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Benzingespräche · Folge 1 · · 53 Min

Dr. Jörg von Steinaecker

Cover des Podcasts Benzingespräche

Jörg von Steinaecker

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Worum es geht

mit Dr. Jörg von Steinaecker Eines der heißesten Themen aktuell: Die Digitalisierung in der Autobranche. Ein extrem weites und komplexes Feld mit vielen Möglichkeiten und Fallstricken. Ich habe mich mit einem der gefragtesten Experten im deutschsprachigen Raum getroffen und ein sehr interessantes Interview mit ihm führen können: Dr. Jörg von Steinaecker. Klar ist es technisch. Aber schnell wird klar, sein Ansatz sind nicht nur die Nullen und Einsen, sondern viel mehr geht es ihm um den Menschen, der damit arbeitet bzw. dadurch erreicht werden soll. Viel Spaß bei diesem sehr interessanten Interview! Links: von Steinaecker Consulting: https://www.steinaecker-consulting.de DISERVA ist die kostenlose Informationsplattform für die digitale Zukunft Ihres Autohaus oder Werkstatt: https://diserva.de/ Auto Levy GmbH & Co. KG / Levy Akademie: https://www.autolevy-akademie.de/

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00:00 Benzingespräche. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Hallo und willkommen bei den Benzingesprächen, dem Podcast, der ein Branchentalk der Automobilbranche sein wird, mit interessanten Köpfen aus der Autobranche. Dazu habe ich heute einen Gast bei mir, das möchte ich im Intro so ganz kurz ankündigen. Es ist einer der aktuell gefragtesten Spezialisten, er lacht schon, der gefragtesten Spezialisten im Bereich Digitalisierung im Autohandel. Keynote-Speaker, Buchautor und erfolgreicher Berater von Autohandelsunternehmen. Das ist der Dr. Jörg von Steinaecker. Hallo.

01:11 Hallo, grüß dich. Also den Doktor bitte weglassen. Okay, hallo. Ich lasse den Rest auch weg, ich sage einfach Jörg. Das ist am besten, genau. Auf der Schiene sind wir sowieso. Ich bin Tim, das habe ich jetzt im Intro auch gar nicht angerissen. Ich bin Tim Klötzing, aber hier in dem Podcast der Tim. Und ja, ich freue mich, dass wir das hier so mal locker angehen können. Deine Neugier hat mir natürlich auch unheimlich geholfen, dass wir in das Thema einsteigen und dass wir das mal ein bisschen beleuchten und losmachen können. Ja, also ich fand das auch klasse, einfach mal anfangen und mal ausprobieren. Und jetzt sitzen wir hier und bin ganz gespannt. Freue mich auf das Gespräch. Ganz genau. Ich drehe mich jetzt nicht um und gucke nicht weiter aus der schönen Aussicht raus, weil ich konzentriere mich auf dich. Der Podcast ist so ein bisschen gegliedert. Wir sind in der Autowelt unterwegs und deswegen gibt es einen Rückspiegel, den kennen wir alle, und das Fernlicht.

01:57 Keine Rückfahrkamera, ein Rückspiegel. Nee, wir bleiben da heute mal analog, auch wenn wir komplett digital hier unterwegs sind, zum Rückspiegel. Vielleicht so ein bisschen was zu deinem Hintergrund, zu deinem Werdegang. 69er Baujahr, bist verheiratet, drei Kinder. In diesem Jahr eine Menge los. Die habe ich gerade schon vor dem Podcast gehört, die Hütte mehrfach voll. Du hast an der Uni Hamburg studiert, Wirtschaftsingenieur. Und dann hast du in Stuttgart den Maschinenbau noch gemacht und den Doktor, richtig? Ja, also ich habe in Hamburg, ich fange einfach mal vorne an, also Jörg von Steinaecker, ich bin Nordlicht in Oldenburg geboren und bin dann mit meinen Eltern etliche Male umgezogen und habe dann genau, wie du sagst, in Hamburg Wirtschaftsingenieur studiert. Das lief zwischen der Uni Hamburg und der Technischen Universität, vom einen die Betriebswirtschaft, vom anderen die Technik. Uns wurde schon früh mitgegeben, dass wir wie so Enten unterwegs sind. Also wir können weder richtig fliegen noch richtig schwimmen, aber quaken überall dazwischen und das war eigentlich ein Volltreffer für mich. Und in Stuttgart habe ich dann promoviert im Ingenieurbereich.

02:58 Relativ mathematisches Thema, aber da zu den Vorlieben kommen wir vielleicht gleich nochmal. Okay. Ja, wir haben uns, mal gucken, ob es präsent ist. Das erste Mal haben wir uns getroffen. Da warst du Keynote-Speaker bei der EGA, Einkaufsgenossenschaft Automobile, auf einer Insel, Norderney. Daran erinnere ich mich gut. Ich gebe zu, ich erinnere mich nicht mehr, dass du da warst, aber das ist kein Problem. Das ist kein Problem. Da habe ich dich aber natürlich unschwer als Keynote-Speaker, bist du schlecht zu übersehen, wahrgenommen. Und das war damals schon echt interessant, weil du damals auch schon, das war 2013 beziehungsweise 2014 schon sehr analytisch unterwegs warst, was Plattform-Digitalisierung, Einflüsse schon anging, im Autohandel referiert hast. Und das war für mich, der aus der Marketing-Welt kommt und wir auch viel mit dem Thema Digitalisierung aber auf der Marketing-Ebene zu tun haben, war es für mich schon relativ eingängig. Da habe ich aber damals auch schon was gesehen, was heute teilweise auch noch passiert. Staunen, offene Münder, Ungläubigkeit im Plenum.

04:05 Das geht? Ja, das geht, genau. Ist das wirklich so? Erwartet mich das wirklich? Das war schon, das ist mir auch so ein bisschen hängen geblieben. Und da haben wir quasi, bin ich auf dich aufmerksam geworden und in den letzten Jahren oder letzten Monaten haben wir auch immer ein bisschen mehr da die Kontakte geschlossen. Was mich jetzt interessiert, wo du gerade noch gesagt hast, vom Wirtschaftsingenieur, Produktionstechnik, in deinem Lebenslauf steht auch noch was zum Thema Logistik. Wie kommt es, dass du jetzt einer der gefragtesten Digitalisierungsmeinungsgeber bist, die im Autohandel in Deutschland so unterwegs sind? Was ist da passiert? Also ich sage mal vorweg, es gab keinen Plan. Ich erinnere mich daran, ich saß im Hörsaal der Uni, erste Orientierungseinheit und da saßen also Mitkommunitoren, die genau wussten, wie viel sie in welcher Position bei welchem Unternehmen in 20 Jahren verdienen. Also bei mir gibt es im Grunde genommen keinen Plan. Es gibt Vorlieben und die sind eindeutig im Servicebereich, also alles im Aftersales. Da habe ich auch meine erste berufliche Station, sieben Jahre für so einen Zulieferer eines Halbleiterunternehmens. Also Intels und Motorolas und so weiter waren unsere Kunden. Und das Zweite ist alles, was einen Stecker hat. Also ich gebe zu, ich bin ein bekennender Nerd. Ich habe damals diesen Amerikaner überzeugt, ein gewisses SAP-Modul abzuschalten und was selber Programmiertes von mir da einzuführen. Das hat auch alles

05:34 prima geklappt. Aber ich mag es einfach, wenn Technologien unterwegs sind. Und das habe ich zum Beispiel auch von Fraunhofer von meiner Promotionsstelle gelernt. Wenn man aus Inventionen Innovationen macht, also praktisch aus Erfindungen brauchbare Dinge, die einen Nutzen stiften. Intern Kunde oder wie auch immer. Das hat mich eigentlich immer fasziniert. Und da ist Technologie. Und ja, da bin ich Nerd. Ich programmiere auch selber. Ich bin kein Profi-Programmierer. Ich kann kein programmierendes Wasser reichen. Aber das fasziniert mich einfach. Und so bin ich halt von diesem Halbleiterzulieferer zu einer großen Autohandelsgruppe gekommen. War da im Vorstand tätig. Hat also das Servicegeschäft zu verantworten. Und unter anderem eben auch die EDV. Und war bass erstaunt, wie man EDV im Autohandel heute macht. Das ist durchaus eine Lernkurve von mir gewesen, wenn man aus dem Konzern kommt.

06:24 Und habe halt immer versucht, Impulse zu setzen, dass man das mal anders macht. Und zwar jetzt nicht unbedingt da ein Multimillionen-DMS-System einführen, sondern das ist eigentlich das Schöne an der Technologie, dass man auch in kleinen Schritten einfach mal anfängt und dann weiterläuft und lernt und sich eben selber optimiert. Das war so der Grund, warum ich dann, wann war das? 2007, 2006 bei dieser Autohandelsgruppe war. Und habe mich dann nach ein paar Jahren auch sehr glücklich verabschiedet und bin jetzt im fast zehnten Jahr der Selbstständigkeit und mache eigentlich genau das. Also ich habe keine, wie nenne ich das? Ich habe keine Beratertruppe, die ich mit Standardprodukten füttern muss. Das ist ein Riesenvorteil. Ich habe ein sehr schönes Netzwerk, was Kooperationspartner angeht, für Spezialfragen, weil man selber auch nicht alles abdecken kann. Aber mich interessiert eigentlich immer so derjenige, der einen Schritt weiterkommen will und der sich eben dann auch Technologien nicht verschließt.

07:19 Da bist du ja, da treffen sich ja auch zwei Themen. Analytik, mehrere Themen. Analytik, Digitalisierung und Menschen. Absolut. Und zwar gerade der letzte ist ja das Wichtigste. Also ich sage mal ganz gerne, wer meint, er kann ein Problem damit lösen, dass er eine Software einführt. Das macht man einmal und dann weiß man, dass es nicht funktioniert. Aber bei den Menschen haben sie ja immer zwei Komponenten. Das eine ist die Mitarbeiter selber. Also wie viel akzeptieren die, verdauen die, wie viel brauchen die auch mal, objektiv in Anführungsstrichen, wirklich an digitalen Themen. Und das andere ist der Kunde. Also das ist eben auch so ein Thema, wo ich mit angefangen habe, CRM, Datensysteme, Mailings und so weiter. Und da wird auch viel erzählt, viele, viele Buzzwords und was der Kunde angeblich braucht. Wenn man dann mal anfängt und mal was macht und mal nachguckt, wie er es akzeptiert, lernt man auch so seine Lektionen.

08:14 Das ist immer der Faktor Mensch und das ist eigentlich der Spannende an der Sache. Ja, absolut. Das wird viel zu häufig übersehen. Und jetzt komme ich aus meiner Marketing-Ecke und mein Job ist es, oder ich habe ein gewisses Talent dafür, den Blickwinkel von der anderen Seite einzunehmen. Und wenn wir oder wenn ich Beratung mache oder mit Autohausentscheidern, sprich auf der Marketing-Ebene oder Geschäftsführungsebene, ist es echt häufig, wie Zahlen, Daten, getrieben, dass alles ist, aber der Kunde diverse Male so ein bisschen außen vor ist. Es geht um Einheit in Stückzahlen und weniger wie, hey Mensch, wie erreicht denn die mit Emotionen meine Kunden und dass die da zurückkommen. Und das ist natürlich echt spannend, wenn da größere Website-Projekte neu aufgesetzt werden zum Beispiel, hat man ja auch immer echt eine Wirkung auf dem anderen Ende, wenn da die Menschen mit ihren Smartphones in der Mehrheit inzwischen vor dem Website sitzen und da irgendwie was suchen, aber eine Emotion dahinter haben.

09:11 Und wie passen die Systeme dazu und wie bringe ich das dahin? Und klar, du kommst da in einer Berater, mit einem Berateransatz rein und du wirkst nach innen, ins Team oder hast die Auswirkung ins Team und musst natürlich auch sagen, hey, das hat auch eine Auswirkung hinten raus. Das soll das Geschäft ja auch stützen. Aber dieses Thema Analytik, ja, da kann man viel mitmachen, da muss man auch ab und zu mal was mitmachen. Aber ich stelle auch immer fest, wenn ich dann mit Interessenten rede, dann höre ich immer, natürlich kennen wir unsere Kunden und dann machen wir das auch und so weiter. Wenn man dann mal wirklich reinguckt und mal die Kiste aufmacht und sich vielleicht auch mal die Frage stellt, wie kommt es eigentlich, dass ein Wir kaufen, deinauto.de es schafft, ich will nicht sagen flächendeckend, aber doch mit sehr großen Stückzahlen, dem Handel einen Geschäftsbereich wegzunehmen. Da müssen wir zur Kenntnis nehmen, so gut hören wir den Kunden auch nicht zu und so gut kennen wir die auch.

10:07 Da ist wirklich ein Ansatz und ja, wir kaufen dein Auto, ist natürlich ein super Beispiel jetzt auf der Perspektiventour. Da warst du, wie viele Termine? Zehn? Neun Termine. Neun Termine. Ich habe es zu einem geschafft. Ja, in Düsseldorf hast du, fand ich gut. Ganz genau. Und da war das ja auch ein Thema. Da haben, ich glaube, wir kurz drüber gesprochen. Ich habe mit zwei, drei anderen Kollegen drüber gesprochen und ja, da kommt auf einmal ein Marktteilnehmer mit einer guten Finanzausstattung, muss man natürlich auch sagen. Das ist ein ganz anderer Business Case, den die ja eigentlich betreiben, aber eine Riesenauswirkung auf die Branche, auf die Automobilbranche haben. Und wenn man dann auch einen Blick weiterwirft, die kaufen ja nicht nur Autos. Nein, nein, die verkaufen dir auch wieder. Die haben das komplette, wie heißt Neudeutsch, Ökosystem, auch ein viel breit getretenes Buzzword.

10:54 Ja, ist vielen noch nicht bekannt. Die denken die Kiste absolut zu Ende und zwar sowohl vom Kunden her, ich habe selber diesen Prozess durchgemacht, wir kaufen dein Auto.de und ich muss echt sagen, das war sexy, das war gut. Am nächsten Tag hatte ich das Geld auf dem Konto und die Abmeldebescheinigung per E-Mail in der Inbox. Hast du gemacht? Ja, also die können schon was. Ich habe natürlich vorher meine Händlerfreunde gefragt und habe gesagt, versteht bitte, ich will nicht nur über Digitalisierung reden, ich möchte es auch mal wirklich erfahren. Das war natürlich auch alles kein Problem. Es war spannend, es war wirklich spannend, da lernt man viel. Das ist ja mal nicht schlecht. Da kann ich ja direkt die viele Menschen bewegende Frage stellen. Zahlen die, was die sagen? Oder ist da nachher das Ankaufsangebot deutlich drunter? Das ist total unterschiedlich. Ich habe selber die Erfahrung gemacht, dass ich natürlich weniger bekommen habe, als auf der Webseite mir genannt wurde. Gab es aber auch Gründe für. Der Zahnriemen war durch, das sind schon mal 1000 Euro und so weiter und so fort. Ich habe aber genauso viele Freunde oder Menschen im Bekanntenkreis, die gesagt haben, ich habe sogar mehr gekriegt. Weil in dem Augenblick, wo ich den Wagen dort lasse, läuft ja ein Präsentations-Auktions-Bieter-Prozess und wenn dann ein Händler beispielsweise eben einen Kunden hat, der genau dieses Auto haben will und vielleicht sogar schon einen Preis hat und der ist höher, dann zieht er seine Marge ab, bietet den Preis und der kann durchaus über dem liegen, was DRT oder was auch immer ist.

12:18 Okay, ja spannend. Ja, Freunde, du hast das Nerd, das fand ich toll, weil ich habe es nämlich, ich habe ein paar Notizen für den Podcast gemacht und da habe ich auch ein Nerd-Fragezeichen und davor habe ich noch in Klammern extra positiver Nerd geschrieben, weil es ein Nerd, wenn man den klassischen Programmieren-Nerd in seinem dunklen Keller sieht, hat man wahrscheinlich so ein anderes Bild, aber das ist bei dir ja ganz anders ausgeprägt und von daher in den digitalen Themen und so den Einschusshassen natürlich und den Spagat haben wir auch schon besprochen. Also für mich ist dieses Thema Nerd überhaupt nicht negativ besetzt, es gibt mal so einen bösen Spruch, sei nett zu Nerds, die geben dir in Zukunft einen Job, da ist ein bisschen was dran, aber genau wie du sagst, also der Grottenmulch, der sich da irgendwo im Keller verbuddelt und im Grunde genommen ein kommunikativer Autist ist, das meine ich natürlich nicht mit Nerd, sondern ich finde es einfach wichtig, dass man nicht nur die Buzzwords jongliert in unserer Digitalisierungsthemen, sondern dass man sich nicht nur die Buzzwords auch mal die Mühe macht, die Technologie zu verstehen. Also das klingt jetzt sehr hoch dran, aber ich habe zum Beispiel mal eine Blockchain programmiert, die ist nicht industrie-tauglich, gab es auch keinen Business Case hinter, aber ich will wissen, wie das funktioniert und das ist so ein bisschen nerdig und das mache ich eigentlich ganz gerne.

13:32 Ja, das ist mir auch in unseren Gesprächen aufgefallen, dass wir tauschen uns ja, ich sage mal, im Marketing-Kontext ein bisschen aus und Digitalisierung ist bei uns natürlich auch ein Thema, auch als Agenturen-Thema, tauschen wir uns auch aus und da habe ich halt auch schon gemerkt, dass wenn du von neuen Lösungen sprichst, fast immer auch im Folgesatz sagst, das habe ich schon mal irgendwie programmiert, damit ich weiß, wie es funktioniert. Ja, also nicht alles, um Gottes willen. Nicht alles, aber so die wichtigen Sachen. Das fand ich schon bemerkenswert, weil da ist ja eine Menge los da draußen. Im Thema Digitalisierung wird gleich noch das Wort Deserver, werden wir noch kurz beleuchten, weil wenn man schaut, was da in kurzer Zeit an Menge, an Plattformen gelistet ist, an Lösungen und Co. und das mit dem Fokus Autohandel, ja, dann ist fast schon verständlich, warum.

14:21 Eine Kakophonie. Ja, Kakophonie, genau. Dann merkt man ja aber auch, dass so diese Hilfestellung, die du da anbietest, im Moment ja sehr gefragt ist, weil den Überblick zu behalten, das ist ja Wahnsinn. Ja, also ich sage ganz ehrlich, ich glaube, wir haben jetzt über 500 verschiedene digitale Services auf Deserver. Ich sage noch gleich ein bisschen was zu Deserver, dass man das auch einordnen kann. Können wir jetzt auch direkt machen. Aber da den Überblick zu behalten, das ist wirklich schwierig. Also, was war der Geburtsgedanke von Deserver? Wieder mal mein Spieltrieb. Ich habe mit, genau, Hannes Brachert hatte mich auf die Perspektiven. Im letzten Jahr hat er mich gebeten, Mensch, zeig uns doch mal, wo wir im Moment stehen im Bereich der Portale in unserer Branche. Also die ganz mobile DEs und so weiter, die hatte er da auf dem Radar schon. Da habe ich mich also drangesetzt, zusammen mit ein, zwei Studenten. Und als die dann so mit den ersten Zwischenergebnissen zurückkam, habe ich gesagt, wow. Also das war absolut erschlagen. Die hatten schon über 60 verschiedene Portale, gar nicht mal nur Neuwagen, Gebrauchtwagen, sondern vielen, vielen Personalvermittlungen und so weiter. Da habe ich gedacht, nee, das musste irgendwie anders darstellen. Und dann haben wir uns hingesetzt und haben also mal einfach einen Prototyp für die, die es interessiert. Da ist noch nicht mal irgendwie ein Content Management, sondern ein bisschen Bootstrap und PHP und einfach mal ins Netz gestellt. Und dort können, das erreicht man unter www.dieserva.de. Das hat jetzt so verschiedene weitere Ausbaustufen seit einem Jahr hinter sich. Da kann ich mich als Händler, als Serviceunternehmen im automobilen Bereich

15:49 einfach über digitale Lösungen informieren. Wir haben das auch so ein bisschen Frage-Antwort-Spiel gemacht. Also ich, wie kann ich als Händler Kunden gewinnen, interne Kommunikation verbessern, Autos kaufen, Autos verkaufen, Ersatzteile kaufen, E-Shop aufbauen, Carsharing anbieten und so weiter. Und dann kriege ich halt einfach mal nur stumpf ein paar Services gelistet und da ist zum Beispiel auch Open Source oft dabei. Also durchaus eine Softwarequelle. Da gibt es tolle Software, die man einfach mal ausprobieren kann. So und das ist die Server. Dann ist im Dezember dankenswerterweise, darüber freue ich mich auch sehr, der ZDK eingestiegen, die natürlich auch erkannt haben, dass ihre 37.000, 36.000 Betriebe eben auch einen Informationsbedarf haben. Und seitdem betreiben wir das gemeinsam und das funktioniert extrem gut, was das Thema Seitenaufrufe angeht. Also wir haben auch, wir sammeln auch immer so im Internet, was so an Artikeln zum Thema Digitalisierung und Achtung weiteres Fremdwort, Transformation. Was ändert sich bei uns in der Branche? Neue Geschäftsmodelle und so weiter. Und haben Newsletter, der sich sehr großer Beliebtheit erfreut. Also das funktioniert gut. Was wir uns im Moment noch so ein bisschen wünschen würden, ist Interaktion. Also dass auch kommentiert wird und geliked wird, das funktioniert ganz klar noch nicht.

17:05 Noch ein bisschen Einwandstraße. Absolut, genau. Aber da sind wir auch am Ball, weil wir das auch noch nicht richtig so von der Usability, wir teasern das noch nicht richtig und so weiter. Da müssen wir noch ein paar Ausaufgaben machen. Das ist aber gerade auch in der Entwicklung. Ja, ich bin da natürlich auch angemeldet, ist ja klar. Ich finde den Newsletter echt gut, weil der ist ein bisschen weiter als andere Newsletter. Weiter nicht im Sinne von weiter vorne, sondern breiter gestreut. Weil wenn man jetzt Kfz-Betrieb den Newsletter sieht oder Autohaus, das ist immer genau unsere Branche. Da gibt es vielleicht mal einen Artikel, der ein bisschen anderes Thema beleuchtet. Das ist aber meistens dann auch mal Digitalisierung, wenn man ehrlich ist. Und da kommt auch mal von einer T3N, von einem Spezialmagazin, was in der digitalen Welt zu Hause ist, mal einen Beitrag zum Thema E-Scooter, wie die in San Francisco halt laufen oder so. Da hat man irgendwie so einen interessanten Mix und auch so ein Ping, wie läuft es denn woanders, mit einem ähnlichen Thema. Weil das, was unsere Branche bewegt, ist ja nicht nur die Digitalisierung. Die Digitalisierung findet statt, ist schon mittendrin. Aber das Thema, wo entwickelt sich das Fahrzeug hin, die Mobilität letztendlich. Und viele reden über das Auto oder Automobilität. Dann gibt es E-Mobility, Elektromobilität und vielleicht gibt es die ganze Sharing-Welt.

18:32 Vielleicht ist es irgendwann, also ich denke schon teilweise, Auto, Mobil, E-Mobil. Vielleicht ist es einfach irgendwann nur noch Mobil, Mobilität. Ja, dass das gar keine Rolle mehr spielt. Wir waren letztes Jahr, da haben wir eine schöne Tour gemacht. Genau, das war echt toll. Dank der Firma Levy. Auto Levy mit der Akademie, ja. Da haben die einen ganz feinen Job gemacht. Da hatten wir eine Unternehmerreise in Silicon Valley. Das war Mitte September, wenn ich mich nicht irre. Ja, genau. Mitte September in Silicon Valley. Das war 9-11. In San Francisco haben wir uns da getroffen. Von San Francisco aus haben wir dann das Silicon Valley besucht und in San Francisco auch, also in beiden Städten, sind ja zwei getrennte Städte, wenn man so möchte, so die Startup-Szene besucht und geschaut, was da so los ist. Und das war ja auch echt interessant. Und Stanford-Universität und so. Stanford, ganz genau. Die Startup-Night, da haben wir gerade noch drüber gesprochen, dass da so, wir haben an Live-Pitches quasi teilgenommen, an Startup-Pitches, die alle das Thema Automobil hatten und da saßen wir da in so einem Plenum und dann hatten wir vier Referenten davor und die haben ihre Ideen präsentiert und geschaut, ob da jemand investieren möchte.

19:32 Klassischer Pitch, ne? Startup-Pitch, ja. Genau, die hatten alle nur ein paar Minütchen Zeit und das haben wir gerade schon gesagt, der Interessanteste war eigentlich jemand, der da Keywords um sich, Buzzwords um sich gehauen hat. Deluxe, das war wirklich fantastisch. Ja, da war ich mir nie so sicher, ob das nicht eine Luftnummer ist, aber gut. Wahrscheinlich, der hat einfach mal probiert, aber so sind sie, die probieren und hätten die ja drüben nicht so viel probiert, dann wären sie nicht da, wo sie sind und ja, das war echt eine tolle Reise, da haben wir viel mitnehmen können und was mich bei der Reise auch wieder auf deine Person echt fasziniert hat, am letzten Tag, wo du abgereist bist, da kannst du noch nicht ganz im Flieger gesessen haben. Da stand auf der Deserver schon ein Reisebericht. Reisebericht, ja, ja. Wie geht sowas? Also da waren die Eindrücke frisch und ich habe mich hingewiesen. Ich war mal anders. Nee, genau. Das war im Grunde genommen, als ich aufs Taxi wartete, noch ein bisschen davor, logischerweise, da hatte ich irgendwie eine halbe Stunde Zeit und habe die einfach mal da eingeklopft. Habe natürlich unterwegs ein bisschen geguckt, ein paar Fotos gemacht und geschaut. Nein, mich hat diese Reise auch bewegt. Die hat auch im Kopf was bewegt.

20:37 Und genau wie du sagtest, ich möchte halt nicht immer nur über den x-ten Carsharing-Anbieter oder was wirkaufendeinauto.de alles vermeintlich Böses macht oder ähnliches wie eben andere Newsletter berichten, sondern Breite. Und weil ich glaube, keiner ist sich so sicher, wo diese Branche hingeht und wo wir in zehn Jahren sind. Und je mehr man spürt und merkt, was da so im Kessel alles gekocht wird, umso schlauer wird man. Ja, wir waren da ja zum Beispiel auch bei Google und bei Airbnb und bei Salesforce und so weiter. Und diese Breite ist auch das, was wir wirklich auf die Server anbieten wollen. Du hast ja auch einen schönen Artikel geschrieben über ein Thema, zum Thema Amazon und was, was die da im Bereich von Kundenincentives, Bindung etc. machen wollen. Ja, ich musste darüber schreiben, weil es war so einfach. Also diese Idee von so einem Giganten so einfach wieder an so ein neues Feld zu erschließen. Ja, genau. Ja, und das machen wir, wie gesagt, bei DISERVA. Da wird auch mal ab und zu ein Artikel zum Thema künstliche Intelligenz und Blockchain dabei sein. Ich weiß nicht, ob wir irgendwann hier alle Blockchain dominiert werden oder ähnliches, aber es ist definitiv etwas, wo es es wert ist, sich einfach mal drüber zu informieren. Man kann ja nicht immer noch den Filter setzen und ein Händler sagt, jawohl, KI ist was für mich. Nur ich möchte mit KI, mit künstlicher Intelligenz. Die anderen sagen, nö, lass mich in Ruhe damit. Das ist in Ordnung. Jeder sein Weg. Absolut, definitiv. Bei San Francisco habe ich eine so eine Erinnerung, wo wir da durch die Stadt

22:07 gegangen sind. Da sind wir da in der Stadt von Uber, wo kaum noch normale Taxen rumfahren. Da fahren noch die Uber-Autos rum. Man ubert ja auch nur noch. Und also diese Erfahrung, diese User-Experience von Uber ist schon ganz schön sexy, muss man sagen. Also die haben das schon ganz schön vereinfacht, diese User-Experience da in den Fokus gestellt. Natürlich gibt es da natürlich auch Auswirkungen auf der anderen Seite Richtung der Fahrer. Das wollen wir jetzt nicht vertiefen, weil wir sind da auf der User-Seite gewesen und das war schon ganz schön sexy. Aber was ich so kurios fand, dass in so einer Großstadt auf einmal die Amis E-Bikes entdecken. Genau. Oder E-Scooter. E-Scooter entdecken. Milliardengeschäft. Und das wird ein Milliardengeschäft. Total neue Fahrräder. Und da musste ich echt schmunzeln. Da stehen in San Francisco in so einer Straßenecke, was weiß ich, 50 Ford-Fahrräder mit Buchbar über den Ford-Pass. Und dann reden die darüber.

23:00 Ey, Milliardengeschäft, E-Bikes und Fahrräder in der Innenstadt. Und dann kommen wir als Deutsche und denken so, ja, Fahrräder. Hat die Bahn als Vermietkonzept seit zehn Jahren immer geboten. Aber selbst, ich komme ja aus dem Ruhrgebiet, aus Essen. Und da sind wir natürlich auch mit mehreren Metropolen. Das wächst ja alles ein bisschen stärker zusammen. Also die neuen Zahlen in den letzten Jahren, oder ich habe jetzt die Zahlen für 2018 gehört, ist ein deutlicher Zuwachs, was die Akzeptanz der E-Bikes, der mietbaren E-Bikes an Hauptbahnhof und anderen Orten widerfährt. Das war eine Zeit lang, standen die da und hat keinen interessiert. Und jetzt so langsam nimmt das dann doch Fahrt auf. Und muss man mal schauen, wie das auch mit den E-Scootern wird. Ob es da überhaupt auch Sharing-Angebote geben wird. Aber die Dinger, das wird eine Frage der Zeit sein, bis man relativ häufig auf einer Einkaufsstraße oder auf einer Straße auch die E-Scooter sieht.

23:50 Also da sind wir in Deutschland ja hinten dran. In Kopenhagen zum Beispiel oder in anderen europäischen Städten waren die wie immer mit der Regelung etwas schneller und unkomplizierter als wir. Bei uns hat ja der Verkehrsminister erst vor, wann war es, drei, vier Wochen gesagt, ich mache da mal was. Du hast eben ein wichtiges Stichwort genannt und zwar Akzeptanz. Man kann über diese ganzen Geschäftsmodelle und Digitalisierung und Plattform und KI und alles prima. Ich glaube, wir werden auch immer wieder dieses Thema Akzeptanz noch viel, viel höher halten müssen. Also nur mal ein paar Beispiele. Ich weiß nicht, ob du es erinnerst. Wir waren ja mit Otto Levy da im Silicon Valley in der Stanford-Universität. Und die Studenten dort forschen daran, wie wird eigentlich ein autonom fahrendes Auto in der Stadt akzeptiert.

24:37 Das war sehr interessant, ja. Also wenn wir über den Zebrastreifen gehen, dann nehmen wir Blickkontakt mit dem Fahrer auf und dann fühle ich mich sicher, da ist kein Fahrer. Wie funktioniert sowas? Wenn wir jetzt nur noch Volocopter haben und die starten und landen hier überall, hat sich immer mal Gedanken gemacht, wie laut das ist. Akzeptanz. Wir haben jetzt eine Diskussion in einigen Städten, ich weiß es nicht mehr, in einem europäischen Ausland, E-Scooter wegen Unfallhäufigkeit und so weiter. Oder die Diskussion in Silicon Valley sind, was sind es, 50 Firmen unterwegs, die mit autonom fahrenden Autos da testen und die neuronalen Netze trainieren und so weiter. Es führt zu massivem Unmut, wenn so ein Ding eine gefühlte halbe Stunde braucht, um eine Abbiegerentscheidung zu treffen und man steht im Auto dahinter.

25:24 Die Akzeptanz wird bei diesem ganzen Technik-Ding noch ein Riesenthema werden und da wird sich auch die Spreu vom Weizen trennen. Ja, definitiv. In der Stanford, das Beispiel war halt schön, was sie an dem Zebrastreifen gemacht haben, wo ein autonomes Auto an den Zebrastreifen ranfuhr. Es kam ein Mensch, das Auto stoppt. Der Mensch guckt in das Auto und weiß gar nicht, was passiert jetzt. Und dann haben sie halt noch böse getestet, dass sie den Wagen halt einmal so drei Zentimeter ganz leicht rollen lassen. Die Leute sind ja teilweise, die sind ja nicht mehr vorbeigelaufen. Die sind hinten rumgelaufen. Da denkt man sich drüber nach. Auch in einem Talk in San Francisco mit dem Verantwortlichen von Toyota am letzten Tag. Ja, vom Toyota Research Institute. Ganz genau. Der auch Einblick gegeben hat, wie weit Toyota da ist, auf welcher Stufe die da stehen und wie lange das noch dauert.

26:12 Und der hat ja dieses ganz einfache Beispiel genannt, wenn wir hier im Silicon Valley Autonomous Driving testen, ist ja gut und schön, wollen wir dieses Auto mal nach New York City stellen. Ja. In den Verkehr. Völlig andere Umgebung. Untrainiertes Netz. Ja, genau. Glaubt jemand, dass das funktioniert? Also entweder es fährt gar nicht los oder es könnte schwierig für alles drumherum werden. Ich wollte jetzt nicht die harten Konsequenzen daraus tun. Das bringt uns wieder zu dem Punkt, was du vorhin ja berechtigterweise angerissen hattest, Thema Mensch. Also jetzt mal nicht für einen Autohändler und wie sind die Software oder so, aber Technologie und Mensch. Also das beides, das muss auch harmonieren. Und da wird sich noch viel, viel sortieren und auch viel auf der Strecke bleiben.

26:57 Ja, genau. Wir biegen mal ganz kurz, wir fliegen mal eben zurück von SFO, San Francisco hier nach CGN so ungefähr. Du hast 2013, nennst du, 2013 auch ein Buch veröffentlicht. Das wollte ich ansprechen, weil der Titel alleine hat schon eine CRM im Autohandel. Wow. Da haben wir schon direkt so ein englisches Buzzword so. Aber davor steht es ganz emotional, nie mehr beziehungslos. Wie ist es zu diesem Buch gekommen? Was hat dich da so bewegt? Und erzähl mal so über den Prozess und die Erfahrungen damit. Also das ist eigentlich zurückzuführen auf so die ersten Themen, die sich rauskristallisiert haben, als ich mich selbstständig gemacht habe. Und das war eben die Kundenbeziehung oder die Beziehung zwischen Autohaus und seinen Kunden.

27:45 Und am Anfang Daten getrieben und dann kam eben auch Thema Marketing mit dazu, Handelsmarke positionieren etc. Und irgendwie nach so zwei Jahren hat der Springer Verlag, also hier die Springer Fachmedien in München, die eben auch die Herausgeber von der Zeitschrift Autohaus sind, die haben mich angesprochen. Mensch, willst du nicht mal ein Buch schreiben? Und da habe ich mich lange mit schwer getan. Aber letztendlich hat es mir geholfen, so das, was sich an Projekterfahrung angesammelt hat und an Empfehlungen und ähnlichen mal wirklich zu einem Papier zu bringen und auf den Punkt zu bringen. Und dann kam das, was du gerade ansprachst. Ich habe das nicht ganz alleine gemacht, sondern ein Kapitel hat auch eine Kommunikationsagentur geschrieben, ein guter Freund von mir hier aus Koblenz. Und mit dem habe ich so lange über Titel und ich bin hier so ein bisschen ingenieurmäßig unterwegs und er ist also nun rein kommunikativ und sagt, nee, also CRM, Automobilhandelservice kannst du das Ding nicht nennen.

28:37 Lad das mal auf. Lad das mal auf, genau das. Dann haben wir also ein paar Gläser Rotwein getrunken und dann sagte Dieter Eberl eben, du, also nie mehr beziehungslos. Das ist eine Aussage, die ist klar. Und darum geht es eigentlich, wie schafft es ein Autohaus eben diese Beziehung aufrecht zu erhalten? Ja, wir werden immer noch Geld für Neukundenakquise ausgeben müssen, aber wenn man mit diesen Bestandskunden mal anfängt zu arbeiten und die Beziehung eben hält, dann ist da ganz schön viel Musik drin. Ja, gerade in Zeiten, wo der Kampf um neue Kunden wird nicht einfacher. Je mehr du bindest, desto besser ist es und desto günstiger ist es. Einer meiner Kontakte oder einer meiner Kunden hat auch immer mal gesagt, man muss das Gold in seinen Daten heben, so ungefähr. Ja, also seine Kunden, da ist ganz viel Musik drin.

29:23 Also das hat mich, wie lange hast du an dem Buch geschrieben? Wie lange hat der Prozess gedauert? Das ging eigentlich relativ flott. Also ich habe mir da noch wirklich Zeit genommen, also reine Schreibzeit, ich sage mal sechs Wochen. Wirklich, also wenn ich an einem Stück geschrieben hätte, es hat sich über einen Zeitraum von sechs Monaten hingezogen. Okay. Da kriegt man auch gute Unterstützung durch ein Lektorat, also dann gibt man da mal so seine Fahnen ab und dann kriegt man Hinweise und so. Also das ist so schrittweise sechs Monate dauern. Aber eine Schreibzeit vielleicht sechs Wochen. Prima, okay. Die Perspektiven-Tour hatten wir vorhin schon so ein bisschen angerissen. Da warst du ja dieses Jahr auch wieder unterwegs und in dem Umfeld gibt es ja auch das Autohausnext. Da bist du auch unterwegs. Kannst du das mit zwei, drei Worten mal diese Plattform mal so ein bisschen erläutern, beleuchten?

30:11 Autohausnext, meinst du? Ja, also Autohausnext, ich muss ein bisschen aufpassen, weil sie gehört mir nicht, aber ich hatte ein Gewissen, die Möglichkeit da mitzuwirken, als das Ding aus der Taufe gehoben wurde. Und die Idee ist aus zwei Ecken getrieben. Einmal sucht natürlich auch ein Verlag zu, wie nennt es das Neudeutsch, Customer Touchpoints, also über die reine Zeitschrift hinaus. Und herausgekommen ist wirklich ein sehr lohnenswertes Dienstleistung für die Autohändler und automobilen Servicebetriebe, wo man anhand von Videos Experten einfach mal anschaut zu bestimmten Themen und dadurch eben sich Informationen und, ja, ich sag mal ganz platt schlauer machen kann. Ja, audiovisuell ist da echt nochmal ein anderes, eine andere Erfahrungswelt.

31:00 Ja, also Lesen ist eine Sache, aber auch Hören, das was wir ja gerade produzieren, ist ja schon eine andere Art der Kommunikation. Man muss nicht lesen, sondern man kann es hören. Im Auto, wo auch immer man ist, beim Sport. Genau, ist lebendig. Ganz genau. Und dann audiovisuell, also Video ist ja dann auch nochmal so ein Thema, was dann einfach, klar, da muss man ein bisschen mehr Zeit haben und sich darauf konzentrieren, auch mit dem Auge. Geht während der Fahrt so ein bisschen schlecht, aber da bleibt auch noch ein bisschen mehr hängen. Was einige übrigens machen, ich hab dann ja mal rumgefragt, also ich durfte eben auch am Anfang so bei der Konzeption mitwirken, wie strukturiert man das und so weiter, deshalb interessiert mich das Thema auch besonders und hab dann natürlich im Handel mal gefragt, wie nutzt ihr das denn und seid ihr zufrieden? Und dann sagten mir ein paar Händler, ach, ich finde das eigentlich ganz klasse, ich mach das im Auto. Ich sag, wie im Auto? Äh, Video? Nein, nein, nein, der Ton reicht. Ah, okay, die lassen einfach, okay.

31:46 Genau, die lassen den Ton laufen, nutzen das auch so ein bisschen als Filterfunktion, also nach dem Motto, ist das was, was lohnenswert ist und wenn es auf der Tonspur als sinnvoll erscheint, dann gucken sie sich gerne danach nochmal das Video an. Ja. Da hängt auch noch ein bisschen was dran, das finde ich auch sehr richtig, dass das so implementiert wurde, man kann zum Beispiel als Händler dort seine Organisation hinterlegen und eben auch das kostet, glaube ich, in gewissen Grenzen, kostet es noch nicht mal irgendwie mehr und kann dann sagen, Mensch, das ist nicht interessant für mich, aber mein Serviceleiter oder mein Vertriebler oder mein EDVler oder Marketingbeauftragte, die sollten sich das mal angucken, kann ihm dann so eine Nachricht schicken, dann klicken die da drauf. Also das ist Wissensvermittlung und auch so in einer Organisation wie einem Handel, wem lasse ich welches Wissen zukommen, gut gelöst.

32:32 Genau, das habe ich bei der Perspektiven-Tour. Du hast dir mal angeschaut, ne? Ganz genau, da war das auch nochmal ein bisschen Thema und die Plattform kenne ich und was auch dort, ich sag mal, vertrieben wird, wenn man das so formulieren möchte, aber den Aspekt, dass man quasi sein Team damit reinziehen kann und denen sagt, pass mal auf, das und das, Du und Du und Du und angucken und man hat, glaube ich, sogar eine gewisse Kontrollinstanz, wenn man so möchte, ob es jemand gesehen hat, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich glaube, ja, also ich muss ehrlich sagen, ich war jetzt auch lange nicht mehr drin und habe es mir auch nicht mehr im Detail angeguckt. Ja, prima. Du hast ja jetzt dein eigenes Beratungsunternehmen. Die Entscheidung dafür so konsequent, also das wirklich in eine eigene Unternehmensform zu geben, wie kam es zu der Entscheidung und das würde mich so interessieren, was dein Antrieb dazu war.

33:22 Ach, da gab es wie immer ziehende und drückende Faktoren.

33:27 Ich sagte ja schon mal ganz am Anfang, ich habe eigentlich keinen Plan fürs Leben, außer, dass ich nicht dumm sterben will. Ja, ich möchte möglichst viele Dinge ausprobieren. Weise Worte. Schön. Jetzt hatte ich das Vergnügen, meine berufliche Laufbahn am Anfang in einem wirklich amerikanisch geprägten, Nasdaq-gelisteten, naja, viereinhalbtausend Mitarbeiterunternehmen, ich sag mal eher Konzern. Dann den Mittelstand, schön deutsch geprägt, familiär geführt, Autohandel und Selbstständigkeit war immer irgendwo im Kopf hinten eine Sache. Ja, und ich habe eigentlich ganz verblüfft festgestellt, nachdem ich es ausprobiert habe, dass das genau mein Ding ist. Du hast eben auch gesagt, Beratungsunternehmen, ich habe eigentlich gar kein Beratungsunternehmen. Und ich will das auch nicht haben. Ich habe auch keine Produkte, die ich jetzt unbedingt zwingend verkaufen muss, weil ich beispielsweise ein Beraterteam habe, was gefüttert werden muss.

34:18 Sondern ich versuche immer so ein Schrittchen vorher zu sein. Ganz am Anfang sagte ich eben ja, aus Erfindungen nutzenstiftende Dinge zu machen. Und da ist auch jedes Projekt anders. Also irgendeiner sagte mal, sag mal Jörg, was du da eigentlich bist, ist der, wie hat er das genannt? C.E.B., der Chief Erklärbär.

34:38 Gut, das ist jetzt vielleicht wenig schmeichelhaft, weil ich mich natürlich auch um die Umsetzung kümmere und das eigentlich auch viel lieber mache, als das Erklären. Aber es ist in dem Sinne kein Unternehmen, sondern ich habe es irgendwie geschafft, und da bin ich jeden Tag dankbar für, das, was mir einen Heidenspaß macht, eben auch so zu, ja, ich würde sagen, verkaufen, dass ich davon wunderbar meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Und mehr kann ich mir eigentlich nicht wünschen im beruflichen Leben. Ja, das merkt man dir an. Also das habe ich in unseren Treffen, habe ich immer so gemerkt, Mensch, der ist zufrieden, also der ist happy, der ruht. Und jetzt die letzten Sekunden, wo du darüber geredet hast, wirklich ein breites Grinsen im Gesicht, also da nehme ich dir wirklich absolut jedes Wort ab.

35:24 Hat natürlich auch Nachteile, weil, ich sage mal, in meiner Form der Selbstständigkeit ist wirklich alles selbst und ständig. Und ich mache auch nicht alles alleine, gibt für viele Themen, zum Beispiel so Marketing-Themen, da kommen dann halt ihr oder Agenturen wie ihr ins Spiel. Wenn ich meinen Spezialisten für eine Schnittstelle brauche, dann weiß ich auch, wen ich anrufe. Anrufe und Netzwerk. Und Netzwerk, genau. Also das Wissen ist so breit, ich maße mir nicht an, bis auf die Nachkommastelle alles zu kennen. Das wäre auch unglaubwürdig. Hast du da irgendwie einen Punkt, den du vielleicht, also hebt dich irgendwas ab von anderen, die in dem Bereich unterwegs sind? Vielleicht eine Unternehmensgröße, weil du bist allein unterwegs? Ja. Hat das einen besonderen Vorteil? Hat das auch einen Nachteil?

36:09 Ja, natürlich. Also eins sagte ich ja schon, Vorteil ist eben, ich bin extrem flexibel. Wenn morgen einer kommt und sagt, ich will was, das Beispiel von eben Blockchain machen oder ähnliches, dann sage ich, lass uns das mal angucken, ob das irgendwas ist. Auf der anderen Seite, klar, der Nachteil ist auch das, was ich eben sagte, alles selbst und ständig. Ich glaube, wo ich mich bemühe, anders zu sein, ob das erfolgreich ist, mögen bitte die Kunden beurteilen, wo ich mich bemühe, anders zu sein, ich habe wirklich keine Scheuklappen drauf. Also, weil ich eben auch keine Produkte habe, die ich verkaufen muss, also auch die, mit denen ich kooperiere, von denen kriege ich auch keine Provision. Das führt zum Beispiel dazu, dass man eins, was im Moment ein Produkt, was im Moment sehr gut läuft, ist das Thema Social Intranet.

36:55 Also, wenn man eben als Händler seine innerbetriebliche Kommunikation unter den Mitarbeitern verbessern will und so ein bisschen chatten und so WhatsApp-Gefühl für die innerbetriebliche Kommunikation. Klar, dann kann ich Slack nehmen, das ist der Platzhirsch im Moment, ist ein tolles Tool, gibt es nichts zu mäkeln, aber kostet ein sündhaft teures Geld. Und da sage ich mir halt, bevor wir hier Geld versenken oder bevor der Händler Geld versenkt und vielleicht nur erstmal ausprobieren will, ob das überhaupt was ist, dann lass uns doch mit Hammhub anfangen. Die Software kostet gar nichts, ein Server kostet 10 Euro pro Monat, ein bisschen Hilfe von mir und dann kannst du anfangen. Also, dieses Suche nach den Themen ohne irgendein Korsett zu haben, das finde ich eigentlich am spannendsten an der ganzen Geschichte. Okay, spannend. Da bist du ja, du bist ja bei deinen Kunden ja dann schon dran.

37:47 Du, wenn ich das so sehe, du bist ja dann schon ein bisschen so Teil des Teams oder bist du so immer ganz entkoppelt? Ja, ich weiß, ja und nein. Also, ich gebe dir mal ein Beispiel, wenn wir so ein Social Intranet hochgezogen haben, dann bin ich eigentlich immer irgendwo kommunikativ auch mit dabei. Die kennen mich ja auch und ich habe es ja mit denen zusammen gemacht und so weiter. Da fase ich mich dann aber langsam raus. Bei anderen Themen ist es zwingend notwendig und da hast du als externer Berater auch wirklich keine Chance, das sollte man gar nicht erst versuchen. Da ist es zwingend notwendig, dass einer im Betrieb den Hut auf hat und der muss das Projekt pushen, der muss die Leute überzeugen und so weiter. Der kriegt dann nur Hilfestellung von mir, aber da bin ich dann im zweiten Glied. Also, so bis hin zu, lass uns mal alle Woche telefonieren, ich habe da eine Frage.

38:36 Auch solche Modelle. Das ist die gesamte Spielart dabei. Ja, da haben wir auch häufig so Fälle, die bei uns in die Werbeagentur beauftragt werden. Zum Beispiel, übernehmen Sie doch bitte unsere Social Media Kanäle. Ja, oh, schwierige. Ganz schwieriges Thema. Schwierige Sache. Da haben wir vor, wie viele Jahre ist denn jetzt her? Ich würde schon fast sechs bis sieben Jahre haben wir einen Piloten gemacht für eine Marke, im Kontext aber für einen Händler, wo wir den ersten quasi professionellen Unternehmensaccount bei Facebook betreut haben. Und das war so ein Projekt, das hatte eine Dauer von zwölf Monaten, wo wir Social Media auf Facebook für das Unternehmen bei Facebook gemacht haben. Das geht. Das geht für eine gewisse Zeit und für einen Anfang, definitiv.

39:22 Das war aber auch so angelegt, dass wir dann mit dem Autohaus natürlich zusammengearbeitet haben und wir waren ja als Externe darauf angewiesen, zu wissen, was im Autohaus los ist. Und am Anfang war die Euphorie groß, Mensch, hier, zack, zack, zack. Dann damals der Klassiker schlechthin Gewinnspiele, haben wir irgendwas verlost, zack, wieder 50 Fans mehr oder 100, wie auch immer. Und haben das Ding dann relativ schnell für die damalige Zeit auf einige Fans aufgeblasen, auch mit einer ganz okay Interaktionsrate. Und dann merkte man irgendwann, die Informationen kommen schleppender aus dem Unternehmen zu uns hin. Sprich, wir können auch weniger schreiben. Und dann war so das Ende des Projekts irgendwie in Sicht nach den zwölf Monaten, wo dann gesagt wurde, ja Mensch, wir haben ja hier im Verkäuferteam Mitarbeiter und die können das wunderbar weiter betreuen.

40:10 Finde ich richtig, die denke, es muss aus dem Unternehmen selber kommen. Social Media ist, ich habe das immer so genannt, der Blick hinter die Kulisse. Das Beispiel, wo ich, glaube ich, hunderte von Malen da irgendwie rangebracht habe als Antwort, wenn ihr neue Fahrzeuge kriegt und da steht auf einmal so ein Autotransporter mit zwölf weißen, was weiß ich nicht, SUVs drauf. Macht ein Foto und postet das, weil ich lege fast meine Hand ins Feuer. Keiner eurer Kunden nimmt sowas wahr. Der kennt sowas und der staunt dann. Mensch, echt klingt das so. Das sind diese, ich nenne das immer Hausmitteilungen, Dinge, die nur das Autohaus senden kann, die einzigartig sind, authentisch sind. Absolut. Und da ist es als externe Agentur schwer ranzukommen.

40:56 Ja, und da passiert ja so viel. Autohäuser in der Regel haben ja schon eine Menge Mitarbeiter. Da gibt es ganz viel, was hinter den Kulissen passiert, was draußen nie einer mitkriegt, was super spannend ist, weil alle Menschen, die ein Auto haben, haben irgendwie eine Affinität dazu. Sei es nur ein Fortbewegungsmittel oder sei es ein Sportgerät, was auch immer. Und die haben eine gewisse Emotion auch dazu. Und das Autohaus ist ja teilweise nur so ein Fahrzeuglieferant und ein Reparateur. Die schlechten, sind nur das. Aber da ist es eigentlich so toll, da Emotionen reinzubringen. Ja, das stimmt. Das liegt halt brach. Und wir mit der Werbeagentur, wir haben irgendwann, diese Projekte machen wir nicht mehr. Haben wir wirklich Adapter gelegt, weil das funktioniert nicht. Und was dann den Haken drunter gemacht hat, letztendlich war dann immer so, und dann kommt irgendwann der Geschäftsführer nach sechs Monaten und sagt, so, ich habe jetzt hier x tausend Euro investiert.

41:49 Wo sind die Verkäufe? Genau, wie viele Autos verkaufe ich mir? Ja, nicht die richtige Denke. Aber sobald Geld investiert wird, muss auch was rauskommen. Das verstehe ich. Ja, also nein, ich sage mal, warum diese Frage gestellt wird, halte ich absolut für nachvollziehbar. Wenn man Geld ausgibt, dann muss ich auch irgendwo einen Return oder irgendwas unterm Strich spüren. Nur das Problem hier ist ja gerade dieses Thema Facebook, das ist ja eher Marketing. Das ist ja nicht Werbung, es ist auch Werbung, aber im Schwerpunkt ist es Marketing. Ich platziere mich als Handelsmarke, ich mache mich sympathisch, ich mache mich emotional und so weiter. Ja, Reichweite. Und da gibt es nach meinem Kenntnisstand, es möge mich jeder, der es besser weiß, berichtigen, kein robustes Modell, was mir zum Beispiel die Frage beantwortet, wenn ich die Farbe meines Logos ändere, wie viele Autos verkaufe ich mehr?

42:39 Ich kenne kein Modell, das heißt, jede Antwort kann nur an den Haaren herbeigezogen sein. Also ich mache meinen Job schon lange, aber da kann ich dir keine Antwort drauf geben. Genau, das dachte ich dir. Also das ist wirklich nicht messbar. Wunderbar. Jetzt haben wir einige Zeit in den Rückspiegel geblickt. Jetzt gucken wir mal nach vorne und machen das Fernlicht an. Da kommen wir so zum Ausblickteil des Podcasts, der mir sehr wichtig ist. Da habe ich eine relativ allgemeine Frage formuliert. Also mal, wie blickst du in die Zukunft? Was glaubst du, was erwartet die Autobranche in drei bis fünf Jahren? Das ist die berühmte 10-Millionen-Dollar-Frage. Also wenn ich darauf eine belastbare Antwort hätte, dann würde ich wahrscheinlich nicht mehr arbeiten müssen. Also ich glaube, es sind relativ gut so ein paar Trends erkennbar.

43:25 Das eine, wir haben einige schon angesprochen. Das eine ist dieses Thema Auto kaufen versus Mobilität nutzen. Und du hast es ja zum Beispiel auch gerade am Anfang gesagt, es geht nicht mehr um E-Mobilität, sondern es geht eigentlich nur noch um Mobilität. Und der Verkehrsträger und das Mittel ist mir zu einem gewissen Grad egal. Ich sage so etwas immer mit einer ganz großen Einschränkung. Also daraus sollten wir nicht schließen, dass jetzt ab morgen alle nur noch Carsharing machen. Ich habe drei Kinder, die größte, die älteste hat jetzt den Führerschein gemacht. Für die gibt es nichts Wichtigeres als Führerschein. Wenn ich aber in der Stadt gucke, wir haben Freunde in Berlin, die haben kein Auto mehr. Und wenn ich so bei befreundeten Startup-Unternehmen in Berlin unterwegs bin, ich mache mir immer einen Spaß und rufe da in die Entwicklerhöhle rein. Wer von euch hat keinen Führerschein?

44:11 Nicht kein Auto, keinen Führerschein. Da geht ein Drittel der Hände hoch. Aber daraus jetzt zu schließen, es will keiner mehr ein Auto besitzen, ist falsch. Jedes Jahr kommt diese Erhebung ja neu raus und jedes Jahr ist das Ergebnis irgendwie anders. Wahrscheinlich, weil sie in einer anderen Stadt umfragen. Aber für den Händler bedeutet das eben, dass das eine Spreizung ist. Also man muss wieder, man muss nicht nur auf dem Parkett digital analog tanzen, auf beiden, sondern man muss auch dieses Thema Mobilität, also Mobilitätsdienstleistung verkaufen. Und da gibt es ja viele Angebote, Carsharing, Vermietung, gibt auch tolle Autohäuser, auch kleine, auch auf dem platten Land, die mit der Vermietung richtig Geld verdienen. Und auf der anderen Seite gibt es nach wie vor das Thema Verkaufen und Besitzen mit allem, was dazu gehört. Das ist so die eine Richtung. Die andere Richtung, wir werden immer digitaler werden und da ist für mich die große Frage, wie es mit den Markengebundenen und den ganz kleinen Betrieben weitergeht.

45:04 Weil bei den markengebundenen Betrieben ist es so, dass durch den Hersteller Einflusssysteme vorgeschrieben sind. Und wenn Sie das DMS eines sehr großen Herstellers in Deutschland haben, ich will jetzt keinen Namen nennen, was nicht über eine schreibende und lesende Schnittstelle verfügt und Sie dann als Händler einen eigenen E-Shop einführen wollen, dann können Sie jemanden beschäftigen, der jeden Abend die Transaktionen aus dem E-Shop in dieses DMS händisch einklimpert. Das kann es nicht sein. Also inwieweit überlassen die Hersteller für den markengebundenen Handel diese, ich nenne das immer Konvertierungsstrecken? Also was zum Beispiel jetzt hier Vehiculum mit den 500, mit den 1000 Fiat 500s gemacht hat, geniale Lösung. Aber die müssen eigentlich vom Hersteller kommen, damit die Händler sie nutzen können. Also ja, da werden wir immer digitaler werden, aber auch hier, genauso wie bei dem Thema E-Mobilität nutzen, Auto besitzen, nicht sofort, nicht alle, nicht über Nacht, aber wir müssen auf beiden Parketts tanzen.

46:02 Die dritte Richtung, die ich sehe, ist, dass sich die Masse der gerade Servicebetriebe, die werden sich damit anfreunden müssen, dass sie immer mehr größere Flotten versorgen, sage ich mal. Also, dass sie sich im Grunde genommen unter einem Digitalisierer drunter hängen, wie zum Beispiel ein Uber oder wen auch immer und mit diesem ein Abkommen haben, um seine Flotte oder die Flotte seiner Nutzer zu warten, zu pflegen, zu etc. Das heißt, der Anteil der Privatkunden wird zugunsten der Flottenkunden zurückgehen. Also weniger Privatkunden, mehr Flottenkunden. Aber dann reden wir schon über Zeiträume nach meinem Bauchgefühl von 10 bis 20 Jahren. Das wird sehr viel Zeit dauern. Wir sind so ein bisschen an diesem Punkt, Pferdescheu machen und wilder Hektizismus?

46:53 Nee, also definitiv nicht. Oder auch so dieser Irrglaube, ich mache Digitalisierung nur, weil Digitalisierung gerade dran ist. Das ist das Blödsinnige, was man tun kann. Aber anfangen, diese Dinge auszuprobieren, um nicht völlig auf dem kalten Fuß oder auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, wenn es in fünf Jahren vielleicht ein bisschen mehr kritisch wird, da ist man schon gut beraten. Da habe ich auf der Fahrt hierhin noch so drüber nachgedacht, dass vor einigen Jahren gab es ja auch schon Autohändler, die, ich sage mal, einen Schritt in die Digitalisierung gegangen sind und, was weiß ich nicht, Verkaufsgespräche mit iPads machen oder sowas. Die haben da keine Begleitung bei gehabt, meistens, wenn ich das so in Erinnerung habe, haben die keinen Hersteller dabei gehabt und die haben Erfahrung gesammelt.

47:39 Und da müsste man jetzt eigentlich, die werden jetzt einfach schon mal noch einen Schritt weiter vorne sein, weil die haben Learning mit so einer Thematik schon gehabt. Und deswegen so die kleinen Happen sich weiterentwickeln, einführen, jetzt von heute auf morgen auf einmal komplett papierlos unterwegs zu sein und dann im Autohandel. Es gibt so Anwandlungen in dem Bereich, aber das wird so einfach nicht möglich sein. Und da muss man auch einfach schauen, was erträgt so ein Autohaus an Veränderung in kurzer Zeit und was macht das Team auch mit. Weil wenn man da von heute auf morgen reingeht und sagt, so, alles, was ihr jetzt 20 Jahre lang gemacht habt, war gut und schön und jetzt machen wir mal anders, da wird man Verunsicherung mit hervorrufen. Ja, also deshalb bin ich auch so ein großer Fan von dieser Taktik der kleinen Schritte.

48:28 Man fängt mal an, macht einen Piloten, lernt daraus, genauso wie du gerade sagst, was weiß ich, Verkaufsgespräche mit dem Tablet unterstützt, zieht daraus seine Lektionen. Man muss halt nur auch so ehrlich sein, dass man vorher bei diesen, ich nenne die immer U-Boot-Projekten, U-Boot-Projekte sind ganz klein, ganz schlachtfertig, die tauchen irgendwo auf, richten Schaden oder Nutzen an und tauchen wieder ab. Nein, die bleiben natürlich und sollen da natürlich. Man muss sich nur vorher zwingen, auch Erfolgskriterien mal festzulegen. Also die kann man ja gerne ändern über so ein Projekt, aber wenn am Ende, und das beobachte ich immer mal wieder bei so Experimentalprojekten, wenn am Ende dann einer im Betrieb aufsteht und sagt, ich habe hier einen Fall und der ist in die Hose gegangen, der ist auch in die Hose gegangen und deshalb ist das ganze Projekt nichts, da muss man dann aufpassen, dass nicht einer, der vielleicht auch ein sehr, ich sage mal, die graue Eminenz im Betrieb ist, wegen einer Befindlichkeit sowas kaputt macht.

49:21 Das kann auch oft passieren. Ja, guter Hinweis. In dem Kontext, wo wir jetzt Fernlicht angemacht haben, im Fernlicht taucht der 4.4. auf, da haben wir im Vorfeld ein bisschen drüber gesprochen, weil du ja solche Themen ja schon nimmst, auch drüber redest, aber dir auch schon Autohäuser, die es schon machen, an die Seite stellst und die wirklich selber berichten lässt. Genau, das ist die Idee. Weil Frontbeschallung mit tollen möglichen Digitalisierungsthemen, die da irgendwo am Horizont auftauchen, ist auch gut und schön, aber es gibt ja welche, die da emsig sind. Ob das jetzt Carsharing, Vermietung erfolgreich sind und noch ganz andere Sachen. Da ist der 4.4. in Darmstadt.

50:08 Ein ganz interessanter Tag, weil ich hatte vorhin gesagt, das ist so ein bisschen auch von Händlern für Händlern, weil die Storys aus dem Handel kommen. Das ist das Ziel, genau. Das ist das Ziel, super. Das ist zu finden über das Autohaus? Ja, genau. Ich sage vielleicht noch auch zwei Worte vorher dazu. Also genau wie du sagst, auch diese Duschveranstaltung, sage ich immer ganz böse, wo in einem Tag dann 15 Anbieter ihre Lösungen vorstellen, die haben auch ihre Daseinsberechtigung. Aber ich wollte hier mal einen anderen Weg zusammen wieder mit der Autohausakademie gehen. Das wird also auch von der Zeitschrift Autohaus entsprechend organisiert und unterstützt, dass ich aufzeige, in welche Richtungen gehen im Moment sehr konkrete Gedanken und auch Projekte des Handels, wenn es um neue Geschäftsmodelle geht.

50:53 Und da geht es auch um die Frage, was ist eigentlich ein Geschäftsmodell? Ist irgendwo Prozesse verschlanken ein Geschäftsmodell? Also das werde ich einfach ganz kurz mal ein bisschen darlegen und dann gibt es so verschiedene Felder, gibt es Geschäftsmodelle Richtung Kunde, da gibt es also was weiß ich, was wir eben gesagt haben, hier mit Vermieten und so weiter. Und dann möchte ich eigentlich das nur ganz kurz erläutern und dann, das werde ich nicht für jeden Fall schaffen, weil es zu viele sind, immer mal einen Händler bitten, der dort nachweislichen Erfolg hat, das Mikro in die Hand zu nehmen und gesagt, so, ich habe das gemacht. Und dann erzählt er ganz kurz fünf Minuten, sodass man am Ende auch sagen kann, also liebe anwesende Teilnehmer, wenn ihr Fragen habt, das ist er, den könnt ihr anrufen. Also ja, da wollen wir schon die Brücke schlagen, aber ich möchte eben auch zeigen und das finde ich so toll am Handel im Moment, wie viel kreative, Entschuldigung, geile Lösungen da im Moment ausprobiert werden.

51:46 Da ist so viel Musik im Handel und das macht so viel Spaß dabei zu sein und da wollte ich auch so ein bisschen eine Plattform für bieten. Prima. Findet man unter www.autohaus.de-geschäftsmodell oder Modelle mit A-E, gibt es auch die Information, wir haben auch sehr honorige Redner, wofür ich sehr dankbar bin, der Burkhard Weller kommt, Belesa kommt. Aber auch kleine, aber kleine, sehr umtriebige, da haben wir vorhin drüber gesprochen. Dass einer dabei hat 15 Mitarbeiter, das ist für mich, der erzählt mir zum Teil Digitalisierung. Super, so muss es sein. Okay, wenn wir hier gleich durch sind, brauche ich dann nochmal ein paar Insights von dir. Ja, also zu Deserver oder jetzt auch zum 4.4. zu dem Tag wird es Links in den Shownotes geben, das werde ich da festhalten.

52:34 Jörg, vielen Dank, wir sind soweit durch, tolle Insights, das fand ich super spannend, das hat jetzt auch für mich nochmal einige Learnings hier gegeben, in welche Richtung du da auch blickst, weil du bist ganz viel unterwegs, du bist da an der Front mit den Händlern und auch mit Lösungen, die da in den Markt reindrängen, das war sehr interessant, vielen Dank dafür. Wir sind soweit durch, die Benzingespräche für heute haben ein Ende, wenn man so möchte, die sind am Ziel angekommen, wenn man Navigation nimmt, wir haben ihr Ziel erreicht. Vielen Dank dir, vielen Dank denen, die da draußen zugehört haben und weitere Infos, wenn was noch zu teilen ist, wird es in den Shownotes geben und vielen Dank, bis bald, euer Tim. Danke an dich. Tschüss. Tschüss.