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Benzingespräche · Folge 130 · · 26 Min

Beijing Motor Show 2024 mit Philipp Sayler von Amende, CEO & Co-Founder von Carwow

Cover des Podcasts Benzingespräche

Philipp Sayler

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Kernaussagen

  • Chinesische Automarken dominieren die Elektrofahrzeugszene.
  • Die Beijing Auto Show zeigt die Innovationskraft Chinas.
  • Autonomes Fahren ist ein zentraler Entwicklungsschwerpunkt.
  • Europäische Hersteller stehen vor Herausforderungen durch EU-Zölle.
  • Lokale Marktanpassung ist entscheidend für den Erfolg.

Worum es geht

Beijing Motor Show 2024 - Das neueste der Automobilindustrie in China In dieser Episode des Podcasts spricht Tim mit Philipp Seiler, CEO und Co-Founder von Carwow, über die Beijing Auto Show 2024 und den chinesischen Automarkt. Sie diskutieren die Eindrücke von der Autoshow, das Straßenbild in China, den Preiskampf im chinesischen EV-Markt und die Strategien der chinesischen Hersteller. Philipp erwähnt auch, dass chinesische Hersteller verstärkt weibliche Käufer ansprechen und sich auf autonomes Fahren konzentrieren. Sie sprechen auch über die Expansion chinesischer Automarken nach Europa und die Herausforderungen, die sie dort haben. Insgesamt ist der chinesische Automarkt im Wandel und bietet viele Chancen und Herausforderungen. Links: Philipp Sayler von Amende auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/philipp-sayler-von-amende-5baa502/ Unterstützt durch: yareto: das unabhängige B2B-Portal für den Vergleich von Fahrzeugfinanzierungen für den Autohandel. www.yareto.de

Zusammenfassung

Willkommen zu einer neuen Episode von Benzingespräche, dem Podcast für die deutsche Automobilbranche. In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die jüngsten Entwicklungen der Beijing Auto Show 2023 und die wachsende Dominanz chinesischer Automarken.

Die Beijing Auto Show 2023: Ein Überblick

Die Beijing Auto Show, eine der führenden Automobilmessen der Welt, hat erneut ihre Türen geöffnet und bietet spannende Einblicke in die Zukunft der Mobilität. Unser Gast, Philipp Seiler von Amende, berichtet direkt aus China über seine Eindrücke und die neuesten Trends.

Chinesische Elektrofahrzeuge auf dem Vormarsch

Ein zentrales Thema der Messe war die beeindruckende Präsenz chinesischer Elektrofahrzeuge. Marken wie BYD, Nio, Xpeng und Li Auto dominieren das Straßenbild in China und zeigen, wie weit die heimischen Hersteller in der Elektromobilität fortgeschritten sind. Im Vergleich dazu sind westliche Marken wie Volkswagen kaum vertreten.

Fokus auf den chinesischen Kunden

Chinesische Automobilhersteller haben erkannt, dass der Schlüssel zum Erfolg darin liegt, Produkte zu entwickeln, die perfekt auf die Bedürfnisse des heimischen Marktes zugeschnitten sind. Dies zeigt sich in der Ausstattung der Fahrzeuge, die oft mit modernster Technologie und Komfortmerkmalen ausgestattet sind, die speziell auf die Vorlieben chinesischer Kunden abgestimmt sind.

Autonomes Fahren als Zukunftsvision

Ein weiteres Highlight der Messe war die Betonung auf autonomes Fahren. In China, wo der Verkehr in den Städten oft chaotisch ist, ist das Interesse an autonomen Fahrzeugen besonders groß. Hersteller wie Baidu und Geely treiben die Entwicklung in diesem Bereich voran und haben beeindruckende Fortschritte gezeigt.

Die Herausforderungen der europäischen Hersteller

Während chinesische Marken florieren, stehen europäische Hersteller vor Herausforderungen. Die Einführung potenzieller EU-Zölle und das Ende von Förderungen für Elektrofahrzeuge in Deutschland haben zu einer verhaltenen Stimmung geführt. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass Innovation und Anpassung an lokale Märkte den Weg in die Zukunft weisen werden.

Fazit

Die Beijing Auto Show 2023 hat deutlich gemacht, dass die chinesische Automobilindustrie auf dem besten Weg ist, eine führende Rolle in der globalen Automobilwelt zu übernehmen. Mit einem klaren Fokus auf Elektrofahrzeuge und autonomes Fahren setzen sie neue Maßstäbe und zeigen, wie wichtig es ist, sich an die Bedürfnisse des Marktes anzupassen.

Gespräch als Text

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00:00 Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Dieser Podcast wird präsentiert von Jareto, dem Finanzierungsexperten für den Kfz-Handel.

00:56 Auf Jareto.de könnt ihr als Autohändler schnell und einfach Autokredite und Leasingkonditionen für eure Kunden vergleichen, anfragen und abschließen. Und das mit Top-Zinskonditionen. Euer Vorteil, sekundenschneller, transparenter Vergleich, eine einheitliche Antragsstrecke und vieles mehr. Mit über zehn Banken für Absatzfinanzierungen holt ihr einfach mehr für euch und eure Kunden raus. Jareto.de Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Und heute eine relativ improvisierte Nummer, weil gerade war die Beijing-Auto-Show. Und da habe ich mir einen illustren Gast mal wieder eingefangen, mit dem ich das, glaube ich, vor einem Jahr nach der Auto-Shanghai auch direkt gemacht habe. Und zwar habe ich zu Gast den Philipp Seiler von Amende. Hallo Philipp.

01:46 Hallo Tim. Ja, cool. Cool, dass wir es einrichten können. Erstmal für alle, die dich nicht so gut kennen. Vielleicht gibt es ja noch jemand da draußen. Glaube ich zwar nicht, aber du bist ja CEO und Co-Founder von CarWow. Die Zeit muss ja auch noch sein, ne? Richtig. Ja, wir sind sehr dezentral aufgestellt. Wir gucken mal, wenn er veröffentlicht wird, dass wir Bilder posten. Ich sitze wirklich im Auto irgendwo in Holland auf dem Rastplatz und habe mein Setting hier im Auto aufgebaut. Und der Philipp sitzt nämlich noch in China. Wo bist du da gerade genau? Und was ist los da? Ja, ich habe es jetzt endlich ins Hotelzimmer geschafft in Guangzhou, diese Stadt im Süden von China, bei Shenzhen, beziehungsweise bei Hongkong, für die, die ich China nicht so kenne. Und ich hatte heute auch einen illustren Trip von Peking hierher. Mein Flug war am Ende, glaube ich, sechs Stunden verspätet. Und entsprechend spannend war das, war die Information darüber, warum und wieso, die gibt es hier natürlich nicht.

02:49 Okay. Ja, also, ist heute alles ein bisschen spontaner, aber wir sind wirklich quasi live sozusagen, weil die Beijing Autoshow, die war in den letzten Tagen erst. Also ich glaube, bis gestern, vorgestern, wenn ich recht informiert bin. Und ich habe ein paar Postings von dir gesehen und dann habe ich dich angeträgt und gesagt, hey, lass mal reden. Ja, also, gib uns doch mal deine Eindrücke, ja, zur Beijing Autoshow und vielleicht auch so das Straßenbild drumherum, weil das ist ja mit Sicherheit auch höchst spannend, wenn wir als Europäer darüber kommen, wie das da so, ich sage mal, auf der Straße aussieht. Ja, also, also vor allem, ich glaube, weil du es gerade vorher schon angesprochen hast, ich war ja letztes Jahr in Chiang Kai und es war so ein paar Wochen, nachdem China es dann wieder aufgemacht hat für Geschäftsreisen. Und also alles ganz neu, da war ja der große Schock letztes Jahr in Chiang Kai für alle in der Autobranche. Was ist denn in China passiert? Wer hat Corona? Wie weit sind die denn gekommen? Ist ja Wahnsinn. Und so ist natürlich auch die Ankunft in Peking. Für mich immer der spannendste, der es im Moment ist aus dem Flugzeug raus in das Taxi, beziehungsweise in das Didi, mit dem man sich hier bewegt, rein. Das Uber von China im Endeffekt. Und erst mal schauen, was sieht man denn im Straßenbild.

04:12 Und da habe ich eine deutliche Änderung gesehen zu letztem Jahr. Letztes Jahr war ich noch verhalten, ist doch noch sehr stark dominiert von den westlichen Herstellern. Man sieht schon Elektroautos, aber jetzt noch nicht die Masse. Und ich hatte das Gefühl, jetzt in Peking, dass das da deutlich zugenommen hat nochmal. Also klassischen Hersteller wie Beijing Auto, BYD, aber auch die neuen, die ich letztendlich echt nicht so viel gesehen habe. Die Nios, die Expans, die Li Autos. Da hat man schon wirklich viel gesehen. Und natürlich, auch das letztes Jahr schon beide, die ist natürlich ganz stark Tesla. Was man aber wiederum vermisst hat, und ich musste wirklich mitzählen, ich glaube, ich habe zwei oder drei IDs der VW-Reihe gesehen. Sonst kein Elektroauto, der deutschen oder der westlichen Hersteller. Und das war wirklich, also das fällt auf. Also wenn man Elektroautos sieht, dann ist das ein Chinesisches oder Tesla.

05:08 Also wenn du jetzt sagen würdest, nehmen wir mal Elektrofahrzeuge, in Prozent, ist das dann ein Prozent weniger, mehr, in Relation zu den heimischen Marken da? Wie meinst du? So in Relation. Also wenn du sagst, du hast ja, was weiß ich, einen Riesenhaufen an chinesischen EVs gesehen und dann in Relation, wenn du mal die europäischen an einer Hand abzählen kannst, wenn du das mal so schätzen würdest, was wir im Markteintag die da haben oder was du gesehen hast, empfunden hast. Das kannst du so ähnlich sagen, wie bei uns die Chinesen. Also wie viele Chinesen siehst du bei uns auf der Straße in Deutschland? Ich glaube, die Markteintag sind sehr ähnlich, sogar in der Tat, im niedrigen einstelligen Bereich. Und so ist auch die Wahrnehmung. Also wie gesagt, ich musste wirklich gucken, um mal den ein oder anderen VW-Reihe zu sehen.

05:57 Und jedes zweite Auto, von dem ich aber abgeholt wurde, bewegt sich ja viel mit diesen Dittis eben, war eigentlich ein Elektroauto der chinesischen Hersteller. Und da waren nicht einmal am besten Hersteller dabei. Okay. Ja, und dann bist du zur Autoshow. Was waren denn die Eindrücke von der Autoshow selber? Also wie gesagt, letztes Jahr war es ja so ein Aha-Moment für alle. Ich glaube, da sind alle ja schon alles vorbereitet. Da bin ich auch. Ich war letztes Jahr in Shanghai. Shanghai ist die Autoshow noch mal deutlich größer. Aber auch Peking. Also es ist wie die Autoshows bei uns früher waren. Kannst du dir nicht mehr vorstellen. So Frankfurt vor 15 Jahren. Oder Detroit in den Tagen. Es war wahnsinnig viel los. Der erste Pressetag war Stress, würde ich sagen. Es war voll. Also richtig voll. Nicht zu vergleichen mit dem, was man jetzt in München sieht heutzutage auf der Messe. Und es war ein Gedränge. Der Superstar dieses Jahr, neuer kinesischer Hersteller, der letztes Jahr noch gar nicht am Start war, Xiaomi, einer der erfolgreichsten Smartphone-Hersteller hier, der den SO7 vorgestellt hat, war wirklich auch, Stand war wahnsinnig voll. Der Gründer wird wie ein Superstar, der wie ein Elon Musk von China gehandhabt. Und auf dann.

07:17 Du bist unzufrieden mit deinen Marketing-Ergebnissen. Jetzt mal aufgepasst. Ihr kennt mich als euren Podcast-Host und Experten für die deutsche Autobranche. Aber wusstet ihr auch, dass mein eigentliches Business die Tim-Klötzing-Marketing-Beratung ist? Im Grunde mache ich den Job schon seit über 20 Jahren. Ich unterstütze Autohäuser und Dienstleister rund um den Autohandel mit meiner Marketing-Erfahrung in der Autobranche. Was mache ich da genau? Ich berate meine Kunden von der Positionierung, Strategie, Marketingplanung, Agentursteuerung, Lead-Optimierung, Online-Marketing und so weiter und so fort. Kann man sich auch ein bisschen wie einen externen Marketingleiter, externen CMO vorstellen. Das Beste dabei, mein Wissen und Leidenschaft für Automotive-Marketing kann man buchen. Also, wer Bock hat, sein Marketing zu verbessern und mehr Umsatz zu machen und das mit einem Partner, der die Branche genau kennt und sich genauso reinkniet wie du, schau mal auf meiner Website vorbei. www.tim-klötzing.de So, jetzt wieder. Auf der anderen Seite sind aber auf der ersten Stelle wieder verschwunden. Also, iWaze, HiFi oder Weltmeister, auch so eine Marke, die waren gar nicht mehr vertreten.

08:45 Die waren auch nicht mehr vertreten. Und HiFi hat letztes Jahr einen riesen Tam-Tam gemacht. Mit wir gehen jetzt international. Wir sind die neuen Audis der Elektro-Welt und sind ja auch in München, haben ja auch Showroom in München am Flughafen. Aber da ist es ganz, ganz ruhig geworden. Also, so eine Mischung. Ich glaube, in Summe deutlich verhaltener als Xiaomi hat es schon aufgedreht, aber für den chinesischen Markt, für den chinesischen Kunden. Und auch in Gesprächen mit den, sowohl mit den europäischen Vertretern von den Chili-Marken wie aber auch von den chinesischen Herstellern, die schon in Europa sind und in Deutschland sind. Wahnsinnig, sagen wir mal, ja, ruhige Gespräche, Verhalten, weil er einerseits hat große Sorge um die Zölle, um die EU-Zölle sind. Da ist noch nichts entschieden. Aber alle haben natürlich Angst. Wenn die kommen, dann ist das Preisgefüge kaputt. Ja. Und auf der anderen Seite auch natürlich für Deutschland vor allem die verhaltene Lage, seit die Förderung weg ist. Und wir haben es ja auch gesehen, im ersten Quartal sind die Absätze im EW-Bereich deutlich, deutlich rückläufig. Und daher waren es immer mehr verhaltener, was das Thema international oder Europa und Deutschland angeht.

10:11 Ich habe deine LinkedIn-Postings aufmerksam natürlich verfolgt. Da hattest du noch so zwei, zwei, drei Punkte drin. Einmal, dass du gesagt hast oder erkannt hast, dass chinesische Hersteller auch, ich sag mal, die weiblichen Käufer mehr adressieren durch eine andere Farbpalette und ein paar, ich sag mal, Gadgets, die so ein bisschen, ich sag mal, mehr die Frauen adressieren. Und das andere war, dass, Moment, jetzt muss ich mal ganz kurz hier quer lesen. Ja, ich muss, das ist alles improvisiert, dass noch viel stärker das auf Autonomous Driving, also autonomes Fahren ausgerichtet ist. Vielleicht kannst du den beiden Punkten noch sagen.

10:57 Ja, klar, also du, der erste Punkt ist, ich würde sagen, was nochmal letztes Jahr schon aufgefallen ist, aber dieses Jahr richtig deutlich wurde und auch den deutschen Herstellern inzwischen sehr klar wurde, ist, die Chinesen haben Autos für Chinesen gebaut. Ja, also die sind einfach 100 Prozent an den chinesischen Kunden fokussiert. Das heißt, die haben, die legen anderen Wert auf digitale Integration, also die sind vollgestopft mit Software, die sind vollgestopft mit Apps und Screens. Die haben alle Massagesitze drin, die haben alle Liegefunktionen, die legen sehr viel mehr Wert auf Komfort. Die größeren Autos haben alle viel mehr Platz, weil natürlich, wenn man ein Großauto hat, hat man oft noch einen Fahrer oder sitzt man dann eben hinten und genießt die Fahrt und nicht das Fahren selber.

11:45 Also es ist wirklich, man sieht, die sind da sehr stark angelegt und eine wichtige Kundengruppe, Chinesen, das sind Frauen. Und das habe ich damals schon gesehen bei Aura, die eigentlich eine Marke für Frauen ist, von Great Wall Motors, die wir ja auch in Deutschland haben. Aber jetzt auch Xiaomi hat auch erzählt, die haben einen 40 Prozent Anteil an weiblichen Käufern, weil sie eben auf genau die Details geachtet haben. Gibt es die Ablage für den Sonnenschirm, ja, kann ich die Tür auch mit langen Fingernägeln aufmachen. Da habe ich eine andere Fahrbrille, also wirklich im Detail, wo ich echt überrascht war, also ich hatte da auch eine Tour von einem, Produktleiter von dem Xiaomi SO7 und das fand ich schon spannend, weil das ist ja auch seit Jahrzehnten gespräch in Europa immer gewesen oder von den Herstellern sollten wir nicht ein Auto für Frauen bauen.

12:35 Aber ich glaube, da ist einfach die chinesische Kultur weiter, wird sehr viel, also sehr viel emanzipiert die Frauen auch, sagen wir mal, in den Jobs. Und das sieht man dann eben auch, dass sie eine sehr, sehr hohe weibliche Käufergruppe haben und entsprechend auch die Produkte da haben. Da hast du noch nach autonomen Fahren gefragt, passt genau in die gleiche Kategorie. Ich möchte nicht selber fahren. Wenn du ja mal ein paar Tage unterwegs bist in den Städten, willst du nicht fahren. Also vier, fünf Spuren, da ist viel Verkehr, du fährst den Durchschnitt 30, 40 kmh. Und die wollen gefahren werden, es ist ja auch hier immer noch nach dem Luxus ein Fahrrad zu haben und entsprechend ist autonomes Fahren für die auch ein absoluter Kundenwunsch. Und auf der anderen Seite muss man auch ehrlich sagen, haben die natürlich auch nicht die Regularien oder den regularischen Hintergrund, den wir haben.

13:26 Und entsprechend experimentierfreudiger sind die. Also ich bin gestern mit einem O-Bro-Kar gefahren. Das ist ein Auto, das in Kooperation von Chili und Baidu, Baidu ist das Google von China, hergestellt wird. Und wir haben ja auch gute Fahrassistenzsysteme, aber mal auf einer fünfspurigen Straße mit Abbiegen, Lane Change und Umdrehen und wirklich alles beachtet mit wild Fahrrädern, die rausziehen. Alles mega gut funktioniert und das ist halt das, wo die wirklich, ja, wo die alle drauf setzen, auch hier wirklich das autonome Fahren ganz schnell voranzutreiben und umzusetzen. Dann hast du noch aufgegriffen, zwei Punkte, du hast mehrere Punkte.

14:13 Nehmen wir mal den Preiskrieg in China, im EZ-Markt, der voll im Gange ist. Ja, also das hat, man hat ja letztes Jahr schon eine Ankündigung gehört, Anfang des Jahres, dass ein Preiskrieg herrscht, ja, auch mit eingeführt von Tesla, die ja die Preise, ich weiß gar nicht, die auf drei oder vier Mal gesenkt haben. Die haben aber Anfang des letzten Jahres damit angefangen, weil einfach einerseits die Nachfrage nicht da ist und wir dürfen nicht vergessen, China steckt ja auch irgendwo in einer Wachstumskrise. Und es ist wenig Nachfrage da. Parallel haben die viel, viel Förderung, die die in der Elektromobilität haben, ja, von der Produktion über keine Mehrwertsteuer auf die Autos, über lokale Förderung dann nochmal von den einzelnen Kantonen dazu geführt, dass brutale Überkapazitäten aufgebaut wurden.

15:02 Also man kann eigentlich sagen, die haben den perfekten Sturm gerade, ja, sie haben wahnsinnig viel Förderung im Markt, sie haben wahnsinnig viel Überkapazität und sie haben keine Nachfrage. Und entsprechend führt das zu immer niedrigeren Preisen und ich bin teilweise schockiert, wie billig die Autos, die verkauft werden. Ja, also in dem 20.000, 25.000 Euro Bereich kriegt man hier Autos, die bei uns in einem 40.000 Euro Plus Bereich verkauft werden. Und das ist brutal und führt natürlich dazu, dass wir auch in naher Zukunft immer weniger Marken wieder sehen werden. Das war ja die Phase von, alle hauen noch mehr Marken raus und wachsen ohne Ende, aber das wird zu einer enormen Konsolidierung kommen, was ich ja vorher schon angesprochen habe. Die ersten sind ja schon wieder verschwunden oder am Verschwinden.

15:49 Was ja dann auch wiederum die europäischen Akteure, die dort im Markt sind, natürlich betrifft, das ist ja wahrscheinlich auch alles andere als leicht. Ja, aber es ist ja Fluch und Segen zugleich, ne? Wer halt wieder weiche geht, macht es wieder Platz für sie. Ich glaube auch die Akteure haben ja gelernt, Volkswagen hat ja auch große Announcements gemacht und neuen ID-Code vorgestellt und ja, ist auch gesagt, sie produzieren in China für China und werden da auch deutlich die Kosten senken. Also sie haben im Endeffekt das jetzt auch geändert oder ändern es gerade, aber natürlich hat es auch eine Auswirkung, weil einfach viel, viel, viel mehr Wettbewerb da ist.

16:27 Mhm, okay. Ja, krass. Ja, was haben wir denn sonst noch so? Jetzt haben wir schon so ein bisschen Förderung. Vielleicht genau bei dem Thema auch. Ich meine, genau das ist aber auch der Grund, warum die Chinesen die Rettung in Europa suchen. Der Segen ist ja in Europa, weil natürlich hier brutale Überkapazitäten sind. Ich sehe das Preisniveau, ist doch nicht höher in Europa. Und auch aus dem Grund haben wir ja in Deutschland zum Beispiel schon einige Marken am Start mit MG, mit EYD, NIO, Aura, Xpeng, die jetzt gerade am Start gehen. Es sind noch ein paar weitere Startlöcher und dann sind da noch einige, die wir noch gar nicht so viel Radar haben. Also Leadmotor in dem Transvention mit Stellantis will dieses Jahr noch am Start gehen. Cherry mit den Marken Omada und Chaiko will dieses Jahr noch am Start gehen.

17:14 Ein sehr, sehr großer und international erfolgreicher Hersteller. Und da gibt es noch viele Marken, die ich jetzt auch das erste Mal gesehen habe. Das sind Marken von Huawei, die ja auch eine wichtige Finanzkraft im Hintergrund haben und international können aus anderen Branchen. Oder auch MG hat hier eine Premium-Marke mit EM. Also es gibt wirklich echt noch so viel, was da kommen kann. Aber eins ist auch klar, meiner Meinung nach wird da auch am Ende nicht viel bleiben. Also es geht jetzt wirklich darum, wer von diesen Marken wird in Europa erfolgreich sein und sich auch den europäischen Kunden anpassen. Aber das ist auch klar, so schwer sich die Europäer oder westlichen Familie getan haben, sich an den chinesischen Kunden anzupassen mit der ganzen Digitalisierung, die während Corona passiert ist.

18:01 Genauso schwer werden es natürlich auch die chinesischen neuen Marken haben, sich da jetzt an Europa anzupassen, wo das Ökosystem ja ein ganz anderes ist. Hm, okay. Ja, es ist wirklich Wahnsinn. Also ich habe es auch noch so in Erinnerung, wo wir letztes Jahr darüber gesprochen haben, wo du sagtest, so dieser Eindruck von der Messe, von Shanghai, so ein overwhelming, so viele Marken und so viel. Und mit dieser breiten Brust und Internationalisierung, das hast du ja schon gesagt, dass dies ja viel ruhiger war. Aber dennoch habe ich auch irgendwo aufgeschnappt, sodass das Thema Auto da unten viel größer und, ich sage mal, mehr inszeniert wird als aktuell in Europa.

18:47 Ja, du, generell musst du ja sehen, ist die gesamte Gesellschaft, das ganze Land von der Entwicklung einfach noch weiter hinten dran. Wir haben immer noch, der Neuwagenmarkt ist hier deutlich größer als der Gebrauchtwagenmarkt, weil es einfach noch nicht so lange Autos für die Masse gibt. Also diesen Anfang, du bist noch ein Erstkäufer oder ein Zweitkäufer, ist noch ein Lebenszyklus, ist Autobesitz, ist ganz am Anfang. Und daher ist da natürlich auch noch deutlich mehr, muss ich sagen, Emotion darum. Ja, es ist so, ich kann jetzt auch mir ein Auto leisten oder ein Auto fahren. Ja, und das ist natürlich was ganz anderes, wie wir, wir in einem sehr, sehr reifen und satten Markt sind, was das Thema Auto angeht, muss man ja schon sagen. Und das ist einfach ein komplett anderes Gefühl und ein komplett anderer Stand, wo die Märkte sind.

19:36 Ich meine, ich gehe mal 40 Jahre zurück, als VW hierher kam, hatten die 100% Marktanteil. Ja, und da gab es nicht viel. Da gab es auch nicht viele Leute, die sich überhaupt Auto gefahren sind. Mhm, okay. Dann hast du noch aufgeschnappt. BYD trommelt ziemlich auf die Brust, dass die Euro 2024 Sponsor sind, um zu zeigen, wie groß und wie stark sie schon in Europa sind. Du, das war richtig, richtig. Das war für mich auch eine Erkenntnis. Es war eine Erkenntnis, ich habe mich hier mit unseren Kollegen von Yiche, das ist so das Cover von China unterhalten. Und die haben gesagt, das machen natürlich die chinesischen Marken, die wollen Erfolg zeigen in Europa, weil das natürlich wieder Begehren erweckt für die Chinesen hier.

20:21 Weil alle erfolgreichen Marken kommen ja bisher aus Europa. Also die ganzen Luxusmarken aus Frankreich oder Design aus Italien und Autos aus Deutschland. Also ehrlich, auch gerade im Verbrennerbereich BMW, Audi und Mercedes sind nach absoluter Status hier. Also absolut. Und dass das jetzt natürlich jetzt auch eine Firma wie BYD nutzt und sagt, wir sind hier ganz groß und wir sponsern auch die Euro24. War einerseits eine Überraschung, andererseits aber auch eine schöne Erkenntnis, zu sehen, dass es nicht nur der Erfolg in Europa für sie zählt, sondern wirklich auch die Abstrahleffekte, die das auf China hat. Also feiern die das B2B ab oder auch B2C? Also dass das da so medial genutzt wird, weil ich glaube ja schon, dass andere asiatische oder amerikanische Märkte ja schon immer so den europäischen Markt so als das Premium schon noch so ansehen, oder?

21:15 Genau, auch B2C. Also es ist auf jedem Plakat hier, das man sieht, von dem BYD oben ein Euro24-Logo drauf. Was ja interessant ist, ja. Du machst Werbung für im Endeffekt ein Sponsorship in Europa, hier in China, um genau zu zeigen, wir sind erfolgreich und wir sind in Europa angekommen. Ich glaube, es hat einen ganz, ganz großen, trägt einen ganz großen Teil dazu bei, zu der Strategie. Und sie wollen und werden auch erfolgreich in Europas ein, aber das auch medial stark zu nutzen, nicht nur B2B, sondern vor allem auch B2C, ja, den Kunden hier zu zeigen. Okay, okay, so. Jetzt scrolle ich gerade durch noch so ein paar Notizen. Ich weiß, irgendwie sind wir quer B durch, ne?

22:02 Also, was würdest du denn sonst noch, du warst ja so lieb und hast mir auch noch mal so, also ich hatte da ein LinkedIn-Postings und du hast auch noch ein paar Stichpunkte zusammen geschrieben. Was haben wir noch vergessen? Was möchtest du gerne noch erwähnen? Du, wenn du... Das ist nämlich, glaube ich, irgendwann in die Nacht. Wir könnten noch stundenlang über viele Dinge hier sprechen, aber ich glaube, zum Thema Auto, zum Thema Autoshow haben wir die wesentlichen Punkte zusammenbekommen. Es ist mega spannend und es bleibt mega spannend. Ich glaube, ich sage es total immer so gern, so spannend, wie es aktuell in der Autobrosche ist und im Autohandel ist, so war es noch nie. Es ist so viel Veränderung drin, so viele Möglichkeiten aber auch und so viele Neuerungen. Und natürlich kann man es kritisch sehen mit China, aber ich sehe da auch eine riesengroße Chance, einfach viel, viel mehr Alternativen zu schaffen für die Kunden und tolle Produkte auch zu präsentieren.

22:58 Da fällt mir noch eine schnelle Sache ein. Du hast noch ein Video gepostet. Das habe ich gerade eben gesehen mit Xiaomi, mit den Gadgets, die man dazu kaufen kann. Also ich stelle mal die Frage andersrum. Ich sitze ja gerade hier in meinem BMW. Ich habe noch nie ein Gadget oder Add-on von BMW für mein Interieur gekauft. Und du hast ein Video dazu gepostet. Erzähl das mal ganz kurz. Oh ja, guter Punkt. Ein echt geiles Teil. Also man sieht, Xiaomi ist eben ein Smartphone-Hersteller und denkt anders. Ist auch der Erste, die das macht. Sie ermöglichen dir einfach, dein Screen, den du im Auto hast, so wie beim Tesla, großartiger Screen in der Mitte, zu erweitern. Wenn du tasten willst, haust du hier unten eine Leiste rein und kriegst die Hauptfunktion in den Tasten.

23:48 Oben kannst du dir eine Uhr und ein Video drauf packen. An der Seite kannst du noch laut schreien. Also das Ding ist einfach variabel, erweitert wahr. Genial. Also wirklich genial. Das sind so Dinge, die stören mich persönlich an vielen der neuen Elektroautos, auch aus China. Dass du die nur noch über den Screen irgendwie oder mit Sprache steuern kannst. Und die geben dir dann wieder so dieses bisschen haptische Gefühl, was viele ja noch wollen. Ich auch. Also ich will nicht alles haptisch mit Hausknöpfe, aber so das Wesentliche. Und aber diese Idee, das als Zubilder zu machen, ist genial. Du kannst einfach dein Auto beliebig erweitern und auch customisen, ja. Ja, ist total. Also ich habe das Video, du hast es geteilt. Also wäre das jetzt, wir strahlen ja morgen wahrscheinlich schon aus.

24:35 Einfach bei dir mal aufs LinkedIn-Profil gehen und das Video suchen. Das ist ganz aktuell bei dir, ganz weit oben. Und ich dachte erst so, okay. Und dann schließlich, als die Leiste da drunter geklickt wurde, dachte ich so, das ist echt smart. Und auch so. Man stellt sich echt die Frage, warum da noch nicht früher einer drauf gekommen ist. Ja, du weißt es nicht. Müssen auch mal in Stuttgart oder wo auch immer anrufen, weil München, was da los ist. Aber lassen wir das mal außen vor. Lieber Philipp, super herzlichen Dank. Das war auch jetzt echt so ein, ich glaube, ich bin dir da ein bisschen auf die Nerven gegangen. Aber ich wollte dich so gerne direkt interviewen zu dem Thema. Ich würde sagen, bei dir ist es schon wirklich spät abends und du hast eine lange Reise hinter dir. Komm gut zu liegen, sage ich mal.

25:23 Ganz lieben Dank, Tim. Hat mich sehr gefreut, wie immer. Alles klar. Dann würde ich sagen, auch gute Reise da unten. Und wir sehen uns bald wieder. Danke. Ciao da außen.