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Benzingespräche · Folge 5 · · 21 Min

(Teil 2) mit Christian Meyer, Mustang-Deutschland.de und Traumwagen.com

Cover des Podcasts Benzingespräche

Christian Meyer

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Worum es geht

Erfolgreiche Autohausnachfolge mit Mut, Emotion und Leidenschaft. Was bewegt einen jungen Menschen mit 25 Jahren, mit vollem Risiko ein in die Krise geratenes Autohaus seiner Eltern zu übernehmen? Wie geht man dabei mit den Banken, Mitarbeitern und den Marken um? Was braucht es neben Mut und Leidenschaft? Der Weg von Christian Meyer ist ein außergewöhnlicher und genau dieser interessierte mich. Ich konnte ihn dafür gewinnen, über all diese Themen offen zu sprechen und seine persönlichen Erfahrungen zu teilen. Wir reden über alle Aspekte, die ihm in den letzten Jahren positiv wie auch negativ begegnet sind. Dazu gehören Mut, Leidenschaft, Insolvenz, Positionierung in der Nische und so weiter. Ein interessantes Gespräch ist entstanden, teils Ernst und Bedacht, teils emotional und gefühlt mit "Auto-Spaß". Links: Christian Meyer´s Mustang-Deutschland: www.mustang-deutschland.de Christian Meyer´s exklusiver Traumwagen-Handel und Vermietung: www.traumwagen.com

Zum Thema

Positionierung für Autohäuser

Passende Beratung

Marketingberatung: Für Autohäuser

Gespräch als Text

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00:00 Schön, dass du dran bleibst. Weiter geht's. Ja, ich erinnere mich, das war relativ schnell auf 5000 Fans. Dann ging es ein bisschen langsamer, aber dann waren die 10.000 erreicht. Und aktuell, ich habe es mir nochmal angeschaut, ihr habt 20.000 Fans. Die sind ja alle nicht immer permanent super involviert. Aber, was ich mir in den Insights auch angesehen habe, ihr habt eine Reichweite im Monat mit diesen 20.000 Fans von 46.000 Menschen, die ihr latent damit irgendwie bespielt und das Thema Mustang und so gesehen ja auch euch vermarkten könnt. Das ist natürlich gigantisch. Das ist auch eine geniale Plattform, von der wir heute einfach zehren.

00:46 Das ist aber Emotion, ne? Definitiv. Funktioniert auch nach wie vor nur mit Emotion. Also ich merke es, wenn ich den klassischen Europa-Mustang mit den silbernen Felgen und den Chromleistchen poste, das interessiert keinen, aber wenn dann eben unser Komplettumbau kommt, das zieht. Ja. Die Social Media, speziell Facebook, haben wir als Agentur ja auch früher oder regelmäßig in der Anfrage, ob wir das betreuen. Und wir haben auch für einen Ford-Händler damals die erste Unternehmensseite für einen Ford-Händler als Pilot mitbetreut. Ja, das Learning daraus, also Facebook muss man ja erstmal verstehen als Freizeitmedium, was sowieso jetzt seit circa einem Jahr sowieso unheimlich leidet in der Reichweite, weil es einfach nicht mehr angesagt ist. Aus verschiedensten Gründen, brauchen wir jetzt nicht darauf eingehen. Aber das ist halt ein authentisches Thema und emotionales Thema und wie häufig hatten wir Anfragen, wir möchten gerne unseren Facebook-Kanal vermarktet haben von euch und wir möchten das als Absatzkanal.

01:40 Ja. Funktioniert bedingt. Also steige ich aus. Bei mir funktioniert es bedingt. Ja, sobald du das mit Emotionen passt und so ein tolles Produkt hast, wo die Leute halt anbeißen, ist die T-Meyer-Gruppe und so, die haben ja nicht umsonst einen Facebook-Kanal für T-Meyer und dann haben die den T-Meyer-Sale-Kanal, wo nur die Angebote rausgeballert werden. Da können ja auch genau die Leute Fan von werden, die permanent bombardiert werden wollen mit Angeboten. Aber sonst in einer organischen Reichweite da ist nicht steuerbar. Ja, also wir haben zum Beispiel Nissan GTR habe ich verkauft an einen mittlerweile langjährigen Stammkunden. Das hat nur funktioniert. Der war dabei, sein Shelby irgendwo anders in Zahlung zu geben. Der war, glaube ich, beim Nissan-Händler. Und am selben Abend habe ich einen GTR in die Tschechei ausgeliefert, einen Stammhändler und postet das halt auf dem Mustang-Kanal, einen GTR.

02:27 Und dann schreibt er mir, ist ja witzig, dass du einen GTR hast. Ich war heute beim Händler und er wollte meinen Shelby nicht nehmen. Und dann war man beim Thema. Und seitdem funktioniert es regelmäßig. ist halt dann auch was, was natürlich neben dem Mustang-Kanal war. Aber emotionales Produkt auch wieder. Ja, Sportwagen. Dann kommen wir, jetzt machen wir mal so ein bisschen Schwenk in die junge Vergangenheit. Zum letzten Interviewpartner von mir, Frank Levy, gibt es eine kleine Schnittstelle. Du warst 2017 auch auf der Silicon Valley-Reise mit dem Jörg Knoblauch, mit der Tempos AG. Und da hast du natürlich auch, ich war ja ein Jahr später dann mit dem Frank Levy, mit der Levy Akademie da. Und ich habe eine ähnliche Erfahrung da machen dürfen. Das war schon ein inspirierender Trip.

03:12 Vielleicht kannst du da so zwei, drei Dinge zu sagen, was ich da so... Ja, da muss ich nochmal kurz, einmal kurz in den Rückspiegel schauen, damit man die Entwicklung noch besser versteht. Schulterblick. Da ist nichts, weil wir fahren ja Achtzylinder. Aufgrund dieser Stadterfahrung mit der Insolvenz war ich stets, läuft bei mir permanent so ein Business-Model-Check im Kopf, wo du immer abgleichst. Mein Vater hat ja quasi sein Lebenswerk aufgebaut und es war gedacht, dass dieses Lebenswerk ihm im Alter trägt. So war es ja auch früher. Aber die Zeiten haben sich ja da komplett geändert, weil wir sind so disruptiv und so schnelllebig in der heutigen Zeit, dass du eigentlich... Ich glaube, wir nehmen mal, dass wir im Autohandel fünf Jahre planen können momentan. Auf der Basis habe ich mir dann auch überlegt, mit dieser Investitionsdauer, auf die eine Immobilie amortisiert werden muss, was passiert mit diesem ganzen Autohandelsthema.

04:04 Und daher, oder auch mit dem Automobil an sich, und daher war diese Silicon Valley-Reise für mich als USA-Fan und mit den Mustangs natürlich genial. Und ich habe das gesehen und ich war dann der Erste, der sich angemeldet hat und musste damit.

04:18 Und das war insofern krass, weil du hast natürlich dann mit deinem deutschen Mindset, wenn du darüber kommst, natürlich liest man dann ein Buch über Silicon Valley und weiß dann schon das eine oder andere. Aber meine Geschäftsideen oder mein Vorhaben wurde jeden Tag aufs Neue disruptiert. Also da denkst du am einen Tag, wir müssen Autos digital verkaufen. Und dann lernst du am nächsten Tag, die Leute werden keine Autos mehr besitzen, also musst du auch keine mehr verkaufen. Dann ist ja cool, machen wir einen Carsharing-Dienst. Dann erfährst du, dass Google halt keine 25 Roboter-Autos hat, sondern 800 und das nur 15 Prozent der Gesamterprobung ist. Okay. Und du merkst, okay, wir werden gar kein Auto mehr selber fahren. Und daher war das in der Art bahnbrechende Horizont-Erweiterung, mit der musst du erstmal klarkommen, wenn du dann wieder zurück in Deutschland bist.

05:05 Weil natürlich hat die Welt um uns aus und um diesen Speed teilweise oder besonders halt Silicon Valley oder dann die Hotspots im Nahen Osten oder in China. Aber das kommt ja jetzt zwei Jahre später, merkt man so langsam, dass die Leute hier das merken, dass da was kommt. Aber vor zwei Jahren haben die Leute in Deutschland ja wirklich geglaubt, es gibt nur 25 Google-Autos. Und das ist ja das Krasse. Es erreicht einfach nicht die Breite hier. Also ich war ein Jahr später da und du hast gerade gesagt, da ging es am einen Tag um Elektromobilität und dann am anderen Tag hast du gelernt, so autonomes Fahren. In dem Jahr, wo ich da war, war mein Learning mit, dass zum Beispiel Uber, die Carsharing oder Ridesharing ja im weitesten Sinne machen, die arbeiten ja an der Kombination dessen. Die möchten gerne elektrifizierte Autos, autonom haben, weil die neben ihrer voll digitalen App gar keine Menschen mehr anstellen wollen.

05:58 Natürlich. Die wollen ja komplett nur noch Technologien. Das war bei uns auch so, da hat sich der amerikanische Einwanderer, nennen wir ihn jetzt mal, in seinem Toyota darüber beschwert, dass Uber halt schlecht zahlt. Wir haben ihn konkret darauf angesprochen, weil Uber war ja immer kontrovers. Wir haben es natürlich dann ausprobiert, waren total Feuer und Flamme von diesem unkomplizierten, von der User-Erfahrung. Und dann hat er sich da beschwert und dann habe ich zu meinem Kollegen mir mal ausgestiegen und gesagt, der weiß gar noch nicht, dass der in zwei, drei Jahren gar nicht mehr da sitzt. Ja, das ist echt Hardcore. Also wenn man die Geschäftsmodelle da mal ein bisschen... Das ist jetzt auch das, was jetzt, wenn man jetzt gerade so die letzten Presseartikel über diese VW-Entscheidung zum Thema Elektromobilität und 100% Elektro anschaut. Jetzt wird es ja auch erstmal kommuniziert, dass zum Beispiel hier 240.000 Stellen bei Zulieferern und bei der Produktion wegfallen.

06:48 Aber das ist ja nur bei der Produktion und daher ist es hochbrisant. Hochbrisant, ja. Da kommen wir vielleicht gleich mal mit dem Fernlicht noch dran. Ja, 2017 hast du dann aber auch, ich weiß nicht, ob es unmittelbar mit zusammenhing, hast du dich ja noch für ein neues Thema entschieden. Das war davor, ja. Das war davor noch. Du hast das stammelterliche Autohaus, also die Immobilie, ist verkauft worden. Ja. In dem Jahr auch, 2017 oder 2016? 2016. 2016. Also hat 15 sich angebahnen und 16. Okay. Also da hast du dann quasi das verkauft und hast dir dann Gedanken gemacht, was machst du jetzt? Also stärkere Konzentration auf das Sportwagen-Thema. Du hast Traumwagen.com gegründet und bist letztendlich nach Ulm umgezogen mit deinem Standort, den du jetzt auch nach wie vor hast.

07:33 Was hat dich nah oder wie kam es dazu und was hat dich bewegt? Vielleicht kannst du da mal einen Einblick geben. Die Frage hat mir jeder Kunde gestellt, jeder Lieferant, jeder Geschäftspartner. Ja, dann schieß los. Die Freunde wissen es mehr oder weniger, aber es war jetzt nicht der einzige entscheidende Grund. Aber wie ich vorhin schon gesagt habe, ich habe ja diesen permanenten Business Model Check gemacht. Hauptthema war, dass ich mir damals sicher war, dass das kleine mittelständische inhabergeführte Autohaus in der Kleinstadt auf mittelfristige Sicht nicht mehr überleben wird oder nicht gebraucht wird. Dann gepaart mit der Investitionshöhe und der Tragweite der Immobilie auch, habe ich mir überlegt, okay, was machst du mit der Immobilie? Autohaus-Immobilien sind absolute Zweckimmobilien, die du zu nichts anderem nutzen kannst.

08:21 Also das habe ich alles abgeklopft bei einer Erkenntnis. Dann hat sich im Familienumfeld, muss ich ja auch irgendwann damit rechnen, dass meine Eltern mal kürzer treten wollen oder auch in Pension gehen wollen. Bei meiner Schwester hat sich auch eine gewisse Neuorientierung abgezeichnet, dass sie auch mal was anderes machen wollte noch. Meine Frau kam aus Ulm oder kommt immer noch aus Ulm. Daher hat sich dann aus dem Mustang-Geschäft parallel noch das Thema mit den Sportwagen entwickelt, weil wie ich vorhin gesagt habe, war halt nicht nur der Mustang im Portfolio, sondern der Mustang-Fahrer wollte dann mal ein GTR oder du kommst an einen Autosammler, der den Mustang jetzt quasi aufgrund seiner Ikonenstellung hat, aber ganz andere Fahrzeuge vom Kaliber im Fuhrpark hat. Und da war immer das Thema, wenn du halt zum Beispiel einen SLS Roadster im Bestand hast und der ist auf der Mustang-Seite, dann rufen die Mercedes-Kenner an oder die AMG-Fahrer und sagen, Entschuldigung, was macht der AMG für 200.000 Euro in dem Mustang-Bestand?

09:12 Und dadurch ist das Thema Muste, eine Brand her, die das allgemein, die das Magen offen macht und die Emotionalität abbildet. Von daher haben wir lang dran getüftelt und dann ist ja dieses Thema Traumwagen entstanden. Dann habe ich eine Vorliebe für coole Domains, deswegen .com. Und dann war in der Anfangsphase, hatte ich dann in der Oldtimer-Fabrik in Neu-Ulm, also man kann das, für die, die es nicht kennen, das ist ähnlich der Motorworld oder dem Meilenwerk-Konzept, einfach klassisches Industriegebäude, Backstein-Optik mit modernen Komponenten, oben offene Garagen, die man eben besichtigen kann und unten Mieter. Und das fand ich cool, weil ich auch in Gunzenhausen schon das vorhatte, so eine Begegnungsstätte zu machen, dass du Platz hast zum Beweilen, sei es gastronomisch, also Restaurant oder sonst was, oder auch eben immer was zum Sehen hast.

09:59 Und das hat mich dabei eindruckt, war anfangs nichts frei und dann hatte ich das Glück, da eine Box für sechs Fahrzeuge zu bekommen. Und dann habe ich das einfach gemacht und habe da das Traumwagen-Label draufgepackt. Das war einfach so ein Testballon. Und so ist es dann entstanden. Und dann war es bereits vor dem Silicon Valley, dass es mir genau mit dem SLS so ging. Das Auto stand eine Weile im Bestand, da war damals ein Riesen-Hype um den SLS, nachdem der nicht mehr gebaut wurde. Riesen Preissteigerungen, aber das Fahrzeug stand da und keiner hat es gekauft. Und ich dachte mir, eigentlich sind wir doch alle, egal ob wir Sammler oder Händler sind, total unproduktiv. Da steht jetzt so ein SLS, es gibt Leute, die wollen ihn vielleicht mal einen Monat, zwei Monate, drei Monate fahren und danach versuchen sie ihn wieder zu veräußern. Oder er steht einfach in der Sammlung, weil sie gar keinen Nerv haben, das Auto zu veräußern. Und so ist die Idee mit dem Sportwagen-Carsharing entstanden.

10:45 Und dann habe ich aus dem Traumwagen.com eine exklusive Carsharing-Plattform gemacht. Also sei es in der Tagesmiete, mit Monatsabo, im Flatrate-Bereich, also im Grunde ähnlich, wie es die ganzen namhaften Hersteller überall ihre Testballone laufen haben. Bloß, dass ich es markenoffen gemacht habe und vom Oldtimer bis zum Neuwagen. Also ich hatte ja vom klassischen Mustang natürlich bis zum BMW i8 oder dem Tesla im Portfolio. Dann den Japaner, also sprich GT-R, dann eine Corvette. Also es war unheimlich breit gefächert und habe das dann angeteasert. Und das war auch eine interessante Erfahrung. Ja, schon was ganz anderes. Also klar, du hast noch gehandelt, aber du hast ja vermietet dann sehr viel. Und das hast du, also machst du das jetzt noch genauso oder machst du es jetzt wieder anders?

11:31 Wir haben das zurückgefahren. Ihr habt es zurückgefahren, okay. Weil die Erkenntnis aus dem Ganzen ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland das Thema Besitz noch gegenüber Nutzen dominiert. Okay. Also jeder findet die Idee spannend, aber wenn es darauf ankommt, sagt man, ich kaufe ihn doch lieber. Okay, alles klar. Was war denn so deine wichtigste Erfahrung aus dem Thema Unternehmensnachfolge, Krisenmanagement und der Neupulsionierung? Was würdest du da so hervorheben? Also in der Startphase war das Wichtigste diese Fokussierung auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Also eine ganz harte Kostendisziplin, die mir da antrainiert wurde. Einerseits aufgrund der Erfahrung mit dem aufgeblähten Kostenapparat, wie schnell es dich jetzt fränkisch gesagt da bröseln kann. Und auf der anderen Seite mit knappen Mitteln eben effizient zu wirtschaften.

12:19 Und was du wiederum aus dieser aufgezogenen Effizienz dann erwirken kannst. Also es war hochinteressant. Dann natürlich ist das Spannungsverhältnis Junior-Senior mit den ganzen Motiven, die du natürlich am Ende deines Lebenswerks in dir trägst. Und gleichzeitig der Tatendrang eines Juniors, der jetzt halt Bäume ausreißen möchte. Das war hochspannend. Und dann auch ab einem gewissen Punkt sich zu trauen, einfach auf sein Herz, auf sein Bauchgefühl zu hören, was die strategische Positionierung angeht. Also das war dann bei mir einfach der Punkt, wo ich dann 12, 13 entschieden habe, dass Mustang Deutschland einfach nicht nur eine Sub-Brand ist, sondern dass das unser Thema ist. Und sich das dann zu trauen und gleichzeitig den Erfolg, den du dann mit hast.

13:06 Und zu den Wurzeln geht es ja gerade ein bisschen wieder zurück. Ja, wir hatten ja eine, ich will jetzt nicht Disruption sehen, aber einfach eine Marktsituation. Ich habe seit Ende 2004 angefangen, also 2005 von Mustang war das. Und 2015 kam ja dann das Europa-Modell, also sprich der globale Mustang. Und das war immer so auch ein Faktor, warum mir das Thema CO2, Direktvertrieb, dann so Thematik wie jetzt mit den Autozöllen und sowas, schwebt ja immer über einem in so einem Importgeschäft. Weil du bist ja für alles selbst verantwortlich. Es ist ja kein Hersteller da, der dich schützt oder dir irgendwas vorgibt. Und da war ja klar, dass irgendwann Ford das mal macht, weil es war ja ein erfolgreiches Thema. Und es ist für Ford ja ein unheimlicher Image-Bringer, das Fahrzeug. Und in der Anfangsphase hat es unserem Geschäft einen riesen Boom gegeben, weil wir natürlich die Erfahrung hatten und auch wussten, wie sprichst du die Zielgruppe an, dass der eben anders mit einem umgeht wie jetzt ein klassischer Ford-Käufer.

14:06 Dann kam natürlich das klassische Handelsgeschäft dazu, dass eben nicht mehr ein begrenzter Markt mit begrenzten Wettbewerbern und einer begrenzten Zielgruppe da ist, sondern dass plötzlich das sechsfache oder das zwölffache Angebot im Markt ist an Fahrzeugen. Dann eben in handelsüblicher Manier das Auto mit Maximalmarge verkauft wird, obwohl du es eigentlich vorher emotional vermarktet hast. Und da habe ich mich dann ein Stück weit einfach auch in Sicherheit gebracht. Das war dann schon, nachdem das Autohaus vermarktet war und dachte eigentlich, das war es jetzt groß und ganz. Also dass der Mustang sich natürlich abspielt. Es ist da Begehrlichkeit da, aber wie so oft beim begehrlichen Produkt, das muss ja nicht heißen, dass du mit Geld verdienen kannst. Und mittlerweile haben wir den Eindruck, dass, also wir haben uns jetzt auch neu positioniert. Wir konzentrieren uns jetzt natürlich nach wie vor auf die Importmodelle.

14:53 Also wir haben nach wie vor die Shelbys mit bis zu 870 PS zum Beispiel Bestand. Das ist auch nach wie vor ein geniales Thema, was uns erfüllt. Aber wir bieten aber auch in der Breite eben auch den Europa GT an, wo halt auch ein Nutzer, der bisher sich an US-Modelle nicht getraut hat, jetzt einfach ein Auto bekommt mit 7-Jahres-Garantie und sauber und so weiter und dann so an dieses amerikanische Thema rangefühlt wird. Viele von denen hüpfen dann auch nach vier Wochen, hüpfen die auf dem ersten US-Kartreffen rum, was sie vorher nicht für möglich halten. Aber es ist ein ganz anderer Einstieg und dadurch hat sich natürlich auch wieder eine breitere Zielgruppe ergeben und in der bewegen wir uns jetzt. Okay, jetzt gucken wir mal nach vorne. Fernlicht, Lichthupe, machen wir mal so ein bisschen Ausblick. Du hast in den letzten Jahren dein Unternehmen ja wirklich stark auf- und umgebaut und auf dich und deine Passion zugeschnitten.

15:41 Das kann man ja schon so sagen. Wo geht die Reise denn da so hin? Kannst du da so ein bisschen Einblick geben? Also zum einen, was du da vertrieblich machst und vielleicht hast du ja Erfahrungen, die du weitergeben willst oder aus den Erfahrungen was machen. Ich habe mir jetzt natürlich im Nachgang des Besitzes einer klassischen Autohausimmobilie gedacht, was schaffe ich mir für ein Ökosystem. Und wir haben jetzt eigentlich in der Oldtimerfabrik mit einem Sitz in einer Erlebnisimmobilie im Industriegebiet mit eingebundener Gastronomie und Oldtimern oben, Restaurationswerkstatt und Folieder ein ganz interessantes Umfeld. Weil wir nur einen Showroom haben, wir haben dort keine klassische eigene Werkstatt, wir arbeiten alles mit externer Logistik.

16:24 Und dadurch kann ich von der Kapazität her flexibel reagieren. Ich kann natürlich mich auch, was Positionieren, Geschäftsfeldern angeht, schnell neu positionieren und kann Dinge auch ausprobieren. Wie jetzt eben das Carsharing oder sei es die Vermietung oder auch eine Digitalisierung des Vertriebs. Interessante Marketingmodelle. Und da testen wir natürlich momentan an, was funktioniert. Auf der einen Seite haben wir unser klassisches Pferd im Stall, das ist der Mustang und es bleibt da auch. Den werden wir so lange machen, solange das V8-Endspiel noch geht. Wenn es elektrifiziert wird, sage ich heute unter Vorbehalt, ich gucke es mir an. Aber da haben wir einfach ein Umfeld, wo wir sehr viel einfach aus der Erfahrung wieder ähnlich wie damals mit dem Facebook-Thema. Wir probieren es einfach und dann kommt da Wissen raus.

17:12 Und da sind wir jetzt auch genau bei dem Punkt. Im Rahmen meiner bisherigen Selbstständigkeit oder dem ganzen Weg, den ich jetzt gegangen bin, hat sich natürlich viel Wissen und Erfahrung angehäuft. Und ich bin der Meinung, dass es jetzt einfach ein Punkt ist, was mir persönlich so ein inneres Sinn-Thema oder eine weitere Passion ist. Ich möchte es jetzt weitergeben, weil ich habe natürlich durch die Autohaus-Nachfolge, dieses Junior-Senior-Verhältnis, dann die betriebswirtschaftliche Sanierung, die Neupositionierung, Unternehmensverkauf. Das ist ein Thema, was sehr vielen Unternehmen in den nächsten Jahren mit dieser Umwälzung bevorsteht. Und auch wenn alles glatt läuft, dann irgendwann muss das Autohaus übergeben, vermarkten oder sonst was. Und dieses Wissen möchte ich weitergeben und wir werden da definitiv auch im Bereich Beratung, werde ich da was anbieten. Spannend, da wird man noch von dir hören und da bleibe ich auch dran.

18:00 Das finde ich nämlich sehr spannend, weil du hast wirklich gelebt oder gelebt hast und die Erfahrung gemacht hast und das lebst und super authentisch bist. Sehr gerne. Da freue ich mich schon drauf. Zwei Abschlussfragen, auf die du wahrscheinlich schon wartest. Was glaubst du, erwartet die Autobranche in drei bis fünf Jahren? Ganz komprimiert, dein persönlicher Blick. Ich glaube, dass wir in Zeiten des massiven Umbruchslebens, das brauche ich keinem erzählen. Ich glaube, dass der Umbruch noch drastischer ist, als viele sich das Glauben trauen. Aber auf der anderen Seite in dem Umbruch auch neue Geschäftsfelder entstehen. Also ich glaube, dass diese schon angesprochene Investitionslänge einer Autohausimmobilie mit 20 Millionen oder sowas, dass das durchaus kritisch zu sehen ist. Allerdings wird es weiterhin Autos geben und wir werden irgendwo ein Geschäftsmodell draus machen.

18:49 Also daher ist es... Jedes Risiko trägt eine Chance in sich. Genau. Aber wir müssen höchst wachsam sein. Höchst wachsam, das ist ein schönes Wort. Was glaubst du, wann du das erste Mal wirklich komplett in einem autonomen Fahrzeug unterwegs sein wirst? Hier in der Gegend. Genau, meine Frage. In den USA ist es ja heute schon so, wenn man nach Phoenix geht. Ich glaube, in Deutschland fünf bis acht Jahre. Okay. Super. Christian, vielen Dank, dass du mir da redet noch... Nein, nein, nein. Noch ganz am Ende sind wir nicht. Was war das geilste Auto, was du je gefahren bist? Von Petrolhead zu Petrolhead. Hört auch keiner zu gerade. Da ich natürlich sehr viele Autos gefahren bin und die auch immer im Ozonan waren. Ich sage mal zwei, die mich am meisten bewegt haben.

19:37 Einerseits die Erfüllung meines ursprünglichen Mustang-Traums. Das ist mein 68er Big Block Fastback, den wir restauriert haben. Der blaue, ne? Das war ein Traum. Der heute noch unsere Webseiten, beide Webseiten ziert. Ja, richtig. Definitiv. Und dann noch aus der Sportwagensparte war es ein AMG SLS GT Final Edition, den ich auf dem Sachsenring so lange prügeln durfte, bis die Keramikbremse geraucht hat. Und dieses Erlebnis, vor allem, dass es nicht meiner war, hat sich eingebrannt. Ah, schönes Erlebnis, super. Christian, vielen Dank, dass ich mit dir so offen sprechen konnte, weil das sind ja teilweise Themen, Insolvenz, elterlicher Betrieb.

20:28 Das sind nicht so Themen, mit denen manche hausieren gehen. Jetzt hast du natürlich wirklich einen Weg darüber gemacht und bist erfolgreich und kannst da auch entspannt darüber sprechen. Das war mir echt ein Anliegen, da mal so ein bisschen reinzuhören, weil das eine interessante Story ist. Vielen lieben Dank, Christian. Und damit sind wir durch mit dem Podcast für heute. Ich danke euch fürs Zuhören und sage bis bald. Danke, Christian. Und bis bald. Sehr gerne. Bis bald. Ciao. Ciao. Ciao.