Einleitung

In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Nikola Deskovic, CEO von Instamotion Retail GmbH, über die Zukunft des Autohandels. Im Fokus stehen die Digitalisierung, der Online-Kauf von Fahrzeugen und die sich wandelnden Antriebskonzepte.

Die Vision von Instamotion

Nikola Deskovic erläutert, wie Instamotion den Autokauf revolutionieren möchte. Seit der Gründung im Jahr 2019 hat sich das Unternehmen darauf spezialisiert, den gesamten Kaufprozess zu digitalisieren. Deskovic betont, dass der Markt nun reif ist, um den Autokauf vollständig online abzuwickeln, inklusive Finanzierung und Versicherung.

Der Wandel im Autohandel

Deskovic sieht einen signifikanten Anstieg der Online-Käufe in den nächsten Jahren. Prognosen variieren, aber er hält 15% Marktanteil für realistisch. Dies erfordert von Autohändlern eine Anpassung ihrer Prozesse, um mit der digitalen Nachfrage Schritt zu halten.

Neue Antriebskonzepte

Ein weiteres Thema ist der Wandel der Antriebskonzepte. Deskovic ist überzeugt, dass alternative Antriebe wie Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werden. Dies stellt sowohl Hersteller als auch Händler vor neue Herausforderungen.

Unternehmerische Werte und Visionen

Deskovic teilt seine unternehmerischen Werte: Mut, Kundenfokus und Teamarbeit. Er betont die Wichtigkeit von Technologie und Automatisierung, um im Geschäft erfolgreich zu sein.

Fazit

Die Zukunft des Autohandels ist digital. Unternehmen wie Instamotion treiben diese Entwicklung voran, indem sie den Kaufprozess vereinfachen und an die Bedürfnisse der modernen Kunden anpassen. Der Erfolg hängt von der Fähigkeit ab, sich an neue Technologien und Marktanforderungen anzupassen.

Themen:

  • Digitalisierung im Autohandel
  • Online-Kauf von Fahrzeugen
  • Anpassung der Händlerprozesse
  • Neue Antriebskonzepte
  • Unternehmerische Werte

Key Takeaways:

  • Der Markt für Online-Autokäufe wächst stetig.
  • Instamotion bietet einen vollständig digitalen Kaufprozess.
  • Händler müssen sich auf digitale Prozesse einstellen.
  • Alternative Antriebe gewinnen an Bedeutung.
  • Unternehmerischer Erfolg erfordert Mut und Innovation.
  • Kundenfokus ist entscheidend für den Erfolg.
  • Teamarbeit und Technologie sind Schlüsselfaktoren.
📄 Vollständiges Transkript
Benzingespräche – der Personality- und Branchenpodcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmercoach und Agenturinhaber. Kurzer Boxenstopp bei meinem Partner Autoscout24. Mit Autoscout24 machen Sie Ihr Autohaus fit für die Zukunft. Profitieren Sie beim Innovationsführer vom Marktplatz der Zukunft und steigern Sie Ihre Verkäufe. Autoscout24 – einfach ein starker Partner. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil mit Nikola Deskovic, CEO und Investor bei der Instamotion Retail GmbH. Und letztes Mal hatten wir schon ein wirklich tolles Gespräch im ersten Teil und springen auch jetzt direkt in den zweiten Teil mitten rein. Viel Spaß! Wenn wir jetzt wieder Richtung Automobil schauen, ja Instamotion ist da der Punkt. Seit 2019 gegründet und bist CEO bei Instamotion. Da stellt sich natürlich die Frage, Autoscout24 schon platziert und wirklich gesetzte Plattform. Und dann wolltest du unbedingt noch einmal ein Fahrzeugmarktplatz gründen oder wie? Ja, also die Idee war ja nicht neu. Es fehlte der richtige Zeitpunkt. Als ich von Autoscout weggegangen bin 2011, haben wir auch schon darüber nachgedacht. Wie schaffen wir es aus diesem Classifieds-Geschäft, was ja gut und toll ist und tolle Margen bringt. Aber am Ende von der Wertschöpfungstiefe, was es eigentlich bringt in diesem ganzen Kaufprozess, ist es der kleine Teil, das ist der Anzeigenteil. Der große Teil ist die Wertschöpfung im Handel selbst, in der Transaktion. Und wie kommen wir da rein? Und damals 2009, 10, 11 war das zu früh. Da waren viele Voraussetzungen nicht gegeben, aber jetzt in 2019 waren sie da. Und ich muss ergänzen, ich habe das nicht selber gegründet, die Company gab es schon. Ich bin dann dazugekommen, aber was mich bewegt hat, das zu tun, ist wirklich die Tatsache, der Markt war jetzt reif. Was heißt das? Also erstmal enormes Potenzial. Der deutsche Markt mit Gebrauchtwagen sind 200 Milliarden Geschäft, also ist riesig. Die Digitalisierung und Automatisierung der Prozesse konnte jetzt erbracht werden. Dann gab es noch ein paar andere Sachen, die relevant waren. Die Autos, also die Qualität der Autos hat sich ja massiv verbessert in den letzten zehn Jahren. Du kannst heute locker sagen, egal welcher Hersteller, das Auto ist nach vier, fünf Jahren immer noch top in Schuss. Also du hast jetzt irgendwie in der Wüste damit Zeit verbracht, aber wenn das Auto auf normalen Straßen gefahren wurde und normal gewartet wurde, ist das ja nach drei, vier Jahren fast wie neu, teilweise. Und das ist der andere relevante Punkt. Und dann war auch noch die Thematik, die Möglichkeit den kompletten Kaufprozess abzubinden, inklusive Finanzierung. Finanzierung ist ganz wichtig. Viele Leute, die online kaufen, wollen auch finanzieren. Und denen musst du eigentlich die Lösung anbieten, alles aus einer Hand. Das sollte genauso leicht sein, wie einen Fernseher bei Amazon zu kaufen oder im Mediamarkt online. Dann muss es auch so beim Autokauf gehen. Und das war dann so der Anfang, das konnte man da tun. Und dann, was auch noch relevant war, aber das muss sich noch steigern, das ist die Bereitschaft der Kunden. Heutzutage sind immer noch relativ wenig Kunden bereit, ein Auto online zu kaufen, aber diese Zahl wird steigen. Ich vergleiche das so ein bisschen, wenn man jetzt den Markt für den InstaMotion sich anschaut, das ist so ein bisschen wie damals bei diesem Autoscout-Thema. Wir mussten warten, bis das Internet bei allen da ist. Wir müssen jetzt warten, bis alle merken, hey, ich kann tatsächlich ein Auto online kaufen. Und das ist genauso sicher, wie wenn ich selber beim Händler inspiziere und untersuche, solange ich das überhaupt kann mit meinem Know-how oder lasse es jemand anders machen. Und das ist wirklich ein tolles Ding und eine tolle Erfahrung, die man da machen kann, weil ein Problem, das für viele es darstellt, ein neues Auto zu kaufen oder ein gebrauchtes Auto zu kaufen, einfach weg ist. Du hast kein Problem, du bist in 10-15 Minuten da durch, du hast alles erledigt und dann in 10 Tagen kommt das Auto vor die Haustüre. Eigentlich ein besseres Glücksgefühl für denjenigen, der dieses Auto in Empfang nimmt, gibt es gar nicht. An alles ist gedacht, die Finanzierung, die Versicherung, die Zulassung ist schon da, das Auto hat schon das Nummernschild, es ist das Wunschkennzeichen, es ist genau das Auto, was ich haben wollte. Ich hatte eine riesen Auswahl. Ich konnte nicht nur von den paar 10 oder 100 Autos, die beim lokalen Autohändler da waren, sondern wirklich von 30.000 Autos wählen. Das ist natürlich schon ein Hammer in Bezug auf den Wert, den der Endkunde erlebt, wenn er so ein Service nutzt. Und das ist etwas, was wir gesehen haben und gesagt haben, das müssen wir bauen. Da sind wir jetzt gut dabei und sind auch ganz zufrieden mit der Entwicklung. Wir wachsen jedes Jahr mit 100% und werden das auch dieses Jahr schaffen. Es ist natürlich eine tolle Erfahrung, wenn du dann die Rückmeldung von den Kunden kriegst und die sagen, toll, das hat toll geklappt und wir sind mit dem Auto direkt in den Urlaub gefahren. Das ist, was man hören will. Man könnte denken, da werden ja nur die Fiat 500 verkauft. Nein, wir verkaufen auch Cayennes und X5 und Autos in der Nähe der 100.000 Euro. Das läuft alles. Ja, sehr spannend. Nico, du bist durch und durch Unternehmer, das ist ja keine Frage. Da muss ich einfach auch als Unternehmer fragen, was treibt dich denn da so an und was sind deine Werte? Was treibt mich an? Ich glaube, der größte Treiber ist, den Nutzen zu bringen für eine breite Basis von Kunden. Also B2C, Endkunden zufriedenstellen. Also es muss viele ansprechen. Das ist so ein bisschen mein Leitfaden. Und natürlich damit verbunden ist dann auch das Geschäft, was daraus entsteht, meistens immer ein Milliardengeschäft. Das kann richtig groß werden und es muss immer eine Komponente von Technologie und Automatisierung dabei sein, damit es mir richtig Spaß macht. Wenn du mich fragst nach meinen Werten, ja, ein paar Sachen fallen mir da schon spontan an. Also ich glaube, eine wichtige Sache für mich ist immer Mut haben. Man muss Sachen wagen, man muss ab und zu mal ins kalte Wasser springen, um das Erlebnis zu haben, um dann aber auch daraus was Neues zu schaffen. Das ist ganz wichtig. Andere Sache ist, immer wenn ich etwas gebaut habe, im Unternehmerbereich, den Kunden im Fokus zu haben. Was will er oder sie, was braucht er oder sie? Ganz wichtig. Dann ist auch wichtig dieses Thema Teamarbeit. Ich bin Segler und segeln bei größeren Booten kann man nur, wenn das Team zusammenarbeitet. Das ist wie eine Kette, wenn einer was falsch macht, ist das ganze Manöver gescheitert, kann auch schlimme Folgen haben. Und so ähnlich ist es im Unternehmen. Jeder muss seinen Beitrag leisten, Marketing und Produkt und IT und Sales. Und es muss wie ein Uhrwerk ineinander greifen und da ist ganz wichtig die Teamarbeit. Und dort ganz wichtig, man muss sich verlassen können auf die Kollegen und Vertrauen in sie, aber man muss auch Verantwortung übernehmen und sich einsetzen. Man kann sich nicht auf den anderen ausruhen, sondern selber da reinbringen. Und damit kommen wir auch zum Punkt der Überzeugung. Ich glaube, man muss eine Überzeugung mitbringen. Also geht nicht, gibt es nicht bei uns in der Firma. Es gibt immer eine Lösung, egal wie schwer das Problem ist. Vielleicht ist die Lösung ein bisschen in eine andere Richtung, als man ursprünglich gedacht hat. Aber man darf nicht aufgeben. Man muss dranbleiben, bis man nicht doch irgendwie eine Lösung findet. Und bis jetzt habe ich immer eine Lösung gefunden. Ich und unser Team in allen Unternehmen, die ich bis jetzt hatte. Und damit ging es auch immer weiter. Und vielleicht das Letzte ist die Loyalität. Also zu Mitarbeitern, zu Partnern, Geschäftspartnern, aber auch zum Kunden. Man sollte niemals jemanden im Regen stehen lassen, egal wie schwierig die Situation ist. Zum einen sieht man sich im Leben immer zweimal, zum anderen ist es immer so, dass es immer schöner ist, gut auseinander zu gehen oder sich irgendwie zu organisieren, als in Streit etwas zu machen. Und ich mag keinen Streit. Und deswegen ist für mich dieses Thema Loyalität auch ganz wichtig. War sehr spannend. Also ich habe jetzt auch sehr, sehr aufmerksam zugehört. Ich hatte mir auch gerade eine Notiz gemacht. Mut ist ein ganz tolles Thema. Ja, wir wechseln mal. Wir nehmen den Blick aus dem Rückspiegel heraus und machen mal das Fernlicht an und gucken mal in die Zukunft. Nico, mit deiner Expertise in der deutschen Autobranche, wie blickst du in die Zukunft? Und was sind deine Gedanken, wenn du so drei bis fünf Jahre in die Zukunft blickst? Und da hätte ich so drei Stichworte. Und das erste wäre relativ allgemein Autohandel. Also ich bin überzeugt, dass der kleine Prozentsatz von Leuten, die heute bereit sind, ein Auto online zu kaufen, in Zukunft massiv ansteigen wird. Es gibt da ganz unterschiedliche Prognosen. Es gibt welche, die sagen, bis 2030 werden es 80 Prozent sein. Es gibt welche, die sagen, es werden 30 Prozent sein. Ich glaube, 15 Prozent ist eine sinnvolle Zahl in diesem Zeitraum, den du gerade beschreibst. Das heißt, von den 200 Milliarden, wenn man das jetzt auf Inflation nicht normiert, sondern bei den Zahlen, 15 Prozent sind 30 Milliarden, sollten umgesetzt werden durch Autohandel, das online stattfindet. Was heißt für mich online? Das ist zum einen, der Kaufabschluss hat online stattgefunden, möglicherweise eine Finanzierung, möglicherweise eine Bezahlungsnahme hat online stattgefunden und letztendlich die Auswahl des Autos hat schon online stattgefunden. Das sind die Komponenten, das nenne ich einen Online-Kauf. Ich nenne nicht einen Online-Kauf, wenn einer sagt, ich habe das online gesehen, dann geht er zum Händler und unterschreibt alles auf Papier. Das ist kein Online-Kauf. Das ist, glaube ich, was passiert. Das heißt, alle müssen sich darauf einstellen. Es gibt so Plattformen wie Instamotion oder andere. Du hattest ja auch früher in deinen Beiträgen hier andere Gäste, die von ähnlichen Lösungen gesprochen haben. Die werden alle den Markt, wenn man so will, und die Endkunden eigentlich dazu bringen, mehr Vertrauen in diese Lösungen zu finden, weil sie wirklich Probleme abschaffen. Sie lösen ein Bedürfnis und eine Arbeit, die du dir sonst gemacht hast, lösen sie dir ab und bringen dir eine bessere Lösung an Statt. Das heißt, die werden alle diesen Markt dahin bringen, dass diese 15% erreicht werden. Das heißt aber auch für den Autohandel, dass sie sich auch darauf einstellen müssen. Sie müssen ihre Prozesse haben, sie müssen noch bessere Fotos machen von ihren Autos, sie müssen die Autos entsprechend aufbereiten, sie müssen die Prozesse schnell haben, dass sie die Autos schnell fertigstellen können, dass sie schnell abgeholt werden können, auch wenn das Auto ganz an die andere Ecke Deutschlands dann reisen muss. Das müssen die alles gewerkstelligen und müssen sich auch dann intern mit den Prozessen auch darauf einstellen, dass es die Verkäufer gibt wie heute. Und das wird immer noch, also 15% heißt, es gibt immer noch 85%, die laufen wie bisher. Es ist nicht so, dass es da ganz anders ist. Aber für diese 15% muss ich mich tatsächlich neu orientieren und entsprechend einstellen und alles im Autohaus tun, damit das gut läuft. Okay, ich würde dir gerne das nächste Stichwort an den Kopf werfen, und zwar Antriebskonzepte. Ja, das ist auch eine Sache, wo ich nachdenklich werde. Also selbstverständlich wird EV, Elektroantrieb, hier mehr und mehr an Volumen gewinnen. Ich glaube, dieses Jahr werden wir irgendwie sechs Millionen Autos schaffen, weltweit mit Elektroantrieb auf die Straße zu stellen. Vielleicht wären es sieben, aber es ist immer noch verhältnismäßig wenig. Und ich glaube, das wird weiterhin steigen, es wird kommen. Aber wenn man das aus Endkundensicht betrachtet, für Fahrten, die auf kurzer Distanz sind, ist das ja eine super Lösung. Ich kann nachts meine Autos auftanken oder während meiner Arbeitszeit und kann morgens hin- und zurückfahren, das funktioniert. Aber jetzt will ich mal nach Italien, nach Süditalien fahren auf eine Urlaubsreise, was eigentlich das Thema Mobilität und Freiheit mit sich bringt. Warum ist das Thema Auto? Zur Arbeit kann ich auch mit dem Zug fahren. Aber ich kann nicht fünf Kinder und 20 Koffer und vielleicht noch einen Anhänger hinten, ein kleines Segelboot oder ein Motorboot mitschleppen im Zug. Das geht einfach nicht. Und das ist aber das Gefühl der Freiheit. Oder in die Alpen fahren, um dann eine Abfahrt zu machen auf irgendeiner abgelegenen Piste mit deinem Snowboard, was du vorher erwähnt hast, das kann ich halt nicht mit dem Zug machen. Also nicht so leicht. Da brauche ich etwas, was mich dahin bringt, aber was mir eine viel höhere Reichweite bringt. Die Reichweiten, die wir heute haben, die sind zwar gut, aber sie reichen nicht für so eine Geschichte aus. Und die Thematik, wenn man sich überlegt, was es denn bräuchte, wenn man den Autobahnverkehr und die Tankvorgänge, die heute auf der Autobahn stattfinden, alle abdecken sollte mit Elektroautos, mit der heutigen Technologie, dann bräuchten alle zwei Kilometer auf der Autobahn einen riesigen Parkplatz mit Ladestationen, damit die Autos, die sich heute alle 25 Kilometer mit fossilen Energiequellen erholen, in einer absehbaren Zeit 40, 50, 60 Minuten auftanken können. Das ist nicht machbar. Also wenn das so sein sollte, dann würde ich heute empfehlen, kauft euch bitte die Grundstücke um die Autobahn herum, weil die werden ins Unermessliche an Wert steigen. Aber was für mich noch ein anderer Treiber ist, ja, wir schaffen es heute. Und wenn du die Zulassungszahlen siehst, es gibt immer mehr Hybridautos und die Zahlen gehen nach oben und es ist ja alles erfreulich. Aber faktisch gesehen, ein Hybridauto, das viele Kilometer fährt und zu 90 Prozent der Zeit eigentlich nicht durch EV angetrieben wird, sondern immer noch durch den fossilen Verbrennungsmotor angetrieben wird, ist weniger effizient, als das gleiche Auto ohne Hybrid mit einem sage ich mal, alten Diesel. Wenn du von München nach Hamburg fährst und mit einem Hybrid fährst, dann fährst du die meiste Zeit nur mit deinem Benziner. Und wenn du am Ende in Hamburg angekommen bist und schaust, wie viel Sprit hast du verbraucht, dann hast du mehr Sprit verbraucht, als wärst du mit einem Diesel gefahren. Und das ist das Problem. Und die Leute, die heute ein Hybrid kaufen, kaufen ihn nicht aus Überzeugung, nicht nur, leider. Die meisten kaufen ihn, weil es Incentives gibt. Weil wir sagen, wir brauchen das. Und hier die 0,5 oder 0,25 Regel bei Firmenwagen führt dazu, dass die Leute Hybride kaufen, obwohl sie eigentlich die Hybride gar nicht brauchen. Und das muss weg. Das müssen wir lesen. Das müssen wir technisch lesen. Ob jetzt die Lösung ist mit Wasserstoff. Ich habe gestern gelesen, da gibt es den ersten Autobauer, der mit Wasserstoff startet. Super, so geht es voran. Aber wir müssen also das hinfinden. Die Lösung mit den herkömmlichen Batterien hat ein Problem, weil wir die Rohstoffe gar nicht haben, weil wir dann wieder Abhängigkeit in anderer Form haben werden. Wir werden nicht mehr von denjenigen abhängen, die die fossilen Brennstoffe abhängen. Wir werden von denen abhängen, die die Rohstoffe haben für den Bau der Batterien. Und das ist auch keine Lösung, sondern wir müssen weitersuchen. Wir müssen uns technisch weiterentwickeln. Und erst, wenn wir dorthin gekommen sind, dass du ähnliche Freiheiten genießen kannst mit einem Auto der Zukunft, dann kann ich sagen, da werden wir hinkommen. Also da wird es noch, für mich, viel länger dauern, als wir heute glauben, bis wir dahin gekommen sind, dass wir wirklich eine durchgängige Ablösung der fossilen Brennstoffe haben und die Elektrifizierung, die wir eigentlich anstreben. Okay, da habe ich noch ein Stichwort für dich und zwar chinesische Automarken oder asiatische Automarken in Deutschland. Also ich mache es ganz einfach und ganz schnell. Das Auto ist nach wie vor Deutschlands liebstes Kind. Und es ist völlig egal, welche technischen Innovationen ich in ein Auto reinpacke und ob ich technisch eigentlich auf das Niveau komme, was da vergleichbar ist. Wenn ich keine Brand habe, werde ich das Auto in Deutschland nicht verkaufen. Tesla ist eine Ausnahme, aber das, was Tesla marketingtechnisch eigentlich hingestellt hat, von Anfang an, mit der ganzen Story, die dahinter steckt, ja, mit dem Elon Musk und dem, was er sonst in der Welt gemacht hat, das ist einzigartig. Das wird es sehr schwer sein, für chinesische Autobauer so etwas nachzubauen, um in diese Dimension zu kommen. Und ich glaube, der Vorstoß da, und da, wo sich das ein bisschen in eine andere Richtung oder in die richtige Richtung entwickelt, das ist mit Link & Co, ja, die Kilik-Tochter aus Schweden, die das, glaube ich, richtig macht und da offensichtlich auch der Zuspruch da ist und sich das in die Richtung entwickelt. Aber ich glaube, die deutschen Hersteller schauen da nicht zu. Die haben auch die Lösungen. Die Premium-Hersteller und die Massenhersteller, die haben auch entsprechende Volumina und Autos und die werden sich nicht das Primat, der Brand und den Vorsprung, den sie dadurch haben, nehmen lassen, sodass ich denke, dass das nach wie vor eine Nische bleibt. Also chinesisches Auto in Deutschland. Okay. Ganz lieben Dank. Nico, wir sind mit dem Blick in den Rückspiegel und dem Blick nach vorne, mit dem Fernlicht sind wir soweit durch. Dennoch kommst du auch um meine Abschlussfragen nicht drumherum und davon habe ich zwei im Gepäck. Welche ist deiner persönlichen Meinung nach aktuell so die innovativste Entwicklung im Autohandel? Also es gibt Sachen, die sind schon im Markt. Es gibt Sachen, die sind schon in der Vorbereitung. Aber ich schaue mir immer die Sachen an, wo ich sage, also es geht um den Autohandel und es geht darum, den Kunden dazu zu bringen, ein Auto zu kaufen oder in irgendwelcher Form als Service zu nutzen. Und ich glaube, die Lösungen, die dort anpacken, wo der Kunde gerade zufrieden ist, sind diejenigen, die sehr innovativ sind. Und worüber ich da nachdenke ist, die App im Auto, die sagt, möchtest du dieses Auto nochmal kaufen? Also möchtest du dieses Auto tauschen von diesem Auto, was du jetzt hast? Von mir aus, du hast ein Auto auf der Kleinwagen-Ebene. Möchtest du wechseln in die nächste Kategorie? Und dann sagst du da auf den Knopf Ja und dann passiert im Hintergrund alles. Dein Auto wird in Zahlung genommen, du kriegst einen Gegenwert, dir wird gleich eine neue Finanzierung angeboten. Du kriegst dann angeboten, du könntest das, das, das Auto und es ist alles so auf Knopfdruck zack, zack, zack erledigt und in zehn Tagen steht das neue Auto, das andere wird abgeholt und so. Das ist für mich Innovation. Das Gleiche könntest du in Mietautos reinkaufen, indem du sagst, du hast jetzt mal ein Auto bekommen, was du vorher nie hattest, das gefällt dir so gut, da ist ein Knopf, dieses Auto kaufen. Also nicht physisch dieses, sondern so ein Auto. Drückst drauf und es passiert alles im Hintergrund, das Auto wird dir nach Hause geliefert. Ich habe alle Daten, ich weiß, wer du bist, ich habe alle Informationen zu dir. Du musst nur sagen, I want it. Du kannst es auch subscriben, du musst es gar nicht kaufen. Du kannst sagen, dieses Auto will ich jetzt für sechs Monate mit einem Subscribing Service für den Preis anmieten. Das ist der innovative Handel und da, glaube ich, geht es hin und das finde ich super in der Richtung. Okay, dann final die Frage, wo sich keiner drücken kann, auch wenn schon einige Leute versucht haben. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto und fährst wirklich, steigst ein, legst eine Zeitung auf, gibst vielleicht das Ziel vorher ein und achtest nicht auf den Verkehr und kommst an? Ich glaube, das wird noch viel länger dauern, als wir… Also ich wünsche mir das nicht, aber ich fürchte, das wird noch sehr lange dauern. Ich glaube, bevor das auf privater Basis stattfindet, muss es erst auf kommerzieller Basis erprobt und gelöst sein. Wir haben ja die Level 3, die ja heute schon fahren. Ich fahre auch ein Level 3-Auto und ich bin sehr erleichtert, wenn ich auf der Autobahn auf den Knopf drücken kann und mal irgendwie abschauen kann oder was auch immer, weil das Auto wirklich sicher mich in der Situation bewegt. Aber die Probleme sind ja nicht da. Die Probleme sind an den Kreuzungen, die Probleme sind bei Reaktionen von anderen. Wie reagiert eine Artificial Intelligence gegen einen Menschen? Ja, der eine fährt links, der andere rechts. Was passiert da genau in den Fällen? Der eine ist betrunken, der andere nicht. Wie reagiert man dann richtig? Das sind die ungelösten Fälle. Dann müssen die ganzen Städte freigefahren werden. Ja, da sind wir noch lange nicht da, dass für ein autonomes Fahren, also sich die Stadt München, Hamburg oder was auch immer alle Informationen hat. Dann gibt es auch die Hürde meiner Meinung nach, das Ganze umwirtschaftlich zu betreiben. Also aus dieser kommerziellen Ecke, wo wird es zuerst kommen? Klarer Fall, Ersatz für Taxis. Die Taxis sollten nicht mehr mit dem Fahrer besetzt sein, sondern mit einem Roboter, ja Robotaxi. Aber bis du das wirklich hast, musst du ein Volumen haben. Wenn du, um ein Robotaxi zu kriegen, das, wie soll ich sagen, völlig utopisch ist, weil es immer noch die anderen gibt, kriegst du nicht genügend Daten. Du müsstest genügend dieser Autos haben, damit sie Daten sammeln. Das ist so ein bisschen Hand-Eye-Prinzip. Daten sammeln, damit du aus diesen Daten ableiten kannst und das System verbessern kannst. Wenn du aber nicht genügend Autos hast zu fahren, kannst du es nicht verbessern. Wenn du es nicht verbesserst, werden auch nicht mehr Autos fahren. Also da diese Schleife zu lösen, zum einen von der technischen Seite, zum anderen von der wirtschaftlichen Seite. Keiner wird bereit sein, zu sagen, ich investiere jetzt in 100 Autos, selbstfahrende Robotaxis in München, wenn da immer noch 2.500 normale Taxis sind. Die Menschen werden immer das normale Taxi bevorzugen und das normale Taxi wird immer näher sein als das selbstfahrende Taxi. Wahrscheinlich, ja. Also wie löse ich das? Und bevor das aber gelöst wird, wird das nicht in den Privatbereich umschwappen, weil zuerst muss ja kommerziell gelöst sein und dort alles ausgeprobt, bis es da in die Dimension kommt. Also das heißt, das Szenario, was du beschreibst, da steht ein Auto vor der Tür, ich steige ein, tippe ein und fahre los. Ich meine, theoretisch gibt es das doch schon heute. In einem Tesla-Auto kannst du so einsteigen und losfahren. Das geht, aber das ist nicht die Lösung, von der wir sprechen. Nicht das, was wir meinen. Also Level 5, meinen wir. Also die wirkliche Level 4 und so weiter. Das, glaube ich, wird noch dauern. Ich schätze mal, vielleicht 2030. Da könnte ich mir vielleicht vorstellen, dass wir in die Richtung gehen. Ich hätte dich schon noch daran erinnert, eine Zahl zu nennen. Ja. Du, Nicola, ganz, ganz lieben Dank, dass wir sprechen konnten. Das war höchst interessant und von dem, was ich so für mich vorbereitet habe, weiß von dem, was du noch erzählt hast, noch so viel Wissenswerteres da drin. Ganz herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Es war ganz spannend mit dir. Sehr gut. Vielen, vielen Dank, Tim. Tolle Sendung, tolles Umfeld. Bitte mach weiter so und ich freue mich auf vielleicht eine nächste Runde. Ja, super gerne. Werden wir einrichten. Vorher müssen wir uns aber auch mal privat irgendwie mal face-to-face sehen, weil heute ist halt wieder einer dieser Tage, wo wir digital aufnehmen. Das wird nachgeholt. Damit sind wir heute mit den Benzingesprächen am Ende. Vielen Dank fürs Zuhören und bald geht’s auch wieder weiter. Macht’s gut da draußen. Tschüss.