Benzingespräche · Folge 6 · · 19 Min
Stefan N. Quary, Skoda Auto Deutschland GmbH

Worum es geht
Vertriebsexperte auf beiden Seiten: Autohandel und Autohersteller Was ist der Antrieb eines Vollblut-Vertrieblers in der Autobranche? Wie geht man mit schwierigen Rahmenbedingungen und einer sich extrem verändernden Mobilität um? Welche Rolle spielen menschliche Faktoren bei großen Karriere-Entscheidungen? Dies ist nur ein Auszug der Themen, die ich im Gespräch mit Stefan N. Quary beleuchte. Hier sollte man reinhören, denn mit einem Branchen-Kenner wie ihm, mit gut 30 Jahren Erfahrung, über seine persönlichen Beweggründe und Motive zu sprechen ist schon sehr interessant. Er teilt persönliche Erlebnisse der Vergangenheit und teilt ebenso seine Eindrücke über das aktuelle Geschehen in der Branche - und wo es hingehen (könnte). Stefan n. Quary: Erfolg macht sexy. Let´s be sexy! Links: Skoda Auto Deutschland GmbH: www.skoda.de
Links aus der Folge
Zum Thema
Passende Beratung
Gespräch als Text
Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.
00:00 Benzingespräche. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und Freiberater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Herzlich willkommen zurück zum Podcast Benzingespräche. Heute eine neue Ausgabe und ein neuer Gast und wie üblich machen wir erstmal ein kleines Intro. Und zwar Leiter Vertriebskoder Deutschland seit 2015. Zuvor, aber auf Handelsseite. Und ich habe so den Eindruck gehabt, vielleicht ein bisschen gelangweilt gewesen, weil direkt wirklich mit mehreren Funktionen bei Dürkopp unterwegs.
01:01 Und zwar Vorsitz des Vorstandes, Geschäftsführung Dürkopp-Prenzlauer Berg GmbH, Sprecher der Geschäftsführung und weitere sind da in deinem Xing-Profil noch aufgetaucht. Brauchen wir jetzt nicht näher darauf eingehen. K.com, das ist für mich so ein bisschen Berührungspunkt damals gewesen, in der Wahrnehmung, schon einige Jahre her, weil das eine Marketingagentur in dem Kosmos Dürkopp war. Und das ist mir halt aufgefallen. Verschiedene Posten bei Peugeot und Suzuki. Und da sprechen wir wirklich mit einem echten Kenner der Branche. Das haben wir im Gespräch vorher schon auch so ein bisschen festgestellt. Ich kenne es ungefähr jeden. Willkommen, Stefan N. Quary. Hi. Hallo. Schön, dass wir das heute hier machen können und dass du dir die Zeit genommen hast. Und für ein Automobil-Thema haben wir auch absolut den passenden Treffpunkt, den Flughafen, den Frankfurter Flughafen. Ja, das stimmt. Aber ich glaube, da kann man gut mit dem Auto anfahren. Aber man kann hier natürlich auch anfliegen oder auch mit der Bahn kommen. Also das ist überhaupt ein zentraler Knotenpunkt und unser Treffpunkt heute. Ganz genau. Und ich weiß ja auch, dass du relativ häufig hier bist. Wir sind auf Facebook auch befreundet. Und da sehe ich ja häufig einen Reisenden. Da bist dann häufig du, weil du bist schon viel unterwegs. Ja, also ich poste ja auch nicht alles. Aber ich poste ja in erster Linie auch im Zusammenhang mit Skoda und es ist mir auch wichtig, einfach auch zu zeigen, wie eben
02:31 Skoda sich weiterentwickelt und welche Termine dafür auch notwendig sind. Ja, das ist schon viel. Also kannst du sagen, wie viel du auf Reisen bist? So prozentual bist du eher hier in deiner Homebase bei Skoda in weiter Stadt oder bist du mehr wirklich? Also gemessen habe ich das nicht. Ich weiß aber von meinem bevorzugten Airline, dass ich letztes Jahr ungefähr 120 Mal in einem Flugzeug gesessen habe und irgendwo hingeflogen bin. Da waren auch ein paar private Flüge dabei, aber im Großen und Ganzen ist das schon geschäftlich getrieben. Schon viel Pfleger, ne? Ja, kann man so sagen. Ja. Ist nicht unbedingt immer lebensqualitätserhöhend, aber ist glaube ich auch eng mit der Aufgabe verbunden und auch so wie ich die Aufgabe verstehe. Vorher bei Dürkopf warst du ja sehr zentral, stationär dann. Das Gegenteil, kann man sagen?
03:28 Ne, würde ich auch nicht sagen. Ich hatte Büros, mein Hauptbüro war in Braunschweig, aber es gab auch noch ein zweites Büro in Berlin, weil wir dort eben die Dienstleistungseinheit hatten als Zentrale, aber aufgrund der vielen Gespräche mit den unterschiedlichen Hersteller, die im Portfolio waren, natürlich auch sehr oft im Frankfurter Raum, weil viele Hersteller dort ihre Zentrale haben. Ja, bis 13 Marken hattet ihr bei Dürkopf in etwa? In der Spitze schon, wobei sich das Ganze auf fünf, sechs Kernmarken konzentriert hat, aber wenn du Fiat als Marke hast, dann ist es oftmals so, dass ja dann damit auch Alfa Romeo oder Jeep verbunden ist und daraus gibt es, hört sich das als riesiges Markenportfolio an, aber die Schwerpunktmarken waren fünf oder sechs.
04:14 Okay. Wenn wir unser übliches Format wieder aufnehmen, dann schauen wir erstmal in den Rückspiegel und zu deinem Werdegang, 65er Baujahr, verheiratet, zwei Kinder, lebst in Weiterstadt bei Darmstadt, wo auch die Skoda Auto Deutschland Zentrale ansässig ist. Den Betriebswirt, den habe ich ja noch relativ einfach gefunden. Das andere musste ich mir sagen lassen, Ausbildung zum großen Außenhandelskaufmann. Das sind so deine Werdegänge und was ich jetzt in der Recherche schon nicht so ganz raus spüren konnte, wie bist denn du in die Automobilbranche gekommen? Was hat dich denn da so reingezogen? Was war denn da der Auslöser? Eigentlich ein verrückter Zufall. Ich habe während meines Studiums als Tennistrainer gearbeitet und habe jemanden kennengelernt, der hatte eine Suzuki-Vertragshandlung für Motorräder in meiner Heimatstadt Trier und der hat Tennisstunden von mir bekommen und hat irgendwann mir erzählt, dass er da eigentlich gar keinen Bock mehr drauf hat. Und ich war und bin begeisterter Motorradfahrer und hatte einen Freund, der von der technischen Seite her kommt und dann haben wir uns darüber unterhalten im zarten Alter von 23 Jahren, ob wir nicht einfach mal den Betrieb mit Existenzgründer-Darlehen übernehmen sollten. Das haben wir dann getan und so bin ich in die zumindest mal motorisierte Szene
05:39 gekommen und habe dort sozusagen den Vertrieb gemacht und mein Partner eben den Servicebereich und wir haben uns halt für einen Verkaufswettbewerb qualifiziert, beziehungsweise wir haben den gewonnen und sind dann mit dem Management von Suzuki Deutschland Motorrad, drei Wochen Motorrad gefahren und am Ende dieser Reise haben die mir ein Angebot gemacht, ob ich nicht zu ihnen wechseln will und so ging die Reise eigentlich los. Ach, meine Güte. Ja, manchmal gibt es Zufälle. Absolut. Also ich merke das in den Gesprächen, die ich auch für den Podcast führe, aber auch unabhängig so in der Agenturwelt, dass so die Einstiege entweder so ganz klassisch, ja die Eltern haben es vorgelebt oder halt so komplett quer und das ist aber immer wieder eine Story, finde ich.
06:27 Ja, wenn du, ich bin seit dem 15. Lebensjahr motorisiert über Zweiräder, bin ein wirklich begeisternder Motorradfahrer und konnte dann auch ein Hobby zum Beruf machen und auch ganz erfolgreich, sonst hätten wir diese Incentive-Reise nicht gewonnen. Ja, war eine coole Zeit mit 23 Unternehmern, auch ein bisschen Lehrgeld gezahlt, wenn so erfahrene Außendienstkollegen vorbeikamen und so einem Jungspund erklärt haben, was er alles einkaufen sollte und da war nicht immer nur ein Treffer dabei, aber man lernt damit schneller. Okay, ich habe auch für meinen Teil mit der Agentur, ich habe auch sehr lange gebraucht, um so meine persönlichen Hobbys, weil ich auch schon mein ganzes Leben lang, meine beiden Brüder waren immer motorverrückt, ob es Zweiräder, Vierräder waren, mein ältester Bruder damals noch so einen schönen Manta GSI mit Fuchschwanz, das ganze Programm im Ruhrgebiet gibt es halt sowas, das hat mich immer angefixt und irgendwann in der Agenturwelt, Marketing schon lange gemacht, habe mich das Thema wieder voll eingeholt und letztendlich machen wir Automarketing und für mich treffen da das Hobby und eine Leidenschaft, das Einzige, was ich kann, Marketing und von daher ist die Welt für mich jeden Tag in Ordnung.
07:45 Die Geschichte ist ja ähnlich, sieht man ja an meinem Werdegang, irgendwie hat mich diese motorisierte, individuelle Mobilität nicht losgelassen, nach zwei Rädern kamen einfach mal nochmal zwei dazu und aus zwei wurden vier, aber die sind es bis heute und ich glaube, die werden es auch in Zukunft noch sagen. Und jetzt fängst du an bei Skoda zu versuchen, Zweiräder zu produzieren? Nein, also wobei Skoda aus seiner Geschichte heraus ja aus dem Zweiradbereich kommt, denn unsere Unternehmensgründer Laurin und Clement haben mit Fahrrädern begonnen und sind erst über ein paar Jahre Entwicklung und sind sie erst in den Vierradbereich gewechselt und haben begonnen, Skoda-Fahrzeuge zu produzieren. Also insofern hat es auch dort eine Verknüpfung zum Zweirad, allerdings nicht zum motorisierten Zweirad.
08:38 Du bist jetzt seit 30 Jahren im Autohandel oder in der Autobranche unterwegs, muss man sagen, weil du Autohandelsseite gemacht hast und jetzt Importeurseite verkörperst in verschiedenen Positionen und wie hat sich das denn so entwickelt, dass du so einen Bogen gegangen bist? Jetzt haben wir den Anfang schon ein bisschen aufgerollt, dass du bei Suzuki dann... Ja, ich war, also wie gesagt, ich war erst Suzuki-Händler, dann habe ich für Suzuki Deutschland gearbeitet im Vertrieb, so als Regionalleiter verantwortlich für den Absatz im Gebiet in Deutschland und nächster Karriereschritt war dann schon die Gründung von Suzuki Motor Polen. Ich habe drei Jahre in Warschau gelebt, habe wirklich mit einem weißen Blatt Papier mit einem polnischen Assistenten dort begonnen. Wir haben Suzuki Motor Polen als Tochter von Suzuki Japan gegründet und haben von dort aus auch Estland, Lettland und Litauen die Märkte mit bearbeitet. Das war auch der Wechsel dann ins Automobil-Business und wir haben dort Autos, Bootsmotoren und Motorräder, also das gesamte Portfolio von Suzuki vertrieben und so hat sich das dann eben geswitcht in den Automobilbereich und ja und wenn man ehrgeizig ist und sich weiterentwickeln will dann und solche Herausforderungen auch als junger Mensch, ich bin mit
10:04 glaube ich 28 nach Warschau eingerückt, habe da drei Jahre gelebt mit meiner Frau und allem drum und dran und das war schon eine spannende Zeit, insbesondere in dem Lebensalter. Zu dem Zeitpunkt war Suzuki in Polen unbekannt? Die gab es gar nicht. Gab es gar nicht. Wir haben das Unternehmen gegründet, also Startups, heute würde man Startup dazu sagen. Aber schon lizenziert allein Startup. Ja, ja. Wie gesagt, im Auftrag von Suzuki Japan haben wir haben wir dieses Tochterunternehmen gegründet und dann eben auch personell aufgebaut, Händlernetz gestellt, also und so war der Switch gegeben auch zum Hersteller, erstmalig zum Hersteller und nach dieser Phase mit Suzuki, die insgesamt sechs Jahre dauerte, zwei Stationen, drei in Deutschland, drei in Polen, war mir klar, dass es zwar eine Rückmöglichkeit nach Deutschland gab, aber keine Perspektive und so kam der Switch dann zu Peugeot in dem PSA-Konzern, erst verantwortlich wieder für eine Werksniederlassung, also damit wieder Handel, Retail, dann verantwortlich für alle Werksniederlassungen in Deutschland, damit wieder Importeuerhersteller. Meine Güte, okay. Und irgendwie hat sich da schon abgezeichnet, dass mich das Retail-Business auch aus der Retail-Perspektive, aber auch aus der Großhandels-Perspektive, sprich Importeuerhersteller, irgendwie packt. Und ja, das ist bis heute so.
11:32 Okay. Und wie kam dann Dürrkopp ins Spiel? Naja, nach sechs Jahren bei Peugeot war wieder so ein Punkt erreicht, wo ich für mich entschieden habe, ich brauche nochmal eine neue Perspektive.
11:48 Habe dann kurzzeitig auch in der Beratungsgesellschaft als Geschäftsführer gearbeitet. Da ging es auch um Konsolidierung von Automobilhandelsunternehmen. Zu dem Zeitpunkt war ein börsennotierter Versicherer, war der Aktionär von einigen oder Gesellschafter von einigen Autohausbeteiligungen in Deutschland. Und die haben halt einen Manager gesucht, der eben dieses Konstrukt führt. In der Gesamtsumme 1,2 Milliarden Euro Autohandelsumsatz, verschiedenste Beteiligungen, mehr als 50 Standorte in Deutschland verteilt, sehr umfangreiches Markenportfolio. Ja, und der bin ich dann geworden.
12:35 Und ja, dann gab es unter anderem eben auch im operativen Geschäft für die Dürrkopp-Gruppe zum damaligen Zeitpunkt verantwortlich. War eine Unternehmenssanierung in dem Fall. Also Standortschließungen runter reduziert auf zehn Standorte. Am Schluss waren es dann wieder 22 und ein Teil der Logistiklager. Also nach der Konsolidierungsphase gab es dann auch ein schönes Wachstum. Okay. Also hast du eher den Sechsjahresrhythmus, wenn ich das jetzt so rausgehört habe, so ein bisschen, ne? Nee. Vorher, Suzuki waren auch sechs, sagst du? Ja, es waren zweimal sechs Jahre in der Tat. Aber bei Dürrkopp habe ich es fast 13 ausgehalten. Ja, dann. Also es auch irgendwie war sowas, also zweimal sechs sozusagen. Zweimal sechs, ne? Genau. Aber ja, es war schon die längste Phase bis jetzt, weil bei Skoda bin ich jetzt knapp vier Jahre.
13:27 Okay. Und bei Dürrkopp hast du aber auch Marketing mitgemacht, wenn ich das richtig gesehen habe. Oder wie ist die Schnittstelle? Also darüber habe ich dich die ersten Male wahrgenommen in der Szene. Klar als Vertreter oder Vorstand von der Dürrkopp-Gruppe. Und dann zu meiner Zeit ist echt schon lange her, wo wir auch als Agentur so geguckt haben, wer ist denn da noch auf der Landkarte und wer ist denn potenziell noch interessant und groß? Und dann kamt ihr halt um die Ecke mit der Größe und dann hatte ich halt mal so recherchiert, wer ist denn die Agentur von Dürrkopp? Und dann habe ich halt die Carponcom entdeckt und dann ist meine Neugier wie heute ja noch nicht befriedigt. Da muss ich ja gucken, wer das macht. Und dann so, aha, der hat ja irgendwie auch irgendwie Marketing als Interesse.
14:13 Ja, ein Teil des Sanierungskonzeptes war, die einzelnen Unternehmensbereiche wieder ihren Kernaufgaben zuzuführen. Oder eben Dienstleistungen, die notwendig sind, um eine Autohandelsgruppe in dieser Größenordnung zu betreiben, auch mit Profis auszulagern. Weil natürlich hat jeder Verkaufsleiter oder jeder Geschäftsführer eines Standortes die Meinung, dass er durchaus eine Ahnung von Marketing, Autohausmarketing hat. Zugegebenerweise ist das in vielen Fällen auch so, aber auch in manchen Fällen nicht. Und wir haben einfach entschieden, ein neues Tochterunternehmen zu gründen, nämlich die Carcom, als Marketingunternehmen, was nicht nur für die Dürrkopp-Gruppe gearbeitet hat, sondern auch für andere Autohandelsunternehmen.
15:03 Natürlich nicht für welche, die im direkten Wettbewerb in den Märkten stehen. Das ist, glaube ich, jedem klar, dass das nicht so gut funktionieren würde. Und das war meine Idee oder mein Konzept, weil wir haben damit Marketing-Spezialisten, die Autohandelsmarketing verstehen, zu uns ins Unternehmen holen können, aber die in einem eigenen Business-Case gefahren, ohne Zusatzbelastung, sogar eher mit Entlastung der Standorte und für den Markt geöffnet. Und zum Schluss hatten wir doch insgesamt 22 Autohausstandorte der Dürrkopp-Gruppe in der Betreuung, aber fast die ähnliche Zahl außerhalb der Dürrkopp-Gruppe. Und da waren zum Schluss dann sieben, acht Mitarbeiter, die eben Autohandelsmarketing digital wie offline eben gemacht haben.
15:56 Und es war ein eigener Business-Case. Hat Geld verdient. Okay. Ja, dass die Carcom für andere noch tätig war, habe ich damals nicht genau rauslesen können. Mir war natürlich die nächste Dürrkopp aufgefallen. Und was du gerade ansprachst, dieses Bündeln an Kompetenzen, ist ja auch das, was wir immer sehen, ist, dass wenn Autohandelsunternehmen in verschiedenen Größen, die haben halt häufig keine Marketing-Kompetenz. Das ist häufig in der Geschäftsführung angelagert oder angesiedelt, um es genauer zu formulieren. Und die Geschäftsführung in einem Autohaus oder einer Autohausgruppe hat normalerweise andere Aufgaben als Marketing zu tun im Kern. Und da treffen wir halt häufig schon den Kern, sodass es dann irgendwie mitgemacht wird und teilweise halt Marketing auch einen schlechten Ruf hat, weil es immer belastet, weil es nicht die Kernkompetenz ist. Das ist so meine Erfahrung.
16:46 Naja, es gibt ganz viele Führungskräfte im Automobilhandel, die auch Spaß daran haben, weil im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Kommunikationsplattformen, Offline-Zeitungen, früher hat man ja sehr viel Zeitungsannoncen geschaltet oder Online-Plattformen etc. verbinden sich einerseits interessante Gespräche, andererseits sehr schöne Einladungen. Und ich glaube, das größte Problem, was wir seinerzeit hatten, als wir gesagt haben, wir machen eine eigene Agentur, war, dass meine Standortverantwortlichen Angst hatten, sie werden von der örtlichen Zeitung nicht mehr zu einem Glas Bier und einem Essen eingeladen. Und wir konnten das relativ schnell widerlegen, dass das nach wie vor ein regionales Business ist und auch die Ansprechpartner gesehen werden.
17:34 Das ist aber nur zentral, auch mit dem eigenen Dürrkorp Corporate Design, Corporate Identity gefahren wird. Und dass wir wegkommen von 13 verwendeten Schriften am Anfang innerhalb einer Gruppe, sondern einfach uns mal festgelegt haben, wie sieht denn eigentlich unsere Roadmap aus. Und dass das so gut funktioniert hat, das haben wir uns am Anfang auch nicht ausmalen können. Wir haben es dann auch erweitert, weil wir haben auch den Personalbereich dieser Carcom, auch diese Dienstleistung einer Outdoorsgruppe haben wir ausgelagert, genauso wie IT und Buchhaltung. Und wir haben beide oder beziehungsweise alle drei Stränge dann an den Markt gebracht und wir haben auch Buchhaltung für andere Unternehmen gemacht. Wir haben IT inklusive Serverfarm für andere Unternehmen gemacht und haben damit auch Geld verdient, ganz nebenbei.
18:25 Also die Carcom als Gesamteinheit, nicht nur im Marketingbereich, war für uns höchst profitabel. Ja, spannend. Also wenn ich jetzt so diese Carcom so aus meinem Lebenslauf so ein bisschen raushole, gerade ist es persönliches Interesse, weil ich halt in dem Bereich nun mal auch beheimatet bin. Also da wollte ich ein bisschen mehr zu wissen. Alles gut. Danke fürs Zuhören bis hierhin. Weiter mit der Story geht's im zweiten Teil.
