Umparken im Kopf · Folge 16 · · 46 Min
Jörg von Steinaecker: Wo steht KI im Autohaus 2026? Zwischen Hype und Realität

Worum es geht
Wie künstliche Intelligenz den Autohandel neu antreibt. Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen und in die Zukunft. In dieser Episode spreche ich mit Jörg von Steinaecker darüber, wie KI wirklich im Autohandel ankommt – jenseits von Buzzwords und Blender-Lösungen. Wir diskutieren, wo die Branche tatsächlich steht, welche Lösungen funktionieren und wo noch Frust herrscht. Gemeinsam schauen wir kritisch auf Datenintegration, Prozessautomatisierung und echte Praxisbeispiele, die den Unterschied machen. Außerdem werfen wir einen Blick auf die neuen Herausforderungen durch den EU AI Act und was das für Händler bedeutet. Wenn du wissen willst, wie die Zukunft der Autobranche mit KI wirklich aussieht – und welche Chancen und Stolpersteine auf uns warten – bist du hier genau richtig.
Gespräch als Text
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00:00 Umparken im Kopf. Dein KI-Podcast für die Autobranche. Die Automobilwelt steht vor einem gewaltigen Umbruch. Künstliche Intelligenz verändert alles. Wie wir Autos verkaufen und warten und vor allem, wie wir denken. Wir sprechen über neue Trends, Chancen, mutige Entscheidungen und echte Praxisbeispiele, die den Autohandel von morgen prägen werden. Ich bin Tim Klötzing, KI- und Marketingberater und jemand, der glaubt, wer heute im Kopf umparkt, fährt morgen ganz vorne mit. Schön, dass du dabei bist. Lass uns gemeinsam den Blick auf die Zukunft richten. Ja, herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast und heute mit einem altbekannten Gast und wir haben gerade schon viel Spaß in der Vorbereitung gehabt. Zu Gast ist nämlich der liebe Jörg von Steinaecker von Steinaecker Consulting. Hallo Jörg.
01:02 Hey Tim, grüß dich. Danke, dass ich wieder mal bei dir sein darf. Freue mich drauf. Ja, danke dir. Ich habe dich ja ein bisschen überfallen, quasi mit einem Update-Talk-Wunsch, weil du bist ja technologisch sehr bewandert. Du kommst viel rum. Vorsicht mit dem Vorschlusslerben. Das ist wie beim Striptease. Auf die Bühne raufkommen, ist ganz einfach ein-wieder-runter-kommen. Das ist schwierig. Ja, aber wir haben uns da schon ein paar Bühnen geteilt. Von daher weiß ich ja ungefähr, was passiert und was kommt. Nein, du bist ja da wirklich Experte, auch wenn du da dein Licht gerne unter den Scheffel stellst. Du hast ja schon so viele Jahre den Autohandel begleitet im Thema Digitalisierung und Co. Und jetzt ist quasi das aufsattelnde Thema KI da. Und die Zeit rast. Früher haben wir das so ungefähr einmal im Jahr gemacht. Da habe ich gesagt, lieber Jörg, wie war das letzte Jahr und wie ist das kommende Jahr so ganz grob deiner Meinung nach im Ausblick im Kontext Digitalisierung? KI scheint ein Thema zu sein, was noch viel mehr Dynamik hat, aber ja eigentlich auf dem Thema Digitalisierung ja aufsattelt. Und deswegen habe ich mich so entschlossen, immer regelmäßiger bei dir vorstellig zu werden und zu sagen, lieber Jörg, nimm dir mal ein Stündchen, dass wir mal ein bisschen quatschen können.
02:23 Dankeschön. Sehr gerne. Also, erst mal ganz vorab, wie geht es dir? Wie ist das Jahr 2026 bis jetzt quasi Ende Juni? Wie ist es zu dir gewesen? Also, ich will nicht sagen, stumpf vor Glück, aber es läuft prima. Also, ich sage mal, meine Tätigkeit ist ja irgendwo der Steigügelhalter, insbesondere für den Handel, aber auch für die Softwareanbieter, für den Automobilhandel, da Richtung Technologie weiterzukommen, Orientierung zu schaffen und Lösungen zu finden, Lösungen einzubauen, Lösungen zu bauen, ich programmiere auch selber etc. Und wie du schon sagst, wir haben im Moment echt technologisch Rückenwind. Und dieser Rückenwind, der hat so zwei Richtungen. Einmal die technologischen Möglichkeiten natürlich, da sprechen wir heute nochmal drüber. Und das andere ist aber auch, ja, Interesse gepaart mit Verunsicherung, Erklärungsbedarf und so weiter und so fort. Und das macht viel Spaß. Das macht wirklich viel Spaß.
03:21 Ich durfte ja auch im letzten Jahr dazu eine Firma gründen, die auch in diesem Feld aktiv ist. Auch das macht viel Spaß. Also, es ist eigentlich eine schöne Zeit. Es ist eine Aufbruchzeit. Und ich merke auch im Handel viel Veränderungswille und Gestaltungswille. Und das ist genau das, was wir brauchen. Stillstand ist doof.
03:40 Ja, das stimmt. Das ist sehr schön gesagt. Wir haben hier, das habe ich ja gerade schon angedeutet, wir haben hier mit künstlicher Intelligenz, erst mal ist die ja nicht vom Himmel gefallen. Das muss man ja auch immer so sagen. Die hat nicht mit dem Chat-GPT-Moment vor dreieinhalb, dreieinhalb Jahren ungefähr, hat die ja nicht angefangen. Die ist ja schon ganz alt in der Entwicklung.
04:05 Aber die sattelt natürlich immer auf. Das war ja auch früher immer das Problem von künstlicher Intelligenz. Digitalisierung. Es gab die Digitalisierung darunter ja nicht ausreichend. Also Rechenkapazitäten und Daten und Co. Das war ja, ich sag mal, ganz lange bis, ja, bis wann eigentlich? Bis 90er, 2000er-Reihenjahr ein ganz großer Hemmschuh. Und das hat sich ja massiv verändert. Ja, genau. Aber auch in sehr differenzierten verschiedenen Ecken. Also diese großen Sprachmodelle, die brauchen ja wirklich nochmal extra Power, aber schon viel früher. Das kennen wir alles. Die Handschrifterkennung auf dem Handy oder so. Auch das ist ja künstliche Intelligenz. Und die Machine Learning-Algorithmen, Recommender-Systeme, Amazon, Kunden, die das gekauft haben, haben das gekauft und so weiter. Das fällt ja alles in die große KI-Familie, die ja sehr viel mehr als Chat-GPT und Co. ist. Das vergessen wir ja leider oft.
04:55 Und da ist völlig richtig, da haben wir jetzt Momentum drin. Das haben wir Rückenwind durch die Rechenpower, der Bau vom Rechenzentrum. Mal gucken, wo uns das alles energetisch hindringt. Das sind alles Fragen, die werden wir lösen. Und deshalb ist die Moment auch Ruchstimmung. Da ist aber im Nebensatz, mal gucken, wo uns das energetisch hinführt, ein Thema angerissen, was ja unglaublich ist, wenn man überlegt, dass SpaceX mit Elon Musk nicht umsonst alles zusammenlegt und davon, ja weiß ich nicht, ob es ein Traum ist, aber Rechenzentren im All zu bauen, weil Solarzellen, hocheffizient, Kühlung ist kein Thema mehr. Also das im Nebensatz, lieber Jörg. Respekt. Wir müssen ein Sprunggebiet auf die Erde kriegen. Also ich glaube, da knabbert ein Moment ein bisschen dran rum, aber das soll nicht mein Problem sein und nicht unser.
05:41 Ja, ganz genau. Also das ist ja auch massiv, was man all over medial ja fast, ja nicht fast oder eigentlich jeden Tag mitbekommt. Ob das der eine hat wieder ein neues Modell, was fünf Prozent besser ist als das von dem anderen und dann gibt es wieder eine Ausgründung von dem und dann fangen die Programmierer von dem bei dem an und dann wird das alles besser. Und wie gehst du damit um?
06:10 Ja, mit einem sehr nüchternen Blick. Also ich bin vielleicht noch ein bisschen bekannt dafür, aber ich bemühe mich wirklich immer, die Oberfläche zu zerkratzen, um auch darunter zu gucken. Und ich stelle fest, es ist wahnsinnig viel heiße Luft darunter. Das soll überhaupt nicht heißen, dass KI nicht relevant ist. Ganz im Gegenteil, das wird unsere Gesellschaft verändern, das ist hochgradig nützlich. Wir müssen uns damit beschäftigen und so weiter. Aber ich stelle einfach viel zu oft fest, ich habe irgendein Problem aus dem Autohaus. Was nehme ich mal? Ich möchte ein Foto vom Reifen machen in der Reife-Wechselsaison und eine KI soll mir den Markt, den Hersteller des Reifens, das Modell, die Dimensionen und die Doktor noch mal extrahieren. So jeden, den ich frage, gibt es halt eine KI? Mach es mal. Ja, es kommt nur Mist raus. 80-prozentige Fingerquote. Da brauche ich bei keinem Serviceberater antanzen.
06:56 Und das sind so Sachen, ja, natürlich, das Ding hat Potenzial und es entfaltet dieses Potenzial auch schon. Aber immer wenn ich an der Oberfläche kratze, falle ich dann doch immer mal wieder in Löcher. Und deshalb bin ich auch total ruhig, wenn es darum geht, dass die Biester die Weltherrschaft übernehmen sollen und so weiter. Also ich habe natürlich nie ein Sprachmodell programmiert. So viele Milliarden möchte ich dann doch nicht ausgeben. Oder wenn man mal das erste Mal ein neuronales Netz gebaut und trainiert hat und versteht, wie die Dinger im Kern funktionieren, seitdem kann ich wunderbar schlafen. Ja, okay, krass. Ich muss mich damit befassen. Das soll nichts klein machen. Okay, alles klar. Werfen wir uns ein bisschen den Blick auf den Autohandel mal hier. Wie ist denn, das ist eigentlich beinahe eine Oldschool-Frage.
07:45 Wie ist der Stand oder der Grad der Digitalisierung im Autohandel so allgemein? Ist da jetzt alles gelöst und die können jetzt alle fröhlich mit KI aufsetzen? Ja, genau. Das ist okay. Nicht praktisch arbeitslos und nein, natürlich nicht. Also wenn wir über den Autohandel reden, und das ist immer wichtig vorwegzuschieben, dann gibt es ja, und ich alles bitte grüßen ordnungsmäßig, 35.000 im ZDK, über die Handwerksinnung und so weiter, organisierte Betriebe. Und dann packen nur noch 10.000 Gewerbescheine hin. Also wir reden über 45.000 Unternehmen, Betriebe, Gewerbescheine, aber etc. in Deutschland.
08:25 Natürlich ist da Bewegung drin und da ist auch massive Bewegung drin. Und nicht nur die großen Gruppen, natürlich vermehrt die großen Gruppen, aber auch sehr, sehr innovative, kleinere Gruppen und auch kleinere Händler machen gigantische Dinge da. Also da gibt es so klasse Sachen, wo ich wirklich selber wahnsinnig viel lerne und kann nicht nur sagen Respekt und Anerkennung. Das sind, und das ist ein reines Bauchgefühl, bitte nicht drauf festnageln, vielleicht 1.000 von den 45.000 Händlern. Und das ist so ein bisschen die Polarisierung. Ich war letztens auf einer Veranstaltung und habe zum Thema KI im Autohaus ein paar Lösungen und auch Ideen vortragen dürfen. Da kriege ich am Ende die Frage, sagen Sie mal von Steinbecker, Sie haben dieses Chat, Chat, G, Chat, G.
09:10 Können Sie nochmal erklären, was das ist? Das ist natürlich die Ausnahme, aber das zeigt die Spreizung. Wir haben die, die können gar nicht mehr ohne KI denken, aber wir haben auch Betriebe, die sind mir noch gar nicht in Berührung gekommen. Und das gilt natürlich auch für Digitalisierung, für Datenintegration und so weiter. Was ich merke ist, auch beim Thema, natürlich auf der Anbieterseite wird wahnsinnig viel gemacht und das ist auch gut sowas. Bei den Softwareanbietern, die experimentieren mit KI und nicht nur für die Programmerstellung, für das Coding, sondern auch für die Features für die Autohausmitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder deren Kunden, je nachdem, wer das System nutzen soll. Also da passiert viel und auch in den Autohäusern selber passiert viel. Aber diese Spreizung ist eben sehr, sehr schwierig irgendwie unter einen Hut zu kriegen.
09:59 Das ist auch so ein bisschen, wenn man jetzt mal wieder die Digitalisierung sieht, wo möchte ich mich positionieren als Händler? Ist das, was ein Stecker hat, lästiges Übel oder ist es strategische Waffe? Und da finde ich es auch okay, wenn man sagt, nee, ich bin eher Richtung strategisches Übel, weil ich kann es nicht, ich will es nicht, meine Kunden brauchen es vielleicht nicht, vielleicht habe ich auch keine Nachfolgeregelung und so weiter. Dann ist das okay. Also da habe ich ja nichts gegen einzuwenden, dass das dann so ist. Also ja, deine Frage ist aber einfach, ja, ist Bewegung drin. Ich merke zum Beispiel auch, dass der Appetit jetzt beim Essen kommt, wie immer. Das heißt, man hat KI ausprobiert und hat festgestellt, oh, die wird ja besser, wenn ich ihnen viele Daten gebe und die wird ja noch besser, wenn ich ihnen saubere Daten gebe und die wird richtig gut, wenn ich ihnen integrierte Daten gebe. Ich habe aber das alles nicht.
10:45 Also Thema Middleware, Data, Hub, Data Lake, das Kind hat vielen Namen, Datenintegration, kriegt wieder Rückenwind durch KI. Also das ist so, ich will nicht sagen, es füttert sich selber, befruchtet sich selber, aber schon gibt es Impulse, wo das Ganze eben weiter nach vorne geht. Erlebst du denn auch Fälle, wo der Wunsch nach KI einfach so richtig da ist und vielleicht auch so die Offenheit und die Flexibilität, wo das alles da ist und dann schaut man näher hin und sagt so, ja, da könnt ihr aber echt nicht mit anfangen, weil eure Daten sind gar nicht im Zugriff. Nein, also das ist zum jetzigen Level und jetzt rede ich einfach mal über 90 Prozent, 95 Prozent der Betriebe, noch kein Showstopper.
11:33 Also ich habe nicht erlebt, wir kommen mit KI nicht weiter, weil die Datenintegration, Moment, nicht die Zugänge zu Daten, sondern weil die darunter liegende Datenlandschaft das nicht hergibt. Der Zugang zu Daten ist schon sehr wichtig. Das Thema Schnittstellen ist sehr wichtig. Ich erlebe Frust über KI aus anderen Gründen. Grund eins, völlige Erwartungsüberfachtung. Das, was ich vorhin sagte, es kann nicht alles lösen. Es ist auch nicht jedes Problem für KI geeignet. Wir hatten letztens einen Fall, wo wir zum Beispiel festgestellt haben, dass eine Mitarbeiterin am Servicepunkt mit KI versucht, irgendwelche Excel-Blätter zu befragen, um einen Preis rauszukriegen, den sie dem Kunden sagen kann. Ja, also das Prompten dauert länger als, das ist ein Select-Statement, da brauchen wir keine Daten.
12:21 Das ist so ein Thema, wo Frust entsteht. Das andere ist, man sitzt vor einem leeren Prompt und hat gar nicht die Fantasie, was kann ich denn jetzt alles damit machen? Und ich meine nicht die Kopfarbeiter. Ich meine nicht die Geschäftsführerinnen, Geschäftsführer, Abteilungsleiter oder ähnliches. Wir hatten letztens wieder einen schönen Workshop. Also man lernt ja wirklich selber jeden Tag dazu. Fantastisch. Da hat sich einer die Layout-Planung im Teiledienst mit KI machen lassen unter Minimierung der Wegezeiten. Hier muss das C-Teile-Lager hin, hier muss der Tresen hin. Klasse, das geht alles. Aber die Masse sitzt doch eher davor und fragt sich so und jetzt. Und da braucht man Hilfestellung. Kannst Dokumente befragen, ja welche denn, zum Beispiel Rechtschirm, Gewährleistung und so weiter und so fort. Der eigentliche Frust entsteht aber bei den Entscheidungen, das ist für mich so wirklich der Kern des Problems, den wir im Moment in vielen Branchen, unter anderem auch im Autohandel haben.
13:17 Der Kern des Problems liegt darin, dass wir ja eigentlich gar nicht prompten wollen. Also die Kreativarbeiter, die Kopfarbeiter, Marketing sollen das gerne weiterhin so nutzen. Aber wir suchen ja nach Möglichkeiten, nach ganz konkreten Ansatzpunkten, wo KI uns in den operativen, tagtäglichen Prozessen unterstützt. Ich sage mal, im Service-Kernprozess. Und da gibt es natürlich Dinge wie Terminvereinbarung, Spots und so weiter. Das sind die ersten Anfänge. Aber ich will doch nicht ständig einen Prompt schreiben, manuell eine Rechnung hochladen oder zum Beispiel, was haben wir noch als Use Case, gib mir mal ähnliche Autos zu dem Auto mit der Inventarnummer 4711. Ich möchte doch nicht die mobile.de-Datei oder was auch immer ich als Bestandsinformation nehme, in eine PDF drucken, die manuell hochladen und so.
14:08 Das will ich doch nicht. Und das Ergebnis, was da rauskommt, das will ich doch nicht per Copy-Paste irgendwo reinschmeißen. So, und da krankt es im Moment. Wir verwenden viel zu wenig Aufmerksamkeit darauf, diese Dinge zu trennen. Es gibt die kreativen Kopfarbeiter und Entscheidungsträger und so weiter und so fort, die sich gerne auf das Teilelager damit machen können. Aber wir brauchen anknüpfende Technologien an eine Sprach-KI, die uns hilft, das ganze Problem, was ich lösen will, mit der KI unter die Motorhaube zu legen, damit ich nicht mehr prompten muss. Also nur mal als Beispiel, wir machen das zum Beispiel bei DLOS, dass wir dann hergehen und sagen, oh, du befragst ja ständig die mobile.de-Datei nach ähnlichen Fahrzeugen.
14:54 Das automatisieren wir dir jetzt. Das heißt, du musst nichts mehr prompten, der prompt ist hinterlegt und wir fragen nur noch nach einer Inventarnummer, zu welcher Nummer ähnliche Fahrzeuge besucht werden sollen. Und dann kriegst du es in der Tabelle oder wie auch immer du es haben willst. Oder einen Kfz-Schein auslesen, das ist auch so ein Ding. Da hat mir jeder gesagt, gibt es da KI? Nein, das funktioniert nicht. So, und jetzt haben wir ein Bot gebaut, wo eben der Bot, die extradierten Daten, also die KI extradiert die Daten im Fahrzeuge-Schein, in einen JSON-Datensatz und den schieben wir in Richtung DRT und legen den Vorgang gleich an. Und in dieser Prozess-Integration, da macht KI unendlich viel Sinn und da sind wir noch nicht. Da fangen wir erst in dieser Systematik, fangen wir jetzt an zu denken und das ist gut so.
15:41 Und ich glaube, wenn wir da Lösungen haben, dann baut sich auch der Frust über KI ab. So nach dem Motto, wir prompten uns zu Tode, toll den Papst im Eppenhemd sich zeigen zu lassen oder, weiß ich nicht, als Geschäftsführer die Weihnachtsansprache in Heiko umzuformulieren. Aber wo verdienen wir denn oder sparen wir jeden Tag in den Prozessen mit den ganz normalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern operativ Geld? Da müssen wir noch hin. Ich nehme das auch so wahr. Ich nehme das als, also die, ich sage mal so, die KI-Integration in den Handel als so extrem differenziert irgendwie wahr. Es gibt so ein paar Leuchttürme, das sind ja auch meistens die, die man dann irgendwie wahrnimmt, die dann das Glück haben, schon nahe der Geschäftsführung jemanden zu haben, der das kann und dann auch begleiten kann.
16:34 Der das auch denken kann. Ja, es gibt ja auch die Diskussion, die ist inzwischen leiser geworden. Ist das ein Thema, KI, ist das ein Thema, was top down in Unternehmen kommt? Also ich sage mal von der Geschäftsleitungsebene in den Betrieb rein an die Menschen runter? Oder ist das ein Thema, wo die Menschen quasi das Thema reinbringen und die Geschäftsleitungen auffordern, das zu lösen? Und da habe ich eine Meinung zu, das sollte top down sein und dann aber auch sehr transparent, behutsam zum Teil. Es hört sich doof an, aber integrativ, dass die Leute mitmachen. Und da haben wir in Köln auch neulich ja noch eine Diskussion mit zwei Händlern zu gehabt, wie die es machen. Aber das sind halt diese Leuchttürme. Und deswegen ist es auch so interessant zu hören, was du denkst, weil du auch mit vielen aus dem Handel sprichst.
17:24 Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei vielen demnächst, weil es gibt ja auch, es gibt verschiedene KI-Lösungsanbieter. Und die werden gerade weiß Gott nicht weniger. Und mir kommt das ein bisschen so vor wie vor ein paar Jahren im Bereich Digitalisierung, wo ja unheimlich viele Unternehmen aufgepoppt sind, die Digitalisierungslösungen, Inselchen angeboten haben. Und das passiert gerade in einer Frequenz. Absolut. Ein Kontakt hat mir gesagt, der blockt unbekannte Nummern, weil er jeden Tag von irgendjemand angerufen wird, weil er den ganzen Toilette jetzt KI-isieren kann. Erinnerst du dich, als iPhone rauskam, da gibt es eine App für.
18:11 Und dasselbe haben wir im Moment im KI-Bereich. Da gibt es eine KI für. Du suchst ein neues Logo für deine Firma, gibt es eine KI für. Du suchst einen neuen Namen für, dann gibt es eine KI für. Du willst was transkribieren, gibt es eine KI und so weiter und so fort. Wir müssen nur aufpassen, weil die Masse sind im Grunde genommen nur ein Rapper um irgendein Sprachmodell. Ja? Ja, ja, sehr häufig. Die aktuelle Entwicklung, gerade im technologischen Bereich, sagt uns sehr, sehr deutlich, dass das noch nicht mal eine notwendige, geschweige denn eine hinreichende Voraussetzung dafür ist, eine funktionierende, produktive KI-Lösung hinzukriegen. Also die KI-Lösung, da gibt es eine Präsentationsschicht, da gibt es eine Orchestrierungsschicht, da gibt es eine Wissenschicht, da gibt es eine Integrationsschicht und so weiter.
18:58 Aber da stehen wir erst am Anfang. Und diese, ich nenne die auch sehr bewusst, diese Blender-KIs, die eben sagen, guck mal, wir haben eine KI, die kann alles. Echt vorsichtig damit. Man kommt meistens immer, oder man kommt eigentlich als Autohaus immer an den Punkt, wo man dann sagt, so, jetzt habe ich mich zu Tode gepumptet und jetzt hat der eine Stittstelle zu, weiß ich nicht, VDSX, zu BetzemeierDMS, zum Workflow, kann der mir eine mobile.de-Datei einlesen, kann der und so weiter. Und dann rennen die meisten gegen die Wand. Und das ist schade. Ja, also die Integration, ganz kurz nur, weil du vorhin fragtest, Integration in die Datenwelt ist für mich ein absoluter Schlüssel für eine erfolgreiche KI-Nutzung.
19:44 Prompten können wir ewig und alles gut. Aber die Musik liegt in den automatisierten Unterstützungen von operativen Prozessen im Betrieb. Und dazu brauchen wir zwingend eine Datenintegration. Lesend und schreibend wird er können. Ja, dieses Thema auf Neudeutsch heißt es AI-Washing, also KI-Washing von Greenwashing abgeleitet. Das ist halt auch, es wird in der Tat gerade ein bisschen weniger, weil im Übergang zu, ich sag mal, nicht einfachen oder hin zum KI-Assistenten gab es ja vorher Automatisierungssoftwares, NNN, der ganze Zirkus. Und da wurde halt viel verkauft als, ist jetzt KI, war aber ja eigentlich nur eine Automatisierung, wenn man ganz ehrlich ist. Und da muss man ja auch immer so ein bisschen gucken.
20:31 Es wird gerade, das ändert sich gerade. Ich glaube, vielleicht nimmt es auch so wahr, aber meine Wahrnehmung in diesem Jahr hat KI in der Anwendung und in der Lösung von komplexeren Thematiken unheimlich an Qualität dazugewonnen. Weil die halt längere Denkprozesse hinkriegen. Und das finde ich halt schon erstaunlich, weil vorher warst du eigentlich nur beim Prompten und da warst du nicht in so langen, komplexeren Themen drin.
21:01 Ja, also in der Beobachtung stimme ich dir absolut zu. Die Dinge sind besser geworden, aber nicht nur, weil die Modelle besser geworden sind, sondern der größere Treiber ist eine intelligente Orchestrierung von KIs. Also nur mal als Beispiel, es gibt sehr kleine Modelle, die kannst du dir auf Hugging Face runterladen. Die sind hochspezialisiert, die lösen spezifische, ob es nämlich Mitarbeiter im Autohausruf oder der EV-Abteilung an den Computer geht nicht und so weiter. Da gibt es Sprachmodelle, die sind darauf gedrillt, dem User so lange Informationen aus der Nase zu ziehen, bis ein vollständig qualifiziertes EDV-Ticket entsteht. Da brauche ich nicht den Latest and Greatest Gemini oder was auch immer dafür. Und diese Orchestrierung, dieser differenzierte Einsatz, sich zu überlegen, ich habe einen Prozess und im Reasoning-Prozess nehme ich dieses Modell und gebe ihm diese Parameter.
21:55 Und im Wissensprozess schließe ich über RAG das an und das an. Das ist eigentlich der Kracher im Moment und das, was das Ganze so beschleunigt. Ich glaube, wir glorifizieren fälschlicherweise die Modelle. Also natürlich ist es besser, wenn die besser werden. Und 5% besser ist gut, das sollten wir alles mitnehmen. Aber nochmal, wenn wir unter die Motorhaube wollen, wenn wir in die Prozesse rein wollen, dann ist das differenzierte Herangehen, zum Teil mit kleineren Modellen, zum Teil mit verergerosteten Modellen, eigentlich erfolgreicher. Da gab es in einem Artikel, die großen Modelle beeindrucken, die kleinen Modelle liefern. Da muss ich nur nicht viel zusammensetzen. Ja, ich habe so seit ein paar Tagen habe ich so eine Gleichung vor Augen, weil was du ja sagst, ist ja, KI ist die Lösung.
22:47 Oder KI bringt eine Lösung. Und ich habe inzwischen, es gibt ja, also die Gleichung heißt HI plus KI plus HI gleich, du hast ein gutes Ergebnis. Aber das erste ist, heißt so viel wie Human in the Lead plus Künstliche Intelligenz plus Human in the Loop.
23:16 Das heißt, der Faktor Mensch in der, ich sag mal, in der Orchestrierung, wie du es so gesagt hast, ganz am Anfang zu sagen, was sollst du überhaupt tun? Was sollst du, die Anweisung, du bist als Mensch im Lead, der Mensch hat die Kreativität, weil vorher ist eine KI ja dumm. Ja, ja. Dann hast du eine KI, die läuft und dann musst du halt schauen, was ist der Output, da bist du wieder im Loop und kannst es verfeinern. Und dann hast du halt einen Prozess, der, Entschuldigung, das finde ich ja so irre, da kommen ja Dinge raus, wenn du das einmal sauber durchgespielt hast, die laufen. Punkt. Du musst nicht wieder neu prompten jeden Tag, genau dein Thema. Die laufen im Hintergrund. Fertig. Das, ja, das sind Dinge, die für, also ich habe zum Beispiel so ein Ding laufen, jeden Tag krabbelt mir eine KI durchs Internet, was gibt es denn Neues in der Branche?
24:09 Und da habe ich also relativ lange an diesem Prompt rumgefeilt und dann, das ist genau das, was du sagst. Und der blubbert im Moment vollautomatisch vor sich hin, völlig richtig. Das geht. Ja, du hast ihm das gesagt, was du willst, dann hast du wahrscheinlich ein bisschen iteriert, das heißt, du hast im Loop und die spult sich da einzurecht. Ja, du hast ja da klassen und so, ja, völlig richtig. Genau. Lass mich mal nochmal ein bisschen weiterfragen. Wie ist denn der, ja, der Stand der KI-Lösung? Ich habe mir eine Frage auf, wie ist der Stand der KI-Lösung im Autohandel und auch bei Dienstleistern? Vielleicht, da haben wir jetzt schon lange drüber gesprochen, aber kannst du mal so einen Seitenausflug machen, wie, ja, so das, ich nenne das mal das, in meiner persönlichen Welt, in den letzten 15 Jahren explodierte Dienstleister-Universum rund um den Handel, wie die sich so schlagen.
25:03 Also, wenn wir mal davon ausgehen, wenn wir mal die reinen Berater rausnehmen, sondern alle Dienstleister mal betrachten, die was anbieten, was für Stecker hat. Ja, so irgendwo eine Software oder wie auch immer. Dann ist dort Aktivität in zwei Richtungen. Das Erste, das sehen wir nicht als Autohaus, das ist praktisch hinter verschlossenen Türen. Es wird KI zum Coden genutzt und, und, und, und, und so weiter. Das ist fein. Auch mit gemischten Erfahrungen muss man doch wirklich dazu sagen. Also, nein, man kann nicht zwei Drittel der Programmierabteilung entlassen, wenn man jetzt plötzlich Cloud-Code nutzt oder ähnliche. Und ja, es führt zu Frust in proge Programmierteams, wenn die nicht mehr selber kreativ programmieren dürfen, sondern nur noch Code-Review machen.
25:48 Das macht auch nicht unbedingt Spaß. Also, da rumpelt es auch ein bisschen. Aber natürlich gibt es da Effizienzvorteile. Das ist das eine. Das machen, ich kenne keinen Anbieter, der das nicht macht. Das Zweite ist, wie sieht es mit KI-gestützten Features in Richtung Endanwender des Autohauses oder vielleicht deren Kunden, je nachdem, wie diese Lösung eingesetzt werden soll. Und da wird viel experimentiert. Also, ich bin immer ein großer Fan davon, dass man, egal welche technische Lösung ist, ob sie nur ein KI ist oder auch Normalisierung, ist eigentlich völlig Wumpe, dass man sie in die bestehenden Prozesse und damit idealerweise auch in die bestehenden Systeme integriert. Zwei Beispiele. Locosoft DMS-Anbieter hat zum Beispiel eine KI im DMS integriert. Und da kann ich nicht nur die Bedienungsanleitung, die lege ich in Auftrag in Locosoft an, sondern mittlerweile kann ich da auch aber weitere Funktionen machen, Dokumenten, Daten extrahieren.
26:42 Super. Die Leute sind in ihrer Umgebung. Ich muss nicht springen. Ich habe kein Copy-Paste. Perfekt. Zweites Beispiel. Catch. Profanet CRM-System. Die haben ein Lead-Management-System. Das Lead kommt rein. Die E-Mail kommt rein. Es findet ein Abgleich mit der Datenbank statt. Und es wird eben gleich eine personalisierte E-Mail vorgeschrieben. Nur noch drüber gucken und auf senden und vielleicht sogar auch richtig vollautomatisieren kann. Also Integration in die Systeme. Toll. Wo im Moment viel, viel auch Anfragen bei mir kommen, das ist auch so eins meiner Tätigkeitsfelder, ist, was können wir denn noch mit der Technologie machen? Was zum Beispiel ein völlig unterbelichtetes Feld ist. Also nochmal, die KI ist ja sehr, sehr viel mehr als nur Sprachmodelle.
27:28 Nur bitte in Anführungsstrichen, das ist natürlich schon sehr viel mehr. Das ist sehr groß, aber es gibt da so wahnsinnig, dieses ganze Thema Machine Learning. Wir sitzen auf Terabits, Bytes an Datenbeständigen und wir machen nichts draus. Also nur mal so die Funktion Amazon. Kunden, die das gekauft haben, haben mir das gekauft. Was hindert uns denn da dran? In der telefonischen Terminvereinbarung für ein Service-Event, Kunde ruft an und sagt, ich möchte A, B, C haben, mal über die Arbeitspositionen, die angelegt werden, in der Datenbank vergleichen und festzustellen, oh, da wird ja typischerweise DEF mitbestellt, das schlage ich den Kunden gleich, wir tun es sonst. Und das sind so Machine Learning Themen und da habe ich im Moment bei den Anbietern stark gestiegenes Interesse. Also ich darf da mehreren Firmen auch zur Seite stehen, wo wir eben Features entwickeln, mal gucken, wie kann man mit Daten aus Händler sich Geld verdienen, auch Händler zeigen Interesse.
28:22 Also da ist viel unterwegs. Und es wird natürlich experimentiert, was weiß ich, Outbound, telefonische Zufriedenheitsbefragung und so weiter. Dieses explosionsartige Wachstum, was du gerade genannt hast, ja, das ist vorhanden. Da ist auch nicht alles sinnvoll und da wird auch nicht alles langfristig Bestand haben. Aber das ist völlig normal in der Transformation. Ja, wir werden immer mit Dingen irgendwo mal anfangen und sagen, nee, das war halt nicht das Gelbe vom Ei, das stampfen wir wieder ein. Aber nichts zu tun ist keine Option. Und da muss ich echt sagen, da sind die Anbieter von EDV, Dienstleistungen für den Autohandel im Moment, die zeigen ganz, ganz großes Kino. Also es lohnt sich wirklich als Autohaus mal seine Liste abzutelefonieren und zu sagen, liebe Anbieter, was macht, bevor ich mir noch eine KI hinstelle, was macht ihr denn so mit KI?
29:10 Ja, genau. Ja, es ist so, ich habe gerade so ein Bild vor Augen gehabt, wie es gibt gerade so eine Schwämme von vielen Jungunternehmern, die gute Dinge mit KI machen. Die machen gute Dinge damit. Die lösen ein paar Probleme, wie tief das in die Daten geht, sei alles mal dahingestellt. Aber man sieht immer so einen Shift durch die Branchen. Und scheinbar ist die Autobranche immer so ein bisschen identifiziert für, boah, lass mal gucken, wie viele Autohändler es in Deutschland gibt. Meine Güte, das sind ja mehr als, weiß ich, 10, 20, 30.000, was da für ein Potenzial ist. Und dann haben die so Glaspaläste, die haben ja, der Glaspalast ist ja nur so groß, damit das Bargeld unten in den Keller passt. Das heißt, das ist ja genau meine Zielgruppe.
29:56 Die letzte Zielgruppe, die ich probiert habe, waren Orthopäden oder was auch immer. Und das hat nicht so richtig funktioniert. Die waren noch nicht so weit. Und dann ist der Autohandel dran. Die Produkte sind teuer. Die können sich das richtig leisten. Und das ist natürlich für jemand, ja, das mag von außen so aussehen, aber das entspricht ja einfach nicht der Realität. Und dann kommt die Welle und jetzt noch da rein, zu den sowieso nicht wenigen Dienstleistern, die sich schon seit Jahren mit Autohandel beschäftigen. Das ist, das nehme ich gerade echt stark wahr. Das ist komisch. Ich muss die Geschichte loswerden. Sie ist wirklich live passiert vor einigen Monaten. Genau das, was du gesagt hast, ruft mich ein amerikanischer Softwareanbieter an. Wir haben einen Voice-Bot für die Telefonleitung. Und es gibt 35.000 Autohändler.
30:41 Und können sie uns da mal in den Markt helfen? Und da sage ich immer, ich kriege die Anrufe öfters, dann sage ich immer, ja, gerne. Kann ich die mal ausprobieren. Ja, hier hast du eine Telefonnummer. Und ich habe schon so eine MP3-Datei mit Autobahn-Hintergrundgeräuschen. Und rufe ich da an und sage, Hallo, Steinaecker hier. Ich sitze in meinem Passat und der ruckelt und rote Lampe. Und ich bin jetzt mal rechts rangefahren. Was soll ich denn machen? Die erste Frage der KI. Rufe ich sagen, Respekt. Oh, das tut uns leid. Welche Marke und Modell fahren Sie? Zweite Frage, sind Sie privatversichert? Dann gehe ich auf die Webseite des Anbieters. Und dann sind da, nochmal, ist original passiert. Und dann sind da natürlich als Kunden Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken und so. Der ist bestimmt Bombe da. Das will ich gar nicht kritisieren. Aber wenn eine KI kein Autohaus kam, dann wird es schwierig.
31:31 Ja, ich sehe das so ein bisschen. Ich habe in den letzten Monaten viel zum Thema. Also ich habe so ein Thema, wo sich so meine KI-Beratung mit der Marketing-Beratung trifft. Das ist KI-Suche, Geo. Da habe ich jetzt auch ein paar Mal standen auf der Bühne und habe da zu sprechen dürfen, weil der Impact immens sein wird. Und auch schon ist. Und da sehe ich jetzt mal so auf die Dienstleister bezogen.
31:59 Es gibt natürlich inzwischen auch spezialisierte Agenturen, die Autohandels-Websites machen. Die werden nicht unbedingt viel mehr, aber da haben wir so ein Setting von, was weiß ich, fünf, acht oder so, die irgendwie nennenswert sind. Und da muss ich ehrlich gestehen, wenn einer zuhört, tut mir leid, aber ich kenne im Moment nur einen, ich nenne jetzt auch keinen Namen, der sich da wirklich seit Monaten mit beschäftigt hat und sein System aktualisiert hat. Ja, die das, die Geo integriert haben mit Grounding-Page, mit allem drum und dran, was man da so braucht, damit du die Entität da hast. Und ich hatte letztens ein toll, wo wir in Würzburg, Automotive Business Day war das, habe ich so ein kleines Tool als Free-Buy gegeben.
32:51 Hier, scann deine Website, hier hast du ein QR-Code und guck mal rein. Okay, macht mir eine Liebe Richtung Geo. Geo-Check der eigenen Website. Und dann kam die liebe Martina Schlaut nachher bei mir vorbei und sagte, hey Tim, das funktioniert nicht. Ich sage, liebe Martina, was ist los? Ja, ist alles rot. Ich sage, zeig mal her. Ich gucke mir das so an. Ich sage, nee Martina, was auf, ich checke das hier auch nochmal. Du hast einfach eine Website, wo dein Anbieter ausgeschlossen hat, dass Google Gemini, ChatGPT, Perplexity, Claude überhaupt auf die Website dürfen. Das ist doof. Ja, das ist wirklich doof, weil dann bist du wirklich ganz raus. Hat sie mit ihrem Anbieter auf dem kurzen Dienstwege relativ schnell geklärt?
33:40 Also es ging im Minutentakt. Das ist ja schon mal gut. Aber ich würde jetzt vielleicht bezweifeln, dass wenn das schon so eingestellt ist, dass da bei einer Firma, die das ja gewerblich macht und im großen Rahmen macht, das da vielleicht schon richtig geil ist. Also naja, also das ist so mein Take, den ich da so wahrnehme. Das ist ein bisschen schwierig. Das ist so mal überraschlich, muss ich sagen. Also ich dachte, dass die Agenturen diesen, weil der ist ja nachrechenbar und jede Firma, mit der man spricht, die eine etwas größere Webseite betreibt, die sagt genau das. Das ist ja auch plausibel. Also ein Suchprozess bestand in der alten Welt aus acht verschiedenen Schritten. Da komme ich in dreien zu den Webseiten da draußen. Heute besteht es aus einem Schritt und eine Webseite wird eben nur nach Ausnahmefällen angeklickt, weil die Frage abschließend beantwortet wurde.
34:30 Ja, also ein Bekannter von mir, der hat so einen Checker aufgebaut und der ist einfach mal fröhlich. Ich weiß gar nicht, ob alle Top 50 oder Top 100 Autohäuser hat er. Also der hat echt ein umfangreiches Tool mal eben nebenbei aus Spaß gebaut und hat die mal gescreent. Und da kam, glaube ich, keins. Also der hat so ein Punktesystem. Das sieht sehr valide aus und der Junge ist auch echt fit.
34:57 Da kam keins über 50 Punkte. Keine Seite kam über 50 Punkte. Und dann denke ich so, boah, ja, ja, ja. Also das ist auch so ein Thema. Da stehen wir gerade im engen Austausch. Einmal mit demjenigen, der dieses Tool nebenbei mal eben gebaut hat und eine andere Agentur, die da schon echt unterwegs ist und die es da auch echt Mühe gibt und einen guten Job macht. Da muss echt Wissen rein. Aber gut, das war jetzt ein kleiner Marketingausflug. Aber das sind so Begleitthemen von KI. Also wir haben ja anfänglich über die Nutzung und die Einsatzmöglichkeiten von KI gesprochen. Und du hast eben auch Begleitthemen. Das eine hast du benannt, SEO-Geo. Und das andere sind auch die ganzen rechtlichen Themen. Also der EU-AI-Act wird im 2. August scharf geschaltet. Jetzt mal die Drohkulisse. Warum wird das, was wir sich verstrafen? Das können wir mal alles ein bisschen beiseite schieben.
35:44 Aber ignorieren können wir es nicht. Und da gibt es Schulungsbedarfe und zum Beispiel auch diese laut EU-AI-Act superkritischen Systeme. Das fängt damit an, eine Bonitätsprüfung. Wenn eine Bonitätsprüfung KI-basiert ist, dann ist das ein superkritisches System. Und wenn ein Bewerberauswahl KI-Unterstütz erfolgt, dann sind das kritische Systeme. Und ich glaube, uns ist noch nicht ganz klar, was dort an Governance und an Kontroll- und Überwachungs- und was weiß ich nicht alles Aufgaben zukommen. Super, super Punkt, weil das wird scharf gestellt. Im Gegenzug haben die ja eine Sache gelockert. Die EU-AI-Act Paragraph 4, die Unterweisungspflicht oder Anweisung für Mitarbeiter, die im Kontext KI betroffen sind oder damit arbeiten.
36:34 Das haben die wiederum nach hinten geschoben, kurioserweise. Also es ist so. Das sind, glaube ich, alle Umsetzungsverordnungen. Also Jahre muss schulen, aber kein Mensch weiß was und wie. Das ist spektakulär. PSGV. Ja, genau. Gib mir doch mal, wir müssen mal ein bisschen gucken hier, wir sind schon lange am Talken. Was ist denn dein, ich sage mal, dein Ausblick auf die nächsten Monate? Was erwartest du? Also ich erwarte, jetzt mit Blick auf KI erwarte ich zwei Trends. Das eine ist eine klare Fokussierung auf KI unter der Motorhaube, Automatisierung, Einbau in operative Prozesse.
37:21 Ich will nicht sagen, wir haben genug geprompt. Das machen wir weiter. Das ist eine tolle Sache. Aber diese andere Welt, die wird an Bedeutung gewinnen. Und deshalb würde ich mich auch immer als Autohaus auf Anbieter stürzen, die das auch nachweisen können, die das auch tun. Also nur eine private KI anzubieten, die DSGVO-konform ist, ist vor diesem Hintergrund nur 20, 30 Prozent der Miete. Wenn dieser Anbieter nicht weiß, dass Cross keine Schnittstellen hat, keine Schreibenden oder dass andere Systeme oder zumindest sehr wenige oder sehr teure oder wie auch immer, dass das schwierig ist und was eine mobile.de-Datei ist und wie so eine Autowelt, Datenwelt, dann wird es wirklich schwierig. Dann prompte man halt ewig. Ich sage nicht, dass prompten schlecht ist, aber nur prompten ist schlecht.
38:09 Das ist das eine. Das andere ist, ich glaube fester dran, dass KI sich technologisch öffnen wird über die Sprachmodelle hinaus. Die Sprachmodelle selber, ich glaube, man ist mittlerweile auch drauf gekommen, dass sie nicht wirklich intelligent sind. Im Sinne jetzt von einer wirklich schon fast philosophischen Diskussion, Agi und so weiter. Da haben die Bieste einfach Grenzen. Die werden immer besser. Das wird vielleicht auch irgendwann mal erreicht sein. Aber ich glaube, man wird sich anderen Disziplinen der KI öffnen, Machine Learning, zum Beispiel die ganzen statistischen Verfahren. Und da sehe ich gerade in unserer Branche ein irres Potenzial. Wir sitzen auf den Daten und wir machen nichts daraus. Und da gibt es so schöne Sachen.
38:55 Wann wird ein Gebrauchtwagenkunde zum Neuwagenkunde? Also das sind Dinge, da fangen wir erst an zu begreifen. Ich habe zum Beispiel ein Projekt für einen Softwareanbieter gemacht. Da konnten wir aus dem Klickverhalten auf Fahrzeuge auf der Händler-Webseite durch die Kunden, konnten wir prognostizieren, ob ein Fahrzeug in vier Wochen verkauft wird oder nicht. So, wenn man das aggregiert auf Fahrzeuggruppen, dann ist das eine ganz klare Beschaffungsempfehlung. Pack dir die aufs Lager, kauf die, die gehen in vier Wochen durch die Decke. Das bleibt jetzt ein bisschen. So, diese Sachen, die werden an Bedeutung gewinnen. Das wird KI im klassischen Sprachmodell-Sinne nicht ersetzen. Nochmal, das läuft alles weiter. Aber es wird endlich auch mal etwas breiter aufgestellt.
39:41 Von den Anwendungsgebieten erwarte ich viel Musik im Bereich Kundenschnittstelle, Hyperpersonalisierung der Kundenerfahrung. Da ist das Thema Telefonie, VoiceBot 1, das ist was anderes. Wenn ein Bot an der Datengang angeschlossen ist und über die Telefonnummer erkennt, wer das ist und sagen kann, Hallo, Herr von Steinaecker, schön mit Ihnen zu sprechen, als wenn das nicht der Fall ist. Das sind so Hyperpersonalisierungen, personalisierte Webseiten, die sich nach Klick verhalten. Also wenn zum Beispiel jemand in der Suchmaske nach Gebrauchtwagen auf der Händler-Webseite gesagt hat, ich suche, keine Ahnung, Abwand mit Leder oder ähnliches, dass dann in der Detailansicht dieser Fahrzeuge diese Suchkriterien besonders hervorgehoben werden, dass also für jeden Benutzer die Webseite personalisiert ist.
40:28 Da erwarte ich viel Anwendungen in naher Zukunft. Und ich erwarte sehr viele Anwendungen im Bereich Effizienzgewinnung, Reduzierung Suchzeiten, Reduzierung Wartezeiten und so weiter. Und die müssen nicht immer Sprachmodell sein. Da reicht oft eine Automatisierung. Ich bin doch völlig undagmatisch, undagmatisch. Mir ist egal, wie wir das tun gehen müssen. Hoffentlich ist es wieder gelöst. Ja, ist effizient da nachher. Ja, echt spannend. Und wenn ich dir zuhöre, ich habe immer direkt Kirmes irgendwie im Kopf und ich transferiere das immer so, was Gesagte so an den Point of Sale ins Autohaus, in den Autohandel rein, wie das dann so ist. Reduzierung Wartezeiten, wenn das alles mit dem Mover läuft und all solche Dinge.
41:14 Höchst spannend. Ja, wir bauen diese Lösungen ja, das vergisst man oft, nicht für die Experten. Also ich bleibe mal beim Beispiel Unfallschadenabrechnung. Derjenige, der die Unfallschadenabrechnung, der dafür ausgebildet ist, der die Regel des Schadensteuerers kennt im Autohaus und so weiter. Der wird immer etwas finden, der wird immer etwas finden, wo die KI nicht so doll ist. Vollkommen klar. Aber was ist denn, wenn der im Urlaub ist? Was ist denn, wenn wir jemanden neuen einstellen wollen? Für solche Dinge, dass dieses Wissen zumindest, nochmal 100 Prozent, dürfen wir nicht erwarten. Das ist Statistik. Aber 95 Prozent wäre schon ganz nett, dass dieses Wissen zu 95 Prozent irgendwo in der KI ist, dass man handlungsfähig bleibt, wenn jemand, der es eigentlich gar nicht da ist. Fachkräfte machen und so weiter.
42:00 Ja, super spannend. Ich mache mal so langsam den Sack zu mit einer Sache, die ich jetzt wirklich auch neulich gelesen habe. Und das war auch redaktionell sehr gut ausgearbeitet und eine sehr große Umfrage im Hintergrund. Es gibt Zahlen in der großen Umfrage, wo es bei KI-Einführung 29 Prozent der Mitarbeiter das heimlich sabotieren und da keinen Bock drauf haben. Das ist ein Drittel. Und da muss man wirklich, wirklich Obacht geben und nicht seitens der Geschäftsführung sagen, so, jetzt wird mit KI gespart und zwar nur irgendwo an Prozessen und an Zeit. Und man muss wirklich mit den Menschen reden, was man da tut und nicht einfach machen.
42:46 Da ist Aktionismus nicht der aller, allergeilste Ratgeber. Das ist völlig richtig. Ich sage mal, über das Change Management reden wir schon seit, ich weiß nicht, gefühlt 100 Jahren. Und es ist natürlich auch nicht hilfreich, wenn große Technologieunternehmen nach dem iPhone-Moment von ChatGPT 30, 40, 50 Prozent der Programmiermannschaft feuern, dann hinterher feststellen, oh shit, die brauchen wir doch. Und dann ganz verwundert sind, dass die keinen Bock mehr haben, dafür zu arbeiten. Also da ist so viel auch wirklich kaputt gemacht worden. Nur vielleicht eine kleine Einschränkung oder eine kleine alternative Sicht auf die Dinge. Wir merken in, oder ich merke in meinen Projekten sehr wenig, ich sage mal, Abwehrhaltung gegen KI.
43:31 Weil erstens sehe ich es ein bisschen breiter. Also für mich ist Bot irgendwo auch ein Teil der Lösung. Und es gibt dort immer noch Aufgaben, die muten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu. Das ist eigentlich eine Frechheit. Ja, das sind Klick-Jobs. Also wenn ein Mitarbeiter in einem markenverbundenen Autohaus vom Belegportal des Herstellers 1.000 Belege runterladen muss und wir ihm sagen, du, das machst du ab morgen nicht mehr. Ja, das macht ein Bot und eine KI klassifiziert die vor und schickt die dann weiter. Also, dass sie uns nicht die Füße küssen, ist ja jetzt übertrieben. Aber das finden die gut. Also wir merken eher noch, die Türen sind offen, es ist Interesse da etc. Ja, ich stimme dir hinzu.
44:18 Man muss aufpassen, wenn man das natürlich zu optimistisch sieht und nicht sensibel genug macht. Der Gedanke, trainiere ich jetzt eine KI so, dass ich mich selber überflüssig mache, der wird kommen. Und da müssen wir Antworten haben. Und da müssen wir mit umgehen. Da müssen wir auch sehr sensibel mitgehen. Im Moment merke ich noch eher die positiven Effekte, Aufbruchstimmung, ich werde diese doofen Arbeiten los. Und weil der Chef sagt, ich muss einen Kunden anrufen, ich habe aber keine Zeit, weil ich das System gefüttert muss und so weiter. Wenn wir da ansetzen, dann haben wir eigentlich Momentum in solchen Projekten. Aber nochmal, diese von dir genannte Seite wird kommen, definitiv. Da müssen wir sehr sensibel sein. Ja. Okay, lieber Jörg. Es war fantastisch, mit dir sprechen zu dürfen.
45:04 Das hat ganz viel Spaß gemacht und habe ich wieder was gelernt? Dankeschön. Ich auch. Das ist immer das Schöne daran. Bei dir lernt man immer was. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte. Ganz genau. Ja, wir sprechen uns ja demnächst auch mit Sicherheit wieder. Und dann schauen wir mal, wo die Reise dann hingegangen ist, sozusagen. Okay. Sehr schön. Gut. Ja, vielen Dank. Dann würde ich sagen, wir sind raus für heute und verabschieden uns. Macht's gut. Und wir hören uns bald wieder und sehen uns auch vielleicht auch bald wieder. Ich freue mich drauf. Bis dann. Tschüss. Ciao.

