Benzingespräche · Folge 181 · · 30 Min
Thomas Bruß, Leiter Business Development bei der BOB Automotive Group

Kernaussagen
- Fahrräder als Ergänzung zur automobilen Mobilität
- Strikte Trennung von Auto- und Fahrradverkaufspersonal
- Innovative Serviceansätze im Fahrradhandel
- Herausforderungen durch unterschiedliche Kundenbedürfnisse
- Wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Geschäftsmodelle
Worum es geht
Funktioniert das Konzept Bike-Verkauf noch im Autohandel? In dieser Episode des Podcasts "Benzingespräche" spricht Tim Klötzing mit Thomas Bruß, Leiter Business Development bei der Bob Automotive Group, über die Integration von Fahrrädern in den Autohandel. Sie diskutieren die Herausforderungen und Chancen, die sich aus dem Boom des Fahrradmarktes während der Corona-Pandemie ergeben haben, sowie die Transformation des Geschäftsmodells hin zu einem Servicegeschäft. Thomas teilt seine Erfahrungen mit verschiedenen Vertriebskanälen und der Vermarktung von Fahrrädern und gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Autohandels. Takeaways Das Geschäftsmodell Fahrrad im Autohandel war vielversprechend. Die Corona-Pandemie hat den Fahrradmarkt stark beeinflusst. Servicegeschäfte sind entscheidend für den Erfolg im Fahrradhandel. Die Integration von Fahrrädern in Autohäuser kann neue Umsatzquellen erschließen. Vertriebskanäle müssen diversifiziert werden, um erfolgreich zu sein. Die Bedürfnisse von Fahrradkunden unterscheiden sich stark von Autokunden. Ein gutes Personalmanagement ist entscheidend für den Erfolg. Die Aufbereitung von gebrauchten Fahrrädern kann profitabel sein. Die Zukunft des Autohandels liegt in der Anpassung an neue Mobilitätskonzepte. Autohäuser sollten ihre Flächen für andere Geschäftsmodelle nutzen.
Zusammenfassung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Thomas Bruce, dem Leiter Business Development bei der Bob Automotive Group, über ein spannendes und innovatives Thema: Das Fahrradgeschäft im Autohandel. In Zeiten, in denen Mobilitätskonzepte immer vielseitiger werden, stellt sich die Frage, ob und wie sich Fahrräder als Geschäftsmodell in der Automobilbranche etablieren lassen.
Das Geschäftsmodell Fahrrad im Autohandel
Thomas Bruce, ein erfahrener Branchenexperte mit über 30 Jahren Erfahrung, erläutert, wie die Bob Automotive Group während des Corona-Booms das Potenzial im Fahrradhandel erkannte. Die Idee war einfach: Fahrräder als Ergänzung zur automobilen Mobilität anzubieten. Die Umsetzung erfolgte über verschiedene Modelle, darunter In-Store-Konzepte in Autohäusern sowie eigenständige Fahrradgeschäfte.
Erfahrungen und Herausforderungen
Die Einführung des Fahrradgeschäfts brachte sowohl Erfolge als auch Herausforderungen mit sich. Ein wesentlicher Punkt war die Erkenntnis, dass Autoverkäufer in der Regel kein Interesse daran haben, Fahrräder zu verkaufen. Daher wurde das Personal strikt getrennt. Zudem stellte sich heraus, dass die Erwartungen und Bedürfnisse der Fahrradkunden sich deutlich von denen der Autokunden unterscheiden.
Innovative Ansätze im Fahrradhandel
Um sich von herkömmlichen Fahrradläden abzuheben, setzte die Bob Automotive Group auf innovative Servicekonzepte. Dazu gehörten ein schneller Reparaturservice, ein Hol-und-Bring-Service sowie die Bereitstellung von Ersatzfahrrädern. Diese Ansätze sollten die Kundenbindung stärken und den Service auf ein neues Niveau heben.
Fazit und Ausblick
Das Gespräch mit Thomas Bruce zeigt, dass der Fahrradhandel im Autohandel sowohl Chancen als auch Herausforderungen bietet. Während die Integration von Fahrrädern als Mobilitätslösung vielversprechend ist, erfordert sie eine sorgfältige Anpassung an die spezifischen Marktanforderungen. Die Bob Automotive Group hat durch ihre Erfahrungen wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die als Grundlage für zukünftige Geschäftsmodelle dienen können.
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00:00 Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Kurzer Boxenstopp bei unserem Partner dieser Folge. Carlusion. Carlusion ist der starke Marketing-Partner für den Autohandel mit einem klaren Ziel, mehr Autos zu verkaufen. Mit für KI-optimierten Websites und Google-Vehicle-Ads sorgt Carlusion dafür, dass Fahrzeuge dort sichtbar sind, wo echte Kaufabsicht entsteht. In Google und in KI Suchergebnissen. Das Ergebnis ist messbar.
01:11 Mehr Sichtbarkeit, mehr Anfragen, mehr Verkäufe. Was mich persönlich beeindruckt, ist die Kundenbindung. Neun von zehn Kunden arbeiten seit über zehn Jahren mit Benjamin Thiel und seinem Team zusammen. Als Special für euch bietet Carlusion für die ersten zehn Interessenten eine KI-Traffic-Auswertung für nur 250 Euro statt 57 Euro an. Alle Infos dazu auf www.carlusion.de.
01:39 Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Ja, und heute heißen wir wieder mal einen spannenden Gast. Hier willkommen. Ganz am Anfang, der Tim hat immer die ersten Versprecher. Ich habe gerade noch mit ihm drüber gesprochen. Es hilft ein bisschen, ja. Es nimmt jetzt Druck von dir, aber ich habe ihn. Also zu Gast ist Thomas Bruß, Leiter Business Development bei der Bob Automotive Group und weiteren Unternehmen. Aber da können wir gleich, wenn du dich vorstellst, nochmal drüber sprechen. Hallo Thomas. Hallo Tim. Ich freue mich, dabei zu sein und dazu beizutragen. Benzingespräche passt vielleicht nicht ganz heute, aber da kommen wir gleich später drauf. Ganz genau. Ich habe dich nämlich zu einem Thema eingefangen. Das war vor ein paar Tagen erst auf LinkedIn und hat mit dem Thema Fahrräder zu tun, dem Geschäftsmodell Fahrräder. Ich selber bin ein passionierter Mountainbiker, eher Mountainbiker als Rennradfahrer, aber das Rennrad ist auch immer noch ein Thema. Und das Geschäftsmodell Fahrrad im Autohandel, darüber wollen wir gleich sprechen. Aber wir müssen erst mal noch ein paar Sachen aufräumen. Erst mal ist es total toll und danke, dass du dir Zeit genommen hast, weil wir so quasi als betriebliche Nachbarn in Essen. Okay, du kommst aus Wuppertal, aber wir sitzen gerade in Essen. Bob Group kenne ich extrem lange. Du bist da tätig. Es ist einfach Zeit. Jetzt sitzen wir da.
03:02 Das ist es. Also Leiter Business Development. Du hast mich schon so vorgestellt. Ich bin so ein bisschen Dinosaurier der Branche, bin mittlerweile 57 Jahre alt, bringe also so ungefähr 30 Jahre Automobilerfahrung mit. Ich habe angefangen als Verkäufer, habe das nicht gelernt, sondern man hat es mir gezeigt. So funktioniert das und damit kannst du dein Geld verdienen. Und habe dann später bei Eilert noch in Wuppertal, die kennst du auch noch, die Betriebe, die Geschicke im Vertrieb leiten dürfen und haben dann unsere Betriebe an unsere Freunde, damalig und heute auch, die beiden Bodenbrüder verkaufen dürfen. Und ja, deswegen arbeite ich auch weiter jetzt hier, weil man hier echt im Familienunternehmen weiterarbeitet. Wir sind trotzdem eine Riesengruppe.
03:49 Jetzt decken die alle, ah, Familienunternehmen, ein Standort, 60 Mitarbeiter, ne? Ja, das kannst du alles mal zehn nehmen, so ungefähr. Also seit dem 1.1. offiziell jetzt 21 Betriebe und mit einem Hauptstandort, wo wir beide jetzt auch zusammen sitzen, in unserer zentralen Verwaltung. Über zehn Marken, die wir jetzt betreuen dürfen und verkaufen dürfen. Großes Gebrauchtwagengeschäft. Ja, und Mitarbeiterzahl schwankt immer so zwischen, ja, knapp 700, mal einen Schuss drüber, mal einen Schuss drunter. Aber 700 Leute sind wir mittlerweile. Der niedliche kleine Familienbetrieb von nebenan also, ja? Ja, aber auch für uns super wichtig, weil unsere Führung noch so strukturiert ist. Also von meinem Hauptgesellschafter, Marc Boden, das Büro steht immer auf. Das ist ein sehr offener Mensch, der schwebt nicht hier im Elfenbeinturm, sondern betreibst du das Management bei offener Tür, ne? Kannst also mit deinen Themen zu ihm reinkommen, solltest ihm allerdings zu deinen Problemen auch sofort Lösungen liefern.
04:48 Sympathisch, sehr schön. Okay, da machst du also Leitung Business Development seit einigen Jahren. Was machst du noch? Du hast noch, wenn man bei dir auf dem LinkedIn-Profil guckt, muss man erst mal so ein bisschen schauen, mehrere Hüte. Sag uns doch mal in Kürze noch, was da noch so steinbar ist. Ja, es ist ja der ziemlich geilste Job. Ich sage es immer so gerne, den man eigentlich in so einem Unternehmen haben kann. Ich validiere halt eben Geschäftsmodelle, die unterschiedlichsten, viele, die nichts mit Auto zu tun haben, aber im weitesten Sinn halt eben mit dem Thema Mobilität. Und so bin ich zum Beispiel auch zum Fahrradgeschäft gekommen. Nach dem Corona-Boom können wir gleich gerne mal vertiefen, wie wir das gehandelt haben und was wir da erleben durften, dann beschäftige ich mich ganz stark mit digitalen Zahlungssystemen, haben dafür jetzt sogar eine Firma ausgründen dürfen und haben mit PayEasy, so wie sich das nennt, die ersten Erfolge. Haben sie es selbst getestet bei uns, sind der beste Pilot gewesen für diese Art von Zahlungsmöglichkeiten. Und ja, nebenbei validiere ich halt eben weiter Geschäfte.
05:57 Beschäftigt mit KI natürlich, so wie du auch. Haben wir gerade schon in Ruhe drüber gesprochen. Also alles Riesenthemen und mehrere Hüte, die man da aufhört, so wie du gesagt hast. Ja, man muss wissen, wir nehmen den Podcast jetzt auf und haben bestimmt anderthalb Stunden vorher schon hier uns in Ruhe ausgetauscht. Viele Gemeinsamkeiten. Viele Gemeinsamkeiten, ganz genau. Und ja, irre. Und jetzt müssen wir, also digitale Bezahlsysteme, total interessant, was ihr da aus euch heraus auch baut und dann selber quasi, ich habe es vorhin so gesagt, am offenen Herzen bei euch in den Betrieben halt auch testet und dann halt Erfolge, Misserfolge möglicherweise hier und da auch mal seht und daraus dann eigene Produkte macht oder eigenstehende Firmen, hast du ja auch schon gesagt. Das ist echt total interessant. Da empfehle ich jedem nur, wenn er den Thomas, wir sehen uns ja häufiger auf dem einen oder anderen Event, da solltet ihr den Thomas mal drauf ansprechen, weil da sind spannende Storys bei.
06:53 Heute. Ich persönlich als sportaffiner Zweiradfahrer ohne Motor, also Bio-Biker, nennt man das ja, habe ich irgendwann gelernt, Fahrradfahrer. Schon lange, dann kam irgendwann Corona und dann kam der Boom. Die Leute wollten irgendwie raus, Fahrräder waren gefragt, die waren vergriffen und irre, was dann in dem Fahrradgeschäft eigentlich dann abging, weil ich sage mal so kleine Fahrradgeschäfte, dass die einen Boom erleben oder auch kleine Fahrradhersteller einen Boom erleben. Total geil. Und dann ging so ein Trend los, dass ich sage es jetzt mal ganz flapsig, der Autohandel sich so überlegt hat, oh geil, da ist ja so ein, ist auch Mobilität, das kostet vielleicht nur 10% von so einem Auto, aber auch eine geile Marge. Wir machen jetzt auch mal Fahrradhandel.
07:45 Genau so war die Idee. Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Also Thema Mobilität, wir haben das alles unter dem Mantel der Mobilität natürlich betrieben, haben gesagt, okay, ja, wir probieren es einfach mal so den breiten Rahmen. Die Grundidee, wir haben zwei Modelle am Anfang gefahren, wir haben gesagt, wir machen mal Handel im Handel, also wirklich so In-Store-Konzepte, wo wir gesagt haben, wir etablieren den Fahrradhandel in einem Autohaus parallel nebeneinander. Wir haben aber auch Standalone-Geschäfte gehabt, wo wir gesagt haben, da ist nur Fahrradhandel und Fahrradwerkstatt. Um die Erfahrung auch zu sammeln, so ein echtes AB-Testing da auch wirklich zu machen und auch unsere Erfahrungen zu sammeln. Und klar, Corona-Boom nach Corona war alles wunderbar. Die Fahrradmarken, die Hersteller sind auf uns zugerannt, weil sie gesagt haben, die haben Kohle. Das ist Autohandel. Für die ist wirklich, wie du sagst, da war ja, Fahrrad ist für uns ja, also wenn ich 100 Fahrräder eingekauft habe, da kann ich einen Range Rover verkaufen im EK. Also von daher das Risiko überschaubar, die Margen nett. Lass uns ein Geschäftsmodell daraus machen. Und da haben wir dann auch so unsere Erfahrungen mitgemacht. Er lacht schon ganz verschmitzt. Ich habe das beobachtet und habe genau, ich habe eigentlich eher so die In-Store-Konzepte wahrgenommen, dass quasi Autohändler noch eine Fläche hatten und dann haben sie da einen Fahrradhandel drangebaut, reingesetzt, was auch immer. Und dann besser und schlechtere Konzepte habe ich gesehen.
09:09 Lieblos bis hin zu eigener Bereich und geil aufgemacht und so. Und so Standalone-Sachen habe ich weniger gehört. Ich habe irgendwann vor Jahren auch mal so diese Dialogannahme für Fahrräder, habe ich irgendwo auch mal mitgekriegt und dachte, so mit einem eigenen Erlebnis im Fahrradhandel, geile Idee, dachte ich so. Aber wie ist es denn dann erstmal, ihr habt eine eigene Company dafür gegründet? Ja, also wir haben definitiv die Bob-Bike GmbH ausgegründet mit zunächst drei Standorten sogar, zwei In-Store-Konzepte und einen separaten Store und die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Erstmal wichtig, Personal streng getrennt halten. Ein Autoverkäufer hat keinen Bock, ein Auto, kein Fahrrad zu verkaufen. Das macht er nicht. Da hat er überhaupt kein Interesse dran. Wir haben gedacht, okay, jeder Kunde, der ein Auto kauft, eine Anerkrupplung hinten dran macht, da muss der Verkäufer automatisch aufspringen. Da drüben ist der Kollege mit den Fahrrädern. Viel Spaß. Ist alles nicht eingetreten. Das nehme ich jetzt einfach mal schon mal vorweg. Das war halt nicht das Erfolgsmodell. Aber wir haben natürlich auch von Anfang an gedacht, hey, wir kennen die ganzen Konzepte. Wie du sagst gerade, Direktannahme. Das übertragen war einfach aus dem Automobilhandel in den Fahrradhandel. Wir bieten einfach Sachen an, die normalerweise nicht üblich waren. Weil zu der Zeit, als wir angefangen haben mit den Geschäften, war es ja so, da hast du dein Fahrrad in der Hauptsaison angemeldet zur Inspektion nach der Fahrradhandel, die lächelnd gesagt haben, Herr Klötzing,
10:34 in drei Monaten können sie noch mal kommen. Dann ist zwar die Saison vorbei, aber dann können wir wieder bike reparieren. Unsere Idee halt eben mit relativ vernünftigem Personal hinten dran, die Zeiten zu entzerren und zu sagen, wir sind frisch am Markt. Bei uns kriegst du innerhalb von einem Tag einen Termin und wir bringen das Ding im zweiten Tag in Ordnung. Wir haben sogar so Themen wie Hol- und Bringservice etabliert. Ich habe heute noch einen mobilen Service-Mitarbeiter. Der fährt zu den Kunden raus, holt die Fahrräder da ab, repariert kleine Sachen vor Ort, eine Felge gerade ziehen oder irgendwas macht er vor Ort oder mal ein paar Schrauben nachziehen. Sonst sammelt er das Fahrrad ein, bietet dem Kunden Ersatzmobilität an. Das heißt, er hat ein Fahrrad im Gepäck, wo er sagt, lieber Kunde, kannst du lange mit dem Fahrrad fahren, weil am Wochenende mit deinen Jungs unterwegs sein willst. Hier hast du das und wir nehmen dein Bike mit und in einer Woche bringst die wieder vorbei. Das waren so die Ideen, Autohandel übertragen auf den Fahrradhandel und gesagt, das kann kein normaler Fahrradhandel bieten mit den Mitteln, die wir hatten. Super Ideen.
11:34 Aber wir haben dann nicht mit den Kunden gerechnet. Also der Fahrradkunde ist für uns ein ganz, ganz spezieller Kunde, der ganz unterschiedlich zum Autohandel ist. Ganz andere Bedürfnisse, ganz andere Voraussetzungen und auch ganz andere Budgets an der Stelle. Und ich sage mal, ein Biker mag einen Autofahrer immer noch nicht und andersrum ist es genauso. Wenn du im Straßenverkehr guckst und draußen unterwegs bist, wer nimmt da auf wen Rücksicht? Beide auf keinen. Du weißt das als Biker zu sagen. Ich bin Vielfahrer und deswegen habe ich natürlich auch immer das ein oder andere, die ein oder andere Begegnismomente mit Fahrradfahrern. Und aus dieser Historie heraus haben wir gesagt, okay, und gemerkt, das kannst du gar nicht so bedienen. Und dann haben wir aus dieser Erkenntnis heraus uns transformiert. Okay, wohin? In Richtung eines Servicegeschäftes, reines Servicegeschäft im Refurbishment-Bereich. Das heißt, wir sind inzwischen ein großer Dienstleister für Leasinggesellschaften, die mit der Verwertung der Rückläufer überfordert sind. Weil alle in der Corona-Zeit ja gedacht haben, boah super, wir verkaufen Jobrad-Leasing, wir verkaufen alles wie der Teufel. Aber hups, nach drei Jahren kommen die ja zurück. Oder was passiert mit den Fahrrädern, wo ein Mitarbeiter gekündigt wird oder aufhört zu arbeiten? Dann kommt so ein Fahrrad als Störfall nach einem Jahr zurück. Was machen wir
13:04 denn damit? Leasinggesellschaften haben keinen eigenen Vertrieb. An wen? Moment. Angenommen, ich gehe jetzt zu meinem Fahrradladen meiner Wahl und mache da Jobrad. Und nach drei Jahren ist das Ding durch. An wen gebe ich das denn zurück? An den Laden? An die Leasinggesellschaften? An die Leasinggesellschaften. Ja klar. Weil der Laden hat überhaupt kein Interesse. Die sind gar nicht darauf ausgerichtet, gebrauchte Fahrräder zu verkaufen. Die haben den Laden voll mit Fahrrädern. Die haben den Laden voll mit Fahrrädern, die neu sind. Die wollen die neuen Fahrräder verkaufen. Das gebrauchte Rad interessiert die überhaupt nicht. Wenn sie schlau sind, haben sie Vereinbarungen gemacht mit dem Hersteller, mit der Leasinggesellschaft, dass die Fahrräder an die selber zurückfließen. So wie es im Autohandel natürlich auch super interessant ist. Wenn ich ein Leasingfahrzeug nicht selber zurücknehmen muss, was mir nicht gefällt, wo ich keinen Spaß dran habe. Bei den Fahrradhändlern ist es meiner Einschätzung nach zu 80 Prozent so, dass die mit dem gebrauchten Rad nichts an der Browser haben wollen.
13:57 Und da springen wir rein. Wir haben zum Beispiel mit unserer Gesellschaft, wir haben ja selber 700 Mitarbeiter, wie ich vorhin gesagt habe, denen bieten wir alle das Thema Bike Leasing an. Klar. Und die Rückläufer vermarkten wir alle selber. Egal ob das Fahrrad nach einem Jahr, nach 18 Monaten oder nach der regulären Laufzeit 36 Monate zurückkommt, wir vermarkten das selber. Und das ist ein Markt, gerade der gebrauchte Fahrradmarkt, das ist der Boom, der jetzt gerade stattfindet. Das ist für mich so der Nach-Corona-Effekt. Das ist echt krass, weil ich beschäftige mich so lange schon mit Fahrrädern und ich würde sagen, ich habe ganz gute Räder, aber man guckt immer auch mal, kriegst du das Vorjahresmodell, weiß nicht, leicht angefahren für die Hälfte, auf Deutsch gesagt.
14:44 Und wo guckst du dann? Normalerweise bei Kleinanzeigen oder eventuell noch bei Ebay. Sind das denn Vertriebskanäle von euch oder sind die Vertriebskanäle dann, wenn ihr, ich sag mal, gejobradete Leasingräder zurücknehmt und frisch macht, gehen die dann über eure Website, über einen lokalen Handel oder stellt ihr die auch online irgendwo hin? Also auch da haben wir uns wieder Prinzipien aus dem Automobilhandel abgeguckt. Wir haben mehrere Vertriebskanäle. Der erste ist natürlich, wir haben ein Outlet. Wir verkaufen die Fahrräder vor Ort. Der Kunde kann das besichten. Da stehen im Schnitt immer zwischen 250 und 300 gebrauchte Fahrräder, die wir selber aufbereitet haben, die wir selber alle kennen. Und der Vorteil, alle Marken, alle Arten, alle Möglichkeiten. Die Erfahrung ist ja auch, so eine Batterie bei einem E-Bike nach zwei oder nach drei Jahren, die ist nicht um. Also das können wir mehrfach beweisen durch Tests, weil wir haben die ganzen Bosch-Tester und alles ja da. Die verlieren nicht viel an Kapazität.
15:42 Das ist ja genau dieser Irrglauben, der beim Auto existiert. Das E-Auto nach drei Jahren die Batterie, oh um Gottes Willen, dann ist das Ding Fratze. Nein, das ist ein totaler Quatsch. Das ist beim Fahrrad genau das gleiche. Also wir haben das Outlet. Wir haben Kleinanzeigen. Wir starten jetzt Ebay-Kampagnen, weil Ebay auch den Bereich Refurbished entdeckt hat. Es gibt jetzt, wenn du die Ebay-Seiten aufmachst und danach suchst, kannst du Refurbished eingeben und dann findest du Refurbished Bikes. Und da in diese Kategorie ordnen wir uns ein und wir haben eine eigene Homepage, über die selber Fahrräder vermarkten. Und wir sind selber Partner einer großen Vermarktungsplattform velio.de und velio verkauft auch nur Refurbished Bikes, die bei uns in der Werkstatt repariert werden.
16:31 Ja, spannend. Vor allem, ja Corona ist jetzt durchaus ein paar Tage her, der Boom hoch und ich erinnere mich, fast auf jeder Bühne und wo auch immer wurde sich dafür gelohnt, wir sehen jetzt auch Fahrradhändler und die Margen und überleg mal, das kostet so wenig und dann verdienen wir fast eine Marge wie am Gebrauchtwagen, wenn das Bike ein bisschen teurer ist. Und dann ist es doch ein bisschen stiller geworden und dann hat man gehört, dass die Hersteller, so medial, dass Hersteller echte Probleme haben. Und dann hat man so mitgekriegt, dass auch normale Fahrradhändler problematisch sind, weil wenn die da vollgeschoben werden mit Rädern, was sollen sie machen von den Herstellern und die ersten Pleiten da eingetreten sind. Und dann war das Thema im Autohandel echt mucksmäuschenstill, so in den letzten, sag ich mal so anderthalb, zwei Jahren, mucksmäuschenstill und dann habe ich dein Posting gesehen. Man sollte mal ehrlich sein.
17:25 Das ist so, genau ist es. Also wir haben genau diese Erfahrung gemacht und glaub mir, wir haben es gerade auch schon gesagt, wir standen mehr als einmal davor zu sagen, um Gottes Willen, bevor wir da noch mehr Geld verbrennen, mach die Bude zu. Also reiner Vertrieb, reiner Service, In-Store-Konzepte mussten wir sehr schnell einstampfen und sehr schnell erkennen und eben auch lernen, weil wir haben natürlich durch die Mitarbeiter, die wir haben, immer mehr gelernt, weil die auch ein ganz anderes Verhalten an den Tag legen, weil die auch ganz anders mit Kunden sprechen und ähnliches. Und aus der Erfahrung heraus haben wir dann gesagt, okay, das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber bevor wir, wir glauben beide an die Idee und ich habe einen riesengroßen Vorteil, mein Hauptgesellschafter ist begeisterter Radfahrer, Marc Boden fährt wie der Teufel Fahrrad.
18:11 Ich habe ja keine Geheimnisse, aber die Familie Boden und ich kenne uns auch schon echt lange. Illustrerweise kenne ich den Daniel Boden besser als den Marc. Den Marc, habe ich dir gesagt, den treffe ich regelmäßig hier in Essen auf der Rüttenscheider Straße mit einer Familie, aber das ist dann Freizeit, lasse ich in Ruhe. Und der erkennt mich immer, aber er kann mich nicht zuordnen und ich sehe immer regelmäßig auf einer Bike-App, auf Strava, sehe ich gerade, was der wieder abgerissen hat und dass er im Winter auf einer Rolle fährt und so. Schöne Grüße, Marc, falls du das hören solltest. Dann können wir auch mal zusammenfahren, aber ich glaube, du fährst mehr Kilometer als ich. Ja, definitiv. Also die Begeisterung trägt sich natürlich fort und deswegen haben wir auch an das System, an die Idee geglaubt und wir haben halt durch die Veränderung der Bezugsquellen, indem wir gesagt haben, wir kaufen nicht mehr beim Neuradhersteller, sondern wir kaufen jetzt bevorzugt bei den Leasinggesellschaften.
19:04 Und die Leasinggesellschaften sind heilfroh, dass sie uns als Abnehmer haben. Und entweder ist unser Geschäftsmodell, wir kaufen die Fahrräder da und bereiten sie für uns auf oder wir machen nur die Dienstleistung. Das machen wir zur Zeit für drei große Leasinggesellschaften in Deutschland, dass wir die Fahrräder von denen bei uns angeliefert bekommen. Teilweise bieten wir sogar die Dienstleistung, dass wir die Fahrräder beim Kunden abholen. Das heißt, das Geschäft läuft aus, wir rufen den Kunden an, übernehmen die ganze Transportgeschichte, holen das Fahrrad da ab, holen es zu uns, bewerten das Fahrrad, machen eine B2B- oder B2C-Entscheidung, wie im Automobilhandel früher. Und dann haben wir eine echte Produktionsstraße dahinter. Das heißt, dann beginnt eine Aufbereitung, eine optische, technische Aufbereitung. Optisch wird das Ding gewaschen. Wir haben eine eigene Fahrradstraße dafür entwickelt, wo wir wirklich auch nach den neuesten umwelttechnischen Vorgaben die Dinger sauber halten.
19:58 Da fällt nicht so viel Öl an wie beim Auto. Aber wir haben natürlich ein ehemaliges Autohaus umgerüstet. Da ist Ölabscheide und solche Dinge, das sind keine Themen für uns. Dann geht das Fahrrad in den Prozess weiter, wird dann halt eben nochmal begutachtet. Dann wird ein Kostenvoranschlag gemacht. Wenn der unter einer bestimmten Grenze bleibt, wird das Ding sofort in den Werkstattprozess eingesteuert. Der Serviceberater nimmt sich das Ding raus. Dafür haben wir eine tolle digitale Plattform. Und ja, dann geht das Fahrrad anschließend in die Fotozelle. Da wird es fotografiert. Da haben wir sogar so einen Drehteller gebaut für, wie das bei großen Autohäusern. Wie hieß der? Der kleine Twinner. Der kleine Twinner, der Mini-Twinner. Das ist bei uns zu sehen. Ich habe den schon zwei, dreimal gepostet. Und über diesen Mini-Twinner erstellen wir die Bilder, sehr hochwertige Bilder. Und dann verpacken wir die Fahrräder schon fertig und lagern die bei uns ein.
20:48 Bis dann der Versender oder der Verkäufer sagt, ich möchte dieses Fahrrad abrufen bei euch und macht es bitte fertig für den Versand. Das ist dann so eine komplette Dienstleistungskette, die wir eben zwischen anbieten. Krass. Aber es ist halt auch ein weiterentwickeltes Geschäftsmodell in dem Sinne. Wenn man merkt, so der reine Handel und ein bisschen reparieren, funktioniert nicht mehr. Definitiv. Definitiv. Also wir verdienen inzwischen unser Geld wirklich mit diesen Prozessen und nehmen aber trotzdem das Geschäft mit, indem wir das Cherrypicking betreiben und sagen, die guten Fahrräder der Lieferanten, die nehmen wir uns raus. Auch immer von den 100, die du uns heute geliefert hast, dann nehmen wir die 10, die sind schön, die stelle ich mir vorne in den Laden, schick mir bitte die Rechnung dafür. Dann bereiten wir die selber auf für uns, stellen die vorne in den Laden.
21:34 Dafür haben wir zwei Vertriebler noch vorne im Laden sitzen und die verkaufen die Fahrräder an Endkunden. Und die sind ganz happy, dass die Fahrräder, wir teasern das alles über Kleinanzeige und Ebay an, aber 99% der Kunden kommt vor Ort, guckt sich das Fahrrad vor Ort an. Und im Idealfall nimmt er ein viel teureres Fahrrad mit, weil das gar nicht passt in das an. Ja, bestenfalls. Ja, ist dann eher regional der Einzugsbereich, aber du kannst ja natürlich auch national online. Du, wir sitzen im Ruhrgebiet. Wir sitzen im Ruhrgebiet. Ist das nicht im Wuppertal? Im Wuppertal, der Laden. Moment, Moment, ganz kurz. Ganz kurz.
22:09 Wuppertal und Ruhrgebiet. Boah, das darfst du, wenn ich jetzt ein Wuppertaler höre, ich bin selber Ruhrgebietler. Ich komme nicht aus Wuppertal, ich liebe diese Stadt, aber für mich ist das südliches Ruhrgebiet. Okay, wir haben natürlich ganz viele Zuhörer, die nicht hier aus der Ecke kommen. Ich will nicht sagen, das ist wie Düsseldorf und Köln. Ist jetzt übertrieben, aber okay, alles klar, südliches Ruhrgebiet. Mein Herz, das wird dir eher schmecken, schlägt eher für Essen als für Wuppertal. Aber du willst mir jetzt nicht noch erklären, dass Essen vorbergisches Land ist, ne? Das wäre ja zu viel gesagt. Alles klar. Ah, herrlich. Ja, ich habe eigentlich keine Fragen mehr. Ich fand das wirklich interessant, weil das Thema halt so groß war.
22:55 Das war auf ganz vielen Bühnen und wie das alles läuft und mobile.de hat gerade vor zwei Jahren erst mobile.de für E-Bikes gelauncht. Ich habe da nie drauf geguckt, weil ich keine E-Bikes fahre, aber ich kann mir vorstellen, dass das jetzt nicht so der Hype ist.
23:12 Das war eine tolle Idee. Wir waren mit dabei. Also wir waren einer der ersten Hände, die inseriert haben. Die Herausforderungen sind natürlich gewesen, keine Schnittstellen zu irgendwelchen Systemen. Das heißt, du hast jedes einzelne Fahrrad händisch hochgeladen. Ich habe meinen Außendienstler von Mobilidee angerufen in Kierka und dann habe ich gesagt, hör mal, ich möchte morgen 200 Fahrräder hochladen. Wie mache ich das? Ja, schauen wir mal. Und nur neue. Also die wollten nur neue Fahrräder haben und natürlich die Eigenschaften bei einem Fahrrad. Also komplexer geht es nicht. Also wenn du denkst, ein Auto muss im Netz gut beschrieben sein, ein Fahrrad, da sind so viele Eigenschaften, unterschiedliche Hersteller. Du hast ja, wenn du ein Fahrrad heute reparierst, hast du ja mindestens drei Hersteller, die du in Garantierigas nehmen kannst. Weil einer baut den Motor, einer den Akku und der andere den Rahmen.
23:58 Also das ist viel, viel komplexer, das Geschäft, was uns ja auch am Anfang gestört hat. Aber das haben wir auch gelernt und damit können wir inzwischen auch umgehen. Aber das war für Mobilidee nicht der richtige Start. Leider. Das hätte ich erst gemacht, wenn wirklich saubere Schnittstellen zum Fahrradhandel da sind und vor allen Dingen viel mehr Erfolg haben, die Plattformen, die gebrauchte Fahrräder anbieten. Da wird viel mehr gedreht, da ist viel mehr unterwegs. Okay. Also ich werde mal schauen, dass ich in eurem Gebrauchtbestand mich mal umsehe. Ich habe dir vorhin schon gesagt, wo nach ich eventuell Ausschau halte. Das werde ich mal tun. Das ist so gesehen dann sehr gut und man muss nicht immer neue Räder kaufen. Danke dir für die ehrlichen Worte.
24:43 Und bevor wir aufhören vielleicht noch, hast du noch einen Vorkast, wie das Geschäftsmodell im Kontext Autohandel, wie blickst du da in die Zukunft? Vielleicht da müssen wir auch nochmal hingucken. Autohandel? Nee, Autohandel mit Fahrrädern. Also der Autohandel angereichert mit Fahrrädern. Ist das, ich sag mal jetzt wirklich, bei vielen echt ein Auslaufmodell. Das rutscht raus, ist vorbei. Wenn man nicht gerade sich so aufstellt und sagt, ich mache wirklich ein Business Case mit Refurbish, großer Werkstatt und Versicherungskooperation und so. Also für uns ist es ein Modell, ja, definitiv. Aber In-Store-Konzepte und ähnliches halte ich für sehr, sehr, sehr schwierig. Ich sage ja ganz ehrlich, wir haben es nicht hingekriegt. Es kann natürlich sagen, dass andere Kollegen andere Ansätze haben, aber für mich ist es kein Erfolgsmodell.
25:35 Und ich würde das auch nicht an der Stelle weiter verfolgen. Aber mir liegt es fern, da irgendjemanden Ratschläge zu geben. Aber es ist sehr, sehr, sehr komplex. Und bevor man das macht, sollte man sich wirklich alle Parameter anschauen. Und diese Spezialisierung, die wir ja gerade gemacht haben, ist auch nicht einfach. Also die Refurbishment-Prozesse. Und du musst natürlich, wie überall, das einständige Personal finden. Das Thema Personal ist in allen Bereichen schwierig. Das haben wir im Automobilhandel, im Fahrradhandel vielleicht noch ein bisschen extremer. Okay. Ich denke, dass jetzt aktuell keiner mehr mit dem Gedanken spielt, damit anzufangen. Ich glaube, der suche es durch. Aber man weiß ja nie. Man weiß ja nie. Ich würde niemandem abraten davon, aber mach dir Gedanken darüber.
26:21 Ja, mir ging gerade so durch den Kopf. Viele Händler, die vielleicht ein bisschen größer sind, viel Fläche haben, die möglicherweise Showrooms haben, die nicht so gut ausgelastet sind, die haben einfach Fläche für andere Geschäftsmodelle. Es gab mal vor ein, zwei Jahren, habe ich mal einen BMW-Händler gehört, der hat einfach den lokalen Friseur bei sich inkludiert. Der hat einen Friseurladen jetzt bei sich in Eck im Showroom. Warum? Wenn du Freiflächen hast, kannst du die ja anders bespielen, theoretisch. Also ich kann dir sagen, Tim, da würde es so weit gehen, würde vielleicht noch einen Podcast sprengen. Aber ich habe vor zehn Jahren mal das Geschäftsmodell gehabt, so eine Mobilitätsstadt, wo wirklich vom Bäcker über den Rechtsanwalt, der dich in Rechtsfragen berät, Gebrauchtwagen, Neuwagen, Werkstatt, Schnellservice.
27:10 Und unter anderem hatten wir da auch Verträge und Ideen mit sogenannten Schnellreparaturen, also Smart Repair. Und das alles unter einem Dach anzubieten. Das war ein Konzept, hatte ich vor zehn Jahren die Idee, aber das geht alles in die Richtung. Zu sagen, man ist jetzt, weil das Auto an sich und auch der Online-Handel wird sich ja dementsprechend weiterentwickeln. Wir verkaufen heute noch relativ wenig Autos über den Online-Kanal, aber es wird ja mal mehr werden. Und der Kunde, warum kommt der ins Autohaus noch? Man muss sich ja wirklich mal ernsthaft fragen. Der kommt ja nur, wenn er Probleme hat, weil sein Auto kaputt ist. Und das ist doch der schlechteste Anlass, um in ein Auto zu kommen. Ja, auf jeden Fall. Jetzt sitzen wir natürlich hier im Ballungsraum. Aber wenn wir mal ein bisschen weiter rausschauen, wo früher ein Autohaus ja noch echt ein Fund war und wo eine Fahrzeugpräsentation echt noch die Leute gezogen hat ohne Ende.
28:02 Solche Häuser gibt es ja auch nach wie vor. Und ich bin da immer der Meinung, warum wertet man diese Autohäuser nicht auch, ich übertreibe jetzt mal, zu Begegnungsstätten oder zu sozialen Begegnungsstätten auf, dass abends da Lesungen, Yoga-Kurse, was auch immer man da so machen kann. Co-Working Spaces. Co-Working Spaces, was auch immer. Ich habe auch witzigerweise in der Nähe mal die Idee gehabt, warum richtet ihr nicht da ein Podcast-Studio ein? In Berlin, der nicht X-Peng, sondern die mit den großen... Die Nios? Nio. Nio, ja. Das Nio-Haus in Berlin hat ein Podcast-Studio hinten drin.
28:48 Ja. Das kannst du haben. Und Co-Working Spaces. Und Co-Working Spaces, ja genau. Also, jetzt riffen wir schon wieder in tausend Gedanken ab, aber das denke ich immer immer so dabei. Es gibt so, die Autohäuser haben so viele Chancen. Ich bin mal gespannt, wie es da weitergeht. Das gucken wir uns doch mal an, oder? Ein paar Jahre sind wir noch dabei, ne? Auf jeden Fall. Lieber Thomas, ganz herzlichen Dank für deine Zeit. Und war mir wichtig, ist nicht das ursächliche Benzingespräch-Thema, aber es gehört zur Mobilität dazu. Ist eine tolle Facette, die ihr da halt für euch auch so weitergetrieben habt, dass es für euch funktioniert. Dankeschön für deine Zeit. Ich danke dir an den Bio-Biker. Vielen Dank. An den Bio-Biker. Alles klar, ihr Lieben. Herzlichen Dank fürs Zuhören, wo auch immer ihr gehört habt. Und wir hören uns bald wieder mit einer weiteren spannenden Geschichte.
29:35 Macht's gut da draußen. Ciao.
