Zum Inhalt

Benzingespräche · Folge 186 · · 45 Min

Senger Mobility - Vanessa Tscholl, Director Marketing & Communication

Cover des Podcasts Benzingespräche

Vanessa Tscholl

0:00 / 45:19

SpotifyApple Podcasts

Worum es geht

Wie ein Branchenwechsel frischen Wind ins Automotive-Marketing bringt. In dieser Folge spreche ich mit Vanessa Tscholl, Direktorin für Marketing und Kommunikation bei Senger Mobility, über ihren spannenden Weg von der Pharma-Branche in die Automobilwirtschaft. Wir tauchen tief ein in die Herausforderungen und Chancen, die ein Branchenwechsel mit sich bringt, und diskutieren, wie neue Perspektiven das Marketing im Autohaus revolutionieren können. Gemeinsam schauen wir zurück auf Vanessas Erfahrungen, sprechen über die strategische Neuausrichtung bei Senger und warum die Rolle des Local Hero heute wichtiger denn je ist. Außerdem gibt Vanessa exklusive Einblicke in die Zukunft des Handels, die Macht von Teamkultur und ihre ehrliche Einschätzung zum autonomen Fahren in Deutschland. Reinhören lohnt sich für alle, die mehr über Innovation, Führung und authentisches Automotive-Marketing erfahren wollen! Links: Vanessa Tscholl auf https://www.linkedin.com/in/vanessa-tscholl-55557066/

Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

00:00 Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Hallo und herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Ja, und es ist wieder soweit, eine neue Folge ist da. Und da möchte ich heute ganz herzlich willkommen heißen, die liebe Vanessa Tscholl, Director Marketing and Communication bei Sänger Mobility. Hallo Vanessa.

01:05 Hi Tim, ich freue mich. Toll, dass du mich eingeladen hast. Ja, ich bin super happy, weil ich wollte genau mit dir schon länger mal in Ruhe sprechen, weil Sänger ist in der deutschen Automotive Bubble natürlich ein Begriff. Und da habe ich nie so einen richtigen, wie sagt man, so einen Grip dran gehabt. Und jetzt hatten wir so ein bisschen latent Kontakt. Und das war für mich natürlich doppelt interessant. So eine große Gruppe, dann eine Marketing-Fachfrau. Und das hat jetzt Gott sei Dank noch ein paar Tage gewartet, weil du hast gerade gesagt, Mensch, die letzten Tage echt stark erkältet. Deswegen geil, dass du heute wieder fit bist. Geil, dass du da bist. Ja, ich freue mich auch. Ich freue mich auch. Braucht keiner so eine Erkältung. Nee, absolut. Und neben dem, dass man ab und zu mal erkältet ist, du hast wahrscheinlich in der letzten Zeit, wo wir so ein paar Mal gesprochen haben, also es erschien mir nicht so, als hättest du großartige Langeweile.

01:59 Tim, wir müssen langweilig in der Automobilbranche in der aktuellen Zeit. Also auch in den letzten Wochen, Monaten und eigentlich Jahren. Ich bin ja auch erst seit drei Jahren bei Sänger. Und da war einfach wahnsinnig viel Bewegung im Markt. Und ja, wir haben schon früher mal gesprochen. Ich habe auch, wie gesagt, immer gerne deinen Podcast gehört und hätte mich auch auf eine frühere Aufnahme gefreut. Aber umso cooler ist es, dass es jetzt klappt. Ja, ging nicht anders. Ja, aber dann bist du ja erst mal hier in der Bubble gelandet. Hast du dich denn schon gut dran gewöhnt, dass du jedes Jahr in der Automotive-Branche gar keine Langeweile aufkommst, weil irgendeine Krise uns immer hart trifft?

02:49 Beispielsweise ohne wäre ich unglücklich, muss ich sagen. Also ich finde es ganz furchtbar, wenn jedes Jahr das Gleiche wäre oder wenn ich ständig das Gleiche zu tun hätte. Ohne die Bewegung im Markt, ohne die Bewegung mit den Menschen, mit den Kunden würde ich mich langweilen. Und dann wäre ich auch kein guter Marketer oder keine gute Kommunikatorin oder könnte zumindest meine Stärke, die ich so mit reinbringe, nicht entfalten. Ich muss aber sagen, es war ja jetzt nicht alles negativ in der letzten Zeit. Es kamen ja auch viele positive Entwicklungen dazu, viele positive Marktentwicklungen. Wir konnten als Gruppe super davon profitieren. Und wenn ich so einen retrospektiven Blick mal in meine bisherigen Branchen werfe, war es da auch nie langweilig. Also da gab es auch immer politische Implikationen, die von jetzt auf gleich kamen. Und insofern nein. Ja, es war sehr intensiv und ich glaube, da werden viele nicken, die zuhören. Aber ja, wir gehen da alle mit um.

03:49 Ja, du hast mir quasi schon eine Brücke gebaut, weil wir gucken ja immer erst mal, wir sind ja hier im Auto quasi virtuell. Da blicken wir erst mal in den Rückspiegel. Und bevor wir da jetzt tiefer sind, stell dich doch mal vor, weil du hast gerade schon gesagt, seit drei Jahren in der Autobubble. Aber da gibt es ja noch ein langes, lange Erfahrung vorher. Erzähl doch mal ein bisschen über dich, ja, wie du jetzt auch so hingekommen bist.

04:17 Ja, vielleicht mal so die harten Fakten Tinder-like. Ja, also ich bin 46 Jahre alt, wohne in Köln, pendel immer nach Rheiner und nach Münster und in all unsere Standorte. Aber Rheiner ist ja unser Hauptsitz. Ich bin verheiratet. Ich habe einen wunderbar süßen Labrador. Ich habe keine Kinder. Und ja, der Labrador hat mich gerade jetzt umgefetzt und ich habe mir mein komplettes Innenband gerissen oben dort unten. Deswegen habe ich da gerade doppelt viel Spaß. Süß. Ja, aber man kann es ihm nicht übel nehmen. Ja, und beruflich gesehen bin ich von Hause aus Unternehmerkind. Mein Vater hatte eine Werbeagentur und eine Packungsdesignagentur. Das heißt, ich war schon immer irgendwo so in dieser Marketing-Bubble drin. Habe aber immer mehr Spaß und Leidenschaft im Bereich Kommunikation auch gehabt und ja, habe dann studiert in Düsseldorf. Bin im Bereich Politikwissenschaften dann im Master fertig geworden. Habe da an der Unternehmensberatung, der Kommunikationsberatung für strategische Unternehmenskommunikation gearbeitet. Dort dann auch mehr so den Brand-Part mit übernommen. Und eigentlich war da immer so die Kernaufgabe, wie kriegt man Veränderungen im Markt, Veränderungsprozesse innerhalb von Unternehmen, wie kriegt man das kommunikativ gut innerhalb des Unternehmens transportiert zu den Stakeholdern und welchen Impact hat das auf das

05:47 Thema Marke. Und das hat mich begeistert und fasziniert. Und da habe ich dann auch meine ersten Schritte gemacht. Da bin ich einige Zeit geblieben. War zwischenzeitlich mal in der Selbstständigkeit. Ich habe mal versucht, die Firma von meinem Papa zu übernehmen. Es hat irgendwie in der Übergabe nicht so gut geklappt. In der Familie geht das nicht so gut wie das, was man den Kunden empfiehlt und brät. Das ist immer einfacher, als es selbst zu leben. Ja, aber ich bin nicht und dankbar. Ich bin dann sehr lange Zeit in der Tat in der Pharmabrosche unterwegs gewesen. Habe dort auch als verantwortliche Marketingkommunikationsleiterin in der Apothekenkooperationsgruppe Linda Apotheken gearbeitet. Das ist die deutschlandweit führende Apothekenkooperationsdachmarke in Deutschland. Eigentlich die einzige Dachmarke, die es in Deutschland gibt. Und da durfte ich 13 Jahre lang die mit aufbauen und intensiv in den Markt mitbringen. Und da habe ich sehr schnell festgestellt, wahnsinnig viele Parallelen zum Automobilmarkt. Obwohl die Produkte so unterschiedlich sind. Tablette, Medikamente und der elektrische sowie Verbrennerauspuff. Da gibt es doch in den Branchen viele Parallelen. Und insofern bin ich kein Kind mit Stallgeruch bei Sänger. Aber es macht mir wahnsinnig viel Spaß. Und ja, das sind so meine Stationen, ohne jetzt so einen riesen Posing zu machen.

07:13 Die wichtigsten Stellen waren das jetzt. Ja, ganz genau. Das ist überhaupt gar kein Posing. Ich finde es immer wichtig, gerade so im Podcast-Format, wenn jemand dich vielleicht noch nicht kennen sollte. Und bevor man über Dinge spricht, muss man ja wissen, wer da sitzt und welche Erfahrung diejenige hat. Bringt mich aber auch noch zu dem Punkt, nicht jeder kennt vielleicht in der Tiefe die Sängergruppe, was vielleicht selten ist. Aber es kann natürlich sein, da bist du ja in verantwortungsvoller Position jetzt seit drei Jahren. Kannst du aber mal so einen kurzen Überblick über die Sängergruppe geben? Klar. Über 70 Jahre gibt es die Sängergruppe jetzt mittlerweile. Es war genau 73 Jahre her. Also 1953, da wurde das Unternehmen gegründet von den Großeltern von Stefanie und Jörg Sänger, die ja jetzt in dritter Generation die Autohandelsgruppe führen. Wir haben 3.300 Mitarbeitende, 38 Standorte, 55 Betriebe und quasi von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin haben wir auch noch eine. Die Pondos sind wir quasi regional so in der Nordwest bis zum Taunus vertreten. Das ist unser Marktgebiet, wo wir aktiv und unterwegs sind.

08:36 Wir haben insgesamt 16 Marken im Portfolio, sind also sehr breit aufgestellt, haben sechs eigene Sänger-Submarken mit verschiedensten Mobilitätsdienstleistungen vom Floodmanagement, Teilhandel, Lackierung, Sharing, Spatenübergreifende Vermietung, Public Services, also quasi alles, was man so an Dienstleistungen braucht, um so ein Full-Service-Anbieter zu sein, haben wir alles unter einem Dach, sind da auch recht autark und in der Infrastruktur sehr gut aufgestellt. Und ja, Stefanie und Jörg sind unsere sind unsere Gesellschafter und Geschäftsfindengesellschafter, geben die Linie vor und ja, die Vision, die Sänger verfolgt, ist einfach eine professionelle Aufstellung als, wie gesagt, Full-Service-Unternehmen, um damit dann in den Regionen lokal, ja, wir sagen, wir wollen der Local Hero sein.

09:30 Ja, wir möchten einfach der Platzhirsch sein am Markt. Da kommen wir gleich noch drauf zu sprechen. Genau. Und ja, das letzte Jahr war in der Tat sehr erfolgreich. Also es war laut Zahlen das erfolgreichste Jahr, was wir in der Unternehmensgeschichte je hatten. Wir haben 3000 Autos mehr verkauft als noch im Jahr davor und hatten 300.000 Service-Durchläufe, sind mit round about 41.000 verkauften Fahrzeugen unterwegs, haben zwei Milliarden Umsatz gemacht. Das ist sehr anständig. Das gibt guten Rückenwind und ist gerade natürlich vor der Marktlage, die wir jetzt haben, schon eine positive Ausgangslage. Aber trotzdem merken wir natürlich gerade auch, dass es mit sehr viel Herausforderung verbunden ist.

10:18 Ja, absolut. Und spannende Zeiten immer wieder in der Autobranche, haben wir schon gesagt. Aber für dich auch. Jetzt nachdem du Sänger da kurz vorgestellt hast und du vor ungefähr drei Jahren, dreieinhalb Jahren da angefangen hast, da kommst du auch erstmal rein und guckst dich natürlich um. Ja, also 16 Marken, dann die ganzen Anforderungen der Marken, dann noch eigene Labels und so. Aber vielleicht erstmal, wie landet man denn, ich sag's mal so, aus der Pharma-Welt im Autohandel? Was ist denn da passiert? Was ist da passiert? Ja, vielleicht mal von einem anderen Punkt. Stefanie und Jörg sind beide von der Ausrichtung, wie sie das Unternehmen führen, so aufgestellt, dass sie einen sehr, sehr guten Mix in ihrer Führungsmannschaft haben aus brancheninternen Fachexperten, aber eben auch Menschen, die von außen reinkommen und Impulse mit reingeben.

11:16 Und ich gehöre eben genau zu dem Part der Führungsmannschaft, die ja Erfahrungen aus anderen Branchen mit reinbringen, damit man einfach auch im Bereich der Innovation und auch Dinge mal anders neu denken, damit man das in den Strukturen und in der Strategie mit verankern kann und mit einbetten und einbauen kann. Und insofern war da der Weg offen und als ich dann davon gehört habe, dass es eben diese Position dort gibt, das Marketing musste im Bereich von Sänger aufgebaut werden, Marketing und Kommunikation. Also Kommunikation in der Form gab es so als Abteilung gar nicht oder wurde irgendwie mitgemacht und meine Aufgabe war, das komplett aufzubauen. Und das war eine Aufgabe, die hat mich wahnsinnig gereizt, weil ich genau das bei den Linde Apotheken, das ist quasi eine Unterkooperation oder die Dachmarke vom Marketingverein Deutscher Apotheker, der sehr eng mit der Phoenix Pharma Handels Group zusammenarbeitet.

12:13 Also auch da eine ähnliche Struktur mit Filialsystemen und eine ähnliche Struktur, wie bekommt man eigentlich eine Marke aufgebaut, wenn man sehr, sehr abhängig von den Produkten anderer ist, die man vertreibt.

12:27 Da waren einige Parallelen, deswegen hatte ich da auch überhaupt gar keine Angst oder Sorge, dass mich da etwas erwartet, was ich nicht einschätzen kann. Ja, und dann war ich in der Tat 13 Jahre im Pharma-Business unterwegs und das hat auch sehr viel Spaß gemacht und ich bin auch nach wie vor ein großer Fan davon. Die Gesundheitsbranche ist spannend, toll, aufregend und super, super wichtig, gerade auch für Deutschland als Industrie und als Land, genauso wie die Automotive-Branche. Aber für mich war einfach der Zeitpunkt da, dass ich mal was Neues machen musste und dann fügte es sich zusammen. 13 Jahre ist ja fast die 14 und man sagt ja ganz gerne, sieben Jahre sind so ein Lebensabschnitt, wo sich mal Dinge verändern.

13:15 Also hast du quasi zwei Lebensabschnitte da in der Branche halt so mitgenommen, wenn man so möchte und hast dann rüber gemacht. Genau, hab rüber gemacht.

13:28 War das zu Beginn, als du da angetreten bist, in dem, ja ich hab's ja schon bei einer Konzern gesagt, bei der Sängergruppe, als Nicht-Autohandelskind, war das eher ein Nachteil oder war dann dieser Blickwinkel, der ja auch gewünscht war, direkt ein Vorteil? Das ist wirklich immer von der jeweiligen Situation abhängig, muss ich ganz ehrlich sagen. Also es gab natürlich Situationen, an denen ich gemerkt habe, so Mist, ich verstehe jetzt gerade nicht, worüber die reden und musste mich dementsprechend sehr, sehr, sehr tief einarbeiten in manche Materie, manche Strukturen. Es ist jetzt auch nicht unbedingt einfach, was die Hersteller uns da an Strukturen vorgeben, um überhaupt erstmal zu verstehen, wie funktionieren Vernetzungen auch im digitalen Bereich, im Beratungsverkaufsbereich.

14:19 Ich bin quasi, als ich eingestiegen bin, Mitte 2023, fing das gerade bei Mercedes mit VDZ an. Das war ja auch, das ganze Agentursystem war ja auch für den gesamten Handel noch komplett neu. Ja, also es war gleich zu Beginn relativ viel Change und insofern, es kommt, wie gesagt, immer auf die Situation. Es gab Situationen, da habe ich gemerkt, da muss ich echt Gas geben, da muss ich ordentlich Wissen aufholen und auftanken. Und auf der anderen Seite kann ich nur sagen, es ist einfach extrem wertvoll, frischen Wind reinzubringen und einen anderen Blickwinkel drauf zu bekommen. Weil nur so kriegt man aus dem, was an Erfahrung da ist, plus dem, was vielleicht mal anders gedacht wird, ein richtig gutes neues Ergebnis zu sammeln.

15:05 Ich habe ja einen sehr, sehr langen Agenturhintergrund, da habe ich schon gemerkt, alleine diese Agenturdenke reinzubringen, eine Unternehmens- oder Konzerndenke, weil Sänger, du hast gesagt Konzern, ja, es ist schon manchmal, es ist schon von den Strukturen her sehr groß. Das, ja, wie gesagt, eine schöne politische Antwort ist das, teils, teils. Ja, teils, teils, genau. Ja, ich muss auch gerade denken, weil ich habe ja auch eine lange Agentur-Vergangenheit, ich habe fast 25 Jahre eine eigene Agentur gehabt und mache jetzt nur strategische Beratung und bin auf Kundenseite und hatte jetzt mehrfach die Situation, dass es Ausschreibungen gab, also die sogenannten Agentur-Pitches und das ist natürlich echt gut, weil ich auf Kundenseite viel besser die Pitches so aussteuern kann, dass mein Gegenüber eine Agentur das viel besser versteht, viel besser also die Abstimmung laufen kann, weil in der Vergangenheit auf Agenturseite, mein Gott, wir haben nicht häufig an Pitches teilgenommen, weil Pitches sind immer so ein Thema.

16:12 Teilweise gibt es sie nur, damit drei andere teilnehmen, die sie so nicht gewinnen sollen, machen wir es mal ehrlich. Aber da kriegst du halt auch Pitches auf dem Tisch, wo du denkst, macht inhaltlich keinen Sinn, also ist einfach handwerklich vielleicht nicht so gut und die Ziele sind nicht sauber definiert. Und das macht dann schon Spaß, wenn man so beide Seiten kennt und den Vorteil hast du dann halt auch. Ja, auf jeden Fall auch, was das ganze Thema der Struktur oder der Kompetenzen betrifft. Das ist mit Sicherheit etwas, was ich reinbringen konnte aufgrund meiner Agenturerfahrung und auch meiner vorherigen Erfahrung. Natürlich kann man jetzt nicht so eine Abteilung, wie ich sie bei den Linnapotheken aufgebaut habe, eins zu eins jetzt bei Sänger aufbauen, das war klar.

17:00 Aber überhaupt zu schauen, welche Kompetenzen muss ich reinholen, muss ich auch festangestellt reinholen, weil es strategisch einfach wichtig und sinnvoll ist, das Inhouse zu haben. Wo holt man sich gezielt Support von draußen, von Agenturen, von Dienstleistern und das ist das, was mir einfach wahnsinnig viel Spaß macht und das habe ich die letzten zweieinhalb Jahre aktiv betrieben. Ich habe den Abteilungsbereich da jetzt aufgebaut, wir sind jetzt 14 Personen und die Strukturen sind dann in der Tat genauso, wie ich es für richtig erachte und die Ergebnisse hinten raus zeigen auch, dass es gut gefruchtet hat. Mit Sicherheit auch, ich habe noch dazu zu lernen, ja und man kann alles irgendwo noch besser machen.

17:48 Aber das ist etwas, was ich mit reinbringen konnte von außen, was mit Sicherheit jemand, der eine Ausbildung im Automobilhandel vollzogen hat, die mit Sicherheit und das weiß ich auch sehr, sehr anspruchsvoll ist und sehr, sehr anstrengend ist. Ja, du hast auch schon ein bisschen so meine Folgefrage so ein bisschen mitbeantwortet. Was kann man denn so aus der Pharma-Welt so irgendwie mitbringen, was in dem Autohandel so vielleicht ein bisschen fehlt? Du hast jetzt gesagt, du hast ein Team aufgebaut, was es vorher nicht gab, eine ganze Abteilung quasi manifestiert. Gibt es da sonst noch andere Dinge, die du da nennen würdest, die du mitgebracht hast oder die du gut einbringen konntest? Also prinzipiell ist ja die Parallele zwischen der Pharma-Welt und der Automotive-Welt, dass eine wahnsinnige politische Abhängigkeit da ist.

18:42 Also wenn in Berlin in irgendeiner Form die Ministerien sich oder die Regierung sich irgendwas überlegen zu verändern, dann knallt das sofort durch. Und du hast überhaupt keine Chance, dich lange vorzubereiten oder in irgendeiner Form darauf, ja, du musst einfach super schnell reagieren. Die Lobbygruppen sowohl im Pharma-Bereich, im Gesundheitspolitischen Bereich als auch im Automotive-Bereich riesig. Ja, also da siehst du wahnsinnig viele Parallelen. Und genau das ist das, was ähnlich ist. Und jetzt kommt quasi so, wie wird damit umgegangen? Und da muss ich ganz ehrlich sagen, die Automotive-Branche ist deutlich schneller. Also die, zumindestens der Autohandel, ja, der Autohandel, also die Pace, die da am Tag liegt, da habe ich echt die Augen aufgemacht und habe gedacht, Wahnsinn, wie schnell Sachen umgesetzt werden.

19:31 Also wenn auch da, wenn Kampagnen vom Hersteller kommen, zack, dann muss das umgesetzt werden. Wenn Aktionen kommen, das muss umgesetzt werden und muss schnell sein. Das ist ein Tempo, das hat an der einen oder anderen Stelle, kann da die Pharma-Branche sich ein bisschen was abgucken. Das dürfte da in der Tat schneller gehen. Auf der anderen Seite, muss ich sagen, ist dieses Schnelllebige dann auch, da fehlt manchmal dann so dieser strategische View drauf. Und auch wirklich zu gucken, hat das jetzt was gebracht, hat das jetzt nichts gebracht, wie kriege ich das verbunden mit einer Dachmarke. Und das sind die Dinge, da brauchst du einfach eine gute Substanz, eine gute Struktur. Und die sind in beiden Branchen dann doch ein Tucken unterschiedlich. Also ich habe jetzt in meinem Team, gerade im Digital-Performance-Bereich, viel mehr Personen, als ich sie im Pharma-Bereich hatte.

20:19 Das hat Gründe, die müssen wir jetzt im Detail nicht ergründen, das würde, glaube ich, die Zuhörer langweilen. Aber mit so vielen Nitty-Gritty-Details. Aber das sind so Punkte, wo ich sage, jede Branche hat da auch so seine Stärken, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber so wie ich den Bereich aufgebaut habe, ist es in der Tat eine sehr hohe Anforderung an das ganze Thema Projektmanagement und Handelsmarketingmanagement. Das ist ein ganz wichtiger Brot- und Butter-Geschäftsbereich. Der muss laufen. Der muss laufen. Da wird der Sales unterstützt, da wird der After-Sales unterstützt. Das ist extrem wichtig. Aber trotzdem, ansonsten hätte ich auch ehrlicherweise das Mandat bei Sänger gar nicht anfangen wollen, wenn nicht die Vision da gewesen wäre, sich stärker auf die eigene Handelsmarke noch zu konzentrieren.

21:14 Also auf die Marke Sänger, weil am Ende des Tages auch hier kommen wir in eine Austauschbarkeit.

21:21 Ich habe es so aufgeschnappt, ihr habt so Anfang 2023 auch eine gewisse strategische Neuausrichtung gestartet, mit dem Ziel, die Standorte zu entlasten und letztendlich Kunden stärker in den Fokus zu nehmen. Also da ist die schnelle Frage, warum dieser Schritt und was war da vorher das Problem und was ist heute besser? Kannst du das mal ein bisschen beschreiben, weil das sind ja Prozesse, die viele umtreiben. Machen wir es mal kurz, egal wie weit sie sind, aber das würde immer interessieren bei euch. Ja, das macht man natürlich nicht einfach so, sondern die gesamte Organisation, die gesamte Gruppe Sänger ist sehr, sehr schnell gewachsen in den letzten zehn Jahren, stark anorganisch gewachsen und das hat zu der Zeit war es der absolut richtige, richtige Schritt und alles war darauf ausgerichtet und das war gut.

22:20 Und jetzt steht man dann vor so einer Situation, wo im Rahmen von Digitalisierung, Omnichannel, das sind so diese Buzzwords, die du ja überall hörst, aber sorry, die müssen wir auch bringen, weil die sind nun mal ein Tagesgeschäft. Es geht darum, einfach Leistungen zu vernetzen, Prozesse zu vernetzen, es für den Kunden so einfach wie möglich zu machen. Die Digitalisierung gibt den Takt vor. Keiner hätte noch vor drei Jahren gedacht, dass KI uns so krass beeinflussen wird. Und vor diesem Hintergrund musste einfach auf unsere Struktur und auf unsere Strategie drauf geschaut werden und das ist sowohl den Großeltern immer extrem wichtig gewesen, das ist Jörg und Stefanie wichtig, das war dem Papa von Jörg und Stefanie super wichtig, dass immer geschaut wird, wie kriegen wir es hin, dass wir alle Zutaten haben, die wir brauchen, um quasi unseren Marktplatz oder unseren Feinkostladen der Mobilität bestmöglich für den Kunden darbieten zu können in unseren Regionen.

23:22 Und dann war schon klar, dass wir auch wie viele andere Gruppen sehr stark spartenorientiert unterwegs waren, in der Denke, in der Aufstellung, in der Strategie, sehr Sales-lastig. Und jetzt ging es darum zu schauen, wie kriegen wir es hin, die Dienstleistung miteinander zu vernetzen und zwar nicht nur digital und immer aus dieser einen Brille gesehen, weil alle jetzt sagen, man muss irgendwie digital Customer Journey haben. Nein, es geht natürlich auch um die Prozesse vor Ort. Wie kriege ich After Sales und Sales miteinander, Firma Geld? Wie holen wir einfach das Maximum raus? Und da haben wir eben festgestellt, unsere Unternehmensführung und alle Führungskräfte, die daran mitgewirkt haben, wir waren sehr, sehr stark mit eingebunden, dass einfach unsere Organisationsstruktur sich darauf ausrichten muss.

24:08 Und das hat ordentlich geruckelt. Das hat ordentlich geruckelt und ruckelt auch heute noch an der einen oder anderen Stelle, aber ist auch gut so, weil dann setzt man sich wieder damit auseinander, löst das. Und am Ende des Tages gucken wir jetzt nach einigen Jahren doch auf ein System, wir nennen es quasi Dynamogramm, wir haben den Kunden quasi im Mittelpunkt, das war er schon immer. Und die Großeltern haben schon an der Brücke gestanden, damals 53, und haben sich überlegt, die haben ja angefangen mit einer Werkstatt und haben dann gesagt, wir wollen eben auch Mobilität anbieten für die Rhein-Lensers, das war ja in Rheine, haben geguckt, nehmen wir Mercedes oder Ford. Und dann haben sie eben geguckt, welche Autos fahren mehr an der Autobahn. Wir haben wirklich so Marktforschung par excellence in Personalunion gemacht und haben dann sich natürlich, man kann es kaum glauben, es ist Mercedes geworden.

25:01 Wir sind ja sehr bekannt für unsere Mercedes-Standorte, kam ein Jahr später Autounion dazu. Also da war das schon in der Unternehmenskultur irgendwo so drin. Und jetzt ist es natürlich nochmal einfach in der heutigen Zeit nochmal professionalisiert. Kunde steht im Mittelpunkt. Wir haben unsere Region so geschnürt, dass die Kundenströme, da wo sie sinnvoll zusammenfließen, so haben wir die Region strukturiert mit unseren Standorten. Da ist die gebündelte Power, die Verantwortung, einfach dem Kunden unser gesamtes Angebot zu Dienst leisten, anzubieten. Und dann haben wir parallel drumherum, du musstest dir so eine Organisationsbubble vorstellen, haben wir sechs sogenannte Center of Competence. Da sind ganz fachspezifische Competence-Teams drin, die einfach in den jeweiligen Disziplinen von Sales, ab das jetzt Mobility Solutions, Financial, Legal, Marketing, Kommunikation, HR, einfach da die Fachexperten sind und den Standorten und Regionen genau diese Tätigkeiten oder diese Aufgaben abnehmen können und sie damit quasi im Rücken stärken.

26:07 Aber auf der anderen Seite natürlich auch durch ihre Fachexpertise Strategien vorgeben können und vor allen Dingen Synergien auch heben können für die Gruppe. Das wird, je größer man wird, einfach immer richtiger. Jetzt habe ich sehr, sehr lange geredet, aber das ist… Ich finde das total gut, weil ich glaube vorhin fiel schon einmal so das Local Hero Thema, was auf der einen Seite so steht, was man, ich sage mal so, ausstrahlen möchte als Unternehmen mit all seinen Mitarbeitern, die ja alle meistens aus der Region dann wiederum kommen und da bin ich ein riesen Fan von und ich habe auch ganz viel Handelsmarketing in der Branche gemacht und ich war immer der Handelsmarketing-Fan und nicht der, ich mache für die Marke die Verlängerung der Markenkommunikation und das ist ja so, du kommst ja da auch so ein bisschen in ein Spannungsfeld.

26:59 Auf der einen Seite sagst du, die, ich sage mal, Standorte vor Ort sind die Local Hero mit all ihren Personen und mit der Kommunikation und auf der anderen Seite nimmst du ja quasi Dinge raus und möchtest ja zentral Synergien erzielen, um das zu vereinfachen, um Abläufe, das Mover zu machen, die Prozesse schlank zu machen und da hast du ja ein gewisses Spannungsfeld. Wie, wie hat sich das dargestellt? Also ganz platte Frage, ich kann das, also ich muss das so ein bisschen platt machen. Ist überhaupt nicht platt, ist Tagesgeschäft. Es ist quasi jeden, es ist jeden Tag so und wir müssen auch jeden Tag mit unseren Kolleginnen und Kollegen an den Standorten in den Dialog gehen und gemeinsam erklären, wieso machen wir die Dinge, wie wir sie vorschlagen, warum schlagen wir sie vor und das ist wirklich auch das wieder so eine Plattitüde, aber es ist einfach Fakt.

27:56 Wenn du miteinander sprichst und dich erklärst und den Gedanken dahinter erklärst, dann wird Fachexpertise anders wahrgenommen. Ja, und dann versteht auch jemand, der harter Salesman ist, warum bestimmte Maßnahmen funktionieren und nicht funktionieren und gut sind oder nicht gut sind, auch wenn der erste Impuls vielleicht ist, ich will auch das machen, was der Wettbewerber da macht. Wenn wir aber aufzeigen können, hey, du kannst den Euro viel geiler einsetzen, ja, lass uns das so und so machen, dann im Dialog funktioniert das. Deswegen, ja, da ist ein Spannungsfeld, natürlich. Da ist ein Spannungsfeld zwischen Kompetenzen, da ist ein Spannungsfeld zwischen Menschen an sich, also auch einem Menschenschlag, so ein Marketer mit seinem Schischi-Blabla manchmal und dann der Verkäufer oder die Verkäuferin, die am Kunden arbeitet und sagt so, sorry, ey, das muss jetzt hier gehen, ja, erzähl mir nichts, das funktioniert bei mir nicht.

28:50 Das ist überall, aber ganz ehrlich, da brauchen wir jetzt auch nicht über Automoto sprechen, das ist in allen Branchen so. Du hast immer diese leichte Diskrepanz zwischen Vertrieb und Marketing, aber mit Dialog schafft man da sehr, sehr viel. Ansonsten, ja, was ist die Diskrepanz zwischen zentral und lokal jetzt im Bereich Marketing oder Markenführung oder Kommunikation? Wir haben auf der einen Seite das Handelsmarketing mit unseren Herstellern, das ist super wichtig und das machen wir auch. Und das muss gemacht werden, das muss professionell und perfekt gemacht werden, das ist ganz klar. Da sind wir sehr verlässliche Partner und das funktioniert ja auch sehr gut und es macht ja auch absolut Sinn, zentrale Kampagnen jetzt von Mercedes, Audi, VW etc. Cupra zu verlängern und da von der Gesamtpower zu profitieren.

29:45 Nichtsdestotrotz ist es wichtig, sich vor Ort zu unterscheiden, weil ansonsten bist du austauschbar. Der Kunde kann ja heute überall hin, auch da wieder nicht nur rein Automotive. Also musst du schon in irgendeiner Art und Weise im Marketing-Sprech, sagen wir ja, unique sein. Und wie bist du denn unique, wenn du eine Dienstleistung hast oder Produkte hast, die andere auch verkaufen und die du im Agenturmodell sogar noch zum selben Preis verkaufst? Selbe, nicht gleiche, selbe. Und du kannst am Ende des Tages mal unterscheiden durch Mensch, durch Prozess, durch Service, durch Wow-Moment, durch das Erlebnis vor Ort, durch deine politische Haltung, also politische Haltung im Sinne von, wofür engagiere ich mich, bin ich für den lokalen Standort da, bin ich für die Stadt da, bin ich für Menschen da.

30:36 Das sind die Dinge, die am Ende des Tages das Paket ausmachen und das muss miteinander verbunden und verheiratet werden. Das, was du gerade genannt hast, ist, ich musste gerade so schmunzeln, weil ich habe im Moment, mache ich häufig Vorträge im Bereich KI-Search, also Geo. Und das ist halt ein sehr, sehr technologisches Thema so gesehen, was man da alles so machen kann und muss und darf. Aber ich bringe es nachher immer wieder zurück auf die lokale Marke, den Local Hero, mit, du hast es gerade auch gesagt, auch gesellschaftlich, also lokal gesellschaftlicher Integration, was man da so machen kann, signalisieren kann, wie nutzt man seine Standorte, weil das ist nachher auf der anderen Seite die Signale, die selbst in dieser Hightech-Welt wieder wahrgenommen werden.

31:26 Es widerspricht sich ja auch gar nicht. Genau, es widerspricht sich, die Menschen reden darüber, es gibt daraus meistens auch digitale Signale, die dann da auf seinen technologischen Aspekt wieder einzahlen. Deswegen, da musste ich gerade dann was herleiten. Aber das ist genau das, was du gerade sagst, ist genau das, worauf es ankommt. Und natürlich, ich glaube, ich kriege jeden Tag gefühlt 20 Anfragen für KI-Beratung und alle können sie jetzt natürlich schon den Geo-Index messen, ja, so wie den SEO-Index bei Google. Also es ist wirklich anstrengend und leidlich, da die Spreu vom Weizen zu trennen. Und das war auch schon ganz ehrlich, als ich angefangen habe, ich bin jetzt auch schon ein paar Tage alt, als ich angefangen habe zu studieren.

32:17 Es geht immer um das ganze Thema Authentizität, um das Thema gute Kommunikation, nachhaltige Kommunikation. Und damit meine ich nicht irgendwie E-Thematik oder Natur oder Ökologie und Umwelt, sondern mit nachhaltiges gemeint, das muss Substanz haben. Und du musst dich als Marke einfach so positionieren und so auch aufstellen mit deinen Contents und deinen Aktivitäten, die du kommunikativ-Marketing-seitig machst, dass du als veritabler Player im Markt wahrgenommen wirst. Und das ist eine saubere Mixtur aus guten digitalen Themen. Das ist aber eine vor allem mit Keywords und natürlich auf Prompts ausgerichtete entsprechende Codierung.

33:03 Ganz klar, da gehört ordentlich Fachwissen zu. Das ist zum Beispiel, was bei uns in den CTs drin ist, beispielsweise jetzt auch in meinem mitverortet und in dem von unserer IT. Wir arbeiten auch in Cross-Competence-Teams zusammen. Aber da gehört auch dazu, dass man gute, saubere Pressearbeit macht und gute Contents erstellt, die dann wiederum auf der Website drauf sind. Da gehört guter Social-Content zu. Und ich kann nur sagen, wir merken, dass dadurch, dass wir da sehr viel Energie reinsetzen, wir nutzen natürlich KI auch, um uns Arbeitsabläufe zu erleichtern. Ganz klar, du musst trotzdem mit wachem Menschenverstand auf die Dinge draufschauen. Und am Ende kommt raus, dass wir in der letzten Zeit sehr, sehr stark angefragt werden von Verlagen wie ARD, WDR, die Aufnahmen bei uns machen wollen. Weil sie einfach sagen so, hey, wir haben euch wahrgenommen oder wir auch im Bereich Social.

33:49 Wir machen da ja sehr viel Authentisches. Also das ist ja gar keine Rocket Science, sondern das ist einfach, wir stellen Autos vor, wir haben ganz sympathische, tolle Mitarbeitende, die da vor der Kamera sind. Und das ist einfach echt. Und das ist genau das, was am Ende überzeugt. Und das in einer guten Mixtur. Und dafür bin ich da, dafür ist meine Abteilung da. Und das ist etwas, wo wir unsere Standorte einfach mit als Zentrale stärken können, was abfärbt auf eben jeder einzelne der 55 Dependence. Das ist total schön, das hört sich auch so federleicht an, was es auch sein kann. Ich erkenne natürlich, ich kenne andere Gruppen, andere Häuser. Ich will nicht sagen, dass es nicht gewollt war, darum geht es nicht. Sondern es fehlen teilweise die Fähigkeiten, es fehlt die Zeit, die Manpower und Co., um solche Dinge halt auch einfach, die Klaviatur so zu spielen.

34:41 Und da seid ihr einfach einen Schritt weiter, dass ihr, ich sage mal, die Befähigung dazu auch habt. Und du bist ja auch sehr nah, du hast gesagt, du bist in der Führungsmannschaft drin. Ich sehe immer wieder, dass wenn Marketing nicht nahe der Geschäftsführung ist oder der Entscheider, dann ist das echt schwierig. Von daher bin ich happy, dass es bei dir, bei euch so ist, wie es ist. Also echt cool. Ja, da kann ich dir in der Tat nur zustimmen. Ich hatte vor einiger Zeit auch in so einem Roundtable teilgenommen. Da ging es dann stärker um Kommunikation. Und da war auch genau das Thema, wenn Kommunikation eng an der Geschäftsführung dran gesiedelt ist, dann hast du einfach mehr Durchschlagskraft und mehr Impact.

35:27 Und aber auch genau da schließt sich gerade bei dem, was du gesagt hast, der Kreis zu deiner Frage vorhin. Was bringt es denn, jemanden Branchenfremden in eine Branche reinzuholen, die im ersten Schritt ja doch Steilgeruch braucht? Ja, und da kann ich nur sagen, genau das ist ja das, was ich mit reinbringen konnte. Genau dieses Thema zu sagen, wir brauchen im Performance-Marketing die und die Qualifikation. Und ich brauche ein Projekt manchmal, die und die Qualifikation. Ich brauche ein Digital-Marketing oder auch im Campaigning. Wir haben einen total verrückten Kollegen bei uns. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf los ist. Und den brauchen wir. Und das befruchtet sich halt gegenseitig so unfassbar und führt dann eben zu tollen Ergebnissen. Ich bin auch sehr, sehr, muss ich sagen, stolz. Aber ich glaube, man hört es auch, ohne dass es jetzt so überheblich klingen soll.

36:15 Aber natürlich ist es auch alles nicht einfach. Also wenn ich an den Workload denke, den wir jeden Tag auf dem Tisch haben und auch glaube ja nicht, dass bei uns prozessual alles easy läuft. Ja, so das ist schon anstrengend. Aber wenn du die richtige Kultur hast, das richtige Mindset hast in der Organisation und auch im Team, dann kriegt man das gemeinschaftlich gewuppt. Ja, ich muss gerade lachen. Es gibt so einen Social-Media-Kanal, es fällt mir der Name nicht ein, der immer so Memes über das Agenturleben macht. Aber da fällt mir nicht ein. Und da gibt es den Begriff Zaubersalz. Ich weiß nicht, ob dir das irgendwo schon mal entgegengekommen ist. Das ist so ein geflügeltes Wort in der Agenturbubble. Aber egal, das sollte man nicht besser vertiefen, was man nimmt. Lass uns mal den Blick aus dem Rückspiegel, da gucken wir eigentlich fast die ganze Zeit schon nicht mehr hin so unbedingt, Fernlicht in die Zukunft ein bisschen schauen noch.

37:10 Da würden mich zwei, drei Sachen noch interessieren. Was macht denn, du hast eine Sache eigentlich schon beantwortet. Was macht der Autohandel denn heute schon gut und wo steht er sich selbst im Weg? Also das, was er definitiv gut macht, ist diese Anpassbarkeit und dieses Tempo, was der Autohandel an den Tag legt. Da sind sie absolut, also mich hat es begeistert und da können sich andere Branchen echt was von abschneiden. Auch das wirkliche Leben am Kunden oder der Dienst am Kunden, der ist schon sehr ausgeprägt im Handel. Also das sind echte Stärken. Und wenn ich mir überlege, ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du manchmal in Restaurants reingehst, wo du gar keine richtigen Fachkräfte mehr hast, dann ist das manchmal sehr anstrengend, wie man da bedient wird und sowas hast du im Autohandel nicht.

38:03 Das sind Menschen, die brennen einfach für den Dienst am Kunden, für das Geschäft am Kunden. Das ist eine absolute Stärke und das ist ja Gott sei Dank in unserem deutschen Geschäft ja auch noch so, dass die Menschen immer noch mal sich ins Auto reinsetzen wollen, mal riechen, mal fühlen, bevor sie kaufen. Zumindest heute ist das noch so und dementsprechend da sind wir immer noch sehr, sehr, sehr gut aufgestellt. Ich denke auch, das ganze Thema mit dem gebrauchbaren Geschäft, auch da ist der Handel sehr stark, sehr, sehr gut unterwegs und deckt das alles ab. Da kommen auch wenig von außen rein. Wo stehen wir uns im Weg?

38:46 So schnell wir in, jetzt aus meiner reinen Marketingperspektive, also ich habe wirklich immer eine Marketingperspektive dahinter. So schnell wie wir da sind, sind wir an manchen Dingen auch echt nicht schnell. Also und diese Komplexität, gerade wenn du in einem Mehrmarkenbetrieb unterwegs bist. Und natürlich müssen wir da drauf achten, dass wir das alles strikt voneinander trennen, haken dran. Das ist Hygiene, das ist selbstverständlich, das ist Vertragsrecht. Aber trotzdem geht es ja darum, du hast einen Kunden. Ja und dieser Kunde, der möchte gut durchbegleitet werden. Und wenn du dann keine Ahnung wie viele Systeme hast und hier musst du was einpflegen und da musst du was einpflegen. Aber in dem einen System funktioniert das nicht, aber dafür in dem anderen. Und unterm Strich pflegst du dich da wund und dann kommt der Kunde oder die Kundin rein und wir kennen die nicht.

39:33 Das sind dann so, das passiert immer wieder und das passiert auch in unserem Wettbewerb an der einen oder anderen Stelle. Wir haben das schon echt gut im Griff. Wir bauen da auch gerade nochmal ein eigenes neues CRM nochmal drumherum, um dann noch professioneller und besser aufgestellt zu sein, als wir es jetzt schon sind. Aber das sind so Dinge, diese Komplexität. Systemlandschaft, ne? Ja, Systemlandschaft, da stehen wir uns schon ordentlich im Weg. Auch die, wir im Handel jetzt sind natürlich auch sehr, sehr stark abhängig von dem, was irgendwo entschieden wird. Geht es den Herstellern gut? Geht es den Herstellern schlecht? Was passiert in Berlin? Kommt eine Prämie? Ja, nein. Wir sind diejenigen, die es erklären müssen. Wir sind diejenigen, die es den Kunden erklären müssen, wie das jetzt gerade mit der E-Förderungsprämie geht.

40:18 Und dann kommen die rein und rennen dir die Bude ein, gerade bei unseren BWD-Standorten. Wir kommen da kaum hinterher. Und dann musst du den Kunden erstmal erklären, dass dieses Formular erst ab dem Mai erreicht werden kann und wie das genau geht und wie man sein Nettojahreseinkommen berechnet. Dass das eben nicht was damit zu tun hat, was auf dem Abrechnungszettel steht und, und, und. Das ist alles die Aufgabe des Handels. Da denke ich mir schon, ja, und da können wir, da können wir im Sinne von deiner Frage, wo steht man sich im Weg, da gibt es dann wirklich sehr, sehr, ja, wie sagt man in Norddeutschland, ich bin ja Hamburgerin, PLEACH-Menschen, clevere Menschen, die haben dann da irgendwie einen Dreh raus und dann kriegst du doch die Synergie nicht hin, dass dann alle davon Bescheid wissen und gut beraten können.

41:03 Es ist an der einen oder anderen Stelle dann doch noch sehr lokal. Also dieser Gedanke dann auch das anzunehmen, wieder in diese Synergie zu kommen, was du vorhin meintest, steht man sich da manchmal ein bisschen mit im Weg oder haben wir da eine Diskrepanz? Ja, und da leben wir mit, aber da werden wir als Gruppe auf jeden Fall immer besser. Okay, ich habe, da war jetzt so viel drin, ich habe ein, zwei andere Fragen noch, die hast du aber quasi mitgenommen direkt automatisch. Also von daher habe ich so den Klassiker noch, die klassische Abschlussfrage, wo hier keiner rauskommt und das ist immer, da werde ich auch immer regelmäßig darauf angesprochen, wer denn sowas gesagt hat. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Und das ist ja, ich sage mal so, im Daily Use, also nicht in einem Spezialfall und nicht in China, sondern in Deutschland.

41:52 Okay, gut, dass du es eingeschränkt hast. Ja, da gibt es immer viele Ausreden. Das heißt, ich habe weder ein Lenkrad vor mir noch Pedale. Ich muss nicht mehr eingreifen, das funktioniert bei jedem Wetter. Ich sitze hinten einfach drin, kann, oh, das wäre ja eine Traumvorstellung, ja, meine Strecke nach Reine pendeln, kann währenddessen. Wir müssen schon mal arbeiten, das wäre ja ein Träumchen. In Deutschland sind wir meines Erachtens dann auch wirklich weit entfernt von. Und ich glaube, hier in Köln entscheiden wir ja nächste Woche darüber, ob wir Olympia irgendwann mal so in gefühlt 17 Jahren mal machen. Ja, ja, ich hörte davon, dann bin ich so langsam unter der Milch auf dem Weg ins Rentenalter. Und ich glaube, dass wenn ich so da angekommen bin, werden wir, was das ganze Thema autonomes Fahren betrifft, schon deutlich weiter sein.

42:43 Aber bei dem Standard in Deutschland, was das ganze Thema Datenschutz betrifft, was das ganze Thema Sicherheitsstrukturen und dann ein Stück weit natürlich auch unsere Infrastruktur in Deutschland betrifft, glaube ich, dass wir nicht unbedingt die Ersten sind, leider, bei denen das klappen wird. Es sei denn, es passiert irgendwas, dass wir da ähnlich, wie wir als Dichter und Denker mal die Welt angeführt haben, dass das dann im Bereich autonome Fahren passiert. Aber ganz ehrlich, ich denke, das werden wir das erste Mal in China sehen, dann in Amerika. Und bis es in Deutschland ankommt oder in Europa wird es noch ein bisschen dauern. Eine Jahreszahl? Da kommt nämlich keiner raus hier. Eine Jahreszahl? Ganz grob. Ja, mit 2026 mit meiner naiven, nee, Stallgeruch, ja, so, ich würde mal sagen, so in 20 Jahren.

43:37 20 Jahre, alles klar, okay. So, habe ich sie entlockt? Also, ich habe so Gäste, die hauen da einen raus. Ja, Renteneintritt und andere, die, weil das ist auch so eine Frage, die ist irgendwie so irgendwo zwischen simpel, persönliche Meinung und da sind so ganz viele Faktoren drin. Und naja, sehr spannend. Ja, Vanessa, ganz herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und mal so ein bisschen berichtet hast. Das hat mich total gereizt, mit dir zu sprechen, wie gesagt, aus den Gründen eine Sängergruppe, Komplexität der Aufgabe und dann bist du jetzt seit drei Jahren dabei, in einer spannenden Zeit dazugekommen aus einer anderen Branche. Es war mir ein Fest, dir zuhören zu dürfen, sagen wir mal so.

44:24 Ich danke, es hat mir viel Spaß gemacht. Ich hoffe, die Zuhörer sehen das genauso oder hören das genauso.

44:32 Ja, die hören, die hören alle fleißig, regelmäßig mit. Das ist immer, es ist immer super unterschiedlich, wenn du, ich sag mal, jemand exponierten Geschäftsführer oder jemand aus dem Sales hast, dann hast du auch immer andere Hörer. Marketing ist immer so ein bisschen anders, aber Marketing ist unabdingbar für den Erfolg. Marketing, Kommunikation ist unabdingbar für den Erfolg einer Unternehmung, ganz klar. Und deswegen ist es für alle wichtig. Volle Zustimmung auf Suchzeichen. Genau. Und damit würde ich sagen, vielen Dank, dass ihr dabei wart und zugehört habt, wo auch immer ihr seid. Bald geht es wieder weiter. Ich sage, ich verabschiede mich, macht es gut. Wir hören uns bald wieder und die Vanessa darf sich auch noch verabschieden. Ich danke fürs Zuhören. Ciao.