Benzingespräche · Folge 7 · · 27 Min
(Teil 2) mit Stefan N. Quary, Skoda Auto Deutschland GmbH

Worum es geht
Vertriebsexperte auf beiden Seiten: Autohandel und Autohersteller Was ist der Antrieb eines Vollblut-Vertrieblers in der Autobranche? Wie geht man mit schwierigen Rahmenbedingungen und einer sich extrem verändernden Mobilität um? Welche Rolle spielen menschliche Faktoren bei großen Karriere-Entscheidungen? Dies ist nur ein Auszug der Themen, die ich im Gespräch mit Stefan N. Quary beleuchte. Hier sollte man reinhören, denn mit einem Branchen-Kenner wie ihm, mit gut 30 Jahren Erfahrung, über seine persönlichen Beweggründe und Motive zu sprechen ist schon sehr interessant. Er teilt persönliche Erlebnisse der Vergangenheit und teilt ebenso seine Eindrücke über das aktuelle Geschehen in der Branche - und wo es hingehen (könnte). Stefan n. Quary: Erfolg macht sexy. Let´s be sexy! Links: Skoda Auto Deutschland GmbH: www.skoda.de
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00:00 Schön, dass du dran bleibst. Weiter geht's. Ja, danke dafür. Jetzt habe ich mir so ein paar Notizen gemacht und da habe ich so eine Notiz gemacht 2015, der Wechsel vom Handel hin zum Hersteller und jetzt habe ich ja gelernt, du bist ja häufiger gewechselt. Also die war ja die Seite. Naja, ich habe bis zu dem Zeitpunkt eigentlich drei Etappen gehabt. Es gab eine Suzuki Etappe sechs Jahre, es gab eine Peugeot Etappe sechs Jahre und es gab eine Dürkopp oder Nürnberger Versicherungs Etappe, die über 12, 13 Jahre ging.
00:47 Und es gab eben die Möglichkeit der Veränderung nochmal zurück zum Hersteller nach einer sehr, sehr langen Handelsphase und das war privat wie auch beruflich für mich eine sehr schöne Perspektive. Und man darf ja bei aller beruflichen Entwicklung auch nicht vergessen, dass man ja auch noch ein Privatleben hat. Das gelingt manchmal sogar recht gut, dass man das vergisst. Da gibt es aber Menschen im privaten Umfeld, die erinnern einen daran und insofern war ich sehr, sehr dankbar, dass ich mal wieder eine Erinnerung bekommen habe, um auch darauf zu achten. Und ja, so konnte ich eben berufliches mit Privaterm verbinden und mit dieser neuen, wirklich sehr, sehr spannenden Herausforderung den nächsten Schritt kennen.
01:37 Ja, dann bist du zu Skoda gewechselt, 2015. Genau. Kannst du, jetzt hast du gesagt, da waren auch ein paar persönliche Antriebe bei und das war ja schon dann nochmal ein sehr großer Schritt auf diese Funktion, die du da auch bekleidest. Kannst du da so ein bisschen verraten, was hast du denn zum Beispiel, als die Option aufkam, an dich herangetragen wurde, warst du da sofort Klick, ja, supergeil, ist genau das? Oder warst du, um Himmels Willen, das ist jetzt aber irgendwie, ich glaube schon, dass du jemand bist, der Herausforderungen liebt, wahrscheinlich hast du keine Schreckensekunde gehabt, aber was du da gefühlt hast, als das so, als diese Option aufkam, so einen Schritt zu machen? Naja, es gab zu dem Zeitpunkt zwei bis drei Angebote, die sehr, sehr unterschiedlich waren.
02:26 Ja, im ersten Schritt hat mich natürlich überzeugt, dass ich eine alte Weggefährtin, mit der ich schon sehr oft in unterschiedlichsten Konstellationen zusammengearbeitet habe, Imelda Labbé, die mal Opel Deutschland Chefin war, Dirk Hopp hatte, Opel als Hauptmarke und da haben wir uns sozusagen in Anführungszeichen gegenüber gestanden, also Handel zu Hersteller. Aber wir haben immer eine sehr, sehr große Wertschätzung füreinander gehabt, für unser Handeln und Tun und die war zu dem Zeitpunkt Skoda Deutschland Chefin und auch den damals verantwortlichen Vorstand weltweit, Marketing und Vertrieb, Werner Eichhorn, den kannte ich sehr, sehr gut aus meinen vorhergehenden Stationen.
03:12 Und ja, und dann ist man natürlich erstmal erfreut, dass man für einen selbsteinschätzbaren Menschen wieder treffen kann und mit denen zusammenarbeiten kann, weil so eine Zusammenarbeit hat auch einen wichtigen Vertrauensfaktor. Und der war sofort gegeben und damit beantworte ich auch zum einen Teil schon mal deine Frage, nämlich da war zumindest schon mal klar, also mit den Menschen kannst du und das ist für mich immer ein ganz, ganz wesentlicher Faktor. Es geht nicht nur darum, wo sind die besten Konditionen, wo ist die größte Herausforderung, sondern es gibt ja auch eine Ebene der Zusammenarbeit auch im Top-Management und das war mir persönlich zu dem Zeitpunkt sehr, sehr wichtig.
04:00 Der zweite Punkt war, dass ich eine sehr, sehr schöne, sehr klare Analyse der Aufgabengebiete bei Skoda Auto Deutschland von Imelda Labbé bekommen habe, was die Erwartungshaltung ist, was dort verändert werden soll, weil die Marke war top am Performen. Mein Vorgänger hat einen Top-Job gemacht mit einer super Volumenentwicklung und ich auch im ersten Moment erst mal verstehen wollte, warum wechselt man das überhaupt oder warum will man dort eine Veränderung und ich habe, wie gesagt, eine sehr klare Beschreibung bekommen und konnte mich super mit den dort gegebenen Aufgaben, Stellungen, Herausforderungen identifizieren. Und ich glaube, dann sind wir beim zweiten wesentlichen Punkt, man muss auch ein bisschen mögen, was man macht und das war zweifelsfrei gegeben in dieser Aufgabe und deswegen hat sich das dann relativ schnell auch auf Skoda Auto Deutschland herauskristallisiert.
04:56 Ja, ist natürlich super, wenn man da auf Menschen trifft, mit denen man eh schon gerne zu tun hatte und die dann auch die Verantwortung da tragen und einen ansprechen und dann so eine Möglichkeit geben und auch so eine klare Definition dessen, was erwartet wird, geben können. Es ist ja in der heutigen Zeit teilweise nicht mehr überall gang und gäbe, dass eine klare Vorgabe da ist, wozu jemand antreten soll und wenn das verschwommen ist, ist immer die Chance auf Erfüllung eines verschwommenen Ziels natürlich auch mal relativ, kann natürlich auch Frustration dann werden. Ja, wobei das liegt auch an einem selbst. Die Frage ist, wie weit kann man das für sich klären? Es ist relativ einfach zu sagen, ich habe eine Erwartungshaltung, dass mir mein Unternehmen mir eine klare Definition abgibt.
05:43 Ich glaube aber eher sagen zu können, ich habe eine Erwartungshaltung an mich selbst, mir diese klare Definition abzuholen und zwar auch an messbaren KPIs abzuholen und nicht nur an Gefühl, also wenn wir das so machen, dann finde ich das alles viel besser. Ich finde, und insbesondere Vertrieb ist messbar und insofern kann man da auch Messparameter, weil ich finde es wichtig, dass man auch sich selbst bemessen kann und sagen kann, habe ich das Ziel, was ich mir gesteckt habe, erfüllt oder erfülle ich vielleicht das Ziel, was mir das Unternehmen gesteckt hat, aber vielleicht hatte ich selber ganz wesentlich höhere Ansprüche und ich glaube, dass das ganz, ganz wichtig ist, da auch sich selbst einen ehrlichen Spiegel vorzuhalten. Ist ja deine Position als Leiter Vertrieb, das ist ja schon eine große Verantwortung, die du trägst und die Marke ist weiter gewachsen und die Marke wandelt sich oder hat sich gewandelt.
06:42 Wie groß, wir haben ja auch gerade in der Automobilbranche Rahmenbedingungen und die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren extrem schwierig, ob wir jetzt auch wieder, ich habe es letztens immer genannt, dieses Dieselgate, ob man das nimmt und verschiedene Einflüsse. Wie hoch ist denn der Druck bei dir da persönlich mit diesen Rahmenbedingungen, wo du ja nicht der aktive Part bist, sondern eigentlich der reaktive Part bist, darauf zu reagieren? Wie stellt sich das denn da so bei dir dar? Naja, ich meine, in der Dürrkopf-Phase als Gesamtverantwortlicher des Unternehmens hat man eine Identifikation mit dem Unternehmen, als wäre das sein eigenes Unternehmen. Und ich glaube, der entscheidende Punkt ist, dass man auch in einer Funktion, wo man definitiv nicht der Eigner des Unternehmens ist, aber mit der gleichen Intention an die Aufgabenstellung rangeht.
07:38 Und ja, wir hatten ein paar Herausforderungen im Bereich Diesel und einigen anderen Dingen zu lösen und wir haben sie heute noch zu lösen. Und das ist aus der Historie entstanden, aber ich habe jetzt die Aufgabe, damit umzugehen. Und es macht überhaupt keinen Sinn zu sagen, naja, das hat irgendjemand anders produziert und interessiert mich nicht oder kann ich nichts für oder sonst irgendwas. Ich stelle mich diesen Herausforderungen. Wir haben eine Verantwortung unserem Handelsnetz gegenüber, weil gerade die Marke Skoda hat in den letzten Jahren sehr, sehr erfolgreich gearbeitet, auch in der Entwicklung der Marke, in unserem Außenauftritt, angefangen bei unseren Autohäusern. Und das haben unsere Handelspartner investiert, mit einer Erwartungshaltung ein Return on Invest zu bekommen.
08:29 Und darauf setzen sie auch, dass das Management ihnen die Möglichkeiten dazu gibt, auch in einer Phase, wo wir Dieselkrise oder sonstige Themen, Einfahrverbote und so weiter haben. Und das ist eigentlich die Challenge mit meinen Handelspartnern, weil mit denen habe ich ja direkt zu tun, eine langfristige Sicherstellung des Markterfolges von Skoda hinzubekommen. Egal, wer vorher was initiiert hat oder mit welchen Themen man sich beschäftigen muss. Druck kann ja auch Antrieb sein. Und der Punkt interessiert mich natürlich, wo ist denn so dein Antrieb? Also wir haben jetzt schon einiges gehört. Was lässt sich, ich habe so zwei, drei Fragen so für mich ausformuliert, was lässt sich morgens gerne aufstehen?
09:16 Wofür brennst du? Kannst du das so ein bisschen greifen, was dich so gut arbeiten lässt, wie du bist? Zum einen ist das der Ehrgeiz. Ich habe früher mal Leistungssport gemacht und ich glaube, aus der Phase konnte ich mir den Ehrgeiz rüber retten. Und ich glaube einfach, wenn der Hersteller liefert uns hervorragende Produkte, das wissen wir. Der Handel ist motiviert. Wir haben eine sehr, sehr partnerschaftliches Verhältnis. Wir können uns gar nicht erlauben, dass in der Kette zwischen dem Hersteller und dem Handel einer dazwischen sitzt, der sagt, naja, ist eigentlich egal. Machen wir mal hin.
10:03 Früher hätte ich die Frage mit einem einzigen Satz beantwortet, lieber Tod als Zweiter. Welcher Sport war das? Welcher Leistungssport? War es auch Tennis? Nee, das war Fußball. Fußball? Aber mittlerweile mit zunehmendem Alter und Erfahrung kann man das auch ein bisschen weniger martialisch ausdrücken. Aber ja, ich will gewinnen. Das heißt nicht, dass ich nicht verlieren kann, aber verlieren heißt für mich, neuer Anlauf, um wieder zu gewinnen. Und ich glaube, dass das auch ganz entscheidend ist, so eine Philosophie, eine Mannschaft drüber zu bringen. Die Skoda-Mannschaft ist in den letzten Jahren von Erfolg zu Erfolg geeilt. Und wir haben jetzt in den letzten vier Jahren jedes Jahr das Rekordergebnis getoppt, der Unternehmensgeschichte.
10:50 Und wir werden das auch dieses Jahr wieder schaffen, davon gehe ich ganz fest aus, um dann nächstes Jahr wieder zu schaffen. Also das ist mein Antrieb, das macht mir Freude und ich meine, natürlich ist Erfolg sexy und macht mehr Spaß als Misserfolg. Und ich wollte jetzt in den letzten Jahren eigentlich extrem sexy sein, was den Erfolg betrifft. Ah, wunderbar. Hast du wunderschön formuliert. Sehr schön. Ich würde gerne das Fernlicht betätigen. Ich möchte gerne in die Zukunft schauen. Jetzt bist du da seit vier Jahren bei einem Arbeitgeber, der sich sehr gut entwickelt hat zum einen. Und jetzt, wie es der Horizont nennt, vor der E-Ära steht. Der Horizont vor, ich glaube, zwei Monaten war ein Sonderteil zum Thema Automobil und Marketing.
11:41 Und da ist Skoda natürlich auch zu Wort gekommen und da wird es halt die E-Ära genannt. Und dass Ende 2019, 2020 schon eine Menge kommt und da bist du ja relativ nah dran. Wie ist die Phase gerade bei euch? Also bei dir? Ich möchte nicht immer über Skoda, mir geht es ja um dich. Also wie ist das gerade? Naja, also das ist Christoph Kolumbus jeden Tag eine neue Entdeckung. Also erstmal, diese E-Mobilität ist ja ein Branchenthema, das ist ein ökologisches Thema und das ist natürlich auch ein Markenthema für die Marke Skoda. Und damit auch für mich, weil wir natürlich irgendwo, gerade was das Thema Produkt betrifft, unserer Zeit in der Regel so 12 bis 18 Monate voraus sind.
12:31 Das heißt, wir planen jetzt, was in 12 bis 18 Monaten auf den Markt geht und vor allen Dingen, wie es auf den Markt geht. Und ich glaube, E-Mobilität wird anders auf den Markt gehen, als wir das jetzt bei den Verbrennungsmotoren gewohnt und ja auch teilweise geliebt haben. Und insofern beschäftigen wir uns mit ganz neuen Business-Modellen, wie vermarkten wir E-Mobilität. Und ja, Ende 2019 oder jetzt schon im Herbst 2019 wird Skoda elektrisch. Und zwar jetzt mit dem Superb, dem wir morgen, am 23. Mai oder übermorgen, stellen wir den neuen Superb vor, unter anderem auch als Hybrid, also teilelektrifiziert. Ende des Jahres zeigen wir einen Citygo als erstes elektrisches, vollelektrisches Auto und dann geht er Schlag auf Schlag weiter im Jahr 2020.
13:24 Und das heißt, wir werden sehr bald schon Proof of Concept haben, ob das, was wir uns jetzt ausgedacht haben, wie wir zukünftig E-Autos vermarkten, ob das funktioniert. Und am Ende aller Tage ist es meine Verantwortung und meine Challenge, das umzusetzen mit dem Team zusammen und dass unsere Händler sagen, boah, jetzt haben wir Elektroautos in unseren Showräumen und die vermarkten wir genauso erfolgreich, wie wir das jetzt mit den Verbrennern gemacht haben. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das so sein wird, weil der Hersteller uns Top-Produkt zum richtigen Zeitpunkt liefert, wo die Themen Reichweite und Preis in einer Harmonie stehen und auch im Wettbewerb zu den Verbrennern. Und Skoda war in den letzten Jahren eigentlich gemäß ihrem Claims simply clever, weil sie gute Zeitpunkte für Markteinführung, SUV und jetzt, glaube ich, auch für E-Mobilität erwischt haben.
14:23 Und das ist halt unternehmerisches Geschick. Und ich habe jetzt die freudige Aufgabe, das mit dem Team sozusagen marktreif in Deutschland zu machen. Ja, ist der Moment wirklich eine ultraspannende Phase. Ich habe das in einem Gespräch irgendwann letztens genannt, dass wir quasi jetzt eine der spannendsten und veränderndsten Phasen, wie damals von der Kutsche zum Verbrenner ja eigentlich hatten, wo die Mobilität an sich so total auf dem Prüfstand steht. Und die Erfahrung im Silicon Valley letztes Jahr, wo ich war, war so, es wird sich gar nicht mehr so damit beschäftigt, ob es jetzt Elektro wird oder vielleicht doch irgendwie noch ein anderer Energiegeber, sondern die denken schon nach, wie kombinieren wir das mit autonomen Fahren. Also da wird ja unheimlich viel weitergedacht.
15:11 Und was im letzten Jahr ja auch schon da viel größer war in Amerika, wo jetzt letzte Woche endlich diese E-Scooter in Deutschland auch mal zugelassen werden. Meine Güte, jetzt darf man hier Roller fahren mit dem Motor. Was für ein Aufwand. Aber da passiert ja einfach unheimlich viel. Du hattest vorhin, wo wir uns kurz vorher noch unterhalten hatten, auch gesagt, dass du auch letztens in Tel Aviv fahrst, weil Skoda da ein Lab hat, wo an der Elektromobilität geforscht wird oder an Mobilität an sich oder was? Ich will nicht zu tief ins Detail gehen, hoffe ich. Aber hast du da schon, also kriegst du da mit so, Mensch, das wird spannend in der Richtung? Also erstmal willst du tief ins Detail gehen und ich kann das bestimmen, ob ich das zulasse oder nicht.
15:57 Aber um auf deine Frage konkret zu antworten, ja, wir haben ein Skoda DigiLab in Tel Aviv. In Prag haben wir eins und da geht es nicht um Elektromobilität oder um autonomes Fahren. Es geht meist um Teilsegmente, die dazu notwendig sind, dass man das eine oder das andere tun kann. Da geht es um Artificial Intelligence. Da geht es darum, wie können wir die Convenience bei unseren Kunden erhöhen. Kleines Beispiel, Skoda Connect. Wir sind der einzige Hersteller, zumindest zur Zeit in Deutschland, der Connect, Konnektivität serienmäßig in allen Autos hat. Und zwar mit einer Registrierung unserer Kunden von über 86 Prozent, also fast in der Fläche.
16:47 Warum? Nicht, weil wir Musterprofile unserer Kunden erstellen wollen, sondern weil wir dem Kunden damit Convenience ins Auto bringen und in der Zukunft auch ein Businessmodell aufbauen wollen, weil es vielleicht ein Flash over the air gibt. Irgendwann wird es ein Auto geben, wo der Kunde sagt, Mensch, jetzt zum Wochenende habe ich eine längere Tour, brauche ich mal 30 PS mehr und kann das aus dem Auto raus ein Booking machen. Wir schalten ihm das frei und er hat dann, wie lange er das auch immer gebucht hat, mal 30 PS mehr. Genauso wie wir vielleicht auch über Sharing-Modelle nachdenken müssen, wo wir eben zweckgebunden, also fahre ich jetzt in Urlaub mit dem Cabrio oder mit der Familie mit dem Van oder, oder, oder, oder, ihm individuelle Mobilität zur Verfügung stellen.
17:34 Und genau solche Dinge werden dort erforscht und teilweise auch schon in die Tat umgesetzt, weil wir erproben, nicht unter dem Label Skoda, sondern unter anderen Namen bereits in Deutschland einige Formen von Mobilität oder eben auch von Intelligenz im Auto, die wir testen, um eben die nächsten Evolutionsschritte in der Mobilität zu machen. Und das ist hochspannend und Tel Aviv ist ja nach Silicon Valley, glaube ich, im Moment in dem Thema, was die Start-up-Szene betrifft. Und gerade wenn es um Tech geht, vielleicht eine der beiden Metropolen nach Silicon Valley auf der Welt. Und dort sind wir als Markus Skoda vertreten, da sind wir total stolz drauf.
18:20 Und wir hatten einen Handelspartner mit dabei, große Handelspartner. Und das sind ja alles Unternehmer, die ja auch schon vieles gesehen haben. Aber ich habe seit langem mal wieder Unternehmer gesehen, die mit großen Augen sich eine Präsentation angeschaut haben von dem einen oder anderen Start-up, was wir im Skoda DigiLab haben, was die gerade so in der Pipeline haben und was da in naher Zukunft auf uns zukommt. Und das zeigt mir, dass wir da mit der Marke Skoda auf dem richtigen Weg sind und uns auf die Zukunft vorbereiten. Und deswegen ist es cool und sexy, auch für die Marke zu arbeiten. Ja, absolut. Und es ist einfach geil, dass wir es jetzt so genau mitkriegen auch. Ich finde es sehr, sehr spannend. Also ich habe da auch noch keinen, man kriegt halt auch viel mit, was alles erprobt wird, wo geforscht wird.
19:13 Dann kommen Buzzwords hier, Buzzwords da und die Meinungen gehen so arg weit auseinander, wann was kommt oder passiert. Ja, also ich glaube, da ist natürlich auch ein gewisser Anteil Try and Error mit dabei. Und das gehört auch dazu, das ist klassisch Start-up.
19:31 Aber das macht es ja auch so cool, weil wir eben nicht wissen, wir bringen jetzt den nächsten Verbrennungsmotor in einem neuen Modell auf den Markt. Dann können wir relativ genau einschätzen, wie erfolgreich das sein kann. Und jetzt haben wir halt eben etwas größeren Blackbox-Faktor. Und das macht auch so eine Aufgabe wieder total spannend, nämlich ein Teil eben dieser Entwicklung zu sein, wie wir aus einer Blackbox irgendwo was Berechenbares und auch was Erfolgreiches machen können. Und das ist auch ein Teilreiz dieser Aufgabe. Ich habe immer zum Schluss zwei Fragen, die interessieren mich jetzt bei dir auch echt brennend. Weil die Antworten, die ich bis dato eingesammelt habe, unfassbar unterschiedlich waren. Was glaubst du, was erwartet die Autobranche in einem Horizont von drei bis fünf Jahren?
20:22 Also ich glaube, dass einige Disruptoren uns unsere arrivierten Prozesse und Systeme nochmal deutlich aufmischen wollen. Ich glaube aber, dass die Kraft dieser Industrie und insbesondere auch des Volkswagen-Konzerns einen Trend oder eine Entwicklung dann auch zu beschleunigen, und ich sage nur Elektromobilität. Unser Konzernchef Herbert Diess forciert das in einer Geschwindigkeit und mit einem Investitionsvolumen über alle Marken, auch über die Marke Skoda hinweg, weil wir die Kraft dazu haben. Und das wird spannend sein, wie wir mit diesen Disruptoren umgehen, die in unser klassisches Geschäftsfeld reingehen.
21:09 Wir glauben oder ich glaube, dass wir da eine sehr, sehr gute Chance haben, dagegen zu halten. Und das wird in den nächsten drei bis fünf Jahren uns sehr interessieren und auch beschäftigen.
21:21 Uns wird weniger beschäftigen, ob wir vollautonom fahren werden, weil ich glaube, das wird länger dauern. Teilautonom fahren wir heute schon, aber vollautonom wird es mit Sicherheit eine Dekade noch brauchen, bis das so in der Fläche kommt. Aber diese individuelle Mobilität über Sharing-Modelle, wie das Käuferverhalten, was sich in den nächsten drei, fünf Jahren verändert. Ich mache das immer an einem ganz einfachen Beispiel fest. Ich habe einen Sohn, mein ältester Sohn ist 21. Der lebt in Hannover und studiert. Bis dahin alles ganz normale Story, Papa freut sich. Aber wenn es um Mobilität geht und der ist mit einem Car-Guy, der hat einen Papa, der ist Car-Guy und der sagt, willst du ein Auto haben?
22:08 Sagt der, wofür brauche ich einen Führerschein? Ich fahre mit Öfis. Und jetzt macht er gerade einen Führerschein und er sagt, naja, vielleicht einen Führerschein könnte ich ja schon mal machen. Und dann sage ich, ja, und dann müsst ihr ein eigenes Auto haben? Sagt er, nö, wieso? Also Sharing. Weil ich brauche ja nicht so oft ein Auto. Ich lebe ja die meiste Zeit in der Stadt. Als ich 21 war, war das Nebenstatussymbol das Allerwichtigste, dass ich individuell mobilisiert war. Und diese Generation kommt jetzt immer stärker in den kaufkräftigen Bereich rein. Und das heißt für uns ja, denen auch Modelle anzubieten, dass die trotzdem sagen, ich will mit dem Skoda unterwegs sein, ob sie den jetzt besitzen oder eben nur mal angemietet haben oder sharen oder sonst irgendwas. Das ist einmal dahingestellt.
22:54 Und das erwartet uns in den nächsten drei bis fünf Jahren. Solche kaufkräftigen, jetzt beginnen kaufkräftigen Generationen trotzdem für eine Form der Mobilität. Im besten Fall mit der Marke Skoda, weil da sind sie bestens aufgestellt, umzusetzen. Und das wird eine ganz, ganz spannende Challenge für alle Hersteller in Deutschland oder auch in Europa. Ja, das mit der jungen Generation, die da ranwächst und da gefühlt für mich gibt es jedes Jahr eine neue Umfrage. Mal heißt es, kein Statussymbol mehr, das Auto, Führerschein, ach mal gucken. Im nächsten Jahr heißt es, ah Führerschein, total super und Autos sind eigentlich nach wie vor gefragt. Ein bisschen genauer hingeschaut, da muss man halt mal schauen, sind die Umfragen eher, ich sag mal, in Ballungsgebieten entstanden oder eher im ländlichen.
23:41 Da gibt es ja auch noch eine große Differenz zwischen und die Wahrheit wird wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegen. Es wird wahrscheinlich verschiedene Angebote geben, ob es jetzt Sharing-Abo-Modelle sind oder es wird weiter Fahrzeuge zum Kaufen geben mit Sicherheit. Die Öffis sind auch ein Thema, wo sich die Bahn jetzt direkt an dem Tag rauswagt und sagt, hey, wir nehmen euch sogar mit euren E-Tret-Rollern mit, umsonst. So, hey, wow, Deutsche Bahn, das Ding ist auch nur so groß wie so ein normaler Roller. Ja, ist schon spannend, was da so passiert und witzig in San Francisco. Ich werde diese Ampel nicht vergessen, da war auf der Ecke ein Riesen, die haben eins entdeckt, Fahrräder mit Elektro.
24:26 Da stehen mitten in der Stadt auf einmal so 50 Sharing-Fahrräder. Die Amis entdecken auf einmal so alternative Antriebe, ist total süß. Ja, also ich meine, oftmals ist das aber auch ein Feigenblatt, um sich in der Kommune die Welt zu beruhigen, dass man auch ökologisch denkt. Aber für den einen oder anderen auch ganz spannend. Ich habe, um das Bild von meinem Sohn dann noch abzuschließen, wenn wir uns vereinbaren würden, dass wenn er jetzt den Führerschein macht und sich ein Supersports-Car in der Preisklasse 200.000 Euro auffährt, Ich lasse die Mark jetzt bewusst mal außen vor, wenn er das bekäme, würde das den Antrieb für das Erringen des Führerscheins deutlich verstärken. Also scheint ja doch noch ein Gedanke für individuelle Mobilität da zu sein.
25:16 Mit einem normalen Kleinwagen, der, glaube ich, dem Alter und dem Einkommen angemessener positioniert ist, ist der Antrieb nicht ganz so hoch, weil da helfen auch die Öfis. Ja, alles klar. Ja, du, meine letzte Frage hast du vorhin schon im Sidekick so gesehen Volley genommen, um in deiner Fußballvergangenheit zu bleiben. Das erste Mal in einem komplett autonomen Auto unterwegs zu sein, hast du vorhin gesagt, mindestens eine Dekade? Ja, also ich weiß, dass alle Hersteller sich dort Gedanken machen. Es gibt ja auch schon die ersten autonomen Gehversuche, die ja aber eben noch nicht flächentauglich sind. Ich meine, dass es heute die Technik schon gibt, das wissen wir alle, aber ich gehe ja von der Kommerzialisierung aus, also sprich, dass wir das für viele Menschen in die Fläche bringen.
26:04 Das wird bei Robotaxis vielleicht in gewissen, sagen wir mal, eingegrenzten Areas möglich sein, aber in der Fläche, um individuelle Mobilität darzustellen, wird das noch ein bisschen schwieriger. Insofern, ja, stimmt, also ich glaube schon, dass das noch eine Dekade dauern wird, bis die Technik so weit ist, dass wir uns jetzt unseren Podcast sozusagen während der Fahrt in einem autonomen Fahrzeug aufnehmen und nicht mehr am Frankfurter Flughafen.
26:32 Wunderbar, da hast du wunderbar die Klammer jetzt drum gemacht, weil wir sind so weit durch. Wir haben es überlebt. Wir sitzen noch am Frankfurter Flughafen. Stefan, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast, dass wir da mal ein bisschen reden konnten und einfach so ein bisschen beleuchten konnten, was dich da so durch die Branche getrieben hat in den letzten 30 Jahren. Das ist ja wirklich ein großer Rückspiegel, um das Wort nochmal heranzuziehen. Und die Ausblicke fand ich auch echt spannend von dem Insider. Vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Sehr gerne, aber danke auch nochmal für das angenehme Gespräch. Auch wenn du mir zweimal auf charmante Art und Weise vor Augen gehalten hast, wie alt ich schon bin, weil ich bin ja schon 30 Jahre in der Branche unterwegs. Aber hast ja mit gefühlten drei angefangen. Ja, ja, ist klar. Das hätte ich jetzt an deiner Stelle auch gesagt. Vielen Dank.
27:21 Okay, vielen Dank und bis bald.
