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Benzingespräche · Folge 191 · · 48 Min

ASG Remscheid, Hakan Göksu, Geschäftsführer

Cover des Podcasts Benzingespräche
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Worum es geht

Erfolgreicher freier Autohandel: Mut, Unternehmertum, Herz, Disziplin In dieser Episode nehme ich euch mit auf eine inspirierende Reise durch die Welt des freien Autohandels. Gemeinsam mit Hakan Göksu spreche ich über Mut, Unternehmertum und die Kraft, eigene Wege zu gehen – von den ersten Zeitungsanzeigen bis zum modernen Kompetenzzentrum im ehemaligen Mercedes-Benz-Standort. Wir beleuchten die Herausforderungen und Erfolge, die Hakan und sein Team auf dem Weg vom kleinen Schotterplatz zu einem der renommiertesten Autohäuser der Region gemeistert haben. Ihr erfahrt, wie Werte, Familie und Innovation die Branche prägen und warum echte Kundennähe und Persönlichkeit auch in Zeiten des Wandels unverzichtbar bleiben. Schaltet ein für ehrliche Einblicke, spannende Geschichten und einen Blick in die mobile Zukunft! ASG Remscheid: https://asg-rs.de Hakan Göksu auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/hakan-g%C3%B6ksu-72a816123/

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00:00 Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content Creator und freier Automarketingberater. Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen und heute mit einer Folge, in der es um Mut, Nehmertum, Herz, Disziplin und schlicht ums Machen geht. Ich sitze heute in Remscheid und da habe ich zu Gast einen freien Autohändler, der sich mit 18 dachte, das ist eine richtig geile Idee. Ich werde Autohändler, aber ich mache das so, wie ich das will. Und da heißen wir doch mal herzlich willkommen den Hakan Göksu, Geschäftsführer von der ASG Remscheid. Hallo Hakan.

01:21 Hallo Tim, herzlich willkommen. Ja, also gegenseitig. Ich habe dich eingeladen, du hast mich hierhin eingeladen, wir sitzen bei dir im Büro, haben einen schönen sonnigen Tag. Es ist Freitag, das Wochenende steht an. Könnte schlimmer sein, oder? Definitiv. Ja, du bist auch ein bisschen in Übung. Du warst gestern noch in Berlin bei den Kollegen von mobile.de und hast ein bisschen Wissen preisgegeben, weil sie das von dir wissen wollten. Und da bist du jetzt ja im Talkflow sozusagen, ne? Ja, so langsam entwickeln sich solche Themen und Einladungen. Ist natürlich für mich aktuell komplett alles neu. Aber ich denke immer oder zumindest nach meiner Überzeugung ist, wenn wir aus so einem Podcast ein paar Menschen erreichen und einen Mehrwert geben können, das ist dann auch eine schöne Sache, finde ich.

02:12 Ja, absolut. Und wir haben uns ja witzigerweise auch in Berlin kennengelernt, letztes Jahr am Vorabend von der mobile.de Moor. Und da haben der liebe Jascha Breuer, Grüße gehen raus an der Stelle, ne? Grüße. Grüße. Da haben wir so ein kleines Abendessen gemacht und haben so ein paar Leute zusammen getrommelt und da warst du auch bei. Und da kannten wir uns noch nicht und dann sind wir im Laufe des Abends aneinander geraten. Genau. Und ich dachte, wer ist denn dieser zurückhaltende Mann? Der ist so, der ist da, der ist zurückhaltend, super sympathisch. Und dann sagt der Jascha, er ist ein Autohändler, ein freier Händler. Ich sag, ah, okay. Und dann haben wir uns da auf dem Wege irgendwie kennengelernt und sind in Kontakt geblieben. Echt schön. Freut mich. Ja, mich auch. Absolut.

02:58 Okay. Also, wir haben ja hier immer in den Benzingesprächen machen wir so einen Rückblick und wir machen einen Ausblick oder machen das Fernlicht an und gucken in die Zukunft. Um das aber richtig machen zu können, müssen wir erstmal wissen, wer ist denn der Hakan überhaupt? Also, vielleicht kannst du dich mal so ein bisschen vorstellen, Werdegang. Wir wissen, du hast mit 18 angefangen mit Autohandel und Co. Erzähl mal ein bisschen von dir. Wer bist denn du eigentlich? Ja, ich bin ein ganz normaler Mensch. Ich heiße Hakan und ja, ich muss da ein bisschen vor meinem 18-Lebensjahr erzählen. Mein Vater hatte früher schon seinen Autohandel gehabt und war auch für seine Verhältnisse auch mit der Sprachbarriere auch, würde ich sagen, ziemlich erfolgreich.

03:50 Weil ich das auch beobachten durfte, weil dieser Mann wirklich immer mit Werte, mit Ehrlichkeit, Transparenz, proaktiv mängeln immer den Interessenten auch vor meinen Augen. Also, der hat das richtig so gelebt. Und das durfte ich halt als Heranwachsender so beobachten und bin dem heute noch dankbar, weil ohne ihn hätte ich da auf jeden Fall keinen Anschluss gehabt. Deswegen sollte man auch immer die Eltern ehren, finde ich. Dann ist auch viel Segen drin in der Sache. Und ja, für mich war das auf jeden Fall mein Traum Autos. Aber dass ich halt in diese Branche so reinkommen sollte, war mir selber nicht bekannt.

04:38 Mein Vater wollte auch, dass ich den ganz normalen Weg gehe, aber keinen Autohandel. Also, er wollte definitiv, dass ich etwas anderes mache. Vielleicht war sein Wunsch, studieren oder halt ein sicherer Job. Weil für ihn war das früher halt immer sehr dynamisch, auch sehr, wie nennt man, turbulent, auch schon damals. Also, die Branche hat sich ja als solches ja nie verändert. Es ist ja eine Branche, wo wirklich viel auch von seinem Leben auch abgibt. So, Lifestyle-mäßig. Wahrscheinlich hat er das ja auch schon so erlebt. Er hat das aber auch als zweiten Job damals gemacht.

05:23 Und als ich dann 15, 16 wurde, habe ich so mein erstes Praktikum in der Handwerksbranche gemacht. Und da habe ich schon schnell gemerkt, das ist nichts für mich, weil ich musste viel schleppen, Heizung. Also, das war eine ganz schlimme Erfahrung. Morgens sehr früh, dann auf so Baustellen und so, habe ich gesagt, nein. Und mein Vater hatte ja schon bereits den Schotterplatz. Und dann gab es darauf folgendes Jahr ein zweites Praktikum, welches ich bei meinem jetzigen Nachbar, der heutigen Nachbar, Fort Bergland, grüß sagen, mein Nachbar. Ich sehe das Schild da hinten. Genau. Ich kenne dich auch. Da durfte ich mein erstes Praktikum machen, beim Herrn Klee, dem bin ich heute noch dankbar. Und der hat mich auch, muss ich sagen, machen lassen.

06:09 Und da habe ich mich eigentlich entschieden, den Weg als Autohändler zu gehen. Was für mich halt eine große Enttäuschung war, dass die mich nicht aber zur Ausbildung übernommen haben. Somit war ich dann mit 17 komplett frei. Und da habe ich schon bei meinem Vater wirklich wie ein Vollzeitenmitarbeiter gearbeitet und noch nebenbei die Abendschule. Und so mit 18 ist es dann so geworden und entwickelt, dass ich schon so tief drinne war, dass man einfach keine andere Alternative hatte, dass ich woanders arbeiten soll. Und habe dann auch direkt mit 18 Grüße an meinen ersten Mitarbeiter. Majid heißt er, der ist heute noch hier, ist unser Werkstattleiter eingestellt. Schön.

06:54 Und so hat sich das entwickelt. Ich bin aktuell 40 Jahre alt, habe drei Kinder, bin glücklich verheiratet. Und das muss ich natürlich auch hervorheben, eine wirklich sehr starke Frau, die auch viel mitmacht und mir auch viele Freiräume gibt. Weil anders funktioniert das nicht, wenn man das nicht als Familie akzeptiert. Aber man muss auch Zustände akzeptieren. Wenn man da mittendrin Sachen da verändern möchte und nach rechts und links guckt, die anderen haben ein besseres Leben. Und das ist dann zum Scheitern verurteilt, wenn man sich da vergiftet mit Themen. Ja, was kann ich noch zu mir? Ich habe eine Frage, da muss ich mal ganz kurz reingrätschen. Ihr seid, woher kommt ihr?

07:43 Also es hört sich jetzt sov an. Im Ruhrgebiet fragt man, woher kommt ihr familiär? Seid ihr aus der türkischen Abstimmung oder richtig verortet? Ja, also wir kommen aus Remscheid. Also ich bin in Remscheid geboren. Ja, und die Fragen stellen auch meine Kinder, wobei meine Frau Italienerin ist. Und ich habe die auf jeden Fall so. Ah, Feuer zu Hause. Auf jeden Fall. Also da ist immer viel Druck und deswegen bin ich auch so, glaube ich, am Ball und erfolgreich. Schöne Grüße gehen an Sie raus. Ich kenne Sie da noch nicht, aber schöne Grüße an der Stelle. Genau, ganz, ganz liebe, nette Frau. Die Rollen sind klar verteilt deswegen auch wirklich. Das ist auch ganz, ganz wichtig, dass auch eine Ehefrau ihre Rolle auch voll umfänglich auch akzeptiert. Das soll jetzt bitte nicht falsch verstanden werden, aber ist mal so.

08:30 Ich bin halt hier der Geschäftsführer. Aber auf deine Frage zurück. Meine Eltern kommen aus der Türkei, sind als Gastarbeiter wie viele andere Familien gekommen. Und mein Vater hat uns wirklich mit guten Werten erzogen. Also er hat nie direkt jetzt mich am Tisch geholt und er hat es einfach, glaube ich, sehr gut vorgelebt. Und hat aber auch immer gesagt, hey, wir sind hier Gast. Das ist wobei mir bis zum 25. Lebensjahr habe ich das nicht verstanden. So, er meinte nur, passt so doppelt auf. Und natürlich hat er auch diese Probleme gehabt am Anfang wegen unserer Herkunft und musste dann halt Lösungen finden, dass ich beispielsweise einen deutschen Freund immer vorgeschickt habe. Darüber können wir heute reden. Ja, da gibt es, glaube ich, eine Story zu auch noch. Ja, natürlich. Aber wie gesagt, ich kann auch die Kunden verstehen, wenn die Branche da wirklich so im schlechten Licht steht und noch, sage ich mal, Leute mit Migrationshintergrund stark auffallen.

09:30 Da muss ich mich dann halt auch in jungen Jahren schnell abheben. Und da habe ich die ganze Zeit nach Lösungen gesucht und ich habe immer Lösungen gefunden. Also es ist eine Charaktereigenschaft, die ich heute noch nicht verstehe. Also es muss immer was passieren. Und dann funktioniere ich dann auch sehr gut. Aber natürlich Lösungen mit Werte, also nie aus den Leitplanken heraus. Dass man immer auf der Spur bleibt, um sein Ziel zu erreichen, aber mit Haltlösungen, pragmatisch sein. Okay. Lass uns mal ein bisschen schauen, wie ist es denn, du hast gesagt, dein Vater hat Autos gehandelt auf dem Schotterplatz und da wart ihr mehr oder weniger dann zu zweit und dann hat sich das so entwickelt, dass du damit reingestiegen bist und dann hast du den ersten Mitarbeiter dann auch angestellt, der heute der Werkstattleiter ist.

10:20 Vielleicht kannst du noch mal so die, wie hat sich das denn dann entwickelt? Also was war denn dein Ansatz und dein Rezept oder dein Geheimrezept? Tatsächlich, 2003, also da war ich 17, da waren wir jedes Wochenende auf den Automärkten und dieses ganze Handeln falschen fand ich so interessant. Ich konnte es aber da zu dem Zeitpunkt noch nicht bewerten, aber habe schnell gemerkt, das ist nicht meine Welt, weil dieses Lügen und diese ganzen Spielchen und exakt in dem Zeitraum, ich weiß nicht ganz genau, aber ich meine ab 2000 fing ja auch mobile.de an und hatte schon so eine gute Beziehung zu dem Internet, zwar mit diesem 56k Modem, da musste man sich ja 100 Sekunden einwählen, man kann mich noch erinnern.

11:17 AOL und so. AOL, richtig, das war sogar AOL tatsächlich und der Router war auf der Waschmaschine und dann gab es ja ISTN, das war die Revolution. Dann fing ich an, die Autos, die mein Papa im Bestand hatte, zu vermarkten über mobile.de. Erstmal als Privatmensch, aber wir waren ja gewerblich und irgendwann hat mobile.de, ein Vertreter kam vorbei, das ist auch eine lustige Story, die wollten uns als Kunde 49 Euro Vertrag anbieten und wir haben es immer abgelehnt, weil wir da auch gesagt haben, 49 Euro einen Vertrag unterschreiben, das ist so für den Papa das Schlimmste, einen Vertrag und in die Verpflichtung da einzugehen. Aber ich habe dann damals die Unterschrift selber gesetzt. So, ist ja verehrt, deswegen sage ich das.

12:03 Und das war für mich so gesehen der Game Changer, sodass ich alle Fahrzeuge erstmal online gestellt habe. Aber schon damals habe ich die Autos so fotografiert, dass mich Leute angerufen haben. Dass sie Lust haben. Dass sie gesagt haben, wie und mit welcher Kamera machst du das? Oh, cool. Wirklich, also ich kann mich da, viele, viele Händler haben mich kontaktiert. Also das hat mir so Spaß gemacht und auch, mein Vater hat mich nie gelobt. Das war vielleicht auch ein Turbo, muss ich sagen, weil bis heute, also er kann es einfach nicht. Aber ich liebe ihn trotzdem, diese Generation ist so und er kann es einfach nicht so sagen, machst du gut. Und ich habe dann so viel geackert und einfach mal zu sagen, dass der kleine Hakanmacher gelobt wird.

12:48 Aber konnte er nicht, ist nicht schlimm. Und ja, mit 19 kam dann mein Schwager Erhan Yola-Chan. Grüße auch gehen an ihm. Hatte dann woanders gearbeitet in einer Firma und dann habe ich mir gedacht, hey, warum nicht bei uns in der Firma? Dann kam er dazu, dann war ich komplett frei, weil er dann so gesehen auf den Laden aufpassen konnte. Deswegen Familie ist immer sehr, sehr wichtig. Aber man muss die Sachen aber auch klar besprechen. Das haben wir natürlich vorher nicht gemacht, weil wenn am Ende erstmal alles klein ist, interessiert ja keiner. Aber später, wenn irgendwas wächst, dann gibt es auch Störgefühle und die muss man dann proaktiv angehen. Ja, ich hole dann nicht so weit jetzt aus. Dann kam nach fünf, sechs Jahren mein Bruder Harun Göksu.

13:34 Der hat dann nochmal dem Geschäft, also mit seiner Energie viel Aufmerksamkeit gebracht und ist unser Gesicht momentan auf YouTube und auf den anderen Plattformen.

13:47 Er ist ein total lieber Kerl, aber wir als Brüder haben das Klassische, wir haben immer unter uns Probleme. Familie, ne? Also das ist so. Sekunde. Okay, alles klar. Also Familie direkt, also mit im Team gewesen, wichtiger Bestandteil. Ich sage immer, klar, interviewst du mich, alles gut. Aber was natürlich immer sehr wichtig ist, alleine schaffst du nicht viel und das war auch immer mein Motto. Man muss lernen zu teilen, abgeben und auch bestimmte Sachen auch aushalten. Wenn man die Menschen um sich herum wirklich im Herzen hat, darf man jetzt nicht wegen einer Ameise diesen Menschen dann zu verlieren oder zu Redestellen.

14:35 Da muss man auch viel aushalten, finde ich. Es sieht immer schön aus, aber wir haben natürlich auch unsere Wehwehchen. Aber wichtig ist, dass wir alle wissen, wenn wir was haben, bevor wir uns vergiften oder mit, das Schlimmste ist, nicht mit Frauen reden. Deswegen machen wir das so proaktiv, sprechen wir die Sachen an, weil am Ende des Tages Familie ist das Wichtigste, was man hat. Okay, jetzt aktuell, wir kommen, ich frage ja gleich, seit 22 Jahren hast du das oder habt ihr das aufgebaut und weiterentwickelt. Vorab die Frage, wie viele Mitarbeiter seid ihr jetzt aktuell? Ja, im Moment sind wir bei 61. Bei 61. Okay, anhand der Mitarbeiterzahl kann man sich schon überlegen, das wird wahrscheinlich nicht mehr auf einem Schotterplatz stattfinden.

15:24 Genau. Aber da kommen wir jetzt gleich drauf. Also, du, 22 Jahre, das aufgebaut, entwickelt, ein sehr langer Weg. Jetzt haben wir auch schon so ein bisschen gehört, wie das angefangen hat. Welche Schritte in dieser Zeit oder welche Situationen sind dir besonders in Erinnerung geblieben? Und vielleicht eine vorab, die ich einwerfe, du hast mal in so einem Nebensatz gesagt, als damals noch das Internet nicht so richtig da war, da gab es ja noch diese, wie hießen die? Also Automärkte, Autokino oder natürlich die Pinnwand, Zeitung. Ja, genau. Da bist du tricky gewesen, innovativ sozusagen.

16:10 Also, das war zwischen dem 15 und 16 Lebensjahr, da haben wir die Autos immer über die Zeitung gekauft. Die älteren Generationen, die wissen das bestimmt noch, da waren wirklich sechs, sieben, acht, neun, zehn Seiten Autos. Also, nicht inseriert, sondern im Internet inseriert, meine ich, sondern Anzeigen, wo man nur drei, vier Daten hat vom Fahrzeug und eine Rufnummer. Genau. Und dann, wer die erste Zeitung hatte, hatte eigentlich das Glück, weil es gab auch nicht für den Endverbraucher oder für den Verkäufer, wie kann er sein Auto vergleichen? Das war auch so für die Leute ganz schwer, würde ich sagen. Stimmt. Und dann war beispielsweise ein Auto, wo man direkt da gesehen hat, hier ist 5000 Euro Gewinn beispielsweise.

17:03 Und wichtig war, dass man dann den Kunden als Erster anruft, aber da muss ich auch eine Lösung finden. Ich habe schon die Zeitung um 5 Uhr, manchmal sogar um 4 Uhr, weil ich den Boten gut leiden konnte, habe den so hinbekommen, dass ich immer die Zeitung als Erster bekommen habe. Wir haben bestimmt noch andere Leute bekommen, weil es war in meiner Region. Und ich bin auch früher, ganz früh morgens mit einem Fahrer zur Königsallie gefahren. Da war die Westdeutsche Zeitung, haben wir auch da gewartet, bis wir die erste Zeitung bekommen haben. Und dann war jetzt natürlich der entscheidende Punkt, wie willst du morgens 5 Uhr die Leute anrufen? Da gab es eine Festnetznummer, Handy war nicht so präsent. Und da habe ich die Menschen mit meiner Art und Weise, das ist auch heute mein Sohn mit 13, das ist ja auch die Züge bei ihm, habe dann die Leute angehoben, habe gesagt, ich muss heute früh zur Arbeit, dürfte ich mal ganz kurz bei ihnen vorbeikommen.

17:56 Nur 10 Minuten, mein Ziel war aber dahin gehen, sofort eine Anzahlung geben, den Kaufvertrag machen und wo andere dann wach geworden sind, war das Auto schon verkauft. Es gibt natürlich auch ein paar andere Geschichten, wie wenn ich vor Ort morgens 6 Uhr, wenn ich die Chance hatte und Deutsche sind ja auch früh wach, muss ich sagen. Das ist ja auch ein Vorteil, also wenn du Leute 5 oder 6 Uhr angerufen hast, erstmal waren die so ein bisschen im Schock, aber wenn es um Auto geht und ein junger Mann am Telefon und viele haben mich auch gefragt, wie alt sind sie denn? Ich hatte nie erzählt, dass ich nicht volljährig war, bin mit dem Bus auch zu Kunden gefahren, also alles schon durch, aber was noch vor Ort immer gefährlich war, wenn wir oder wenn ich jetzt mit dem Kunden im Gespräch bin, morgens 6 oder 7 Uhr, Telefon hat ohne Ende geklingelt und das war so meine Strategie.

18:42 Ich habe dann immer bei den Kunden gesagt, darf ich mal kurz zu Hause anrufen und haben die natürlich erlaubt und dann habe ich so getan, dass ich zu Hause bei meiner Mutter anrufe, habe aber eigentlich das Telefon auf die Leitung blockiert, sodass keiner anruft. Ah, nicht dein Ernst, wie geil ist das denn? Ja, weil es war so schlimm das Geschäft, dass die Leute einfach angerufen haben und gesagt haben zum Inseratspreis, wir zahlen ihn 1.000, ohne das Auto zu gesehen, einfach nur das Geschäft kaputt zu machen. Ich war schon am Ende, wie oft ich am Tisch Verträge hatte, wo die Leute gesagt haben, wir stornieren das, einer gibt mir gerade 2.000 Euro mehr beispielsweise. Und das passiert natürlich jetzt auch über Internet, aber früher war das halt sehr, sehr schwierig und an Ware zu kommen, war ja nicht wie heute, war nur die Zeitung.

19:29 Ach geil, okay, okay, das ist eine tolle Geschichte. Welche Situation später, so im Wachstum, wo du vielleicht so die ersten, was weiß ich, 10 Mitarbeiter hattest, wurde vielleicht das erste Autohaus, irgendwann musstest du ja einen Standort haben zum Präsentieren. Wann war das und wie war das? Ich meine, du bist ja Jungunternehmer gewesen. Also 2008, kann ich mich gut erinnern, oder 2009 war das, war die Weltwirtschaftskrise. Da hatten wir schon bereits sieben oder acht Mitarbeiter gehabt und einen relativ großen Bestand. Da hatte ich zum ersten Mal, also Angst kenne ich nicht, also Angst war nie so für mich irgendwie das Gefühl, sondern eher, boah, nicht, dass wir zu viel jetzt pokern, weil alle gerade ein bisschen zurückgehen gefühlt, weil diese große Krise da war und ich trotzdem mit meiner aktiven Art das komplett ausgeblendet habe und einfach weitergemacht habe.

20:36 Da hatte ich aber zum ersten Mal so die Gedanken gehabt, irgendwas läuft hier nicht richtig, aber konnte das noch nicht so anpacken, anfassen, wollte es auch, glaube ich, nicht zugeben. Und das Entscheidende, ich habe so die Sicherheit, glaube ich, auch im Rücken gespürt von meinem Vater und das war auch wichtig, dass er indirekt so signalisiert hat oder beziehungsweise auch Freiräume, welchem 18-Jähriger gibt man heute mehrere 10.000 Euro in die Tasche und mach, was du willst, gefühlt. Das war ja auch Vertrauensvorschuss, das kann man ja mit keinem Geld kaufen, das ist ja, die Währung ist ja brutal. Ja, Vertrauen. Vertrauen. Und das habe ich zum ersten Mal gemerkt, aber über welche Krisen soll ich dir noch erzählen?

21:22 Dann gab es ja 2015 respektive 2016 die Dieselkrise, da hatte ich bereits mein erstes Auto, das ist genau in dem Jahr gekauft, vor exakt 10 Jahren. Und da waren die ganzen Dieselautos auf einmal wertlos, wegen dem Abgasskandal. Und da hatten wir schon Millionenbestand gehabt. Okay, da war ich halt auch schon 30 Jahre alt, war ein bisschen erfahrener, aber trotzdem, Krise kommen ohne Ende in unsere Branche. Wenn ich jetzt überlege, die letzten 5, 6 Jahre, was da los ist, Ukraine-Krieg, Corona, dann jetzt Iran-Krieg, Zinsen, EZB. Aber ich bin immer an dem Punkt, da bin ich vielleicht ein bisschen auch speziell, ich sage immer, pass auf, wir haben ja immer regelmäßig unsere Verkäuferbesprechung.

22:12 Ich will das gar nicht hören, wenn wir nicht mal in der Lage sind, unsere Hausaufgaben erstmal richtig zu machen. Ich sage auch immer, wir haben kein Anfrageproblem, mobile.de sagt ja selber, ihr habt eine Masse an Leads. Und wenn die Leads und meine Mitarbeiter, ich rede ja das, was wir auch wirklich unter den Kulissen sprechen, es gibt ja nur eine Wahrheit. Erstmal die Zitrone richtig pressen und dann können wir über März, Scholz, Krise oder das läuft nicht, dies läuft nicht. Weil wir machen hier erstmal nicht unsere Hausaufgaben richtig. Der Kunde schreibt seine Rufnummer und sagt, bitte kontaktiert mich und wir schreiben noch eine E-Mail. Der Kunde möchte angerufen werden und nach 8 Stunden kannst du den Lied nicht mehr gebrauchen, weil es zu kalt kann man nicht mehr essen. Das ist wie früher, da haben drei andere angerufen. Ja.

22:57 Okay, jetzt sitzen wir hier oder erstmal anders, bevor wir auf den Standort zu sprechen kommen, weil das ja auch jetzt ein großer Schritt ist. Was bietet ihr alles an? Also wie würdest du deinen Autohandel beschreiben? Also erstmal, was für ein Sortiment habt ihr? Macht ihr Full Service oder verkauft ihr nur? Und was ist so euer Fokus und verkauft ihr nur regional oder überregional? Aber das hängt glaube ich auch mit dem Sortiment natürlich zusammen. Vielleicht kannst du uns da mal ein Gefühl geben. Ja, auf jeden Fall mit dem neuen Standort war die Intention oder ist die Intention, ein Kompetenzzentrum zu schaffen, dass unsere Kunden komplett wirklich nach dem Kauf auch bei uns bleiben.

23:44 Also wir haben hier vom Felgenshop, vom Reifenshop, vom Lackierer, vom Aufbereiter, Autoglas, Gutachter, alles was man jetzt noch aufzählen konnte, haben wir in diesem Areal jetzt abgebildet, sodass die Kunden einfach nach dem Kauf auch ein Full Service bekommen. Weil ich glaube einfach an diese Thematik, wir müssen nicht immer nach Neukunden suchen, einfach dieses Bestandsmanagement gut im Griff haben. Da sind wir nicht im Erfolg, also ich finde, da ist so viel noch Potenzial, aber erstmal war für mich wichtig, die Infrastruktur als Geschäftsführer herzustellen, so dass man auf diese Infrastruktur dann mehrere Stöcke bauen kann. Ja. Weil andersrum bringt dir das nichts, wenn man damit wirbt, aber du hattest, also wir hatten sieben verschiedene Standorte in Remsched gehabt, deswegen war das die Intention mit dem Standort, diese Konsolidierung Strategie, die ist auch gut aufgegangen, sodass wir natürlich nicht nur direkt einen Mehrwert an Geld, sondern auch an das Kundenerlebnis.

24:51 Bevor du vielleicht nur auf euer Sortiment eingeht, was den kleinen Tim maximal anspricht, aber kommen wir gleich drauf, vielleicht schieben wir das mit dem Standort ein. Ihr seid umgezogen in diesem Jahr oder Ende letzten Jahres seid ihr umgezogen? Genau. Jetzt muss ich ganz doof fragen, ist das hier Remscheid oder Soling? Du schneidest, du musst das jetzt schneiden. Ja. Aber egal, wir sind hier in Remscheid City, direkt an der Autobahn. 800 Meter Luftlinie? Ja. Okay, also wir sind dann jetzt also in Remscheid und ihr seid umgezogen, also du hast einen nicht gerade kleinen Ex, korrigiere mich, wenn ich falsch bin, Mercedes-Benz-Standort übernommen. Ja. Und ich gucke gerade hier so aus dem Fenster, der ist nicht gerade klein.

25:37 Wie groß ist der Standort hier? Wir haben circa 20.000 Quadratmeter hier. Okay. Und der andere Standort müsste so bei 6.000 liegen. Das ist auch ein vollständiges Autohaus, aber da konnten wir halt früher die Sachen nicht abbilden, was ich dir vorher erzählt habe. Zumindest an verschiedenen Standorten und natürlich durch diese Entfernung haben wir dann immer diese, ja, durch diese Strecke auch viel verloren, finde ich. Ja, auf jeden Fall 20.000 Quadratmeter. 20.000, also das ist ja eine komplette große Verkaufsfläche im Mercedes-Benz-Style. Ganz hohe Decken, viel Glas, noch eine zweite Halle hier vorne und dann ist das so ein U, in der Mitte ist ein großer Parkplatz.

26:28 Was mir aufgefallen ist, auch vor dem Haus gibt es Parkplätze für Kunden, die frei sind. Das ist nicht bei jedem Autohaus so. Da schmunzelt man gelegentlich. Und dann hinten habt ihr noch wirklich die große Werkstatthalle mit allen Gewerken. Auf jeden Fall. Das Ziel war ja auch hier, in diesem Autohaus das komplette Workflow zu implementieren, sodass wir einfach ein paar Tage schneller werden. Wir haben im Unternehmen einen Controller, der hat uns das mal ausgerechnet. Wenn wir drei oder vier Tage schneller sind, haben wir schon mehrere hunderttausend Euro schon in der Tasche. Ganz genau. Kosten, Effizienz. Aber wie gesagt, mir ging es persönlich um noch ein Thema. Nicht noch mehr Profit, sondern auch, dass unsere Bestandskunden ein besseres Erlebnis auch verdient haben.

27:15 Weil die Kunden kamen früher zur ASG. Wir waren halt mit dem Namen so groß, aber das Autohaus war nicht so groß. Und jetzt verdient der Name auch die Immobilie andersrum auch. Schön gesagt. Also das ist echt schön formuliert. Der Schritt ist aber natürlich enorm. Also du hast gesagt sieben Standorte. Von den sieben Standorten habt ihr jetzt quasi noch den einen abgegeben und jetzt alles hier rein. Letzte Woche habt ihr offizielle Eröffnungen gehabt? Richtig. Mit mehreren tausend Menschen, die hier waren? Tatsächlich, wir hatten eigentlich geplant, dass wir maximal tausend. Deswegen hat der Caterer auch Essen für tausend Leute erstmal organisiert.

28:01 Hat aber schon durch meine Mitarbeit einen Puffer, also eine Empfehlung gehabt. Aber am Ende ist alles hier eskaliert. Da waren, also man sagt 3000 Leute, da waren auch Promis dabei, die wir nicht eingeladen haben. Also direkt, wir haben eigentlich keinen direkt eingeladen. Das war schon wieder ein Moment, der Druck hat sich jetzt nochmal ein bisschen aufgebaut, weil man muss das ja auch gerecht werden. Und ich bin ja, wie du festgestellt hast, alle, die uns kennengelernt haben, bin ich eigentlich der Mensch, der zurückhaltend ist. Weil ich möchte ungern eigentlich im Fokus sein, mein Geschäft kann im Fokus sein. Wichtig ist, dass meine Persönlichkeit wertvoll ist.

28:47 Und ich möchte auch nicht, wenn ich mit Leuten in Kontakt komme, erzähle ich eigentlich auch nie das, was ich mache. Weil für mich ist es dann immer so ein bisschen schwierig, wenn die Leute mich erst akzeptieren, wenn die sagen, ah, du bist von ASG oder was hast du mit ASG-Verbindung. Und dann, wenn dieser Mensch so auf einmal mit mir eine 180-Grad-Drehung macht, dann denke ich mir, ah, der Mensch muss im Fokus sein. Du hast gerade gesagt, es ist nur so ein Impuls vor mir, dir das zu sagen. Da kommen ungefähr 3000 Leute zu eurer Eröffnung hier von dem Standort und du sagst, meine Güte, du hast es gesehen und empfindest der Druck. Ja, auf der einen Seite ja, aber es gibt noch eine andere Seite.

29:34 Das ist ja eine irre Wertschätzung für euch und das darf man auch einfach mal annehmen. Natürlich hat mich das auch unglaublich glücklich gemacht, aber das war mir selber nicht so bewusst. Und wir haben einen Tag vorher ein Soft-Opening nur für Friends und Partner, so in einem exklusiven Rahmen umgesetzt. Die Bilder sind auch auf LinkedIn. Also das hat nochmal klasse gezeigt, auch meine Mitarbeiter, wie sie das geplant haben. Also da war ich richtig stolz. Wir haben ja natürlich durch die Neuöffnung noch andere Nebeneffekte. Nicht nur für Kunden, sondern die Mitarbeiter haben nochmal gesehen, hey, also man kann auch mit ASG stolz sein, weil ich sehe oder beobachte immer bei vielen Freunden, die bei Audi arbeiten, die bei Mercedes arbeiten oder bei BMW.

30:28 Wenn die sagen, ich arbeite bei BMW, siehst du, wie groß der wird. Und das habe ich meinen Mitarbeitern auch schon mehrmals gesagt, dass sie, es geht nicht um mich, es geht um die Firma, wo hier 60 Mitarbeiter mal vier, 200 Personen hängen hier dran.

30:47 Also es muss einfach auch achtsam damit umgegangen werden, dass man hier gemeinsam was aufgebaut hat. Also ich kann alleine begrenzt Sachen schaffen und ich glaube, ich habe das Team gut in meinem Rücken, sonst wird das sowieso nicht funktionieren. Und durch die Neuöffnung haben die nochmal die Situation gesehen, hey, wir sind auch da, wir müssen uns nicht verstecken. Nee, absolut nicht. Und ihr habt da eine starke, das ist ja dann, das geht ja um Marke. Und wenn jetzt jemand, der bei einem BMW-Händler arbeitet oder bei Audi oder Mercedes, wie sie alle heißen, die Markenhändler kämpfen ja immer um ihre eigene Marke, weil die sagen ja, ich arbeite für BMW.

31:29 Okay, es ist der Hersteller, also es ist ja nicht die Autohaus-Marke. Und ich bin ja auch viel im Autohandel unterwegs und das sind immer die Gespräche, wo ich ein ganz großer Fan von bin. Das Autohaus ist die Marke und wenn die Hersteller haben, ist der Hersteller quasi das Produkt. Und ihr seid jetzt frei und ich finde das so schön, dass ihr da die eigene Marke so habt. Und wenn das dann, diese Rückkopplung kommt, ihr öffnet und die Mitarbeiter sind da und kriegen das Feedback. Die Leute kommen wegen denen und der Marke. Absolut und ich muss noch was hinzufügen, die Mitarbeiter, mit Stolz meinte ich eher die Mitarbeiter, die schon 15 Jahre, 20 Jahre bei uns sind, die haben natürlich durch diese Entwicklung, die eigentlich ab Corona gekommen ist, da waren wir schon unauffällig.

32:23 Und wir haben aber ab Corona 25 oder 30 Mitarbeiter eingestellt mit den neuen Mitarbeitern, die sind ja schon gerne zu ASG gekommen. Und auch heute haben wir wirklich im Monat immer so zwischen 50 und 80 Bewerbungen. Also wir haben auch mittlerweile Verkäufer von Porsche, von BMW, von VW. Also die Menschen haben auch gemerkt, also alles wertfrei, dass alle mit Wasser kochen. Also am Ende des Tages geht es darum, in welche Atmosphäre möchte man kommen. Weil diese Atmosphäre hier, hier muss sich keiner verbiegen, keiner verstellen. Alle werden hier willkommen, Religion, welche Überzeugungen der hat, wir haben Gebetsräume. Also alle können hier machen, was sie wollen. Also natürlich in einem bestimmten Rahmen.

33:11 Also gelegentlich dabei arbeiten wir nicht, ne? Natürlich, also hier wird keiner, also wir sind ja auch ein Mix. Also auch die Frauenquote ist relativ hoch bei uns. Hier arbeiten Deutsche, Italiener, mehrere polnische Mitarbeiter, sehr fleißig. Türkische Mitarbeiter, arabisch, syrisch und genau von daher. Zu dem Standort, das kann man sich jetzt vorstellen. Sag mir mal, was für ein, ich nenne das jetzt mal Sortiment, bietet ihr an? Weil ich habe es gesehen, ich weiß es, aber die Hörer halt nicht, dass sie sich ein Bild machen können. Und dann einhergehend mit dem Sortiment, wo ist euer Markt? Wohin verkauft ihr? Also unser Anteil im Dachraum liegt so bei 70 Prozent.

34:02 Dann haben wir 15 bis 20 Prozent Westeuropa, Spanien, Italien. Also schon sehr überregional, also international. Ja, ja, klar, natürlich. Aber 70 Prozent auf jeden Fall. Regional haben wir einen Anteil von 13 Prozent. Das finde ich sehr schwach, aber in Stückzahlen oder in absoluten Zahlen wieder relativ gut. Es kommt ja auf das Sortiment an. Natürlich, absolut. Und das Sortiment, ich kann halt so mit ein bisschen Prozenten sprechen, unter 50.000 Euro haben wir ca. 60 Prozent der Ware. Unter 50.000? Unter 50.000 Euro. Und über 50 oder zwischen 50 und 100.000 Euro haben wir 30 Prozent Ware. Und der Rest ist dann plus 100.000. So der Anteil von den ganz teuren Autos ist prozentual, aber wiederum, wenn man es wieder in absoluten Zahlen, haben wir 50, 60 dicke Boliden, die aber auch wieder eine höhere Standzeit haben.

35:01 Also man muss immer aus verschiedenen Blickwinkeln die Sache betrachten. Und wenn man nur rein auf die Richtwerte schaut, dann macht man auch ab und zu Fehler. So, weil Beispiel 10 Prozent bei einem sehr teures Auto in absoluten Zahlen super, aber bei einem kleines Auto oder kleineren Wert, niedrigen Wert, ist es dann natürlich wieder zu niedrig. Ja, wir müssen das mal ein bisschen plastischer machen. Also der kleine Tim ist hier im Spieleparadies, weil man kommt hier so rein, vorne auch an dem anderen Standort vorbeigefahren. Das ist alles ja schon, ich sage mal, mindestens Mittelklasse und aufwärts. Und dann Luxussegment, vor allem Sportwagensegment sehe ich hier sehr häufig. Ich glaube, dass die Quote, nehmen wir jetzt mal, wahrscheinlich wirst du, ich weiß nicht, hast du von BMW mehr M-Modelle als normale?

35:55 Tatsächlich, die Strategie ist immer von der Marke das beste Auto auf den Hof zu stellen, weil da ist auch unsere Leidenschaft, auch kommt ja aus der Historie, weil die Autos lieben. Wir wollen immer am besten die besten Autos bei uns haben. Heißt aber nicht, dass wir keine normalen Autos ankaufen, heißt im Inzahlungnahmeprozess sind wir für alles offen. Da haben wir dann einen B2B-Bereich, wo unser Mitarbeiter, der explizit sich um diese Autos kümmert. Von daher würde ich das gar nicht so beschränken. Also wir haben von 10.000 Euro bis 500.000 Euro alles hier stehen. Und unser Ziel, das ist natürlich ein bisschen schwer, wenn man exklusiv bleiben möchte, aber so eine Masse.

36:42 Deswegen haben wir ja hier an dem neuen Standort das bewusst getrennt in der 800 Quadratmeter Halle. Also wenn man vor dem Autos steht, an der linken Seite. Da ist so aufgebaut mit Espressobar, mit einer schönen Warteecke, sodass der Kunde, wenn er da reingeht, dann auch diese volle Exklusivität auch zu genießen bekommt. Okay, alles klar. Also wirklich, mir fallen natürlich die Sportwagen mit der Leidenschaft natürlich auf. Ich bin vorhin vor dem Termin noch ein bisschen rumgelaufen und habe Fragen zu diversen Autos. Die können wir aber ohne Mikrofon später besprechen. Nee, okay, dann wissen wir das, dass das, ich sag mal, schon im gehobeneren Bereich ist und ihr auch durchaus mit, oder einiges, was mir jetzt persönlich auffällt zumindest, und das dann überregional ist.

37:37 Ich würde definitiv was hinzufügen, das ist mir ganz, ganz wichtig und die Kunden, die uns kennen, die wissen das. Also für uns hat der VW Polo Kunde oder der Porsche Kunde, bekommt keinen unterschiedlichen Service. Wir versuchen alle gleich zu behandeln, das könnte man natürlich jetzt einfach mal so sagen. Es ist aber in der Tat nach 35 Jahren und nach so viel mehreren 10.000 Kunden, kann man auch im Internet lesen, also bei uns wird da, es ist ein Standard. Also wir haben alle Sachen auch standardisiert, so dass alle einfach diese Exklusivität bekommen. Natürlich der B2B-Bereich, da läuft es ein bisschen anders ab. Deswegen ist es auch räumlich getrennt und dann auch im Ursprungsstandort.

38:26 Also das ist alles so gut durchdacht. Ja, super. Ja, das ist schön, das nochmal genau so geframed zu haben. Ihr seid übrigens, aus welchem Grund auch immer, du bist der einzige Händler, also ich nutze ja auch mobile.de und auch Autoscout. Zum Autos mal gucken bei mobile.de bist du der einzige Händler, dem ich folge. Sprich, ich sehe immer, was bei euch an neuen Fahrzeugen reinkommt und also ich stalke euch ein bisschen. Das ist der einzige Händler. Kein Problem. Das ist überhaupt kein Thema. Freuen wir uns. Lass uns den Blick aus dem Rückspiegel so nehmen. Im Moment sind wir ja so im Jetzt. Lass uns mal ein bisschen nach vorne schauen. Du bist seit gut 22 Jahren im Autohandel tätig und hast natürlich super vieles erlebt. Von den Anfängen mit die Telefonleitung bei Kunden besetzen bis bis hier heute im Zweifel.

39:18 Ich glaube, ich habe auch ein Rennauto irgendwo gesehen, was ihr verkauft. Hast du alles so schon gemacht? Wie sieht denn dein Blick als freier Händler auf die nächsten Jahre in der Autobranche auf und aus? Und da würde ich aber das noch ein bisschen sagen, speziell für euch mit eurem Geschäftsmodell, mit eurem Fokus und eigentlich für den ganzen Autohandel, wenn ich ehrlich bin. Wie blickst du in die Zukunft? Also ich möchte jetzt ungern eine sichere Meinung dazu sagen. Also es ist viel Spekulation. Also für mich ist gefühlt, Stand jetzt, jeden Tag ist wie Tag eins.

40:03 Also so mit dem Mindset arbeiten wir, weil wir produzieren nichts. Wir sind im Handel und wir merken aber immer, wenn irgendwie geopolitische Sachen, beispielsweise der Krieg, also da sehen wir brutal die Auswirkungen. Jetzt gibt es natürlich einen Punkt, wo wir direkt dann auch sagen, hey, wir haben unsere Erfahrung, wir haben die letzten fünf Jahre, also dass wir uns selber wieder motiviert behalten, bekommen. Aber für die Zukunft denke ich einfach, wenn, es wird immer schwer, es war auch vorher schwer, wenn jeder seine Hausaufgaben vernünftig macht bei dieser schwachen Umsatzrendite im Autohandel oder in der Branche, trotzdem in absoluten Zahlen kann man Geld verdienen, wenn man seine Hausaufgaben macht.

40:54 Hausaufgaben meine ich nicht stolz sein, das Ego ablegen und einfach die Sache akzeptieren. Wir sind Autohändler. Das muss von oben nach unten gelebt werden, wenn man jetzt da denkt, alles läuft automatisch. Ich kenne große Autohausgruppen, auch ein Autohausbesitzer, der hat 20 Autohäuser, mit dem tauschen wir uns aus. Da musst du als wirklich Geschäftsführer, Inhaber Sachen verstehen. Deswegen, man darf nie den Bezug zum Kunden verlieren, finde ich. Ab und zu auch mal selber Autos verkaufen. Aber vorausschauend würde ich sagen, die Leute, die jetzt im After-Sale mit dem Thema KI, Lead-Qualifizierung, da kann man auch sein Personal ein bisschen entlasten und das Personal nicht ersetzen, aber mit dem Personal dann andere Sachen machen, die dem Geschäft gut tun.

41:49 Da muss man offen sein für die ganzen Neuigkeiten, weil mir jetzt einfach drei, vier Monate nichts tun, Tim, dann geht das so schnell an dir vorbei, dass du es einfach nicht mehr aufholen kannst. Ich glaube oder ich weiß, dass du nicht so gerne über andere sprichst oder vielleicht eine Meinung da irgendwie machst, aber wenn du so auf den Autohandel so blickst und was du so wahrnimmst, jetzt warst du auch im letzten Jahr ja auch viel unterwegs bei vielen Events,

42:16 Ist der Autohandel, wie soll ich das sagen, wach genug, agil genug? Nein, also ich gehe ja auch manchmal in Autohäusern rein als Interessent und schaue mir das Ganze an. Wenn ich da mir die Mitarbeiter anschauen, die nicht mal in der Lage sind, wenn ein Kunde kommt, aufzustehen, dann beginnt das Ganze ja schon falsch an, finde ich. Weil der Kunde hat einfach mittlerweile, gestern habe ich das auch gesagt, zu viele Alternativen. Also es gibt nicht nur ASCII, ASCII ist nur gut, sobald er weiterhin diese ganzen Werte auch lebt und festhält. Aber wenn wir einmal jetzt sagen, okay, wir haben was geschafft, du merkst das nicht, das ist ein schleichender Prozess und viele leider, Händlerkollegen habe ich so beobachten können, dass dann einfach die Kunden sagen, warum soll ich bei ASCII kaufen, weil das Produkt ist ja austauschbar.

43:08 Und von daher deine Persönlichkeit, die Leute wollen auch dich vielleicht weiterhin erfolgreich sein und unterstützen. Deswegen muss auch das ganze Team immer regional, ganz wichtig, aufpassen, aufpassen ist das falsche Wort, auch sich benehmen, also man muss einfach das Ganze verkörpern, finde ich. Sehr schön, ja, das ist definitiv, demnächst kommt noch ein anderer Podcast. Jetzt muss ich so ein bisschen Zeitblase spielen. Nach uns kommt noch ein anderer Podcast, den ich aber schon aufgenommen habe und da sprechen wir auch über dieses Thema.

43:46 Wie wird ein Kunde wahrgenommen? Ein Kunde ist ein Mensch und wenn der sich schon zu dir bewegt, ins Autohaus, dann sollte man den auch wirklich ernst nehmen und so gut behandeln, wie er erwartet. Kunden werden angeschrieben, Kunden werden komisch am Telefon behandelt, der Kunde hat ein Problem, der ruft im Autohaus an, zögerlich.

44:11 Es gibt ja nicht nur Kunden wie mich, der sagt, ich komme jetzt hierhin und sage, ich habe einen weißen BMW gesehen, das ist ja der und der, der hat so und so viel PS. Ich habe noch eine Frage wegen dem Rad hinten rechts, ist das alles in Ordnung? Es kommen ja auch vielleicht mal Menschen rein, die von dem BMW träumen, nicht so viel Plan haben und noch unsicher sind und die müssen ja genauso geil abgeholt werden. Deswegen ist es einfach, die Haltung ist wichtig, wie die Mitarbeiter, die Haltung gegenüber der Firma, gegenüber dem Produkt. Ich sage auch zu meinen Mitarbeitern, verkaufen niemals etwas, was du dir selber nicht verkaufen würdest, weil das kippt langfristig. Wir wollen nicht drei Jahre, vier Jahre hier alles, weil die Kunden vertrauen uns und die würden gefühlt, was wir denen empfehlen, auch machen.

44:59 Aber da sind natürlich viele Händlerkollegen, die sagen, am Ende geht es um, natürlich geht es um uns, aber wir werden nichts mitnehmen, wir müssen auch ehrliche Geschäfte machen. Ja, okay. Das ist ein gutes Schlusswort für den hauptsächlichen Teil. In meinem Podcast gibt es immer die klassische Abschlussfrage, die ich jetzt glaube ich seit ungefähr sieben Jahre fast allen stelle und die Antworten haben sich in der Zeit auch verändert, aber auch nicht. Aber die Frage bleibt einfach dabei, weil ich werde immer wieder auf die Frage, auf die Antworten angesprochen. Deswegen auch an dich. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto, Zusatz, in Deutschland und vielleicht so, das mal so ein bisschen zu framen, dass du bist zu Hause und rufst dir über eine App, vielleicht ein autonomes Auto, setzt dich rein, machst die Zeitung auf oder liest deine Notizen von gestern durch, lässt dich zur Arbeit fahren, steigst wieder aus.

46:00 In fünf Jahren würde ich sagen, in Deutschland, aber in Amerika gibt es das ja schon bereits und dieses Jahr möchte ich gerne nach Amerika. Das müsste, es ist irre, dieses Erlebnis, ich sehe das von ein paar, ich habe es selber zum Teil einmal ganz kurz erleben dürfen, das war schon echt strange, muss man sagen, Freunde, die in Amerika sind, ich sehe immer wieder die Videos, dass die völlig fassungslos sind und das sind ja Autos, die autonom fahren, die haben oben immer so ein Nupsi oben drauf und Kameras und bla bla bla und die haben vorne links, das sind häufig in San Francisco sind es Jaguars, meine ich, und da ist noch ein Lenkrad. Der neue Schrei in San Francisco ist, da ist auch kein Lenkrad mehr. Du kannst sogar vorne links als Passagier sitzen und ich glaube, dann wird es echt abgefahren, wenn du in so einem Auto sitzt, wo du gar nicht mehr eingreifen kannst.

46:52 Ja, das ist schon spooky. Ja, also von daher, reise dahin, wo du es erleben kannst und berichte mir dann davon, wie du dich gefühlt hast. Hakan, ganz vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, so eine gewisse Zeitreise auch zu machen und ich finde das so spannend, wo Unternehmer herkommen, wie sie sich entwickelt haben, was so dahinter steckt und wie es dann zu, ich gucke mich gerade nochmal um, hier zu so einem Standort kommt und du hier so ein Rad drehst und du bist ein Macher, finde ich gut. Ich sage auch, zu jedem Disziplin schlägt Talent, von daher immer dranbleiben und immer die Persönlichkeit auch stärken, weil du kannst auch das Geschäft erweitern, größer machen, aber wenn die Persönlichkeit auf der Strecke bleibt, wird es langfristig auch nicht funktionieren.

47:49 Deswegen auch immer in sich selber investieren, gutes Umfeld und dann ist das ein Zusammenspiel, das wird dann funktionieren. Danke dir. Mit den Worten verabschiede ich mich schon mal. Vielen Dank fürs Zuhören und wir hören uns bald wieder mit einer weiteren spannenden Folge, wie immer. Und macht's gut. Ciao. Und der Hakan sagt auch noch. Tschüss, schönen Tag noch und jeder ist herzlich willkommen nach Rämscheid.