Einleitung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing einen besonderen Gast: Klaus-Peter Reintges. Bekannt in der deutschen Automobilbranche, hat Reintges eine beeindruckende Karriere vom Skateboard-Meister zum Geschäftsführer eines Traditionsautohauses hinter sich. In diesem Gespräch teilt er seine Einsichten über die Herausforderungen und Veränderungen in der Branche.
Von der Halfpipe ins Autohaus
Klaus-Peter Reintges begann seine Karriere nicht hinter dem Lenkrad, sondern auf dem Skateboard. Als deutscher und europäischer Meister im Skateboarding brachte er schon früh die Dynamik und den Mut mit, die ihn später in der Automobilbranche auszeichnen sollten. ‚Einmal Skater, immer Skater‘, sagt Reintges und betont, wie diese Subkultur ihn geprägt hat.
Der Weg ins Familienunternehmen
Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und verschiedenen Studiengängen, darunter ein MBA in Bedford und ein Studium in Los Angeles, trat Reintges in das Familienunternehmen ein. Das Autohaus Reintges, gegründet 1903, wurde von ihm in vierter Generation geführt. Hierbei stand er vor der Herausforderung, das Unternehmen durch die sich wandelnde Automobilwelt zu steuern.
Herausforderungen der Automobilbranche
Reintges spricht offen über die Herausforderungen, die mittelständische Autohäuser heute bewältigen müssen. Die zunehmende Dominanz großer Autohandelsgruppen und die ungewisse Zukunft der Mobilität waren für ihn Gründe, das Unternehmen 2019 zu verlassen. ‚Die Lage ist ungewiss, und die Investitionen sind riskant‘, erklärt er.
Ein neuer Lebensabschnitt
Heute lebt Klaus-Peter Reintges auf einem Reiterhof in Hamminkeln und ist wieder bei den Pferden angekommen – ein Kreis, der sich schließt. Mit seiner Frau betreibt er eine Reitschule, und die Leidenschaft für Mobilität bleibt, wenn auch in anderer Form, bestehen.
Fazit
Das Gespräch mit Klaus-Peter Reintges zeigt, wie wichtig es ist, sich an Veränderungen anzupassen und mutige Entscheidungen zu treffen. Seine Karriere vom Skateboard zur Automobilbranche ist inspirierend und bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der heutigen Zeit.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Karriereweg von Klaus-Peter Reintges
- Herausforderungen in der Automobilbranche
- Transformation vom Autohaus zum Reiterhof
- Einfluss der Skateboard-Kultur
- Zukunft der Mobilität
Key Takeaways:
- Die Bedeutung der Anpassungsfähigkeit in der Karriere
- Herausforderungen für mittelständische Autohäuser
- Der Einfluss von Subkulturen auf die persönliche Entwicklung
- Die Risiken und Chancen von Investitionen in der Automobilbranche
- Die Bedeutung von Lebensqualität und persönlichen Entscheidungen
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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstorys, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agentureinhaber. Hallo und herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Auch heute habe ich einen Gast hier, der in der Autobranche kein Unbekannter ist und irgendwie, wenn man irgendwo Gespräche führt, das ist immer ganz lustig. Der Gast heute, der ist immer irgendwie bekannt und präsent, von daher super spannend. Hat eine starke Meinung, war auch früher in Händlerverbänden ziemlich aktiv und hat Händlerkollegen da vertreten. Willkommen, Klaus-Peter Reintges, hallo. Ja, hallo Tim. Oder Glück auf, wie man hier so im Ruhrgebiet sagt. Ah, fantastisch, Glück auf, genau, unsere Heimat hier, super. Ja, toll, dass das so spontan geklappt hat. Sollen wir uns mal zusammensetzen und mal einen Podcast hier bequatschen. Super, danke. Ja, für die, die ihn nicht so genau kennen, vielleicht erst mal so ein paar Infos, was der Klaus denn so vollbracht hat und was er so gemacht hat in seiner Karriere. Er ist Ex-Inhaber und Geschäftsführer, Ex-Geschäftsführer des Autohaus, Traditionsautohaus Reintges in Essen. Kenne ich aus meiner Jugend, aus meiner Kindheit alles sogar. Und da gehört dann auch das Autohaus Wagner in Gladbeck zu, das hast du bis 2019 gemacht. Richtig. Und darüber hinaus bist du auch im Immobilienbereich unterwegs, bist ja auch Geschäftsführer einer Immobilien GmbH und was du auch seit 2017 betreibst, ist eine Consulting und Coaching Firma, wenn man es so formulieren möchte. Ja. Okay. Ja, du, was uns aber eigentlich primär auch so ein bisschen verbindet und begleitet, das war auch dein erster Blick, als du vorhin hier reingekommen bist. Wo sind die Skateboards? Wir kennen uns über Skateboarding, ganz lange her. Ich habe ja gesagt, ich habe mich auf den Termin gefreut, weil hier so viele Skateboards rumstehen und man sich mal so ein bisschen wieder in alten Zeiten wiegen kann. Da lacht das Herz, wenn ich die ganzen Boards sehe. Wurdest du nicht enttäuscht? Nö, auf keinen Fall. Ich stand hier schon auf einem drauf gerade. Der Klaus ist hier gleich erst mal durch die Agentur gerollt, das war ganz geil. Ja, also ich habe meine ersten Gehversuche natürlich irgendwo auf einem Boardstein gemacht, auf so einem Pennyboard und dann gab es, irgendwann konnte man quasi trainieren gehen. Ich glaube, das war samstags in einer Turnhalle in Essen-Süd und da bist du nicht ganz unschuldig dran gewesen. Ja, da hatten wir damals einen Skateboardverein und die Stadt Essen hat dem Skateboardverein die Turnhalle zur Verfügung gestellt. Da stand eine Rampe drin. Am Krausenbäumchen. Am Krausenbäumchen, genau. Da haben wir jeden Samstag viel Spaß gehabt. Da bin ich da reingeschlichen, konnte nicht viel, hatte kein Selbstwertgefühl, war froh, dass ich überhaupt in der Halle sein durfte. Dich kannte ich ja noch lange nicht und ihr seid da hergepässt und ich saß an der Seite. Okay, stellst dich jetzt drauf, probierst es mal. Ui, da kriege ich gerade voll den Flashback, habe ich echt noch geile Erinnerungen, was sich daraus alles entwickelt hat. Ja, echt krass. Das hat uns immer wieder auch irgendwie so zusammengeführt. Irgendwann in der Berufswelt haben wir uns dann nochmal gekriegt. Erstes Mal hatten wir uns getroffen im Skatehaus, was deine Mutter damals geleitet hat. Genau. Und da war ich mit meinem Sohn, der war damals sechs Jahre alt, hatte eine coole Lederjacke an und da sind wir zu so einer Party gegangen. Ach, mähmelswild. Im Skatehaus, genau. Die grüne Tür hieß das. Ja, sowas war das. Ja, da war ich noch nicht so alt und das war die Party, wo auch meine Mutter da war, als Gastgeber mit meinem Bruder zusammen. Auf die Partys muss man nicht zwingen. Unter Beobachtung und so. Ja, okay, witzig. Ja, Skatehouse, das war ja auch da in deiner Gegend. Genau. Ja, Wahnsinn. Ja, dann hat uns das über Skate Aid, hat uns das Thema ja auch nochmal so ein bisschen eingeholt, wo du auch mit aktiv warst, mit dem Titus, Titus Dittmann. Ja, Skateboarding, diese, ich sag mal, mit so Subkulturgeschichte, die lässt einen weniger übers Leben los, als, ich sag mal, Fußball gespielt zu haben, ist so meine Erfahrung. Ja, ich denke, einmal ein Skater, immer ein Skater. Ja. Ich hab 76 angefangen und wenn ich überlege, wie lange ich schon fahre. Früher halt Halfpipe und sowas und heute, altersgerecht, Elektroskateboard. Aber immer noch schnell unterwegs. Ja, klar. 76 angefangen, ich bin Baujahr 75. Krass, okay. Wenn man 76 anfängt zu skateboarden, warst du 12, weil, wenn wir ganz kurz so in den Rückspiegel mal hier ranziehen und Werdegang von dir, du bist im Baujahr 64, verheiratet, zwei Kinder und du lebst in Hammingkeln. Bist gebürtig aus Essen, da war ich mir nicht ganz sicher. Ich bin gebürtig aus Essen. Okay. Und du hast auch erst mal eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Genau. Also nicht direkt im Autohaus eingestiegen. Also ich hatte meine Skateboard-Karriere und dann habe ich irgendwann bei der Bank angefangen. Macht man so als Skater, ne? Ja, als Anzugträger ist man aber auch zu groß zum Skateboardfahren, ist man erwachsen, habe ich erst mal die Skateboard-Aktivitäten eingestellt. Ja, du warst mal deutscher Meister. Ja, deutscher Meister, Europameister, nordrhein-westfälischer Meister. Also ich habe eigentlich so alles gewonnen, wo ich Lust drauf hatte. Okay, das kann man mal so im Raum stehen lassen, ne? Cool. Damals waren die Freestyle-Boards übrigens so groß, wie heute die normalen Skateboards sind. Das ist ein bisschen merkwürdig. Das ist schon lange her. Also gefühlt vom Krieg war das. Das war so 81, 82. Ja, Wahnsinn. Also da habe ich noch nicht, ich habe deutlich später angefangen. Doch, Mitte 80er habe ich geskatet, bis Anfang 90er irgendwann. Dann hast du aber noch studiert, Management und MBA in Bedford gemacht. Dann hast du noch Economics in Los Angeles studiert. Ja, das war eine Summer-Session. Okay, cool. Ja, wusste ich nicht. Also wir kennen uns ja ganz gut, aber wo ich so deine Vita noch ein bisschen aufgearbeitet habe, dachte ich so, aha, spannend. Und dann hast du noch Human Resource Management studiert und hast auch den Doktor drauf gesetzt. Klasse. Das habe ich so ein bisschen, wo du den hattest, habe ich es mitbekommen, aber irgendwie hat keiner so großartig mitbekommen, was du da für einen Aufwand betreibst. Das war wahrscheinlich schon nicht mal geschenkt. Ne, ne. Also ich habe 2007 angefangen. Ich hatte einfach Lust darauf. Und ich war 2014 fertig. Hat auch super Spaß gemacht, die ganze Geschichte. Ich habe mich so spezialisiert auf humanistische Psychologie. Und ich habe dann die Konzepte davon auf Leadership und auf Management übertragen. Das war für die in Bradford an der Uni, die mich dort betreut haben, ein tolles Thema. Und deswegen habe ich dort viel Unterstützung gekriegt. Klasse. Den elterlichen Betrieb hast du 1997 übernommen? War die Zahl richtig, so die Ecke? Ne, das war, ich bin Geschäftsführer geworden, das muss so 1991 gewesen sein. 1991. Okay, weil die Zahl hatte ich, da war ich mir nicht ganz sicher. Ich dachte auch, es wäre schon früher gewesen. Weil solange ich irgendwie denken kann und auch in der beruflichen Welt zurückdenken kann, warst du immer schon in dem Autohaus eigentlich Geschäftsführer. Und ja, die Geschichte vom Autohaus Reinkes ist an sich, eigentlich könnte man damit einen eigenen Podcast schon füllen. Weil es ist erst mal ein Traditionsunternehmen. Du bist die zweite oder dritte Generation? Vierte. Die vierte. Entschuldigung. Sollte ich raus schneiden, mache ich aber nicht. 1903 hat mein Urgroßvater die Firma gegründet, die Firma Reinkes. Als Schmiede damals. Hat sich auf Pferde konzentriert. Dann hat mein Großvater irgendwann in den 30er Jahren erkannt, dass jetzt nicht Pferde die große Zukunft in Sachen Mobilität sind. Da hat er dann auch auf Autos und auf Anhänger gesetzt. Mein Vater hat dann in den 60er Jahren angefangen mit Opel in Essen, hinterher Ford und verschiedenen anderen Marken. Und jetzt sieht es halt so aus, dass ich einen Exit gemacht habe aus der Autohausgeschichte. Ich lebe jetzt auf dem Reiterhof in Hamminkeln und bin wieder bei den Pferden gelandet, wo wir angefangen haben. Okay, habe ich noch gar nicht so gesehen, aber es ist ein ganz guter schleswigen Kreis. Genau, wir haben jetzt 25 Pferde. Teilweise Einsteller, teilweise auch, die gehören jetzt zur Reitschule meiner Frau. Und so ist man wieder back to the roots. Okay, da dabei, ich sage mal, der Übergang von der ersten auf die zweite Generation vom Pferd zum Automobil im weitesten Sinne. Ich vergleiche diesen Umstieg häufig mit der Situation eigentlich jetzt, wo der Auto oder das Automobil einen so starken Wandel halt vollziehen wird oder schon vollzieht, dass noch keiner genau weiß, wo es hingeht. War das auch ein Treiber, wo du gesagt hast, so von der Zukunft her, du weißt nicht so recht, wo es hingeht, du möchtest da raus? Warum ich überlegt habe aufzuhören? Also ich sage mal, es hat mir immer viel Spaß gemacht, das Autohaus, viel Freude. Wir hatten ein tolles Team. Wir haben ganz tolle Marketingaktionen gemacht. Also wir haben auch nie, aber immer eigentlich Geld verdient. Aber das Problem ist, ich habe mir überlegt, wie sich die Zukunft entwickelt. Und ich sehe eigentlich für mittelständische Autohändler ein großes Problem, gerade so in Städten wie Essen oder Ballungsgebieten. Also ich glaube, die großen Gruppen, die werden immer weiter wachsen. Man kann auch Geld verdienen als kleine Werkstatt. Es gibt noch genug Benziner und Diesel, die die nächsten 15, 20 Jahre repariert werden müssen. Aber die, die in der Mitte stecken, die so wie wir rund 100 Mitarbeiter hatten, zwei Standorte, für die wird es extrem schwer. Und ich habe überlegt, investiere ich oder investiere ich nicht? Und ich habe mich eigentlich gegen die Investition entschieden, weil ich hatte das Gefühl, die Lage, die ist jetzt, also kein Mensch weiß, was passiert. Und ich werde das Geld wahrscheinlich nie wiedersehen, beziehungsweise werde so viel Zeit da reinstecken müssen, dass ich nicht weiß, ob das mit meinem Lebenskonzept noch passt. Man lebt ja nicht unendlich, letztendlich. Du hast ja schon, also du deutest ja an, so eine Größe, wie ihr jetzt seid, könntest du kleiner weiterfahren oder halt größer machen. Und mit Reinkes, ich weiß nicht, wie viele Jahre ist es her? Zehn, zwölf, 15 Jahre, so die Ecke, da seid ihr ja schon mal einmal tierisch gewachsen. Ja, genau. Und das hast du ja dann, das hat, darf ich sagen, nicht funktioniert oder ich weiß gar nicht, wie ich es formulieren soll. Ich kenne die Geschichte nicht so gut. Na, ich kenne sie sehr gut. Du warst dabei? Ich war dabei. Okay. Und zwar, wir sind also damals, das war Ende der 90er, beziehungsweise Anfang 2000, da gab es so eine Ford Wirtschaftsraumstrategie. Und da war die Idee, dass halt gute Händler die anderen übernehmen, dass man extrem wächst und zwar mit den Marken der Ford Organisation. Das waren damals fünf Marken, das war Ford selbst, das war Mazda, das war Jaguar, das war Land Rover und das war Volvo. Und mit diesen fünf Marken sind wir extrem gewachsen. Wir hatten drei, teilweise sogar vier Städte im Ruhrgebiet mit mehr als zwölf Firmen, mit mehr als 400 Mitarbeitern. Hui, wow. Das Ding ist also sehr, sehr stark und sehr, sehr schnell gewachsen. Allerdings war hinter das Problem, dass das Eigenkapital nicht passte, beziehungsweise, dass die, so diese Effizienzen, die man nutzen kann, wenn man so ein Gebilde baut, dass das halt nicht funktioniert hat. Und deswegen, ich sage immer, das hat zu so einer Restrukturierung von Amts wegen geführt. Okay. Und dann bist du ja wieder runter auf deinen, ich sage mal, Kernstandort. Ja, ich sage mal, das war so die absolute Tiefe, was ich so hatte. Wobei, danach ging es eigentlich gut weiter. Also, ich habe die Firma wieder neu aufgebaut mit einem Geschäftspartner zusammen. Und das war von 2004 an. Und wir haben die Firma wieder auf 30 Millionen Umsatz gebracht. Wir haben nie einen Verlust gemacht. Wir haben hinter 1.500 Autos verkauft pro Jahr. Und das war eigentlich eine schöne Zeit. Ja, ich habe das so, ich glaube, wir hatten erst quasi wieder Kontakt nach dieser Krise. Deswegen weiß ich da auch nicht so viel drüber. Und da habe ich dich halt mit dem einen Betrieb halt kennengelernt und wusste, das war mal anders vorher. Und solange wir auch zusammengearbeitet haben und wir uns auch ein bisschen mehr Kontakt haben, hast du den Betrieb gehabt. Und das war auch immer alles safe. Und da hat man auch gemerkt, du hast im Griff und das läuft straight. Und umso mehr war das so, letztes Jahr, wo du mir das so, wir haben uns ja irgendwann zwischendurch mal getroffen. Und da habe ich dich so lapsig gefragt, no, Klaus, was gibt es Neues? Und da hast du ganz kurz so, hm, hm, hm, ja, ich verkaufe. Da habe ich kurz gedacht, was hat er gesagt? Nee, Moment. Also, ich weiß nicht, ob du meinst, ich war doch ein bisschen verwirrt in dem Moment. Da war ich schon echt überrascht, weil da hätte ich nie im Leben mit gerechnet. Ich habe ja auch keine Reklame damit gemacht. Also, ich meine, ich habe mir schon 2017 überlegt, wie sich der Automarkt entwickelt. Da waren schon so Anzeichen da. Und letztendlich, ich habe zwar einen großen Rucksack mit viel Tradition auf dem Rücken, aber ich fühle mich nicht der Tradition verpflichtet. Ich bin Unternehmer. Und wenn ich merke, es wird schwierig in Zukunft, dann überlege ich lieber, die Sache zu lassen und dann vielleicht was anderes zu machen. Ich glaube, eine meiner ersten Fragen, also auch heute, wo wir vorher gesprochen haben, auch letztes Jahr, was sagen deine Eltern? Weil ihr habt ja ein enges Verhältnis. Und deine Mutter war ja, ich weiß nicht, ob sie immer noch da so nebenbei ein bisschen tätig ist. Die war nicht nebenbei tätig, die war eigentlich die Seele der Firma damals. Also, bis letztes Jahr August. Die war immer da. Ja, die hat den Callcenter gemacht, die hat sich um die Buchhaltung gekümmert. Die Mailings hat sie immer gemacht. Ja, und die hat einen super Job gemacht. Die kannte die meisten Kunden persönlich und die hat schon ganz, ganz viel erreicht fürs Autohaus. Und ohne die hätten wir auch nicht so diese ganzen zahlreichen Kundendienstpreise und so gewonnen. Das war schon das, ihr verdienst. Also, die hat jede Reklamation selbst bearbeitet, immer geguckt, dass Lösungen da sind, die Kunden zurückgerufen. Und es kann ja immer was schiefgehen, aber es ist halt die Frage, wie man hinterher damit umgehen mit der Sache. Und das hat die halt toll im Griff gehabt. Wie war da so die Überbringung der Botschaft? Liebe Eltern, ich habe mir lange was ausgedacht und jetzt ist es spruchreif, ihr solltet was erfahren. Meine Mutter war eher nicht so begeistert, aber ich meine, irgendwann kann man auch mal Mein Ruhestand-Gen und die hat genug Hobbys und den geht sie heute nach. Und mein Vater, der war sowieso schon lange raus, aber der ist auch noch super fit. Der ist auch dreimal die Woche im Fitnessstudio. Und letztendlich, also der, ich meine, der ist ein schlauer Unternehmer und der weiß auch, wie sich die Dinge entwickeln. Und letztendlich hat er auch gesagt, okay, hast du richtig gemacht, die ganze Sache. Ja, klasse. Hast du da Bammel vorgehabt, vor dem Gespräch? Nein. Nee? Nein. Ich bin ja letztendlich, das ist ja meine Firma und ich bin dafür verantwortlich. Ich muss die Entscheidungen treffen und ich muss dazu stehen. Ja, du hast das vorhin so schön, den Traditionsrucksack. Richtig. Der wiegt ja auch durchaus was im Zweifel. Der wiegt auch. Und das ging natürlich sehr emotional ab, auch in mir sehr emotional ab. Aber letztendlich muss man da durch. Und die Entscheidungen, die zu treffen sind, die müssen halt getroffen werden. Ja, du hast vorhin gesagt, dass dein Lebenskonzept so nicht mehr passen würde, wenn du das weitergemacht hättest. Also so in etwa. Und ich habe vorhin auch gesagt, eine starke, aktive Entscheidung hast du da getroffen. Ja, die muss man auch treffen als Unternehmer. Ja, viele draußen treffen sie nicht. Genau. Und ich meine, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, ich die Entscheidung nicht treffe, sondern abwarte, dann wird ein Entscheiden anderer für mich. So ist das in der Marktwirtschaft letztendlich. Ich meine, ich kann es nicht aussitzen. Wenn ich es aussitze, dann fahre ich trotzdem irgendwann vor die Wand, weil es nicht mehr so ist wie früher. Also man darf sich echt nicht auf die Vergangenheit verlassen. Man muss nach vorne gucken, gerade in einer Branche wie Automobilvertrieb, Automobilreparaturen und schauen, was da passieren könnte. Und die Rezepte der Vergangenheit, die funktionieren einfach nicht mehr. Ja, ist absolut spannend. Also diese Veränderung, die ja stattfindet, da kommen wir gleich noch so ein bisschen drauf, wenn wir das Fernlicht in die Zukunft ein bisschen werfen, sind ja schon immens. Und gerade spannend, weil mein persönlicher Vergleich ist halt so dieses von der Kutsche zum Verbrenner, die Änderung der Mobilität. Und das, was wir jetzt die nächsten Jahre sehen und was wir jetzt schon sehen und noch sehen werden, hat einen ähnlich großen Impact, meiner persönlichen Meinung nach. Ja, weil Kutsche zum Auto, da hat man den Händler eigentlich noch gebraucht. In Zukunft reden wir über Mobilitätskonzepte. Und da spielt der Besitz von Autos auch nicht mehr so die riesige Rolle, vermute ich mal. Ja, mit dem viel Carsharing und Ridesharing und so, die kommen ja immer mit so tollen Zahlen im Silicon Valley um die Ecke, zu 95% der Zeit benutzt du dein Fahrzeug nicht, weil es einfach irgendwo steht, weil du woanders bist. Und dann daraus suggerieren die immer, das wird ein Megamarkt. Und muss man mal sehen, wie das dann in echt, wie bereit die Menschen dafür dann de facto sind. Ja, aber trotzdem geht es in Richtung Mobilitätskonzept in Zukunft. Das ist was anderes, als ob ich nur mit dem Autoverkauf Geld verdiene. Und auch die Hersteller, die gehen ja auch, die wollen sich auch zu digitalen Anbietern entwickeln, Softwareentwicklern, die wollen die Daten der Kunden haben, damit Geld verdienen. Und das ist nicht mehr das Konzept, eher mittelständischer Autohändler, der an jedem Auto seine Marge macht, denke ich mal so. Vielleicht ist es auch ganz anders, aber das ist jetzt erstmal so meine Idee, wie sich das entwickeln könnte. Lass mich noch, bevor wir auf die Themen da nochmal stärker da eingehen, was so in der Zukunft liegt, ist, wo du gerade darüber gesprochen hast, oder wo wir darüber gesprochen haben, was dich da so bewegt hat. In der Zeit als Autohäusinhaber, was waren da so deine wichtigsten Werte, die dich da so begleitet haben und die dich dann möglicherweise auch zu so einer starken Entscheidung dann bewogen haben? Kannst du das greifen? Ich sage mal, ich habe zwei Werte, wobei nicht beide unbedingt was mit der Entscheidung zu tun haben. Also für mich war immer wichtig, Mitarbeiterorientierung. Das heißt, ich habe immer das große Ganze organisiert. Und die Mitarbeiter, die waren eigentlich immer Spezialist für ihren Job und ihr Problem. Und ich habe mich auch relativ wenig eingemischt, solange wir die Ziele erreicht haben. Da bin ich immer sehr gut mit gefahren. Und wir hatten auch letztendlich ein ganz tolles Team. Das ist die eine Sache. Und die andere Sache ist, dass ich sehr lösungsorientiert denke. Also mich interessieren nicht die Probleme der Vergangenheit. Mich interessiert auch nicht, wenn es nicht funktioniert hat, wer schuld ist. Ich gucke nach vorne, wie kann ich eine Lösung finden für ein bestimmtes Problem. Und letztendlich hat mich diese Lösungsorientierung auch dazu gebracht, dass ich gesagt habe, so mit den Mitteln kriege ich das Autohaus, ich sage immer, nicht über die nächsten zehn Jahre hin. Da muss was passieren. Und eine Lösung hätte sein können, dass wir investieren. Das war wachsen. Wir hatten ja einen Ford Store, dass wir in den Ford Store investieren. Aber letztendlich habe ich mich dagegen entschieden, weil ich war nicht so überzeugt davon, von dieser Lösung. Und so habe ich die andere Lösung getroffen. Wo du sagst, gut, dann steige ich aus. Ich suche jemanden, der das Autohaus macht. Und da habe ich, denke ich, mit der MOAG einen ganz guten Partner gefunden. Wir haben sehr professionell verhandelt. Und die haben alle Mitarbeiter übernommen. Das heißt also, letztendlich gibt es nur Gewinner bei der ganzen Geschichte. Es lief relativ geräuschlos ab. Der ganze Kundenstamm ist übernommen worden. Und ich denke, die Lösung ist für alle Seiten am besten. Ja, wenn du sagst, du hast zwei Werte. Lösungsorientiert hast du gerade beschrieben. Mitarbeiterorientierung. Deine Mitarbeiter waren dir ein ganz wichtiger Punkt in der ganzen Lösung. Und ja, cool. Das ist ja toll. Also Respekt. Fernlicht. Schauen wir mal so ein bisschen in die Zukunft, wo wir gerade schon so ein bisschen reingedriftet sind. Haben wir gerade schon so ein bisschen eigentlich vorweggenommen. Wie nimmst du den Wandel in der Autobranche aktuell wahr, der da im Gange ist? Und diese sich ändernde Mobilität in der Gesellschaft und daher eingehend die Veränderung für den Handel? Was siehst du da kurz- und langfristig? Kannst du da was zu sagen? Wie sich das für dich darstellt? Also ich habe so meine Konstruktion von Wirklichkeit. Und die sieht so aus. Also ich glaube, die großen Gruppen, die werden weiter wachsen. Da muss man einfach mal nur in andere Länder gucken. Großbritannien, Schweiz, Österreich. Das sind ganz viele Gruppen. Die haben dann so zwischen 150 und 200 Standorten. Und wenn ich mir so die Top-Händler in Deutschland angucke, die sind also im europäischen Vergleich eigentlich alle unter ferner Liefen. Die sind alle sehr klein. Es gibt ein paar große, wie die AWACS zum Beispiel. Aber die meisten, die haben nur sieben, acht, zehn Standorte. Und da wird auf jeden Fall ein Konzentrationsprozess stattfinden. Also da werden große Gebilde sich entwickeln. Und diese großen Gebilde werden riesige Umsätze machen, aber die werden nicht unbedingt mehr verdienen. Nur die mittelständischen Händler, die haben im Vergleich mit diesen großen Gebilden eigentlich gar keine Chance mehr. Das habe ich auch in den letzten Jahren gemerkt. Also die Marge, die ging immer weiter runter. Bei Neuwagen, bei Gebrauchtwagen. Viele Autos gingen an mobile.de. Nicht mobile.de, wir kaufen an autodee. Ganz starker Impact gerade. Ja, genau. Und ich meine, es gibt immer mehr Alternativanbieter. Ich denke, Sixt macht da einen ganz guten Job mit ihrem Internetangebot. Vehiculum, sie sind ganz gut unterwegs. Und das macht das Leben halt alles schwieriger. Deswegen, die großen Gruppen werden sich entwickeln. Ich denke, die kleinen Werkstätten, die werden auch erstmal bleiben. Und da muss man mal gucken, wie das so weitergeht. Spannend, das geht so auseinander, wie ein bisschen Schere. Konzentration bei den wirklich großen und dann bei vielleicht kleineren Spezialisten. Ja. Anfang 2019, hier von Professor Brachert, habe ich ein Zitat gesehen. Das Auto hat seine beste Zeit vor sich, hat er gesagt. Und was mir dazu einfällt, also ich habe mal irgendwann gehört, in den 50er Jahren ein Lebensmittelhandel. Tante Emma Laden, der Inhaber hat dann seinem Sohn gesagt, komm ins Geschäft rein. Lebensmittel werden immer gehen, gegessen wird immer. Wobei, letztendlich stimmte das, gegessen wird wirklich immer. Nur das Problem ist, wer verdient denn das Geld damit? Und das ist heute nicht der kleine Lebensmittelhandel. Die Tante Emma Läden sind alle weg. Das sind heute die großen Lebensmittel-Discounter. Und eine ähnliche Entwicklung sehe ich halt auch im Autobereich. Ja, auch zwischen Handel und Hersteller ist ja, ich sage mal, da ist ja keine Synchronität mehr. Das läuft ja auch so ein bisschen aus dem Ruder, unterschiedliche Interessen. Und da muss man halt mal sehen. Die Hersteller, ich meine, die haben es auch nicht einfach. Da ändern sich auf einmal die Märkte komplett. Es gibt neue Techniken. Und ich kann schon verstehen, dass sie nicht so wie früher im Gleichschritt mit ihrem Händlernetz gehen. Die wissen auch nicht, was auf sie zukommt. Wenn die deutschen Hersteller nicht aufpassen, dann könnte ich mir sogar vorstellen, dass sie relativ leicht den Anschluss an die Zukunft verlieren. Dass dann die Autos halt von Tesla kommen oder aus China kommen. Würdest du sagen, dass VW und Audi, wo die sich hinstellen und sagen, wir fokussieren uns zu 100 Prozent auf Elektromobilität, Batteriegetrieben. Ich bin kein Hellseher. Aber meine persönliche Prognose ist, habe ich auch die Tage mal gelesen, im Jahr 2050 geht man davon aus, dass ein Drittel der Fahrzeuge Elektro sind, ein Drittel Wasserstoff und ein Drittel immer noch Verbrenner. Aber dann mit E-Fuel. Ja, mit den E-Fuels. Die im Moment von der Bundesregierung Augen zu und habe ich nichts von gehört, behandelt werden. Das ist wirklich Wahnsinn. Ich habe zum Schluss drei Abschlussfragen. Die eine Abschlussfrage nehme ich mal vorweg. Wie lange werden Verbrenner noch gebaut und werden eine wesentliche Rolle spielen? Aber da hast du ja gerade schon eine Zahl genannt. E-Fuel könnte ich mir vorstellen. Wenn man das sinnvoll herstellen kann, dann wird es die weitergeben. Und das wäre auch gut für die deutsche Automobilindustrie. Einige sind ja gerade bei den Verbrennern weltführend. Ja, es wird halt spannend, wenn sich so große Konzerne wie VW und Audi so langfristig auf so eine Technologie einlassen. Das muss man mal beobachten. Lass uns noch mal weg von so großen Unternehmen, kommen zu dir. Du bist jetzt da raus. So habe ich das bei mir aufgeschrieben, du bist ja Autor aus Rheingis. Du machst jetzt was anderes. Du liegst jetzt nicht nur in der Sonne rum und gehst Snowboard fahren mit deinem Sohnemann, wie ich gerade gelernt habe, und bist noch mal im Urlaub. Du bist ja total fleißig. Ich hatte erst geplant, mit Rennermütze Hennen zu füttern. Aber das habe ich erst mal verschoben. Das kann ich mir so gar nicht bei dir vorstellen. Ich habe eine neue Firma gegründet. Rheingis Consulting. Was ich mache, oder was so ansteht, das ist einmal, ich mache Redevelopment von Immobilien, insbesondere von Outdoor-Immobilien. Das ist ein Geschäftsbereich. Der nächste Geschäftsbereich ist, wenn mittelständische Autohändler aufhören wollen, dann berate ich die, dann coache ich die. Weil ich weiß, wie es theoretisch funktioniert, wie es praktisch funktioniert. Ich bin Spezialist auch für Change Management. Die ganzen Projekte, die ich bisher gemacht habe, die haben auch alle funktioniert immer. Von daher kann ich da auch ganz gut was bieten. Und als dritte Geschichte habe ich gerade eine Kooperation gemacht mit einer US-Beteiligungsgesellschaft. Die vertreten Versicherungen, Pensionsfonds, Family Offices. Die sind daran interessiert, in der deutschen Autobranche zu investieren. Da versuche ich gerade für die, ein passendes Objekt zu identifizieren. Zu der Consulting-Geschichte hatte ich die ganze Zeit gerade auf den Lippen. Proof of Concept. Du hast schon ein Autohaus lange geleitet. Du hast da auch eine Krise gemanagt. Du bist danach wieder in die Bahn geraten, oder in die Bahn zurückgefunden. Du hast den aktiven Abschied da gemacht. Und das auch erfolgreich. Nicht nur für dich persönlich mit deinem Lebenskonzept, sondern auch für deine Mitarbeiter. Richtig. Ich liebe Win-Win-Win-Situationen. Wo alle sagen können, das war eine gute Geschichte. Jetzt war es vorbei, aber es war eine tolle Zeit. Und jetzt geht es irgendwie weiter. Ich hinterlasse sehr ungern eine verbrannte Erde. Klasse. Ich würde gerne schon zu den Abschlussfragen gehen. Die eine mit dem Verbrenner haben wir ja schon abgehakt. Die andere, da bin ich mal gespannt drauf, haben wir auch schon ein bisschen gestriffen, aber nochmal so auf den Punkt. Was glaubst du, erwartet die Autobranche in drei bis fünf Jahren? Handel und Hersteller. Wenn wir jetzt nochmal die Zentralisierung auf große Gruppen und den kleinen Handel vielleicht nochmal außen vor lassen, siehst du da noch mehr? Was erwartest du? Keine Ahnung. Ich weiß, es kommen wahnsinnige Veränderungen. Kein Mensch weiß, wie die aussehen. Die Veränderungen werden kommen. Und da wird ganz viel passieren. Und da muss man einfach beobachten. Und es macht überhaupt keinen Sinn, da irgendwie was zu planen. Sondern man kann eigentlich nur auf Sicht fahren bei der ganzen Geschichte. Einfach gucken, dass man nicht unter die Räder kommt und immer die richtigen Entscheidungen versucht zu treffen. Ich war mal auf einer Manager-Tagung für Autohaus-Inhaber. Und da war dann auch die Frage, beschreiben Sie mal, wie Autohaus im Jahr 2025 aussieht. Da war ein Riesenaufstand. Die Inhaber, Geschäftsführer, sollen wir dem Hersteller erzählen, wie das funktioniert? Das steht gar nicht. Wir haben keine Ahnung. Letztes Jahr, Ende Oktober oder Anfang November, war vom Autohaus in München eine Tagung Autohaus-Zukunft 2025. Wo ein 5-Jahres-Blick in die Zukunft gestellt wurde mit verschiedensten Themen. Und das war eine ganz spannende Veranstaltung, weil das nicht so straight ist. Da war auch jemand, der mit Social Media so einen Ausblick gegeben hat. Das waren auch ein, zwei Herstellervertreter, die einen Blick gegeben haben. Und da hat man so gemerkt, wie vielfältig die Einflüsse sind, denen die Geschäftsführer von Autohäusern gerade ausgesetzt sind. Und wenn man nicht so groß ist, ist man denen ja allen ausgesetzt. Das ist schon ein Brett was man da bohren muss. Richtig. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto, was sich durch den Straßenverkehr bewegt? Ich habe da so meine Meinung und zwar, ich gucke erst mal wie das funktioniert, weil ich habe mir überlegt, selbst wenn nur jede zehntausendste Fahrt in einem Umfall endet, aufgrund der ganzen Komplexität möchte ich da nicht unbedingt drinsitzen. Wenn es funktioniert, gerne, aber ich soll erst mal andere ausprobieren. Sag mal eine Jahreszahl. Was glaubst du, wenn es reif ist? Wenn du sagst, komm, da setze ich mich jetzt rein. Mein Auto fährt ja fast autonom, also auf Autobahn hat Abstand, wird reguliert, Geschwindigkeit, es bremst automatisch, die Spur wird gehalten. Ich meine, so weit ist man nicht davon entfernt, aber so den letzten Rest, also glaube ich, dass das noch ein bisschen dauert, dass das Ding wirklich unfallfrei fährt. Vielleicht zuerst auf der Autobahn, vielleicht, sag mal, im Jahr 2028. Straßenverkehr kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen und die Unfälle passieren ja nicht nur vom autonomen Auto, sondern das können ja auch die anderen dann sein. Auf der Autobahn, denke ich, ist es einfach zu handeln, die Komplexität ist da nicht ganz so groß, aber Stadtverkehr, im Moment, weiß ich nicht, 2050 oder so. Okay, ja, glaube ich. Also dieser Konflikt zwischen autonomen Fahrzeugen und dann noch normalen, ich sage mal, menschlich geführten Fahrzeugen, das birgt Konfliktpotenzial. Das haben auch viele Forscher schon gesagt, dass wenn sie einen Bereich haben, eine Stadt, wo alle Autos autonom fahren würden, wäre das einfacher, weil die untereinander kommunizieren. Klaus, das war spannend, weil da haben mich einige Insights, die du jetzt so erzählt hast, echt wahnsinnig interessiert, gerade weil wir uns schon so lange kennen und ich auch letztes Jahr wirklich auch überrascht war. Da wollte ich dir mal auf den Zahn fühlen, sozusagen, und dann das einfach noch mal von dir hören und ich dachte, das ist auch einfach ein spannendes Thema, was auch andere interessiert in der Branche. Hat Spaß gemacht. Super. Sitzen wir mal da und lachen uns an. Prima, danke und vielen Dank auch euch, die da zugehört haben, hoffentlich mit den Händen am Lenkrad, wenn ihr es unterwegs hört und nicht schon vollautonom auf der Autobahn. Wir hören uns bald wieder. Macht’s gut, ciao.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.