Benzingespräche · Folge 104 · · 41 Min
Kai Qian, Xpeng Motors

Kernaussagen
- Xpeng setzt auf technologische Innovationen.
- Starke Partnerschaften mit deutschen Händlern sind geplant.
- Volkswagen investiert in Xpeng für Technologiezugang.
- Erfolgreicher Testmarktstart in Norwegen.
- Markteinführung in Deutschland für Anfang 2024 geplant.
Worum es geht
New Brands auf dem deutschen Automarkt - mit Partner Philipp Kroschke, Kroschke Gruppe Xpeng Motors: eine weitere besondere Marke kommt nach Europa und nach Deutschland. Gerade einmal 9 Jahre ist der private chinesische Autobauer alt, ist aber bereits mit 5 Modellen aufgestellt und bereitet akribisch den Marktstart in Deutschland vor. Im Gespräch mit Kai Qian, Vertriebsleiter Deutschland, spreche ich über die Details. Zum Beispiel wird bereits seit gut 2 Jahren der Markteintritt vorbereitet: andere europäische Länder wie Norwegen sind zuerst gestartet um Erfahrungen zu sammeln, in Deutschland setzt man auf den stationären Handel und baut bereits ein flächendeckendes Händlernetz auf. Welche Besonderheiten es noch gibt, erfahrt ihr im Podcast! Links: Kai Qian auf LinkedIn: www.linkedin.com/in/kai-qian-16377587/ Unterstützt durch die Kroschke Gruppe: www.kroschke-gruppe.de
Zusammenfassung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ beleuchtet Tim Klötzing die Ankunft der chinesischen Automarke Xpeng auf dem deutschen Markt. Mit dem Vertriebsleiter Kai Qian als Gast wird die strategische Ausrichtung und die Bedeutung von Xpengs Markteintritt diskutiert.
Hintergrund zu Xpeng
Xpeng, auch bekannt als Chaopeng in China, ist ein aufstrebender Elektroautohersteller, der in Europa Fuß fassen will. Unterstützt durch Investitionen von Xiaomi und Volkswagen, setzt das Unternehmen auf technologische Innovationen und starke Partnerschaften im deutschen Autohandel.
Strategische Partnerschaften
Ein wesentlicher Bestandteil von Xpengs Strategie ist die Zusammenarbeit mit etablierten deutschen Händlern. Diese Partnerschaften sollen helfen, eine robuste Vertriebsstruktur aufzubauen und die Marke in Deutschland zu etablieren.
Xpengs Technologiefokus
Der technologische Vorsprung von Xpeng ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg auf dem europäischen Markt. Die Beteiligung von Volkswagen unterstreicht das Vertrauen in die Software- und Technologiekompetenzen von Xpeng.
Markteintritt in Deutschland
Nach ersten Tests in Norwegen plant Xpeng, Anfang 2024 mit seinen Modellen in Deutschland zu starten. Die Fahrzeuge sind bekannt für ihre hochwertige Ausstattung und innovative Technologien, die bereits in Testfahrten überzeugen konnten.
Fazit
Der Markteintritt von Xpeng in Deutschland könnte die Automobilbranche nachhaltig beeinflussen. Mit einem starken Fokus auf Technologie und strategischen Partnerschaften ist Xpeng gut positioniert, um sich in einem hart umkämpften Markt zu behaupten.
Links aus der Folge
Gespräch als Text
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00:00 Benzingespräche. Der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinung zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater.
00:50 Herzlich Willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Und heute, also der Intro-Gast, muss ich ja sagen, ist mal wieder mein lieber Freund Philipp Kroschke. Hallo Philipp. Moin, moin, lieber Tim. Und das ist ja auch schon quasi Tradition, dieser Anfangssatz von mir, musste ich mir neulich mal sagen lassen. Aber ich mache das immer so unbewusst. Moin, moin, lieber Tim. Aber gern. Ich finde das gut. Moin, moin, lieber Philipp. Was machen wir heute? Oh, ich freue mich, dass es wieder eine weitere Sonderausgabe beziehungsweise ein Special deiner Benzingespräche gibt. Wieder mit einer neuen Brand sozusagen, die auf den deutschen Markt kommt. Und es ist Xpeng. Beziehungsweise in China Chaopeng. Aber für den europäischen Markt ein bisschen eingekürzt, ein bisschen einfacher auszusprechen. Xpeng. Genau. Und mit wem sprichst du? Sprechen wir? Sprichst du? Ja, mit dem Vertriebsleiter Deutschland, mit dem Kai Chien. War ein richtig spannender Talk. Ja, vielleicht du auch noch mal zur Einordnung von Xpeng ein paar Worte, bitte. Also ich setze mich, wie du weißt, ein Grund, warum wir diese Serie zusammen machen, ist, weil ich mich viel mit den neuen Herstellern auseinandersetze, unter anderem natürlich auch mit Xpeng. Tatsächlich ist der Namensgeber gar nicht der Gründer, Sondern das sind zwei ehemals leitende Angestellte von der GAC Group, wo dann sozusagen der
02:19 Xpeng später dazugekommen ist als, ja, auch Finanzierer. Dem gehören ja auch immer noch ein Großteil der Anteile. Und was auch ganz spannend ist, ein weiterer Finanzier oder Unterstützer der ersten Stunde ist der Eigentümer und Gründer von Xiaomi, einer Tech-Gesellschaft, die, ja, der eine oder andere wird es kennen, die auch Smartphones herstellen. Das ist natürlich schon mal eine echt, ein echt toller, toller Background und sicherlich auch ein Grund dafür, dass Xpeng, ja, dass man da denen schon eine große Beachtung schenken sollte. Man guckt ja so ein bisschen, es tut sich ja sehr, sehr viel. Und ich stelle hier immer die Frage, wer wird am Ende, ja, ich sage mal, am Ende auch wieder so eine Konsolidierungsphase überleben, wer wird bleiben? Und ich glaube, Xpeng mit ihrer starken Technologie und ihrer starken Technologiefokussiertheit hat da eine große Chance. Nicht ohne Grund hat sich ja auch Volkswagen mit 700 Millionen an Xpeng beteiligt, weil sie Zugriff auf die Software, auf die Technologie haben wollten und werden wohl, ich gelesen habe, 2026 auch gemeinsam Modelle bauen für den chinesischen Markt. Also das zeigt so ein bisschen, das ist sicherlich einer der Teilnehmer, auf die wir wirklich setzen wollen. Spannend auch, du sprichst mit Kai, der ja auch ein Stück weit
03:49 der Sales Director, klar, aber der baut auch gerade so ein bisschen das deutsche Netzwerk auf und auch da wieder spannend zu sehen, Xpeng wird auch auf den deutschen Autohandel setzen und sich mit deutschen Händlern zusammentun, um ja eine Vertriebsstruktur über die aufzubauen. Das hat so ein bisschen auch sicherlich die letzten Wochen und Monate. Kai wird ja auch so ein bisschen darauf eingehen, dass er natürlich auch so ein bisschen geguckt hat, was machen die anderen und was funktioniert, was funktioniert nicht. Und ja, eine Sache, die sicherlich gut funktioniert, ist tatsächlich die Kooperation mit starken deutschen Händlern. Sind wir mal sehr gespannt. Vielleicht nochmal einmal einen kurzen Rückblick. Xpeng ist ja schon in Europa seit 2021 in Norwegen. Ist ja häufig so der Testmarkt für den ein oder anderen chinesischen Elektroautohersteller. Und kommen dann, ich glaube, Anfang 2024 kommen dann die Modelle nach Deutschland.
04:46 Ich bin super gespannt. Ich war mit einem befreundeten Händler in Rotterdam, in deren Europastützpunkt und durfte da schon mal den SUV-Probe fahren. Und ich kann schon sagen, das ist schon ein tolles Erlebnis. Es sind toll ausgestattete Fahrzeuge. Also freuen wir uns mal drauf. Zum einen, was der Kai zu erzählen hat. Jetzt habe ich schon drei Dinge vorweggenommen. Ja, ja, wie immer.
05:13 Gar kein Problem. Wir haben aber noch genug Spannendes in dem Interview, in dem Podcast, der jetzt folgt, drin. Das war wirklich ein sehr schönes Gespräch. Und bevor wir alles ausrollen, weil ich wollte mich auch gerade noch drei, vier Dinge reinhauen. Nein, die sind alle jetzt im Podcast. Okay. Also, wieder mal drei Dinge vorweggenommen. Aber du kennst mich ja. Wenn du mich dazu holst, dann fließen auch drei Worte. Das hilft nichts. Das ist schön. Mein Lieber, ich freue mich auf den Podcast. Kai ist ein super toller Typ. Und ich wünsche unseren Zuhörern ein genussvolles Hörerlebnis. Das wünschen wir Ihnen. Viel Spaß jetzt mit dem Podcast mit dem Kai Chien von XPeng. Auf geht's. Herzlich willkommen zurück bei der Sonderserie New Brands in den Benzingesprächen. Heute zu Gast Kai Chien, Vertriebsleiter Deutschland, XPeng Motors.
06:10 Hallo Kai. Hallo Tim. Vielen Dank für die Einladung. Ja, super, sehr gern, sage ich an der Stelle immer. Weil in der New Brands Serie dürft ihr ja auch nicht fehlen. Und wir haben uns vor kurzem auf der IAA in München kurz persönlich kennengelernt. Und da waren wir jetzt auch schon im Podcast. Das ging jetzt schnell. Danke dafür. Und danke dir für die Einladung, wie gesagt, nochmal. Und ich freue mich, dabei sein zu dürfen. Ich habe dein Podcast ja auch schon, April war das, glaube ich, als du die erste Serie hattest. Auch schon sehr aktiv verfolgt. Genau, daher freut es mich, dabei sein zu dürfen. Ja, schön. Also an der Stelle merke ich ja, wer hört denn dann so welche Podcasts. Und für jemanden wie dich ist die Serie natürlich auch nicht uninteressant, würde ich sagen, was von den anderen zu hören.
07:01 Ja, das ist richtig. Kurze Frage vorab. IAA München, so ganz kurzes Wrap-up oder Review von dir. Wie war es für euch da zu sein? Es war sehr interessant für uns dabei zu sein. Vor zwei Jahren waren wir zwar schon auf der IAA, aber nicht als Unternehmen vertreten, so ein E-Privat. Und dieses Mal, ja, für uns auch eine Meisterung eigentlich in der Geschichte von Unternehmen auf der IAA dabei sein zu dürfen. Und dann auch, ja, wir standen ja neben Tesla und ein paar anderen Wettbewerber in Elektromobilität. Und da haben wir auch schon festgestellt, dass da durchaus ein großes Interesse vom Publikum da ist an neuen Marken. Und das war auch für uns mehr oder weniger eine Bestätigung, dass unsere Produkte durchaus interessant sind für den Markt.
07:52 Ja, sehr interessant. Ich habe auch schon so ein bisschen über die IAA, habe ich so eine ganz kurze Zusammenfassung mal gemacht und war dann doch persönlich erstaunt, mit welchem Druck und welcher Vielfalt asiatische, schrägstrich chinesische Anbieter oder Hersteller da sind. Und so manch ein Europäer oder so eher so nicht oder schwach. Das war schon eindrucksvoll. Ja, das ist auch tatsächlich das erste Mal, glaube ich, wo es mehr chinesische Hersteller gab als heimischen. Ja, ich bin auch gespannt, was dann tatsächlich nächstes Jahr noch kommt, weil da kommen ja noch einige weitere Marken auf den Markt. Das Gesamtportfolio wird sehr boden sein in den nächsten Jahren, denke ich.
08:42 Ja, das glaube ich auch. Also das ist schon allerhand. Ja, klassisch in meinem Podcast machen wir so den Blick in den Rückspiegel erstmal. Und da starten wir mal so ein bisschen rein mit dem Werdegang. Du bist im Baujahr 1990, du lebst in München, du bist gebürtig aus China. Du bist von 2010 bis 2015, hattest du verschiedene berufliche Stationen in München, Singapur und Beijing. Da bist du also gut rumgekommen, sage ich mal. Ja, 2015 bis 2021 warst du bei BMW auf verschiedenen Positionen wie Global Leader, Development Programme, Associate, Mini Asia, Product Management, Sales Steering und zuletzt Corporate Strategy.
09:29 Auch einige interessante Positionen und dann hast du 2021, bist du gewechselt zu XPeng. Ja. Das ist richtig, genau. Ich bin viel rumgekommen, aber vor allem auch in Asien viel rumgekommen, weil ich ja als gebürtiger Chinese doch relativ jung nach Deutschland gekommen bin. Und ich wollte einfach mal verstehen, wie die Arbeitswelt dort, also eigentlich in meiner Heimat, funktioniert. Das wollte ich mir unbedingt anschauen. Genau, und ja, die unterschiedlichen Stationen beim BMW, innerhalb eines doch relativ kurzen Zeitraums, hat ja hauptsächlich den Grund, dass ich ja als Trainee angefangen habe beim BMW. Und dort ist es ja dann so, dass man als Trainee unterschiedliche Stationen innerhalb 18 Monate absolviert.
10:21 Und danach hat man auch die Möglichkeit, wie gesagt, das ist eigentlich schon so ein bisschen Luxus eigentlich, dass man die Station dann sich selber auswählen kann danach auch. Genau. Du bist auch zweisprachig aufgewachsen, ist das richtig? Nein, einsprachig. Ich bin mit Chinesisch aufgewachsen. Einsprach? Genau, und mit 13 habe ich angefangen, Deutsch zu lernen. Daher hört man, glaube ich, noch etwas Akzent. Immer Deutsch, aber genau, ich bin nicht native speaker sozusagen. Okay, aber das ist ja natürlich ein großer Vorteil für dich, wenn du jetzt so einen Marktteilnehmer nach Europa begleitest. Ja, das auf jeden Fall. Also früher, als ich beim BMW war, da hat man auch immer sehr viel Wert draufgelegt, interkulturelles Verständnis und so weiter.
11:07 Das habe ich ehrlich gesagt nie so wirklich verstanden, warum das so wichtig ist. Erst als ich zu X-Pen gewechselt bin und eben so eine rein chinesische Firma in Deutschland begleitet habe, habe ich festgestellt, wie wichtig das doch ist eigentlich, den Markt zu verstehen. Ja, schön. Ja, du bist jetzt seit zwei Jahren für ein Unternehmen in Deutschland tätig, das jetzt gerade erst mit seinen Fahrzeugen auf den Markt kommt, beziehungsweise im nächsten Jahr. Was sind und waren denn jetzt deine Aufgaben in dieser Zeit, wo ihr noch nicht quasi aktiv in Deutschland im Sales-Fahrs wart? Ja, als ich hierher gekommen bin, hatte ich eigentlich eine ganz andere Aufgabe. Das ist aber bei einem Start-up auch ganz normal, dass man, sage ich mal, mehrere Tasks und mehrere Aufgaben gleichzeitig hat.
12:01 Das eine und das zweite, dass die Struktur von Unternehmen auch öfters, ja, verändert wird. Ich habe angefangen als Head of Commercial, das heißt, damals hat das Büro in München die Funktion, diversen Kundenwünsche von Europa oder von europäischen Kunden zu sammeln, zu bewerten und dann an Entwicklung weiterzugeben. Und ist wahr derjenige, der das Ganze finanziell auch bewertet hat, ja, ob sich das lohnt, sozusagen vom Business-Keys her, einen Kundenwunsch oder einen Marktwunsch auch tatsächlich umzusetzen. Ja, das war so die eine Aufgabe, die ich ein paar Monate lang gemacht habe, da auch die Einpreisung für die Fahrzeuge, für die anderen Märkten, ja. Also wie man, ja, was heißt, wie man einerseits auch wissenschaftlich richtig die Fahrzeuge einpreist, ja, mit einer wissenschaftlichen Methode, die ich bei der BWM-Gruppe gelernt habe, aber auch dann angepasst an X-Pen-Kultur oder an X-Pen-Zier, ja, genau.
13:02 Und dann Angebotstruktur, also mit der Einpreisung kommt ja auch immer die Angebotstruktur, wie wollen wir unsere Produkte anbieten, ja, in welchen Komplexität und in welchen Kombinationen. Genau, und dann habe ich noch ein halbes Jahr lang das GTM koordiniert für die anderen vier Märkten, also Go-to-Market. GTM? Go-to-Market, genau. Das heißt, wann konkret, also ab welchem Monat, mit welchen Produkten starten wir in den anderen Märkten, wann müssen die Testfahrzeugen da sein, wann muss der Online-Konfigurator da sein und so weiter. Das ist eigentlich ein Launch-Management, mehr oder weniger, das habe ich für die anderen vier Märkten, in denen wir schon sind, in Europa, auch noch gemanagt, genau.
13:50 Also wirklich, ich sage mal so, das Fundament vorher schon legen, bevor es dann wirklich rund geht. Das ist richtig und seit einem halben Jahr oder seit knapp, ja, sieben, acht Monaten haben wir hier für den deutschen Markt auch tatsächlich ein Interim-Projekt-Team gegründet, ja. Um einfach mal zu schauen, links und rechts, was machen die anderen Wettbewerber, was machen die Established-Wettbewerber und einfach eine Benchmark-Studie, ja, kann man das nennen. Um einfach mal zu schauen, was funktioniert, was funktioniert eigentlich eh wenig, wie wollen wir uns aufstellen. All diese Fragestellungen haben wir uns schon seit sechs, sieben Monaten erst gestellt und ich habe auch schon vor sechs, sieben Monaten erst angefangen, den ersten Kontakt zu Händlern und so weiter zu suchen.
14:38 Genau.
14:41 Wann ist denn Verkaufsstart in Deutschland? Der Verkaufsstart ist für Q2 2024 geplant, das heißt, wir haben noch gut ein halbes Jahr Vorbereitungszeit. Wir haben ja vor circa einem Monat, eigentlich genau zwei Tage vor der IAA, haben wir eine Managing Director bestellt für X-Pen Deutschland, das ist der Herr Markus Schrick.
15:09 Er war, ja, er hat durchaus interessante Stationen schon gehabt in seinem Lebenslauf, ja, unter anderem war er ja Managing Director für Hyundai Motors Deutschland, für sieben Jahre, glaube ich. Daher kennt man ihn auch in der Industrie. Genau, und wir haben in seiner ersten Arbeitswoche bereits definiert, dass wir in Q2 nächstes Jahr mit dem Verkauf starten wollen und in Q3 dann mit der Auslieferung an Kunden. Das ist so der zeitliche Plan, genau. Okay, und ja, du selber vor dem, worüber wir gerade gesprochen haben, du warst zuvor sechs Jahre bei BMW, wie kam es denn dann zu dem Wechsel zu X-Pen und inwiefern sind die Erfahrungen, die du bei einem deutschen Premiumhersteller gesammelt hast, wertvoll, um eine neue Marke beim Markteintritt in Deutschland zu unterstützen?
16:05 Ja, sehr gute Frage. Die Frage haben mir viele gestellt, vor allem als ich meinen alten Freund oder Kollegen gesagt habe, ich wechsle jetzt zu X-Pen, weil BMW ist ein toller Arbeitsgeber, da gibt es gar keine Frage.
16:20 Zwei Gründe, würde ich sagen. Der erste Grund oder der Hauptgrund ist, meine letzte Station war ja tatsächlich das Corporate Strategy beim BMW, da haben wir uns sehr intensiv mit neuen Spielern oder neuen Wettbewerbern beschäftigt. Und da habe ich mich auch privat sehr dafür interessiert, wer danach alles kommt. Vor allem nachdem Tesla sehr erfolgreich geworden ist, auch wenn man denen das nicht zugetraut hat vor zehn Jahren, war das für mich im Jahr 2021 sehr interessant zu beobachten, wer denn alles aktiv ist auf dem Markt. Und da sind Namen wie auch Neo, BYD, X-Pen und so weiter natürlich aufgepoppt. Ich habe mir die Marken angeschaut, habe auch mit diversen Unternehmen gesprochen tatsächlich.
17:08 Am Ende des Tages habe ich mich für die Marken angeschaut, weil meiner Meinung nach die Kultur von X-Pen sehr gut mit der Kultur von Deutschland passt. Das ist Bodenständigkeit und auch ingenieurfreudig und auch sehr innovativ. Und damit konnte ich mich am besten identifizieren und somit kam eigentlich der Wechsel. Und der zweite Grund, das ist aber auch eigentlich mir privat getrieben, ich als gebürtige Chinese in Deutschland lebend und arbeitend, fand es schon sehr interessant, aber auch herausfordernd, eine chinesische Marke nach Deutschland zu bringen. Ja, weil wenn man das hinkriegt, ist das ja eigentlich schon so ein bisschen Meisterung in der Geschichte, wie wir damals Hyundai oder Toyota nach Deutschland gekommen sind.
17:58 Und genau hier wollte ich, wenn die Chance sich ergibt, wollte ich mit dabei sein. Ja, das klingt so ein bisschen nach einem Perfect Match. Das wird sich noch herausstellen in den nächsten Jahren, aber bisher kann ich mich nicht beklagen. Genau, war von der Timing hier auch gut, wie gesagt. Ja, super, das ist natürlich toll. Mit dem Blick auf deine Vita, du hast bereits in Singapur und in China gearbeitet. Ist das ein wichtiger Baustein? Wir hatten das gerade schon so ein bisschen drin, aber ist das ein wichtiger Baustein für deine Arbeit bei Xpeng in Deutschland? Also Stichwort Verständnis beider Kulturen? Singapur eh wenig, da muss ich ehrlich sein. Weil Singapur ist ja ein sehr kleines Land, auch sehr international.
18:48 Es gibt eigentlich, ich würde sagen, nicht so die typische Singapur-Kultur, sondern das ist doch sehr international und weltoffen. Die Erfahrung in China, das hilft mir auf jeden Fall schon sehr, weil bislang, wie gesagt, habe ich ja eigentlich ausschließlich für die Gruppe BMW gearbeitet. Das ist ein deutsches Unternehmen, deutsche Kultur, deutsche Kollegen. Und die sechs Monate in China hilft mir schon sehr, um zu verstehen, wie ticken die Chinesen. Wenn das von mir kommt, hört es sich komisch an, weil ich bin ja auch selber chinesisch. Aber ich lebe seit zu lange in Deutschland und es ist doch nochmal wichtig zu verstehen, wie ticken die Chinesen. Wie denken die, wie fahren die Entscheidungsprozesse bei denen an oder wie werden die Entscheidungen bei denen getroffen?
19:39 Auf was legen die besonders Wert drauf? All das habe ich tatsächlich besser verstanden während meiner Aufenthalt in China damals. Und das hilft mir eigentlich auch bis heute tatsächlich. Nochmal eben eine Zwischenfrage, Kontext IAA. Ich war zwei Tage da und einen Tag, also natürlich zwei Tage mehr oder weniger Stadt unterwegs in dem Open Space, alles klar. Tolles Wetter, war viel los, aber auf dem Messegelände war ich einen Tag. Und bei beiden Locations ist mir doch aufgefallen, wie viele Chinesen dort waren. War das, ist dir das auch aufgefallen? War das diesmal noch einen höheren Besucheranteil aus China oder war das so ein spontaner Eindruck von mir?
20:30 Ja, zwar dieses Mal habe ich das Gefühl, dass da mehr Fachbesucher sind. Also Chinesen, die dort waren, das waren mehr Fachbesuche als private Interessierten. Da hatte ich auch den Eindruck, wie gesagt, kommen auch dazu, dass dieses Mal ja auch eine Dutzend chinesische Marken dabei sind. Und allein da, wie viele Mannschaften da mitgekommen sind, das sind ja schon einiges. Plus auch Lieferanten, auch sehr viel Influencer dieses Mal tatsächlich, die aus China eingeflogen sind. Das habe ich bisher tatsächlich noch nie so erlebt, dass da sehr viel Influencer, Menschen, die in China sehr bekannt sind, die hauptsächlich oder hauptberuflich nicht in der Autoindustrie beschäftigt sind, so wie hier im Autogefühl beispielsweise.
21:23 Da waren sehr viele dieses Mal auch hier. Das hat mich auch etwas überrascht. Das heißt, die schauen schon sehr genau, was in Deutschland passiert. Daher ist der deutsche Markt für uns auch so wichtig. Weil alles, was hier passiert, das bekommen die chinesischen Kunden auch in China mit, tatsächlich. Der deutsche Markt scheint, also wie habe ich das letztens in dem Gespräch, hat das jemand genannt, der ist halt very special und wenn du den meisterst, dann kannst du quasi überleben. Genau, das sagen wir ja auch intern, wir kennen das ja natürlich, dass die deutschen Kunden, aber auch Händler, Partner generell kritischer sind, als jetzt die aus Norwegen oder Schweden oder Nordics generell, das ist das eine.
22:09 Man ist ja weniger Technologie offen oder generell weniger offen gegenüber neuen Marken, muss ich sagen. Das ist aber von der Mentalität einfach so. Man hat ja super gute heimische Marken, daher kann ich das auch komplett nachvollziehen. Deswegen sagen wir, wenn man hier es schafft, schafft man es überall. Das sagt man bei uns intern auch tatsächlich. Ja, Wahnsinn. Ja, Xpeng, ein privat geführtes Unternehmen, gegründet 2014 von He Xiaoping. Ich hoffe, das ist richtig. Das ist richtig, das hast du gut gemacht. Ja, bitte den Namen auch nochmal. He Xiaoping. Okay, der gleichzeitig auch Namensgeber im Grunde ist für die Marke und ja, mit 2014 gegründet, es ist ja wirklich auch noch eine recht junge Marke.
23:01 Wie verlief beziehungsweise verläuft denn die Entwicklung eurer Marke? Genau. Die Marke ist super jung, nicht mal zehn Jahre alt. Genau, 2014 gegründet von zwei Ingenieuren aus Guangzhou Automotive Group, also zwei klassischen OEM. Damals war der He Xiaoping erst mal nur der Investor und noch nicht der Geschäftsführer und erst zwei, drei Jahre später hat er sich entschieden, tatsächlich als CEO oder Geschäftsführer aufzutreten. 2018 haben wir das erste Auto auf der Straße gebracht, 2020 aufgelistet auf der New Yorker Börse, ein Jahr später auf der Hongkong-Börse.
23:46 Genau, und mittlerweile haben wir um die 15.000 Mitarbeiter, davon 40% AND und Entwicklung. Und wir, wir, den letzten Monat in China haben wir 15.000 Fahrzeuge verkauft, also das ist so momentan, wo wir sind, 15.000. Wobei, im nächsten Quartal haben wir als Ziel gesetzt, über 20 zu steigen pro Monat, weil wir mit zwei neuen Produkten jetzt im Markt sehr gut angekommen sind und durchaus in große Bestellungen in den letzten Monat reingekommen sind. Genau. Okay, ja, aber eine ganz schöne Pace. Ja, auf jeden Fall.
24:33 Knapp neun Jahre, zehn Jahre, ne? Genau, auf jeden Fall, für neun Jahre haben wir jetzt sechs Autos, genau sechs Autos auf der Chinesischen Straßen laufen. Genau, und ja, und wir sind jetzt in vier Märkten bereits in Europa vertreten, also aktiv mit Verkauf, Deutschland, Frankreich, Schweden. Entschuldigung. Entschuldigung. Alles gut, Norwegen war der erste Markt, ja, dann Schweden, Dänemark und Holland, ja. Und jetzt als nächstes Deutschland und da kommen dann noch Frankreich, Italien und so weiter dazu, ja, genau.
25:13 Was zeichnet das Unternehmen aus, außer dass die wirklich innerhalb von neun Jahren ganz schön auf das Gaspedal getreten haben? Ja, erstens, weil wir ein privat geführtes Unternehmen sind, sind wir nochmal flexibel und schneller als viele andere aus China, würde ich behaupten. Wir sind sehr technologieorientiert, ja, weil auch der CEO, ja, ich habe ihn letzte Woche, nee, vorletzte Woche auch tatsächlich zum ersten Mal persönlich getroffen. Er ist sehr technologieorientiert, ja, man kann schon fast sagen, so ein bisschen der Tech-Nerd, ja, aber im guten Sinne. Und so ist auch das gesamte Unternehmen geprägt, ja, das heißt, man legt sehr viel Wert auf Entwicklung, zwar auf In-House-Entwicklung.
26:00 Das heißt, man wird die Kerntechnologie immer alles In-House entwickeln, ja, das ist das eine. Und das zweite, weil He Xiaopen eigentlich einen IT-Background hat, er war früher Programmierer, ja, entwickelt X-Pen immer Hardware und Software gleichzeitig, ja. Also wir haben immer so, wir glauben immer daran, dass das Auto langfristig ja nicht allein ein Auto ist, ja, sondern das ist tatsächlich ein Werkzeug zum Alltag, wie das Handy, ja. Das heißt, die Konnektivität, das Interagieren zwischen Mensch und Auto, das muss stimmen, ja, deswegen entwickeln wir immer Software und Hardware gleichzeitig im Haus, ja, das ist nochmal wichtig. Und wir sind sehr stark in autonomes Fahren, ja, das heißt, in China, der G9, also das Produkt, der große SUV, den wir haben, der G9, das ist das erste Fahrzeug in China, was massenproduziert ist.
26:59 Und jetzt Betriebserlaubnis als Robotaxi bekommen hat, in der Stadt Guangzhou, genau. Der fährt dann auch schon dort, oder erstmal jetzt die Erlaubnis und dann kommt das noch. Der fährt dort, ja, es ist aktuell aber so, dass trotzdem der Fahrer da hinter sitzen muss, aber er muss eigentlich gar nicht mehr zugreifen. Das Auto fährt von sich allein schon so gut, dass man eigentlich nicht mehr zugreifen muss, auch in einer Metropolstadt wie Guangzhou oder Shanghai. Was ja durchaus eine ganz schöne Aufgabe für autonomes Fahren ist in der Großstadt. Das ist richtig. Unser CEO sagt immer, also heutzutage werben ja viele mit, zumindest in China, werben ja viele mit autonomes Fahren, Smart Driving und so weiter an.
27:53 Wir sagen, wir können, also nicht nur, dass wir das können, sondern wir können es gut. Weil wichtig ist, dass die Erfahrung damit auch gut ist. Nur so kann sich die Technologie auch tatsächlich durchsetzen am Ende des Tages. Ja, spannend. Ich habe immer so eine klassische Frage. Wie beschreibst du einem Fremden die X-Peng-Fahrzeuge oder ein X-Peng-Fahrzeug? Okay. Ja. Erstens, X-Peng-Fahrzeuge sind von Design hier hochinteressant. Die schauen sehr gut aus. Die schauen jetzt nicht komisch oder sehr anders aus, sondern die schauen gut aus. Das ist am Ende des Tages einer der wichtigsten Kriterien für ein Auto. Es schaut gut aus, sowohl Exterio als auch Interio.
28:40 Es ist mit all den Technologien ausgestattet, was man momentan in der Autoindustrie kennt. Egal in welcher Preisklasse. Es hat all die Technologie, die man heute zu Tage sich gönnen kann. Und es kommt in eine Preisklasse, dass sich viele leisten können. Das heißt, das ist keine Preisklasse, die nur für einen kleinen Anteil der Bevölkerung gedacht ist. Sondern das ist tatsächlich eine Preisklasse, die sich viele leisten können. So sind wir auch in China positioniert. Und so werden wir uns auch hier in Deutschland positionieren. Also zusammengefasst, ich würde mal sagen, Premium-Technologie und Premium-Ausstattung für reasonable price.
29:27 Also affordable, reasonable price. Genau. Okay. Ja, danke schön. Der Marktstart, der kommt zwar erst noch, aber dennoch interessiert mich euer Vertriebsansatz. Und ich weiß aus dem Vorgespräch, dass du da sehr aktiv aktuell bist, um das vorzubereiten und einzustielen, wie man so schön sagt. Genau. Wie sieht denn euer Vertriebsansatz im Detail aus? Genau. Also ich sage es immer, wir sind ein neues Unternehmen. Aber in Vertriebsstrategie für Deutschland sind wir eh altmodisch unterwegs. Ja, das heißt, wir haben uns für das klassische Vertriebs, also Händlervertrieb entschieden. Das heißt, kein Direct Sales, also kein direkten Vertrieb, auch kein Agenturmodell, sondern ganz klassisch, was die deutschen Händler seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten kennen.
30:12 Das ist so unser Vertriebsmodell für den deutschen Markt.
30:17 Ja, es gab auch bei uns intern viel Diskussion. Am Ende haben wir uns dafür entschieden, weil wir eben an die Kaufkraft oder an die Professionalität von den deutschen Händlern glauben. Und ich glaube, ein weiterer Grund ist, wie ich vorher gesagt habe, die deutschen Kunden sind ja meiner Meinung nach eh vorsichtig mit neuen Marken. Und wir wollen möglichst uncertaintiv vermeiden. Und eine neue Marke ist nun mal ein Uncertainty, egal wie gut die Produkte erstmal sind. Daher wollen wir möglichst wenige Uncertainty in anderen Perspektiven haben. Und das betrifft dann auch den Vertrieb. Also ganz klare Bekenntnis zu einer Händlernetzstruktur.
31:03 Genau, das ist richtig. Okay. Und ja, der Service, der darf ja nicht fehlen. Im Fall der Fälle, es geht was kaputt. Was passiert denn, ja, also wie wird eure Marke da aufgestellt sein? Gleichzeitig die gleichen Händler, die es dann regeln und Rollside machen? Ja, also erstens, wenn ich mit einem Händler spreche, der meistens auch mehr als einen Standort hat. Da sprechen wir erstmal drüber, an wie vielen und welchen Standorten wir die Autos verkaufen. Ja, das ist immer der erste Punkt. Und als nächster wichtiger Punkt ist natürlich, an welchen Standorten kann ein Expand Auto geserviced werden bei den Händlergruppen. Ich nehme mal ein Beispiel, wer ja zehn Standorte hat und mit drei Standorten, mit den Verkaufsstaaten hätten wir schon den Anspruch.
31:52 Und der Händler hat meistens auch das Interesse, dass wir eigentlich an alle zehn Standorten ein Expand Auto warten können. Das heißt, wir werden da kein eigenes Servicenetzwerk aufbauen, sondern das auch an Händler geben, tatsächlich. Da müssen wir eben schauen. Ich habe hier bei mir eine Deutschland-Karte natürlich auf der Wand hängen, wo wir dann Verkaufspunkte und Servicepunkte haben. Und die Servicepunkte sollen dann möglichst flächenabdeckend sein, natürlich. Und zwar so schnell wie möglich. Und wenn wir irgendwo White Spots haben sollten, werden wir noch nach einem Plan B suchen für die jeweiligen Regionen. Also wenn wir dort keinen Händler haben, die für uns verkaufen und servicen, da werden wir nochmal nach einem Alternativplan schauen, dass auch dort der Service verfügbar ist.
32:39 Und das Zweite, wir werden hier in Deutschland eine Lage entweder selber aufbauen oder durch eine dritte Serviceanbieter aufbauen lassen, zwar für die Teile, weil Teileversorgung ist ja auch sehr kritisch, für die deutschen Kunden auch, wie gesagt. Und das wollen wir auch hier in Deutschland selber managen. Dass wir hier vor Ort sozusagen einen Stock haben, dass die Kunden sich nicht ins Ewigsland drauf warten müssen. Ja, okay. Also damit, da kann man mit arbeiten, würde ich sagen. Ja, das hoffe ich ja tatsächlich.
33:21 Wir nehmen jetzt mal den Blick aus dem Rückspiegel raus und schauen mit Fernlicht in die Zukunft. Was sind denn eure Ziele und worauf legt ihr besonderen Wert beim Markteintritt in Deutschland?
33:37 Ich versuche erstmal die zweite Frage zu beantworten. Was uns sehr wichtig ist, ist, dass der Startschuss sitzt beim Markteintritt in Deutschland. Das heißt, für den Start müsste eigentlich alles passen. Das ist natürlich ein Idealbild, aber das ist unser Ziel. Weil wir glauben wirklich, den ersten Eindruck kann man nicht zweimal gewinnen. Sag mal so auf Deutsch ganz schön. Und die Kundenzufriedenheit, wie die Marke wahrgenommen wird, wie die Produkte ausgeliefert werden, das ist gleich beim Start sehr wichtig. Deswegen haben wir auch, wie gesagt, absichtlich jetzt länger gewartet als viele andere Marken, die bereits hier im Markt vertreten sind. Weil wir eben versuchen wollen, alles ideal vorzubereiten.
34:25 Unser mittel- oder langfristig Ziel, wir wollen schon mittel- oder langfristig ein bedeutendes Roller spielen in der Elektromobilität. Das heißt, wir wollen nicht nur ein paar hunderttausend Fahrzeuge verkaufen, sondern wir wollen schon so einen Marktanteil an BEVs haben, das uns auch durchaus als ein, ja, dass man uns auch als ein ernstes Spieler wahrnimmt. Ich würde jetzt noch keine Zahlen nennen, aber wir haben eigentlich ein sehr klares Ziel im Kopf, wo wir hinwollen und dementsprechend entwickeln wir auch unser Händler-Netzwerk. Okay. Jetzt kommen wir schon zu den Abschlussfragen und da machen wir es quasi kurz. Ich gebe dir nur so drei Stichworte an die Hand und du mit kurzen Antworten und da so ein bisschen so deine Erfahrung vom deutschen Markt speziell würde mich da interessieren.
35:28 Agenturvertrieb bzw. Agenturmodell. Das ist eine gute Geschichte an sich. Ich kenne es auch von BMW. BMW hat ja mit Südafrika angefangen und jetzt rollt es in Deutschland ja jetzt auch so langsam aus. Also an sich finde ich das Agenturmodell eigentlich gut, auch vor allem für die OEM. Aber die Transitionphase von Händler zur Agentur muss man tatsächlich vorsichtig gestarten. Das ist, glaube ich, momentan so der wichtigste Kritikpunkt an die ganze Geschichte. Man sollte diese Transitionphase nicht übereilen und auch nicht unterschätzen.
36:10 Okay. Antriebskonzepte. BEF ist die Zukunft, wenn du mich fragst, natürlich. Also ich bin, wie gesagt, ein großer Fan von BEF und vor allem für einen Markt wie Deutschland. Ich finde, für China ist es nochmal schwieriger, weil der Markt eigentlich groß ist. Und da gibt es durchaus Entfernungen, die man mit dem BEF eigentlich schlecht fahren kann. Aber ich finde, für den Markt wie Deutschland, wenn die Technologie stimmt, das heißt, wenn die Reißweite und Ladegeschwindigkeit stimmt, dann ist BEF durchaus eine sehr gute Alternativ. Ja, tatsächlich. Auch langfristig, genau. Ja, wo du Ladegeschwindigkeit sagst. Ich glaube, eure Modelle haben ja ein besonderes Merkmal im Kontext Ladegeschwindigkeit. Das haben wir, glaube ich, gar nicht drin gehabt. Genau, richtig. Das sollen wir mal ganz kurz noch hier integrieren.
36:58 Genau. Tatsächlich ist ein wichtiges KSP oder USP von unserem Fahrzeug ist tatsächlich die Ladegeschwindigkeit und auch die Reichweite. Ja, und das ist eine gute Kombination, um das Hauptproblem oder das Haupt-Pain von einem BEF eigentlich zu lösen. Also unser Auto oder der G9 beispielsweise, der lädt ja bis zum 300 kW. Es ist eine Aufnahme von 800 Volt Plattformen gebaut worden, 300 kW. Und was Schöner ist, es gibt ja mittlerweile viele Hersteller eigentlich auch, die schon 300 kW angeben. Aber bei uns flackt die Kurve, die Ladekurve auch sehr langsam ab. Das heißt, von 10 bis 80 Prozent laden ist man im Durchschnitt bei 220 kW. Und das ist halt sehr stark. Also man ist innerhalb von 20 Minuten tatsächlich durch.
37:47 Ich habe selber jetzt die Erfahrung gemacht, Berlin nach München, da muss ich immer nur einmal laden, weniger als 20 Minuten. München nach Hamburg, das waren zweimal in der Summe 35 Minuten laden. Und das ist durchaus eine Länge, also 20 Minuten, das ist durchaus eine Pause, die man so und so haben will. Oder in Hamburg, München, Hamburg, 35 Minuten, zwei Pausen, das ist ja durchaus zumutbar. Genau, das ist tatsächlich das, was uns ausmacht. Ja, München, Hamburg ist autotechnisch schon echt eine Ecke. Eben, das ist ja fast schon quer durch das Land, wie gesagt. Und deswegen glaube ich, wie gesagt, wenn die Reichweite und Ladegeschwindigkeit stimmen, können BEVs durchaus eine sehr, sehr gute Alternative für die meisten sein.
38:39 Dann habe ich noch so ein Buzzword in der Autobubble, Digitalisierung. Da ist man in Deutschland natürlich etwas hinterher. Ich habe den Eindruck, dass es vielen deutschen Kunden auch in erster Linie nicht so wichtig ist, wenn es beim Autokauf geht. Wenn es um Autokauf geht. Nicht zum Trotz, ich glaube, Digitalisierung ist etwas, wenn man das nicht kennt, dann wünscht man sich das auch nicht so unbedingt. Aber wenn man das einmal kennt und auch das tolle Erlebnis hatte, dann kann man auch nicht mehr zurück. Und das betrifft auch Digitalisierung im Auto. Ja, absolut. Ja, danke schön bis hierhin. Jetzt kommt die klassische Abschlussfrage.
39:27 Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto, steigst ein, vielleicht ein Voice-Kommando und sagst, du möchtest da und da hin und dann wirst du dort hingefahren. Du könntest die Antwort zweiteilen, Deutschland und China. Das hängt tatsächlich nur noch davon ab, also in China hängt es wirklich davon ab, was die Gesetzesregelung antrifft. In China gibt es ja schon, also unser G9 beispielsweise, der darf ja schon als Robotaxi fahren, aber von der Gesetzgebung her muss er noch einen Fahrer dahinter setzen. Jetzt würde ich mal für China sagen, das wird in den nächsten fünf Jahren passieren. Und hier für den deutschen Markt wage ich es mal zu sagen, komplettes Autonom, das ist eine Geschichte in zehn Jahren.
40:20 Okay, alles klar, sehr, sehr gerade formuliert. Ja, cool. Ja, ich habe ab und zu halt den Fall, dann muss ich den Leuten so ein bisschen was aus der Nase ziehen. Das ist gerade meine persönliche Meinung. Genau. Ja, ja, absolut. Ja, Kai, ganz lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und uns einen Einblick in die Entwicklung und jetzt auch den Marktstart von XPeng in Deutschland gegeben hast. War sehr interessant, war sehr interessant, danke. Vielen Dank, wie gesagt, war mir auch eine Freude dabei sein zu dürfen, dass ich etwas über die Marke XPeng erzählen darf. Genau. Vielen Dank dafür. Dann schauen wir mal. Genau. Q2 2024. Genau. Stay tuned. Dann geht's los. Da bin ich auch gespannt. Beziehungsweise der Markt soll gespannt sein, was da alles kommt.
41:05 Alright, alles klar. Ja, dann bleibt uns nur noch ein Dankeschön fürs Zuhören da draußen zu sagen, wo auch immer ihr seid. Macht's gut. Wir hören uns bald wieder und wir sagen Tschüss, macht's gut. Danke. Mach's gut. Ciao.
