Benzingespräche · Folge 97 · · 36 Min
Belinda Dreilich, Geschäftsführerin der Erkner Gruppe

Kernaussagen
- Die Bedeutung von Vertrauen in einem Familienunternehmen
- Langfristige Planung in Generationen
- Herausforderungen der Digitalisierung
- Verschiedene Perspektiven von Herstellern und Händlern
- Die Rolle von persönlichen Erfahrungen in der Unternehmensführung
- Anpassung an neue Mobilitätskonzepte
Worum es geht
PINK NETWORK Special mit Juliane Schleicher supported by carwow Die Erkner Gruppe am Rande von Berlin: ein Traditionsunternehmen, gegründet 1918(!), in bereits 5. Generation! Geführt von Belinda gemeinsam mit Ihrer Schwester Maria. Im Gespräch mit Belinda spricht Juliane natürlich auch darüber, aber auch, worauf Belinda in der Führung ihres Unternehmens besonders Wert legt: den Mitarbeitern. Ihre Mitarbeiter liegen Belinda besonders am Herzen, daher sieht sie es als ihre größte Aufgabe, sich um das Team zum kümmern, regelmäßig auf Augenhöhe zu kommunizieren und den Kollegen die größtmögliche Freiheit zur Mitgestaltung und Weiterentwicklung zu geben. Warum sich das manchmal etwas schwierig gestaltet und was ein Klosterbesuch damit zu tun hat, dass Belinda ihren Alltag einmal komplett umgekrempelt hat, verrät sie im Gespräch mit Juliane Schleicher in der fünften Folge des PINK NETWORK Podcasts, powered by carwow Deutschland. Links: Belinda Dreilich auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/belinda-dreilich/ Juliane Schleicher auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/julianeschleicher/ Unterstützt durch carwow: www.carwow.de
Zusammenfassung
In der neuesten Folge der Benzingespräche spricht Tim Klötzing mit Belinda Dreilich von der Erkner Gruppe. Als Teil der fünften Generation führt sie das Familienunternehmen mit ihrer Schwester Maria und teilt spannende Einblicke in die Herausforderungen und Visionen eines mittelständischen Autohauses.
Die Geschichte der Erkner Gruppe
Die Erkner Gruppe hat ihren Ursprung im Jahr 1918, als Belindas Ur-Ur-Großvater ein Fahrrad-Reparatur-Geschäft gründete. Heute betreibt das Unternehmen drei Standorte östlich von Berlin und vertritt die Marken Volkswagen Nutzfahrzeuge und Skoda. Die lange Historie des Unternehmens zeigt, wie es sich über die Jahrzehnte hinweg an die wechselnden Bedingungen der Automobilbranche angepasst hat, von der DDR-Zeit bis zu den aktuellen Herausforderungen der Mobilitätswende.
Führung in der fünften Generation
Belinda Dreilich und ihre Schwester Maria teilen sich die Führung des Unternehmens. Während Belinda für den operativen und strategischen Bereich zuständig ist, kümmert sich Maria um die Verwaltung, das Controlling und die Finanzen. Diese klare Aufgabenteilung ermöglicht es ihnen, ihre individuellen Stärken optimal einzusetzen und das Unternehmen erfolgreich zu führen.
Herausforderungen und Visionen
Belinda berichtet von den Herausforderungen, die mit der Leitung eines Familienunternehmens einhergehen, insbesondere in Zeiten des Wandels. Sie spricht über die Bedeutung von Vertrauen und der Planung in Generationen, die es ermöglichen, langfristige Visionen zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf der Digitalisierung und der Anpassung an neue Mobilitätskonzepte, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen.
Persönliche Einblicke
Ein interessanter Aspekt des Interviews ist Belindas persönliche Entwicklung. Sie erzählt von ihrer Zeit bei Volkswagen in Wolfsburg, die ihr half, die verschiedenen Perspektiven von Herstellern und Händlern zu verstehen. Diese Erfahrungen prägen ihre heutige Arbeit und ihre Sichtweise auf die Automobilbranche.
Fazit
Das Gespräch mit Belinda Dreilich bietet wertvolle Einblicke in die Führung eines Familienunternehmens in der Automobilbranche. Ihre Leidenschaft und ihr Engagement für die Erkner Gruppe sind inspirierend und zeigen, wie wichtig es ist, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf die Zukunft vorzubereiten.
Links aus der Folge
Gespräch als Text
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00:00 Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Bevor es nun losgeht, ein kurzer Hinweis auf einen starken Partner, der diesen Podcast möglich macht. Kawau. Kawau ist die führende Neuwagenplattform für Autokäufer, Händler und Automobilhersteller. Wussten Sie schon? Mit über drei Millionen Besuchen pro Monat ist Kawau eine der einflussreichsten Automotive-Media-Brands und bietet Herstellern und Händlern Zugang zu Deutschlands größter Neuwagen-Audienz. Mehr Infos auf Kawau.de Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen und heute wieder mit einer Sonderausgabe des
01:26 Pink Network Podcast mit der lieben Juliane Schleicher an meiner Seite. Hallo Juliane. Hallo Tim. Ja, du warst wieder fleißig. Du hast wieder eine spannende Unternehmerin interviewt und da möchte ich gar nicht vorgreifen, weil es ja auch ein bisschen deine Show ist. Wen hast du interviewt und erzähl doch mal so ein Sneak-Preview, bevor wir reinspringen. Sehr gerne. Ich habe dieses Mal interviewt die Belinda Dreilich von der Erkner-Gruppe am Stadtrand von Berlin. Belinda ist Teil meiner Pink Network Community und wir haben in meiner fünften Podcast-Folge ein bisschen über sie gesprochen, was sie so bewegt, was ihr besonders am Herzen liegt. Da fiel eins besonders auf, dass sie ganz großen Wert darauf legt, dass es ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer gut geht, dass sie auf Augenhöhe miteinander sprechen, dass die Mitarbeiter wissen, dass sie immer da ist und immer ein offenes Ohr für sie hat. Das war ein sehr interessantes, ein sehr inspirierendes Gespräch. Und eine ganz besondere Anekdote ist, dass sie eine kurze Zeit in einem Kloster verbracht hat und was das mit ihr gemacht hat und wie sie das verändert hat, das hört ihr im Podcast.
02:45 Ja, sehr spannend. Da springen wir auch sofort rein, was mich auch noch wirklich beeindruckt hat. Fünfte Generation. Ja, mit ihrer Schwester zusammen. Wahnsinn. Ja. Wahnsinn. Und eine Vollblut-Unternehmerin. Ja, ja. Wahnsinn. Also ich glaube, also ich von meinem Teil möchte hier nicht länger auf die Folter spannen und ja, würde sagen, let's go, oder, Jule? Hören wir rein. Let's go. Viel Spaß. Alles klar. Viel Spaß. Hallo zur fünften Folge des Pink Network Podcast. Ich freue mich, dass ich heute direkt verbunden bin mit Berlin oder Berlin-Rüdersdorf bei Berlin mit Belinda Dreilich. Ich freue mich, dass du dir Zeit genommen hast, mit mir ein bisschen zu plaudern. Hallo Belinda, guten Morgen.
03:32 Ja, hallo Liliana. Grüß dich. Ich freue mich auch. Stell dich doch gerne an den Zuhörern einmal kurz vor. Ja, gerne. Also ich bin Belinda und ich bin Nachfolgerin in unserem Familienunternehmen und zwar die Erdner-Gruppe. Und wir sind ein mittelständisches Autohaus, sitzen östlich von Berlin, haben dort drei Standorte aktuell, die wir betreuen mit den Marken Volkswagen Nutzfahrzeuger und Skoda. Und uns gibt es jetzt mittlerweile seit 1918 sind wir tatsächlich im Bereich der Mobilität unterwegs. Das hat angefangen mit einem Fahrrad-Reparatur, von meinem Ur-Ur-Großvater. Und ja, wir sind der Mobilität treu geblieben, hatten dann natürlich viele aufregende Zeiten, was die DDR-Zeit betrifft, die Wendezeit und alles.
04:19 Was jetzt gerade aktuell passiert, ist natürlich auch wahnsinnig spannend und herausfordernd. Und wir sind gerade dabei, ja, unser Unternehmen auf diese neue Zeit einfach einzustellen. Und da erleben wir tagtäglich ganz, ganz viele spannende und herausfordernde Dinge. Und das heißt, du bist jetzt in der fünften Generation, soweit ich weiß, verantwortlich ist, gemeinsam mit deiner Schwester Maria. Wie habt ihr euch das so aufgeteilt, die Aufgaben? Wie ist das so verteilt? Wer macht was? Ja, also ich betreue den ganzen operativen und strategischen Bereich, was Vertrieb und Service und eben Strategieentwicklung fürs Unternehmen anbelangt. Und meine Schwester, die macht den ganzen Bereich der Verwaltung, also Verwaltung, Controlling, Finanzen, alles, was mit Zahlen, EDV, IT zu tun hat. Und sie blüht da auf, ist da auch ein totaler Charakter für, hat irgendwie im Studium auch über Bilanz, Modernisierungsgesetze, ihre Diplomarbeit geschrieben. Und ich bin eher so der Vertriebstyp, immer ein bisschen gerne unterwegs, liebe das Leben, meine Freiheit, Unabhängigkeit. Und da passt natürlich das ganze operative Thema perfekt dann in meine Tasche. Und ja, so teilen wir uns das auch auf.
05:29 Das funktioniert wunderbar. Wir harmonieren perfekt. Wir sind ganz, ganz eng verbunden miteinander, obwohl wir vom Charakter her und von der Persönlichkeit echt nicht unterschiedlicher sein könnten. Wahrscheinlich macht das unseren Erfolg oder ja, auch unseren Spaß gemeinsam dann aus. Und wie war dein beruflicher Werdegang? Also wann bist du denn eingestiegen ins Unternehmen? Was hast du vorher gemacht? Genau, also ich habe Abitur erstmal ganz normal gemacht. Und dann stand natürlich die Frage im Raum, okay, gehe ich jetzt sofort ins Familienunternehmen? Die Planung war ja schon irgendwie klar. Ja, ich wollte zwar mal Postbotin werden, weil ich ja so eine gute Neugier habe und es spannend fand, die Postkarten zu lesen von den anderen Menschen. Ach so, daher kommt das Interesse. Aber die Karriere habe ich leider nicht geschafft zu bestreiten. Und dann war es relativ schnell klar, dass ich dort in die Fußstapfen trete von unserem Familienunternehmen.
06:24 Ja, habe dann mein Abitur gemacht und bin danach nach Wolfsburg zum Volkswagenservice Deutschland. Also nicht gleich in unser elterliches Unternehmen, sondern habe gesagt, okay, es tut mir ganz gut, vielleicht auch nochmal was anderes von der Welt zu sehen, bevor man dann doch auch örtlich gebunden ist. Ja. Und habe dort drei Jahre studiert. Das war so ein duales Studium. Ich hatte die Möglichkeit, wirklich in alle Bereiche auch gerade service-seitig bei Volkswagen mal reinzuschnuppern. Wahnsinnig spannend. Und nicht nur die fachlichen Themen waren spannend, sondern tatsächlich auch, war es das erste Mal der Zeitpunkt, wo ich gespürt und gemerkt habe, wie verschieden auch die Ansicht eines Herstellers im Gegensatz der Ansicht eines Händlers sein kann. Das habe ich natürlich da hautnah erlebt. Ich habe dann meinen Vater immer angerufen und habe gesagt, du, Vater, da ist irgendwie eine rote Lampe bei uns bei der einen Aktion.
07:12 Du musst jetzt hier mal was machen. Ich sehe das hier. Und er sagte immer, ey, ruhig mein Kind. Ich weiß, sie ist schon länger rot und es interessiert mich auch nicht weiter. Und da kann ich also in relativ jungen Jahren schon gut feststellen, wie da die verschiedenen Perspektiven auch sind. Und nach den drei Jahren stand ich dann wieder vor der Entscheidung, bleibe ich in Wolfsburg? Ich hätte da auch bleiben können und noch dort tätig sein können. Oder gehe ich zurück ins Familienunternehmen? Und dort haben wir uns dann gemeinsam entschieden, dass das Wasser eh wahnsinnig kalt sein wird. Also kann ich auch jetzt schon reinspringen. Mein Vater war damals viel unterwegs. Der war noch Sprecher im Ballwart vom Händlerverband und wollte eben auch einfach jemanden dann an seiner Seite haben, der auch tagtäglich dort in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen.
07:59 Wobei ich da finde, mit 21 Entscheidungen zu treffen war wirklich kalt im Wasser. Wurde dann sagen, wie kalt war das Wasser dann am Ende, als du reingespringst? Eiskalt, eiskalt. Und ja, bin dann zurück und das war 2010, bin ich dann zurückgekehrt. Also jetzt, ja, seit 13 Jahren dort mit dem Unternehmen. Und deine Eltern sind auch noch aktiv im Unternehmen oder haben sie gesagt, so wir ziehen uns jetzt raus? Also die haben mich zurückgezogen. Meine Eltern sind auch geschieden. Meine Mutter ist also schon ein bisschen früher. Die arbeitet jetzt aber auch in einem anderen Auto, was in der Buchhaltung. Der Branche ist treu geblieben und mein Vater hat sich vor zwei Jahren zurückgezogen aus dem operativen Geschäft. Und wir werden in diesem Jahr auch die rechtliche und steuerliche Unternehmensübergabe denn zum letzten Part gestalten.
08:49 Aber tatsächlich operativ sind Maria und ich jetzt seit zwei Jahren so vollständig alleine. Und davor war es so ein Weg, wo er sich immer mehr zurückgezogen hat. Das heißt, ihr seid ein waschechtes Familienunternehmen. Was ist für dich das Beste daran, in so einem Familienunternehmen zu arbeiten? Ja, das Coolste ist wirklich dieses Vertrauen auf der einen Seite, wo ich es empfinde, dass man das nur der eigenen Familie gegenüberbringen kann. Also zumindest diese 100 Prozent, ohne da meine Führungskräfte irgendwie in den Rücken fallen zu wollen. Aber das ist einfach nochmal anders. Das ist das gleiche Blut. Und das zeichnet für mich so ein Familienunternehmen aus. Natürlich ist eine hohe Emotionalität auch immer mit dabei, weil für mich ist es manchmal schwierig gewesen und auch heute noch.
09:34 So die beruflichen Dinge, also dieses Familienunternehmens und so die private Familie zu trennen. Also wer sagt, das gelingt, dem glaube ich erstmal nicht. Da gibt es immer Vermischungen, immer Themen, die da sich überlappen und sehr emotional sind. Das führt natürlich auch dazu, dass man Themen in die persönliche Ebene mit reinzieht, auch mal hart diskutiert. Gleichzeitig weiß man danach, es ist nicht böse gemeint. Man darf das auch nicht alles persönlich nehmen und hat eben dieses hundertprozentige Vertrauen, wenn man dann sagt, wir gehen in die Richtung. Dann brauchst du nicht nachfragen, brauchst du nicht nachprüfen oder ähnliches, sondern dann ist es klar. Dann guckt man sich in die Augen und dann funktioniert das auch reibungslos. Und das finde ich, finde ich, finde ich echt cool.
10:20 Was ich noch mega spannend finde, ist ja, dass wir so in der Familie eher in Generationen denken. Also wir planen natürlich Geschäftsjahre und haben auch Planung. Aber ich finde es mega angenehm, dass man sagt, okay, man plant jetzt nicht nur für zwei oder drei Jahre, sondern wir planen ja unser Leben mit diesem Familienunternehmen. Es ist euer Leben. Es ist unser Leben, durch und durch. Und das gibt auch eine gewisse Sicherheit. Irgendwie schenkt man sich da gegenseitig, wenn man diese Gedanken so teilt und kann Visionen entwickeln, kann verrückte Planungen mal durchdenken, miteinander besprechen, ohne Ängste zu haben, dass es einen irgendwann nicht mehr gibt, weil daran glauben wir gar nicht. Also für uns ist es da und das geht so weiter und wir verwandeln uns für die neue Zeit und das macht wahnsinnig viel Spaß.
11:09 Du sprachst gerade von der Vision. Was ist denn deine oder was ist eure Vision für euer Unternehmen? Ja, also wir haben uns da neu aufgestellt. Ich hatte so persönlich auch so neue Erfahrungswerte gesammelt in der Corona-Zeit. Also das war bei jeder auch so ein persönlicher Punkt irgendwie in meinem Leben, wo sich viel meiner Ansichten und Perspektiven auch geändert haben. Und in diesem Zuge haben wir damals einen Visions-Workshop auch gemacht mit externen Unternehmern. Also haben uns Kunden gesucht oder eben auch große Unternehmer aus der Region. Und haben gesagt, komm, wir setzen uns mal zusammen. Wir wollen nicht im eigenen Sumpf nur eine Vision entwickeln, sondern auch gerne mal hören, wie die anderen uns schon sehen, wie sie die Mobilität in Zukunft sehen. Und vor allem, was ich so mega cool finde, wie andere Branchen eigentlich denken über die Zukunft.
11:55 Wir hatten dann einen tollen Tag und wollten eigentlich viel über Digitalisierung sprechen. Das ist ja so ein Thema. Wie kann man Prozesse verschlanken? Wie kann man Kunden auf allen Kontaktwegen erreichen? Ich hatte echt zu tun, bei diesem Thema Digitalisierung zu bleiben, weil das Prägende war immer wieder der Mensch im Mittelpunkt. Also egal, was du tust, welche Systeme du verwendest, welche Produkte du vermarktest. Am Ende geht es um den Menschen. Den Menschen als Unternehmer, den Menschen als Mitarbeiter und den Menschen als Kunden. Das war nochmal so ein prägender Moment, wo wir dann unsere Visionen daraus entwickelt haben. Und die besteht aus drei Säulen, jetzt aktuell bei uns. Also die eine Säule ist natürlich die Mobilität, ohne Frage. Ohne dass ich jetzt schon sagen kann, was da alles mal dahinter stecken wird. Da sind wir gerade in Workshops unterwegs und haben schon zwei Submarten gegründet, der Erkner Gruppe, da zu spielen in diesem Thema.
12:48 Das ist also natürlich die prägendste Säule und wir wollen natürlich auch alles, was gut funktioniert hat in der Vergangenheit, auch erhalten und weiter ausbauen. Die zweite Säule wird Unterhaltung sein. Ich bin ja selbst ein Mensch, der gerne unterwegs ist, gerne unter Leuten auch mal ab und an ein bisschen länger feiert oder auch das Leben genießt. Ja, und da habt ihr einfach so ein Faible für. Ich glaube, wir wissen alle, dass so ein Kunde auch nicht mehr ins Auto rauskommt, weil wir den neuen Polo mit einem schönen Seidentuch bedecken würden. Das ist nicht mehr so der Anspruch. Sondern die Menschen wollen unterhalten werden. Und die wollen unterhalten werden auch unabhängig von der Autothematik, von der Mobilitätsthematik. Und wir werden dort also in diesem Bereich in der zweiten Säule Unterhaltung auch junge Startups in unser Autohaus einladen, die einfach auch mal die Möglichkeit haben, sich gerade in der Brandenburger Region mal zu präsentieren.
13:45 Berlin ist mit Startups ziemlich weit vorne. Aber auch wir in Brandenburg haben richtig coole junge Leute, die super Ideen haben und die einfach keine Plattformen haben, sich dort mal in einem Unternehmerwettnetzwerk zu präsentieren. Und das so was möchte ich machen, dass da ein kleiner Wettbewerb ist. Die haben die Möglichkeit, einen Pitch zu machen, fünf Minuten sich vorzustellen. Die Unternehmer aus der Region stimmen dann ab, welche Idee ihnen am besten gefällt. Und der erste bekommt dann einen schönen Preis. Darauf baut die dritte Säule aus, wo ich gleich nochmal drauf anschaue. Nach den Link hast du wieder Löwen. In Brandenburg ist ja gerade eine Löwin unterwegs. Genau, also Unterhaltung ganz viel. Ich möchte kulturelle Abende machen. Wir haben die Möglichkeit, ähnlich wie bei Jenny Koch, dass wir auch unser Autohaus relativ schnell in so eine Eventlocation verwandeln können.
14:34 Ja. Und da diesen Punkt möchte ich unbedingt ausbauen. Das geht, ja, also wirklich, ich habe verrückte Ideen da in meinem Kopf, was man alles tun kann. Und die dritte Säule ist die Säule Freiheit. Das ist auch gleichzeitig unser neuer Claim, nämlich Erdner-Gruppe Freiheit, die bleibt. Aha. Weil es zum einen, weil es zum einen jede Generation von uns wirklich geprägt hat. Und gerade so die Zeiten in der DDR waren, ja, nicht immer einfach für meine Großeltern. Und sie haben immer darauf Wert gelegt, unabhängig zu sein, frei zu sein und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Und genauso die Wendezeit nach der Wende. Und das ist auch das Thema, weshalb ich jeden Morgen aufstehe und losziehe, zu sagen, ich möchte für das Unternehmen Freiheit haben und für die Mitarbeiter arbeiten.
15:24 Und in dieser Säule stelle ich mir vor, dass es wirklich um die persönliche Weiterentwicklung geht. Also meiner Mitarbeiter, ich selbst, habe ja auch die Chance gehabt, verschiedene Ausbildungen, Weiterbildungen jetzt mittlerweile zu machen in diesem Bereich. Und das hat mir selbst persönlich so viel gebracht und so viel Mehrwert für meine Entwicklung dargestellt. Und das möchte ich all meinen Mitarbeitern zum einen zugutekommen lassen, also die Einladung in jedem Fall dazu aussprechen, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Oh, das mag nicht immer jeder. Nein, das mag nicht. Deswegen muss man auch. Muss auch nicht jeder tun. Gleichzeitig soll es nicht nur für die internen Mitarbeiter sein, sondern ich habe selber festgestellt, dass es als Unternehmer natürlich schon Herausforderungen gibt, die sich unabhängig von der Branche schon gleichen und habe die Erfahrung gesammelt, dass da ein Austausch immer viel wert ist und man eben selber auch Impulse von außen mal bekommt, die einen dann für sein eigenes Geschäft und für die eigene Herausforderung dann auch unterstützen können.
16:25 Und ich möchte dann in dieser Säule praktisch auch Coachings, Gespräche, Erfahrungsaustausche für die Unternehmer in der Region mit anbieten. Du hast erzählt, du machst selber auch ein Coaching oder ist das schon abgeschlossen oder bist du noch dabei? Um was geht es da? Ja, also ich habe letztes Jahr meine Ausbildung zum Business Coach abgeschlossen. Da ging es ja sehr viel um persönliche Weiterentwicklung. Was so am spannendsten für mich war, war so das Thema NLP, neurolinguistisches Programmieren. Das ist ja so ein bisschen Zustandsmanagement. Also beruht darauf, dass man eben sagt, okay, ich kann meinen Zustand als auch den Zustand meines Gegenübers aktiv beeinflussen. Nicht manipulieren, sondern zum Positiven beeinflussen. Das ist so ein schwieriger Grad dabei. Das fand ich mega spannend, wie das funktioniert.
17:13 Wir haben uns viel mit Glaubenssätzen beschäftigt, mit eigenen Werten und natürlich dabei immer geschaut, wie kann man andere Menschen in diesem Prozess mit begleiten. Das ging über ein Jahr. Ja, hat mich echt auch verändert. Also ich kriege auch das Feedback von außen, dass ich mich in irgendeiner Form dort verändert habe. Ich hoffe zum Positiven. Das war so der erste Step. Dann darauf aufbauen, war ich ja dann im Kloster gewesen, drei Tage. Wie war das? Was war das? Das war richtig krass irgendwie. Also ich wollte, auf der Hälfte der Zeit habe ich überlegt, das abzubrechen, weil ich gedacht habe, oh mein Gott, also das ist nicht schön, sich mit sich selbst zu beschäftigen. In der Tiefe und in der Stille kommen komische Gedanken hoch.
18:01 Ich habe es dann aber durchgezogen und das war also so wirklich in so einem Benediktinerkloster in Münster-Schwarzach in der Nähe von Würzburg, wo auch Menschen aktiv leben und ihr Dasein gestalten. Und das war also unfassbar. Ich kann das immer noch nicht so richtig begreifen, was ich da alles erlebt habe. Ich war auf der einen Seite unglaublich fasziniert von so einer Organisation des Klosters, also wie das funktioniert. Die sind ja auch nicht durch Fördergelder unterstützt oder Kirchengelder, sondern die müssen ihr Leben selbst gestalten und unterhalten. Haben also viele angeschlossene Wirtschaftsbetriebe, sind auch Unternehmer durch und durch und haben dort einfach Ansätze, die ich auch für unser Unternehmen mitgenommen habe, die wahnsinnig spannend sind. Das war so die eine Seite, die mich inspiriert und beeindruckt hat.
18:48 Und die andere Seite ist natürlich diese Stille im Kloster und wirklich diese Notwendigkeit dann, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Ich hatte kein Telefon, kein Laptop, kein Fernseher. Es gab eine Telefonzelle für Notfall. Das Essen war sehr sparsam. Also man hat da wirklich nichts. Und die Gebete und die Gesänge der Mönche, ja, wir haben da Fragen gestellt bekommen und dann hattest du eben die drei Tage Zeit, dich da irgendwie mit zu beschäftigen und eine Antwort zu finden. Und das war sehr, sehr prägend auch für mich, so als zweiten Step nach dieser Coaching-Ausbildung. Und ich habe mir fest vorgenommen, auch einmal im Jahr in dieses Kloster zu fahren, einfach die Zeit zu nutzen, auch mal Dinge zu reflektieren. Wir sind ja alle in so einer schnelllebigen Zeit, die ganzen sozialen Netzwerke, alles, was es gibt, das macht einen ja irgendwie irre, ne?
19:37 Und es wird immer schneller gefühlt und da ist so diese Klosterzeit einfach eine schöne Pausentaste gewesen, um mal zu reflektieren, was eigentlich passiert ist und was auch mit mir in der Zeit passiert und ob das der Weg ist, den ich gerade noch so gehen möchte. Was ich jetzt auch von dir mitbekommen habe, sind für dich ja mentale Stärke und auch Achtsamkeit mit zu dir selbst oder mit dir selbst, sind dir, glaube ich, sehr wichtig. Hat sich das verändert in letzter Zeit? Das heißt, achtest du da verstärkt drauf? Was tust du? Hast du irgendwelche Routinen, Morgenroutinen oder überhaupt tägliche Routinen, die dir dabei helfen, zum solchen Tag zu kommen oder dich selber zu stärken? Ja, die habe ich. Die habe ich auch nach dem Kloster dann für mich entwickelt, weil ich da gelernt habe. Das ist für mich so ein prägendes Sprichwort einfach geworden und zwar priorisiere nicht deine Termine, die du von außen bekommst, sondern vergebe deinen eigenen Prioritäten Termine.
20:31 Und das hat sehr tief gewirkt bei mir und das hat dazu geführt, dass ich jetzt zum Beispiel meinen Tag in der Regel so starte, dass ich morgens um sechs aufstehe und mache erst mal meinen Sport. Ich habe da immer 20, 30 Minuten ein bisschen Sport, weil für mich so ja auch eine körperliche Stärke, Vitalität einfach dazu beiträgt, dass mein Geist irgendwie wach wird. Ansonsten komme ich nicht so aus dem Puschen. Dann mache ich eine riesen Runde mit meinem Dackel, der kein Dackel ist, das ist ein Labrador. Dann komme ich erst mal aufs Feld, dann komme ich zurück, meditiere, 20 Minuten, gehe duschen mit einer Wechseldusche, auch mega geil. Das ist der Geist und der Körper. Weil meine Oma, die ist 84 und die hat mir erst vor drei Monaten ihr Geheimnis gelüftet, warum sie so unglaublich gut noch aussieht und sie macht schon seit ihrem 16.
21:22 Lebensjahr Wechselduschen. Und jetzt habe ich gesagt, okay, wir machen was, jetzt haben wir das Geheimnis gelüftet. Ja, jetzt ist das Geheimnis gelüftet. Schau mal, was das steht, geteilt hast. Ja, da ist das Doppeltduschen, nur das Doppeltduschen. Ja, und mache dann meine Meditation, Frühstücke, lese die Tageszeitung und starte dann wirklich erst in den Tag. Vor dem Kloster war es so, dass ich um sechs trotzdem aufgestanden bin, schnell geduscht, irgendwie beim Autofahren was gegessen und schon die ersten Telefonate geführt und überhaupt nicht wusste, wie starte ich jetzt in den Tag, was ist denn meine Absicht für den Tag, was steht heute an, was will ich erreichen, wie kann ich am Abend gestärkter aus dem Tag herauskommen, als ich reingegangen bin und welche Ziele setze ich mir und natürlich zahlt man immer einen Preis für so eine Entscheidung.
22:10 Ich bin in der Regel dann nicht vor neun Uhr aktuell in den Betrieben, in den Häusern oder auch Termin, habe das offen kommuniziert und der Preis, den ich dafür zahle, ist vielleicht, dass der ein oder andere sagt, na jetzt hast du es ja geschafft, die Chefin, von neun triffst du die ja nicht mehr an. Die sehen ja dann nicht, dass du bis 21 Monate willst. Aber der Preis ist es mir wert. Ich lege da einfach viel Wert darauf, dass es mir gut geht, weil nur wenn es mir gut geht, kann ich auch das Unternehmen kraftvoll und energiegeladen steuern und wirken dort. Und das ist so eine Routine, die tut mir echt, also richtig gut. Ich kann seitdem hervorragend schlafen. Ich habe nicht mehr so dieses Gefühl, am Tag nichts getan zu haben, weil ich so fremdgesteuert war. Gehe wirklich mit einer gewissen Zufriedenheit ins Bett.
22:56 Hab natürlich Gedanken im Kopf. Also wer auch da sagt, man denkt nicht über das Arbeitsthema nach als Unternehmer oder Selbstständiger, glaube ich. Dem glaube ich es auch nicht so richtig. Aber es ist ein anderes Nachdenken, es ist ein kraftvolles, ein energiegeladenes, ein inspirierendes, lösungsorientiertes Nachdenken geworden und nicht mehr so dieser Teufelskreis, dieses Karussell, diese Ängste, die dort natürlich manchmal auch herrschen. Aber die sind bei mir nicht mehr so im Vordergrund, sondern eher die Positivität in die Zukunft. Ich habe dich als sehr empathischen, fürsorglichen Menschen jetzt kennengelernt. Dir liegen deine Mitarbeiter sehr am Herzen. Was tust du oder was tut ihr für eure Mitarbeiter? Also was ich ganz wichtig finde, ist natürlich ein Vorbild zu sein.
23:42 Und ich glaube, dass die Menschen sich nicht unbedingt daran erinnern, was du mal gesagt hast. Sie werden sich auch nicht im Einzelnen daran erinnern, was du getan hast. Es wird ihnen in Erinnerung bleiben, wie sie sich bei dir in deiner Gegenwart gefühlt haben. Das ist so etwas Prägendes für mich und deswegen ist es mir ganz wichtig, als Vorbild auf Augenhöhe zu kommunizieren. Hart in der Sache zu sein, ohne Frage. Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und es geht darum, jeden Tag Geld zu verdienen und natürlich alle Verbindlichkeiten dort begleichen zu können. Hart in der Sache, aber herzlich zum Menschen. Und das versuche ich einfach vorzunehmen und gelingt mir, glaube ich, ganz gut. Zumindest ist mein Eindruck so, dass im Führungskräftekreis die Menschen sich auch diese Verhaltensweisen langsam annehmen. Wir reden ganz viel darüber, wir machen Workshops gemeinsam, um zu entscheiden, wie wollen wir mit unseren Mitarbeitern umgehen, wie wollen wir kommunizieren, was sind unsere Werte, was sind unsere Leitlinien, wo sind aber auch unsere Grenzen.
24:40 Auch das finde ich extrem wichtig, dass wir ein einheitliches Verständnis davon haben, wie wir handeln, wenn mal Missverständnisse entstehen, wenn es auch mal Konflikte gibt. Wie gehen wir damit um, wie reagieren wir, wenn wir einem Mitarbeiter eine Aufgabe übergeben, ihm wirklich erklären, er sie auch verstanden hat, das auch nochmal wiedergibt und wiederholt in seinen eigenen Worten und er es trotzdem nicht tut. Wie gehen wir damit um, wenn wir merken, dass ein Player aus dem Team dazu führt, dass das Team eher demotiviert ist, obwohl es jemand aus ihrer Gemeinschaft ist. Wie lange gucken wir uns das an, wann gehen wir in die Gespräche, was ist unsere letzte Konsequenz, weil ich glaube, dass es wichtig ist, dass man als Führungskraft berechenbar ist. Auch das hat sich gewandelt. Ich kenne auch so die Sprüche von meinem Vater und die Generation, du musst unberechenbar sein, keiner darf wissen, was du als nächstes tust.
25:29 Das sehe ich mittlerweile anders. Ich finde es gut, berechenbar zu sein. Wir führen viele Mitarbeitergespräche. Aktuell mache ich das auch gerade, nehme mir die Zeit, auch mit den Mechanikern mal selbst zu sprechen, um einfach mal reinzulauschen. Wir haben einfach ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ist aktuell die Stimmungslage in den Betrieben. Wir bieten viele interne Kommunikationskanäle an. Wir berichten also nicht nur über Zahlen, sondern auch darüber hinaus, was passiert um uns herum. Wir versuchen, die Leute mit einzubeziehen in die Entscheidungen, die wir treffen. Wobei da auch meine Erfahrung ist, du kannst dich alle einbeziehen, du kannst dir einen Rat holen. Am Ende ist es dann auch notwendig, eine Entscheidung zu treffen. Aber schon diesen Rat einholen und die Leute da einfach mitzunehmen und versuchen, auch Motive zu geben für unser Handeln, ist eine Sache, die gut gelingt. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass wir noch nicht an dem Stand sind, wo ich gerne hin möchte.
26:27 Ich habe gedacht, das ist einfacher, das ist für uns mit Kulturwand. Ja, ich habe gesagt, das ist einfach das. Ja, ich dachte, sagst du zweimal, wow, und dann machen es andere. Was ist für dich die größte Herausforderung aktuell? Oder wo sagst du, ich bin noch nicht da, ich bin noch nicht so ganz zufrieden? Ja, also es ist wirklich noch in der, also ein Thema, da wachsen mir graue Haare, das Thema Selbstverantwortung. Also, und das ist ein einfaches Wort, aber unglaublich schwer zu leben. Gefühlt 80 Prozent oder in 80 Prozent der Gesprächen ist es immer noch so, dass die Menschen Gründe für etwas im Außen suchen. Das kann eine politische Rahmenbedingung sein, das kann der Kollege sein, der den Stromstecker von Laptop geklaut hat, das kann ein Vorgesetzter sein, der die Rahmenbedingungen nicht zur Verfügung stellt.
27:20 Und mein Ziel ist es wirklich, diese Selbstverantwortung zu lieben und die Einzelnen zu vermitteln, dass es mehr Sinn ergibt und mehr Erfolg verspricht, wenn man die Dinge versucht zu beeinflussen, über die man selbst verfügen kann. Weil sich dann andere daran orientieren und nicht die Gründe im Außen. Ich kann es auch manchmal nicht mehr hören, wenn auch Führungskräfte, das passiert natürlich, aber sagen, naja, ich hätte ja das und das, meine Standzeiten werden ja besser und meine Bestände sauberer. Wenn der endlich mal machen würde, was ich dem gesagt, dann sag, okay, warum tut das denn nicht? Guck mal bei dir, was kannst du jetzt tun? Versuch mal die Kommunikation als Feedback zu nehmen und auch diesen Widerstand und geh da mal tief rein. Schieb es bitte nicht auf die anderen. Und das ist so eine Herausforderung, die, also ich versuche immer wieder zu vermitteln, selbst da auch Vorbild zu sein.
28:11 Ich selbst verfalle natürlich auch hin und wieder in diese Thematik. Aber das ist ein Punkt, da sind wir noch lange nicht dort, wo ich uns gerne sehe. Das zweite Thema ist, weil ich bin also ein sehr kreativer Mensch, ein sehr lebendiger Mensch, schieße auch manchmal übers Ziel hinaus, kann ein Nachteil sein, hat gleichzeitig den Vorteil, dass man natürlich sehr kreativ ist, sehr viele Ideen entwickelt. Das wünsche ich mir auch noch mehr, dass wir einen Kommunikationskanal bekommen, wo einfach auch die Mitarbeiter sich trauen, ihre verrückten Ideen zu präsentieren und auch zu kommunizieren, auch wenn sie noch so blöd erscheinen, damit wir eben unsere drei Säulen unseres Unternehmens auch mit Geschäftsbereichen dann künftig füllen, die eingenitiiert durch die Mitarbeiter sind.
28:58 Weil dann braucht man als Führungskraft nicht mehr so viel mehr tun, als die Rahmenbedingungen zu stellen, wenn die eigene Motivation oder viel mehr Inspiration da schon vorhanden ist. Und das sind so die zwei Punkte, also diese Selbstverantwortungspflicht und dieses Thema, die Mitarbeiter noch mehr in den kreativen, strategischen Prozess mit eingebunden zu bekommen oder sie zu motivieren, dort einfach mitzumachen und auch zu merken, Sie sind ein Teil des Unternehmens, dessen wir einmal werden und nicht einfach ein Mittel zum Zweck. Ja gut, das sind ja auch Sachen, die machen Führung aktuell oder heutzutage aus, was ja auch von den Führungskräften immer verlangt oder erwartet wird. Nimm deine Leute mit, gib ihnen Eigenverantwortung. Thema Freiheit ist wieder Selbstverantwortung. Aber natürlich sind die Strukturen der letzten Jahrzehnte in den Autohäusern sehr klassisch, sehr hierarchisch und viele Leute haben sich halt einfach abgewöhnt oder es war halt auch einfach nicht gewünscht früher, sag ich mal, dass Leute mitbringen oder eigenverantwortlich sind oder Ideen einbringen.
29:57 Das ist, glaube ich, klassisch gewachsen, historisch. Das jetzt aufzubrechen, ist für die Führungskräfte heute, gerade auf dem Autohandel, glaube ich, eine riesen Herausforderung. Das sagt sich immer so einfach, aber du bist ja das beste Beispiel dafür. In der Praxis ist es dann doch schwierig und oft zählen, den Leuten jetzt zu sagen, jetzt macht doch mal mit. Und ihr dürft mit, was ihr denkt und wie ihr fühlt und so. Und dann sagt die Hälfte noch, was sollen wir jetzt machen? Was, genau, ja, so ist es möglich, ja. Dann nochmal die älteren Generationen, ja, so die, da glaube ich, oft überfordert. Ja, das ist eher nicht eine Herausforderung. Ja, als Familienunternehmen ja sehr stark verwurzelt, lokal und regional. Das ist dir, glaube ich, auch sehr wichtig, sich da zu engagieren. Wo engagiert ihr euch und wie?
30:44 Also, was mir wichtig ist, ist das Netzwerk der Unternehmen zum Beispiel. Dort bin ich im Gewerbeverein, in einem regionalen Gewerbeverein, als im Vorstand mit tätig. Da machen wir auch viele, ja, soziale Themen, wo wir unterstützen, ob es zum Beispiel ist, dass wir von unseren Unternehmern dann Spenden sammeln für die örtliche Kinderkrankenstation, damit da der Kinderclown regelmäßig mit den Kids ins Gespräch kommt. Und dann die Kinder verraten dem Clown doch manchmal mehr als dem Arzt im Kittel. Und das hilft dann tatsächlich auch für den weiteren Heilungsverlauf und die Medikamente, die man dort einsetzt. Das machen wir. Wir sammeln für die DLRG, also auch für die Kinder dort. Die können schon tauchen mit ganz jungen Jahren. Super süß, aber können natürlich nicht in so einen riesen Tauchanzug rein.
31:34 Da gibt es so spezielle Kinderanzüge. Das ist jetzt gerade unser aktuellstes Projekt, was wir da unterstützen. Also da bin ich aktiv. Wir unterstützen natürlich auch viele örtliche Vereine. Ich selber bin ja leidenschaftliche Fußballerin immer noch und bin ein ganz großer Fan von allen regionalen Dorfvereinen, weil ich das so großartig finde, mit welchem Ehrenamt und Engagement dort die kleinen Kinder auch wieder in eine Gemeinschaft integriert werden und einfach lernen, wie wichtig auch Sport ist und welche Werte dort vermittelt werden. Das klartet, glaube ich, auch niemanden. Also da unterstützen wir wirklich stark und gucken immer, was in der Region einfach gerade gebraucht wird. Ich bin einfach in der IHK, in der Vollversammlung drin, um dort auch die Interessen des Einzelhandels aus unserer Region weiterzutragen und einfach zu gucken, wie können wir diese Themen dort auch im Bereich gegenüber Berlin oder den großen Online-Händler-Plattformen regional stärken.
32:34 Wie kriegen wir das hin? Bin da vier in Gesprächen. Also ja, dieses regionale Thema ist echt, liegt mir sehr am Herzen. Das hast du schon gut auf den Punkt gebracht. Ich könnte jetzt nicht meine drei Autohäuser und meine ganzen Mitarbeiter nehmen und sie einfach an einen anderen Ort platzieren und sagen, ich hätte dieselbe Inspiration und dasselbe Feuer und dieselbe Leidenschaft. Ich glaube, das würde nicht funktionieren. Also ja, die Region liegt mir am Herzen und wirklich die Jugend, die Kinder. Das finde ich ganz, ganz wichtig, dass wir dort in unseren Möglichkeiten, die jeder Einzelne hat, auch versuchen zu unterstützen und einfach da gucken, lieber die kleinen Kids von der Straße holen und in eine Gemeinschaft integrieren. Ja, sehr schön. Wir haben uns ja kennengelernt im Rahmen von Pink Network. Ich hatte dich eingeladen zur Auftaktveranstaltung im Dezember 2022 in Berlin.
33:22 Ich weiß noch, als wir in der Runde saßen, du warst ein bisschen skeptisch. Ja, ich habe überlegt, ob ich da jetzt mal hingehen. Und hast du es aber dann doch gemacht und warst jetzt auch kürzlich bei Auto König wieder dabei. Wie wichtig ist dir grundsätzlich das Thema Netzwerken und auch der Austausch mit anderen, auch mit den anderen Autohändlerinnen? Ja, also mega wichtig. Also ich bin immer noch happy, dass du mich da überzeugt. Weil eigentlich eingeladen hast, das ist wirklich eine großartige Veranstaltung. Obwohl ich eigentlich halt nicht der einzige Grund, weshalb ich skeptisch war, war ja, ich stehe nicht so auf diese Frauenvereinigung. Weil ich ja in der Männerwelt groß geworden bin und irgendwie einfach eine andere Erratungshaltung hatte zu dem, wie es jetzt wirklich ist.
34:07 Und das ist ja mega cool. Es sind ja auch alle extrem offen, total tough und gut unterwegs. Und dieser Austausch ist so wertvoll. Also das hat sich auch geändert. Früher war es ja oft so, dass man im Wettbewerb stand und er versucht hat, alle Informationen, die man so hatte, für sich zu behalten. Und ich bin heilfroh und dankbar, dass es jetzt in die Richtung geht, sich auszutauschen, voneinander zu lernen, Impulse einfach zu bekommen und auch zu geben. Und das ist das, was bereichert. Und ich hatte es ja auch schon vorhin angesprochen. Ich finde das nicht nur in der gleichen Branche wahnsinnig wichtig, sich auszutauschen, sondern eben auch branchenübergreifend, weil wir alle voneinander lernen können. Und ich orientiere mich da gerne an der Hotelbranche, weil die sehen die Kunden als Gast. Und dann haben wir bei uns zumindest noch wirklich Potenziale, alle Prozesse auch für den Gast zu gestalten, sodass sich jeder dort willkommen fühlt.
35:02 Das geht nur durch Netzwerk. Also ich kann natürlich immer in Kämmerlein mir verrückte Ideen machen und diese auch umsetzen. Und am Ende sind es aber immer die Inspirationen von außen und die Impulse, die dann dazu führen, dass etwas nachhaltig wird. Man muss ja auch nicht immer das Rad neu erfinden. Wenn einer schon was hervorragend gemacht hat, warum sollte man da nicht von profitieren? Wenn es denn auf Augenhöhe geschieht und ein Geben und Nehmen ist und man selbst natürlich auch seine Impulse und Erfahrungen damit einbringt. Also ich lebe davon. Für mich ist Netzwerk das, was mich am meisten inspiriert. Da gehe ich hundertprozentig mit. Ja, du bist ein Afro-Gast, liebe Belinda. Ich freue mich, dass du heute mein Gast warst. Ich könnte jetzt noch stundenlang in dir zungern und mit dir plaudern.
35:48 Das ist immer sehr bereichernd und inspirierend, mich mit dir auszutauschen. Vielen Dank für deine Zeit, dass du da mitgemacht hast beim Podcast. Vielen Dank und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Ich hoffe das auch und möchte mich auch ganz herzlich bedanken, dass ich dabei sein durfte. Und freue mich aufs nächste Pink Network. Also, gute Zeit, Alina. Bis dann. Danke schön. Ich wünsche dich auch. Tschaui.
