Benzingespräche · Folge 55 · · 41 Min
Juliane Schleicher, Autohaus / Autohaus next

Kernaussagen
- Juliane Schleicher ist seit über 20 Jahren in der Automobilbranche tätig.
- Sie hat ein umfangreiches Netzwerk in der Branche aufgebaut.
- Die Automobilbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel.
- Veranstaltungen spielen eine wichtige Rolle für den Austausch in der Branche.
- Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte sind entscheidend für die Zukunft.
- Juliane ist optimistisch, dass die Branche die aktuellen Herausforderungen meistern wird.
Worum es geht
Häufig hinter den Kulissen und dennoch bestens vernetzt in der deutschen Autobranche Arbeitest du in der deutschen Autohandelsbranche, wirst du sicher schon mal mit ihr zu tun gehabt haben oder mindestens ihren Namen gehört haben! Juliane Schleicher ist seit über 22 Jahren beim Fachmagazin "Autohaus" und dem Portal "Autohaus next" und hat die Branche, und natürlich die Menschen, in all diesen Jahren begleitet und kennengelernt. Wie ist Sie dazu gekommen? Was sind ihre persönlichen Highlights aus dieser Zeit? Warum der Wechsel zu "Autohaus next", dem Onlineportal für die Autohandelsbranche? Natürlich möchte ich auch von ihr Wissen, wie Sie die aktuelle Lage und Zukunft der Branche bewertet - und Sie hat spannende Antworten. Reinhören stark empfohlen! Links: Juliane Schleicher auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/julianeschleicher/ Unterstützt durch: AUTOproff, www.autoproff.de
Zusammenfassung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Juliane Schleicher, einer der bestvernetzten Frauen im deutschen Autohandel. Juliane teilt ihre Erfahrungen und Einsichten aus über zwei Jahrzehnten in der Branche und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Julianes Werdegang und ihre Rolle im Autohaus
Juliane Schleicher, geboren im Jahr 1979, stammt ursprünglich aus Suhl im Thüringer Wald. Nach ihrer Ausbildung zur Verlagskauffrau und einem berufsbegleitenden Studium zog es sie nach München, wo sie seit dem Jahr 2000 für die Springer Fachmedien tätig ist. Ihre Karriere begann als Teamassistentin im Onlineverkauf und führte sie über verschiedene Positionen zur Teamleiterin Content Management bei Autohaus Next.
Vernetzung und Branchenkenntnis
Juliane ist bekannt für ihr umfangreiches Netzwerk innerhalb der Automobilbranche. Sie kennt zahlreiche Akteure und ist ein wichtiger Ansprechpartner für Händler und Dienstleister. Ihre langjährige Erfahrung und ihr Engagement bei Branchen-Events wie der Autohaus-Santander-Klassik-Rallye haben ihr einen festen Platz in der Branche gesichert.
Herausforderungen und Veränderungen in der Automobilbranche
Die Automobilbranche befindet sich in einem stetigen Wandel. Juliane berichtet von den Herausforderungen durch Krisen wie die Diesel- und Finanzkrise sowie die Corona-Pandemie. Sie betont die Notwendigkeit der Anpassung und Transformation in der Branche, die auch ihren Verlag betrifft.
Ein Blick in die Zukunft
Juliane Schleicher sieht die Zukunft der Autohausbranche in der Digitalisierung und neuen Mobilitätskonzepten. Sie ist optimistisch, dass die Branche die aktuellen Herausforderungen meistern wird, indem sie sich weiterentwickelt und neue Geschäftsmodelle erschließt.
Fazit
Juliane Schleicher ist eine Schlüsselfigur in der deutschen Automobilbranche. Ihre Fähigkeit, sich mit verschiedenen Akteuren zu vernetzen und ihre Bereitschaft, sich den Herausforderungen der Branche zu stellen, machen sie zu einer inspirierenden Persönlichkeit. Ihre Erfahrungen und Einsichten bieten wertvolle Anregungen für alle, die in der Automobilbranche tätig sind.
Links aus der Folge
Gespräch als Text
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00:00 Benzingespräche. Der Personality- und Branchen-Podcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für Mitmenschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmer-Coach und Agenturinhaber. Ein kurzer Boxenstopp bei meinem heutigen Partner Autopro, die Plattform für den professionellen B2B-Handel unter Autohändlern in Europa.
00:57 Kannst du nicht nur jeden Tag auf tausende Fahrzeuge bieten, sondern auch Lagerfahrzeuge einstellen und zum besten Preis verkaufen. Das Beste dabei, mit dem neuen Service AP Managed übernehmen die Mädels und Jungs von Autoprof die gesamte Abwicklung. Von der Aufnahme der Fahrzeuge bis hin zur Auslieferung an den Käufer. Du hast die Autoschlüssel? Autoprof liefert dir den Erlös. Registriere dich jetzt kostenlos auf autoprof.de Herzlich Willkommen zurück bei einer neuen Ausgabe meiner Benzingespräche. Und wieder heute mit einem weiblichen Gast, da freue ich mich sehr drüber. Heute Juliane Schleicher von Autohaus bzw. Autohausnext. Die dürfen wir heute begrüßen und meiner persönlichen Meinung nach der bestvernetzten Frau im deutschen Autobusiness.
01:42 Hallo Juliane. Hallo Tim. Ah super, wir können face to face mal wieder aufnehmen. Ach wunderbar. Willkommen in München. Ja, das ist wirklich schön hier in München bei euch, ganz toll. So, wir gehen hier in dem klassischen Konzept von mir vor und da gucken wir erstmal, macht mal den Blick in den Rückspiegel und da fangen wir mit dem Werdegang bei dir an. Wir sind Baujahr 79, verheiratet, hast zwei Kinder. Du lebst im Münchner Outback, hast du mir gesagt, das ist interessant. Und du bist gebürtig im schönen Thüringer Wald, da hast du mir noch zugeschrieben, in der weltbekannten Simpson und Sportwaffenstadt Suhl. Genau, Simpson, Roller und Motorräder, genau. Okay, wieder was gelernt. Wieder was gelernt, genau.
02:27 Ansonsten kann man mit Suhl wahrscheinlich nicht so viel anfangen. Okay, du hast nach dem Abitur, hast du eine Ausbildung als Verlagskauffrau bei der Tageszeitung in Suhl gemacht, dann noch ein berufsbegleitendes IHK-Studium, Verlagsfachwirtin Marketing und Vertrieb und ja, seit 2000 glatt bist du bei den Springer Fachmedien in München in verschiedenen Positionen für Autohaus tätig. Die verschiedenen Positionen, vielleicht auch mal ganz kurz aufgezählt, Teamassistentin, Onlineverkauf, Assistentin der Verlagsleitung, du hast die Redaktion beim Autohaus, ASP, Autoflotte, VKU unterstützt, du bist als Produktmanagerin Automotive Events unterwegs, da kennen dich auch ganz viele her, bei Events bist du immer am Start und seit Juli 2020 bist du Teamleiterin Content Management bei Autohausnext.
03:23 Korrekt. Korrekt, so, das haben wir. Juliane, wir kennen uns jetzt auch schon ein paar Jahre und das ist wirklich erstaunlich, immer kennst du die passenden Partner auf Händler- oder auch auf Dienstleisterseite, wenn man mal eine Frage hat, das ist ja der Wahnsinn, wen im deutschen Autohandel kennst du denn nicht? Also als du mir diese Frage geschickt hast, musste ich tatsächlich überlegen, es wäre jetzt ein bisschen vermessen zu sagen, es gibt nicht mehr viele, die ich nicht kenne, aber sind tatsächlich nach fast 22 Jahren Berufserfahrung in der Autohausbranche, kenne ich eine ganze Menge. Und das ist schön, ich bin gerne in der Autohausbranche vernetzt und wie gesagt, bin jederzeit auch Ansprechpartner und freue mich, wenn ich neues Netzwerk schaffen kann.
04:08 Ja, das ist echt klasse, also wenn man so auf Events ist. Am Anfang war ich auf euren Events oder anderen Events ja auch so, ich sag mal, irgendwie als Dienstleister unterwegs, hab ich mal irgendwo eine Karte gekauft, war dabei. Und dann siehst du halt so die Gastgeber und da warst du ja auch schon überall und gemanagt, gemacht und getan, wenn man jetzt ein bisschen näher dabei ist, ne? Du kennst ja wirklich jeden. Das ist echt, über so eine lange Zeit, das ist schon cool, ne? Ja, gut, wenn man natürlich seit gefühlt 15, 16 Jahren die wichtigsten Events betreut, wie natürlich die Autohaus-Santan-der-Klassik-Rallye, die wir jetzt das 15. Jahr haben dieses Jahr. Oder den Neujahrsempfang, Sommerempfang, Young Business Day, also die ganze Palette hoch und runter und das ist ja mein Steckenpferd so ein bisschen. Und wenn man da natürlich regelmäßig unterwegs ist, dann kennt man sich halt.
04:58 Die Zeitvorspringer-Fachmedien, da warst du eben in Suhl bei der Tageszeitung. Ja, wie bist denn du dann hier bei Autohaus gelandet? Ja, ich habe die Ausbildung gemacht in Suhl und für mich stand fest, ich möchte weiter im Verlag bleiben und mich hat München schon immer gereizt. Ich war vorher irgendwie einmal kurz in München und dann stand für mich fest, ich möchte gerne weg aus Thüringen und dann habe ich mich einfach in München beworben. Okay. Und das hat auch gleich geklappt. Also war die Stelle ausgeschrieben als Teamleiterin Online-Verkauf, beim damals noch Autohaus-Verlag und ja, und dann seitdem bin ich hier. Okay, und da kam keine andere Metropole irgendwie?
05:45 Nee. Nö? Nö. Also ich habe zwei Bewerbungen, ich hatte eine Bewerbung in Stuttgart und eine Bewerbung in München und das ist es dann geworden. Lieber auf den ersten Blick. Oh, schön. Ja, jetzt bist du seit 22 Jahren hier in dem Unternehmen auch tätig und ja, du hast jeden Tag mit dem Thema Auto und Mobilität zu tun.
06:06 Waren die Themen immer einfach für dich? Beziehungsweise, du hast dich ja hier beworben, bist hier hingegangen, du hast gesagt, das hieß noch Autohaus-Verlag damals. Wolltest du da hin, weil Verlag und das Thema Auto oder ging das zusammen oder war das komplett Neuland und du hast mal geguckt? Das war komplettes Neuland. Ich bin natürlich hauptsächlich wegen München und wegen Verlag, aber ich habe mich schnell gut mit diesen Autothemen identifizieren können. Also ich bin autoaffin und mein Mann ist auch Gebrauchtwagenhändler. Also der kommt auch aus der Autoszene genannter Kfz-Mechaniker. Also Autos waren immer ein Thema schon seit meiner Jugend und war dem nicht abgeneigt. Also es war für mich jetzt keine Hürde, die Themen.
06:52 Das sind natürlich andere Themen wie jetzt im B2C-Bereich. Bei Autos geht es ja eher um Management-Themen, Unternehmer-Themen, aber grundsätzlich taugt mir Auto. Wenn du so diese Zeit in der Branche so und hier in dem Verlag so Revue passieren lässt, gab es da besondere Zeiten, schwierige Zeiten, Highlights, besonders anspruchsvolle Situationen? Als ich 2000 in München angefangen habe, war ja die große Zeit des Internets, Aufbruch im Internet. Neuland. Neuland, oh Gott. Wir waren fortschrittlich damals schon. Autos online wurde 1998 live gegangen. Ich bin 2000 dann dazugekommen.
07:38 Es wurde eine extra Vertriebsabteilung aufgebaut. Das war grundsätzlich eine spannende Zeit, weil es natürlich auch für mich damals mit meinen Anfang 20 Jahren auch noch alles neu war. Grundsätzlich muss ich immer sagen, die ganzen 22 Jahre rückblickend waren immer spannend, immer aufregend durch die ganze Abwechslung natürlich auch in dem Arbeitsumfeld. Herausfordernde Zeiten hatten wir natürlich jetzt durch die ganzen Krisen in der Automobilwirtschaft, also Dieselkrise, auch die Finanzkrise oder so. Das merken wir natürlich als Fachverlag immer auch mit. Also wenn es der Branche nicht gut geht, geht es uns am Ende auch nicht gut, weil wir hängen ja auch mit dran. Sowohl im Anzeigenkundenbereich als auch im Händlerbereich, im Abo-Bereich, Veranstaltungen, Corona-Krise. Ich meine, das haben wir alle miterlebt.
08:25 Der Veranstaltungsbereich ist ein großes Thema bei uns. Wenn es da nicht läuft, haben wir halt einfach ein Problem. Also die letzten Jahre waren schon sehr herausfordernd, auch für mich und fürs Team. Und ich würde lügen, wenn ich sage, es ist alles gerade leicht. Ja gut, ich meine, auf der einen Seite hast du jetzt so ein bisschen geantwortet, wie es so betrieblich halt so ist, aber du kennst ja halt auch so viele Menschen in der Branche und da merkst du ja auch Schwingungen. Man merkt dann, die Branche leidet, natürlich. Und wenn man mit den Branchenvertretern sich austauscht, merkt man das natürlich auch und hört das auch. Es ist halt einfach so, es geht halt nicht spurlos vorbei. Und diese ganze Transformation, in der sich die Autobranche gerade befindet, das kriegen wir natürlich auch live mit.
09:12 Und wir begleiten das ja natürlich auch und versuchen da auch thematisch mit dabei zu sein und Hilfestellung zu geben und so. Von daher sind das diese herausfordernden Zeiten, die die Branche hat, haben wir automatisch mit. Und auch wir müssen uns mit der Branche verändern. Auch unser Team muss sich verändern und auch unser Verlagsbereich oder unser Medienbereich muss sich verändern. Das ist einfach so. Ja, du hast ja viel auch mit den Events zu tun gehabt oder hast mit den Events zu tun. Hast du da rückblickend Events, wo du sagst so, meine Güte, der ist wirklich in Erinnerung geblieben. Ja, und zwar ganz kurz erst im Juni 2021 letztes Jahr. Das war die Klassikrallye am Tegernsee. Sozusagen die erste größere Veranstaltung wieder nach dem Lockdown.
10:05 Und man hat einfach gemerkt, die Leute waren so froh, dass sie wieder los durften. Es hat alles gepasst. Das Wetter war perfekt. Wir waren am Tegernsee. Da brauche ich ja nicht mehr viel mit sagen. Bayerisches Voralpenland. Tolle Strecken. Alle waren happy. Wir konnten zusammen sein. Sie konnten sich mal wieder austauschen. Das war für alle so eine Befreiung und so eine Erlösung. Das war wirklich seit langem mal wieder was, wo man wirklich gesagt hat, das war ein perfekter Event. Ah, klasse. Ich sehe dich auch strahlen. Das passt alles zusammen. Das ist sehr authentisch. Das ist mein Baby, der Autos, sondern der Klassik. Super. Ja, ich kämpfe ja darum, da irgendwann auch mitzufahren, aber mir fehlt ja noch der eigene Oldtimer-Untersatz. Ich bin ja eher modernere Autos. Ich weiß, genau. Wir machen einen Aufruf. Wir machen einen Aufruf. Wer das nächste Mal bei der Klassikrallye mitfährt.
10:51 Wer hat noch einen Kofferraum frei. Wer hat noch einen Kofferraum frei. Oder hinten.
10:57 Die Arbeit bei Autohaus. Was macht das aus? Ist das die Abwechslung? Sind das die Kollegen? Was kannst du da sozusagen? Mal so ein bisschen Blick in deine Gemüslage und hier hinter die Kulissen gleichzeitig. Ja, das ist eine Mischung aus beiden. Natürlich, wir haben es ja kurz schon angesprochen, die Abwechslung. Ich mache ja nicht nur Autohaus-Snacks, sondern ich betreue auch weiterhin einen Teil der Events mit meiner Kollegin, der Petra Steinkohl, zusammen. Aber es ist einfach immer dieses tagtäglich was anderes. Jedes Mal neue Themen. Jedes Mal neue Leute kennenlernen, natürlich. Also das ist wirklich die Abwechslung, die mir am meisten Spaß bereitet. Und, das muss ich auch sagen, die Arbeit in unserem Team, im Redaktionsteam, mit den Sales-Kollegen.
11:43 Es sind viele dabei, die schon lange dabei sind, die ich auch schon seit über 20 Jahren kenne. Und es haben sich Freundschaften entwickelt daraus. Und das schätze ich wirklich sehr. Ich gehe wirklich fast täglich gerne zur Arbeit. Bin gerne hier. Tausche mich gerne aus. Entwickele neue Projekte mit den Kollegen. Und das ist mir sehr wichtig, dass da gute Stimmung herrscht und dass man da gut zusammenarbeitet und sich gegenseitig dann auch immer wieder motiviert und sich austauscht. Und da bin ich wirklich sehr dankbar für. Weil das ist schon wichtig. Man verbringt ja die meiste Zeit tatsächlich auf der Arbeit und nicht zu Hause. Und wenn es da nicht läuft, ist es auch schwierig. Da hat sich ja mit Autohaus-Next ja auch ein Thema hervorgetan, was ja auch in die Zukunft deutet.
12:30 Und das ist ja auch mit Sicherheit, ihr macht Videoaufnahmen, ihr macht Videocasts und sowas. Das sind ja auch neue Technologien, die dann auf dich zugekommen sind. Das ist aber bestimmt auch spannend. Ja, ist auch spannend. Und da muss ich auch jeden Tag, lerne ich da ein bisschen dazu. Ja, geil, wenn man das nach so langer Zeit in einem Job noch sagen kann, dass sich das bewegt. Das stimmt. Das ist echt schön. Vielleicht mal ein Blick jetzt weg von Autohaus in eine andere Richtung, Richtung Autohandelsbranche. Was ist denn deiner Meinung nach so das Besondere an der Autohaus-Autohandelsbranche?
13:07 Das ist, sind die Unternehmer, würde ich sagen, die ich über die Jahre, Jahrzehnte, oh Gott, das hört sich schon so lang an, einfach, die ich da kennengelernt habe, mit denen ich mich austausche. Und einfach dieses People-to-People-Business, das ist nun mal so, das ist einfach viel Netzwerken, kommunizieren miteinander. Und da habe ich so über die Jahre viele Unternehmer und Unternehmerinnen kennengelernt und wertschätzen gelernt auch. Ich ziehe meinen Hut vor den Unternehmern, wie sie ihre Arbeit machen, wie sie ihr Herzblut tagtäglich für ihre Firma geben. Wie gesagt, ich habe wirklich einen ganz großen Respekt vor diesen Unternehmern und das mag ich einfach so gerne.
13:58 Dieser Mittelstand, dieses wirklich dieses Ärmel hochkrempeln und los und wirklich alles geben für die Firma, für die Mitarbeiter, das ist einfach, das schätze ich sehr. Und das ist in der Autohandelsbranche etwas ganz Besonderes. Das findet man nicht so oft, so geballt, so in dieser Blase, in dieser Autohandelsblase. Okay. Ja, People-Business, da stecken Menschen hinter, das macht es dann echt aus. Geschichten, ja, ich meine, es gibt ja viele Familienunternehmen auch bei den Autohändlern oder auch bei den Dienstleistern. Und ich höre diese Geschichten einfach gerne, weil es authentisch ist, weil es wirklich auch, weil die mit Herzblut dabei sind und alles tun, dass es weitergeht, dass es in die Zukunft geht, auch für die nächste Generation. So, dass man eben nicht leichtfertig sagt, ja, wenn es halt nicht läuft, dann verkaufe ich halt die Bude oder so.
14:47 So, dass, das, ich mag das einfach. Das liebe ich, so mich mit denen auszutauschen. Ja, das hatten wir ja vorhin schon so angesprochen, dass es vielen auch aktuell nicht besonders gut geht. Das ist dann natürlich dann auch so ein bisschen… Leidet man mit. Leidet man mit, ne? Ja. Ja, das ist schon echt Wahnsinn. Ja. Autohausnext feiert dieses, nee, dieses Jahr? Fünfjähriges? Richtig. Wow, cool. Ja, ich war auch erschrocken. Nein, du warst… Nein, ich war nicht erschrocken. Ich war überrascht. Ich war überrascht. Ja, umso schöner, dass du da, ich sag mal, inhaltlich auch inzwischen die Verantwortung trägst. Auch nicht ohne und da muss er natürlich immer vorne dran sein mit Themen und da ist das Netzwerk wahrscheinlich auch wunderbar zu nutzen, dass du halt auch viele, ich sag mal, auch schätzungsweise aus dem, ich sag mal, aus dem Dienstleistungsuniversum des Autohandels kennst, das ja in den letzten Jahren, ich sag mal, aufgeblüht ist.
15:50 Ich merke das ja auch jetzt durch die Podcasterei auch, aber ich bin ja auch in Anführungsstrichen mit der Agentur nur Dienstleister, aber wir kommen ja aus dem Printbereich, wie du ja auch. Wir haben ja noch den alten Faible für Papier und da sind wir ja schon ganz lange dabei, aber was in den letzten paar Jahren da so aufgepoppt ist, das ist schon eine Menge. Für jeden Prozess gibt es eine digitale Lösung inzwischen. Ja, ja, ja. Das ist ein großes Labyrinth für den Autohändlern und da muss er irgendwie durchgelotst werden. Das versuchen wir natürlich auch ein Stück weit mit Autohaus oder auch mit Autohausnext. Ganz genau, darum geht es ja auch. Kannst du mal für Autohausnext, die Frage drängt sich jetzt quasi auf nach dem Intro, so ein paar Punkte zu Autohausnext zu sagen und was da so das Besondere ist, da halt sich vielleicht auch zu informieren, wenn man Autohändler ist.
16:40 Also Autohausnext ist de facto die Premium-Plattform oder das Premium-Portal für unsere Abonnenten. Und das heißt, jeder, der ein Autohaus-Abo hat, kann sich da kostenfrei registrieren auf Autohausnext mit seiner Abonummer und hat auch noch die Möglichkeit, eigene Mitarbeiter einzuladen, ein Team zu bilden. Und da dann Inhalte auszutauschen, Lerninhalte weiterzugeben und auch so eine Art über so ein Manager-Board auch so ein bisschen Kommunikation im Team zu betreiben. Das geht von fünf Leuten bis hoch 50 oder alle im Unternehmen, je nachdem, wie es gewünscht ist. Wir versuchen bei Autohausnext, Inhalte für alle Mitarbeiter im Unternehmen abzubilden. Das ist eine große Herausforderung für uns, weil wir haben natürlich Vertriebsthemen, Service-Themen, Digitalisierung, Personalmanagement. Wir versuchen immer, alle irgendwie abzuholen, für jeden immer was reinzulegen, was Neues.
17:32 Ist nicht so einfach auch. Wir machen sehr viel Best Practice, einfach zu schauen, wer macht was besonders gut oder wer hat für sein Problem in einem bestimmten Bereich eine Lösung gefunden, möchten das gerne aufzeigen, um auch anderen Händlern die Möglichkeit zu geben, das mal anzuschauen. Wir bieten Studien an, natürlich alles kostenfrei. Wir haben auch Podcasts, wir haben Arbeitshilfen. Zum Beispiel, wenn einer ein Mitarbeitergespräch zum Jahresanfang führen möchte, haben wir eben so eine Checkliste, wo so die wichtigsten Fragen drin sind. Das kann er sich dann runterladen, kann sich das mit ins Gespräch nehmen. Also natürlich für kleinere Autohäuser auch gedacht. Also versuchen wir dann immer so aus allen Bereichen des Autohauses immer neue Themen abzubilden und natürlich auch so ein bisschen die Digitalisierung voranzutreiben, weil natürlich, wie ich es auch vorhin schon gesagt habe, auch wir müssen uns transformieren als Medienhaus.
18:25 Also auch wir haben Generationswechsel. Also die ältere Generation der Autohändler, die natürlich dieses Heft noch haptisch in der Hand gehalten hat, zieht sich mehr zurück. Die Nachfolgegeneration liest es vielleicht lieber digital. Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Das heißt, viele wollen das Heft auch gar nicht mehr, weil sie sagen, wir haben ja diesen grünen Gedanken, ja, oder Nachhaltigkeit im Autohaus. Auch da zählt natürlich das dazu, was habe ich für Magazine. Wir haben das Thema Corona, was das Ganze beschleunigt hat. So ein Autohaus, durchs Autohaus zu gehen, also ein Autohaus-Magazin durchs Autohaus zu geben, mit 28 Bubbeln dran und jeder hat es mal irgendwie gelesen, ist natürlich jetzt in Corona-Zeiten auch irgendwie schwierig. Und einfach der Informationsbedarf verändert sich.
19:15 Die Leute, das kennen wir von uns auch, die wollen Informationen schneller haben, schneller konsumieren, selber entscheiden, wann sie diese Informationen haben möchten. Das Informationsverhalten ändert sich auch von Print auf Digitalisierung und auch die Medien verändern sich. Also vom Heft zu Online, aber von Online natürlich da auch nochmal zu Audio-Podcasts, Video-Best-Practice, Videokurse etc. Einfach diese, ich glaube, wie gesagt, das weiß man von uns selber auch, man hat weniger Zeit, um Informationen sich einzuverleiben, sage ich mal so, jeden Tag. Und das möchte man natürlich vielleicht auch jetzt mittlerweile nicht mehr durchlesen, sondern eher durchhören, durchschauen.
20:00 Oder wie gesagt, ich möchte selber entscheiden, wann ich mir meine Informationen ziehe. Und da müssen wir natürlich dem auch gerecht werden, dieser Veränderung. Und deswegen haben wir halt vor fünf Jahren schon Autohausnext ins Leben gerufen, um den Abonnenten und auch neuen Abonnenten einfach so mehrwertige Inhalte zu bieten. Ein kurzer Boxenstopp bei meinem heutigen Partner Autoproof, die Plattform für den professionellen B2B-Handel unter Autohändlern in Europa. Hier kannst du nicht nur jeden Tag auf tausende Fahrzeuge bieten, sondern auch Lagerfahrzeuge einstellen und zum besten Preis verkaufen. Das Beste dabei, mit dem neuen Service AP Managed übernehmen die Mädels und Jungs von Autoproof die gesamte Abwicklung.
20:50 Von der Aufnahme der Fahrzeuge bis hin zur Auslieferung an den Käufer. Du hast die Autoschlüssel, Autoproof liefert dir den Erlös. Registriere dich jetzt kostenlos auf autoproof.de Ja, ich komme gerade so ins Nachdenken und ich denke, das wirst du teilen. Der Konsum von Informationen war ja früher hauptsächlich Lesen. Ja. Dann kam mit aller Macht vor einigen Jahren YouTube auf. Sehen und erzählt bekommen und das dabei sehen. Und dieses für mich nach wie vor kuriose Medium hören, das reine Hören, ich habe das vor einigen Jahren belächelt, ehrlich gesagt, aber das hat ja einen riesen Hype erlebt in der letzten Zeit.
21:39 Und ihr seid ja auch mit dem Podcast unterwegs, genau wie ich. Und das ist schon, die Informationsaufnahme hat sich in den letzten Jahren echt immer irgendwie ein bisschen verändert. Ja, durch das Internet ja sowieso. Also wie gesagt, man weiß das ja selber von sich auch. Man wird ja auch so ein bisschen lesefaul. Leider. Also das beobachte ich bei mir auch. So, wenn man sagt, ich habe jetzt nur ein paar Minuten, dann wählt man in dem Moment instinktiv entweder zumindest online lesen oder ich höre es mir an oder ich lasse mich irgendwie beblubbern, indem ich irgendwie ein Video laufen lasse schnell und hole mir die Informationen, die ich brauche. Genau. Aber beim Video gucken und beblubbern lassen, schönes Wort übrigens, finde ich sehr geil, braucht man ja trotzdem die Aufmerksamkeit. Man kann es nicht im Auto tun. Das nicht. Und das ist ein Riesenpunkt, der glaube ich echt am Anfang vor der Podcast-Welle echt unterschätzt wurde.
22:30 Die Leute halt jetzt im Auto, beim Joggen, beim Wäsche aufhängen nur noch hören müssen und wenn der Content gut ist, der auch drin bleibt. Und man ist sehr nah bei den Menschen. Das stimmt, ja genau. Aber es wird immer, also gerade, wir reden ja immer über Fachpublikationen, über Fachmedien, über Brancheninformationen. Wir sind ja jetzt nicht die Süddeutsche oder der Merkur oder die Bild. Von daher muss man immer so ein bisschen auch die Kirche im Dorf laufen. Aber grundsätzlich, es wird immer Leute geben, die lesen. Es wird immer welche geben, die sagen, nein, ich muss das Heft in der Hand halten oder auch, wie man selber auch sagt, ich muss das Buch in der Hand halten, dieses Haptische. Aber es wird auch immer mehr Leute geben, die sagen, nein, mir reicht die Information über Autohaus Online, mein Newsletter, den ich jeden Tag habe, reicht mir, dann fühle ich mich informiert oder ich möchte eben ein paar mehr Informationen und dann bieten wir den Podcast oder dann bieten wir über Autohaus Next natürlich diese ganzen Videokurse oder mal eine Arbeitshilfe oder, oder, oder.
23:23 Ich meine, man muss das einfach, diese ganze Palette, breit spielen. Es bleibt einem gar nichts anderes übrig. Man muss das anbieten. Wenn man es nicht tut, wird man irgendwann irrelevant. Die Menschen sind unterschiedlich und die nehmen das anders auf. Und da fällt mir ein, ich habe gestern noch einen Podcast gehört, ich höre ganz gerne gelegentlich den Podcast von Lanz und Precht. Im Fernsehen mag ich den Lanz nicht unbedingt mit seinen komischen Fragestellern und seiner Körpersprache. Aber der Podcast zwischen den beiden funktioniert extrem gut und die tun sich auch gegenseitig mal thematisch weh. Und da ging es auch darum, Informationen aufzunehmen, ums Lesen. Und da hat der Precht halt gesagt, der möchte Papier haben, der möchte der Eselsohren reinmachen, der möchte markieren und das zur Seite legen und dann wieder rausholen. Und wohingegen dann der Lanz sagte, der macht das halt digital und der hat alles in der Cloud und wenn er Stichworte dahinter legt, weiß er genau, was er wo, wann, wie gelesen hat und super.
24:15 Ja. So unterschiedlich. So unterschiedlich ist das. Und wir bieten natürlich mit Autohaus mit dem Magazin, mit dem Autohaus Online, mit dem Newsportal und mit Autohaus Next auch diese ganze Palette im Prinzip an. Ich meine, wir haben auch ein E-Paper. Man kann das Heft quasi als Heft sehen, aber natürlich dann digital durchblättern. Und da hast du überall in allen Medien die Hände im Spiel für euch, ne? Da habe ich überall tatsächlich auch Social Media. Ja, gehört ja jetzt auch mittlerweile als neues Medium dazu, muss man ja auch sagen. Social Media, LinkedIn, Instagram und Facebook sind wir aktiv. Da wurschtle ich auch mit rum ein bisschen, ja. Ich sehe das natürlich immer. Ich kann immer nicht, ich muss immer überall ein bisschen rum vorwerken. So, jetzt haben wir schon über Autohaus Next gesprochen und das führt unweigerlich, dass der Blick aus dem Rückspiegel rauskommt und das Fernlicht angeht und wir nach vorne gucken in die Zukunft.
25:08 Und da haben wir ja natürlich eine super Brücke da mitgeschlagen. Neue Marken und der deutsche Markt. Ich weiß, dass du da gerade so ein bisschen dich mit dem Thema befasst. Und da fände ich es mal spannend, was du so da mal so zu sagen kannst, was uns da erwartet. Weil das ist nicht das Thema, was so, selbst für mich, der sich in der Branche, ich würde sagen, ein bisschen auskennt, sehr präsent ist. USA, Asien, China. Ja, also was wir beobachten, natürlich auch viele andere aus der Branche mit, ist einfach, dass USA und die asiatischen Länder ordentlich in den deutschen Markt reindrücken. Also das kriegen wir ja tagtäglich auch mit über unsere Presseseiten und so. Die wollen einfach, die asiatischen Marken hauptsächlich wollen in den deutschen Markt, sind zum Teil ja natürlich auch im deutschen Markt.
25:59 Wenn ich an Genesis denke, wenn ich an MG denke, Nio möchte jetzt 22 auf den deutschen Markt, Solaris, um so ein paar zu nennen auch, Link & Co. ist da, die haben ja dieses Club-Modell, die haben aber auch ein eigenes Auto-Modell, was sie auch verkaufen. Und die machen natürlich alle jetzt unbedingt, wie man immer so schön sagt, diesen Kuchen nicht größer. So, den Kuchen, und jeder will dann auch so ein Stück von diesem Markt eben doch abhaben. Und die darf man, glaube ich, nicht unterschätzen, weil die haben ein riesen Interesse dran, glaube ich, auch einfach bei uns im deutschen Markt präsent zu sein und geben da auch ordentlich Druck drauf. Da ist natürlich ordentlich Kohle dahinter und das wird den Markt auch nochmal ein bisschen aufmischen.
26:47 Bietet auch natürlich neue Chancen. Nicht jeder sucht ein Vertriebsmodell, wo man sagt, der Handel ist mit einem. Viele machen natürlich auch Direktvertrieb oder so auch Agentur-Modell. Aber trotzdem bietet für viele Händler vielleicht auch die Chance, sich da auch mal einfach umzuschauen und zu sagen, ist das vielleicht auch eine Marke, die für mich in Frage käme, das in mein Portfolio mit aufzunehmen. Bietet ja auch neue Chancen auch immer, wenn neue Modelle auf dem Markt sind. Und die machen ja alle schon dieses ganze vereinfachte Modell-Auswahl. Die kommen nicht mit 25 Modellen auf den deutschen Markt. Die haben ein oder zwei Modelle und üben dann natürlich Druck auch auf, auf die heimischen Hersteller oder die bei uns gängigen Hersteller und Importeure in Deutschland. Wir hatten kurz vorher gesprochen und da habe ich nach einer Marke gesucht.
27:35 Da war der CEO, war da auf der IFA-Tagung. Das war Lync. Lync. Lync und Co. Der hat dann bla bla bla bla bla. We got two models. Blue and black. Richtig. Reicht doch. Okay. Das ist ein sehr konkretes, überschaubares Modellangebot. Ja, aber ich meine, wir brauchen nur auf Tesla zu gucken. Funktioniert auch nicht alles gut bei Tesla. Wissen wir ja auch mittlerweile. Aber das System funktioniert. Es ist einfach. Es ist für den Kunden convenient. Es macht Spaß. Es ist kein langwieriger Prozess, sich ein Auto zu kaufen. Ich meine, da erzähle ich jetzt auch nichts Neues. Das ist uns allen bekannt. Und andere werden es genauso tun. Und die werden keine riesen Marktanteile wahrscheinlich gewinnen, aber die werden auch ein Stück, wie gesagt, von diesem Kuchen sich abschneiden, der dann halt anderen Marken fehlt.
28:25 Kannst du da absehen, oder weißt du es vielleicht, ob die Marken schon gezielt auf Händler oder Handelsketten zugehen und versuchen, einen stationären Handel irgendwie aufzubauen? Oder gehen da viele und sagen, so, wir machen das selber oder wir machen Online-Vertriebspunkt? Die wenigsten brauchen ein Händlernetz dafür. Weil sie sehen, dass es anders funktioniert. Also wenn man jetzt bei Genesis zum Beispiel, die haben ja dann, kooperieren ja mit den Hyundai-Partnern. Okay. Was den Service angeht. Die Autos müssen irgendwo repariert werden. Es gibt welche, die kooperieren dann mit so Werkstattketten oder so. Gibt es auch. Aber die wenigsten suchen sich ein Händlernetz. Ja, Polestar geht über Volvo.
29:11 Ja, klar. Naheliegend. Wie gesagt, Genesis, MG. Es gibt die Möglichkeit des Agenturmodells. Das auch. Das ist bei MG, glaube ich, so. Ja, ich weiß es auch nicht so genau. Also MG finde ich aber interessant, weil ich so mit MG was ganz anderes verbinde. Ja, das weiß ich. Du ja sowieso. Früher, die hatten den, so ein kleines Cabrio. MG TF. Boah, den fand ich früher. So ein kleines zweisitziges Ding. Ach, das fand ich so cool. Und dann waren die halt, irgendwann war MG halt Geschichte. Und dann kam MG auf und wir treuen auch ein paar Händler, die MG haben. Und dann sah ich das erste Mal das neue MG-Gesicht so. Okay, ich bleib jetzt neutral, okay? Es war anders. Ja, es ist anders.
29:56 Man kann es nicht vergleichen. Und ob die bleiben werden, weiß man natürlich auch nicht. Aber sie sind erst mal da. Und sie kommen. Und sie kommen mit Druck und sie kommen mit Macht und mit viel Geld im Hintergrund. Gehen über den Preis wahrscheinlich. Gehen über den Preis, wie gesagt, gehen über den Direktvertrieb, wie gesagt, oder über Agenturmodell und sind nicht auf den deutschen Autohändler angewiesen. Ja, verrückt. Und da würde ich schon die Ohren spitzen als Autohändler. Weil, wie gesagt, sind auch Marktteilnehmer oder werden Marktteilnehmer, die meine Kunden angehen. Genau. Aber genau deswegen wollte ich die Frage mal stellen, weil, wie gesagt, für jemand wie mich, der einigermaßen vernetzt ist und sich gut auskennt, ist das so ein Thema, entweder überlese ich das permanent, mag ja auch an mir liegen, das ist ja meine Wahrnehmung, aber das ist schon die Veränderung des Handels in den letzten Jahren.
30:46 Da haben wir erst die Dieselkrise, dann haben wir den ganzen Öko-Einschlag, wo die individuelle Mobilität abgesungen wird. Ja. Dann haben wir Corona, wo die individuelle Mobilität maximal gefragt ist. Ja. Und dann können die Autos nicht geliefert werden. Genau. Und jetzt kommen auch noch die Asiaten um die Ecke. Halleluja. Ja, also wir werden, du wirst in Kürze auf Autohausnext oder in Autohaus oder beiden darüber was lesen. Wir haben es dem Thema natürlich angenommen, weil es einfach relevant ist für den Markt mittlerweile. Genauso auch wie natürlich die Amerikaner, ja, mit Rivian, mit Lucid Motors, mit Tesla allen voran. Die sind ja auch noch da. Ja. Und die haben wir auch, die wollen auch auf den deutschen Markt. Absolut. Bleibt spannend. Ja, absolut.
31:32 So die Notwendigkeit der Veränderungen durch Politik, neue Handelsplattformen, das Agenturmodell und sonstige Einflüsse. Machst du dir Sorgen um Autohandel und die da arbeitenden Menschen, mit denen du ja auch viel Kontakt hast? Ja, ich mach mir Sorgen. Weil leider viele, das meine ich jetzt auch nicht respektierlich oder so, aber viele haben leider das noch nicht verstanden, dass es eben nicht fünf vor zwölf ist, sondern eigentlich schon um zwölf oder eins nach zwölf. Und viele sind leider auch immer noch so in ihrer Thematik drinnen von früher. Ich bin Autohändler, ich kaufe Autos an, ich verkaufe Autos, biete meine Finanzdienstleistung an und that's it. Aber das reicht nicht mehr.
32:19 Sie müssen sich einfach bewegen, auch wenn sie es nicht schön finden. Ich finde auch nicht immer alles schön, was auch in der Medienlandschaft passiert, aber es wird ja trotzdem passieren. Es passiert auch, wenn du es nicht willst, aber du musst dich mitbewegen. Wenn du dich nicht mitbewegst, bleibst du halt irgendwann auf der Strecke. Das ist jetzt auch keine neue Erkenntnis. Das gibt es auch viele Experten bei uns in der Branche, die das auch immer wieder mahnend immer ansagen und auch immer aufrufen dazu. Leute, bewegt euch, kümmert euch, macht die Augen auf, seht, was da nicht mehr auf euch zurollt, sondern auch schon da ist. Und es gibt zum Glück viele gute Beispiele mittlerweile, wo es funktioniert, die es auch verstanden haben, die es auch angegangen sind und wo man auch merkt, hey, es läuft. Aber es gibt halt leider auch noch viele, die einfach das vielleicht nicht wahrhaben wollen oder zu wenig den Fokus drauf haben.
33:10 Die Gründe sind gar nicht so auszumachen, aber wenn man so mal auch Seminare, Events und Co., wo es um solche Themen geht und dann sieht, wie viele Händler da teilnehmen, die es nötig hätten, da ist jetzt eine Wertung drin, aber ich meine das ganz neutral, die es nötig hätten und nicht da sind, aber das Wissen, dass man sollte, das ist dann so, okay, naja gut. Genau, hast du es nicht verstanden? Wie gesagt, die Gründe sind tatsächlich nicht auszumachen, die sind sehr vielschichtig. Bei vielen ist es vielleicht tatsächlich auch nicht notwendig, wenn ein Händler eine Nische hat oder wenn ein Händler in seinem lokalen Umfeld so stark vernetzt ist und so eine gute Marke zum Beispiel auch hat, dass er sagt, mit meinen 40, 45 Mitarbeitern, die ich habe, mit meinem kleinen Autohaus, vielleicht auch auf dem Land oder so, wo ich auch über in der dritten Generation schon da jetzt meine Stammkunden habe, dann ist das vielleicht auch gar nicht notwendig.
34:09 Das heißt ja auch nicht immer, nur weil das jetzt kommt, müssen sie jetzt alle mitmachen, aber die Mehrheit der Autohändler, die jetzt gerade noch es am Markt gibt, die müssen sich zumindest extrem mit dieser Thematik beschäftigen. Man kann nicht sagen, das interessiert mich nicht, das ist nicht meine Baustelle. Gingen ja die letzten Jahre so, die letzten Jahrzehnte so, wird es auch irgendwie weitergehen. Es sei denn, man ist jetzt irgendwie schon um die 60 und hat jetzt eh vor, irgendwie seinen Laden in fünf Jahren zu schließen, weil man keinen Nachfolger hat oder so. Dann ist das auch okay, dann brauche ich mich natürlich mit der Thematik auch nicht mehr befassen. Aber die meisten wollen ja gerne weitermachen. Ja. Wir kommen zu den Abschlussfragen. Da sind wir schon. Dann mal los. Das war so kurzweilig schon. Ach, wenn ihr wüsstet, wie aufgeregt die Juliane voll war.
34:54 Egal. Sie interviewt ja lieber. Ja, ich sitze ja normalerweise auf der anderen Seite des Mikros. Jetzt weißt du, wie es mir gegangen ist, als der Philipp Kroschke und der Jascha Breuer die tolle Idee hatten, mich zu interviewen. Das war eine super Idee. Das war ein toller Podcast. Den kann ich nur empfehlen. Aber ich weiß jetzt, wie es dir geht. Für meine Premiere war ich sehr aufgeregt. Abschlussfragen. Welche ist deiner Meinung nach aktuell die stärkste Entwicklung im Autohandel?
35:25 Verstärkt jetzt auch noch mal durch die zwei Jahre Corona ist mir besonders aufgefallen, positiv aufgefallen, dass viele Autohändler mittlerweile verstanden haben und auch ihr Mindset geändert haben, was die Mitarbeiter und das eigene Team im Autohaus angeht. Sie haben verstanden, dass sie nur so gut sind, wie ihr Team ist und dass es nur gemeinsam funktioniert. Früher, ich sage immer früher, ich höre mich an die 100, aber es war ja, 2000 habe ich angefangen, da war die Autohandelsbranche noch eine andere. Da gab es einen Geschäftsführer und da gab es Verkaufsleiter und Serviceleiter, Werkstattleiter und dann immer weiter runter. Sehr starkes Hierarchiedenken auch. Das hat für seine Zeit funktioniert. Funktioniert natürlich jetzt auch in Zeiten von Corona, von Fachkräftemangel, von Fluktuationen, funktioniert das natürlich so nicht mehr.
36:15 Ich muss als Unternehmer einfach noch mal mein Mindset ändern und es gibt viele, die ich gesehen habe, ich nenne jetzt mal als Beispiel Oliver Bohnen, Kunun Witte, Mike Siebrecht, Autohaus Siebrecht, viele, viele Beispiele, die es verstanden haben, die es auch leben, die es wirklich von Herzen leben und immer sagen, hey, ich bin nur so gut, weil ich so gute Leute habe, weil ich so tolle Mitarbeiter habe, die auch mit Herzblut dranhängen und das auch so kommunizieren, auch in sozialen Medien, auch bei uns im Magazin, die sich wirklich anstrengen, die sich bemühen, auch ihren Mitarbeitern was Gutes zu tun. Da rede ich jetzt nicht mal von Work-Life-Balance. Also das ist auch wieder teilweise so, wo man denkt, ja, braucht es jetzt Pilates-Kurs für alle oder irgendwie so.
37:01 Aber es geht mir einfach grundsätzlich, dass der Mitarbeiter merkt, dass der Unternehmer ihn wirklich wertschätzt, dass er ihn schätzt, seine Arbeit, seine Arbeitsleistung, seine Zeit, die er investiert im Unternehmen und das auch immer wieder offen und ehrlich sagt und das auch lebt und das ist mir extrem aufgefallen die letzten zwei Jahre, dass sich das wirklich im Autohandel geändert hat und das finde ich super. Nicht nur für die Autohandel, das sollten wir eigentlich viel mehr machen. also diese ganze Führungsrolle des Unternehmers, also gerade in diesem mittelständischen Unternehmen oder im Familienunternehmen war einfach früher eine andere. Früher war er der Chef und die Mitarbeiter, dieses unantastbare, oder wie gesagt, dieses starke Hierarchie-Denken und das hat sich auch, hat sich, muss sich einfach ändern.
37:46 Also ich kann als Führungskraft in einem Unternehmen heutzutage nicht mehr mit der großen Keule durch die Gegend rennen und irgendwie versuchen, auf Teufel komm rauf, raus jetzt irgendwie meinen Willen durchzudrücken oder meine Ideen, weil ich kann das nur, wenn ich ein gutes Team habe und das finde ich wunderbar, dass das wirklich viele verstanden haben und auch so leben und das ist ein gutes Beispiel und dem sollten mehr Leute folgen. Das finde ich toll. Klasse. Ja, und wann sitzt du denn das erste Mal in einem komplett autonomen Auto, fährst von A nach B? Ich muss immer so ein bisschen ein paar Sätze noch dazu sagen, weil ich hatte ja schon die wildesten Ausredeantworten dabei und sitzt in dem Auto und wirklich, du achtest nicht drauf und kommst einfach an und steigst wieder aus.
38:32 Das kann ich mir selber gar nicht vorstellen, dass ich das jemals tun werde, hängt aber damit zusammen, dass ich sehr viel Kontrolle gerne habe über die Dinge, die um mich herum passieren und gerade wenn es ja auch um mich selber geht und ich irgendwo drin sitze. Ich fühle mich schon oft unwohl im Flugzeug, wenn ich weiß, ich muss mich auf einen Piloten und die Technik verlassen, aber in so einem autonomen Auto hätte ich, glaube ich, echt ein Thema damit, was das Vertrauen in die Technik angeht. Das wird passieren, auch das wird kommen. Ich meine, alle sind dran, aber aktuell fahre ich tatsächlich lieber in meinem John Cooper Works Cabrio, irgendwie freue ich mich jetzt schon drauf, im März durch die Gegend mit Dach runter und Sonne auf der Haut.
39:25 Da fühle ich mich wohler, da habe ich das Steuer in der Hand, da lenke ich, da entscheide ich, was passiert und habe die Verantwortung auch für mich und für meine Insassen und da fühle ich mich aktuell bei der Vorstellung wohler mit als in einem autonomen Fahrzeug zu sitzen. Jetzt hast du gedacht, hast du geschafft, ne? Ja. Was glaubst du denn, wann möglicherweise zum Beispiel dein Mann oder jemand anders aus deinem näheren Umfeld das erste Mal voll autonom von A nach B fährt? Ganz spontan würde ich sagen in fünf Jahren. Fünf Jahre? Mhm. Okay. Ich meine, auf der A9 gibt es ja schon ganz viele Teststrecken auch, wo autonomes Fahren getestet wird und das ist ja keine Zukunftsmusik mehr. Okay. Definitiv nicht.
40:10 Okay. Nur ob ich drinnen sitze, weiß ich nicht. Alles klar, aber ich habe eine Zahl bekommen. Du hast eine Zahl von mir bekommen. Super. Bitte schön, sehr gerne. Dankeschön, Juliane, ganz herzlichen Dank, dass du mir Rede und Antwort gestanden bist und das war echt super spannend, fand ich ganz toll, so über was du erzählt hast, auch so ein Gespür dafür zu kriegen, was die Branche auch so wie die tickt gerade, weil da hast du glaube ich schon den Finger am Puls. Ganz lieben Dank, dass du Rede und Antwort gestanden bist. Vielen Dank, dass du mich gefragt hast. Sehr gerne und damit sind wir für heute mit dem Podcast durch und schön, dass ihr alle zugehört habt und wir hören uns bald wieder. Macht's gut. Ciao. Tschüss.
