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Benzingespräche · Folge 11 · · 35 Min

Ralf Schütte, Fahrzeug-Werke LUEG AG, Bereichsleiter BDC, CRM und Marketing-Kommunikation

Cover des Podcasts Benzingespräche

Ralf Schütte

0:00 / 34:51

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Worum es geht

Kundenzentrierung oder Tod: Veränderung im Autohandel mit Erfahrung, Herz und Digitalisierung Wie entwickelt man sich vom Junior zum Unternehmensnachfolger? Wie wechselt man als Unternehmer in ein großes Autohandelsunternehmen und ist nicht mehr Geschäftsführer? Welche Herausforderungen hat man als Führungskraft in einem 1400 Menschen großen Unternehmen? Im Gespräch mit Ralf Schütte schneiden wir sehr viele Themen an, die er in seinem Berufsleben begegnet ist. Wir reden über seinen Werdegang, Kundenzentrierung, Mobilität as a Service, neue Mobilitätsansätze und Mobilitätsmixe. Ralf ist absoluter Profi auf seinem Gebiet, super vernetzt, beobachtet alle neuen Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der LUEG AG und verliert bei noch so technischen und digitalen Themen nie den Menschen aus den Augen. Man spürt in diesem Gespräch, wie komplex die Aufgaben im Autohandel geworden sind aber auch, wie man diesen begegnet: mit Erfahrung, Herz und Digitalisierung. Auch reden wir über die Entwicklung des Ruhrgebiets und einem seiner Herzensprojekte, dem "Club Kohlenwäsche". Ein vielschichtiges Gespräch, diesmal nicht nur über den Autohandel! Links: Fahrzeug-Werke LUEG AG: www.lueg.de

Gespräch als Text

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00:00 Schön, dass du dran bleibst. Weiter geht's. Disruptiv ist das richtige Wort. Viele gehen jetzt auf die Elektromobilität, die über Batterien funktioniert. Es gibt ja auch Wasserstoff und Co. Und auf der Batterie. Zwei Schlagzeilen, die so am Rande letztens vielleicht nur so mitgeschwungen sind, dass VW gerade Probleme mit Samsung kriegt in der Batterieanlieferung, weil sie ein eigenes Werk bauen. Da wird ein spannender Prozess und Audi geht her und schafft seine Gene ab mit dem TT, der eingestellt wird, mit dem E8, der eingestellt wird, alles Ikonen und sagen, wir machen ab demnächst nur noch E-Autos. Das ist disruptiv.

00:51 Das ist auf der einen Seite disruptiv. Im Übrigen für uns, muss man auch mal ganz klar sagen, im Handeln auch eine große Herausforderung. Weil auch da natürlich klar ist, als alter, in Anführungsstrichen, Service-Mensch, ich weiß, dass große Teile meines Ertrags wegbrechen. Also eine der großen Ertragsäulen wird auf Sicht wegbrechen. Das ist ja nichts, was über Nacht kommt, sondern das ist ein schleichender Prozess. Das ist übrigens auch, glaube ich, der Grund, warum wir dazu neigen, diese Prozesse in unserem Alltag zu unterschätzen. Das ist einer der Gründe, warum die Dinge uns bisweilen dann, wenn sie dann im Klarbild vor uns stehen, auch sogar überfordern. Und wenn ich mir anschaue, wie der Volkswagen-Konzern sich eben ganz radikal auf Elektromobilität eineindeutig festgelegt hat, zumindest im Sprech, dann sind das Dinge, die für uns als Händlerschaft auch eine große Herausforderung darstellen.

01:40 Ja, das ist schon wirklich ein spannendes Feld, weil jetzt haben wir so ein bisschen aus der Handelsdenke gesprochen. Wir haben dann draußen ganz viele Menschen, die irgendwie jetzt so eine Wahrnehmung kriegen, was jetzt auch immer im Detail kommen mag, aber die Mobilität verwendet sich. Ja, genau. Am Ende läuft es zunehmend auf Mobilität as a Service raus. Als alter Ostwestfale, der auf dem Land groß geworden ist, war Mobilität immer eine Kaufmobilität. Also viele der Kunden, die damals bei uns auch Fahrzeuge gekauft haben, waren Eigentümer dieses Fahrzeuges, weil es damals in den 70er, 80er, 90er total normal war, das Geld, was man über hatte, im Zweifel in Mobilität bzw. in ein Auto zu investieren. Wenn ich heute in mal urbanen Maßstäben denke, und das ist dann eher Berlin als das Ruhrgebiet oder das ist eher Shanghai als Hamburg, dann haben wir auf der Welt Metropolen von 30, 40 Millionen Einwohnern, die wir so in Deutschland in dem Maße natürlich gar nicht kennen oder in Europa nicht kennen, wo eben klar ist, Mobilität muss ganz anders funktionieren.

02:45 Und ich sehe es an mir selber, wenn ich in einer Großstadt wie, also Großstadt in Anführungsstrichen jetzt wie Berlin bin, nutze ich den ÖPNV, nutze ich ganz selbstverständlich irgendwann Taxen, nutze ich ein Viel an Mobilität und lasse nach Möglichkeit mein eigenes Auto stehen. Ja, das wird mir auch gerade, wo du sagst, ja, in einer anderen Stadt bin ich sofort irgendwie, mal gucken, wie ich mich von A nach B bewegen kann. Genau. Und ich glaube, dass das genau der Umschwenk ist. Wenn ich, meine Tochter ist 15, mein Sohn ist 12, wenn ich sehe, wie sehr Verbundenheit über ein digitales Endgerät, ein Mobile Device relevant geworden ist und wie sich darüber Mobilität über konkrete Anbieter, Anbieter, erstmal App-Anbieter dann eben entsprechend darstellt und wie nahtlos darüber eben auch Sprung A, B, C möglich ist, den im Übrigen die Deutsche Bahn ja auch schon mit anbietet und der Verbund von Verkehrsträgern eben gerade in urbanen und wirklich urbanen und großurbanen Umfeldern normal ist, dann muss ich sagen, okay, darauf sind wir, bin ich als jemand, der aus einer völlig anderen Denke kommt, erstmal nicht vorbereitet.

03:51 Wir sind erstmal klassisch Händler. Ja, spannend. Ich hatte gerade, wo du das, dass man das so als ein Service ansieht, musste ich spontan an Software as a Service denken, S-A-A-S. Eigentlich ist es dann M-A-A-S, wenn man so will. Und es gibt ein Projekt, das kommt irgendwo aus Nordeuropa, ich weiß nicht mehr, ob es Norwegen oder Schweden war, wo es eine App gibt, wo du sagst, wo du bist, die weiß, wo du bist und dann sagst, du möchtest da und da hin und dann rechnet dir die den schnellsten Weg, nicht nur mit den Öffis, sondern unter anderem bau da noch ein Taxi ein, da steht ein E-Roller und für die letzten Meter, da steht noch ein Mietwagen und leitet dich dann unabhängig von wem auch immer, zack da durch und das versuchen die gerade auf Berlin auszurollen.

04:43 Die Entwickler sind in Berlin. Genau, die kommen aus Dänemark, das ist eine Kopenhagenentwicklung, ist das richtig? Ne, stimmt gar nicht, die kommen sogar aus den Ländern nebendran, Litauen, Estland, Lettland und die kommen aus diesem Umfeld in der Tat und das ist ganz spannend, weil das schon in Kopenhagen funktioniert und ich versuche es gerade in Berlin jetzt umzusetzen. Es gibt Alternativ dazu, aber natürlich, jetzt sind wir mal von der Daimler AG, Movil, die genau in diesen Strukturen denken. Es gibt auf der anderen Seite eine App, die heißt Movil, die ich auch nutze und natürlich ist auch Google selber dran. Also wenn ich heute in Google Maps schaue, habe ich immer sofort die Alternative Zug, der ÖPNV mitgreift, zu Fuß, Fahrrad oder Auto.

05:34 Und das sind natürlich in der Tat Nutzungsvarianten, die ganz selbstverständlich heute vorgeschlagen werden. Ja, spannende neue Welt, die sich da entwickelt. Definitiv. Nochmal, das Stichwort Druck, will ich da nochmal ganz kurz rausziehen. Du hast gesagt, das ist nicht so, das ist nicht so das, was du empfindest, weil das bricht sich in Aufgaben herunter, die man zu erledigen hat. Verstehe mich nicht falsch. Ich erlebe Druck natürlich selbstverständlich. Ich versuche nur, diesem Druck habhaft zu werden, sozusagen. Das ist konstruktiv umzusetzen, keine Frage. Ist das denn, ist das ein Ansporn für dich, Druck? Wie gehst du, ist Druck ein Antrieb oder was treibt dich an? Also ich glaube, das ist nicht nur eine gute Frage, sondern eine Frage, die mich permanent in meinem Leben beschäftigt.

06:24 Was mich wirklich antreibt, ist auf der einen Seite meine Neugierde, ganz klar. Auf der anderen Seite die Lust, Dinge auszuprobieren und zu entwickeln. Und darüber hinaus drittens mit Menschen zusammen zu sein. Ich liebe es, wenn ein gemeinsamer Plan, eine gemeinsame Idee sich irgendwann konkretisiert und realisiert. Und das ist ein total schönes Gefühl und dieses Gefühl will ich erleben. Und dieses Gefühl von Gemeinschaft, was in irgendeiner Form dann auch verstärkend auf Gemeinschaft wirkt. Egal ob im Team, im Freundeskreis, in sozialen Projekten, wo auch immer. Du erkennst eine Aufgabe und du hast Lust, sie gemeinsam mit anderen umzusetzen. Und das ist echt Motivation und das ist wirklich, das ist das, was ich will. Im Neuromarketing-Limbic-Bereich eher so gelb, ne?

07:10 Auch. Also das erklärst du denn ja im Podcast, um was es da geht. Ach du, können Sie auch fragen. Ja, ja, genau. Das ist, glaube ich, mal wert, einen eigenen Podcast dazu zu machen. Aber ich bin auf der einen Seite, gelb heißt ja im Prinzip im kreativen Bereich, im Abenteuer, Herausforderung. In der Tat auch. Ich bin genauso sicherheitsbewusst und betont wie auf der anderen Seite auch durchaus in Situationen dominant, was du eben auch sein musst, wenn du ein Projekt, in Anführungsstrichen, mal ab einem gewissen Punkt zu Ende führen willst. Oder auch Entscheidungen zu treffen bereit bist oder wie auch immer. Das heißt in der Tat, ich glaube, ich erlebe mich persönlich eher in Schwankungsbreiten. Und das heißt, ich glaube von mir, dass es mir entspricht, auch Entscheidungen treffen zu können, auch Sicherheit zu akzeptieren.

08:01 Spätestens, wenn du Familie hast, wird dir klar, was das im Kern bedeutet. Und auf der anderen Seite eben auch Kreativität, die mich anspricht. Absolut. Wenn man sich in dem Bereich einarbeitet, Neuromarketing, Limbic System, kommt das vermeintlich so rüber, als müsste man Menschen immer genau eindimensional auf dieser Landkarte irgendwo verdrahten. Und da, wo ich mir das Thema so drauf getan habe, mich eingearbeitet habe, da hatte ich echt Probleme, bis ich irgendwann realisiert habe, nee, es gibt verschiedene Situationen und verschiedene Andockungspunkte. Genauso wie, wenn du nur als Abenteurer, als Unternehmer da rumrennst, du hast halt auch andere Anforderungen an dich, die erfüllt sein müssen. Struktur, Sicherheit und Co.

08:48 Der Mensch ist ein multidimensionales Objekt. Objekt ist natürlich ein falscher Begriff an der Stelle, aber aus dem Limbic System heraus gedacht. In der Tat ist das das, was uns Menschen ausmacht. Wir sind eben zunächst das Mal, und das ist die Basis dafür, emotional. Wir sind eben immer emotional, zu 100 Prozent emotional. Und wir sind gut darin, uns im Nachhinein zu erklären, und zwar sachlich zu erklären, und von Teilen hier hin, warum wir Entscheidungen getroffen haben. Sich seiner eigenen Emotionalität zu stellen, ist in der Tat als Mensch, glaube ich, ein großer emanzipatorischer Angang. Also wir brauchen Zeit und setzt ein Stück weit Erwachsensein voraus. Also auch schon die Ehrlichkeit, sich selber klar zu machen, was habe ich schon erlebt, wie habe ich in Situationen reagiert. Was war auch falsch, ein ehrlicher Umgang bedeutet auch immer, das Gute genauso wie das Schlechte zu sehen.

09:37 Und die richtigen Entscheidungen genauso wie die viele Entscheidungen. Und das alles macht mich aus. Und da bin ich in der Rolle, muss ich auch mal dominant sein. Im Bereich der Kindererziehung ist das klar. Auf der anderen Seite bin ich gleichzeitig trotzdem liebend. Und das ist kein Widerspruch, sondern selbstverständlich. Und dafür ist es ein Limbic System, einfach eine schöne Landkarte, in der man gut sich mal klar machen kann, wo man vielleicht zu welchem Zeitpunkt auch immer wie steht. Das ist eine Landkarte, nicht das Land selber. Ganz genau. Du hast das Projekt, was ich vorhin auch erwähnt habe in dem Intro, der Club Kohlenwäsche in Essen. Da bist du aktiv, da macht ihr eine Menge, da steht in zwei Wochen auch das jährliche Highlight an. Und kannst du das in Kürze mal sagen, was ihr da macht und wie sich das entwickelt hat?

10:26 Ja, gerne. Wir sind im positiven Sinne ein ganz klassischer Serviceclub englischer Prägung. Wir sind 20 Kerle, ich selber hatte das Glück, bei einem Serviceclub dabei zu sein. Da nennt sich Roundtable. Da bin ich als relativ junger Mensch, zwischen 30 und 40 bist du da dabei. In Wirklichkeit trifft man sich als Kerle, aber ohne die Frauen geht es nicht. Du bist nämlich in der Phase, immer in einem engen, in so einem Kreis, dann nicht nur jemanden, du kennst jemanden, der sich beruflich verändert oder sich beruflich Dinge einstellen, sondern eben auch familiär, wo eben auch Hochzeiten anstehen, wo auch Kinder kommen, wo Dinge sich entwickeln. Und gleichzeitig entsteht daraus in der Tat ein Freundeskreis, der sich auch immer wieder vornimmt, lokal, konkret an Kindern, am Beispiel Serviceprojekte zu unterstützen.

11:19 Also Projekte zu unterstützen, die es wert sind, die auf die Gemeinschaft einzahlen. Und mit dieser Erfahrung im Rücken war für mich ganz selbstverständlich, hier in Essen, als ich dann hierher kam, konnte ich bei Roundtable noch sozusagen unterkommen, da war ich noch jung genug und dürfte dann auch irgendwann Präsident sein. Und ich wollte dieses Gemeinschaftsgefühl und dieses Leben mit anderen gemeinsam verlängern. Und so haben wir irgendwann einen Club gegründet und haben uns dann vorgenommen, wir machen das sozusagen länger und wir wollen als Gemeinschaft um Menschen wachsen, die noch nie bei Roundtable waren und trotzdem lokal konkret helfen. Und daraus ist irgendwann der Club Kohlenwäsche entstanden. Für jemanden, der nicht aus dem Ruhrgebiet kommt, wie mich, war der Begriff erstmal Kohlenwäsche ein bisschen anruhig, so nach dem Motto, da kann man ja auch die Kohle waschen. Aber in der Tat, genau so ist es, weil unser Essen...

12:04 Darf ich nicht einmal drüber nachdenken? Ja, klar. Für mich als Ostwestfale war das ein schwieriger Angang, weil das klingt total Halbseiten, muss man so zu sagen. Und das Spannende daran ist in der Tat, dass der Ort uns den Namen gegeben hat. Unser erstes Event fand nämlich auf Zollverein statt. Und im Besucherzentrum Zollverein, das ist die Kohlenwäsche. Und oben drüber ist ein wunderbarer Saal, der Erich-Burst-Pavillon. Und in dem hat unser erstes Sterne-Dinner stattgefunden. Heute sind da 200 Menschen, wo wir nicht nur die Gelegenheit haben, gemeinsam einen schönen Abend zu haben, wo fünf herausragende Köche, Spitzenköche, Sterneköche, uns bekochen mit fünf Gängen, mit begleitenden Weinen. Sondern wir eben auch die Gelegenheit haben, diesen Menschen unsere Projekte vorzustellen. Unsere Projekte ist natürlich nur in Anführungsstrichen, sondern die Projekte, die wir unterstützen.

12:53 Und so unterstützen wir und sammeln wir Geld für diese Projekte. Und diese Projekte beziehen sich immer wieder auf Kompetenzen, auf die Kompetenzen der Kinder. Weil gerade im Ruhrgebiet und auch insbesondere in Essen ist gut zu erkennen, wie unterschiedlich Bildung verteilt ist. Du hast im Essener Süden mit einer Arbeitslosenquote von unter drei Prozent 80 Prozent der Kinder, die Abitur machen. Du hast im Essener Norden mit einer Arbeitslosenquote, die heutzutage immer noch weit über zehn Prozent liegt, mit starkem Migrationshintergrund eine Kinderschaft, die in Anführungsstrichen nur zu 20 Prozent Abitur machen. Bei gleicher Gausch- und Normalverteilung von Intelligenz und Zugang ist also ganz klar, da passt irgendwas nicht.

13:40 Das ist im Essener Süden wahrscheinlich zu viel, ist im Essener Norden zu wenig. Weil man dann weiß, dass Bildung zum Beispiel in Deutschland sehr von den Eltern abhängt, insbesondere von der Mutter, von der beruflichen und schulischen Bildung der Mutter, ist eben ganz klar, da gibt es was zu tun. Und zwar für uns als Gemeinschaft. Und da geht es um bürgerliches Engagement, da geht es um die Frage, was können wir konkret machen und wie können wir ganz konkret helfen? Und wie bringen wir das Geld nachhaltig zu Projekten, die ohnehin schon etabliert sind oder die jetzt mit uns starten? Und wie schaffen wir es wirklich, die Kinder zu erreichen? Und das ist das, was wir tun. Wir sind ja auch mit einem anderen Verein unterwegs, mit Skate Aid. Und da stehen ja auch die Kids total im Fokus. Ursprünglich stammt die Idee vom Titus Dittmann, der auf seiner Visitenkarte, glaube ich, auch stehen, hat Anstifter.

14:31 Und das kann er wirklich phänomenal. Und der hat mit Skateboarding sein Leben halt gestaltet und verbracht. Und damit hat er auch immer mit Kids zu tun gehabt. Und das ist auch eine tolle Sache, wo man immer was machen kann. Also das ist schon ein Beitrag zur Gesellschaft. Ja, und das ist für mich persönlich auch mehr, weil ich auch immer wieder erlebt habe, es erdet mich total. Also es ist wirklich, wenn du siehst, was du auf der einen Seite machen kannst und auf der anderen Seite siehst, was Menschen, die in meiner Nachbarschaft wohnen, jetzt für Schwierigkeiten haben und wie existenziell diese Schwierigkeiten auch sein können. Oder welche Chancen du diesen Menschen eventuell auch mit deiner Arbeit erarbeiten oder ermöglichen kannst. Und im positiven Sinne, was da auch zurückkommt.

15:17 Das ist etwas, was mich auch im besten Sinne als Unternehmer immer wieder sehr geerdet hat, weil ich das Thema etwas unternehmen, genau das Stichwort dahinter ist. Eure Projekte sind dann aber hauptsächlich in Essen? Auch schließlich. Wir sind wirklich für lokale Projekte unterwegs. Okay. Prima. Das Fernlicht betätigen wir jetzt mal. Jetzt gucken wir mal in die Zukunft ein bisschen. Und hier und da, Digitalisierung ist ja schon häufiger gefallen. Das Stichwort KI, Computer oder künstliche Intelligenz, Entschuldigung. Da entwickelt sich total viel, ein Riesenthema. Und da weiß ich, da bist du auch echt voll im Thema. Wenn du das auf ein paar Aussagen, paar Sätze runterbrechen müsstest, wie empfindest du das?

16:03 Als zusätzliches Instrument. KI hat den unglaublichen Charme, in Wirklichkeit eine Null oder eine Eins zu sein. Also stellst du die falsche Frage, kriegst du die falsche Antwort. Das ist so ein bisschen dieses Phänomen 42 von Computerfragen, die man am besten nicht stellt. Es ist ein Riesen-Learning. Es ist die Chance, mit großen Datenmengen anders umzugehen. Es ist die Chance, Erkenntnisse zu generieren aus großen Daten, die man sonst nicht bekommt. Und es ist die Herausforderung, das System nicht über die eigentliche Frage zu stellen. Nicht zu glauben, dass KI alles kann, sondern das richtig einzuschätzen und daraus zu den richtigen Fragestellungen zu kommen. Und welche Themen oder welche Trends beschäftigen dich jetzt am meisten?

16:55 Wo folgst du am meisten, wenn du Nachrichten verfolgst? Also in der Tat aus der Fragestellung der Kundenzentrierung heraus gedacht. Also wenn das mein Ziel ist, ein kundenzentriertes Unternehmen zu schaffen oder Kundenzentrierung in Unternehmen zu etablieren, ist in der Tat die Frage nach dem Verhaltensmuster von Menschen ganz entscheidend. Nach dem Punkt an der Customer Journey, nach der Verklasterung, nach ganz brutal Conversion-Rate-Erhöhung. Also unter der Frage, wie schaffe ich mehr passgenauen Content, der so relevant ist, dass er Menschen jetzt bewegt und die Prozesse unterstützt. Und das ist das, was mich daran fasziniert auf der einen Seite, aber was auch gleichzeitig eine der größten Herausforderungen ist.

17:41 Ist jetzt auch sehr, sehr jobbezogen. Hast du ein Thema, was dich am meisten persönlich interessiert, weil es einen direkten Einfluss auf dich hat oder irgendwas dein privates Leben vereinfacht oder Optionen gibt, die es vorher nicht gab? Also in der Tat ist es so, dass ich mir, dass ich sehr fasziniert bin und sehr genau anschaue, was Google da macht. Google, die irgendwann mit einer künstlichen Intelligenz überhaupt erstmal so weit gekommen sind, die sie wiederum gekauft haben von einem Startup-Unternehmen aus London, das wiederum sehr international besetzt ist, die in der Tat einen neuronalen Ansatz gefunden haben, um mit Datenmengen umzugehen. Der Google Assistant ist etwas, was ich mir versuche, ziemlich genau anzuschauen, wie es funktioniert, weil das aus meiner Sicht technologisch revolutionär unterwegs ist und mit einem unglaublichen Hebel für die Veränderungen in unserer Gesellschaft und ebenso auch mit Mechanismen, die uns noch gar nicht klar sind.

18:44 Google hat Zeit. Google experimentiert extrem viel rum. Die haben auch das Geld dafür. Google lässt sich im positiven Sinne auch Zeit und schaut sich mal sehr genau Möglichkeiten an und probiert viel aus. Und deswegen muss ich das aus meiner Sicht auf der einen Seite sehr ernst nehmen und auf der anderen Seite finde ich es sehr faszinierend, was es kann. Und das ist sicherlich eines der großen Mopeds. Ja, inzwischen kennen ja fast alle diesen Friseuranruf vom Assistant. In Wiesbaden hatten direkt zwei Speaker, hatten dieses Ding drin. Ja, okay, ist jetzt auch nicht mehr das allerneueste. Und was du sagst, die trainieren das Ding ja irrsinnig. Und die haben halt nicht nur Zeit und Geld, sondern die haben auch noch nicht 100.000, aber 10.000 von Leuten, die an dem Thema arbeiten.

19:32 Ja, genau. Und genau das macht die Konsequenz aus, mit der da entsprechend auch das Thema im Pokus steht. Zumal eben genau wiederum künstliche Intelligenz genutzt wird, um eben im industriellen Maßstab Datenverarbeitung und Datenanalyse zu betreiben. Und darüber wird eben, wird die Verrasterung sozusagen, der Messpunkt, wird immer feiner. Das heißt, mein digitaler Twin oder Zwilling, der quasi entsteht, wird immer kopfschärfer. Das finde ich persönlich extrem herausfordernd auf der einen Seite, auf der anderen Seite extrem spannend. Das ist, also das Bild, was sich für mich über die letzten Jahre entwickelt hat, ist so die Frage des Surfers. Also du kommst aus dem, du selber kommst ja aus dem Skateboarding. Ich finde eben irgendwann vor ein paar Jahren haben meine Familie und ich das Thema Wellenreiten entdeckt.

20:18 Und die Frage ist einfach, wenn du so eine Welle auf dich zukommen siehst, wie stellst du dich zu der? Also bist du noch allen Ernstes, und den Punkt kann ich als alte Austauschwelle sagen, der Auffassung, dass du die Welle aufhältst? Oder lässt du dich von ihr überrollen und erlebst das schicksalhaft? Oder lernst du sie zu? Waschmaschine. Genau, Waschmaschine. Was im Übrigen auch schicksalhaft sein kann, keine Frage. Oder versuchst du, sie zu reiten? Und dieses Versuchen ist im Wellenreiten immer angelegt. Das heißt, du wirst immer runterfallen oder irgendwann runterspringen. Das heißt, es ist immer klar. Und im Wellenreiten ist im Übrigen auch völlig klar, ohne darüber nachzudenken, dass er wieder rauspaddeln wird. Am Ende ist das genau die Mentalität. Ich glaube, dass wir große Wellen auf uns zukommen sehen, der Veränderung, die im Übrigen auch ökologischer Natur ist.

21:07 Die Frage ist, wie gehen wir damit um? Ich finde es total fatal, davor wegzuducken oder nicht hinzuschauen, sondern im Gegenteil es auch als Chance zu erleben. Denn in der Tat, so oft man beim Wellenreiten, und ich verstehe mich nicht falsch, ich falle immer runter bei 100 Prozent. Und zwar auch sofort. Aber ich liebe diesen Augenblick, dieses Erfasstwerden von der Energie der Welle, die Chance, damit aufzusteigen oder ins Wasser zu fallen. Und alleine der Spaß, ins Wasser zu fallen, ist schon großartig. Und das ist für mich so ein Lebensbild, wo ich merke, das ist genau das, was du mit dieser Technologie machen kannst. Weil sie wird kommen, die ist da. Über China haben wir noch nur am Rande gesprochen, aber die Chinesen arbeiten genauso konsequent an anderen Themen und auch aus einer industriellen Logik.

21:52 Und das sind Dinge, die kann man nicht negieren. Wir werden in unmittelbarer Zeit auf unser Leben einen sehr großen Einfluss haben und machen wir das Beste daraus. Also Wellenreiten habe ich auch schon gemacht und probiert, aber nachdem ich einmal das gefallen bin und nicht wusste, wo das Brett ist und dann mal mein Fuß merkte, aber hängt noch irgendwo und die nächste Welle kam und mir bewusst wurde, kann nur da sein. Und da war es auch. Dann habe ich das derart vor die Ruhe gekriegt, dass ich, also das hätte auch schief gehen können und danach bin ich nie mehr rausgepallt, weil da bin ich nämlich drei Tage Suppe gegessen danach, weil ich nie mehr kauen konnte. Das verstehe ich total. Auf der anderen Seite ist das genau ein Bild für Business. Also auch in meinem Leben habe ich erlebt, wie es ist, wenn nach der ersten Welle die zweite sofort kommt, wenn du nicht darauf vorbereitet bist, nicht genug Luft in den Lungen hast und wenn dir dann so ein Business gegen den Kopf knallt.

22:42 Das ist genau das Bild, was ich meine. Ein Stück weit muss man sich, glaube ich, frei oder das Bild für mich ist daraus entstanden zu sagen, wenn ich ehrlich bin, kann ich ganz viele Themen nicht beeinflussen. Wenn ich ehrlich bin, als Unternehmer oder als Angestellter kommen große Wellen auf uns zu oder sind auch über uns schon weggelaufen. Das hat jeder auf der anderen Seite, das wird schon erlebt. Und die Frage ist, wie gehst du damit um und es ist in der Tat so, dass man sich mal was stößt, mal die Beine aufschlägt, mal mit dem Fuß mächtig an den Stein kommt, dass du vom Brett gefallen bist und ich mir oder Freunde oder wer auch immer sich die Hüfte oder was das auch immer ausgerenkt hat. Das geht nie ohne Blessuren ab. Auf der anderen Seite ist so das Leben und so das unternehmerische Leben sowieso und es gibt ja vorher keine Garantie.

23:34 Und auf der anderen Seite erlebst du eben auch Wellenreiter und auch das ist total schön, die in völligem Einverständnis sind mit dem, was sie umgibt, mit völliger Gelassenheit in die Dinge gehen und auf der anderen Seite auch im hohen Alter genau das noch tun. Und das mit einem Lächeln im Gesicht und das ist für mich der Anspruch. Stichworte Digitalisierung und Computerintelligenz und sowas, gibt es da Entwicklungen, die hier Sorgen machen oder überwiegen die Chancen? Also Sorgen ist ein zu großes Wort. Ich nehme verschiedene Entwicklungen extrem ernst. Einer der Punkte, jetzt nochmal das Schlagwort China, die mich wirklich sehr nachdenklich machen oder wo ich glaube, dass wir sehr intensiv hinschauen müssen, ist eben die Einstellung Chinas zu.

24:26 Nämlich auch zu der Frage, wie macht man ein Geschäft oder beziehungsweise wie geht man mit denen um. Wir hier im Ruhrgebiet sehen das jeden Tag, weil in der Tat die Seidenstraße, was nur wenige wissen, in der Tat in Duisburg im Duisburger Binnenhafen rauskommt, von da aus Richtung Rotterdam und in Zentraleuropa die Verteilung stattfindet. Chinesische Industriepolitik ist eine Hegemonialpolitik, muss man sagen, eigentlich klassischen Zuschnitts und der Ausbau mit multimilliardenbetriebener Ausbau der Seidenstraße wird dazu führen, dass wir mit einer völlig anderen Gegenwärtigkeit von chinesischen Waren und perspektivisch auch Dienstleistungen zu tun haben. Dienstleistungen deswegen, weil zum Beispiel Düsseldorf in unserer direkten Nachbarschaft der größte Hotspot für Chinesen in Deutschland ist.

25:12 Es gibt mittlerweile, früher war das immer so ein Hotspot für Japaner, heute ist die chinesische Community immer vielfaches größer und das wird noch wachsen. Wir werden also hier sehr konkret mit chinesischem Denken und Handeln zu tun haben. Auch das ist erstmal nur eine Herausforderung und keine wahre Bedrohung, aber ich denke, wir müssen lernen, uns zu positionieren. Uns die Frage zu stellen, wofür, wenn ich mal Deutschland als Marke sehe oder das Ruhrgebiet als Marke sehe, beide sind an der Stelle für mich relevant, ist die Frage, wofür steht die Marke? Wofür wollen wir eintreten? Woran wollen wir arbeiten? Was macht uns auch in zehn Jahren noch unik? Wo könnte unsere in Deutschland ja sehr typische Führerschaft in Themen sein? Wenn Unternehmen wie KUKA schon gekauft werden von chinesischen Investoren, wenn Daimler, BMW, andere in unserer Branche schon lange verkauft sind, dann ist das eben nicht mehr so glasklar und ist eben natürlich in einer globalisierten Welt auch von unterschiedlichen Ansätzen weltweit auch nicht zu trennen, was es auch nicht sein muss.

26:12 Aber ich finde, wir müssen uns klar positionieren und wir müssen uns klar sagen und uns klar Gedanken darüber machen, wofür wollen wir forschen und Einzigartigkeit entwickeln.

26:25 Du bist ja in einem Unternehmen, wo ihr ja diverse Marken habt, die auch schon durchaus agil sind, die forschen, die machen und tun, nach vorne schauen letztendlich und da wirst du ja auch regelmäßig mit, ich sag mal, den jeweiligen Zukunftsvisionen ja irgendwo inspiriert. Deswegen interessiert mich der Ausblick, was glaubst du, was die Autobranche so in drei bis fünf Jahren erwartet? Es gibt eben extreme Veränderungen. Auf der einen Seite Hersteller, die in einer großen Rigorosität versuchen, selber kundenzentriert zu werden, im Hinblick auf ihre Angebote, im Hinblick auf die Perspektive Urbanität, auch selber Dienstleistungsanbieter werden.

27:16 Ein Beispiel nur am Rande, wer hätte sich vor Jahren vorstellen können, dass BMW und Mercedes jemal zusammenarbeiten wollen würden und das im Übrigen an einem Thema, mit dem sie in der Vergangenheit nie was zu tun hatten, nämlich mit der Vermietung, der flexiblen Vermietung von Fahrzeugen. Wer hätte sich je vorstellen können, dass ein Industrieunternehmen aus Deutschland mit Google an der Stelle wieder zusammenarbeitet, wenn es darum geht, nämlich da haben wir noch ein Googling im Hinblick auf Verarbeitung von Datenmengen, auch an Cloud Computing beziehungsweise Quanten Computing. Auch das sind so technologische Trends, wo Forschung und Entwicklung weltweit geteilt wird. Das bedeutet aber, dass Hersteller auch in einzelne Blöcke von uns hinein investieren müssen, nämlich online. Online auch Shop, auch Beziehung, auch Online-Kommunikation zum Kunden.

28:06 Also wir müssen, glaube ich, als Handel unsere Rolle nachjustieren und uns fragen, wofür stehen wir, wo ist wirklich unsere Beziehung zum Kunden und wo ist der Wert, warum soll der Kunde bei uns bleiben? Warum wandert der nicht komplett zum Hersteller ab? Das sind Dinge, die wir, glaube ich, auch als Handel sehr stark erarbeiten müssen. Und dazu zählt dann eben auch dieser Impuls, Mobilität as a Service, also Mobility as a Service. Das heißt, was macht das mit mir als Handel? Wir probieren schon im Handel, viele der Kolleginnen und Kollegen probieren schon viel aus. Es gibt aber noch keinen abschließenden Trend, natürlich nie, sondern es gibt unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Und auch das ist eine Riesenherausforderung für uns als herstellerabhängiger Händler. Denn da erleben wir natürlich auch, dass wir an verschiedenen Stellen auch von den Herstellern gezielt investiert oder zur Investition aufgefordert werden.

28:57 Und das sind natürlich auch große Punkte, wo sich die Spreu in Anführungsstrichen vom Weizen trennen muss, wo die Frage als Unternehmer ist, verschulde ich mich weiter für eine vermeintliche Hersteller-Zusage oder tue ich das nicht? Da hängt immer auch sehr viel sehr persönliche Einschätzung und dann auch Entscheidungen dran. Ja, gerade mit Multimarke, am besten hast du noch welche im Portfolio, die quasi dieselben Ziele verfolgen oder dieselben Vermietabos oder was auch immer anbieten. Und dann stehst du da, ja okay, dann machen wir jetzt hier Care bei Volvo und das System von Mercedes und dann haben wir am besten noch einen und dann komplex. Extrem komplex und ich glaube, dass wir als Händler damit eine riesen Herausforderung haben.

29:45 Denn einer der Punkte, die ich mit den Kollegen der Daimler AG oder dem Kollegen von Mercedes in Deutschland immer gerne auch diskutiere, ist die Frage, wie schaffen wir einen gemeinsamen Verzahnungspunkt der Kunden und Bewegungsdaten der Kunden? Also wie schaffen wir einen Austausch in der Kommunikation zwischen Hersteller und Handel? Und das ist sicherlich etwas, was über die nächsten drei bis fünf Jahre intensiv gelingen muss, weil wir ansonsten das Nachsehen haben. Daran hängt im Übrigen aber auch die Frage, wovon wollen wir denn in Zukunft dann auch entsprechend Margensysteme gestalten und den Handel auch noch gedeihlich Geld verdienen lassen? Ich glaube, das ist auch für viele Hersteller noch natürlich gar nicht klar und da werden wir noch viele Unsicherheiten erleben. Da habe ich noch eine Abschlussfrage. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto und lässt dich fahren?

30:37 Gute Frage. Ich hau mal einen raus in drei Jahren. Also meine Wette geht auf das Jahr 2022. Da ich schon das Vergnügen hatte zu erleben, wie weit Teilautonomie ist in Fahrzeugen und wie weit ich auch schon Strecken, Autobahnstrecken, aber auch annähernd schon städtische Strecken zumindest unterstützt fahren konnte. Und im Hintergrund das, was ich lesen kann zum Thema Investitionen in den Bereichen, seien es Zulieferer oder seien es entsprechend die Hersteller selbst. Da ich das schon erlebt habe, vielleicht einfach 2022 ist es eh soweit. Ja, es kommen immer mehr. Hast du vor ein paar Tagen dieses Video gesehen von dem Concept Car von Peugeot zufällig?

31:24 Leider nicht, nee. Das ist freaky. Okay. Echt freaky, weil da wird dir vorgemacht, du steigst in das Auto ein, machst den an und dann fährt das Lenkrad raus. So weit, so gut. Und wenn dann in den autonomen Modus geht, verabschiedst du das Lenkrad auch wieder. Da ist nichts. Das ist schon spooky, da haben sie noch andere Features gezeigt als nett und da läufst du irgendwo her, kannst du den Modus einstellen, das Auto fährt neben dir her. Kannst du mit deinem Auto spazieren gehen, ist jetzt die Frage, wozu, aber egal. Also ich glaube, wir machen häufig den Fehler, dass wir zu sehr aus der Individualmobilität herausdenken. Ich glaube, es macht viel mehr Sinn, sich die Frage mal aus der Perspektive des LKW-Verkehrs zu stellen.

32:09 Sich die Frage mal aus der Perspektive der letzten Meile zu stellen, also der Zuliefererdienste zum Beispiel. Ich glaube, dass sich da ganz neue Perspektiven öffnen und wir da viel früher Autonomie erleben werden, weil, machen wir uns nichts vor, wir sind alle schon autonom unterwegs gewesen, in einem hohen Maße, beim Fliegen zum Beispiel. Wir machen uns häufig nicht klar, wie autonom das schon ist, wie sehr Schifffahrt über die Weltmeere in Wirklichkeit autonom schon funktioniert. Die Dinge sind schon viel, viel weiter, als wir gemeinhin wahrnehmen und deswegen glaube ich, natürlich in Situationen, die bei Weitem nicht so komplex sind, wie das, was wir in dem städtischen Verkehrsraum erleben. Und deswegen braucht es da natürlich noch andere Zeit.

32:56 Auf der anderen Seite sind die gemessenen Daten bei den Automobilherstellern, mit denen dann darunter zu verbindenden Kartenmaterial, was auch immer besser wird, schon auf einem so unfassbar genialen Weg, dass ich glaube, das wird auf jeden Fall kommen und es ist einer der großen Convenience-Punkte. Und auch da bewegt mich gar nicht so sehr die Frage, ob ich es erlebe, dass ich dann selber im Auto sitze und entspannt fahre. Das ist immer noch meine Entscheidung, sondern vielmehr die Frage, ob ich irgendwo in einer fremden Stadt in ein Mobil einsteige, was mich von A nach B bringt. Und auch das ist ja schon im ÖPNV schon erlebt. Also eine Straßenbahn, klar sitzt da noch einer oder ein ICE, klar sitzt da noch einer. Aber ich glaube, das sind Überbrückungssysteme für letzte Meile oder was auch immer.

33:45 Und ich glaube, darüber wird es viel schleichender Einzug halten, als wir jetzt im Augenblick denken. Prima. Ja, du, vielen Dank, dass du die Zeit genommen hast, Ralf. Sehr gerne, Tim. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Kann ich nur zurückgeben. Wir sind gar nicht so speziell permanent so beim Autothema geblieben, weil es einfach, es gibt so viele Einschüsse und das Thema Technologie ist einfach ein tolles. Wir sind auch gar nicht so sehr beim Marketing gewesen. Ist super so. Von daher, aber das machen wir auf Topic dann nochmal. Genau, super. Ja, du, Dankeschön. Tim, vielen Dank für die Einladung und schön, dass du das hier machst. Sehr gerne. Du hast ja ordentlich auch als Nicht-Autohändler trotzdem extrem Benzin im Blut und schön, dass du dich unserer Branche so annimmst und Menschen sozusagen auch mal über einen Podcast digital verwünscht.

34:36 Ja, die Menschen interessieren mich, genau wie bei dir. Genau. Von daher, super. Dann vielen Dank und dann sind wir mit dem Podcast für diese Ausgabe am Ende und ich sage Tschüss und bis demnächst.