Zum Inhalt

Benzingespräche · Folge 16 · · 35 Min

Frank Fiegenschuh, Inhaber des F3 FahrzeugforumFiegenschuh

Cover des Podcasts Benzingespräche

Frank Fiegenschuh

0:00 / 34:35

SpotifyApple Podcasts

Worum es geht

Vom Vollblut-Vertriebler mit Vollgas in die Sportwagen-Nische. Warum macht man sich heute noch in der Autobranche Selbständig, wenn man Geschäftsführer bei einem Porsche Zentrum ist? Und: womit? Wie prägen gut 27 Jahre Karriere im Autohandel mit häufigen Standortwechseln und immer neuen Herausforderungen? Wie fällt das Urteil über das aktuelle Spannungsfeld zwischen Auto-Hersteller und -Handel aus? Bei meinem Besuch bei Frank sprechen wir über diese und noch so einige weitere Themen, die er sehr gut erfasst und treffend auf den Punkt bringt. Ich war gespannt darauf zu erfahren, warum man seinen sicheren Posten als Geschäftsführer in einem Porsche Zentrum aufgibt und es in schwierigen Zeiten auf eigene Faust anders gestaltet. Dabei reden wir natürlich auch über die Veränderungen der Branche und eine immer weitere klaffende Kluft ziwschen dem stationären Handel und eben den Herstellern. Alle haben Ihre Themen. Alle haben Ihre Anforderungen. Kann man dies auf Sicht fair für alle gestalten? Ein spannendes Gespräch in dem ich einen durch und durch sympatischen und dynamischen Menschen kennenlerne, der sich verwirklicht. Links: F3 FahrzeugForumFiegenschuh GmbH & Co.KG: https://fiegenschuh.com/

Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

00:00 Schön, dass du dran bleibst. Weiter geht's. Ja, cool. Letztes Mal haben wir auch so ein bisschen, wo ich hier war, über Marketing und Netzwerken und Reichweite und sowas gesprochen. Und da ist mir eine Sache so ein bisschen in Erinnerung geblieben, wo du gesagt hast, dass du quasi über dein Netzwerk an Leuten, wo das jetzt aus dem persönlichen oder aus dem beruflichen Umfeld ist, quasi mit dem Porsche-Zentrum auch Charity-Events organisiert hat, wo ihr was für Kinder gemacht habt und einfach so ein bisschen das eigene Branding vom Porsche-Zentrum mit Kontakten aufgewertet habt und dann auch was Gutes tut.

00:45 Richtig. Das fand ich eine ganz spannende Sache. Ja, denn, also ich denke mal, gerade wenn man eine Marke wie Porsche vertritt, wo man ja quasi jeden Tag mit der Sonnenseite des Lebens konfrontiert wird, finde ich, ist es schon wichtig, auch das ein bisschen zu nutzen, um denen zu helfen, denen es halt einfach nicht gut geht. Und die Strahlkraft der Marke hat uns dann einfach ermöglicht, verschiedene Charity-Organisationen zu gewinnen, damit wir gemeinsame Veranstaltungen machen können. Das ist zum Beispiel die Stiftung von Nevin Subotic, das ist die Stiftung von Christoph Metzelder, das Kinderlachen, das ist die Stiftung von Gerald Asamoah, die für ihre Bereiche einfach viele ganz, ganz, ganz tolle Dinge machen.

01:33 Und da haben wir bei verschiedenen Veranstaltungen, ich sag mal, das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden und haben zum Beispiel, das kam aber immer sehr, sehr gut an, auch wenn wir die Kunden eingeladen haben, wir haben beim Tag der offenen Tür, wenn wir Modelle vorgestellt haben, für die Getränke immer ein Euro verlangt und für das Essen immer zwei Euro verlangt. Hatte, kann sich jeder leisten, macht auch keinen Arm, aber es hatte den angenehmen Nebeneffekt, es wurde immer aufgegessen, wir haben extrem wenig weggeschmissen oder die Caterer haben extrem wenig weggeschmissen, es wurde immer ausgetrunken und die Summe, die danach rauskam, die haben wir dann nach oben hin aufgerüttet und haben die dann immer einer dieser Organisationen gespendet. Und das kam immer sehr, sehr gut an, denn der andere Kunde hat dann auch statt zwei Euro für sein Schnitzelbrötchen auch gerne mal 20 Euro reingeschmissen, weil man dann, weil der Gedanke einfach eben dann gut gefunden wurde.

02:30 Und man dann ganz kurz dann auch mal gemerkt hat, okay, ich stehe jetzt hier, ich gucke mir gerade ein 150.000 Euro teures Auto an und mit den 20 Euro kann ich vielleicht vielen Kindern irgendwie ein bisschen helfen und vielleicht ein Lachen ins Gesicht bringen und das war eben ein sehr, sehr schöner Gedanke. Mit Lachen ins Gesicht bringen, du bist, glaube ich, mit dem Herrn Malmedy ganz gut befreundet, den hattet ihr auch mal dabei und der ist auch mit Kindern mal gefahren und hat den Autos erklärt oder sowas. Wie war das? Irgendwas habe ich da in Erinnerung gehabt. Nee, der Matthias, den hatte ich zweimal bei Veranstaltungen dabei, wo wir mit den großen Kindern gefahren sind. Richtig, einmal in Schweden und einmal in Bilsterberg, wo er quasi sich auch um unsere Kunden gekümmert hat, weil, wie du schon sagst, wir kennen uns schon einige Jahre und er fährt einfach für sein Leben gern Auto und wir sind beides Kindsköpfe, völlig autoverrückte Kindsköpfe und er transportiert das also einfach auch, weil es ist nicht gespielt, wenn man ihn auch im Fernsehen sieht, sondern er hat einfach immer Bock drauf, auf das, was er tut.

03:33 Und die Leute finden ihn halt klasse und dementsprechend haben wir das dann kombiniert und das war sowohl für ihn, weil er war vorher auch noch nie in Schweden, als wir dann auf Eis gefahren sind, drei Tage lang, war es für ihn ein Erlebnis, als auch für unsere Kunden. Und das sind halt auch Sachen, an die man sich Jahre später auch gerne erinnert und das waren schon schöne Events. Ja, das ist geil, wenn man das so kombinieren kann und das auch im Rahmen für das Unternehmen macht, für das man arbeitet und dann halt auch das nutzen kann. Fantastisch. Während der Zeit jetzt im Porsche-Zentrum Personalverantwortung, Umsatzverantwortung gehabt. Ja. Unter welchem, wie viel Personal war das und was war das für ein Druck und was hat das mit dir gemacht?

04:20 Also wir waren zum Schluss fast 50 Leute. Wir haben angefangen mit, ich meine es war 19, als wir umgezogen sind und dann waren wir zum Schluss fast 50 Leute.

04:32 Ja, was hat das mit mir gemacht? Also es hat mich natürlich geformt auf der einen Seite, weil je mehr Leute da waren und je mehr Umsatz und je höher die Werte waren, die man zu verantworten hatte, desto höher wird natürlich auch der Druck. Jetzt war es aber so, dass das Porsche-Zentrum ja zur Hülpert-Gruppe gehört und Hülpert-Gruppe ist ein Familienunternehmen, also es gibt ja die Inhaberfamilien und die haben das Ganze schon, ja wie soll ich sagen, schon sehr menschlich gestaltet. Von daher, einen Großteil des Druckes habe ich mir selber gemacht, weil ich sage mal, ich bin relativ ehrgeizig. Dann war es natürlich auch so, dass ich, wie ich vorhin schon gesagt habe, ein fantastisches Team hatte, die auch immer mehr wollten und immer am Gas waren und das steckt dann an.

05:28 Und dann sagst du, okay, du hast jetzt die Team Trophy 2016 gewonnen und dann hat Porsche richtig geliefert bei der Siegerehrung und dann dachte ich, okay, das wollen wir nächstes Jahr wieder haben. Wir wollen wieder dahin, wir wollen wieder dazugehören und wir wollen wieder feiern, denn work hard, play hard, das haben wir dann quasi ein bisschen in Exzess getrieben. Und das war natürlich dann toll und der, wie gesagt, ein Großteil des Druckes kam von mir selber, den ich mir gemacht habe. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch so, der Hersteller übt Druck auf einen aus, da brauchen wir euch nicht drüber reden. Der Hersteller hat Ziele, die er verfolgt, dazu braucht er den Handel und ja, auch, ich sage mal, politische Einflüsse erhöhen teilweise den Druck.

06:13 Wir kamen natürlich dann, wir hatten gerade frisch den Macan vorgestellt, der Macan als S-Diesel war ein extrem erfolgreiches Auto. Dann kam diese Diskussion zuerst bei VW, dann hat es geheißen, nee, Porsche ist nicht betroffen. Irgendwann hat es dann geheißen, wir waren doch betroffen. Das waren so von außen gestellte Themen, mit denen man sich dann zurechtfinden musste, die natürlich auch, ich will jetzt nicht sagen Druck erzeugt haben, aber das ist natürlich unangenehm, ja, gerade bei so einem emotionalen Produkt wie Porsche, da hast du es ja, wenn du deine Kunden enttäuscht, ja, warum auch immer. Wer da auch immer Schuld hatte oder hat, das sei auch dahingestellt, aber du bist ja der Ansprechpartner vor den Kunden und dann bist, dann musst du auch irgendwas lösen. Dann musst du das Thema lösen, wie du das hinkriegst und das Vertrauen dann wieder gewinnen.

07:01 Merkst du in dem Kontext da, ich sage, da war jetzt so der Einfluss Dieselproblematik. Merkst du jetzt in den letzten Wochen einen direkten Einfluss in deiner Kundschaft zum Thema SUV fahren? Durch die wirklich, also es hätte ja auch in Berlin, ist ja eine schlimme Geschichte, dass da Menschen gestorben sind, aber die wären möglicherweise auch ums Leben gekommen, wäre das kein SUV gewesen, sondern ein Polo. Nur, das wird ja so aufgenommen, dass in München da SUVs plakatiert werden und verunstaltet werden. Färbt das ab auf den Klientel? Hattest du schon mal eine Diskussion, wo jemand gesagt hat, ich will kein SUV mehr? Nee, also diese Diskussion hatte ich jetzt noch nicht, aber es wird tatsächlich grundsätzlich, nehme ich so wahr, immer mehr über die politische Entwicklung gesprochen.

07:52 Das ist natürlich immer ein schwieriges Thema, aber ich merke, dass bei vielen Gesprächen, die ich mit Kunden führe, das Thema Politik ganz schnell in den Fokus rückt. Dass jetzt jemand gesagt hat, ich fahre jetzt nicht mehr mit dem SUV in die Stadt oder sowas, das habe ich noch nicht, denn ich sage mal… Oder ich möchte über einen Kaufentscheidung vielleicht. Nee, also das noch nicht, das noch nicht, denn ich sage mal, es ist natürlich in der heutigen Zeit so, durch die Medien auch werden ganz viele Themen extrem schnell aufgebauscht. Ja, so und dann viele Themen, so schnell wie sie gekommen sind, verschwinden auch wieder. Dass wir grundsätzlich natürlich über das Thema Mobilität nachdenken müssen, das denke ich, stellt sich, die Frage stellt sich nicht. Das Kundenklientel, was ich hier habe, kann aber verschiedene, ich sage mal, Szenarien relativ gut einschätzen.

08:47 Und wie du schon sagst, dieser Unfall, so tragisch er ist und so furchtbar er ist, wäre wahrscheinlich mit jedem anderen Auto auch passiert. Jetzt ist natürlich momentan generell große Autos, vermeintlich Spritfressen, Autos sind für einen Teil der Gesellschaft natürlich gerade ein gefundenes Fressen. Ich vermisse in dieser Diskussion oder in diesen ganzen Diskussionen ganz oft die Sachlichkeit. Also das fällt mir auf, wenn man auch da mal die eine oder andere Talkshow guckt, dass da teilweise mit, ich sage jetzt mal, gefährlichem Halbwissen agiert wird. Und das finde ich eine Gefahr. Da muss man schon bei allen emotionalen Themen, die zum Beispiel so einen Unfall hervorruft oder dass da Emotionen im Spiel sind, das ist außer Frage, das ist ganz klar.

09:40 Aber trotzdem muss man bei der Kerndiskussion, muss man sachlich bleiben. Also ich habe das gesehen, ich war auf der IAA und da wurde an, da war ja dieser Aktivistentag, sage ich mal. Und da wurden Aufkleber auf Autos gedrückt, wo dann drauf stand irgendwie Dreckschein oder irgendwie sowas. Und auch auf dem Tesla wurde das draufgeklebt. Und ich sage, Leute, das ist doch exakt das Auto, was ihr eigentlich alle haben wollt. Und es ist selber nicht sauber, es ist ja auch ganz vielschichtig, wie man ein sauberes Auto eigentlich über einen Lebenszyklus von Anfang bis absolutem Ende betrachten muss. Genau. Und ich habe letztens noch eine Statistik gelesen von Leaseplan, von einer der größten Leasinggeber, wo die in Europa erstmal die durchschnittlichen monatlichen Fahrzeugkosten ermittelt haben, also europaweit.

10:37 Und dann haben die aber in jedem Land quasi ein Elektrofahrzeug im Unterhalt monatlich beleuchtet, einen Benziner und einen Diesel. Und in Deutschland, die Kennzahl, ein Elektrofahrzeug im Durchschnitt im Unterhalt in Deutschland ist 200 Euro teurer als ein Benziner oder ein Diesel. Das muss man, das kann man erstmal so nehmen. Wir investieren in tolle Mobilität, ganz toll, wir werden alle sauber. Da draußen gibt es ja eine ganz breite Gesellschaft, die eventuell nicht so viel Geld haben. Das muss sich auch jeder leisten können und da wird ja überhaupt nicht drüber gesprochen. Nein, also drum bin ich auch der Meinung, dass das Thema E-Mobilität oder E-Auto auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich denke, dass es ein Mix aus vielen Dingen ist. Ich gebe dir vollkommen recht. Aktuell ist es natürlich so, dass auch das Thema Ladeinfrastruktur nicht optimal ist.

11:25 Aber da gibt es gute Ansätze. Und ich glaube auch, dass sich das im Laufe der Zeit für ein gewisses Klientel von Fahrzeugnutzern wird nichts über E-Mobilität hinausgehen. Aber guck dir mal an, auch aktuell die Verfügbarkeit von Dieselmodellen. Immer wenige Hersteller gehen auf Diesel. Es gibt aber für die Menschen heutzutage aktuell in vielen Situationen nichts Besseres wie ein Diesel. Für die ganzen Pendler. Für Leute, die viel weite Strecken fahren, weil sie Vertreter sind, weil sie beruflich viel unterwegs sind. Das wird auch, glaube ich, noch eine ganze Zeit lang so bleiben. Auf der anderen Seite ist es natürlich schon so, wenn man jetzt mal grundsätzlich unabhängig von der Antriebsquelle betrachtet, dass man sich irgendwann mal vom Individualverkehr verabschieden wird.

12:20 Bin ich auch fest davon überzeugt. Ich fahre jeden Morgen über die B1. Ich stehe jeden Morgen im Stau. Durch Dortmund durch. Und wenn man sich in die Autos oder wenn man in die Autos reinguckt, es sitzt in der Regel immer einer drin. Und das ist, ich meine, ich nehme mich da nicht aus. Ich sitze auch alleine drin. Aber das ist ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Also das heißt, da gibt es vielleicht Punkte, an die man anknüpfen soll. Aber dann muss das alles mit Ruhe und Bedacht gemacht werden und nachhaltig gemacht werden. Es bringt mir nichts, wenn ich in Großstädten E-Scooter hinstelle. Deswegen fährt keiner nicht mit dem Auto in die Stadt, sondern die Leute, die vielleicht früher gelaufen sind, fahren jetzt mit dem E-Scooter. Oder mit Bus und Bahn. Oder mit Bus und Bahn. Jetzt haben sie ja gesagt, hey, super Wetter. Jetzt fahre ich vielleicht mal mit dem E-Scooter die drei Stationen. Habe ich vielleicht Bock drauf? Gefällt mir ja. Probiere ich mal aus, wie das funktioniert.

13:06 Was dann natürlich gar keinen Sinn macht, ist, wenn dann die Dinger abends mit Dieselbetrieb und LKWs wieder eingeladen werden. Dann macht das keinen Sinn. Grundsätzlich sind viele Ansätze meiner Ansicht nach richtig, aber sie sind halt noch nicht zu Ende gedacht. Und da gibt es viele Stellschrauben, die man noch drehen muss. Hast du, wo wir jetzt schon bei diesem Thema waren, vorhin das Alter deiner Kinder habe ich nicht ohne Grund noch so kurz erwähnt. Hast du jetzt mit deinem unternehmerischen Umfeld, was du hier so machst, haben da deine Kids nicht schon mal gesagt, hör mal, Daddy, Friday for Future, was machst du da?

13:49 Nee, nein, weil es einfach auch durch und durch Autoköpfe sind, die beiden, die lieber heute als morgen hier mitarbeiten würden. Nee, das noch nicht. Aber man merkt natürlich schon, also auch meine Jungs sind, wie du schon sagst, 11 und 13, aber auch die stellen schon Fragen. Wie kann das sein? Wie funktioniert das? Was kann man dagegen tun? Also das geht nicht spurlos an denen vorbei, auf gar keinen Fall. Auch in den Schulen oder die gehen beide in die gleiche Schule. Auch da wird dieses Thema thematisiert. Das finde ich auch gut so. Aber noch habe ich es autotechnisch im Griff. Ja, aber es kann ja durchaus sein, wenn du mal mit einem hochPSigen Fahrzeug nach Hause kommst, wo allen klar ist, das ist jetzt kein Zero-Emissions-Modell.

14:44 Nee, dann wird auch gerne mal das Abendessen stehen gelassen und dann wird nochmal eine Runde gedreht. Einmal um den Block, ne? Ja, in dem Kontext, du hast mir letztes Mal erzählt, dass du ja auch Kunden hast, die Fahrzeuge so lange hier einlagern, dass die mal bewegt werden müssen, ne, auf Wunsch. Das kann auch vorkommen, ne? Ja, also ich sage den Kunden dann, wenn die Fahrzeuge wirklich lange hier stehen, ich meine, sie hängen am Strom und wir kümmern uns dann auch, wenn Inspektionen fällig sind oder wenn TÜV fällig ist, dann machen wir das. Das ist nicht das Problem. Aber natürlich sind ein Großteil der Fahrzeuge, die hier stehen, nicht fürs Stehen gemacht. Und der eine oder andere Kunde sagt dann schon mal, Mensch, ich kläre das mal eben mit meiner Versicherung ab, aber wenn du mal irgendwo einen Termin hast, der ein bisschen weiter weg ist, bewegne mal.

15:26 Da habe ich letztes Mal schon gedacht, du tust mir leid. Ne, in dem Fall muss ich das nicht, ne. Prima. Wobei, da muss ich dazu sagen, das sind tatsächlich die Ausnahmen, aber das muss natürlich alles safe sein, aber das gibt es tatsächlich, ja. Auf Kundenwunsch. Ja, ja, natürlich. Also ich spreche keinen Kunden an und sage, lass mich mal mit deinem Auto fahren, das werde ich sicher nicht tun, aber auf Kundenwunsch, ja. Ja, ja, ich dachte so, cooler Kundenwunsch eigentlich, ne. Ich gucke mal aus dem Rückspiegel jetzt weg und mache mal, ich wollte jetzt Lichthupe sagen, wenn ich die Autos hier sehe, denke ich an die Lichthupe, machen wir das Fernlicht an. Nein, wir verhalten uns konform. Ganz regelkonform, ganz entspannt. Ein paar Sachen haben wir davon schon geschnitten, vielleicht kannst du da in Kürze darauf eingehen, vielleicht mit einem Zusatz noch.

16:13 Wo entwickelt sich deiner Meinung nach der stationäre Autohandel hin? Was glaubst du, du hast ja vorhin schon die Einflüsse der Marken auf die Autohäuser genannt im Großen, siehst du da was kommen? Ja, also ich sehe da schon eine große Veränderung auf die Händler zukommen. Ich denke, dass für die Autohäuser zukünftig das Thema Gebrauchtwagenhandel mehr eine Rolle spielt, weil die Hersteller immer mehr dazu übergehen, den Neuwagen über Direktvertrieb zu vermarkten. Ich denke, dass das bei Marken wie VW oder auch Kia, Hyundai, dass das da schneller gehen wird. Bei Marken, wo das Kauferlebnis noch eine wichtige Rolle spielt und auch die persönliche Bindung zwischen Kunde und Verkäufer, Schrägstrich Autohaus, noch wichtiger ist.

17:07 Dass es da ein bisschen länger dauern wird, aber auch irgendwann kommen wird. Und das ist die Herausforderung meiner Ansicht nach, die die Gruppen oder die Autohäuser, sind ja meistens nur noch Gruppen, vor sich haben, darauf zu reagieren, sich eigene Geschäftsmodelle zu überlegen. Und natürlich auch die jeweiligen Strukturen dahingehend anzupassen, dass wenn dann der Fall eintritt und der Hersteller sagt, so ab sofort begleiten wir mal die Vermarktung von Neufahrzeugen, wie Audi nächstes Jahr zum Beispiel damit anfängt. Wir begleiten mal die Vermarktung von Neufahrzeugen auf dem Online-Weg, dass ich dann als Händler sagen kann, okay, das haben wir kommen sehen, wir reagieren so und so darauf. Das ist ganz wichtig.

17:54 Ja, wobei gerade diese großen Volumenmarken natürlich auch jetzt die Volkswagen und Audis dieser Welt schon Verträge unterschrieben haben, die sogar offen sind für Veränderungen seitens der Hersteller, nicht seitens dem Handel. Ja, das ganze Thema ist natürlich sehr herstellerbezogen. Da wird viel von den Händlern erwartet, eine großmögliche Flexibilität wird da erwartet. Die Frage ist, ob das jeder Händler so leisten kann, denn es ist natürlich auch so, die Händler haben natürlich auch alle ein riesen Paket zu schleppen. Die haben viel, viel, viel Geld in Immobilien investiert, wo sich dann auch die Frage stellt irgendwann, was mache ich mit so einer riesen Immobilie? Mache ich da eine Eislauffalle raus?

18:40 Mache ich da ein Möbelhaus raus? Oder was mache ich damit? Das sind Themen, die müssen geklärt werden und ich glaube auch, dass, ich sag mal, die Hersteller in die Pflicht genommen werden müssen, sich dann auch um die Händler ein bisschen zu kümmern. Weil sie haben einfach über Jahre oder Jahrzehnte davon profitiert, dass die Händler einfach da waren und für die Hersteller die Autos in den Markt gebracht haben. Natürlich hat ein Händler dem Hersteller immer Geld gekostet, durch Bonis, durch Provisionen und so weiter, alles gut. Aber natürlich hat der Hersteller durch die Händler auch einfach diese enormen Stückzahlen gemacht. Früher waren die Händler diejenigen, die gesagt haben, wo es lang geht und den Hersteller quasi ein bisschen vor sich her getrieben haben. Das Blatt wendet sich jetzt zusehends. Und da ist es auch so, Thema Fairplay, da muss meiner Ansicht nach der einzelne Hersteller auch den Händlern gegenüber fair sein und sagen, wir unterstützen euch da, wir helfen euch da und wir drehen euch jetzt nicht sofort den Hahn ab.

19:40 Denn eins ist auch klar, die Händler haben natürlich in den jeweiligen Städten, sind das ja in vielen Bereichen ja auch Platzhirsche und auch große Arbeitgeber, haben die Händler natürlich auch eine große soziale Verantwortung für die Mitarbeiter. Und da liegt es, finde ich, auch so ein bisschen an den Herstellern, den Händlern die Möglichkeit zu geben, lange, so lange wie es geht, den Händlern die Möglichkeit zu geben, dieser sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Gerade in Bezug auf die enormen Investitionen, die jetzt anstehen. Natürlich sagt dann ein Händler, ein Hersteller, ja, jetzt bauen sie hier mal eine Ladeinfrastruktur und so weiter. Das kostet ja alles, das kostet ja alles enorm viel Geld. Beteiligt sich der Versorger bei dieser Aufrüstung von Stationen, die da teilweise nötig sind.

20:30 Beteiligt sich eventuell sogar der Hersteller ein bisschen. Und dann ist es so, die Rezession wird ja förmlich herbeigeredet. Also irgendwann wird sie ja kommen. So, und wir sind jetzt gerade noch in einer Hochphase, wo gutes Geld verdient wird. Und diese Ausgaben laufen in eine Phase rein, wo man vielleicht nicht mehr so gutes Geld verdient. Und dann wird es natürlich schwierig. Und dann überleben auch tatsächlich nur die Besten und die, die, ich sage mal immer ganz salopp, die den Brunnen gebaut haben, als sie keinen Durst hatten. Ja, bei dem Stichwort Fairplay, was du vorhin nanntest, es gibt ja schon diverse Marken, die den Neuwagenhandel halt weitgehend online abbilden wollen.

21:17 Und dann den Händler vor Ort halt zur Auslieferung, also entweder Werksauslieferung, Abholung oder halt den Handel vor Ort. Und da gibt es ja diese Diskussion, welchen Prozentsatz des Erlöses bekommt dann der Händler vor Ort dann trotzdem noch? Und wir wissen ja eh schon, dass eine Marge bei so einem Neuwagen nicht gerade zweistellig ist im Prozentsatz. Glaubst du, dass da eine faire Lösung kommen wird? Oder glaubst du, dass sich der Fahrzeug-Neuwagen-Vertrieb wirklich vom Handel entkoppelt? Also ich glaube, also ich hoffe, ich hoffe wirklich für den Handel, dass es eine faire Lösung geben wird. Denn noch brauchen die Hersteller den Handel. Da führt kein Weg dran vorbei. Dafür ist das Autogeschäft zumindestens in Deutschland noch zu sehr People-Business.

22:02 Also die Leute wollen noch ihren Ansprechpartner vor Ort haben. Ob der dann in fünf Jahren immer noch bei dem Hans Mayer sein Auto bestellt oder ob der Hans Mayer ihm das nur noch übergibt, da gehe ich eher davon aus, dass er das Auto im Netz bestellt und der Hans Mayer ihm das Auto noch übergibt. Aber ganz wichtig ist es dann natürlich, Voraussetzungen für die Händler zu schaffen, dass ihnen das Ganze überhaupt noch Spaß macht. Denn eins ist auch klar, wenn man sich die Umsatzrenditen heutzutage von großen Handelsgruppen anguckt, wenn sie sie denn noch veröffentlichen, denn wenn du dir viele Pressemitteilungen anguckst, da steht nur noch Anzahl der verkauften Fahrzeuge und der Umsatz. Von Gewinn steht da nicht mehr viel. Dann könntest du in viele Autos oder auf viele Autohäuser auch nur noch Wechselstube draufschreiben.

22:47 Weil dann macht das Ganze keinen Sinn mehr und dann macht auch der Spaß irgendwann eine Kurve. Und das kann meiner Ansicht nach eigentlich nicht sein, gerade in Bezug auf die enorm finanziellen Anstrengungen und auch natürlich Risiken, die die Händler ja ganz oft gezwungen werden, eingehen zu müssen. Und natürlich kann man die Hersteller auch verstehen. Die Hersteller sehen sich auch immer größerem Kostendruck ausgesetzt. Auch klar, E-Mobilität kostet extrem viel Geld.

23:19 Ich glaube auch, dass der ein oder andere Hersteller auch an dem Thema Wasserstoff, Brennstoffzelle auch noch parallel arbeitet. Vielleicht vielleicht nicht so plakativ wie an dem Thema E-Mobilität, weil das halt momentan der Hype ist. Aber auch da werden extrem viele Gelder verwendet. Es ist schade, dass die allgemeine Aufmerksamkeit die Hersteller dahin treibt, das zu entwickeln und nicht so zu entwickeln, wie es eigentlich sinnvoll ist. Also Technologien zu bewerten und die zu entwickeln, die sinnvoll sind. Und unter dem Druck der Allgemeinheit jetzt unbedingt, ich habe es glaube ich fast in jedem Podcast gesagt, dass Audi hergeht und sagt, wir werden komplett alles elektrifizieren. Auf Batterie-Ebene. Dann denke ich mir so, wie kann man das in der heutigen Phase so sagen? Entweder machen sie es wirklich und kriegen ein Major-Problem oder die revidieren die Entscheidung halt irgendwann wieder.

24:08 Das ist meine persönliche Meinung. Ja gut, in so einem Konzern musst du natürlich Entscheidungen treffen für 5, 6, 7, 8 Jahre im Voraus. Und dann werden dementsprechend auch die ganzen Planungen dafür ausgelegt. So eine Entscheidung zu revidieren, je später die revidiert wird, desto schwieriger wird das Ganze natürlich. Ich finde grundsätzlich die Entscheidung schwierig zu sagen, wir gehen ganz pauschal auf Elektromobilität. Es sei denn, und das wissen wir alle nicht, in ganz geheimen Laboren bei Audi in Ingolstadt oder bei BMW in München im Fitz haben irgendwelche super schlauen Köpfe, irgendwelche Ideen schon perfektioniert, von denen wir alle noch nichts wissen. Das weiß man natürlich nicht.

24:54 Also ganz viel kommt ja plötzlich aus dem Nichts und dann heißt es, wo haben sie das denn jetzt hergezogen. Also ich glaube grundsätzlich, dass das Thema E-Mobilität als einziges Standbein zu sehen, dauerhaft, finde ich die falsche Entscheidung. Es wird ein Mix aus allem sein oder aus vielen. Ja, schließlich so mit, ich habe zwei Fragen noch, welche Entwicklung oder machen die Entwicklungen in dem Bereich Sorgen und was birgt Chancen? Aber da haben wir ja gerade eigentlich schon drüber gesprochen. Es gibt da ganz viele Chancen, die sich da entwickeln, aber nicht ganz risikofrei. Nee, risikofrei natürlich nicht. Und dann liegt es natürlich auch, wir hatten das Thema gerade schon auch von der Politik. Die Politik muss natürlich auch dementsprechend die Ebene, die Wege ebnen.

25:42 Die Autoindustrie ist nun mal Deutschlands Vorzeigeindustrie, die gerade kaputt geredet wird. Da müssen wir uns auch nichts vormachen. Und das finde ich einfach auch eine Entwicklung, die ich ganz schlimm finde. Denn die Leute oder viele Leute, die sagen, Deutschland muss sich von der Autoindustrie lossagen, die sagen dann aber gleichzeitig, hä, wieso baut denn jetzt, ich weiß jetzt nicht, Conti oder Bosch oder was, warum bauen die jetzt 4000 Arbeitsplätze ab? Ja, natürlich. Und das wird auch noch weiter so gehen. Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, wenn sie so gegen die Autoindustrie schießen, welche Folgen das hätte. Das wissen viele nicht. Und das, glaube ich, muss man so ein bisschen auch mal hervorheben und sagen, erstens macht es keinen Sinn, wenn der Staat den Bürgern vorschreibt, was sie zu tun haben, wie sie ihre oder welche Mobilität sie zu nutzen haben.

26:29 Das muss jeder für sich selber wissen. Dafür ist dieses ganze Thema zu individuell. Und auf der anderen Seite glaube ich schon, dass die Autoindustrie sich schon hinstellen kann und sagen, Leute, natürlich, klar, wir müssen jetzt ein bisschen aufholen. Aber überlegt mal bitte, wir sind halt auch extrem wichtig in Deutschland. Und Pioniergeist ist nun mal groß geschrieben in Deutschland und war auch schon immer so und wird auch, glaube ich, immer so bleiben. Auch wenn jetzt aus China immer mehr Player dazukommen oder eben auch aus Amerika auch Konzerne jetzt mitspielen werden, was die Verteilung von Fahrzeugen betrifft und so weiter, die das Spiel oder die Spielkarten neu mischen. Aber nichtsdestotrotz vermisse ich das so ein bisschen, dass man dieses besondere Standing der deutschen Autoindustrie, dass man das nicht ein bisschen hervorhebt.

27:27 Ich habe so einen kleinen Teil neu eingeschoben in meinem Podcast. Das sogenannte Buzzword-Bingo. Zur Vorbereitung, du hast ja was zur Vorbereitung schon mal bekommen. Da waren die aber weggelegst. Ja, danke. Nicht, dass du jetzt den Zettel rausholst. Ist aber auch, Buzzword ist ja eigentlich schon viel zu groß, weil ich habe so fünf Begriffe, die haue ich dir jetzt mal um die Ohren. Sagst du einfach mal spontan kurz, was dir dazu einfällt?

27:57 Neuwagen. Stehen aktuell ganz viel auf Halde. Wird zukünftig mehr denn je von den Herstellern selbst vertrieben, aber immer noch Kern des großen Ganzen. Gebrauchtwagen. Meiner Ansicht nach die Haupteinnahmequelle für Autohändler der Zukunft. Werkstatt.

28:20 Wird sich zum Problemkind entwickeln, denke ich, weil einfach auch die Wartungsintervalle immer länger werden, die Teile, die Haltbarkeit der Teile immer besser wird, die Zuverlässigkeit der Autos immer besser wird. Also da sehe ich wirklich für Autohäuser ein Riesenthema. Denn letzten Endes, wenn man sich die Deckungsbeiträge anguckt, machen die im Absatzfeld einfach am meisten Spaß. Da muss ich einiges tun. Freiheit. Ich genieße sie. Wow, das ist cool. Sehr schön. Glück hatte ich bis jetzt immer im Leben und ich hoffe, dass es so bleibt. Prima. Vielen Dank. Bei der Freiheit Antwort muss ich nochmal eingreifen.

29:08 Das macht mir auch den Eindruck, wenn man dich so erlebt, was du hier jetzt verantwortest, dass du jetzt eine Unternehmung hier hingestellt hast, die du verantwortest, die du aber auch genau so gemacht hast, wie du willst. Freiheit. Ja, also es hat natürlich schon viele Vorteile. Also ich arbeite jetzt nicht weniger. Ich würde sagen, ich arbeite sogar noch mehr wie vorher. Und ich habe auch jetzt nicht weniger Sorgen. Ich habe aber jetzt andere Sorgen. Und das ist, weil es halt einfach jetzt, ja, ich sage mal, für meine Familie und mich ist. Und das ist ein Zustand, den ich gerade sehr schätze. Super. Also ich habe immer klassisch zwei Abschlussfragen an meine Gäste.

29:53 Interessiert mich jetzt in dem Kontext, ja, dass du lange bei Porsche warst, bei BMW. Und da kriegst du natürlich auch in dem Sportwagen-Luxus-Segment natürlich auch eine Menge mit, was da so entwickelt wird, weil das immer High-End-Produkte sind. Was glaubst du, was erwartet die Autobranche in drei bis fünf Jahren? Ich sage mal, das Thema Hersteller, da haben wir ja gerade schon drüber gesprochen. Ich glaube, dass die Hersteller vor enormen Anstrengungen stehen, die Mobilität für morgen zu gestalten. Ich glaube aber auch, dass die Hersteller nicht mehr alleine in der Lage sind, das Spiel zu spielen, sondern da müssen einfach ganz viele mitspielen. Da müssen Städte und Kommunen mitspielen, da muss die Politik mitspielen, um, ich sage mal, ein sinnvolles Verkehrsmodell und Mobilitätsmodell für die Zukunft zu stricken.

30:48 Für den Handel sehe ich die Zukunft, ja, leider nicht so rosig, aus beschriebenen Gründen vorhin schon. Der Handel muss auch, glaube ich, sich seine eigenen Wege überlegen, die er zukünftig beschreiten will. Sich vielleicht mehr auf die Persönlichkeit des jeweiligen Outdoor-Hauses fokussieren. Soweit es möglich ist, sich vielleicht so ein bisschen aus den Zwängen von Herstellern befreien. So dem ganzen Betrieb seinen eigenen Stempel aufdrücken, um letzten Endes, ich sage mal, auch seine Zukunft zu sichern. Das sind herstellerunabhängige Marketingkonzepte, das sind herstellerunabhängige Angebote, ob man jetzt vielleicht auch darüber nachdenkt, ein Carsharing-Modell anzubieten, ein Autovermietungsthema.

31:42 Denn das ist zum Beispiel so ein Punkt, das merke ich hier in meinem Kundenkreis, dass die Laufzeit der Freude, so ein Auto zu besitzen, wird immer kürzer. Sich da Modelle zu überlegen, wie kann ich auf dieses Thema reagieren. Fährt der Kunde im Sommer ein Cabrio, fährt er im Winter ein SUV, weil er gerne Skifährt oder gerne in die Berge fährt, wie auch immer. Ich glaube, dass die flexibelsten Händler, die es über die letzten Jahre geschafft haben, sich finanziell vernünftig aufzustellen, die ein gewisses Eigenkapital haben und Mut haben, sich neue Wege zu überlegen und die auch zu gehen, dass die dauerhaft überleben werden.

32:31 Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Also ich würde sagen, das dauert noch mindestens fünf Jahre. Okay. Nicht, weil wir es technisch nicht hinkriegen, sondern weil die Rahmenbedingungen dafür noch nicht da sind. Ich glaube, technisch ist das nicht das Problem. Aber jetzt sind wir wieder beim Thema Politik und ich bin eigentlich niemand, der immer von der Politik fordert, aber auch da muss einfach schneller agiert werden. Ja, die Rahmenbedingungen sind ein ganz, ganz wichtiges Thema. Richtig. Ich sage mal, nehmen wir jetzt mal ein Worst-Case-Szenario, ein autonom fahrendes Auto hat keine Möglichkeit, einen Aufprall zu finden, muss sich jetzt entscheiden zwischen Mensch und Tier. Wie bringt es diese Wertigkeit rein?

33:18 Beides sind Lebewesen. Also das sind so Themen, die müssen auch geklärt werden. Ich glaube, das dauert auch noch lange, aber ich sage mal, um von einer Autobahnauffahrt München nach Nürnberg autonom zu fahren, über eine Autobahn, das glaube ich, wird technisch gesehen relativ schnell möglich sein. Das glaube ich auch. Und Audi hat es ja vor Jahren schon bewiesen, dass die Autonomen mit einem RS7, war das glaube ich, über eine Rennstrecke gefahren sind. Das hat auch funktioniert. Aber da sind natürlich die Eventualitäten minimiert. Auf einer Rennstrecke läuft ja in der Regel kein Mensch über die Straße oder ein Hund läuft da drüber oder sowas. Also es ist ein sehr spannendes Thema. Ja, Frank, vielen Dank. Waren viele Fragen. Du hast mir da überall ganz tolle Antworten gegeben, war super spannend.

34:06 Vielen Dank für deine Zeit. Ja, gerne gemacht, weil ich auch ein bisschen über deinem Background noch ein bisschen erfahren wollte und das einfach mega spannend fand, wie so die Entwicklung ist. Dann sind wir mit dem Podcast für diesmal auch am Ende. Vielen Dank. Und ich verabschiede mich von euch und demnächst geht es auch schon weiter. Die nächsten zwei, drei Gäste stehen auch schon fest und das wird auf jeden Fall auch sehr spannend. Okay, ciao.