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Benzingespräche · Folge 194 · · 46 Min

Maik Kynast, Bereichsleiter Vertrieb Mobilität der Openbank

Cover des Podcasts Benzingespräche
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Worum es geht

In dieser Folge spreche ich mit Maik Kynast, Bereichsleiter Vertrieb Mobilität der Openbank, über die dramatischen Veränderungen im deutschen Autohandel. Wir blicken zurück auf sechs bewegte Jahre, diskutieren die Professionalisierung im Gebrauchtwagenhandel, den Siegeszug der Elektromobilität und die Herausforderungen sinkender Margen. Gemeinsam tauchen wir in die Zukunft ein: Welche Rolle spielen neue Plattformen, wie verändert Künstliche Intelligenz den Handel und was bedeutet der Markenwechsel zu Openbank für Händler und Kunden? Ob China-Marken, Prozessoptimierung oder der Werkstatt-Roboter – wir beleuchten, was jetzt zählt und was morgen wichtig wird. Einschalten lohnt sich!

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00:00 Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content Creator und freier Automarketingberater. Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Und ja, wenn ich sage, es ist bei mir so weit, dann kann man mit vielem rechnen. Aber heute haben wir mal wieder einen Banker im Talk. Herzlich willkommen, Mike Kynast, Bereichsleiter Mobilität oder Bereichsleiter Vertrieb Mobilität der OpenBank.

01:06 Hallo Mike. Hallo Tim. Herzlich willkommen auch von meiner Seite. Da kann ich dir gleich die Geschichte zum Thema Banker erzählen. Mein früherer Chef, der hat einen Wert darauf gelegt, dass er nicht Banker ist. Das war zu einer Zeit, da ging es um diese ganze Lehman-Pleite und so weiter. Sondern er hat ausdrücklich gesagt, er ist Bankier und er möchte doch bitte diese Unterscheidung gewürdigt wissen. Ich lehne mich jetzt hier mal virtuell entspannt zurück und sage, ich kann damit leben. Ich fühle mich sowieso eher als Autoguy und nicht als Banker. Sehr geil. Also bei Bankier bin ich sofort. Bei Privatier hat ja auch was. Ja, genau. Hat alles mit Geld zu tun. Da müssen wir beide aber noch ein bisschen dran arbeiten. Ja, müssen wir ein bisschen schrauben. Genau. Ich habe, ich war ganz hinterher, dich endlich mal in den Podcast zu bekommen und habe noch alle Hebel in Bewegung gesetzt, das jetzt im Sommer hier hinzukriegen. Und dann bereite ich so vor und gucke so durch meine Benzingespräche, Memoiren und sehe, Mai 2020, da hatten wir schon mal das Vergnügen. Wie geil.

02:19 Jetzt habe ich schon zwei Türen zugemacht und es kommt trotzdem noch jemand rein. Ja, mein Gott. So ist das. Ja, da warst du schon mal da. Also ich musste wirklich schmunzeln, weil ich habe das wirklich so als, hey, du musst doch endlich mal in meinen Podcast kommen. Und dabei hatten wir schon eigentlich schon sogar zwei Talks. Ich habe jetzt den letztes Jahr, nee, vorletztes Jahr, den China-Talk gar nicht mitgezählt. Genau, das war schon wieder letztes Jahr. Letztes Jahr. Mein Gott, die Zeit, die rennt. Also mein Zeitgefühl, wie ihr alle merkt, ist bescheiden. Aber das letztes Jahr war ja ein Talk, da waren wir gemeinsam mit der Sylvie Gerl in China und da haben wir ja China besprochen. Und heute habe ich das so als Anlass genommen, nochmal so mit dir über dich zu sprechen und die letzten Jahre, weil in den letzten sechs Jahren ist ja mal wieder eine Menge passiert. Wir waren zum Beispiel in China, ne?

03:18 Zum Beispiel, aber nicht nur. Nicht nur, ganz genau. Bevor wir da ein bisschen näher einsteigen, da machen wir doch erst mal den Blick in den Rückspiegel, wie bei jeder guten Fahrschule, bevor es losgeht. Dein Werdegang. Du bist ein 72er Baujahr, bist verheiratet, du hast drei Kinder, in Klammern, wo einer der Söhne in der Handball-Bundesliga spielt und sein erstes Tor geworfen hat. Ist das richtig? Genau. Also ich habe ja nur einen Sohn, aber der eine hat tatsächlich sein erstes Bundesliga-Spiel mit 17 absolviert und hat dann auch sein Tor gemacht, was natürlich beeindruckend ist an der Stelle. Aber der Vorteil ist, ich bin ja, sagen wir mal, tatsächlich sehr handballaffin. Meine Tochter, also eine meiner Töchter spielt oder beide spielen auch Handball und die größere von beiden, wach ich mal bei Zwillingen so sagen kann, spielt halt auch in der ersten Bundesliga und schießt halt regelmäßig Tore und die zweite hat sich mehr auf ihr Studium konzentriert. Die spielt dann halt nur vierte Liga, also nur vierte Liga.

04:21 Aber das ist schon, sagen wir mal, eine vergleichsweise gute Profi-Quote im Handballbereich. Wow, das ist echt cool. Also ich habe das so mitgekriegt und dachte auch, wow, ich habe früher auch Handball gespielt, deswegen echt toll. Komm mal wieder zurück zu uns oder zu dir. Du lebst bei Stuttgart und du bist gebürtig aus Riesa in Sachsen. Du hast ursprünglich Kfz-Mechaniker gelernt, bist dann aber gewechselt quasi rüber zu einer Bankkaufmann- Lehre bei der Deutschen Bank und hast dann aber auch noch den Automobilverkäufer im elterlichen Autohaus gelernt. Bist dann aber wieder Richtung Bank abgebogen zur SG-Bank bei der Schwabengarage. Ist das richtig formuliert?

05:06 Ja, das war ja damals die Importeursbank für Hyundai und nachdem sowohl der Importeur zur Schwabengarage gehörte, als auch die Bank, war das natürlich Sinn gemacht. Deswegen auch SG für Schwabengarage, weil das quasi die Obergesellschaft war, beziehungsweise die SG Holding, damals ja noch als börsennotiertes Unternehmen. Das war übrigens einer der ersten Autohändler oder der erste Autohändler in Europa, der börsennotiert gewesen ist. Hm, spannende Zeiten auf jeden Fall. Da müssen andere noch hinkommen. Und wo das dann von der Freigruppe übernommen wurde, wurde damals die SG Holding von der Börse genommen. Ah, okay. Okay, das hast du eine Zeit lang gemacht und dies und das und bist letztendlich seit 2015 bei der Open Bank und da auch als Preisleiter Vertrieb Mobilität.

05:58 Genau. In dem Rückspiegel, da würde ich jetzt gerne jetzt nicht deinen kompletten Werdegang beleuchten, weil das haben wir schon mal getan, sondern ich würde mal so ein bisschen auf die letzten sechs Jahre so den Fokus legen. Ja, was was denn da so aus deiner Sicht oder auch aus Sicht der Santander in Zukunft ja Open Bank, aber dazu kommen wir ja auch noch in dem Talk. So mit Blick auf den deutschen Autohandel, wie hat sich denn der deutsche Autohandel in den letzten sechs Jahren so geschlagen und wie hast du das so erlebt persönlich? Ja, also vielleicht wir brauchen jetzt gar nicht großartig über Corona sprechen, da kann sich jeder noch dunkel dran erinnern, aber es gibt einfach so zwei, drei Sachen, die man manchmal vielleicht so aus den Augen verliert, über welche Dimensionen wir sprechen.

06:50 Die erste Dimension ist, vor Corona haben wir darüber gesprochen, dass Deutschland in der Regel so 3,3, 3,4 Millionen Neuwagen Zulassungen hat plus nochmal 7,2, 7,3 Millionen Gebrauchtwagen Besitzumschreibungen. Das heißt, wir haben faktisch über 10,X Millionen Fahrzeugtransaktionen pro Jahr gesprochen. So, wenn du jetzt mal die aktuellen Zahlen nimmst, dann kommst du halt irgendwie auf 2,7 Millionen, 2,8 Millionen Neuwagen Zulassungen und du kommst auf 6,5 Millionen Gebrauchtwagen Besitzumschreibungen. Das heißt, wir reden jetzt nicht mehr über 10,5 Pi mal Daumen, sondern wir reden halt in Summe über 8, irgendwas knappe 9 Millionen Euro.

07:37 So, und das hat natürlich erstmal wesentliche Auswirkungen auf alles, was danach kommt. Da können wir dann auch über Chip und Halbleiter und Themen sprechen. Das ist aber jetzt erstmal aus meiner Perspektive egal, weil die Grundlage dessen, was eigentlich ein Autohändler machen kann, hat sich mal eben in der Zeit um 1,x Millionen Fahrzeuge verringert. Und das sind, wenn man das jetzt mal ganz gepflegt betrachte, über 10 Prozent weniger, die wir an Fahrzeugen vermarkten in Deutschland, als wir das noch vor sieben Jahren gemacht haben oder vor sechs Jahren gemacht haben. Und das ist schon mal eine relativ wichtige Aussage, weil hinter diesen Fahrzeugen steckt ja eine ganze Menge.

08:20 Der zweite große Punkt, den wir in dem Kontext haben, ist, dass ja dann auch die Struktur dieser Fahrzeuge sich dramatisch verändert hat. Wenn man jetzt mal drei, vier, fünf Jahre zurückdenkt, da war der Anteil an Elektrofahrzeugen relativ gering und viele Händler waren noch so, das wird sich sowieso nicht durchsetzen, das ist alles nicht meins und wenn überhaupt, wir haben ja hier fast 50 Millionen Autos, die auf den deutschen Straßen unterwegs sind, die alle noch Benziner sind. Das heißt, meine Existenzgrundlage bleibt noch 40 Jahre bestehen. Wenn man jetzt mal sich die aktuellen Zahlen anguckt, dann sprechen wir halt mittlerweile darüber, dass die elektrischen oder die elektrifizierten Fahrzeuge mittlerweile deutlich das Thema Benziner und Diesel überholt haben hier in Deutschland.

09:09 Und jetzt drängen natürlich die ersten Fahrzeuge auf den Gebrauchtwagenmarkt zurück und zwar mit Macht und jetzt kann man zwar sagen, ja wir haben noch 50 Millionen Gebrauchtwagen in Deutschland oder Fahrzeugbestand in Deutschland, aber man muss fairerweise sagen, die tauchen ja nicht im Neu- oder Jungwagenhandel auf, sondern ein Großteil der Fahrzeuge, die da bestehen, sind halt Privattransaktionen, sondern ich aus der Händlerperspektive habe halt jetzt auch im Gebrauchtwagenbereich plötzlich Elektrofahrzeuge, um die ich mich kümmern muss, die ich entweder in Zahlung nehmen muss oder die ich halt verkaufen muss, weil Kunden das entsprechend fordern. Das ist so die zweite große Dimension und die dritte Dimension ist einfach diese Veränderungen in der Händlerstruktur.

09:58 Wir sehen, jetzt spricht ja jeder über dieses ganze Thema Zusammenschlüsse von Händlern und da sprechen da aber halt immer über Markenhändler, die immer größer werden. Aber keiner spricht über das, was eigentlich bei den Gebrauchtwagenhändlern passiert. Diese Gebrauchtwagenhändler haben sich in den letzten Jahren massiv professionalisiert und ich mache das aus meiner Perspektive mal ganz einfach an unseren Top 100 Händlern fest. Als ich angefangen habe, waren diese Top 100 Händler zu 95 Prozent Markenhändler. Die haben halt irgendwelche Marken verkauft, hatten in der Regel ein Sammelsurium von Marken und mittlerweile haben wir gute 50 Prozent, ich spreche jetzt mal aus der Non-Captive-Perspektive, Gebrauchtwagenhändler, die sich exklusiv auf das Thema Gebrauchtwagen konzentrieren und das wirklich super professionell betreiben, die da wirklich eigene Aufbereitungszentren haben, die hochprofessionell geführt werden, wo wirklich die ganzen Prozesse super strukturiert sind.

11:08 Und so weiter und die damit plötzlich auch in diversen Dimensionen in den Wettbewerb zum Markenhandel gehen, weil ich dann eben wirklich bei diesen Händlern junge Gebrauchtwagen auf einem Qualitätsniveau kaufen kann, das ist wirklich fast Neuwagen-like, nur dass der Preis halt ein anderer ist. Und das sind so drei wesentliche Veränderungen, die wir im Markt schon gesehen haben und wo wir halt wirklich auch sagen müssen, das ist auch aus der Händler-Perspektive schon eine dramatische Veränderung in diesen Dimensionen, weniger Umsatz, komplett neue Struktur der Fahrzeuge und die Händlerstruktur und damit der Wettbewerb, in dem ich mich bewege, hat sich dramatisch verändert und hat sich deutlich professionalisiert. Ja, mir ging gerade so, wo du die Zahlen genannt hast, wie das in dem Fahrzeugbestand, Besitzumschreibung und Verkäufe, Neuwagen so durchgegangen ist.

12:03 Jetzt hast du noch schön die Brücke zu dem Gebrauchtwagen-Handel, der sich professionalisiert hat, gespannt. Wir haben aber auch die ein oder andere Plattform, die ja wirklich Gebrauchtwagen ja aufsaugt quasi und selber dann wieder veräußert. Da sprechen wir auch relativ selten drüber, das sind ja im Jahr inzwischen auch viele, viele, viele Fahrzeuge, die ja quasi im Gebrauchtwagen-Handel wieder nicht mehr so unbedingt ankommen. Das ist ja schon enorm. Wobei, aus meiner Perspektive sind das ja auch Gebrauchtwagen-Händler und das sind genau die, wenn wir über diese Professionalisierung vom Handel sprechen. Ich habe das halt vorhin mit dem Thema Aufbereitungszentren mal am Beispiel eines POS-Händlers im Hinterkopf gehabt.

12:49 Aber genau das Gleiche kannst du ja auch für eine Online-Plattform nehmen und sagen, die haben ihre Ankaufsprozesse optimiert, haben die Aufbereitungs- und Vermarktungsprozesse aber auch optimiert und sowohl was die Vermarktung an Wiederverkäufer anbelangt, als auch die Vermarktung an Endkunden. Und das ist zum Beispiel auch eine Unterscheidung, wenn man jetzt mal zurückdenkt, ohne jetzt irgendwie Werbung zu machen. Es gab ja dieses B2B-Handling, ich kaufe Fahrzeuge an, verkaufe die weiter. gab es ja vorher schon. Es ist ja halt Auktionenmarkt, BCA und wie sie alle heißen. Die hatten aber alle keinen Fokus auf das Endkundengeschäft. Und das ist jetzt halt mit Auto1 oder BKDA, je nachdem, die laufen ja jetzt marketingtechnisch eher unter Auto1, haben die sich da halt auch professionalisiert, haben aus diesem ursprünglichen Konzept Ankauf und Weiterverkauf und Weiterverkauf in B2B jetzt eben die Erweiterung vorgenommen in Richtung direkt zu Endkunden, also B2C klassisch.

13:46 Aber das ist eben diese Professionalisierung und damit muss ich eben als normaler POS-Händler auch umgehen können, dass sie eben diese ganzen Themen Online, Offline, Vermarktung von Fahrzeugen und Ankauf von Fahrzeugen deutlich verändert haben. Das ist mein neuer Wettbewerb. Ja, ich bin ja auch schon ein paar Jahre jetzt in der Branche unterwegs, natürlich jetzt nicht aus so einer ich sag mal Bankensicht oder strategischen Finanzsicht, sondern so ein bisschen als Marktteilnehmer, Marketing und Co. Und da habe ich vor etlichen Jahren echt gedacht, dass der freie Handel oder Gebrauchtwagenhandel es viel, viel schwerer haben wird in Zukunft, weil die sind nicht so groß, die sind nicht so professionell aufgestellt, ganz viele, ganz viele Dinge und dann ist es ja auch gekommen, dass solche Plattformen und solche Player da auf den Markt gekommen sind und da auch Volumen aus dem Markt aufgesogen haben und dann ja auch etliche Markenhändler ja, ich sag jetzt mal böse wach geworden sind und erkannt haben, Mensch, die Neuwagen, die sind ja ganz toll, die Marge, bescheiden, Gebrauchtwagen ist ja der Burner.

14:58 Also, dass die da so in so eine Zange kommen und das, was ich aber auch sehe, das deckt sich auch ein bisschen mit dem, was du gesagt hast, so in den letzten Jahren merkt man, dass im freien Handel, es gibt immer noch den freien Handel, der sich nicht wirklich bewegt, aber es gibt eine ganz große Bewegung im freien Handel, die sich gerade, ich will da beinahe freischwimmen sagen, die wissen, was die können und die achten sehr genau, was die tun und das ist eigentlich eine ganz geile Nische. Ich glaube, das Hauptthema, worauf man achten muss, ist, diese typischen Gebrauchtwagenhändler, die laufen eher unterm Radar. Damit beschäftigt sich eigentlich keiner. Also, ich sage jetzt mal, aus der Perspektive von einem Markenhändler, die beschäftigen sich halt mit ihren Konkurrenzfabrikaten, also der Mercedes-Händler, was macht der BMW-Händler, was macht der Audi-Händler oder mit anderen Markenhändlern.

15:52 Und viele von den Gebrauchtwagenhändlern laufen halt unterm Radar, die machen halt erst mal die Dinge fertig und die tauchen dann plötzlich aus der Versenkung auf und jeder sagt dann so, ups, wo kommen die jetzt eigentlich her? Das ist halt total verrückt und das beste Beispiel, den hattest du ja gerade auch im Podcast, ist Hakan Göksu zum Beispiel gewesen, wo du dann sagst, wer kennt den überhaupt, wo taucht der auf, was macht der, jetzt übernimmt der plötzlich die alte Mercedes-Benz-Niederlassung da in Remscheid und hat die total cool aufgebaut und macht einen grandiosen Job da, wo man wirklich davor sitzt und einfach den Hut ziehen muss. Und so kannst du in jedem Teil der Republik kannst du dir eins, zwei, drei, fünf Händler raussuchen und sagen, oh, wo kommen die jetzt eigentlich her?

16:38 Und wenn du jetzt mittlerweile so Panel-Diskussionen siehst, egal in welchem Umfeld, hast du immer mehr dieser Gebrauchtwagenhändler unterwegs. Ich hatte jetzt auch gerade dieses Thema mit Mike Ritter, auch ein Gebrauchtwagenhändler, der gerade auch bei mobile.de auf so einem Gebrauchtwagenpanel in so einem Forum war, der halt dieses ganze System für sich mit KI optimiert hat und dort total cool ist und mit, sagen wir mal, eigentlich ganz wenig Aufwand von außen betrachtet eigentlich super Ergebnisse erzielt und im Prinzip dieses mobile DE-System mit KI für sich perfektioniert hat. Und das sind so Dinge, da gucken dann manchmal so diese, sagen wir mal, Markenhändler, vielleicht auch aus der Abhängigkeit ihrer Hersteller noch so, und sagen, oh, was passiert da eigentlich?

17:26 Und das ist diese unglaubliche Professionalisierung.

17:33 Du bist unzufrieden mit deinen Marketing-Ergebnissen. Jetzt mal aufgepasst. Ihr kennt mich als euren Podcast-Host und Experten für die deutsche Autobranche. Aber wusstet ihr auch, dass mein eigentliches Business die Tim-Klötzing Marketing-Beratung ist? Im Grunde mache ich den Job schon seit über 20 Jahren. Ich unterstütze Autohäuser und Dienstleister rund um den Autohandel mit meiner Marketing-Erfahrung in der Autobranche. Was mache ich da genau? Ich berate meine Kunden von der Pulsionierung, Strategie, Marketingplanung, Agentursteuerung, Lead-Optimierung, Online-Marketing und so weiter und so fort. Kann man sich auch ein bisschen wie einen externen Marketingleiter, externen CMO vorstellen. Das Beste dabei, mein Wissen und Leidenschaft für Automotive-Marketing kann man buchen.

18:22 Also, wer Bock hat, sein Marketing zu verbessern und mehr Umsatz zu machen und das mit einem Partner, der die Branche genau kennt und sich genauso reinkniert wie du, schau mal auf meiner Website vorbei. www.tim-klötzing.de Wir sagen ja immer gern kein Jahr ohne Krise im Autohandel und dann sagst du, glaube ich, immer ganz gerne, dass das New Normal, ich glaube, so habe ich dich im Ohr. Am Ende bin ich da ja ganz einfach gestrickt. Meine Leute kennen das ja von mir. Wenn das alles einfach wäre, bräuchte man uns ja als Profis gar nicht. Dann könnte das ja jeder. Und unterm Strich muss man ja sagen, wenn halt das New Normal halt 9,5 Millionen Autos in Deutschland sind, Neuwagen und Gebrauchtwagen, dann kann man jetzt lange darum lamentieren, dass 10,5 schon besser werden.

19:18 Ist auch völlig richtig. Nur, wenn es halt keine 10,5 gibt, bringt das halt alles nichts. Sondern da muss man einfach gucken, sagen, dann mache ich halt aus den 9,5 Millionen und das Beste draus. Wie, also mit diesem, ich sage mal, mit diesem neuen Normal, dass man da immer irgendwas um die Ohren hat, was man irgendwie vielleicht vorher noch nicht so richtig hat kommen sehen. Das macht ja was mit Unternehmen, aber vor allem auch mit den Menschen. Und du trägst ja auch bei euch eine große Verantwortung. Ich weiß aber, dass du auch immer sehr auf den Handel und die Händler so schaust. Wie gehst du mit immer neuen Herausforderungen beziehungsweise sagen wir auch mal Chancen um? Was sind denn da so deine, was ist deine Herangehensweise?

20:05 Was sind denn deine Werte und was treibt dich an? Ja, also, vielleicht erst mal grundsätzlich. Ich bin für mich gesehen einfach ein Typ, der sehr lernbegierig, also sehr lernwillig auch ist. Ja, und das sind die Dinge, deswegen sind mir auch die Gespräche mit den Händlern so wichtig, weil die halt häufig Wissen haben, was ich vielleicht noch nicht habe. oder umgekehrt. Das heißt, also dieser Wissenstransfer ist super wichtig. Das zweite Thema ist aber, aus den Fragestellungen der Händler und aus den Anforderungen der Händler und aus den Ideen der Händler ergeben sich ja für uns auch Marktchancen. Und je näher wir am Handel dran sind, umso schneller, umso früher, umso eher können wir diese Marktchancen auch erkennen.

20:51 und das ist eigentlich immer das, was mir super viel Spaß macht, aus den Gesprächen dann zu überlegen und sagen, was bedeutet das eigentlich aus der Handel? Wie können wir damit den Handel erfolgreicher machen, wenn wir eine Lösung haben, die wir eben nicht nur bei Händler 1 verwenden können, sondern auch perspektivisch bei 2, 3, 4 und 5. Und das macht uns das jetzt auch als Bank am Ende halt aus, dass wir eigentlich immer versuchen, auf diese Marktthemen zu hören und darauf eigentlich unser Verhalten, unsere Produktentwicklung und so weiter auszurichten, weil das die Basis für den Erfolg der Zukunft ist. Bei den meisten Unternehmen ist es ja nicht so, dass du sagst, wenn ich halt Dinge am grünen Tisch entwickle, wären das so super grandiose Dinge, sondern diese grünen Tischdinge, die sind für mich immer so sehr weit vom echten Leben entfernt.

21:42 Da hat man mal so Once-in-a-Lifetime-Themen wie bei Apple mit einem iPhone, da haben die vorher auch nicht die Kunden befragt, ob das cool wäre, sondern haben das entwickelt. Aber das funktioniert halt in so einem Umfeld, wie wir uns bewegen mit Ratenkrediten, halt total schlecht. Da muss man schon darauf hören, wie funktioniert das, wie können wir eigentlich das hier jetzt und heute des Kunden gut abbilden und adaptieren, wo entwickelt sich das halt hin im Laufe der nächsten ein, zwei, drei Jahre und was sind die Top-Themen des Handels. Ist denn so ein, wenn du so im engen Austausch mit dem Handel stehst, bist du, also wie eng stehst du mit dem Handel in Kontakt? Bist du so im Alltag jeden Tag irgendwie mit dem Handel irgendwie im Austausch oder unterwegs im Handel oder das weniger oder wie muss ich mir das vorstellen oder wie können wir uns das vorstellen?

22:34 Also ich habe natürlich jetzt schon das Privileg, dass ich mittlerweile seit 30 Jahren im Handel unterwegs bin. Ich fühle mich gar nicht so alt, wie ich sein muss. Das ist ja die Dramatik in der Situation. Und dadurch kenne ich natürlich auch relativ viele Menschen. Also mich hat jetzt witzigerweise diese Woche gerade ein Händler angerufen aus Stralsund, der hat meine Telefonnummer von vor 20 Jahren noch, weil ich damals ihn im Außendienst betreut habe. Und er hatte jetzt einfach ein Thema, wo er gesagt hat, er muss jetzt einfach mal mit jemandem sprechen und mal eine Frage stellen. Und da fiel ihm halt niemand ein als ich. Und dann hat er nach 20 Jahren die Telefonnummer von damals gewählt und ich bin rangegangen. Und das sind so Dinge, die sind halt unbezahlbar. So was, das muss man ganz klar sagen.

23:21 Und ich versuche halt auch diese Kontakte möglichst regelmäßig beizubehalten. Also sowohl, also ich versuche in der Regel immer so ein, zwei Tage pro Woche für Händlertermine zu reservieren. Das gelingt mir mal mehr oder mal weniger gut, das muss man ja auch ganz klar sagen. Aber ansonsten wirklich auch mit Händlern zu telefonieren, mal zu fragen, was sind eure aktuellen Themen? Auch wenn wir, sagen wir mal, Ideen haben, wo du sagst, was hältst du eigentlich davon? Macht das für dich Sinn? Macht das aus deiner Perspektive als Händler keinen Sinn? Das ist schon für mich so ein bisschen Tatenwerk. Okay, wir begleiten jetzt gleich mal langsam aus dem Rückspiegel Richtung Fernlicht, weil ich leite mal so über mit dem Stichwort, das fiel vorhin schon, Open Bank.

24:06 Und da, wie ist denn gerade so die Quote von Händlern, die dich ansprechen und fragen, sag mal Mike, was ist denn das mit Open Bank? vielleicht erst mal ganz kurz, als das bekannt wurde Anfang des Jahres, habe ich unsere Top 20 Händler persönlich angerufen und habe ihnen gesagt, übrigens, da kommt gleich eine Pressemitteilung raus, da wird drinstehen, Santander wird zu Open Bank. Und dann war natürlich auch für mich die spannende Frage, was passiert? Und dann bist du da am Telefon und dann sagst, erklär mir mal ganz kurz, was so der Hintergrund aus eurer Perspektive ist. Okay, habe ich jetzt mitgenommen, ob ich das jetzt gut finde oder nicht, spielt jetzt erst mal keine Rolle. Ich habe zwei Fragen. Die erste Frage ist, ändern sich die Prozesse?

24:52 Nee, eigentlich nicht geplant. Ändern sich die Menschen? Nee, eigentlich nicht geplant. Okay, alles klar, danke, reicht mir. Pragmatisch. Pragmatisch. Und dann waren halt auch Händler dabei, die gesagt haben, Mensch, das, ja, also ich habe den Übergang mitgemacht. Ihr habt ja früher mal AKB geheißen, dann wurde das mal kurz umbenannt in CC Bank, dann hieß das jetzt Santander, da war der ja relativ lange mit fast 20 Jahren, oder mit fast 20 Jahren als Santander unterwegs. Von daher kann das jetzt auch wieder umbenannt werden. Hauptsache, ich weiß, mit wem ich das zu tun habe und die Menschen ändern sich nicht. Ja, und das ist halt einfach der Punkt, der da super wichtig gewesen ist. Hm. Aber erklär doch mal so ein bisschen die Zusammenhänge rund um Santander mit der Open Bank.

25:40 Open Bank oder Open Bank? Ich weiß es jetzt gar nicht genau. Das ist relativ einfach. Solange du dich in Deutschland bewegst, heißt das Open Bank. Okay, das ist bei der Santander aber anders. Bei Santander heißt das immer Santander, egal wo du bist. und sobald du aber im Ausland bist, wo Open Bank auch unterwegs ist, da heißt es dann halt englisch Open Bank. Okay. Aber hier in Deutschland haben wir uns das einfach gemacht, Open Bank. Okay, dann erklär uns doch mal Open Bank, warum das jetzt kommt. Genau, also, vielleicht geht man ganz kurz mal zurück. Wie gesagt, wir sind hier in Deutschland seit knapp, wir sind sogar schon über 20 Jahre Santander und es wurden vor geraumer Zeit einfach eine sogenannte Neobank installiert innerhalb der Santander-Gruppe und diese Neobank wurde als Open Bank bezeichnet und gegründet und man hat sich dann darauf konzentriert, so klassisch wie eine N26, wie eine Revolut Bank, wirklich so diese Basis-Finanzdienstleistungen anzubieten und das Ganze relativ fancy.

26:48 Das heißt, wir haben über Girokonten gesprochen, über Kreditkappen, über Tagesgelder und vielleicht auch noch über Ratenkredite. Das ist so das Kernproduktportfolio. So, und jetzt hat man im Prinzip in der Weiterentwicklung der normalen, sagen wir mal, Filialbanken, des normalen Standards, aber halt auch erlebt, die Kunden akzeptieren halt immer weniger die Filialen, die gehen einfach nicht mehr hin, sondern die wollen das halt auch online haben. Das heißt, wir waren auch aus der Santander-Perspektive gezwungen, halt immer digitaler zu werden, immer stärker auf das Online-Thema zu gehen, immer besser auch bei der App zu werden. So, und dann kommst du jetzt 20 Jahre später zu dem Punkt, wo du sagst, na, jetzt habe ich halt eine Santander, die hat alles digital, die hat ihr Girokonto, die hat ihr Ratenkredit, Kreditkarte, Tagesgeld, alles super digital und die hat eine Filiale.

27:35 Und dann hast du eine Open Bank, die hat genau das gleiche Produktportfolio wie eine Santander, aber Open ohne Filiale. Und dann muss man sich natürlich die Frage stellen, wenn ich mich um exakt die gleichen Kunden kümmere, wofür brauche ich da eigentlich zwei Markennamen? Gerade du als Marketingmann müsstest das ja am besten kennen. Und dann muss man sich natürlich irgendwann die Frage stellen und sagen, alles klar, es macht halt Sinn, diese beiden Einheiten zu verschmelzen, damit ich mich nur noch aus einer Perspektive um den Kunden kümmere, weil es einfach Sinn macht. So, und dann kommt natürlich die logische Frage, wie nenne ich das Ganze dann? So, und dann stellen wir halt natürlich fest, dass dieser Markenname Open Bank bei den jüngeren Kunden, bei den Kunden, die wirklich in diesem digitalen Umfeld unterwegs gewesen sind, schon relativ bekannt war.

28:27 Wir hatten Open Bank schon in Europa platziert, die waren in den USA unterwegs, in Mexiko unterwegs, etc. Und da war natürlich dann der Punkt, wo man gesagt hat, gerade wenn ich diese Kunden, diese jungen Kunden erreichen will, macht es halt mehr Sinn, die über so einen Markennamen zu erreichen, als beispielsweise über Santander, was ja immer noch mit dem klassischen Banking in Verbindung gebracht wird. Deswegen die Entscheidung. Aus der deutschen Perspektive gibt es noch eine zweite Thematik. Wir sind natürlich als Santander Consumer Finance Gruppe sehr stark auch als Captive Bank unterwegs in den einzelnen Ländern. Das heißt, wir sind da als Volvo Finance, Mazda Finance, Mitsubishi Finance und wie sie alle heißen, unterwegs. Und dann steht im Kleingedruckten was von Santander, aber der Kunde in seiner Markenwahrnehmung erlebt halt eine Volvo Finance.

29:18 Und nur in Deutschland haben wir einen sehr starken Gebrauchtwagen-Part, einen sehr starken Non-Captive-Part, der unter Santander läuft. Und dann kommt natürlich der Punkt, dass man sagt, okay, wenn das der einzige Part ist, für den sich das relevant ändert, dann ist natürlich logischerweise Open Bank die Entscheidung, weil so eine Volvo Finance läuft halt anschließend auch weiterhin unter Volvo Finance, nur nicht halt powered by Santander, sondern powered by Open Bank. Deswegen strategisch kann man den Schritt komplett verstehen. Okay, ja, ja, es ist dennoch so, es kommt halt. Und wenn man Santander halt schon so lange kennt und das so eine starke Marke auch ist, die ja, ich sage mal ja, in unserer Branche ja eigentlich omnipräsent ist, jeder kennt sie und ein ganz großer Player ist, dann wundert man sich ja schon so ein bisschen erstmal.

30:04 Aber ich kann dir versprechen, wir wollen und werden auch als Open Bank ein starker Player im Markt. Ja, ich gehe da ganz stark von aus. Wie ist denn da die Roadmap und wann wird das denn, ich sage mal, konkret für den Outdoor-Handeln und den Endkunden, also irgendwas wird sich ja tun, oder? Ja, genau. Also formal heißen wir offiziell ja schon Open Bank Deutschland AG. Marketing-technisch geht das Ende September, am 28. September los, dass dieser Markenname wirklich auch nach außen getragen wird und dann entsprechend in die Kommunikation geht, wo die Kunden dann unser neues Layout, das neue Design, alles sehen und kennenlernen. Und das natürlich auch bekleidet wird. Freue ich mich schon drauf.

30:50 Wird bestimmt coole Geschichte. Alles klar. Da wir eben im Fernlichter sind, da müssen wir doch mal so ein bisschen von dir quasi die Lottozahlen wissen. Was denkst du, wie geht das denn so mit dem mit dem Autohandel in Deutschland weiter? Wie werden denn da die neuen Herausforderungen und ja leider sinkenden Margen gemeistert? Ja, also ich formuliere das jetzt mal so, aus der Erfahrung heraus ist Größe allein kein Indiz für hohe Margen oder für hohe Gewinne. Das muss man schon mal ganz klar sagen. Sondern hier geht es wirklich halt darum, wer hat seine Prozesse im Griff, wer hat seine Kundenprozesse, im Griff, sein Einkauf, wie funktioniert der und wer hat möglichst viele unterschiedliche Bausteine, an denen er Geld verdienen kann.

31:41 Ja, weil es wird nicht mehr so diesen, ich meine in der Vergangenheit ging es ja immer um diese Diskussion, der Ertrag liegt in der Werkstatt. Ja, okay, jetzt kommen aber die ganzen Elektroautos in die Werkstatt, da gibt es kein Öl mehr, ich brauche nicht mehr so viel Bremsflüssigkeit und und und, weil das alles nur noch bei Wire ist. Egal ob Bremsen, Lenken, Gas geben, wird ja nur noch per Kabel gemacht, wo du auch keine Flüssigkeiten benötigst. So, das heißt also, irgendwie scheint das Thema Werkstatt nicht mehr dieses alleinige Entscheidungskriterium zu sein. Sondern hast du noch das Thema, ja Gebrauchtwagen kannst du noch verdienen, aber das ist genau dieser Punkt, es ist nicht mehr the one and only, sondern du brauchst Werkstatt, du brauchst Finanzdienstleistungen, du brauchst Gebrauchtwagen, du brauchst vielleicht auch, wenn du Markenhändler bist, das Thema Neuwagen.

32:30 Man muss aber auch überlegen und sagen, wenn ich eben heute sehe, wie viele Fahrzeuge über Autoabo weggehen, vielleicht macht es halt auch für mich Sinn, sowas mit zu integrieren, um zum Beispiel auch junge Fahrzeuge zu produzieren, etc. Wie kann ich solche Dinge leben? Wie gehe ich mit Mobilitätsdienstleistungen um? Wie professionell stelle ich mich beim Thema Batteriecheck auf? bin ich der in meiner Region, der in der Lage ist, diese ganzen Batteriechecks und Batteriereparaturen durchzuführen? Früher war das klar, da gab es halt die Mechaniker, die konnten Motoren reparieren. Bei so einem Elektromotor, was willst du da reparieren? Das Hauptthema für Reparaturen wird halt die Batterie sein, wo dann entsprechende Zellen auszutauschen sind. Wer kann das? Wer hat das Know-how? Und am Ende werden doch die Kunden, die sind ja heute alle so, so eine Batterie kostet 20.000 Euro, wenn die getauscht wird.

33:21 Wenn du denen dann sagst, ja, aber wenn die Batterie, wenn da bloß ein paar Zellen getauscht werden, kostet sich das halt 2.000 Euro. Das ist nicht teurer wie eine Motorreparatur. Was, so billig geht das? Wer kann das? Und wenn man dann sagen könnte, ja, da hat sich in deiner Region, hat sich der spezialisiert drauf, der ist total cool, der kann das alles, der weiß, das hat schon was. Und die Fahrzeuge drängen ja auf den Markt. Und das sind halt, sagen wir, in erster Linie keine Autos, wo die Kunden mal ad hoc zu ATU und Co. gehen. Oder zu Pitstop. Ne, ja, klar. Machen dir manche Entwicklungen, die man gerade so sieht, Sorgen? Oder, man kann das ja immer, man kann ja immer Problematiken oder Sorgen haben oder Chancen sehen, das ist ja immer sehr relativ.

34:10 Aber gibt es irgendwas, wo du sagst so, boah, da müssen wir ein bisschen darauf achten? Ja, also, vielleicht aus meiner Perspektive und jetzt kommt wieder so diese Bankerbrille, wird halt das Thema Management des Fahrzeugbestandes noch deutlich wichtiger werden. Wir werden aus unserer Perspektive in den nächsten Jahren keine sinkenden Zinssätze sehen, sondern das wird tendenziell eher ein Tick teurer werden. Ja, wie viel steht halt in den Sternen. Aber das wird halt teurer werden, das ist das eine. Das zweite Thema ist und das ist das, was wir jetzt gerade bei den chinesischen Herstellern sehen. Diese Produktzyklen werden deutlich kürzer. Die sind halt deutlich schneller in der Lage, wenn sie erkennen, der Kunde akzeptiert Feature 1 und 3 nicht, das Thema zu ändern und ein neues Auto zu bauen.

35:00 Und das führt natürlich auch dazu, dass sich das Gebrauchtwagenpreise deutlich, also eigentlich sowohl Neuwagen als auch Gebrauchtwagenpreise deutlich volatiler werden. Und das ist natürlich dann ein Punkt, wo ich sage, wenn meine Gebrauchtwagenbestände im Preis volatiler werden und gleichzeitig der Bestand teurer wird, kommt eben dem Thema Gebrauchtwagenmanagement eine ganz besondere Bedeutung dazu. Oder Fahrzeugbestandsmanagement. Das muss dramatisch professionalisiert werden. Ich muss noch stärker in die Lage versetzt werden, zu sagen, wie ist die Preisentwicklung von dem Fahrzeug? Was muss ich jetzt tun? Muss das jetzt weg, weil ich vielleicht gerade an einem Kipppunkt bin, wo die Preise wieder runtergehen? Ja, man hat das ja gerade auch gesehen mit dem Thema Elektro, dass jetzt plötzlich die Preise von Elektrofahrzeugen gebraucht anziehen, weil plötzlich die Nachfrage da ist.

35:47 Und diese Schwankungen werden zunehmen, meines Erachtens. Und das wird halt ein Punkt sein, wo die Händler, die dieses Gebrauchtwagen oder dieses Fahrzeugmanagement professionalisiert haben, wo die einfach extrem stark profitieren werden. Okay. Ja, das ganze Thema Durchlaufzeiten wird ein Punkt. Das wird schon spannend werden. Ja, das wir schließen eigentlich bei den Abschlussfragen habe ich so zwei, drei Stichwörter, die ich dir um die Ohren hauen wollte. Da sind wir aber eigentlich gerade schon, deswegen switchen wir einfach mal da drauf, weil als ein Stichwort mit Bitte um deine Meinung war eigentlich neue Chinamarken. Du sagst es gerade, die sind nicht deutlich schneller, die sind sehr schnell, jetzt wollen wir ja keine Europäer dissen, die sind sehr schnell in den Zyklen neue Produkte auf den Markt zu bringen und sind ja auch wirklich mit aller Macht gerade kommen die auf den europäischen Markt.

36:50 Man liest immer mehr von auch das chinesische Herstellerwerke in Europa beziehen und da auch echt Fuß fassen. Wie siehst du das?

37:04 Wir hatten das ja schon, wo wir letztes Jahr in China gewesen sind. Da muss man ganz klar sagen, das sind mittlerweile Autos, die kann man so vom Preis-Leistungs- Verhältnis her, von der Qualität, von den Fähigkeiten schon lassen. Ich habe gestern auch gerade wieder einen Artikel von dem neuen Denza neuen GT gesehen. Das ist halt schon ein beeindruckendes Auto. Das heißt aber auch für mich, wir werden einfach Marken haben, die werden hier bleiben. Also wir müssen damit zurechtkommen. Analog zu vor 30 Jahren, als damals die ganzen Koreaner auf den Markt gekommen sind, da gab es ja auch noch mehr. Von denen sind halt relevant Hyundai, Kia übrig geblieben, Deju und Co. sind halt weg, so ein bisschen Sanyong schrägstrich KGM noch und das war es halt.

37:51 Und genauso ist es mit japanischen Marken abgelaufen, genauso wird es mit den chinesischen Marken sein. Jetzt drängt halt eine Anzahl von X auf den Markt und wir werden halt im Laufe der nächsten fünf Jahre Marken sehen, die wieder den Platz verlassen, weil es überhaupt nichts gebracht hat und wir werden halt Marken sehen, die halt relevante Marktanteile erobert haben werden. Und da glaube ich dran und am Ende ist es hier wieder genau das Gleiche. Es werden halt auch vielleicht sogar europäische Marken verschwinden, die einfach nicht schnell genug gewesen sind oder auch japanische Marken oder asiatische Marken außerhalb von China, die vielleicht nicht schnell genug gewesen sind, mit diesen Veränderungen einen Schritt zu halten. Das ist ja auch ein Riesenthema, weil ich habe eigentlich so als Stichwort noch Zukunft von Volkswagen hier mal mit aufgenommen.

38:39 Da müssen wir jetzt natürlich aufpassen, dass wir da nicht sehr stark Meinungen bilden oder politisch werden, aber es ist schwierig. Also ich sehe das auch und also ich bin jetzt bestimmt nicht derjenige, der der Erste ist, der sagt, der Volkswagen doof findet. Mein erstes Auto war ein Volkswagen und ich habe glaube ich... Meins auch. Ja, okay. Ich habe Golf-GTis gehabt, VR6, R32. Also ich bin quasi einmal so die Linien ab Golf 2 oder Golf 3 so durchgegangen. Also es liegt mir fern, irgendwie Volkswagen doof zu finden. Aber ist schon schwierig. Ja, ich glaube, ich habe jetzt in den letzten Tagen mal so ein...

39:28 Heute war das sogar drin von Mercedes, die ja in Ungarn gerade relativ stark ihre Produktion ausbauen, weil halt die Stundenkosten oder die Lohnkosten unterm Strich halt 40 Euro günstiger sind pro Mitarbeiter pro Stunde als hier in Deutschland. Und das ist halt einfach heftig. Und das ist einfach eine schwierige Situation. Das wird halt nur funktionieren, wenn man halt anderweitig seine Kosten irgendwie im Griff hat. Da geht es halt um das Thema Administration, um Entwicklung, Kosten der Werk, wie modern bin ich aufgestellt, was kostet Energie und, und, und. Das ist kein Thema, was man halt ganz alleine für sich betrachten kann, sondern ich kann ja mir auch hohe Lohnkosten leisten und interessanterweise zeigt ja ausgerechnet Tesla in Grünheide, dass man auch in Deutschland Autos produzieren kann und zwar nicht nur Premium, sondern wirklich auch Massenware und damit trotzdem Geld verdienen kann.

40:27 Aber die sind halt ganz anders strukturiert und das ist genau diese Diskussion, die wir jetzt auch als Bank regelmäßig haben, wo du sagst, was kannst und musst du eigentlich noch machen, worauf musst du verzichten, was kannst du standardisieren, was kannst du digitalisieren, wo brauchst du Geschwindigkeit, wo brauchst du AI, wo brauchst du Menschen, um das Ganze eigentlich immer zu optimieren. Ich kann und will je VW keine Tipps geben oder sowas, da bin ich Lichtjahre von entfernt, aber am Ende haben wir genau die gleichen Diskussionen, auch als Bank, wie jedes andere Industrieunternehmen auch, oder wie jedes andere Unternehmen auch, dass man eigentlich ständig in diesem Optimierungsmodus sein muss.

41:09 immer besser. Wie kann man das besser machen aus der Kundenperspektive, um halt auch seinen Preis wert zu sein. Ja, okay. Ich habe noch ein drittes Stichwort, das ist aber, mir ist gerade eine schöne neue Abschlussfrage hier für unseren Podcast eingefallen, also nicht nur für dich, sondern vielleicht in Zukunft auch, weil früher habe ich ja mal gefragt, wann sitzt du das erste Mal in meinem komplett autonomen Auto und fährst von A bis B, bla bla bla, haben wir ja in China letztes Jahr erleben dürfen, das war echt abgefahren. Ich glaube, wer saß denn mit dem Auto? Der Dirk Walter, glaube ich, saß da noch mit dem Auto. Schöne Grüße an der Stelle. Und ich wollte einfach das Stichwort künstliche Intelligenz an die Hand geben, ich habe aber was Besseres. Was glaubst du, wann das erste Mal in einer deutschen Marken- oder freien Handelswerkstatt ein Roboter eingesetzt wird?

42:00 Als Beispiel, der Reifen wechselt, der Räder angibt und der Räder wechselt. Was glaubst du, wann ist das so weit? Ich habe tatsächlich witzigerweise gestern auf WhatsApp den ersten Händler gesehen, der in sein Autohaus mit seinem Roboter reingelaufen ist zum Arbeiten. Genau, da bin ich mal gespannt. Am Ende, ich glaube, das ist gar nicht so lange hin, wenn man jetzt mal sieht, wie diese, sagen wir mal, Roboter-Entwicklung auch in China abläuft, was die halt können. Und ich denke da nur an dieses Video zum Neujahrstag in China, wo die dann mit den Kindern zusammen da ihren Auftritt da gefeiert haben. Also das geht schon gut vorwärts. Und ich glaube, als Händler, gerade zum Testen, keine 24 Monate.

42:49 Ich habe die Frage habe ich letztens einem Händler gestellt, dem Herrn Weber. Jetzt komme ich auf den Vornamen nicht. Tamara und jetzt komme ich nie auf den Vornamen. Liebe Grüße an der Stelle auf jeden Fall. Es tut mir leid. Und da haben wir auch das Thema. Das ist ja auch aus Weber Herrenberg, oder? Nee, Weber, von der Weber-Gruppe. Nee, egal. Alles gut. Mit ihm habe ich auch drüber gesprochen und er sagte, ja hoffentlich bald, weil machen wir uns nichts vor, hat mein Werkstatt-Team wirklich immer Bock auf die Reifen-Wechselwochen mit dem Akkord schrauben und Reifen tragen und karren und machen und tun. Nee. Und das wäre ja eigentlich ein ganz cooler Use-Case und da müssen wir mal schauen, was da passiert. Also deswegen, ich glaube da schon dran, dass sowas kommen kann.

43:36 Gerade weil man halt wirklich überlegen muss, ob da diese körperlich schweren Arbeiten, Auto hoch, Reifen von da oben und ich meine, am Ende, wenn man so ein 21, 22, 23 Zoll Rad bewegt hat, die Dinger sind nicht leichter. Die können noch so schön aus Aluminium sein, da hast du schon mal ordentlich was zu tragen. Und wenn du dann deine Winterreifen oder Sommerreifen Wechselwochen hast, da weißt du, was du am Abend getan hast, wenn du die Dinger da immer akkord rangebastelt und abgebaut hast. Definitiv. Und jetzt ist mir auch der Vorname eingefallen, der liebe Andreas. So, Grüße gehen raus. Ja, dann, wir sind schon wieder hier lange am Quatschen und ich könnte stundenlang mit dir weiterquatschen. Es ist immer so super interessant.

44:22 Du hast immer so Informationen, die so im Hintergrund da so sind und das ist immer irre, was, da erschließen sich für mich immer ganz viele Kreise. Vielen Dank, lieber Mike, dass du dir Zeit genommen hast. Gerne. Hat auch wieder super viel Spaß gemacht mit dir und ich habe gerade nochmal auf unser Skript geguckt. Das sah ganz anders aus als das, was jetzt hier passiert ist. Ja, irgendwie, wenn wir einmal am Quatschen sind, das ist ein roter Faden, sage ich immer gerne. Den wir wieder locker verlassen haben. Ja, ganz genau. Hier und da sind wir dran geblieben. Also, Gott sei Dank bist du cool genug und dich kann man sowieso in Gespräche schubsen und reinziehen jederzeit. Das ist immer wieder eine wahre Wonne. Danke. Okay, ja, dann sind wir mit den Benzingesprächen für heute durch und ja, ich sage vielen Dank für euer Interesse.

45:14 Das hoffe ich, dass es euch Spaß gemacht hat und wir machen demnächst mit einer weiteren spannenden Folge weiter und wie immer sage ich an der Stelle Tschüss, macht's gut und wir hören uns bald wieder und das letzte Wort zur Verabschiedung überlasse ich immer dem Gast. Mike. Da geht der Ruckzupf dann bei mir. Ich wünsche, also vielen Dank auch für das Gespräch. Ich wünsche allen eine gute Zeit. Wir sind jetzt hier kurz vor den Ferien Baden-Württemberg. Genießt die Zeit, Tankkraft und dann können wir wieder loslegen. Bis dann. Tschüss.