Benzingespräche · Folge 21 · · 25 Min
Marcel Schultz, Vertriebsleiter Digitalisierung der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK)

Kernaussagen
- Der Autohandel muss sich digitalisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Online-Marketing bietet messbare Erfolge und gezielte Ansprache.
- Neue Marktteilnehmer könnten traditionelle Plattformen herausfordern.
- Kreativität und lokale Präsenz sind entscheidend für den Erfolg.
- Internationale Märkte bieten wertvolle Einblicke in zukünftige Entwicklungen.
- Die Kombination aus digitalem und lokalem Marketing ist der Schlüssel zum Erfolg.
Worum es geht
Let´s go ditigal! Ein Gespräch zur (Marketing)Lage des deutschen Autohandels Welchen Weg schlägt man ein, wenn man quasi im elterlichen Autohaus groß wird und der Vater Rallye begeistert ist? Bringen Auslandsaufenthalte weiter? Wo lernt man am meisten? In der Vorlesung oder abends mit den Kommilitonen? Spaß beiseite! Es geht natürlich auch um für die Autobranche sehr relevante Themen, denn Marcel Schultz ist ein absoluter Fachmann auf dem Gebiet Digitalisierung und Onlinemarketing. Sehr interessant sind seine Erkenntnisse aus den "digidays" des BDK. Dort konnte er mit vielen Autohändlern sprechen und erfahren, wie die Lage "da draußen" gerade wirklich ist. Ist die Branche gleich mehrere Jahre im Onlinemarketing hinterher? Wie ist der Umgang zwischen Handel und Hersteller? Wir erfahren spannende Erkenntnisse! Ruhig und sehr objektiv berichtet Marcel von all dem und trifft richtige und wichtige Aussagen. Wie immer: Wer das verpasst, verpasst was! Links: Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK): https://www.bdk-bank.de
Zusammenfassung
Der Autohandel befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Während traditionelle Marketingmethoden zunehmend an Bedeutung verlieren, rückt das Online-Marketing immer mehr in den Fokus. In diesem Beitrag beleuchten wir die aktuellen Trends und Herausforderungen im Autohandel und geben einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen.
Der Wandel im Autohandel
In der Vergangenheit war der stationäre Handel das Herzstück des Autoverkaufs. Doch mit der Digitalisierung hat sich das Konsumentenverhalten verändert. Kunden informieren sich heute online über Fahrzeuge und erwarten eine nahtlose Integration von Online- und Offline-Erlebnissen. Dies erfordert von Autohändlern eine Anpassung ihrer Marketingstrategien.
Online-Marketing als Schlüssel zum Erfolg
Online-Marketing bietet Autohändlern die Möglichkeit, ihre Zielgruppen gezielt anzusprechen und den Erfolg ihrer Kampagnen zu messen. Social Media, Suchmaschinenoptimierung und Content-Marketing sind nur einige der Instrumente, die heute unverzichtbar sind. Autohäuser sollten in Mitarbeiter investieren, die über die nötigen digitalen Kompetenzen verfügen, oder externe Experten hinzuziehen.
Chancen und Risiken der Digitalisierung
Die Digitalisierung bietet nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken. Neue Marktteilnehmer und Plattformen wie Amazon Vehicles könnten traditionelle Marktplätze herausfordern. Autohändler müssen flexibel bleiben und ihre Geschäftsmodelle anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Blick in die Zukunft
Ein Blick auf internationale Märkte, wie den chinesischen oder amerikanischen, zeigt, wie sich der Autohandel entwickeln könnte. Es ist entscheidend, Trends frühzeitig zu erkennen und darauf vorbereitet zu sein. Lokale Händler können durch Kreativität und Kundennähe punkten, während nationale Anbieter oft mit Reichweite überzeugen.
Fazit
Die Zukunft des Autohandels ist digital. Autohändler, die sich frühzeitig auf die neuen Gegebenheiten einstellen und ihre Marketingstrategien anpassen, werden langfristig erfolgreich sein. Die Kombination aus Online-Marketing und lokaler Präsenz ist der Schlüssel, um in einem sich schnell verändernden Markt zu bestehen.
Links aus der Folge
Gespräch als Text
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00:00 Schön, dass du dran bleibst. Weiter geht's. Wir heben mal den Blick, gucken jetzt nicht mehr in den Rückspiegel oder senken den Blick. Jetzt machen wir mal das Fernlicht an, jetzt gucken wir mal in die Zukunft. Das ist so der nächste Teil.
00:24 Ich spreche an der Stelle mal ganz gerne im Allgemeinen über den Wandel im Autohandel. Und da würde ich das gerne mit dir so ein bisschen Richtung Marketing eingrenzen. Und wie bewertest du, jetzt haben wir gerade in die Vergangenheit geguckt, jetzt gucken wir mal so ein bisschen auf jetzt und morgen. Wie bewertest du die sich verändernden Anforderungen an den Autohandel, erfolgreiches Marketing zu machen? Also erstmal, ich glaube nicht, dass dieser stationäre Handel sich komplett auflöst. Wir nur noch uns online bewegen müssen und entsprechend nur noch Online-Aktivitäten machen müssen. Aber die Prioritäten verschieben sich ganz deutlich. Also ich sag mal, jetzt noch groß in Anzeigen im lokalen Wochenblatt zu investieren, sollte man sich halt dreimal überlegen meiner Meinung nach.
01:14 Weil die Frage ist einfach, wer guckt da rein? Und die Frage ist auch, wie kann ich es messen? In den meisten Fällen gar nicht. Es sei denn, ich habe da einen Coupon für Cola und Würstchen am Samstag. Dann mag das noch funktionieren. Ansonsten denke ich, dass wir uns mehr und mehr um die Online-Marketing-Themen kümmern müssen. Sprich, wir müssen jemanden haben, der affin ist, der sich damit auskennt. Also entweder eine festeingestellte Person oder halt jemanden, den man als Freelancer zum Beispiel hat. Und ja, die Themen vorantreibt, die auch relevant sind dann halt für den eigenen Markt und für das eigene Geschäftsmodell. Ist natürlich, ob jetzt ein Freelancer oder wenn man sich einen Angestellten ins Team holen möchte, auch nicht einfach.
02:02 Weil man einfach auf einen Arbeitsmarkt trifft, wo diese Leute sowieso schon von einer anderen Branche, von der Werbebranche her schon irgendwie auch gesucht werden oder absorbiert sind. Ja, aber teilweise gibt es auch richtig gute Leute, die schon im Autohaus arbeiten, wo man es nicht weiß. Ja. Also ich habe in der Vergangenheit viele, viele Leute kennengelernt im Autohaus, die zum Beispiel dann im Verkauf Juniorverkäufer waren und wo sich ein Gespräch herausgestellt hat, dass die fantastisch fotografieren können, weil sie halt Hobbyfotografen sind. Oder, dass die extrem gut in Facebook-Marketing sind, weil sie für ihren lokalen Verein halt da auch Werbung betreiben. So, und sowas kann man sich dann ja zunutze machen und das weiter ausbauen. Man kann ja auch die Leute zu befähigen, wo man merkt, okay, die haben eh schon eine Affinität dazu, jetzt pushen wir die mal und bringen die halt an einen Punkt, wo die halt selbstständig solche Themen dann beackern können im Autohaus.
02:58 Also Talente entdecken und fördern. Ja, genau. Und wenn die eh schon im Team sind, braucht man ja ganz viele Anstrengungen auch nicht machen. Genau, ja. Ja, das ist auf jeden Fall ein guter Punkt. Sonst sagst du ja auch, es gibt einen deutlichen Shift Richtung Online-Marketing und weg von, ich sage mal, klassischem Marketing. Also ist bei uns auch so die Wahrnehmung? Definitiv. Also wenn ich jetzt mir meine Geschäftszahlen in den letzten Jahren anschaue, womit ich welchen Umsatz gemacht habe, hat sich das auch definitiv so entwickelt. Merken aber schon noch, Print ist nicht tot. Es verschiebt sich aber, also die Instrumente begrenzen sich immer auf so ein paar Instrumente nur und Online-Marketing wird breiter.
03:45 Das sind Herausforderungen definitiv, vor allem wenn die Händler da nicht so weit sind. Ja, vor allem macht es auch Sinn, jetzt schon mal den übernächsten Schritt zu überlegen, was kommen könnte, dass man besser darauf vorbereitet ist. Aber wenn wir jetzt mal so ein bisschen weiter schauen, wir gucken uns mal andere Märkte an, wie zum Beispiel der amerikanische Markt, der asiatische Markt, funktioniert gerade in China, die ja viel, viel weiter sind. Kann man zumindest schon mal schauen und gucken, okay, ist das realistisch für den deutschen Markt? Betrifft mich das eventuell auch demnächst? Und wenn ja, was kann ich tun, damit mein Geschäftsmodell nicht allzu sehr angegriffen wird? Wenn ja zum Beispiel Amazon Vehicles in den USA, die ja nun auch die Fahrzeugbestände der Händler bei Amazon darstellen, was bedeutet das denn? Also haben wir in Zukunft überhaupt noch Marktplätze wie mobile.de und Autoscout oder geht das über einen ganz anderen Kanal in Zukunft? Wird vielleicht Google das irgendwann machen, weil mit Google Shopping ist ja theoretisch die Möglichkeit auch da.
04:36 Ja, Beispiel Google Jobs, ne? Google Jobs. Google Jobs heißt nicht Karriere, ne? Genau, über Nacht sind die halt Marktführer in dem Bereich geworden. Wahnsinn. Und Monster.de und Stepstone und wie sie alle heißen, haben jetzt ein Stück weit das Nachsehen, weil bevor ein Nutzer überhaupt auf deren Seiten sind, voraus gibt es natürlich, man gibt es nicht direkt ein, landen die erstmal bei Google und Google spielt schon die Jobs entsprechend aus. Und genauso, warum soll es nicht so sein, wenn ich anfange über ein Auto nachzudenken, ich google ein Auto, dass dann entsprechend schon die Angebote ausgespielt werden. Weil wir haben es in anderen Bereichen, in der Elektronik, im Elektronikbereich haben wir es ja auch schon. Sobald ich anfange, Suche zu starten, kommen die Angebote.
05:21 Ja, ja, absolut, also da, da, etwas Spannendes kommt da auf uns zu, ne? Ja. Also nicht nur, ich finde das, für die Autobranche empfinde ich das immer so als so eine super spannende Zeit, weil sich das, weil sich die Antriebstechnologie und die Energiequelle irgendwie gerade verändert und da ganz viel in der Industrie passiert. Gleichzeitig passiert so unfassbar viel mit dem Thema Digitalisierung und Online-Marketing, dual. Ja. Und das ist für uns so als Spezialisten in dem Bereich natürlich auch, ja, eine unfassbar interessante, schnelllebige Zeit, hat Risiken und auch Chancen. Ist auch das, was quasi meine nächste Frage so ein bisschen vorwegnimmt. Machen dir da gewisse Entwicklungen, die da gerade stattfinden, machen die dir Sorgen oder siehst du nur Chancen?
06:12 Also ich wünschte, ich würde nur Chancen sehen. Ich sehe ja ganz viele Risiken tatsächlich in den Bereichen, wo Branchenfremde sich breit machen und damit auch Erfolge erzielen. Also wir haben ganz viele, ganz viele Unternehmen, die kommen und gehen, die sind wieder weg nach ein paar Monaten, nach ein paar Jahren. Wir haben auch die, die sich immer weiter etablieren und die auch immer mehr schauen, wie sie weiter, ja, ihr Geschäftsmodell ausbauen können. Und das geht in den meisten Fällen zulasten des klassischen Handels, des klassischen Services, die wir jetzt im Outdoors haben. Ja, fällt mir gerade ein, so ein Marktteilnehmer einzu, ja. Genau, wissen wir wahrscheinlich alle. Ich will das auch gar nicht schlecht reden. Da gibt es viele Gute, die einen guten Job machen. Aber es bedeutet für uns halt auch, dass wir umdenken müssen, dass wir uns darauf vorbereiten müssen und irgendwie halt auch eine Alternative bereit haben müssen.
07:03 Und das jetzt näher zu beleuchten, ich sehe nur gerade in der Händlerschaft, wie hoch inzwischen oder so in den letzten sechs Monaten, würde ich es fast sogar eingrenzen, wie hoch oder wie sehr, wie viel Aufwand betrieben wird, um Fahrzeuge anzukaufen. Ja, richtig. Das ist, also, das ist nicht klassisch unsere Baustelle. Auf der Seite arbeiten wir nicht, außer, dass wir Tools in Websites integrieren von irgendwelchen Anbietern. Aber ich höre das fast bei jedem Händler, wir haben jetzt das in so ein Ankaufstool integriert, wir haben das hier, also das ist schon Wahnsinn, wie da ein Marktteilnehmer auf einmal da ist, obwohl er nicht auf einmal da war. Ja. Und dann so, oh ja, jetzt müssen wir aber mal schauen, wo kriegen wir denn Nachschub her für ein lukratives Business.
07:54 Ja, ja, richtig. Aber auch da wieder der Punkt von vorhin, Lokalität, weil ein national agierender Startup, Konzern, was auch immer, kann niemals so gut lokal sein, wie der lokale Händler vor Ort. Und da geht es dann halt um Kreativität, also es geht nicht darum, Millionenbudget zu haben oder bereitzustellen, sondern es geht darum, kreativ in den lokalen Markt zu gehen. Und das kann ein national agierendes Unternehmen nicht machen. Ja, da fällt mir, würde ich jetzt sagen, Reichweite gegenüber Trust. Genau, richtig. Vor einigen Ausgaben war der Frank Lenz bei mir hier zu Gast und die wissen, wo sie ihren Zukauf quasi wieder herkriegen, weil die ganz genau im Auge haben, lokal, was passiert mit deren verkauften Autos.
08:44 Genau. Die wissen, wenn die wieder auf den Markt kommen. Genau, richtig. Also, das ist ganz weit vorne, würde ich sagen, für einen Händler, dass der das weiß, wie auch immer, die Technologie dahinter ist bekannt, aber die ist echt komplex. Ja. Und da haben nicht viele einen Pack an. Ja. Es gibt so Leuchtturmhändler, die wirklich richtig geil aufgestellt sind. Der ist richtig geil aufgestellt, aber der hat es auch vor Ort. Es ist genauso geil, also logistisch aufgestellt. Das ist wirklich Wahnsinn. Also, es gibt diese Leuchtturmhändler, die halt schon, die sind nicht fertig mit der Transformation, aber die sind auf einem super Weg. Ja. Und das ist dann immer schön zu sehen. Ja. Teilweise müssen wir dann auch schauen, dass wir uns von diesen alten Zöpfen dann lösen, weil gerade wenn wir im direkten Austausch mit dem Kunden sind und irgendwie mitkriegen, ja, es steht irgendwie Familienzuwachs an oder, oder, oder, muss es halt dokumentiert werden, weil das ist ja schon ein Indiz dafür, dass ein Autotausch ansteht.
09:40 So, wo wird das dokumentiert und was wird aus diesen Daten gemacht? Wenn ich mir jetzt mal die Systemlandschaften angucke, teilweise geben die Systeme das gar nicht her. Teilweise sind das Systeme wieder von Herstellern und Importeuren, die zwar, ich sag mal, für das tägliche Doing okay sind, aber dann keine Exportmöglichkeiten haben. Und schon gar keine Importfunktion. Keine Importfunktion, das ist sehr, sehr schlecht für weitere Marketingmaßnahmen und da muss halt dann ein Umdenken stattfinden, da muss man sich halt bewusst lösen von diesem System und sagen, okay, wir machen unser eigenes. Ja, aber dann hast du eine Marke im Rücken, die das verlangt, dann hast du zwei Systeme und mit zwei Systemen, wir reden jetzt über den Verkauf vielleicht, dann kommt noch die Werkstatt dazu. Das ist ein Kampf, der wahrscheinlich auch ausgetragen werden muss, weil da sind zwei Interessen, die aufeinander stoßen, aber am Ende des Tages, wenn es ein Unternehmer ist, es geht ums nackte Überleben.
10:36 Es ist einfach so und Hersteller, Marke, hin oder her, nur es bringt uns nichts, wenn man in Schönheit stirbt und irgendwo muss man auch zugucken und den Mittelweg finden zwischen, ich habe einen Vertrag mit Hersteller und Importeur und ich möchte überleben. Ich möchte die Familien ernähren von den Mitarbeitern, die bei mir tätig sind und irgendwie auch weiterkommen. Die haben ja eine Verantwortung. Genau. Das sagte letztens auch ein Gast bei mir, dass es halt eine riesen Gemengelage und eine riesen Anforderungsliste gibt, die auf einen einprasseln, aber man sich auch dessen bewusst sein muss, dass man Verantwortung trägt für nicht nur sich selber, sondern halt für alle Beteiligten am Unternehmen.
11:22 Ja, also man hat das auch vor ein paar Jahren gesehen, wenn wir jetzt mal beim Thema Website sind, war es halt so, dass die Hersteller ja sehr stark auf diese Partner-Händler-Websites gesetzt haben und jedem Händler das auch aufs Auge gedrückt haben im Endeffekt. Verpflichtet haben. Verpflichtet haben. Teilweise stand es in den Händlerverträgen mit drin, dass man so eine Seite hat, dass man die auch pflegt und so weiter und so fort. Hatte zur Folge, dass die Sichtbarkeit des einzelnen Händlers dann darunter gelitten hat, weil die Seiten halt auch nicht immer optimiert sind auf die Region zum Beispiel. So, inzwischen merkt man eine Rolle rückwärts, dass gerade bei den Importeuren jetzt wieder gesagt wird, okay, du darfst eine eigene Website haben, bitte verlink dann die Partner-Website und so weiter und so fort, damit auch du die Luft zum Atmen, die Luft zum Arbeiten hast.
12:15 Weißt du von mehr als einem? Ich weiß von einem. Ich weiß von dreien. Von dreien? Ja, können wir uns nachher mal austauschen. Auf jeden Fall. Ich bin ja schon froh, dass es mehr als einer ist, weil für die Marke arbeiten wir hier auch und da ist mir das relativ zeitnah zu Ohren gekommen und ich dachte, Mensch, das ist ja mal ein Applaus wert. Ja. So eine Einsicht und das ist ein Riesenthema. Händler-Websites, also Händler-Partner und eigene Händler-Website ist ein Riesenthema. Da halten wir uns aber auch so ein bisschen raus, weil wir sind keine Website-Programmier-Agentur. Das ist nicht unsere eigentliche Kernkompetenz, auch wenn wir das gelegentlich machen und auch inzwischen ein System haben, was wir da guten Gewissens einsetzen können, aber wir sind woanders zu Hause und deswegen sind wir auf diesem Spannungsfeld gar nicht großartig zu Hause, weil auch ohne eine Marke zu nennen, etwas anderes Thema, Google Ads.
13:14 Es gibt Marken, die steuern das für ihren Handel aus und sind da schon richtig gut und da gibt es so eine unausgesprochene Absprache zwischen der Marke und uns, dass wir diesen Händlern keine Ads verkaufen, weil es einfach, es wird sich gegenseitig hochbieten und hochschaukeln und das macht keinen Sinn und da muss man auch einfach sehen, Sinn und Unsinn für einen Händler und da machen wir nicht auf Biegen und Brechen, verkaufen da unser Produkt, sondern da gucken wir halt hin, was macht da Sinn und wenn der da schon gut aufgestellt ist, dann können wir den woanders unterstützen halt und auf das Spannungsfeld mit der Website wollen wir nur, wollen wir auch nicht so unbedingt mittanzen, den heißen Tanz. Ja, also ich hoffe, dass das weiter jetzt auch bei anderen Importeuren und Herstellern, ja, das ist auf anderen Erkenntnis oder zumindest eine Diskussion, die Diskussion haben sie sowieso schon.
14:04 Ja, Diskussion, die wird ja schon seit Jahren geführt, aber dass da auch eine gewisse Einsicht ist, dass es halt da um mehr geht als CI, Corporate Design, Standards etc., sondern Es geht auch einfach darum, sich lokal darzustellen, den Unterschied zu anderen halt herauszustellen und ich meine, es sind keine McDonalds-Filialen. Bei McDonalds ist es relativ egal, da sieht jede Filiale gleich aus, da interessiert es auch keinen, wer dahinter steht, wer der Betreiber ist. Beim Autohaus ist es noch ein bisschen was anderes, weil allein das Geld, was ich da lasse, ist ja auch etwas höher als bei McDonalds. So, und deswegen ist es auch so schade, diese Entwicklung, der Händlername wird immer kleiner draußen an der Signalisation, eigene Website ist nicht mehr gewünscht, also wo kommen wir da hin? Irgendwann sind wir komplett im Franchise und dann brauchen wir gar keinen Namen mehr und dann ist es nur noch der Fiat, der Mazda, der Toyota, was auch immer.
14:53 Ja, aber nicht mehr der Händler. Ja, richtig. Ich habe mein Buzzword-Bingo als nächstes, was ich jetzt umgetauft habe in Un-Buzzword-Bingo, weil es sind einfach keine Buzzwords da drin, aber es sind Begriffe, wo ich immer schaue, was ich meinem Gegenüber mal kurz an den Kopf schmeiße und der mal spontan antwortet.
15:16 Print-Marketing? Ja, hatten wir ja eben schon angeteasert, also ich sage mal Auslaufmodell. Online-Marketing? Potenzial. Neuwagenvertrieb? Zukunft. Händler-Website vom Hersteller? Ja, sehr schönes Thema. Können wir ja direkt weitermachen. Das kam ja gerade durch Zufall auf und ich wusste schon, was ich nicht fragen will, von daher, sag mal was, in Kürze. Nicht zielführend. Es ist einfach nicht zielführend. Also es gibt so viele Punkte, die dagegen sprechen. Wir haben ja eben schon über Suchmaschinenoptimierung gesprochen.
16:01 Das ist halt nicht optimal. Wenn es nicht vernünftig gepflegt wird, ist nicht optimal. Wenn es dem Endkunden keinen Mehrwert bietet, ist nicht optimal. Wenn man seine Tools, die man für diese Website braucht, nicht einbinden kann, ist nicht optimal.
16:15 Ja, absolut. Wo du das gerade aufgezählt hast, es ist halt überhaupt nicht aus der Sicht des Endkunden gedacht. Genau. Das ist absolut, das ist ganz häufig ein Thema. Da werden ganz tolle Sachen gemacht, aber es fehlt ganz häufig die Sicht des Endkunden. Ich habe ja gerade gesagt, wir machen häufig für gewisse Händler mit gewissen Herstellerverträgen keine Google Ads, weil es einfach da keinen Sinn macht. Wir machen es aber dennoch für andere Hersteller oder für andere Marken oder für andere Händler mit anderen Marken. Und da sind wir sehr erfolgreich. Und das ist so erfolgreich nicht, weil wir so ein geiles technologisches System da stehen haben, sondern weil wir aus einer anderen Sicht daran gehen.
17:06 Wir machen Ads, wir nehmen nicht das Keyword Bundle von den Herstellern und machen da noch zwei mit Sternchen, was weiß ich, Essen und Dortmund dahinter, sondern wir überlegen, wonach wird denn potenziell gesucht, derjenige, der an der Customer Journey, an dem richtigen Punkt ist gerade generell bei Google, was zu suchen. Und wir machen da auch einige Longtails rein. Und da wird es dann, wir versuchen das aus der Kundensicht zu sehen und da sind wir, am Anfang habe ich immer gedacht, hey Mensch, nicht schlecht, schon wieder gut gelaufen und hin und her. Aber es hat inzwischen System und das kann nur darauf zurückzuführen sein, dass man halt den Blickwinkel des Kunden einnimmt im Marketing. Und das ist leider ganz häufig, wahrscheinlich nicht nur in der Autobranche so, ganz häufig nicht mehr der Fall. Da wird Marke, CI, Botschaft und mal gucken, wer darauf anbeißt.
17:57 Ja, also auch da wieder diese regionalen Unterschiede. Also wir haben zum Beispiel beim Digi Day, haben wir die erste Folie, haben uns den Spaß gemacht und wir haben nicht immer Willkommen geschrieben, über Willkommen, Willkommen, Willkommen, sondern wir haben im Norden halt Moin geschrieben. Wir haben, jetzt haben wir Gute Dach, haben wir halt in Düsseldorf geschrieben und im Süden haben wir halt Servus geschrieben, dass wir halt diesen lokalen Aspekt mit berücksichtigen. Und das kommt halt extrem gut an. So, und wenn wir jetzt mal im Vertrieb schauen, ein Endkunde fühlt sich ja mehr abgeholt, wenn er irgendwelche Verbindungen zu seiner Heimat hat. Und wenn es nur tatsächlich das Foto ist aus seiner Heimatstadt. Und wenn wir mit Kampagnen fahren, dass wir nicht irgendwie eine Stadt in China abbilden, sondern halt meinen lokalen Ort.
18:44 So, und genauso ist es mit den Texten, weil teilweise schreiben die Leute ja sogar anders, wenn man mal so eine Keyword-Analyse macht und im Norden guckt, im Süden guckt, da werden im Süden andere Sachen eingegeben als im Norden. Für letztendlich das gleiche Thema. Ja. Auch ein spannender Aspekt, ich habe mir gerade eine Notiz gemacht. Keywords lokal. Ja, Rechnung folgt dann. Ja, ich weiß ja gerade nicht, in welcher Funktion du vor mir sitzt. Im Privater nämlich. Ja, stimmt, ja. Keywords lokal. Ja, vielen Dank dafür. Und ich habe zum Schluss immer noch so meine Lieblingsabschlussfragen, die ich auch versuche nicht zu verändern, weil da bin ich echt immer gespannt.
19:31 Da hat jeder eine andere Meinung und das ist total gut. Und was glaubst du, erwartet die Autobranche in drei bis fünf Jahren für den Handel und für den Hersteller? Also, ich glaube, ich befürchte, dass uns noch ein ziemlicher Kampf bevorsteht tatsächlich zwischen Handel und Hersteller, weil die Fronten aktuell bei vielen Herstellern sehr verhärtet sind. Das merkt man auch, wenn man gerade bei den Händlerverbänden schaut, welche Themen. Da wird teilweise geklagt aktuell. Genau, richtig. Also, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das wird auch noch eine unruhige Zeit werden. Irgendwann, wenn die sich alle wieder beruhigt haben, hoffe ich, denke ich, spätestens dann, wenn ein Hersteller zum Beispiel merkt, Direktvertrieb ist doch nicht so einfach, dann werden alle wieder so ein bisschen zur Vernunft kommen.
20:16 Und das nächste Thema ist natürlich, wie schnell schreitet jetzt dieser Mobilitätswandel voran? Also, wie schnell sagen die Leute, ich brauche kein eigenes Auto mehr? Wie schnell ist die Elektromobilität da? Weil dann haben wir im Service nämlich noch ein Thema. Wenn ich jetzt überlege, so Wasserstofffahrzeuge oder Elektrofahrzeuge, was wird da an Wartung gemacht? Da wird die Kühlflüssigkeit alle paar Jahre mal ausgetauscht, das war's. Bremsbelege werden auch seltener gewechselt, weil rekuperiert wird.
20:44 Ja, also da müssen wir uns auf jeden Fall auf einiges einstellen. Und auch da wieder ist, glaube ich, wichtig, dass wir wachsam sind und im richtigen Zeitpunkt dann Maßnahmen ergreifen, um da irgendwie das Geschäft zu sichern. Ich habe spontan noch ein Unbuzzword, was mich interessieren würde, weil du gerade Antriebe und so gesagt hast. Diesel. Tja, Diesel, schwierig. Also, wenn du mich privat fragst, ich habe jetzt keinen Diesel mehr. Also, mein letzter war ein Campervan und ich habe vorletztes Jahr halt einen Benziner gekauft. Lag zum einen daran, dass der Wagen einfach da war. Zum anderen auch, weil ich so ein Stück weit diese Fahrverbote umgehen wollte und möchte.
21:28 Das ist ein Auslaufmodell, meiner Meinung nach. Also, das wird jetzt langsam, aber sicher verschwinden. Liegt aber auch zum großen Teil, glaube ich, daran oder hängt davon ab vielmehr, wie die Unternehmen ihre Fuhrparks weiter ausgestalten. Weil ganz viele Unternehmen haben in ihrer Car Policy immer noch die Diesel drinstehen. Solange es drinsteht, ist das eine sichere Bank. So, wenn das rausgenommen wird und die Unternehmen umdenken, sagen auch, wir möchten dem Kunden gegenüber anders auftreten, wir möchten vielleicht Hybrid fahren oder Elektro sogar, dann wird das sehr schnell einen Wandel geben. Weil wenn wir sehen, wie viele Fahrzeuge da draußen ja Geschäftswagen sind. Ja. Bei uns zum Beispiel sind fast alle Fahrzeuge Dieselfahrzeuge. Wenn wir jetzt sagen, wir ändern die Car Policy, dann wird bei uns auch einiges passieren. Okay. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto?
22:18 Ja, das ist witzig, weil die Anekdote wurde ja letztes Mal bei Philipp Groschke schon herausgenommen. In Hamburg gibt es ja schon dieses autonom fahrende Bus letztendlich, der da durch die HafenCity fährt. Bin ich noch nicht mitgefahren, ich kenne ihn jetzt nur von außen. Na. Ja, aber es geht ja tatsächlich darum, Individualverkehr und wie sitze ich da drin. Also wenn ich sehe, was da in den letzten Jahren für Fortschritte gemacht wurden, dauert es glaube ich nicht mehr lange, dass man theoretisch damit fahren könnte. Die Technik gibt es her. Sehr gute Antworten. So praktisch ist es aber so, dass unsere Straßen das zum Beispiel gar nicht hergeben. Bin eben über die Leverkusenbrücke gefahren und habe mir mal diese gelben Streifen von der Baustelle angeschaut, die kreuz und quer gehen. Ich frage mich, irgendwo muss ja jetzt hier letztendlich der Messpunkt sein, auch für die Technik, dass sie sagt, okay, jetzt führen hier vier Linien irgendwie in unterschiedliche Richtungen.
23:11 Welche berücksichtige ich denn mal? Die Begrenzung ist auch irgendwie irreführend. Also selbst als Mensch sagt man ja, okay, wo muss ich denn jetzt langfahren? Wie soll die Technik das dann verstehen? Also unsere Straßen müssen erstmal vernünftig ausgebaut sein. Das Ampelsystem muss halt abgestimmt sein. Das muss halt auch mit dem System sprechen können. Straßenmarkierung, wie gesagt, ist, glaube ich, so ein ganz großes Thema. Verkehrszeichen sind ein Thema, weil die auch vollkommen irreführend sind mit den ganzen Ausnahmen und Bedingungen, die wir noch da drin haben. Ja, und der Ausgestaltung, was da teilweise an Verkehrsschildern wie und welche Reihenfolge besteht, ist ja auch teilweise interessant. Genau. Also ich glaube eher, dass die Autozulieferer und die Hersteller darauf warten müssen, dass der Gesetzgeber da mal Maßnahmen ergreift und wir dann damit durchstarten können. Und jetzt die Frage, wann fährst du das erste Mal wirklich autonom im Individualverkehr?
23:59 In Hamburg, nicht? In Hamburg. Ja, Hamburg City wird schwierig mit dem ganzen Chaos, aber ich würde jetzt mal 15 Jahre sagen. Okay. Ja, Dankeschön. Ich habe zu danken. Das war äußerst interessant. Jetzt gerade, weil du auch aus dem Marketing kommst und auch diesen persönlichen Background aus dem Autohaus. Den habe ich jetzt nicht, aber seitdem ich denken kann, das sind meine ersten Erinnerungen an den grünen Käfer meiner Mutti und mein erstes Auto, ein Opel Manta meines älteren Bruders mit Vogtschwanz. Also da habe ich irgendwie auch eine Prägung. Das fand ich total interessant und danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Sehr gerne. Und dann schauen wir mal, was da so in der nächsten Zeit kommt.
24:46 Wir werden uns schon demnächst in Würzburg wiedersehen. Genau. Und nächstes Jahr wahrscheinlich wieder in Hamburg. Genau. Und dann bleiben wir mal. Machen wir noch mal ein Interview. Genau. Dann können wir nämlich im nächsten Jahr theoretisch mal ein Review machen, was so eingetreten ist und was so kommt. Genau. Ob wir richtig lagen mit unseren Annahmen. Ganz genau. So wie Glaskugel kontrollieren. Ja. Ja. Vielen Dank. Und vielen Dank auch euch fürs Zuhören. Und ich hoffe, euch hat es gefallen. Es war eine spannende Folge. So habe ich es empfunden. Und bald geht es schon weiter. Bis dahin. Ciao. Macht's gut. Tschüss.
