Benzingespräche · Folge 75 · · 24 Min
Jenny Koch, Vorstand Koch Gruppe Automobile AG

Kernaussagen
- Die Bedeutung von Ausbildung in der Automobilbranche
- Innovative Ansätze zur Mitarbeiterentwicklung
- Der Einfluss von Werten auf die Unternehmensführung
- Effektive Onboarding-Prozesse stärken das Gemeinschaftsgefühl
- Soziale Projekte fördern die persönliche Entwicklung
- Die Rolle der Generationen Y und Z in der Arbeitswelt
- Familienunternehmen als Vorreiter in der Personalführung
Worum es geht
PINK NETWORK Special mit Juliane Schleicher supported by carwow Die Koch Gruppe Automobile AG aus Berlin ist irgendwie ein besonderes Autohaus: es sieht anders aus als andere und wird anders geführt als andere. Warum? Der Neubau wird nicht so gebaut, wie Marken es wollen. Sondern wie die Inhaber-Familie es möchte bzw. wie der Kunde es sich wünscht. Und es wird anders geführt: es wird großer Wert auf das Team gelegt - und die Ausbildung von Nachwuchskräften, die fast alle anschließend im Unternehmen bleiben. Und dabei geht es nicht um 3 oder 4 Azubis, sondern 70 bis 80 gleichzeitig! Mit im Im Vorstand ist Jenny Koch und verantwortet die Themen Mitarbeiterführung, Ausbildung, Strategie und Networking. Grund genug für meine Co-Host Juliane Schleicher, Jenny im Rahmen der neuen Sonderserie PINK NETWORK meets Benzingespräche zu interviewen! Links: Jenny Koch auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/koch-jenny-5139922a/ Koch Gruppe Automobile AG: https://autoskauftmanbeikoch.de Juliane Schleicher auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/julianeschleicher/ Unterstützt durch carwow: www.carwow.de
Zusammenfassung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Jenny Koch, Vorständin der Koch Automobile AG, über innovative Ausbildungskonzepte und die Bedeutung von Personalentwicklung in der Automobilbranche.
Ein Familienunternehmen mit Herz
Jenny Koch führt das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Vater und hat sich vor allem dem Bereich Personal verschrieben. Die Koch Automobile AG, ein Familienunternehmen mit 30 Jahren Erfahrung, ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Ansätze in der Mitarbeiterführung und Ausbildung. Mit 10 Marken und 400 Mitarbeitern, darunter 80 Auszubildende, setzt das Unternehmen auf eine starke Ausbildungsquote von 20 Prozent.
Innovative Ausbildungskonzepte
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Ausbildung junger Talente. Jenny Koch betont die Wichtigkeit, die Sprache der jüngeren Generationen zu sprechen und deren Bedürfnisse zu verstehen. Mit einem Team von sieben Personen, die sich um die Ausbildung kümmern, hat die Koch Automobile AG ein umfassendes Konzept entwickelt, das weit über die fachliche Ausbildung hinausgeht.
Wertevermittlung und soziale Verantwortung
Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermittlung von Werten und sozialer Verantwortung. Die Auszubildenden nehmen an sozialen Projekten teil und lernen so, über den Tellerrand hinauszuschauen. Diese Projekte fördern nicht nur den Teamgeist, sondern tragen auch zur persönlichen Entwicklung der jungen Menschen bei.
Einzigartige Veranstaltungen und Onboarding-Prozesse
Der Onboarding-Prozess bei Koch Automobile ist einzigartig. Neue Auszubildende werden mit einer großen Begrüßungsparty willkommen geheißen, bei der auch Eltern und Geschwister eingeladen sind. Solche Veranstaltungen stärken das Gemeinschaftsgefühl und zeigen den Auszubildenden, dass sie von Anfang an Teil der Koch-Familie sind.
Fazit
Die Koch Automobile AG zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, in die Ausbildung und Entwicklung von Mitarbeitern zu investieren. Durch innovative Konzepte und eine starke Wertevermittlung schafft das Unternehmen eine positive und produktive Arbeitsumgebung, die sowohl den Mitarbeitern als auch dem Unternehmen selbst zugutekommt.
Links aus der Folge
Gespräch als Text
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00:00 Benzingespräche. Der Personality- und Branchen-Podcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für Mitmenschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmer-Coach und Agenturinhaber. Bevor es nun losgeht, ein kurzer Hinweis auf einen starken Partner, der diesen Podcast möglich macht.
00:55 CarWow ist die führende Neuwagenplattform für Autokäufer, Händler und Automobilhersteller. Wussten Sie schon? Mit über 3 Millionen Besuchen pro Monat ist CarWow eine der einflussreichsten Automotive-Media-Brands und bietet Herstellern und Händlern Zugang zu Deutschlands größter Neuwagen-Audience. Mehr Infos auf CarWow.de Herzlich Willkommen bei den Benzingesprächen, in dem es ab jetzt sofort eine Besonderheit gibt. Eine Sonderserie, die von meiner guten Freundin Juliane Schleicher gehostet wird. Hi Jule! Hallo, hallo Tim. Sehr schön. Ich freue mich. Ja Mensch, da sind wir. Was machen wir denn hier Schönes? Wir machen einen tollen monatlichen Podcast, ein Spezial aus meinem Pink Network, dem Format für Autohändlerinnen und Managerinnen in Autohäusern.
01:51 Ich freue mich sehr, dass du mich da unterstützt und mir die Möglichkeit gibst, einmal im Monat mit interessanten Autohändlerinnen und Managerinnen zu sprechen. Ich kann nur schon so viel sagen, es wird sehr viele tolle Persönlichkeiten geben, sehr viele spannende Interviews und Gespräche. Da freue ich mich sehr drauf. Absolut. Und du hast ja auch direkt zum Start jemand herausgesucht, die ich auch schon auf meiner Liste hatte, weil die mir immer wieder irgendwie aufgefallen ist, so von ihrer Art und vor allem von ihrem, ich sag mal, von dem Einsatz heraus. Und ja, wer ist es denn? Genau. Ich habe ein Interview geführt oder einen netten Klausch gehabt, sagen wir mal so, mit der Jenny Koch. Sie ist Vorständin bei Koch Automobile AG in Berlin. Eine liebe Freundin von mir, wir kennen uns noch nicht so lange, aber haben uns sehr schätzen gelernt und hatten ein wirklich gutes Gespräch.
02:41 Und am meisten hat mich ihre Faszination und ihre Leidenschaft für das Thema Aus- und Weiterbildung und Mitarbeiterförderung wirklich fasziniert. Also da legt sie so viel Herzblut und Leidenschaft rein. Hört euch das gerne an. Es ist wirklich sehr, sehr spannend und sehr interessant. Ganz genau. Und da sprechen wir jetzt nicht mehr lange um den heißen Brei rum, sondern wir springen rein in den Podcast, den ersten Podcast. Benzingespräche meets Pink Network meets Juliane Schleicher und auf geht's, los geht's. Viel Spaß dabei. Viel Spaß. Ja, ich freue mich, wie verrückt, dass ich heute meinen ersten Gast in meinem eigenen Podcast, in meinem Pink Network Spezial von Benzingespräche begrüßen kann.
03:29 Eine ganz liebe Freundin von mir, Jenny Koch, herzlich willkommen. Hallo, Jule, grüß dich. Ich freue mich ganz sehr, dass du dir Zeit genommen hast, dass wir heute ein bisschen sprechen über dich, über dein Familienunternehmen, über dein Autohaus und alles, was dich so bewegt. Ja, ich freue mich auch sehr, vor allem, dass ich die Erste bin in deinem Spezial-Podcast und auch dir erstmal herzlichen Glückwunsch dazu. Danke schön. Zu deiner ersten Folge, die jetzt hoffentlich auch gut für uns laufen wird. Sehr gut, dann fangen wir mal an, genau. Du bist ja bekannt in der Branche, aber für alle, die dich vielleicht noch nicht so gut kennen oder nicht genau wissen, auch was euer Autohaus für Marken betreut etc., stell dich doch einfach gerne mal kurz vor. Kurz hat mir gefallen. Ja, mein Name ist Jenny Koch.
04:15 Ich bin 38 Jahre jung, zweifache Mutter, in Berlin geboren und aufgewachsen, jetzt wohnhaft in der Uckermark mit meinem Mann. Und ja, mitten auf dem Land, Vierseitenhof, 200 Seelendorf, da befinde ich mich jetzt auch gerade. Genau, ich bin bei uns im Unternehmen, in der Kochgruppe Automobiler AG, zuständig fürs Personal. Und ja, unsere Unternehmensgruppe, muss man ja schon fast sagen, wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Wir vertreiben mittlerweile 10 Marken, sind 400 Mann stark, davon sind 80 Azubis und betreiben halt ganz klassisch Autohaus und Werkstattbetrieb nebendran.
05:01 Ich hoffe, das war jetzt kurz und knapp. Ja, genau. Also nochmal, wie gesagt, 1943 von deinem Vater gegründet. Genau, ihr seid ein bisschen außerhalb von Berlin. Hast du gerade 1943 gesagt? 93. Weiß ich gerade, wer wirklich krank macht. Stimmt. Und ein bisschen außerhalb von Berlin, wir waren ja bei unserem ersten Pink Network Event bei euch zu Gast. Du hattest uns ja eingeladen in euren Kochstore. Was ist denn das Besondere an dem Kochstore? Sag es nochmal kurz. Wieder kurz. Ja, oder gerne auch lang. Ja, das Besondere an unserem Kochstore ist, dass wir, also mein Vater und ich, uns ein Autohaus so gebaut haben, wie wir uns ein Autohaus tatsächlich vorstellen. Demzufolge sieht der Kochstore auch anders aus als ein ganz klassisches Autohaus.
05:51 Es gibt verschiedene Verkaufswelten in dem Autohaus, in dem Kochstore, die so, also es gibt sozusagen ein Wohnzimmer, es gibt eine First Class, es gibt ein Stadion. Die Räumlichkeiten sind so gestaltet, also dem nachgeahmt und dort kann man als Kunde dann halt in einem Stadion oder direkt in einem Wohnzimmer auf der Couch einen Gebrauchtwagen erwerben. Also gibt es halt Gebrauchtwagen im Kochstore, der ist sehr digital. Es gibt halt zwölf Riesenscreens, die wir bespielen können, über die wir unser Sortiment dort abbilden können, also die Verkäufer, die dort tätig sind im Kochstore. Und gleichzeitig ist der Kochstore für uns auch eine Veranstaltungslocation. Also wir können innerhalb von zwei Stunden den Kochstore umbauen für Lesungen, für kleine Minikonzerte.
06:42 Wir haben das ganze Equipment dafür dort vor Ort, das müssen wir halt nicht anmieten. Also wir haben oben Trassen hängen, da kann man auch abends eine Afterwork abhalten. Wir haben einen Mischpult, wir haben Mikros, wir haben, ich weiß nicht, Bühne hatte ich wahrscheinlich schon gesagt, wir haben für 200 Menschen dort eine Bestuhlung vorrätig. Und ja, können relativ schnell dort diesen Kochstore zu etwas anderem umfunktionieren aus dem Veranstaltungsbereich. Genau. Ich war ja selber schon dort und mir hat es auch sehr gut gefallen und den anderen Autohändlerinnen und Unternehmerinnen auch. Cooles Konzept. Genau. Ihr seid ein waschechtes Familienunternehmen. Du hast dich dem Thema Personal, also Führung, Mitarbeiterführung, Nachwuchs, Ausbildung, Weiterbildung verschrieben.
07:32 Was sind da deine Herzensthemen sozusagen? Was bewegt dich am meisten oder was beschäftigt dich auch aktuell am meisten? So viele Fragen auf einmal. Kurz, ich denke mal kurz. Nenne auch länger. So ein wichtiges Thema. Ja, absolut. Oh Gott, ich weiß gar nicht, wo ich da habe. Da habe ich so viel im Kopf. Meine Herzensangelegenheit ist auf jeden Fall die Ausbildung. Also wo ich nach dem Studium gekommen bin. Da, ich glaube, wir hatten sechs oder sieben Auszubildende. Mittlerweile haben wir 80. Also da spricht es für sich, was es für mich für eine Herzensangelegenheit ist. 80 ist eine Riesenhausnummer. Die wupp ich mittlerweile auch nicht mehr alleine, sondern ich habe ein ganzes Ausbildungsteam unter mir. Wir sind insgesamt mit mir sieben, die sich um die Ausbildung bei uns im Unternehmen kümmern.
08:19 Ich sage dazu immer, das ist das Ehrenamt in der Firma. Also die haben halt alle auch noch andere Aufgaben. Zum Beispiel ist ja eine Markenverantwortlicher. Dann habe ich da eine Serviceverantwortliche drin. Noch eine Personalreferentin. Also ganz, ganz bunte, wilde Mischung, die das ganze Thema neben ihrer Hauptaufgabe mit begleiten. Deswegen sind wir auch so viele. Das ist halt ein ganz, ganz großer Ball, der mir wahnsinnig wichtig ist. Vor allem, weil wir, also wir liegen, glaube ich, in der Quote bei 20 Prozent Ausbildungsquote. Und auch eine ganz schöne Zahl. Wir haben von unseren 400 Kollegen, wenn man die 80 mal abzieht, die 80 Auszubildende, die wir haben, dann haben wir davon tatsächlich 20 Prozent selbst ausgebildete Kollegen, die wir übernommen haben.
09:04 Aus der eigenen Ausbildung. Und daran sieht man auch, finde ich, dass es einfach für uns der größte Pool ist, wo wir unsere Fachkräfte für morgen ausbilden. Also das sind wir selber halt. Demzufolge ist das Thema auch so wahnsinnig wichtig für mich. Und ja, was beschäftigt mich dabei aktuell oder so generell am meisten? Also ich werde ja auch nicht jünger. Ich werde immer älter und die da so nachrücken und sich bei uns bewerben. Die werden ja immer jünger. Und da muss ich mich ständig damit beschäftigen, einfach wie diese, wie sie so schön sagen, Generation Y, Z, X, wie die halt so ticken und was die bewegt. Und welche Sprache die sprechen und wie ich die auch in Zukunft erreiche. Also da kann ich ja nie stillstehen, weil das, was heute an schon wieder ganz anders und oder auf der Jugendsprache ausgedrückt out.
09:50 Demzufolge muss ich mich ja da immer aktualisieren und informieren. Und das sind immer bewegte Themen, weil alles, was die Jugend bewegt, also sagt ja schon das Wort bewegt, bewegt mich auch. Ja, genau. Kannst du ein paar Beispiele nennen, was ihr für eure Azubis macht oder für Aktionen oder Programme? Ja, also wir machen einmal im Jahr machen wir eine Azubifahrt, meistens mit Übernachtung, manchmal auch ohne, meistens schon, verbunden mit Workshops. Wir sind 24 Sieben für unsere Auszubildenden erreichbar. Also die können uns immer ansprechen, auch wenn sie alles, was sie betrifft, halt auch private Anliegen haben, die sie mit uns teilen wollen, wo es halt nirgendwo anders einen Raum für sie gibt. Dann sind auch wir da Ansprechpartner, Mutti, Freund, muss ich mal sagen. Wir, ja, dadurch, dass wir so viele sind, Sieben, haben wir halt sehr, sehr viele auch Ansprechpartner vor Ort da.
10:41 Wir, ja, wir halten Kommunikationsworkshops ab. Bei uns gibt es eine ganz große Begrüßungsparty, also der ganze Onboarding-Prozess, den haben wir in den letzten Jahren neu gestaltet. Da gibt es dann, laden wir alle neuen Auszubildenden ein mit deren Eltern und wenn sie wollen, auch Partnern und Geschwister und stellen uns auch vor. Als Azubi-Team haben wir dann ein superschönes Programm, was auch im Kochstore dann stattfindet, wo sie alle eine große Schultüte überreicht bekommen. Ansonsten führen wir sehr viel Feedback. Ja, es gibt, ja, es gibt, ja, da könnte man, wenn man jetzt noch mehr Zeit hätte, fallen mir sicherlich noch viel mehr Sachen ein, wo und was wir denn auch alle noch alles machen für unsere Auszubildenden.
11:29 Es ist ein bunter Blumenstrauß von allem so ein bisschen. Hier mal eine Pizzarunde, da mal wieder irgendein Workshop, ein Treffen im Park. Wir versuchen auch immer alles so ein bisschen abwechslungsreich zu gestalten, dass es halt nicht nur im Unternehmen stattfindet, sondern dass wir auch bestimmte Themenbereiche außerhalb des Unternehmens bespielen. Zum Beispiel auch soziale Projekte uns engagieren, zusammen, gemeinsam, mit den Azubis, irgendwo anders hingehen, irgendwo anders helfen und einfach dann auch, wir wollen halt auch nicht nur, wir wollen halt auch Werte vermitteln. Und für mich der größte Anspruch ist es als Unternehmen halt einfach auch ein guter Ausbilder zu sein, also der nicht nur im Fach ausbildet, sondern auch noch, ja, ich glaube, das Wort Werte spielt da eine ganz große Rolle, der den einfach auch die Auszubildenden nochmal an die Hand nimmt. Und ich verstehe mich da auch so in der gesellschaftlichen Verantwortung zu sagen, da gibt es halt auch noch was anderes.
12:18 Es gibt jetzt nicht nur Ausbildung und Zahlen, sondern es gibt auch soziale Projekte. Es gibt halt auch nochmal ein anderes Miteinander als das Klassische, was man einfach nur kennt zwischen Ausbilder und Azubi, Auszubildenden.
12:34 Ja, super. Und ihr wollt ja nicht nur ein super Ausbilder sein, sondern ihr wollt natürlich später auch ein guter Arbeitgeber sein. Ich meine, die Übernahmequote spricht ja für euch. Das heißt, die Auszubildenden werden ja später auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Ich weiß von dir, dass du nebenbei, neben deinem Fulltime-Job und deiner Familie auch noch gerade ein Studium oder eine Weiterbildung absolvierst. Worum geht es da? Ja, kurz gefasst geht es da um Psychologie. Also ich habe nochmal angefangen, letztes Jahr Psychologie zu studieren. Und da wird der erste Abschluss sein. Das nennt sich so psychologischer Berater. Also da ist man sozusagen Coach. Und die Inhalte davon sind, dass man sich halt mit allen Veränderungsprozessen auch auseinandersetzt und beschäftigt.
13:22 Und ich merke immer wieder, dass ich in vielen Personalgesprächen, die ich führe, dass es gar nicht mehr so ums Fach geht, sondern dass man ganz schnell in dem privaten Bereich ist, weil da halt auch immer Veränderung stattfindet. Nicht nur auf Arbeit, sondern auch durch die Geburt eines Kindes, durch welche, die sich trennen. Verlust. Manche wollen sich doch nochmal ganz anders natürlich auch beruflich verändern oder privat. Streit. Also Pflege der Eltern ist ein ganz großes Thema. In einer bestimmten Altersgruppe kommt dann einfach dazu, da haben dann Eltern, die 70-jährige Mama einen Schlaganfall und danach wird es ein Pflegefall. Und da kommen ja ganz andere Herausforderungen auf den Kollegen drauf zu, also sowas dann zu kombinieren.
14:08 Und ich muss sagen, dieses Psychologiestudium, da die ganzen Inhalte, die man da so hat, bringt mich einfach in der Sichtweise nochmal. Man geht mit einer anderen Sichtweise an manche Themen ran. Man wird sensibilisiert. Wo achtet man viel genauer auf, wo hört man genauer zu? Wo gehört man genauer hin? Für mich ist es einfach wichtig zu erkennen, wo steht gerade der Kollege? Wo muss ich vielleicht unterstützen? Braucht der vielleicht? Also ich bin jetzt nicht der Psychologe im Unternehmen. Das will ich auch gar nicht sein. Aber ich möchte sensibilisiert dafür sein, besser auf nochmal Mitarbeiter, Kollegen eingehen zu können und besser abzuschätzen, wo liegen jetzt seine Bedürfnisse. Und ich glaube, dass es zukünftig, wenn ich mir so unsere Umwelt angucke, dass es so Positionen sind, die sich nach und nach generell in den Unternehmen aufbauen werden.
15:01 Also sowas, weißt du, Jule, man hat ja so vor zehn Jahren, ich weiß gar nicht, wie lange wir mittlerweile schon diese Position Digital Manager haben, gab es ja vor. Also vor 20 Jahren gab es die noch nicht. Ich glaube, das auch, genau, gibt es nicht. Oder mittlerweile hat man ja auch Sozialarbeiter an Schulen oder sowas fest integriert. Und ich glaube, so ein psychologischer Berater, den wird es auch irgendwann in den anderen großen Firmen geben, bei Apple, bei IBM. Man findet auch nirgendwo mehr irgendwelche Hilfe. Also ich merke das auch mittlerweile, das finde man irgendwo einen Psychologen oder eine psychologische. Und es geht ja nicht immer nur darum, ich bin krank und brauche jetzt einen Psychologen, sondern einfach, ich brauche manchmal einfach ein bisschen Unterstützung, ein bisschen Beratung. Ich brauche einen, der mich moderiert, der mich sieht. Dieses Work-Life-Balance, was ja so ein ganz großes Thema ist, beschreibt es ja schon.
15:51 Also das Gleichgewicht zwischen Privat und auch Arbeit. Und demzufolge muss ich mich auch bis zu einem gewissen Grad natürlich auch mit dem privaten Bereich meines Mitarbeiters beschäftigen und auseinandersetzen. Genau, wie du sagst, Partnerschaft. Genau, nicht nur Gruppen für den Chef oder die Chefin, sondern auch auf Augenhöhe Wertschätzung spielt da wieder eine Rolle natürlich. Der Begriff Wertevermittlung so ein bisschen, dass man so zueinander da ist. Gerade in den Zeiten auch von dem so Fachkräftemangel, das böse Wort. Und dann muss man halt natürlich versuchen, Mitarbeiter auch zu halten, deren Probleme ernst zu nehmen. Und ich finde den Ansatz von dir super. Also ich ziehe den Hut vor dir, dass du dir das jetzt noch aufgepackt hast, neben deinem Fulltime-Job und deiner Family.
16:41 Aber ich finde es wichtig und ich denke auch, so wie du, dass sowas in Zukunft viel wichtiger wird und solche Jobs oder auch solche Skills auch gefragt sind, glaube ich, in Zukunft in solchen Unternehmen, also nicht nur im Autohandel. Ja, also erstmal danke. Ja, für mich ist es halt ein richtig gutes Add-on zu meinem jetzigen Bereich, den ich habe. Und du hast es gerade angesprochen, Fachkräftemangel, vor allem Sicherung. Also das ist für mich ein Ansatz, um auch Fachkräfte zu sichern. Nämlich auch menschlich für die noch ein Ansprechpartner zu sein, in deren Belange. Und ich kriege auch in meinem Umfeld mit, bei mir selber, wenn ich jetzt irgendwo, auch mal irgendwo, weiß ich nicht, eine Reklamation habe oder so. Alles wird umgestellt auf digital, überall. Also ich bin dann, kriege ich eine Nummer, ich bin nur noch ein Ticket, ich habe einen Computer irgendwo an der Leitung.
17:32 Aber ich, für mich ist es ganz wichtig, im Unternehmen dieses Thema Mensch weiter in den Fokus zu behalten und auch zu stellen. Ich möchte ansprechbar sein für meine Mitarbeiter und auch für meine Kunden. Also diese andere Geschichte, Digitalisierung hin oder her, aber auch da, finde ich, nur bis zu einem gewissen Punkt. Sehr gut. Dann weiß ich auch aus Gesprächen, dass du dich dem Thema Netzwerken so ein bisschen verschrieben hast. Also hast du eigene Treffen auch, lokal oder regional im Berliner Raum. Kannst du kurz darauf eingehen? Ja, ich habe, Jule, so wie du das Pink Network hast, habe ich auch das, ja, Ladies, auch so eine Art Ladies-Runde lokal bei mir im Bezirk, wo wir uns auch treffen.
18:21 Ja, das ist ja auch sehr wichtig, das ist ja auch sehr wichtig, das ist ja auch sehr wichtig, das ist ja auch sehr wichtig, so wie auch das Pink Network. So wie auch das Pink Network, weil einfach Frauen ja da nochmal in vielen Sachen einen anderen Blick haben oder anders sensibilisiert sind, eine andere Empathie auch für Sachen entwickeln. Und daraus entstehen einfach wieder neue Ideen und neue Ansätze und ich sage mir immer, Netzwerk ist ja dazu da, um sich Impulse abzuholen und daraus wieder Ideen entstehen zu lassen. Und ja, so ein Netzwerk habe ich und ich habe ja das Pink, das Pink-Netzwerk jetzt mit dir, wo ich auch mich schon ganz doll auf unser nächstes Treffen freue in Augsburg.
19:13 Und ansonsten noch lokal sind wir auch von den Wirtschafts-, haben wir auch einen Wirtschaftskreis, da sind 200 Unternehmen drin, wo wir auch regelmäßig zusammenkommen und ja auch Veranstaltungen gemeinsam kreieren und den Austausch einfach untereinander fördern. Und du, er macht ja auch viele Kundenveranstaltungen, ja genau, er macht ja auch viele Kundenveranstaltungen, das ist ja auch eine Art von Netzwerk einfach so, ich glaube, dass dir das einfach auch wichtig ist, so auf allen Ebenen sich auszutauschen und über Dinge auch zu sprechen, sowohl auf Kundenebene als auch auf Unternehmerebene. Ja, ich finde Netzwerk auf jeden Fall sehr, sehr wichtig. Klar, man muss auch Zeit fürs Netzwerk mitbringen.
19:56 Also, und ich sage mir immer, man muss auch gucken, dass man sich nicht übernetzt, weil im Endeffekt entsteht halt auch die Arbeit noch im Autohaus am Kollegen, wo wir beim Personal sind und da muss man irgendwie live in Farbe und vor Ort da sein und kann nicht nur netzwerken. Also, Netzwerk ist wichtig, aber ist nicht alles. Und gerade in Zeiten, wo es gut läuft, da auch nochmal kurz die Biege zurück zum Studium. Warum jetzt gerade, das fragen mich nämlich viele so, Mensch Jenny, du hast noch zwei kleine Kinder zu Hause und wo, wenn sobald die Ansprüche und Anforderungen nämlich im Betrieb umso höher die sind, oder da kommt mal die nächste wirkliche Krise auf uns zu, weil who knows, geht schneller als man denkt. Also, Corona war auch so schnell da, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Dann habe ich keine Zeit mehr nebenbei noch zu studieren und dann habe ich nämlich andere Sorgen.
20:46 Also, macht man es genau dann, wenn es gut läuft und sagt so, jetzt mache ich das. Und so ist es auch mit dem Netzwerk. Jetzt ist Zeit halt gerade, um wieder neues Netzwerk aufzubauen, neue Ideen sprudeln zu lassen. Und das kann sich halt ganz schnell ändern, auch im privaten Bereich, muss man auch so sagen. Manchmal schneller was dazwischen kommen, als man denkt. Toi, toi, toi. Ich klopfe mal auf Holz, dass das lange nicht der Fall sein wird und viel Raum für Neues lässt. Sehr gut, sehr gut. Genau. So, liebe Jenny, dann kommen wir schon zur letzten Frage und so ein bisschen kleiner Ausblick in die Zukunft, die Rolle des Autohandels. Transformation, Digitalisierung, alles nicht neu. Kennen wir alle schon. Aber wie siehst du so, wo wird der Autohandel so seinen Platz einnehmen? Welche Rolle wird der jetzt in Zukunft spielen, in naher, mittlerer Zukunft?
21:42 Weiß ich nicht. Weißt du nicht? Ja, weiß ich nicht. Also, man ist ja doch so ein bisschen fremdgesteuert, muss man einfach mal so sagen. Ich weiß nicht, wo geht die Reise mit den Herstellern? Herstellern hin. Ich weiß überhaupt nicht, um Gottes Willen, in Berlin, wo geht da politisch die Reise hin? Da. Punkt. Und natürlich auch Elektrifizierung. Also, wo geht da die Reise hin? Weiß ich auch nicht. Weil ich finde, das ist so ein komplexes Thema und da entstehen auch so viele Fragezeichen. Sind wir überhaupt in Deutschland allein schon stromtechnisch dafür ausgelegt? Ladesäuleninfrastruktur. Also, da knallen bei mir auch gerade schon wieder die Synapsen im Kopf.
22:29 Da gibt es einfach so, so viele Punkte, die da zu besprechen sind. Also, gerne im nächsten Podcast. Schlussendlich bleibt mir auch nur der Blick in die Glaskugel, wie jedem anderen auch. Mein Fokus ist halt gerade das Thema Mensch, wie du gerade, also, wie wir besprochen haben in dem Podcast. Und darin sehe ich die Zukunft. Weil die Menschen, egal was ich mache und egal, wie sich Automobil verändern wird, die Menschen sind morgen auch noch da. Und die, die es tun, sind auch die Menschen, die wir jetzt gerade ausbilden. Und deswegen, ich bleibe mit den Menschen und das ist mein Fokus und das ist meine Zukunft. Und wie und was wir dann gemeinsam machen mit meinen Kollegen von morgen, das werden wir sehen. Das bleibt spannend. Es ist eine wunderbare Antwort. Ich bin ganz glücklich damit. Deine Jenny-Antwort.
23:17 Wunderbar. Jenny, ich danke dir. Wie verrückt. Hat mir ganz viel Spaß gemacht. Danke auch für deine Unterstützung von Pink Network. Wir haben das beide ja, sagen wir mal, den Kick-Off gewuppt zusammen. Und wir sehen uns jetzt im März bei Christine Brandmeier. Bin ich auch schon ganz gespannt, wie das wird. Und dir wünsche ich alles Gute, viel Erfolg für dein Studium. Viele tolle Ideen, viele Impulse. Alles Gute für die Zukunft. Bin mir sicher, du rockst das. Und wir sehen uns. Ich danke dir, Jenny. Ich danke dir auch vielmals, Jule. Ganz herzlich. Bis dann. Tschüss.
