praxis entstanden.
09:55 Und diese Software, die gibt es auch heute noch. Und dass Prozesse, sag ich mal, schlank abgebildet werden und dass sie dadurch auch noch beschleunigt werden, dem halt. Und dass dadurch dann der Erfolg kommt, indem man dann auch viele Autos verkauft. Das, wann war das? Das war so Ende der 90er. 96, 97 ging das los. Dann kamen die Börsen ja dabei. Da gab es noch Faircar, Mobile. Wusste noch keiner, dass es mal der Marktführer wird, Autoscout. Da dachte man, das ist der Marktführer. Hat sich auch alles ein bisschen geändert, sag ich jetzt mal. Es gibt ja noch viele Börsen, die dann dabei waren, die heute nicht mehr da sind. Die Autobörse von der RKB-Bank. Es hat sich viel veränderter drin im Halt. Aber es ist eins geblieben im Halt. Wenn du Fahrzeuge da hast, sie müssen richtig und sauber und gut im Netz drin sein.
10:42 Und die Prozesse dahinter, die sind wichtig. Nicht, dass das Bild schön ist vom Auto, sondern wenn da keiner ans Telefon geht, wenn der Rückruf nicht erfolgt, kannst du das alles knicken. In dem Vortrag, jetzt im einleitenden Gespräch, hat sie es schon angesprochen, dass in dem Vortrag die Prozesse, die du digital abgebildet hast, schon sehr weit durchdekliniert sind. Und ich jetzt das erste Mal heute hier auf deinem Autohausgelände war, da habe ich halt gesehen, es ist keine reine digitale Optimierung, sondern du hast auch das, was hier vor Ort ist, ja deutlich strukturierter aufgestellt. Und wir sind zu ein paar Stationen abgegangen. Mit so einem Rad, was ihr da dreht, müsst ihr natürlich auch eine gewisse Struktur in den Abläufen physisch haben mit dem Produkt Auto.
11:30 Und das fand ich schon ziemlich bemerkenswert, was ihr da auf die Beine gestellt habt. Also Stichwort Fotobox zum Beispiel und direkt daneben Aufbereitung, Fotobox, so und so viele Autos pro Stunde, zack, zack, zack. Echt beeindruckend. Also es ist kein reines digitales Thema, das wird auch hier physisch gelebt. Richtig. Also die Prozesse, die haben wir ja, sind ja daraus entstanden, dass man es ja jahrelang auch mal verkehrt gemacht hat. Das heißt also, wo es noch Zeiten waren, wo man den Wagen rausgefahren hat und dann vor einem Haufen Schnee fotografiert hat und der Wagen steht drei Monate, das kam ja dann ja auch nicht so gut an. Und heutzutage weißt du eben halt, wir haben die Möglichkeit, weil wir jetzt diese Flächen haben von 30.000 Quadratmetern und eine eigene Halle für Fahrzeugaufbereitung, dass direkt nach der Aufbereitung der Fotoprozess anläuft und dass dieser maximal zwölf Minuten dauern darf, damit eben halt vier Autos durch die Box gehen, weil die Box hat ja auch Geld gekostet.
12:23 Und dann muss man auch erstmal erkannt haben, hallo, diese Box hat einen hohen Wert und dieser muss sich wieder rentabilisieren. Aber er rentabilisiert sich nicht nur über die Bilder machen, wo der Prozess günstiger ist, sondern auch dadurch, dass der Kunde anerkennt, aha, da hat sich jemand Mühe gegeben, das Produkt richtig zu präsentieren, wie bei Amazon. Ich kann das Auto drehen, ich kann es mir von innen angucken, ich kann es ranzoomen, ich kann mir den Kratzer oder die Delle genauer angucken, wenn sie da ist und kann dann entscheiden, ob ich da anrufe. Und da haben wir festgestellt, ab dem Zeitpunkt, wo wir diese Prozesse und die Fotobox hatten, sind die Anfragen deutlich nach oben hingegangen, deutlich, ohne dass wir die Preise verändern mussten. Ja, Produkt besser präsentieren, mehr Nachfrage. So ist es. Also das ist ein Schwerpunkt, wo ich sage, da muss man auch selber drüber nachdenken, weil man hat die Möglichkeit, Bilder heutzutage freistellen zu lassen.
13:15 Das kostet drei oder vier Euro oder noch weniger. Oder man kann auch das mit einer App machen. Und ich habe eine andere Philosophie, wenn wir ein Produkt verkaufen, 30, 40, 50.000 oder noch mehr Euros, dann sollte man schon ein Produkt so darstellen, dass der Kunde authentisch das wahrnehmen kann und dann zu Hause entscheidet, okay, ich fahre jetzt auch 300, 400 Kilometer, um das Auto dann da zu kaufen. Ja, ganz wichtiger Punkt. Wir kommen so ein bisschen, wir haben uns jetzt quasi in meiner Struktur, dadurch, dass wir vorher schon gesprochen haben und ich das so fantastisch finde, was du dir auf die Beine stellst, ich muss mal so ein bisschen zurück zur Struktur gehen. Der Rückspiegel. Ja. Na, der große Bogen in meinem Podcast, der Rückspiegel. Zu deinem Werdegang. Du bist in Baujahr 69, verheiratet, lebst oder ihr lebt in Stromberg.
14:04 Ganz wichtig. Ich werde es nicht wieder unterschlagen, nirgendwo. Du hast eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und Elektroniker gemacht. 86 bis 91 habe ich mal aufgeschrieben. Du hast den Kfz-Betriebswirt noch drauf gemacht, den Kfz-Meister noch gemacht. Du hast einen Auslandsaufenthalt in den USA gemacht. Da habe ich nicht 100 Prozent rausgelesen, was du da genau dich fortgebildet hast. Ja, ich hatte die Möglichkeit, in meinem Autohaus zu arbeiten und da war ich am Anfang in der Werkstatt, danach in der Buchhaltung und auch danach im Verkauf. Ich war weniger ausführend, sondern mehr lernend dabei. Das war 1994. Die sind uns im Vertrieb und manchen Sachen ja schon ein paar Jahre voraus manchmal. Und deswegen war ganz gut, die Erfahrung zu haben, was kommt da auf mich später zu.
14:52 Und genau das ist ja auch dann eingetreten, weil viele Sachen haben sich dann halt hier in Deutschland auch so etabliert. Wenn ich die Vertriebswege angucke, eben halt selektiv und dann auf Masse. Das war schon damals in Amerika schon ein Sprung nach oben und für uns war es dann nicht mehr ganz so schwierig, das so zu übernehmen. Okay. Ja, da war es so ein ganzes Jahr. Ja, ein Dreivierteljahr war das, glaube ich. Dreivierteljahr. Ja, 1995, dann Einstieg ins Autohaus Lenz als Verkaufsberater und Entwicklung zum Geschäftsführer. Genau, hat ein paar Jahre gedauert. Hat ein paar Jahre gedauert. Aber hat bis heute gehalten, ne? Ja. Wie ist das bei dir gekommen? Wie ist da so der Grundstein gelegt, dass du in die Autowelt gekommen bist, zweite Generation?
15:38 Wie kam das? Wie bist du ans Auto geraten? Besser als unters Auto, entschuldige. Ja, also meine Tante hat mir gesagt, bei der Taufe wurde das schon festgelegt. Ach. So, ja. Und mein Vater hatte den Betrieb ja angefangen mit der Tankstelle 1968. Der, da hieß das noch Deutsche, Erdölaktiengesellschaft. Dann kam Texaco. Und dann 1975 haben wir dann den ersten Händlervertrag unterschrieben. Und wir wohnten auch direkt am Betrieb. Also es ging eigentlich morgens mit Autos los und bis abends dann halt. Ich habe auch in der Tankstelle gearbeitet und so ist man da reingewachsen. Und es kam auch nie so auf, dass ich jetzt sage, unbedingt, ich will jetzt was anderes machen. den richtigen Kick, das zu sagen, das ist das, was ich will, hatte ich eigentlich bekommen in einer schwierigen Zeit.
16:24 Okay. Ja. Okay. Ja, also es gibt ja, in den letzten Podcasts habe ich ja auch immer gefragt, wie sind die Leute so ans Auto, in das Autothema geraten. Und das ist halt super vielfältig. Und da kommen auch die wildesten Geschichten mal raus. Stefan Quary, der mir erzählte, der irgendwie mehr oder weniger, weil er Motorräder gut fand, sich überlegt habe, mit einem Freund aus dem Tennisclub glaube ich, irgendwie einfach mal einen Motorradhandel irgendwie zu übernehmen und zack ist er da gelandet, wo er heute jetzt irgendwo ist. Lange Reise, das ist immer wieder fantastisch. Bei mir, meine Affinität, ich bin nun mal kein Autohändler, aber ich habe tagtäglich über das Marketing damit zu tun. Ganz klar meine Brüder, die waren total schmerzbefreit, wie man im Ruhrgebiet sagt, 80er, Mofas, frisierte 80er und dann mein ältester Bruder hatte wirklich ein Manta, GSI mit Fuchsschwanz.
17:19 Natürlich. Gratuliere. Ja. Ich war immer die VW-Fraktion, genauso wie er Schalker war, ist und nicht Dortmunder. Gut.
17:30 Zurück hier so ein bisschen. Du warst mit deinem Unternehmen 2015 an vier Standorten. Ja. Hier in Ölde-Stromberg, Ahlen, Güters, Lobielefeld und hast dann aber drei Standorte abgegeben und jetzt volle Konzentration auf diesen Standort hier. Warum? Wie hat sich das ergeben? Also erstmal bisher hat sich ja da ausgebreitet. Also da muss man etwas weiter zurückgucken. Wir hatten bei Mazda und ich bin immer mit Leidenschaft Mazda-Händler gewesen. Ein Konzept gehabt, das hieß Wirtschaftsraumkonzept. Da konnte man sich dann aussuchen, ob man B-Händler ist oder A-Händler ist. Und das wurde mit der Brechstange eingeführt. Da hatte ich auch schon zwischendurch andere Erfahrungen gemacht, wo man dann auch mit noch einem Betrieb vorher schon mal eine Kooperation hatte, was ich dann auch nicht weitergeführt habe.
18:19 Und dann habe ich mich dazu entschlossen, weil das immer noch das Maß der Dinge für die Marke Mazda war, dass dieses Wirtschaftsraumkonzept umgesetzt wird. Dann habe ich mich 1900, Entschuldigung, 2005 dazu entschlossen, in Gütersloh durchzustarten. Und dann hat es sich kurzfristig ergeben, dass es Bielefeld und Aalen auch werden mussten, um das Gebiet dann so zu besetzen. So kam man erstmal dazu. Also es war etwas, wo ich sage, das schreibst du dir selber nicht ins Lebenslauf rein. War eine große Nummer gewesen, großes Invest, großes Rad. Und das habe ich dann auch erstmal zehn Jahre gemacht. Das muss man auch dabei sagen. Nur es ist auch so, dass man mit den Marken Mazda und Kia auch nicht einfache Jahre hatte, muss man ganz klar sagen.
19:05 Und als ich dann 2015 dann den Entschluss fand, eben halt einen Rückwärtsgang einzulegen, war für mich das eben halt so, dass ich am Berg zurückschalte und jetzt wieder mit Vollgas fahre. Weil einmal ist es das, was ich nicht mehr wollte mit mehreren Standorten, weil es einfach eine gewisse Uneffizienz in den Unternehmen reinbringt und der Spaßfaktor auch auf der Strecke blieb, muss man ganz klar sagen. Kostet Energie, ne? Du musst das mit Sicherheit, die Standorte sind jetzt nicht ewig weit auseinander, okay. 70 Kilometer auseinander, dann musst du jeden Tag, musst abreiten und die Personalproblematik ist dann auch wieder eine Baustelle für sich. Und du drehst eigentlich ein riesiges Rad. Wir lagen bei 35, 40 Millionen Euro, wo ich dann sage eben halt, tja, da musst du jetzt schon eine zweite Führungsebene haben, die mitzieht.
19:54 Und die aufzubauen und zu halten, das ist dann schon etwas schwieriger geworden. Und es gab eben halt auch Dinge, die dann eben halt, wo ich sage, das hätte man sich auch sparen können, muss man nicht haben. Und dann muss man auch mal eine Entscheidung treffen, die vielleicht nicht populär ist. Und da habe ich gesagt, für mich im Jahre 2015, ich werde die Betriebe verkaufen, den Betrieb, also den Unternehmen verkleinern, Rückabwicklung und habe dann eben halt den Standort Stromberg ausgebaut, wo wir jetzt mit 30.000 Quadratmetern und 600 Fahrzeugen genauso viel Ware anbieten wie früher mit vier Betrieben. Aber ich habe nicht viermal mehr die Betriebskosten, habe weniger Personal und habe wieder mehr Spaß an der Arbeit. Ja, da greifst du schon fast so, meine nächste Frage, so ein bisschen vorweg, was dadurch entstanden ist.
20:46 Ist der Umsatz, Belegschaft und alle Kennzahlen gesunken? Ja, nicht ganz. Durch die Konzentration und stärkere Digitalisierung, was ihr da fahrt, seid ihr nicht unbedingt geschrumpft? Nein, also für mich stand fest 2015, da musste man auch erstmal emotional mit erstmal umgehen und mental, dass man dann sagt, ich muss mir ein neues Ziel haben und ich habe mir das Ziel auserkoren, ich mache jetzt den gleichen Umsatz, wie ich mit vier Betrieben hatte, mit einem, habe dann daraus das Digitalisierungskonzept für uns selber geschrieben, was ich dann den Banken vorgestellt habe und die haben gesagt, jo, das geht, das trauen wir dir zu, mach das und dann haben wir angefangen zu investieren letztes Jahr und sind dabei in der Umsetzung und es funktioniert und das ist das, was wir weiter ausbauen werden und da muss man ganz klar sagen, wo geht die Reise hin mit dem Autohandel und ich denke mal, da sind die Weichen für uns jetzt schon besser gestellt, als wenn ich jetzt vier oder fünf Betriebe hätte.
21:44 Danke fürs Zuhören bis hierhin. Weiter mit der Story geht's im zweiten Teil.
