Einleitung
In der neuesten Folge des Benzingespräche-Podcasts spricht Tim Klötzing mit Silvia Gerl, der Schulleiterin der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe (BFC) in Nordheim. Erfahren Sie mehr über ihre beeindruckende Karriere, die Rolle der BFC in der Automobilbranche und spannende Einblicke in eine kürzlich unternommene Studienreise nach China.
Die Karriere von Silvia Gerl
Silvia Gerl ist ein echtes ‚Autogewächs‘, wie sie sich selbst beschreibt. In eine Familie mit einer Autoverwertung hineingeboren, war das Automobil schon früh ein ständiger Begleiter. Nach einem Studium der Wirtschaftspädagogik und Betriebswirtschaftslehre entschied sie sich, in der Automobilbranche zu bleiben und arbeitete für namhafte Autohausgruppen und als Außendienstmitarbeiterin für Volvo. Ihre Leidenschaft für die Branche führte sie schließlich zur BFC, wo sie seit 1997 tätig ist.
Die Rolle der BFC
Die BFC bietet eine spezialisierte Ausbildung für Menschen, die in der Automobilbranche tätig sind und sich weiterqualifizieren möchten. Die Schule richtet sich an Personen, die bereits einen Beruf im Automobilbereich erlernt haben und ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vertiefen möchten. Die Absolventen streben oft Führungspositionen in ihren Unternehmen an oder wollen Familienbetriebe übernehmen.
Spannende Studienreise nach China
Ein Highlight des Podcasts ist die Diskussion über eine kürzlich unternommene Studienreise nach China. Silvia Gerl berichtet von den beeindruckenden Erfahrungen in Peking und Shanghai und den dort gewonnenen Erkenntnissen über die Zukunft der Mobilität. Die Reise bot den Teilnehmern der BFC eine wertvolle Gelegenheit, internationale Perspektiven zu gewinnen und neue Trends im Automobilsektor zu entdecken.
Fazit
Silvia Gerl bietet im Gespräch mit Tim Klötzing faszinierende Einblicke in die Welt der Automobilbildung und die Herausforderungen und Chancen, die die Zukunft der Branche bereithält. Ihre Erfahrungen und ihr Engagement für die Ausbildung der nächsten Generation von Automobilökonomen sind inspirierend und zeigen, wie wichtig spezialisierte Bildungsangebote in einer sich ständig wandelnden Branche sind.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Karriere von Silvia Gerl
- Rolle der BFC in der Automobilbranche
- Studienreise nach China
- Herausforderungen und Chancen der Zukunft
- Bildung in der Automobilbranche
Key Takeaways:
- Silvia Gerls Weg in die Automobilbranche
- Die Bedeutung der BFC für die berufliche Weiterbildung
- Einblicke in die chinesische Automobilindustrie
- Die Rolle von Bildung in der sich wandelnden Mobilitätslandschaft
- Persönliche und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten durch die BFC
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Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Bevor es nun losgeht, ein kurzer Hinweis auf einen starken Partner, der diesen Podcast möglich macht. CarWow! CarWow ist die führende Neuwagen-Plattform für Autokäufer, Händler und Automobilhersteller. Wussten Sie schon? Mit über 3 Millionen Besuchen pro Monat ist CarWow eine der einflussreichsten Automotive-Media-Brands und bietet Herstellern und Händlern Zugang zu Deutschlands größter Neuwagen-Audience. Mehr Infos auf carwow.de Herzlich Willkommen zurück bei den Benzingesprächen und es ist mal wieder Zeit für den Pink Network Podcast mit der lieben Juliane Schleicher. Hallo Jule! Hallo Tim! Da sind wir mal wieder und du warst wieder fleißig und du hast mal wieder eine äußerst spannende Persönlichkeit aus deinem Netzwerk gefunden, die ich auch sehr gut kenne und ich bin schon fast ein bisschen neidisch, dass du ein Interview mit ihr führen durftest. Ich durfte auch schon mal, das ist schon länger her, aber mit ihr spreche ich auch so gerne. Wird mit wem auch so gesprochen? Ja, ich habe mit einer Branchenpersönlichkeit gesprochen, so kann man es eigentlich fast nennen, weil viele kennen sie. Und zwar Silvia Gerl, sie ist die Schulleiterin der BFC in Nordheim und wir kennen uns auch schon lange. Ich habe sie mal gefragt, ob sie Lust hat mit mir ein bisschen zu plaudern und dann hat sie sich spontan bereit erklärt. Ja, weil sie braucht es auch glaube ich nicht lange überreden. Mit Silvia sprechen ist immer großartig. Ja, und sie hat immer viel zu erzählen und sie weiß ja auch ganz viel. Und durch ihre Tätigkeit als Schulleiterin und Dozentin ist sie natürlich immer ganz nah an den automobilen Themen. Und darüber haben wir natürlich auch gesprochen und über das Autohandels-ABC haben wir gesprochen. Aber was sich dahinter verbirgt, erfährt man im Podcast. Und noch dazu hat sie ja eine spannende Studienreise gemacht mit ihren BFClern im Februar nach China, Peking und Shanghai. Und da war sie nachhaltig sehr beeindruckt und da war ich neugierig, was genau sie so beeindruckt hat und was das Spannendste war. Und darüber haben wir auch ein bisschen gesprochen. Also es lohnt sich auf jeden Fall, den Podcast wieder anzuhören. Auf jeden Fall und ich habe das natürlich auch mit der Studienreise mitbekommen und dachte so, meine Güte, nur dafür hätte ich ganz gern nochmal das Studium bei ihr angefangen und wäre mitgefahren. Da war ich sehr, sehr neidisch. Und ja, ich würde sagen, wir springen rein, oder? Auf jeden Fall, viel Spaß beim Reinhören. Ganz genau, viel Spaß. Hallo zu einer neuen Folge des Pink Network Podcasts. Heute mit einem ganz besonderen Gast. Für mich ist es ein Special Podcast, nämlich ich darf heute mit Sylvie Gerl von der BFC sprechen. Und so ein bisschen über das, was sie bewegt und über eine ganz besondere Reise, die sie kürzlich mit ihren BFClern getätigt hat. Und ich sage erst mal, hallo Sylvie. Hallo Jule, ich freue mich. Ich freue mich auch, dass du dir spontan Zeit genommen hast. Ich glaube, die meisten kennen dich ja, aber erzähl doch trotzdem gerne nochmal ein bisschen was über dich, beruflichen Werdegang und wie lange bist du schon bei der BFC? Ja, ich bin ja so ein Autogewächs. Ich bin in die Branche reingeboren worden. Also meine Eltern haben eine Autoverwertung. Ich habe als Kind schon nicht mit Barbie-Puppen gespielt, sondern mit dem, was da war. Und durfte mich eigentlich bis zu meinem Abitur immer damit beschäftigen, nicht mit Wartung, Pflege, Instandsetzung, sondern bei uns wurde halt alles geformt, platt gemacht und so weiter. Bin also als Schrottprinzessin geboren und hatte meinen Eltern eigentlich immer relativ schnell gesagt, mit dem Thema Auto möchte ich nie was zu tun haben. Weil wenn du in ein Unternehmen reinwächst, sitzt quasi die Firma abends immer mit am Tisch. Und es geht in der Familie auch immer um das Thema Firma und das war das Thema Auto. Und da habe ich mir gesagt, auf keinen Fall möchte ich was mit dem Thema Auto zu tun haben. Nach dem Abi gehe ich studieren und habe mich dann in Göttingen entschieden, Wirtschaftspädagogin und BWL zu studieren, weil ich dachte, aus mir wird eine tolle Berufsschullehrerin. Hatte aber ein zu großes Autogen. Also ich habe Benzin im Blut nach wie vor, es kann auch Diesel, LPG, AdBlue sein, weiß ich nicht. Strom ist es zur Zeit noch nicht. Habe dann für mich entschieden, ach ich möchte doch gerne in der Autowelt bleiben. Mein Vater riss dann gleich den Auge und sagt, ich habe einen geilen Job für dich. Und ich habe mich dann für eine Autohausgruppe entschieden mit den Marken Volkswagen und Audi. Hier kam damals Koda noch mit dazu. Und da war ich sehr, sehr lange und habe mich da auch sehr wohl gefühlt. Habe dann mal die Seiten gewechselt, bin dann in den Außendienst, habe dann für Volvo im Außendienst gearbeitet. Das war auch eine ganz tolle Zeit, weil ich Händlern immer helfen konnte, mehr Geld zu verdienen. Deswegen glaube ich, war ich auch immer ein sehr gern gesehener Gast. Und dann kam irgendwann die Schnittmenge zur BFC und die ergab sich sogar noch, als ich bei VW und Audi war, weil ich wusste, und das ist eigentlich eine nette Anekdote, einen Kunden zum Bahnhof fahren. Und der Zug drohte zu kommen und wir waren noch nicht auf der Straße, also musste das Ganze ein bisschen schneller gehen und ich habe es dann auch krachen lassen. Und vor dem Bahnhof war ich ein bisschen unachtsam und da lief mir jemand vor das Auto und ich war genauso erschrocken wie der, der mir vor das Auto lief. Und ich habe den dann auch ziemlich ausgeschimpft, weil ich wirklich erschrocken war. Und habe mich dann wieder ins Auto gesetzt. Mein Kunde hat seinen Zug bekommen und ich bin zurück ins Autohaus. Und dann dachte dann irgendwie so nach 20 Minuten mein Chef, ja, wir haben heute einen Gast im Haus. Am besten sprechen Sie mal mit dem. Ich kam die Treppe runter und dachte nur so, oh Gott. Und mein Chef sagte, ja, ich möchte Ihnen jemand vorstellen. Und unser Gast war der, den ich schon auf dem Bahnhof kennenlernte, vor meinem Auto. Und er fiel ihm dann gleich ins Wort und sagte, Sie brauchen uns nicht vorzustellen, wir haben uns auf dem Bahnhof gerade kennengelernt. Und das war der damalige Schulleiter von der BFC. Aber wir hatten wirklich ein ganz tolles Gespräch und er war damals auf der Suche nach Praxisreferenten für die BFC, die in Nordheim entstehen sollte. Und dann sagte er, Mensch, Sie wären die perfekte Mitarbeiterin für uns. Und ich habe gesagt, nee, lassen Sie mal. Ich fühle mich hier im Autohaus sehr wohl, aber der Kontakt ist nie abgerissen. Ja, ich bin dann 97 doch gekommen und jetzt bin ich schon 27 Jahre hier. Ich hatte nur einen Vertrag für zwei. Aber wenn ich noch ein bisschen machen darf, dann bleibe ich noch ein bisschen. Und das ist so meine Vita. Sehr spannend. Und immer im automobilen Kontext unterwegs. Ja, ich glaube, ich kann auch nichts anderes. Ich möchte auch gar nichts anderes. Obwohl ich ja vor dem Abitur mal so den Flash hatte, ich möchte vielleicht doch nicht Auto. Aber ich muss dir sagen, und das weißt du selber auch, das Thema Mobilität ist einfach ein sehr spannendes Thema, weil das ist eine Branche, die ist noch lange nicht zu Ende. Und da gibt es jeden Tag eine neue Überraschung. Langweilig wird es nicht, ob du im Handel arbeitest, im Handwerk oder bei uns im Dienstleistungsbereich, sei es mal im Schulungsbereich. Und das fixt mich auch total an, weil selbst wenn ich ein Studienjahr verabschiede und es kommt ein Neues, die Inhalte verändern sich halt. Und deswegen war es die letzten 27 Jahre auch nicht langweilig. Und mit Blick nach vorn kommt da ja auch noch so einiges, wenn ich so an die neuen Geschäftsmodelle denke und jeder Hersteller und Porteur hat seine Ideen. Und das wird ja so runtergebrochen auf die operative Ebene, weil das ist ja so unser Schwerpunktbereich. Und deswegen ist es mir die letzten 27 Jahre auch nie langweilig geworden. Und jedes Jahr kommen auch neue Geschwister und alle zwei Jahre im Fernstudium. Deswegen ist es spannend. Auf jeden Fall. Für alle die, die die BFC nicht kennen, gib doch einen ganz kleinen kurzen Abriss zur BFC. Also diejenigen, die sich zu uns verirren, sind meist Leute, die einen Autoberuf gelernt haben. Und ich sage jetzt bewusst Autoberuf, weil es gibt ja nicht den Autoberuf, sondern in dem automobilen Kontext kannst du ja viele Berufe erlernen. Und wenn das Menschen sind, die sagen, ich habe schon Lust, mich fachlich rund um das Thema Mobilität ein bisschen aufzuladen, weil ich nicht strategisch, sondern operativ arbeiten möchte, dann verirren die sich zu uns und machen entweder ihren Abschluss als Kfz-Betriebswirt, Kfz-Betriebswirtin oder Automobilökonom oder Automobilökonomin im Fernstudium, um dann ein Sprungbrett zu haben, um entweder einen größeren Schreibtisch zu haben, um mehr zu machen innerhalb des Unternehmens oder um auch das Sprungbrett zu nutzen, um den nächsten Karriereschritt zu machen. Meine Jungs und Mädels sind so von 18, 19, 20 Jahre alt bis weit über 40. Und wenn man sich anschaut, was die so treibt, warum die zu uns kommen, heißt das schon, ich brauche einfach einen betriebswirtschaftlichen Unterbau, um vielleicht mehrere Entscheidungen richtig und weniger falsch zu treffen, um mich auch so zu präparieren, dass ich auch der Zukunft in diesem Branchenkontext einfach gewachsen bin. Und ich glaube, dafür ist man auch bei uns gut aufgehoben. Man muss aber Lust haben, operativ zu arbeiten. Also wer wissenschaftlich oder strategisch arbeiten möchte, ist, glaube ich, in einem wissenschaftlichen Studium einfach besser aufgehoben, als wenn man zu uns das eine Jahr oder die zwei Jahre im Fernstudium kommt. Und aus welchen Betrieben oder aus welchen Unternehmen kommen die Schülerinnen und Schüler in der Regel? Also wir haben eigentlich so eine Dreiteilung unserer Teilnehmer, die bei uns im Haus sind. Wir haben ein Drittel Söhne und Töchter bei uns. Meist ist es so, dass die in ihrem Familienumfeld einen Familienbetrieb haben, der schon in 1, 2, 3, 4, 5. Generation ist. Und die sagen sich, Mensch, ich würde den Laden, den mein O-Großvater aufgebaut hat, gern weiterführen. Das ist mit Sicherheit eine clevere Lösung, also sich nicht nur auf den Namen und die Gene zu verlassen, sondern auch auf das Wissen. Dann haben wir eine zweite große Gruppe, das sind Mitarbeiter, die für die Zeit der BFC freigestellt werden. Die kommen meist aus größeren Autohausgruppen, weil wir ganz, ganz viele Menschen kennenlernen, die uns sagen, wir investieren wahnsinnig gern in Eigengewächse. Und die Talente, die wir auch schon ausgebildet haben und lokalisiert haben, schicken wir gerne an die BFC. Und dann haben wir noch eine Klientel von Mitarbeitern, die einen harten Schnitt machen. Die kündigen ihren Job, um die BFC zu besuchen. Da ziehe ich auch echt den Hut vor, weil das ist auch, finde ich, ein finanzielles Thema, wenn man ein Jahr nicht arbeiten geht. Um ganz bewusst zu sagen, die BFC ist für mich jetzt wirklich der Einstieg in die nächste Karriereposition. Und wenn man bei uns auf die Landkarte schaut, gibt es bei uns nichts, was es nicht gibt. Also Nord, Süd, Ost, West. Wir haben auch deutschsprachiges Ausland bei uns. Österreich, Schweiz, Belgien, Luxemburg. Das heißt, bei uns werden auch alle Dialekte gesprochen. Und da sage ich dir, Jule, das ist echt eine Herausforderung. Das glaube ich. Ja, jetzt hast du natürlich viele, viele Jahre Branchenerfahrung im Autohandel. Und wir haben vorhin im Vorgespräch auch kurz darüber gesprochen, du hast ja so eine schöne Vogelperspektive auf viele Themen. Du hast viel mitgemacht, viel miterlebt, viele Krisen, gute Jahre. Was würdest du Autohandelsunternehmerinnen und Unternehmern, auch gerade den Jungen vielleicht, die jetzt in den staatlichen sitzen, denn mitgeben aus deiner ganzen Erfahrung raus? Ich würde es mal so sagen, ich würde es noch nicht mal nur den Jungen sagen, sondern alle, die bei uns in der Branche sind, sollten so auf drei Themen momentan ihren Fokus richten. Und da kriege ich vielleicht auch gleich Gegenwind, weil man sagt, oh Mensch, wir haben so viel zu tun. Gerade die Markenbetriebe haben ja schon eine Last auf ihren Schultern, weil die ihr Programm abarbeiten müssen. Aber ich glaube, es gibt so drei Themen, mit denen man sich unabhängig davon, wo man sitzt, mit welcher Marke oder mit welchen Marken man unterwegs ist, oder auch wenn man markenungebunden ist, sich beschäftigen sollte. Und das sind für mich drei Buchstaben, A, B, C, Ausbildung, B, Begegnungsqualität und C, China. Dieses Thema Ausbildung ist mir persönlich sehr, sehr wichtig. Das ist vielleicht auch dem geschuldet, weil ich viel mit jungen Menschen zu tun habe, aber auch öfter mal hier aus meinem Kokon der BFC rauskomme und teilweise auch Talente schon in der Ausbildung kennenlerne. Und ich erfahre, wenn ich in den Berufsschulen bin, meist über Betriebe wahnsinnig viel. Und wenn man jetzt sagt, wie geht denn das? Die Auszubildenden tauen immer relativ schnell aus und ich komme dann sehr stark mit denen in den Dialog. Und was ich teilweise über Betriebe erfahre, ist manchmal vielleicht auch gar nicht für meine Ohren bestimmt, aber ich weiß mindestens genauso viel über die Betriebe wie die Betriebe selbst. Und ich möchte einfach als Impuls mal so rausgeben, unterschätzen Sie das Thema der Auszubildenden nicht. Weil manchmal ist es so, dass man sagt, ja, wir finden ja niemanden mehr. Da möchte ich gleich zurückspiegeln. Fragen Sie sich mal, warum? Weil diese jungen Leute haben ja einen Zweitwohnsitz. Der Zweitwohnsitz ist für mich das Internet. Und wenn man versucht, junge Menschen zu finden, glaube ich, muss man in diesem Social-Media-Bereich echt gut unterwegs sein. Und ich glaube, da kann man mit bewegten Bildern mehr machen als mit Worten. Und wenn die Anzahl der Azubis abnimmt, dann liegt das vielleicht daran, dass natürlich die Azubis, die gerade ihren Autoberuf lernen, auch darüber sprechen, wie sie ihre Ausbildung wahrnehmen. Und die haben eine kurze Pipeline zu potenziellen Interessenten. Und man kennt sich ja im Internet. Und dann wird man vielleicht auch mal angesprochen. Dann heißt es, du kannst mir eine Ausbildung als bei empfehlen. Und dann gibt es eine Botschaft. Und die wird dazu führen, dass man vielleicht eine Empfehlung ausspricht. Oder man sagt, der Beruf ist super, aber für den Ausbildungsbetrieb solltest du dir was anderes überlegen. Und ich würde mir auch wünschen, dass die Ausbildungsbetriebe einen guten Blick auf die Berufsschulen haben. Weil eine duale Ausbildung heißt, wir haben zwei Lernorte. Den Lernort Betrieb und den Lernort Schule. Ich meine, dass viele Betriebe, glaube ich, den Lernort Schule für sich komplett ausblenden. Und ich meine, das ist ein Fehler, wie man auch immer das versteht. Aus meiner Sicht ist es ein Fehler. Ich freue mich an diesem Lernort Schule sein da. Und manchmal werde ich auch stärker eingespannt, als mir das liebt es. Weil sich jetzt einer unserer Zuhörer vielleicht fragt, was macht die Frau Gerlinden an der Berufsschule? Also die hat sich da in ihrer BFC aufzuhalten. Und gut ist, wir haben viele Bildungspartnerschaften mit berufsbildenden Schulen, was ich auch sehr genieße. Weil ich glaube, das sind dann auch sehr weitsichtige berufsbildende Schulen, die sagen, wir möchten uns mit anderen verbinden, um unseren Auszubildenden in dem jeweiligen Beruf einen Benefit zu bieten. Was gibt es für Add-ons? Und da werde ich einmal im Jahr eingeladen, um die aufzuschütteln. Und ich frage dann immer, wollen sie wirklich, dass ich komme? Weil ich erkläre denen dann schon, dass der Welpenschutz nach der Ausbildung vorbei ist. Da erwarte ich von den Betrieben ja keine Dankbarkeit, aber die sind dann manchmal schon sehr erschrocken. Die gucken mich mit großen Augen an, weil die meinen, hey, nach der Ausbildung wird alles super. Dann sage ich immer, bestimmt, aber sie müssen abliefern. Weil als ausgebildete Klasse müssen sie dann zusehen, was sie machen. Und deswegen finde ich das Thema Ausbildung wichtig. Auch zu meinen Ausbildungen von gestern und vorgestern, das ist anders als Ausbildung heute und morgen. Da würde ich mir innerbetrieblich auch überlegen, wer hat den Hut auf für das Thema Ausbildung? Wie reflektieren die Auszubildenden das Input, was man betrieblich bekommt? Wer kümmert sich oder eben nicht? Weil ich führe sehr, sehr wichtig. So viel zu dem Thema Buchstabe A. Buchstabe B ist bei mir Begegnungsqualität und vielleicht bin ich besonders empfindlich, Jule, weil wenn du Menschen vermittelst hier im Haus, wie sollte es sein? Wir haben ja dann immer so, ich sag mal, die Bilderbuchlösung. Begegnungsqualität, Kunde, Betrieb. Jetzt bin ich aber selbst auch Kunde in Betrieben und ich bin sehr häufig ernüchtert. Einfach ernüchtert. Vielleicht erwarte ich auch zu viel, ich weiß es nicht. Aber ich hatte letztens erst wieder so ein spannendes Erlebnis für diejenigen, die mit mir bei Instagram oder Facebook verbunden sind. Oh ja, ich habe es gelesen. Wir konnten dann lesen und ich konnte es mir dann auch einfach nicht mehr verkneifen. Wenn man als Kunde so das Gefühl hat, Mensch, ich habe mich jetzt für einen Betrieb entschieden. Das ist ja auch ein Vertrauensvorschuss irgendwie, dass man sagt, also in dem Betrieb, denke ich, ist mein Fahrzeug in guten Händen. Und man kommt zur Tür rein und hat alles, aber keine Willkommenskultur. Gut, nicht jeder ist immer gut drauf, aber das ist schon nicht schön. Und ich glaube, bei mir hat man sich dann auch genau die Richtige ausgesucht, weil wenn man dann nicht abliefert, denke ich, ja super, dann spiele ich halt mit und ich erlebe da halt wirklich sehr, sehr schlimme Sachen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass der eine oder andere so gestresst ist von dem, was man da machen muss, dass man auf den Kunden gar keine Lust mehr hat oder vielleicht auch keine Zeit. Und das, was ich allen Unternehmern gerne mitgeben möchte, ist eigentlich, dass sich die meisten viel zu viele Gedanken machen über das Was, aber nicht über das Wie. Und das ist ein Riesenfehler, weil was wir zu tun haben, das wissen wir, was der Kunde will, das weiß er auch. Aber das Wie, da macht sich gar keiner Gedanken. Und das ist schon der Anfang vom Ende, finde ich persönlich. Ich würde da so gerne häufig öfter mal den Mitarbeitern den Spiegel vorhalten. Ich glaube, die würden ihr eigenes Spiegelbild nicht ertragen, bei dem, was sie so anfangen. Und wenn du in Autohäuser reinkommst, es könnte alles so einfach sein, Jule. Ja, das sind Hausaufgaben. Das ist das kleine Einmaleins eigentlich. Ich würde es mit einem Satz beschreiben. Seien Sie in Kleinigkeiten großzügig. Punkt. Das fängt schon damit an. Ich bin so ein Knigge-Fan. Also, wenn ich zum Beispiel einen Gast bekomme in meinem Büro und es kündigt sich jemand an, für mich ist es ein Selbstverständnis, dass jemand zur Tür reinkommt, dass ich aufstehe. Ich würde das cool finden, wenn das im Autohaus auch passiert. Und zwar nicht nur bei einer Premiummarke. Ich hatte in dieser Woche gerade einen Vortrag und ich kam aus der Tiefgarage eine Treppe hoch und lief auf einen Counter zu. Gut, es war kein Autohaus. Aber die Dame, auf die ich zugelaufen bin, hat nichts gesagt. Sie ist aber gleich aufgestanden und hat mir dann quasi suggeriert, schön, dass Sie da sind. Herzlich willkommen. Und ich hatte sofort gute Laune. Ich fand es so einfach. Und es ist auch, glaube ich, nicht so klug, wenn man einen Kunden hat, der am Counter irgendwo ist und der muss im Betrieb woanders hin, ihn zu schicken. Warum begleitet man ihn nicht? Nicht jeder kennt sich in dem Betrieb gut aus, wie alle Mitarbeiter. Und ich würde es auch mega finden, wenn man mich einfach mal bis zur Tür begleitet. Ich erwarte es noch nicht mal bis zum Auto. Aber das ist für mich Begegnungsqualität. Und das kostet nicht einen Cent. Naja, und ich meine, wir reden ja die ganze Zeit von Kundenzentrierung, Kunde im Fokus, Kundenerlebnis schaffen. Ich meine, das sind ja alles keine neuen Begriffe. Und gerade in der jetzigen Zeit, wo das ganze Thema Agenturmodell auch aufkommt, da geht es ja darum, sich zu differenzieren, Dinge anders zu machen als andere. Und da fängt es bei solchen Kleinigkeiten, wie du ja selber eigentlich auch sagst, bei den kleinen Hausaufgaben, fängt es ja eigentlich schon an. Und das kostet kein Geld, wie du sagst. Aber da kann man schon den Unterschied machen. Und das finde ich auch, das sollte man eigentlich beherrschen. Es wäre schön. Also ich würde es ganz toll finden. Und ich sage immer, man sollte achtsam sein, aufmerksam sein und wachsam sein. Und da muss man Menschen vom Mindset einfach drauf programmieren. Weil es gibt bestimmte Schlüsselpositionen, wo es einen Erstkontakt gibt. Und ich glaube, da kann man ganz schön nachfeilen. Weil es gibt ja tolle Beispiele. Es gibt so tolle Betriebe, wo man reinkommt und kriegt eine Begegnungsqualität, die einen echt wegflasht. Also so geht es mir dann teilweise, wo ich sage, naja, es ist ein kleiner Betrieb, die müssen alle zusehen, dass sie zurechtkommen. Und da bist du so fokussiert und dann kommst du in so einen Premiumbetrieb, ein wunderschöner Laden, eine wunderschöne Marke. Die Tür geht auf, ich sehe eine wunderschöne Frau dort sitzen und denke, boah, ein Gesamtkunstwerk. Jetzt wird es super. Und es geht los und dann ist es schon zu Ende. Ja, das hätte auch geklappt. Und das ist so traurig. Und dann denke ich mir, Mensch, da geht wirklich noch ganz viel. Aber wie du jetzt auch gerade eben schon bemerkt hast, es gibt natürlich mittlerweile auch viele tolle Beispiele und auch Autohaus-Unternehmen, die das so richtig gut machen und das auch Leben von allen Mitarbeitern. Also da muss man natürlich auch mal erwähnen, dass nicht alles schlecht ist. Das stimmt. Und ich finde es eigentlich auch ganz toll, wenn du in Betriebe kommst, wo es einfach toll ist. Da wird das meist vorgelebt. Und es kann auch durchaus sein, dass es jetzt Zuhörer gibt, die sagen, ja, mein Gott, ich muss mit den Mitarbeitern arbeiten, die ich habe. Und jeder ist limitiert. Logisch, das ist auch so. Und jeder hat auch seine Grenzen. Aber ich finde, jeder Betrieb sollte eine gewisse Kultur haben. Und wenn da jemand den Hut auf hat und sagt, Mensch, ich bin hier der Bestimmer und dann sollte man ein paar Flöcke einschlagen, um zu sagen, so stelle ich mir das vor, wie es in meinem Laden zu laufen hat oder laufen sollte. Und dann sollte man auch die Leute mitnehmen, die man das natürlich nicht nur erwartet, sondern auch vorlebt. Und es gibt wirklich so tolle Betriebe. Und wenn man dann einen kennt, sollte man vielleicht mal genau hinschauen und Copy und Paste machen. Das stimmt. Wie gesagt, es gibt genug Beispiele. Und dann kann man sich auch gerne was abgucken beim anderen. Jetzt kommen wir zu C. Jetzt kommen wir zu China. Du warst kürzlich mit deinen BFC-Lernen in China unterwegs, auf einer ganz besonderen Studienreise. Erzähl doch gerne ein bisschen mehr darüber, wie war es und was hat dich besonders beeindruckt und wieso steht das C bei dir auf deiner Empfehlungsliste? Also jetzt könnte man ja sagen, China, rollen wir das Zelt vielleicht mal von hinten auf. Wir haben ja auf dem deutschen europäischen Markt ja auch schon Hörungspunkte mit bestimmten chinesischen Marken. Aber ich würde dieses C noch besonders in den Fokus rücken, und zwar nicht mit dem, was wir jetzt schon auf Deutschlandstraßen sehen, sondern das, was wir auf unserer automobilen BFC-Studienreise erlebt haben. Wir sind ja jedes Jahr immer nach China geflogen und hatten 2019 dann das letzte Mal das Vergnügen, weil die Reise 20 ausgefallen ist. Wir fahren immer in dieser Faschings Karnevalswoche. Und da kann sich hoffentlich noch jeder daran erinnern, was uns 2020 da begegnet ist. Das böse C-Wort, sprich Corona-Krise. Genau, auch was mit C. Und wir hatten alles in Sack und Tüten. Ja, und dann wurde die Reise leider abgesagt und es wurde ja die Welt angehalten. Und wenn ich jetzt so auf China schaue, wir hatten so zwei Jahre, finde ich, mit Corona zu tun. Und in China hat man wirklich drei Jahre lang damit zu tun gehabt, weil wir haben einen sehr guten Draht zu dem chinesischen Markt und auch sehr gute Zugangsmöglichkeiten. Und ich muss wirklich sagen, in den letzten fünf Jahren ist da unwahrscheinlich viel passiert. Wenn ich alleine nur die zwei Städte miteinander vergleiche, Peking und Shanghai, vor fünf Jahren war Peking sehr traditionell im Vergleich zu Shanghai als große, schon fast internationale Finanzmetropole, hatte man immer so das Gefühl, na ja, die sind noch so ein bisschen traditioneller und so ein bisschen nicht so fortschrittlich und weniger bling-bling wie in Shanghai. Das hat sich in fünf Jahren schon extrem verändert. Vor fünf Jahren war es ein Selbstverständnis, wenn du auf den Straßen dich umgeschaut hast, wenn jemand, was auf sich hielt, vorher ein deutsches oder ein europäisches Auto war. Das war ein Standard. Da fielen Mercedes, BMW, VW, Audi, viele europäische Marken sind da rumgerollt. Jetzt, nach fünf Jahren, musst du schon deutsche und europäische Fahrzeuge auf chinesischen Straßen suchen. Die haben so viel Selbstbewusstsein getankt, dass die ihre eigenen Marken fahren. Das war vor fünf Jahren noch komplett anders. Wenn ich da so ein chinesisches Fahrzeug fotografiert habe, hat man da schon eher die Nase gerümpft. Hat gesagt, fotografieren Sie lieber hier so ein Golf 3 oder so was. Hab gesagt, nee, lass uns mal. Und hab dann heimlich immer irgendwie YD oder sowas fotografiert. Und jetzt ist es komplett anders. Und wenn du das siehst, der Marktanteil dieser chinesischen Marken auf den chinesischen Straßen ist gigantisch groß. Und wenn man sich mal mit den einzelnen Marken beschäftigt, siehst du natürlich die Marke BYD, du siehst die Marke NIO und MG, wie bei uns auch. Es gibt aber auch bestimmte Marken, die auf Deutschlandstraßen rumfahren, noch nicht so penetriert wie Ora und Ray und G-Blink und Co. Aber komischerweise sind bestimmte Marken, ohne sie jetzt namentlich zu erwähnen, auf dem chinesischen Markt oder auf den chinesischen Straßen eher unsichtbar. Also so eine Omnipräsenz, finde ich, haben drei Marken. Das ist BYD, NIO und MG. Also die haben da schon eine sehr Marktbeherrschungsstellung, zumindest in den zwei Städten. Ich kann das jetzt ja nur wiedergeben, was ich in diesen zwei Städten mit einem Vergleich von fünf Jahren erlebt habe. Die haben natürlich auch eine Prämie, die die für Elektrofahrzeuge ausschütten. Und da muss ich auch bewusst sagen, innerhalb von fünf Jahren sind die zwei Städte total leise geworden. Durch die Elektromobilität und die Prämie wird natürlich für die eigenen Fahrzeuge ausgeschüttet. Dann ist es natürlich logisch, für was ich mich entscheide. Auch, und das hat mich beeindruckt, innerhalb der letzten zehn Jahre, wenn man mal keine Lust hat, auf den Straßen dort unterwegs zu sein, ich meine, jetzt ging das, weil wir waren zum chinesischen Neujahrsfest da. Da ist nichts los, weil es sind ja irgendwie alle weg. Ansonsten stehen die Chinesen ja faktisch nur im Stau. Die haben eine Jahreskilometerleistung von 5.000 und vergnügen sich sonst im Stau. Aber so kann man halt durch die Gegend fahren oder man fährt U-Bahn. Wenn du die U-Bahn-Pläne von den letzten fünf Jahren und die fünf Jahre davor gegen das Licht hältst und schaust dir mal an, wie viele U-Bahn-Linien dazugekommen sind, ist das schon mehr als beeindruckend. Natürlich muss man dazu sagen, die leben in einem anderen System. Das ist Koronismus und das ist auch ein Überwachungsstaat. Ob man so leben möchte, das muss man sich auch überlegen. Aber man merkt halt schon, dass die einen Zugang zu unserer Technologie hatten, auch zu unserem Design. Und meine persönliche Wahrnehmung ist, die haben draufgeschaut und haben gesagt, das ist gut, das geht aber noch besser. Und so würde ich es zusammenfassen, weil wenn du die Fahrzeuge siehst, das ist schon mehr als beeindruckend. Auch qualitativ, von der Wertigkeit. Ich habe ja nun auch Mädels dabei, die nicht nur eine kaufmännische Ausbildung gemacht haben, sondern eine technische. Die haben natürlich gleich diese ganzen Fahrzeuge auseinandergefummelt und waren sprachlos. Und das ist für mich ein Kompliment in deren Richtung. Also wir brauchen hier nicht mit Spaltmaß zu kommen oder so. Und das Thema C, China, möchte ich einfach den Unternehmern zurufen, weil ich sage mal, unsere Überheblichkeit und Arroganz, die teilweise fokussiert ist auf das Fahrzeug, das wird uns auf die Füße fallen, wenn wir uns das nicht abgewöhnen. Weil die sind unwahrscheinlich weit, die können zwei Sachen besonders gut. Das ist Elektromobilität, weil die mit ihren Tuk-Tuks schon elektrisch unterwegs waren. Und die können Konnektivität. Und Jule, wenn du in einer deutschen Metropole unterwegs bist, oder wir kennen das, wenn wir irgendwie so einen Apple-Store sehen, da gibt es dann irgendeine iWatch oder ein iPhone. Und wenn du in Peking oder Shanghai unterwegs bist und gehst in, so wie man es liest, in einen Huawei-Laden, auch wenn die Chinesen das anders aussprechen, da findest du auch deine Handys und du findest auch deine Uhren. Bloß, da stehen wir in einem Seltenen des Autos. In so einem Store, also für einen Deutschen oder einen Europäern, du hast dann eine Störung. Weil du sagst, weil wir verbinden halt mit bestimmten Namen das Thema Telefonie oder so. Und da sind halt überall Autos präsent. Und da bewegen sich diese Menschen, so wie bei uns in einem, wie bei einer Fahrzeug-Neuvorstellung, wie das vor fünf oder zehn Jahren war. Die wuseln, um diese Autos zu holen und sind da sehr fokussiert. Und ich war bei einem Autohaus einer deutschen Marke, ich sag’s jetzt nicht, da war Luna. Ich fühlte mich aber von der Marke halt angezogen, weil ich dachte, da musst du reingehen. Sieben Menschen sind gleich auf mich draufgesprungen und alle haben an mir rumgekuppelt. Ich war völlig überfordert, weil die sich gefreut haben, dass jemand kommt. Und deswegen würde ich allen Unternehmern gerne zurufen, freuen sie sich auf das, was kommt. Weil man muss nicht Angst haben, sondern nicht so zusammenfassen, dass man sagen könnte, Mobilität kann auch wieder Spaß machen. Bloß die Frage ist, wer sorgt dafür, dass der Spaß auf die Straße kommt? Es kann durchaus sein, dass wir mit unseren gewohnten Marken da wirklich mal genau hinschauen sollten. Weil das, was da kommt und das, was wir schon gesehen haben, und das sind Marken und Modelle, die wir halt auf deutschen Straßen oder in Europa noch nicht kennen. Das lässt einiges erwarten und du bist ja auch Mama. Sag mal, Standard ist ein ISO-fix Kindersitz. Da sind die Befestigungen hinten. Jule, ich habe Autos gesehen, wo ich gesagt habe, demnächst müssen die Kinder nach vorn. Weil über eine Gestensteuerung kannst du dann auf dem Beifahrersitz dir die neuesten Videos reinpfeifen und kannst als Spongebob anmachen und dann sitzt ein Kind nicht mehr hinten, sondern guckt sich dann vorn das neueste Video an. Und meine Jungs und Mädels haben das alles gefilmt und die sagten immer nur, das ist ja irre. Also Thema Entertainment wird groß geschrieben, glaube ich. Du sagst es ja auch, Connectivity. Entertainment, große Bildschirme, Unterhaltung, Bespaßung eben auch für die Passagiere. Im Auto ist ja, glaube ich, dein großes Thema. Ja, ich glaube auch schon. Also diese Chinesen sind ja eh sehr spielerisch unterwegs. Ohne Handy können die ja gar nicht leben, nehmen teilweise zwei in der Hand. Das sieht man dann auch an der Fahrzeugausstattung. Die haben mindestens immer zwei Ladeschalen in der Mittelkonsole. Das gehört als Standardausstattung faktisch mit dazu. Thema Keyless Go lösen die teilweise auch über Fingerprintlösung. Also mich hat das sehr beeindruckt. Und es könnte durchaus klug sein, wenn jemand die Chance hat, einen Zugang zum chinesischen Automarkt zu bekommen, sich wirklich auf die Reise zu begeben und sich das live anzuschauen. Und nicht nur auf das zu warten, was hier nach Deutschland oder Europa importiert wird. Ich kann jedem nur zurufen, machen Sie sich auf die Socken und gucken Sie sich das an, um sich ein bisschen aufzuladen und zu schauen, was ist so alles möglich. Und ich würde dann gleich alle Verantwortlichen, die bei den Herstellern, Importeuren arbeiten, am liebsten gleich mitschicken und sagen, bitte genau hinschauen. Im Zweifel, dass man auch mal abguckt und nachmacht, dass sich jetzt diese… Seitenverhältnisse mal ein bisschen umkehren. Wer hätte das gedacht? Ich glaube niemand. Früher war es ja wirklich so, dass man gesagt hat, also man kopiert das ein oder andere, aber ich glaube schon, man sollte genau hinschauen. Es gibt da so ein paar Features und so, die sind gar nicht schlecht. Und ich hatte einen jungen Mann neben mir stehen. Da waren wir beim Cyc-Konzern und die haben ja viele, viele Marken, die die betreuen. Und wir standen neben einem Fahrzeug und wir haben uns dann den Fahrzeugpreis ausgerechnet. Natürlich ist es der Preis für den chinesischen Markt. Aber der sagte dann nur zu mir, Frau Gell, dieses Auto kostet jetzt umgerechnet 15.500 Euro. Wir hatten einen Rechtsstreit mit einem Kunden und haben 20.000 Euro versenkt. Dann sollte ich vielleicht in Zukunft das Geld lieber in dieser Marke stecken, bis sie in Europa oder Deutschland angekommen ist, dann ein bisschen teurer ist. Aber das macht Lust auf mehr. Und ich glaube, das wären drei spannende Geschäftsfelder, mit denen man sich auseinandersetzen sollte. Mit dem Thema Ausbildung. Wir brauchen alle Menschen, die nachwachsen. Mit dem Tagesgeschäft und dem Wie und natürlich mit dem Thema China. Silvie, vielen Dank. Das war sehr spannend, sehr ausschlussreich. Wir haben noch viel zu erwarten, was da zu uns kommt aus Fernost. Schön, dass du deine Erlebnisse mit uns geteilt hast. Ich danke dir sehr herzlich für deine Zeit und für das Gespräch. Vielen Dank, dass du mich eingeladen hast. Und ich hoffe, wir sehen uns demnächst irgendwo wieder. Ganz sicher. Bis dann, Silvie. Tschüss. Mach’s gut. Tschüss.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.