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Umparken im Kopf · Folge 14 · · 48 Min

Talk mit KI-Experte Christopher Geyer, Autohaus Seitz Gruppe

Cover des Podcasts Umparken im Kopf

Christopher Geyer

0:00 / 48:28

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Worum es geht

Mindset und Unternehmenskultur für echte Innovationen In dieser Folge sprechen Tim Klötzing und Christopher Geyer über die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Autohandel, die Bedeutung eines positiven Mindsets und die Unternehmenskultur, die Innovationen fördert. Geyer teilt seine Erfahrungen mit selbstentwickelten Tools und deren Einfluss auf die Effizienz im Unternehmen. Zudem wird die aktuelle Situation des KI-Marktes im Autohandel beleuchtet und praktische Ratschläge für Unternehmen gegeben, die in die Digitalisierung einsteigen möchten. Takeaways Ein positives Mindset ist entscheidend für die Umsetzung von Innovationen. Die Unterstützung der Geschäftsführung ist für den Erfolg von Projekten unerlässlich. Fehlerkultur und das Ausprobieren neuer Ideen sind wichtig. Selbstentwickelte Tools können erhebliche Kosteneinsparungen bringen. Die Einbindung des Teams in den Entwicklungsprozess fördert Akzeptanz und Effizienz. Der KI-Markt im Autohandel ist noch in der Entwicklung. Datensilos sind ein großes Problem für die Digitalisierung. Unternehmen sollten ihre Pain Points identifizieren und selbst Lösungen entwickeln. Es gibt viele Ressourcen, um sich über neue Technologien zu informieren.

Gespräch als Text

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00:00 Umparken im Kopf. Dein KI-Podcast für die Autobranche. Die Automobilwelt steht vor einem gewaltigen Umbruch. Künstliche Intelligenz verändert alles. Wie wir Autos verkaufen und warten und vor allem, wie wir denken. Wir sprechen über neue Trends, Chancen, mutige Entscheidungen und echte Praxisbeispiele, die den Autohandel von morgen prägen werden. Ich bin Tim Klötzing, KI- und Marketingberater und jemand, der glaubt, wer heute im Kopf umparkt, fährt morgen ganz vorne mit. Schön, dass du dabei bist. Lass uns gemeinsam den Blick auf die Zukunft richten. Herzlich willkommen zurück bei Umparken im Kopf.

00:56 Heute geht es weiter. Heute haben wir wieder eine Folge, wo wir auch einen Gast dabei haben. Den habe ich im letzten Jahr beim Red Digital Day von der Santander in Düsseldorf kennengelernt. Grüße gehen raus, deinen lieben Jascha Breuer. Und zwar ist das der Christopher Geyer, Prozessmanager, Digitalisierung und Innovation vom Autohaus Salz im tiefen Bayern. Hallo Christopher. Hallo Tim, grüß dich. Schön, dass ich da sein darf. Ja, sehr, sehr, sehr gerne. Du bist mir in Erinnerung geblieben, weil… Ja, gut, weil das war schon echt bemerkenswert, weil ich wenig Autohäuser kenne, die im Kontext künstliche Intelligenz wirklich selber vorangehen.

01:44 Das ist erstmal so in ganz grob, warum ich auch den Kontakt mit dir versucht habe zu halten oder gehalten habe und dann gesagt habe, ey, lass uns mal bitte sprechen.

01:54 Weil viele reden über KI, ja. Sehr viele. Sehr viele reden über KI, alle reden drüber. Dann kommen aber eigentlich nur Dienstleister aus der Deckung, die möglicherweise KI-Anwendungen haben, in Klammern, eventuell auch nur Automation. Aber so aus dem Handel selber kommt ja irgendwie relativ wenig, ne? Ist wenig. Also ich kenne ein, zwei, drei Kollegen, die in der Richtung ein bisschen unterwegs sind, die ein bisschen ausprobieren und Dinge angehen. Ansonsten sind aber tatsächlich auch die Beispiele, die ich jetzt kenne von den Dienstleistern, mit denen wir logischerweise auch zusammenarbeiten in anderen Bereichen, sehr überschaubar insgesamt, also wo wirklich was im Einsatz ist. Und Automotive ist tatsächlich gar nichts dabei.

02:43 Ja, ich möchte heute mit dir so ein bisschen darüber sprechen, was ihr macht. Aber vor allem auch, wir hatten ja auch ein Vorgespräch, hast du ja auch mal gesagt, das ist auch ein Thema mit Mindset. Was mit Mindset zu tun hat, ins Umsetzen kommen, dass wir darüber sprechen. Weil ich weiß, mit dir kann ich mich wunderbar in der Tiefe, im Detail, wer grinst schon, im Detail verlieren. Und Christopher, also ich bin, glaube ich, nicht schlecht in KI, aber Christopher ist definitiv ein Brain dagegen. Aber so tief werden wir heute versuchen, nicht abzutauchen, oder? Ja, also für alle, die zuhören, ich habe dem Tim gesagt, er ist verantwortlich dafür, mich einzubremsen. Weil manchmal, ich kann auch ohne Punkt und ohne Komma. Und wir wollen es ja so halten, dass jeder was mitnimmt.

03:28 Das heißt, wir versuchen uns irgendwie pragmatisch an den Themen entlang zu hangeln und nicht so stark in den philosophischen Bereich oder in den technischen abzuhalten. Okay, steigen wir nochmal ganz soft ein. Christopher, wer bist du eigentlich und was machst du da überhaupt? Also erstmal bin ich Papa von zwei Kindern. Habe zwei Hunde, eine Katze und eine Frau zu Hause. Die Kombination an sich, die finde ich ganz gut. So beruflich komme ich eigentlich aus einer ganz anderen Ecke. Ich habe initial mal Groß- und Außenhandel gelernt bei meinem Onkel. Ein Wein-Importhandel, den mein Opa gegründet hat nach dem Krieg. Meine französische Kriegsgefangenschaft. Dann habe ich mir gedacht, nee, da muss irgendwie noch ein bisschen mehr gehen.

04:15 Habe Politik- und Wirtschaftswissenschaften studiert und bin dann relativ schnell im Bereich Digitales gelandet. Das war so 2000, ich will nichts Falsches sagen, 7, 8 rum im Bereich E-Mail-Marketing. Durfte ich viel Kunden betreuen im Bereich damals schon Digitalisierung, Big Data. Also wir haben in der von Lufthansa, Zalando, Berge und Meer, Deutsche Bank, KfW. War ganz spannend, direkt in Frankfurt. Und mit kurzen Unterbrechungen bin ich dem Thema eigentlich treu geblieben und bin dann irgendwann 2019, Anfang 2019 bei der Salzgruppe gelandet, weil ich mir gedacht habe, ich würde gerne mal die Perspektive, die Seite wechseln. Nicht immer der Externe zu sein, der reinkommt und so einen Projekt straight durchziehen, sondern vielleicht mal auch gucken, okay, wie gestaltet sich das, wenn ich länger da bin und nicht nur als teuer eingekauft, lauter Menschen vor mir sitzen habe, dem gesagt wurde, hör dem zu, der hat was Interessantes zu sagen.

05:09 Okay. Was ist denn da jetzt so konkret deine Rolle?

05:18 Ich glaube, man muss unterscheiden, für was hat man mich geholt und wie hat es sich entwickelt. Die Rolle wandelt sich, also ich glaube, so wie sich die Branche wandelt und die uns zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, so wandelt sich auch meine Rolle im Unternehmen. Initial, und das ist immer noch ein Teil von dem, was ich tue, habe ich ganz klassische Projektarbeit eigentlich mitgemacht, wenn wir sagen Projektmanagement, Product Owner, je nachdem, wie man es nennt.

05:48 Und was ging es da? Da ging es darum, wir würden gerne ein Intranet einführen im Unternehmen und wir brauchen jemanden, der das tut, weil das ist keine klassische IT-Aufgabe. Und das war der Startschuss tatsächlich, dieses Intranet-Thema. Und von da an hat es sich dann entwickelt. Also ich habe tatsächlich das erste Intranet, was man da angeschafft hatte, schon vor meinem ersten Arbeitstag, das habe ich wieder gecancelt, bevor es in Einsatz gekommen ist, weil ich damals gesagt habe, das Tool an sich, das kann ich das, was wir brauchen oder wollen. Und wenn ich das mache, dann ist das wahrscheinlich das letzte Projekt, weil die Kolleginnen und Kollegen mich in der Zukunft nicht mehr ernst nehmen werden. Guter Auftakt. Ja, ja, genau. Also da lässt man so ein bisschen, meine Handschrift kommt da so ein bisschen durch.

06:34 Also mir geht es nie um Tools. Also mir geht es um pragmatische und gute Lösungen, die irgendwie Mehrwert stiften, wenn ich der Auffassung bin, dass ein Tool, das Standard, nicht das ist, was wir brauchen, dann vertrete ich diese Meinung auch vehement und knüpfe die unter Umständen gegebenenfalls sogar an meine Person. Genau. Und von da hat es sich dann entwickelt. Also wir haben dann Office 365-Einführungen gemacht, Dokumentenmanagementsystem eingeführt, zentrale Teams-Telefonie eingeführt. So die Klassiker. Ich glaube, da gibt es in vielen Unternehmen Menschen, die das tun, in kleinen und großen Teams oder als Einzelkämpfer. Und dann gab es halt das eine oder andere Werk, da werden wir mit Sicherheit nachher dann zu kommen, wo sich die Rolle dann angefangen hat zu wandeln.

07:21 Einfach weil Zeit, Geld, Ressourcen und der Need, den wir an Themen hatten, der nicht gepasst hat und wir dann gesagt haben, gut, also wenn wir gar nicht die Möglichkeit haben, extern Dinge zu tun, dann müssen wir vielleicht überlegen, wie können wir selbst was tun, also ohne uns von Dritten abhängig zu machen. Und seitdem wandelt sich die Rolle sehr stark. Okay, vielleicht müssen wir ganz kurz noch ein bisschen einsortieren. Outdoor-Sites-Gruppe, wie groß seid ihr und wie viele und welche Marken habt ihr? Wir sind eine Händlergruppe, Inhaber geführt im Süden der Republik, sitzen ganz unten in Süddeutschland, Hauptsitz ist Kempten. Wir dienen uns so aus von Freiburg bis Augsburg, das ist so die Range, Bodensee sind wir viel unterwegs.

08:07 Wir haben auf dem Papier 20 Standorte mit ein paar mehr Betrieben, je nachdem wie man das zählt, können das 28 oder 32 sein. Also da gibt es ja auch noch Lackierereien und sonstige Betriebe, die angeschlossen sind und haben Marken alles im VW-Umfeld, also VW-Skoda, Cobra, zwei Porsche-Zentren, Audi, genau. Okay, alles klar, weil das muss man so ein bisschen, glaube ich, schon nennen, weil wenn man so drüber spricht, ja Mensch, ich bin da hingekommen, Projekt Digitalisierung, Innovation und 365 eingeführt und Telefonie, das ist halt schon größer. Genau, also wir reden über mehrere Standorte, die auch, sagen wir mal, historisch logischerweise nicht alle irgendwie bei uns waren, sondern da ist dann jedes Jahr oder Jahr für Jahr immer mal der ein oder andere Betrieb dazugekommen und die sind weit verteilt.

09:01 Wir haben so round about 1300 Leute auf der Payroll und versuchen halt, das, was geht, zentral in der Verwaltung in Kempten abzubilden. Also wir haben eine zentrale Disposition, eine zentrale Rechnungslegung, eine zentrale Terminvereinbarung, zentralisierte Buchhaltung etc. pp. Aber natürlich haben wir immer noch auch Menschen draußen, das Blech muss irgendwo angefasst werden, die Autos wollen verkauft werden. Genau, und das sind so die, ich denke, die Herausforderungen, die jeder irgendwie kennt im kleineren oder größeren Maßstab. Okay, du hast gerade schon so gesagt, womit hat das da so bei dir angefangen, du bist da hingekommen und da war als erstes ein, nicht lieb mehr, Projekt, ne warte mal.

09:47 Intranet. Ein Intranet, so, das war's. Ein Intranet-Projekt, ne. Und dann hast du auch schon ein paar andere Projekte danach genannt. Das sind natürlich Projekte, die natürlich auch tief in die, ich bin beinahe geneigt zu sagen, in die Logistik eines Unternehmens, also das ist natürlich falsch, aber natürlich tief in die Struktur und die Prozesse von Unternehmen eingreifen.

10:08 Das ist natürlich, wie nah bist du an der Geschäftsführung dran, dass das so funktioniert, weil das sind ja schon echte Umstellungen, die da passieren, oder? Sehr nah. Also am Anfang meine Position, die Position des Prozessmanagers, die wurde quasi mit mir ins Leben gerufen. Die gab es vorher nicht. Das war initial eine Stabsstelle und ich habe die ersten 3, 3,5 Jahre tatsächlich auch zwischen beiden Geschäftsführern gesessen. Also linkses Büro, rechtes Büro und Mitte gegenüber habe ich gesessen mit dem Assistent der Geschäftsführung. Das war am Anfang auch sehr gut, weil da kommt irgendwie so ein Neuer und der will mitreden und dann habe ich natürlich überall Abteilungsleiter, Vertriebsleiter, Verkaufsleiter, Aftersalesleiter etc., die alle so ihr eigenes Königreich haben und bisher da irgendwie schalten und walten konnten.

11:03 Und jetzt kommen die Geschäftsführer auf die Idee, sich da einen anzulachen, der in dem Fall auch branchenfremd, also ich habe während des Studiums mal bei BEMINI gearbeitet und habe Autos verkauft, das ist auch gar nicht schlecht, aber eigentlich so Automotive war ich nie so tief drin. Was aber auch bei uns natürlich Anstellungskriterium war und da sieht man, glaube ich, so ein bisschen das Mindset auch der Geschäftsführung. Dieses, nur weil es alle so machen, muss es nicht richtig sein. Wir holen uns mal jemanden von extern, der es vielleicht anders denkt und der vielleicht mit uns bereit ist, so gegebene Strukturen aufzubrechen oder zu hinterfragen. Bei uns im Besprechungsraum bei der Geschäftsführung hängt der Satz, den, glaube ich, auch jeder kennt, alle dachten, es geht nicht, bis einer kam, der es gemacht hat. Das steht groß im Besprechungsraum an der Wand, in Sites CI und das ist Motto und Programm und ohne Rückendeckung von der Geschäftsführung würde es auch überhaupt nicht funktionieren.

11:59 Also da, wenn ihr zuhört, Großes Dankeschön. Ist das denn, gibt es denn da so eine Philosophie des Inhouse-Umsetzens oder ist das etwas, was gewachsen ist? Das gewachsen. Da muss man auch ehrlicherweise sagen, am Anfang hieß es immer, ja schön, dass ihr die Idee habt, das zu tun, aber macht es nicht. Also wir haben insgesamt eine sehr positive Fehlerkultur. Wir werden immer angehalten, Dinge einfach auszuprobieren. Chef sagt immer, lieber ihr probiert es und scheitert, als dass ihr euch mit dem Status Quo zufrieden gebt. Das wird wirklich transportiert und gelebt. Das muss man wirklich sagen.

12:45 Es ist auch das erste Unternehmen, wo ich eher einbremsen muss, als anzutreiben. Das ist mal so eine Herausforderung in einer ganz anderen Art. Das ist auch heute noch so. Wir reden über ein Autohaus, ne? Das ist sehr ungewöhnlich. Aber wir reden auch über Martin Osterbergerseits und der Martin hat ganz konkrete Vorstellungen, wo er hin will und größtenteils deckt sich das mit dem, was ich mir so vorstelle. Natürlich gibt es Reibung, aber ich glaube, ohne Reibung gibt es auch kein Vorwärtskommen. Ich glaube, ich möchte ihn mal kennenlernen. Ich glaube, da musst du immer ein gutes Wort für dich einnehmen. Kennst du ihn nicht? Das mache ich möglich. Alles klar. Es hat sich verändert.

13:31 Ich habe schon immer sehr viel Freiheit gehabt, wenn es um Dienstleisterauswahl gab, um Toolauswahl. Wie gesagt, der riesen Vertrauensbeweis. Das erste Projekt, Internet war schon angeschafft, war schon bezahlt. Dann sollte der Geier kommen, der sollte das Ding ausrollen. Der sagt, nach drei Wochen mache ich nicht. Also wenn du das machen willst, musst du ohne mich machen, weil das Tool und ich funktioniert nicht. Das war so die erste Feuerprobe. Das war Anfang 2019, irgendwie im März oder April. Und genau, dann habe ich die Verantwortung gekriegt, was anderes auszusuchen, was anderes einzuführen. Das hat gut funktioniert. Und Dinge, die funktionieren, die stärken logischerweise das Vertrauen. Man merkt, man kann sich aufeinander verlassen. Und so ist es dann gewachsen. Und um auf den Punkt zurückzukommen, nein, das erste, was wir wirklich in-house gemacht haben, da hieß es, macht es das nicht.

14:21 Das ist nicht skalierbar. Das ist zu gefährlich. Da gab es auch schon andere Lösungen, die eingeführt wurden. Und der verantwortliche Abteilungsbereichsleiter und ich, wir waren aber der Auffassung, wir glauben doch, dass es geht. Und du sagst immer, lieber machen und sich entschuldigen, als sich mit dem Status quo abfinden. Also haben wir es einfach still und heimlich gemacht und haben da alles auf eine Karte gesetzt. Und es hat funktioniert. Und seitdem laufen die Dinge bei der Salzgruppe ein bisschen anders. Ja, ich habe natürlich so gesehen direkt den Proof of Concept gemacht. Und gesagt, schau mal hier, was wir selber in der Lage sind zu machen. Das war aber, das ist ja einige Jahre her, wo du angefangen hast.

15:13 Du hast angefangen bei Salz? Ich habe 2019 angefangen und wir reden quasi von unserem zentralen Leasing-Rücknahme- und Dienstleistungszentrum, in dem wir auch alle Fahrzeuge von unseren Kemptner Betrieben mittlerweile ausliefern. Ganz neue Einheit, also ganz viele Dinge um die Auslieferung oder Rücknahme von Fahrzeugen, die sonst draußen passiert sind. Alle dezentralen mit einem eigenen Team neu zusammengestellt. Neues Gebäude, neue Räumlichkeiten, neue Auslieferungshalle etc. Und das war so 22, 26, ja, ich glaube 22 ging es los und 21 haben wir da geplant. Das ist ja noch eine Zeit, die wahrscheinlich auch in der, ich spreche jetzt mal absichtlich von Softwareentwicklung, von der Softwareentwicklung her, wahrscheinlich noch nicht so aufgestellt war, wie jetzt ganz brandaktuell mit, ich sage mal, neuesten KI-Lösungen, die einen dabei unterstützen können, oder?

16:19 Das ist richtig. Also das gab es gar nicht. Es gab auch kein JGPT, was mal kurz irgendwie ein Konzept drunter geschrieben hat. Kein No-Code, kein Low-Code, ne? Ja, doch, doch, doch, doch, doch, doch, doch, doch. No-Code, Low-Code schon. Also dazu muss man wissen, ich bin so in diesen ganzen technischen Bereichen geht es sehr umtriebig, würde ich das mal sagen. Andere würden sagen nerdy. Ich versuche da irgendwie am Zahn der Zeit zu sein. Warum? Weil wenn man sich viel mit Prozessen auseinandersetzt, dann sieht man ja Dinge, oder man meint zumindest Dinge zu sehen, und dann baut man Lösungen. Und irgendwann ist es dann einfach frustrierend, ich merke schon, es wird eine gute Überleitung, irgendwann ist es dann frustrierend, wenn man feststellt, okay, ich kann Dinge denken, ja, und ich kann mir sehr genau ausmalen, wie die auszusehen haben, wie die auch skalieren würden im Unternehmen, aber ich bin immer auf einen Dritten angewiesen, der mir da irgendwie erzählt, wie leicht oder schwierig etwas ist, oder wie lange es dauert, oder welches Preisschild da dran hängt.

17:22 Genau. Und deswegen habe ich da schon viel privat gespielt vorher, habe die verschiedensten Tools ausprobiert. Damals mit Bubble habe ich Trinkgeld.link gebaut, so eine digitale Lösung zum Empfangen von Trinkgeld. Ich habe ja ganz viele unterschiedliche Konzepte, die ich im Kopf hatte, einfach gesagt, das hat gar keinen Bezug jetzt zu dem, was ich so 9 to 5 bei der Firma 6 gemacht habe. Idee gesehen, lass mal machen. Genau, einfach coole Idee, kann man Geld verdienen, lass mal machen. Das war so eine Zeit, da habe ich privat auch so eine kleine Marketingagentur gegründet, coronamäßig, da habe ich zeitweise dann nebenberuflich irgendwie vier bis sechs Mädels auf der Payroll gehabt, die Grafikdesign gemacht haben und wir haben so personalisierte Bildchen verkauft und dann haben wir gesagt, das muss besser gehen.

18:09 wir machen das händisch, kann man das nicht auch mit einem Konfigurator machen, also wenn man ein Auto konfiguriert, dass man quasi ein Bild zusammenstellt von sich und seiner Familie. Genau, und so gab es halt ein Projekt nach dem anderen und ich habe da ein bisschen Wissen aufgebaut. Meine Idee war damals so, über alle Tools irgendwie Bescheid zu wissen, das habe ich relativ schnell verworfen. Man hat gesagt, ich muss euch mal auf ein Tool spezialisieren, das war in meinem Fall GlideApps, das sind Amerikaner, Amerikaner. Die haben damals schon einen sehr guten Job gemacht und genau, so fing es an. So fing es an. Ich muss noch ein bisschen auf das Thema Unternehmenskultur, Mindset nochmal gehen, weil das ist so, ja ohne das ist nichts möglich.

18:57 Um mal so ein bisschen in die Breite zu gucken. Was braucht es denn, damit das überhaupt funktioniert? Du hast jetzt gerade schon die Geschäftsführung so rausgehoben, dass die da eine gewisse Offenheit dafür haben, ja alles gekauft, aber da gehört ja irgendwie auch noch ein Team zu und wie ist das bei euch? Also wie funktioniert das mit? Also ich glaube, man muss so ein bisschen unterscheiden von welchen Unternehmensgrößen man quasi spricht, weil also Mindset natürlich ganz, ganz, ganz, ganz wichtig, sich einfach mal trauen, Dinge zu tun, positive Fehlerkultur, ganz klar, Vertrauensvorsprung auch, wenn man das Wissen selbst nicht mitbringt, da holt man sich einen, der spricht irgendwie eine andere Sprache, der ist in anderen Welten unterwegs und für den sind Sachen auf einmal ganz einfach, wo man selbst sagt, das kann ja nicht sein, dass es einfach ist.

19:44 Ich habe die letzten Jahre jeden Monat 10.000 Euro dafür bezahlt, also ein Schwurbler, was der mir da erzählt. Das ist ein Teil der Gleichung. Der andere ist natürlich aber auch, man braucht vor Ort das richtige Team, sage ich mal, wenn man über größere Organisationen skalieren will, weil man natürlich in der Lage sein muss, von A bis Z dieses ganze Spektrum abzudenken. Du musst auf der einen Seite deine Leute haben, die draußen richtig in der Kommunikation sind und um auch die richtigen Themen zu finden und musst dann das Know-how Inhouse aufbauen, skalierbar, ohne irgendwelche Bottlenecks, auch deine eigenen Lösungen zu bauen und nachhalten zu können, weil halt mitmachen und hinstellen ist halt nicht getan, wenn man solche Tools leben.

20:40 Da verändern sich Dinge, da gibt es auch so Themen wie Data Compliance und Co. Da muss ich mal kurz reingehen, weil auf der einen Seite haben wir jetzt glaube ich schon durchaus gelernt, dass du da auf einem Unternehmen oder bei einem Unternehmen bist, was seitens der Geschäftsführung viele Freiheiten gibt und auch antreibt und da offen für ist. Okay, dann bist du da und baust irgendwelche Prozesse um, organisierst, machst und tust und dann müssen die ja ins Unternehmen. Dann fangen die ja erst an zu leben. Das hast du ja gerade so im Nebensatz gesagt. Da ist ja auch dann einiges los. Da müssen ja Menschen mit arbeiten und das auch wollen. Ja, und das ist eigentlich der Punkt, der für diese ganze Geschichte selber machen und der totale Beschleuniger ist. Das ist nichts, was quasi bremst und was das Ganze komplizierter macht, sondern es macht es eigentlich einfacher.

21:29 Warum? Wenn ich immer nur mit externen arbeite oder noch schlimmer, ich arbeite nur mit Standard. Immer und überall. Ich arbeite nur mit Standard. Dann wird es immer so sein, dass ich den Menschen, die heute schon 10 Tools und 15 Logins haben, wo sie im Drei-Wochen-Takt die Passwörter ändern müssen, zu denen komme ich und sage, boah, geil, ich bringe euch das nächste Tool. Im schlimmsten Fall, ohne mit denen vorher gesprochen zu haben, wo es eigentlich drückt. Und ein Ansatz, den wir beispielsweise auch bei Dienstleistern verfolgen, ist sozusagen, wenn wir ein Tool einführen, schaffen wir mindestens eins ab, eher zwei. Die Tendenz zu weniger Tools, die ist strategisch da. Das hat auch was mit Datensilos zu tun und das hat auch was mit Automatisierung zu tun und dann auch mit dem Thema KI, also Datenverfügbarkeit, Datenstruktur, die ist vorhanden.

22:24 Das ist ein Thema, was aber viel spannender ist, wenn man anfängt, nicht Standard einzukaufen, sondern Dinge selbst zu tun, dann ist man zwangsläufig gezwungen, sich mit den Menschen draußen zu unterhalten und mal zu fragen, pass auf, was braucht ihr denn eigentlich? Also ich kaufe nicht die nächste Outdoor-Software, die dieses oder jenes kann, sondern ich gehe halt in meinen Sales und sage, pass auf, erzählt mir mal, wie euer Tag so aussieht, was sind denn so die größten Themen, die ihr habt, wo greifen wir denn an? Also es geht ja nie um das Tool, sondern es geht ja immer um das Problem und um die Lösung, die wir quasi transportieren wollen. Das Tool ist erstmal Nebensache. Also wir identifizieren den Prozess, identifizieren das Potenzial und dann versuchen wir dafür, eine Lösung zu finden.

23:14 Und in dem Moment, wo wir diese Lösung technisch bereitstellen, dann ist das für diese Menschen, ich will schon fast sagen, eine Offenbarung, weil die merken dann, sie können sagen, boah, unter der Bedingung, das brauche ich da bitte noch einen Button oder der Button, der soll bitte nicht klickbar sein und wenn ich die Daten eh schon drin habe, kannst du mir dann nicht direkt das Anschreiben mit der Zulassungsstelle rauslassen und dass ich nochmal Copy-Paste und so. Und wenn man dann, da gehört jetzt das Team oder das Know-how dazu, wenn man dann in der Lage ist, diese Anforderung sehr schnell in eine technische Lösung zu übersetzen und ich rede hier nicht von Wochen, auch manchmal nicht von Tagen, sondern von Stunden,

24:00 dann passiert was, weil dann kriegt man auf einmal Anrufe von draußen, wo es heißt, pass auf, wir haben uns zusammengesetzt, irgendwie im Show Fix und da haben wir die Sonne in die Punkte besprochen, können wir die nicht mal auch adressieren? Das würde doch Sinn machen, jetzt haben wir dieses Anschreiben für die Zulassungsstelle, können wir jetzt nicht noch einen Abholschein machen, können wir jetzt nicht noch ein Übergabeprotokoll machen, können wir jetzt nicht noch eine interne Doku machen, wann kam das Auto rein, wann hat das Auto das Haus verlassen, wo war es, wie lange können wir nicht vielleicht diese Zeiten auch noch auswerten? Dann gibt es ganz, ganz viele Ideen und dann ist es mein Job oder mittlerweile der Job von meinem kleinen, aber vor allem Team, zu sagen, okay, was davon macht Sinn, was nehmen wir mit in die Umsetzung, was kam aus Haus B, ist aber eigentlich für alle Häuser relevant und dann gucken wir, dass wir das möglich machen und setzen das mit den Leuten zusammen um.

24:53 Also das heißt, wir entwickeln gar nicht mehr oder wir entwickeln nicht top down, sondern ich würde fast schon sagen bottom up. Ja, also natürlich liefert man manchmal Ideen, stellt Fragen, weil man bestimmte Antworten von draußen haben will, das ist klar, aber ich glaube, die Einbindung der Menschen, die mit den Tools arbeiten, die ändert sich dann einfach und dann ist es ein Selbstläufer, weil dann sind alle happy. Das hattest du im Vorgespräch auch gesagt, dass viele gute Ideen oft nicht aus der Geschäftsführung kommen, sondern eigentlich so aus der, ich nenne das mal mittleren Ebene, aus dem Team, ne? Fast, fast immer. Also no front, aber Geschäftsführung ist, also Geschäftsführung ist jetzt in unserer Größe viel zu weit weg, um das beurteilen zu können. Okay.

25:39 Viel zu weit weg. Also selbst bei mir, und ich versuche mich ja in die Prozesse reinzudenken, wenn ich dann manchmal im Detail hingucke, dann ist das auch für mich ein absoluter Eye-Opener, wo ich mir denke, es wäre Wahnsinn, was da seitens des Herstellers verlangt wird oder was da das, die Legacy-Systeme, die wir irgendwie benutzen müssen, also ich denke da an den Cross zum Beispiel, was da für Vorgaben passieren oder bei so einem Leasing-Vertragsabschluss, an was man alles denken muss. Klar, dass die Menschen im Vertrieb sagen, das ist alles nicht mehr, das ist nicht mehr leisbar. Also wir haben drei Viertel des Tages verbringen irgendwie mit Bürokratie, aber nicht mit Autos zu verkaufen. Und genau, also Geschäftsführung ist da zu weit weg von.

26:26 Meistens. Bei den ganz großen Themen logischerweise nicht, die so, wo man sagt, okay, die sind unternehmenspolitisch irgendwie entscheidend, wenn es um Datensätze geht, um Töpfe, um große Systeme, die wir einsetzen oder nicht einsetzen, da sind die auch mit mir und mit den Jungs aus der IT und mit den Abteilungsleitern im Sparring, das ist ganz klar. Aber so die Alltagsprobleme, wo hat ein Serviceberater, Themen, Verkäufer, eine Vertriebsassistenz, eine Disposition, da sind sie in der Regel zu weit weg von. Lass uns mal auf zwei, drei, ich habe mal so zwei konkrete Beispiele, die ich mal rausnehmen würde. Erstmal vorab gefragt, wie viele Tools habt ihr inzwischen, ich sag mal, komplett selber wirklich live am Laufen, die in eurem Betrieb aus euch selber raus entstanden sind?

27:19 Also wenn ich unsere, wir machen mal Probefahrtvereinbarung für die Aktion XY der verschiedenen Marken rausrechne und sag so, wirklich nicht so aktionsbezogene Tools, sondern Tools, die wirklich tagtäglich im Einsatz sind, sind es ungefähr 10, 10 plus X, wobei es drei, vier, fünf große sind und dann kleinere Applikationen. Also eine kleine Applikation wäre zum Beispiel unser Hagelwarner, der scannt die gängigen Wetterseiten und die Wettermeldungen vom Deutschen Wetterdienst auf unsere Standorte und die Regionen und in dem Moment, wo da irgendwo das Wort Hagel auftaucht, Wett hat bei uns, ich sag jetzt mal, eine Alarmierungskette losgetreten und Verantwortlichkeiten zugewiesen.

28:06 Da können sich auch die Verantwortlichen quasi selbst in diese Meldeliste eintragen. Das Tool, das arbeitet autonom, ist ein schönes Beispiel. günstigste Tool für alle Standorte hätte uns gekostet, glaube ich, 30.000 Euro. Ich habe damals im Termin gesagt, Chef, ich mache es für fünf. War es gelächter groß, nicht fast, aber wir haben ein oder zwei Tage später war das Tool fertig und wir haben es quasi zentral über das Intune bei uns ausgerollt. Okay, dann hast du noch erwähnt, es kam mal das Thema Brandschutz auf. Wie ist der Brandschutz in euren Betrieben aufgestellt? Gibt es eine Brandschutz-App? Brand- und Arbeitsschutz, das ist auch so ein Zwei-Tages-Projekt, sage ich mal, das habe ich auch tatsächlich nicht selbst gemacht, das hat der Tim bei mir im Team gemacht, haben wir mit unserem Dienstleister zusammengesessen für den Bereich Arbeitsschutz, das steht dann mal schon Schauer und Wolf bei uns und dann ging es darum, wer ist eigentlich im Haus verantwortlich?

29:00 Haben wir eigentlich pro Betrieb genügend Menschen? Wie ist der Schulungsstand von denen? Wie machen wir es den Menschen in unseren Betrieben, die sind ja auf Standortübergreifend unterwegs, möglich zu gucken, okay, wer ist jetzt hier gerade mein Ansprechpartner und quasi mit einem Klick den anzurufen oder zu sagen, pass auf, hier brennt es und ich drehe jetzt mal eine Feuermeldung von dem Standort los und ja, das Gespräch, das kurzfristig daran teilgenommen, hat mir das angehört und hat gesagt, ich weiß nicht, wo euer Problem ist, wenn wir das nicht haben, dann machen wir das und dann hat der Dienstleister mich angehört und hat gesagt, Herr Geier, kriegen Sie das bis Ende Februar hin? Dann habe ich gesagt, wir haben Mittwoch, also Freitag spätestens, Montag ist das fertig. Ja, und jetzt ist es seit, keine Ahnung, also wir reden jetzt von diesem Jahr, wir haben im Januar zusammengesessen, jetzt ist es halt seit vier, fünf, sechs Wochen auch schon im Einsatz und läuft.

29:53 Das sind so kleine Geschichten oder wir haben in der Disposition ein Tool im Einsatz nämlich Zendogs. Was tut dieses Tool? Wir hatten das Thema, wie wahrscheinlich viele Autohäuser auch, dass wir aus der aus der Diva, also aus der digitalen Vorgangsakte von Volkswagen unfassbar viele E-Mails kriegen, also wirklich unfassbar viele, wir haben es hochgerechnet, sind ungefähr im Jahr verteilt 750.000 Eingangs-E-Mails, weil Leute halt doppelt und dreifach informiert werden, genau, und wenn diese E-Mails rausgeschickt werden, dann auch die Vorgesetzten quasi nicht sehen, okay, da ist jetzt gerade die Verantwortlichkeit an den Verkäufer gegangen, der soll sich jetzt bitte darüber kümmern, also es ist auch irgendwie noch so eine 1-zu-1-Kommunikation, alles doof und als wir dann die Diva eingeführt haben, haben wir dann ein zentrales System eingeführt und ich habe diese ganzen E-Mail-Benachrichtigungen einfach abgestellt, also an alle und es gibt jetzt noch einen Diva-Nutzer bei uns, diva-at-sites-gruppe.de, der kriegt diese ganzen E-Mails und dann ordnet er diese E-Mails über eine Pi-mal-Daumen-Smarter-Automation, da läuft ein bisschen KI mit, einfach fürs Feintuning diese E-Mails immer dem entsprechenden Akt zu und sagt dann der Disponenten, Achtung, ich habe eine neue Vorgangs-E-Mail, neues Korrespondenzschreiben, ein neues Pending zu quasi dem Vorgang XY und das korrespondiert

31:23 quasi mit dem zentralen Aufgabenmanagement von unserer Zentraldisposition. Krass, okay, cool. Das ist jetzt, also kein Witz, haben wir mittwochs morgens drüber gesprochen, am Montag drauf war die Diva-Einführung und unsere Chefdisponentin war skeptisch, dass das alles funktioniert. Dann habe ich gesagt, mach mir hier auf dem Blatt Papier, was du brauchst. Da habe ich gesagt, ich habe ein langes Wochenende, ich mache morgen Homeoffice und mache einen auf Kellerkind. Du hast am Montag die Lösung, die du brauchst und die ist bis heute im Einsatz. Also die war tatsächlich nur als Pflaster gebracht für das zentrale Aufgabenmanagement von der Dispo und die Dokumentenverwaltung, also von Verträgen, die quasi von draußen reinkommen, weil die Diva halt nur ein Postfach ist und kein Vorgangssystem, läuft bis heute.

32:13 Also ich habe gerade gestern noch einen Wunsch gekriegt von einer Kollegin in der Disposition gebraucht, weil die gesagt hat, pass auf, ich brauche da noch zwei Features bei dem initialen Formular, die hat sie heute Abend. Okay. Ich habe noch, eins wollte ich noch ansprechen, weil das hast du letztens gepostet, da müssen wir aber schauen und zwar das Werkstattpotenzial. Du hast da was gebaut. Ich habe da was gebaut. Ich habe auch mal was gebaut, was öffentlich zugänglich und zu haben ist. Normalerweise, fast alle unsere Lösungen sind ja sehr, sehr unternehmensbezogen. Seiz spezifisch, die sind einfach für uns. Die entstehen einfach auch, sagen wir mal, während meiner von der Firma Seiz bezahlten Arbeitszeit. Das ist nur gut und fair, dass die dann auch der Firma Seiz gehören.

33:03 Betriebspotenzial war eine Idee, die kam bei uns aus dem Online-Vertrieb vom Ferdinand von Knoblauch, der gesagt hat, pass auf, wir geben Geld aus ohne Ende Verwerbung, um Menschen zu adressieren und jetzt haben wir aber super viele unserer Kunden und wir haben das dann in Zahlen aufgedröselt, die kommen ja mindestens zweimal im Jahr, kommen die ja bei uns vorbei, nämlich dann, wenn sie ihr Auto in Service bringen und dann, wenn sie es wieder abholen und wir nutzen das Potenzial überhaupt in keinster Art und Weise vertrieblich und dann müssen wir irgendwas machen und die Idee war dann relativ klar, wir haben gesagt, wir wollen den Jungs und Mädels im Vertrieb nicht noch ein weiteres Tool an die Hand geben, das wollen wir nicht. Wir wollen auch nicht mit irgendwelchen Excel-Listen arbeiten, weil unpraktisch und daraus ist ein Werkstattpotenzial entstanden.

33:51 Was macht das? Werkstattpotenzial bekommt einmal aus dem Tag den Werkstattvorlauf von all unseren Betrieben und bietet dann quasi aktuell den Verkaufs- und Vertriebsleitern eine entsprechende Übersicht. Die können dann über diese Leads, sage ich mal, gehen und können sagen, okay, der Kunde, der ist interessant, weil wir wissen aus der HISS, die ist natürlich angebunden, in vier Monaten ist es autofällig, sieht direkt, was hat der für eine Rate, was hat der für eine Dienstleistungsrate, was hat der für eine Zusatzleistung, beißt es dem Verkäufer zu oder wir wissen aus der HISS, wer der Verkäufer ist und dann schießen wir das quasi direkt bei uns ins CRM-System. Das Tool ist aber auch so gebaut, dass wenn es kein CRM-System gäbe, wird quasi die Aufgabe als E-Mail an den Verkäufer gehen und das wird stetig weiterentwickelt.

34:43 Also aktuell haben wir beispielsweise die Möglichkeit, dass wir Filter setzen. Das heißt, ich kann sagen, okay, ein Tour-Rack, der zwischen vier und sechs Jahre alt ist, das heißt wahrscheinlich nicht mehr in der Finanzierung, nicht mehr im Leasing ist, sondern tatsächlich im Kundenbesitz und zwischen 60 und 80.000 Kilometer hat, der ist für uns interessant und so Fahrzeuge werden dann quasi automatisch erkannt und genau, die Aufgabe wird dann dem Verkäufer automatisch zugewiesen und kann halt im CRM-System analog alle anderen Leads ausgewertet werden. Kleine Geschichte von der Idee bis zur Umsetzung, glaube ich, fünf Tage und jetzt tatsächlich als SAS live, also ist mandantenfähig. Ich habe knapp 200.000 Kundenkontakte drin aus dem Kurs, das skaliert bis zu 10 Millionen Fahrzeuge.

35:30 Das ist so geil, weil es läuft ja, also angenommen, es gibt ein CRM-System, da setzen wir jetzt mal ganz kurz voraus für den Gedanken, läuft es ja komplett im Hintergrund, nutzt die Daten autonom und schießt halt ein Lied ins CRM, wo der Verkäufer im Zweifel eh mitarbeitet. Kein extra System. Genau, kann sie autonom nutzen. Wir spielen das aktuell noch nicht, weil wir wollen, dass die Verantwortlichen sich mit dem System auseinandersetzen und wissen, was da drin passiert ist. Ginge aber voll autonom und da ergeben sich dann so schöne Dinge wie, ich habe auf einmal meinen ganzen Leasingbestand in einem Tool drin, ist auch viele einfach neu, weil die kennen nur ihre Excel-Listen, die sie halt aus diesem Herstellersystem rauskriegen.

36:16 Jetzt kann ich auf einmal meinen Leasingbestand selektieren, nach Kundengruppen, nach Marken, nach Raten, nach Verkäufern, nach Betrieben, nach Zusatzleistungen und ich kann natürlich auch wieder so Spezialthema von uns, das werden wir jetzt an der Stelle umstellen, die Singrücklauf, ich kann natürlich meinen ganzen Rücklauf darüber steuern, weil ich steuere das quasi als Lead, wieder auch im CRM ein. Ich kann das Fahrzeug dann über dieses Tool im Vorlauf für den Rücklauf quasi schon anlegen, dass das Team, dass die Rückläufer verarbeitet, weiß, okay, dieses Fahrzeug kommt jetzt. Also da kommt dann so das eine zum anderen, muss man dann überlegen, immer was Sinn macht. Aber das ist ein schönes Beispiel, genau. Also so starten Projekte bei uns. Ja, krass. Mehr, ich muss gerade an, weil das ist ja jetzt etwas, was auch frei zugänglich ist, was auch andere theoretisch von dir haben können.

37:06 Da komme ich so automatisch gedanklich auf den, ich sage mal, KI-Markt rund um den Autohandel. Das hatten wir ja vorhin auch schon angesprochen, dass das hauptsächliche im Moment so der Markt ist. Wie siehst du im Moment so diesen, ich nenne es mal KI-Markt rund um den Autohandel? Hast du da eine Meinung zu? Ich habe zu fast allem eine Meinung. Nein, also dazu muss man ein paar Sachen sagen. A, ich schaue nicht so wirklich, was der Markt tut. Warum? Einfach, weil das Mindset bei uns in der Verwaltung ist ein Start-up-Mindset.

37:52 Ich gucke natürlich, was für Fehler machen andere. Ich nehme auch gerne Best-Practice mit. Wenn mir was über den Weg läuft, wo ich sage, boah, das ist spannend, da gucke ich da näher hin. Aber grundsätzlich machen wir erst mal unser Ding. Wir holen aus uns das Beste raus und wir haben halt die Erfahrung gemacht, dass wenn wir irgendwo hinschauen, dann kriegen wir meistens erzählt, warum was nicht geht und das ist halt, wie gesagt, nicht unser Mindset. Das ist Punkt eins. Punkt zwei, wenn wir von KI im Autohandel reden, reden wir meiner Meinung nach, der eine oder andere versteht darunter den Voice-Bot, der irgendwie ein Gespräch führt, im besten Fall einen Termin vereinbart. Da gibt es vielleicht noch auf der GB-Seite, die sagen, geil, ich kann jetzt Fotos machen, die werden automatisch freigestellt.

38:36 Da sind wir aber glaube ich gedanklich schon weiter, weil ich will gar nicht, dass ein Voice-Bot einen Termin vereinbart. Ich rede dann, also in meinem Kopf ist es dann schon, der Kunde stellt um 22.30 Uhr eine Anfrage. Ich kenne das Modell. Jetzt will ich eigentlich, dass der Voice-Bot die Vorqualifizierung führt. Ich will, dass der den Kunden fragt, hast du schon konfiguriert, hast du einen Konfigurationscode zu dem Auto, gibt es Ausstattungsmerkmale, die du drin haben willst. Und dann will ich eigentlich, dass der die Leasingrate, Wart- und Verschleiß, Reifenpaket, dass der das ausrechnet und im Idealfall schiebt er eine digitale Antragstrecke, die es seit Hersteller schon gibt. Das heißt, also die Gedankenwelten, in denen wir uns bewegen in der Gruppe, die sind von dem, was ich quasi am Markt sehe und was als Dienstleistung im Standard angeboten wird, meistens schon ein Tick weiter.

39:26 Punkt eins. Ihr denkt vernetzter, ne? Wir denken vernetzter. Punkt zwei, das ist jetzt eine gute Überleitung. Punkt zwei, fast alle Systeme sind Datensilos, die ich mir einkaufen kann. Ja. Die meisten. Und bei all dem, was wir vorhaben, wir wollen ja Abteilungen und Unternehmensstandorte miteinander vernetzen. Im Idealfall besser vernetzen, als dass sie heute vernetzt sind. Im Idealfall mit besseren Daten, als dass wir sie heute haben. Warum? Weil wir automatisieren wollen und weil wir natürlich, wenn wir von KI reden, auch irgendwann wollen, das KI mit den Daten in diesem System liegt, Entscheidungen treffen. Und wenn ich dann Datensilos habe, wo System A nicht mit System B spricht und ich muss dann, also nichts gegen die Menschen, die bei uns in der Datenpflege arbeiten, aber ich muss dann Teams beschäftigen, die Copy-Paste-Arbeit machen, dann ist das nicht mein Verständnis von Digitalisierung.

40:19 Und leider Gottes ist es so, dass die meisten Tools, die es so gibt und zumindest mir bekannt sind, da ist dieser Vendor-Login ist entweder Teil vom Geschäftsmodell, weil man dann halt sagen will, okay, das Feature baue ich euch, also dafür, dass ich mit euren Daten arbeite, das ist das eine oder es ist halt einfach Legacy-Software, die es tatsächlich einfach nicht kann. Und dann überlege ich schon im ersten Step, es ist spannend, aber wäre es nicht besser, wir würden das selbst machen und in das integrieren, was wir vielleicht schon haben oder was wir vorhaben zu bauen. Wir kommen also zum Abschluss. Ich könnte mit dir wirklich stundenlang noch weiterreden, das ist gar kein Problem. Ich habe eine Sache, die ich den Leuten gerne mal mache.

41:05 Ja, unbedingt. Das ist ein Brainstorming, was wir intern gemacht haben, so KI-Kategorisierung. Wir reden immer von KI, was ist Kategorie? Also es gibt ja ganz unterschiedliche Verhältnisse. Die Jungs in der IT haben ein anderes Verständnis als ich und im Vertrieb, Aftersales, Dispo, Geschäftsleitung und ganz unterschiedliche Ideen. Und ich habe versucht, es mal zusammenzufassen und ich glaube, da können sich viele mit identifizieren. Ich habe einmal die KI als Helfer. Das ist so für mich die Stufe 1. Das ist, glaube ich, klassischerweise das, was die meisten Menschen unter KI verstehen, das ist so diese Chat-GPT-Geschichte. Ja, und die wird statistisch, ich habe es auswerten lassen, über unseren Dienstleister, so knapp 80 Prozent dazu genutzt, einfach irgendwie E-Mails schöner zu machen und zu 20 Prozent irgendwelche Fragen zu stellen, wie, wo reiche ich den Urlaubsantrag ein oder wie läuft das bei uns im Unternehmen mit der Krankmeldung, also diese Knowledge-Bots.

41:55 Dann habe ich KI als Teammitglied. Das ist für mich die Stufe 2. Das heißt, ich habe etwas, was passiert mit einem Dokument, mit einem Kaufvertrag, mit einer Datenschutzerklärung, wie auch immer und auf Basis des Dokuments ist schon klar, was irgendwie gemacht werden muss, zumindest in Teilen und KI unterstützt das. Das heißt, Beispiel unser Dispo-Tool, KI verteilt dann quasi diese E-Mail, liest die aus, weist die zu, ist schon ein Teammitglied, aber da werden keine großen Entscheidungen drauf. Da werden auch schon Entscheidungen getroffen, aber keine großen. Nur geht das Paket nach links oder geht das Paket nach rechts. Und das Dritte ist KI-autonom, also als Agent. Da reden wir dann über, KI übernimmt die Vereinbarung von einem Radarwechseltermin bis hin zu KI führt das ganze Qualifizierungsgespräch und unterbreitet das Angebot.

42:52 Und ich glaube, wenn man im Unternehmen über KI spricht, das versuche ich zumindest bei uns einzuführen, immer sagen, okay, an der Stelle bei dem Use Case, dem Problem, was wir haben, weil das Tool ist ja kein Selbstzweck, von was reden wir? Also wie wollen wir KI einsetzen? Reden wir von Stufe 1, von Stufe 2 oder von Stufe 3? Grenzen sind fließend, aber nur mal so zur prinzipiellen Abgrenzung. Geil. Super, super. Danke für die Einordnung. Jetzt muss ich mal überlegen, was, tja, das ist echt schwierig. Also wenn ich jetzt dir die Frage stelle, was würdest du einem anderen, generell einem anderen Unternehmen raten, das da starten will, was würdest du dem sagen, weil ihr seid da relativ, ihr seid so weit vorne, aber wie, was sagst du denen?

43:38 Also, es gibt so diese soften Sachen, von wegen Vertrauen, Möglichkeiten, da muss ich so Menschen wie mich oder die Leute in meinem Team, die muss man sich auch leisten können, ja, wenn man kleiner ist, braucht man auch das eigene Mindset, sich glaube ich, in neue Dinge reinzudenken, aber vom Prinzip, es gibt so einen Leitsatz, also so Fahrradfahren lernst du nicht vom Zugucken, so, auch nicht bei einer Keynote und auch nicht aus dem Buch, sondern wenn du Fahrradfahren lernst, musst du ein Fahrrad nehmen, immer auf die Straße gehen und musst dir überlegen, okay, ich will jetzt nicht Tour de France fahren, aber von hier bis zu dem Stopp-Shield, das würde ich gerne schaffen, so, und dann probierst du das und dabei wirst du hinfallen, ja, und wirst dann Erfahrung machen und irgendwann fällst du nicht mehr hin und dann fährst du weiter und weiter und weiter und so ist es mit KI auch, also es ist einfach ein, es muss gar keinen Unternehmensbezug haben, ja, also nicht rangehen und sagen, boah, irgendwie KI, ich muss KI ins Unternehmen bringen, gar nicht, sondern guckt mal in eure Organisation, guckt euch mal an, wo habe ich Pain-Points, so Brandschutz-Ersthelfer, das hat jeder, ja, das Thema, in einer kleineren oder größeren Dimension, das ist irgendwie nicht unternehmenskritisch und anstatt jetzt zu sagen, okay, wir geben jetzt für den, für den nächsten Dienstleister 500 Euro im Monat aus, für das Tool, was vielleicht im Kontext auch Sinn machen kann, wenn es irgendwie das Personal-Tourier hergibt, davon mal abgesehen, setzt euch mal hin und versucht es mal selbst zu machen,

45:08 also YouTube ist, ich glaube, der Zugang zu Wissen war nie einfacher Wahnsinn, als heute, also ich meine Stanford und MIT, die stellen die ganze Vorlesungen online, for free, das ist Wahnsinn und es gibt viele Verrückte wie mich selbst, die irgendwelche Videos und Tutorials hochladen, von denen man lernen kann, hinsetzen und machen, also ich glaube, ich glaube, so dieser klassische Vorsatz, ja, wir haben jetzt November, ab 1. Januar nehme ich ab, oder wenn ich 40 bin, muss ich dann regelmäßig Sport machen, das ist alles Blödsinn, also heute ist der beste Tag, um anzufangen, setzt euch hin, probiert aus und schlaut euch selbst auf, also ich glaube, einfach, die Fragen stellen, mutig sein und auch mutig sein, sich irgendwie mal eine blutige Nase oder ein Schiff unter dem Knie zu holen.

46:03 Erinnere mich irgendwie so zum Abschluss, da sprachen wir im Vorgespräch auch drüber, es gibt ein ganz interessantes Interview vom Frank Thelen im Moment, was auf YouTube als Podcast rumgeistert und da sagt er an einer Stelle sowas wie, die Welt wird nie wieder so langsam sein, wie heute. Ist so. Und die Tools, die es heute gibt, über die heute die Leute noch schimpfen, die werden nie wieder so dumm sein, wie sie heute sind. Ja, das ist Wahnsinn, ey. Also, Opus 4.5 von Anthropic als KI-Modell, muss man sagen, ist vor fünf Monaten rausgekommen und vor vier, konnte damals, ich glaube, drei Tage am Stück coden, ohne Unterbrechung. Das Nachfolgermodell 4.6, und da reden wir von drei, vier Monaten, hat es jetzt hingekriegt, 14 Tage am Stück zu coden. Verrückt.

46:49 Also, ich habe heute auch wieder, also, wir könnten stundenlang weitermachen. Wir müssen hier zum Abschluss kommen, wir sind schon bei einer Dreiviertelstunde. Christopher, super, vielen Dank, dass du uns so einen offenen, ehrlichen und, ich sage jetzt bewusst auch menschlichen Eindruck gegeben hast, wie ihr mit wirklich High-End-Technologie auch umgeht, muss man ja auch schon so sagen, das ist wirklich state of the art, dass du da einen Einblick gegeben hast, das ist echt richtig wertvoll und ich finde, ich finde solche Cases, wenn auch jemand darüber reden mag und darf, ist ja auch mal ab und zu so ein Thema, finde ich das wunderbar, wenn da andere das mal hören und sich vielleicht inspirieren lassen können. Dankeschön. Gerne, vielleicht abschließend, also, ich beiße nicht und ich stelle auch nicht sofort eine Rechnung.

47:37 Ich liebe es, mich mit Leuten auszutauschen. habe ich ja auch im Vorgespräch gesagt, bei mir so Problemlösung ist so mein Ding und wenn jetzt einer Ideen hat und dazugehört und probiert hat und komplett gescheitert ist, irgendwie einfach LinkedIn-Telefonnummer suchen, durchrufen und sagen, ey, ich habe da das Problem und dann gibt es von mir auf jeden Fall ein Feedback oder einen guten Ratschlag oder einen guten YouTube-Kanal, wo man sich aufschlauen kann. Sehr gut. Wenn wir gleich aufgehört haben, habe ich auch noch drei Punkte. Okay. Ja, dann sind wir durch für heute. Herzlichen Dank, dass ihr zugehört habt und ich hoffe, da war was für euch dabei. Ich fand, es war wirklich außerordentlich interessant und ja, danke fürs Zuhören und ich verabschiede mich. Macht's gut da draußen und der Christopher kann auch noch sich verabschieden.

48:24 Ciao. Ich verabschiede auch noch schönes Wochenende. Ciao.