Einleitung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing einen besonderen Gast: Philipp Hosselthey. Als Gründer und Geschäftsführer der Wieck GmbH in München bringt Hosselthey über ein Jahrzehnt Erfahrung in der digitalen Transformation der Automobilbranche mit. In diesem Beitrag beleuchten wir seine Ansichten zur Zukunft der Autohäuser und die Gründung des Netzwerks Autohaus Transformation e.V.
Philipp Hosselthey: Vom Techie zum Branchenführer
Philipp Hosselthey bezeichnet sich selbst als ‚Techie‘, der die Schnittstelle zwischen Automobil, Daten und Software beherrscht. Mit einem Hintergrund bei Accenture und einer Leidenschaft für digitale Möglichkeiten, hat er sich einen Namen in der Branche gemacht. Seine Firma, die Wieck GmbH, ist ein Paradebeispiel für ein erfolgreiches Tech-Startup, das sich auf Datenanalyse und Marketingprozesse spezialisiert hat.
Die Gründung des Netzwerks Autohaus Transformation e.V.
Ein zentrales Thema des Podcasts ist die Gründung des Netzwerks Autohaus Transformation e.V. (NAT). Hosselthey erklärt, dass der Verein als Plattform für den Wissensaustausch zwischen Autohäusern, OEMs und Technologieanbietern dient. Ziel ist es, die Branche auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorzubereiten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Die Rolle der Digitalisierung im Autohaus
Hosselthey betont die Bedeutung der Digitalisierung in Autohäusern. Er erläutert, wie datengetriebene Entscheidungen die Effizienz steigern und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen können. Durch den Einsatz moderner Technologien können Autohäuser ihre Marketingstrategien optimieren und den Kundenservice verbessern.
Fazit: Die Zukunft der Automobilbranche
Die Episode zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich in der Automobilbranche auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Philipp Hosselthey und das Netzwerk Autohaus Transformation e.V. bieten wertvolle Einblicke und Unterstützung für Autohäuser, die den Wandel aktiv gestalten wollen.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Philipp Hosseltheys Karriereweg und Expertise
- Gründung der Wieck GmbH
- Netzwerk Autohaus Transformation e.V.
- Digitalisierung in Autohäusern
- Zukunft der Automobilbranche
Key Takeaways:
- Philipp Hosselthey ist ein führender Experte für digitale Transformation in der Automobilbranche.
- Die Wieck GmbH nutzt Datenanalyse, um Autohäuser effizienter zu machen.
- Das Netzwerk Autohaus Transformation e.V. fördert den Austausch von Wissen und Lösungen.
- Digitalisierung bietet Autohäusern neue Geschäftsmöglichkeiten.
- Die Zukunft der Branche liegt in der erfolgreichen Integration von Technologie.
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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Bevor wir jetzt gleich in die neue Folge starten, ein kurzer Hinweis auf einen starken Partner, der mich bei der Produktion meines Podcasts unterstützt, die Kroschke-Gruppe. Ist euch allen sicher ein Begriff, weil die Kollegen einfach der Marktführer im Bereich Fahrzeugzulassung in Deutschland sind. Kroschke hat die Abläufe bereits soweit digitalisiert, dass man den analogen Ablauf dahinter als Kunde nicht mehr spürt. Von daher, Kroschke digitalisiert eure Zulassungen und spart euch jedes Mal Zeit und Nerven. Klare Empfehlung. Vielen Dank für euren Support. Hallo und herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute mit einem spannenden Gast, der seit über zehn Jahren mit seinem High-End-Tech-Wissen die deutsche Autobranche unsicher macht. Hallo, herzlich willkommen Philipp Hosselthey. Hey, freut mich, freut mich, dass es geklappt hat. Ja, du bezeichnest dich ja gerne als Techie, ne? Ja, das ist tatsächlich so, dass ich irgendwie so richtig Autoschrauben und sowas kann ich nicht, aber ich kann Auto, Daten, Autohaus und Software und dann kommt man schnell zu diesem Begriff. Okay, ja, Autoschrauben kann ich auch nicht, aber würde ich super gerne, wenn das noch so, wenn das noch so analog wäre. Aber da hast du ja heutzutage, musst du ja glaube ich fast eher programmieren können, um ein Auto irgendwie ordentlich zu pflegen. Es ist echt so, also ich habe gerade einen unserer Dienstwagen in der Werkstatt, die sind seit zwei Tagen auf der Suche. Da gehen irgendwelche Lichter an und aus. Das hat glaube ich nichts mehr mit dem Schrauben zu tun, was wir meinen. Was hast du denn programmiert in das Auto? Das ist eine gute Frage. Ich wollte eigentlich nur, dass er alleine fährt und dann sind meine Mitfahrer irgendwann nervös geworden, als der immer gebremst hat und sowas. Und dann haben wir ihn in die Werkstatt gebracht und die haben, doch inzwischen weiß ich es, also es ist Wasser im Kabelbaum. Das ist nicht gut für die Elektrik und für die Software. Ah ja, das ist nicht so gut. Ja, ganz kurz noch ein paar Eckdaten zu dir, weil ich nicht so direkt einsortieren kann, auch wenn du ja extrem gut vernetzt bist in der Branche. Du bist Gründer und Geschäftsführer der Wieck GmbH in München, die gegründet wurde 2010 und vorher warst du auch schon in der Branche unterwegs. Da warst du bei Accenture, wenn ich mich richtig informiert habe. Und da warst du auch schon von 2007 bis 2010 als Berater für Marketing und Vertriebsthemen unterwegs. Eine spannende Sache, warum ich jetzt auch noch mal so Fährte mit dir aufgenommen habe, du bist seit Ende letzten Jahres gibt es einen neuen Verein in der Branche und da bist du erster Vorsitzender des Vereins Netzwerk Autohaustransformation e.V. In Gründung, genau. In Gründung, okay, so viel Zeit muss sein. Wir haben uns persönlich erst Ende letzten Jahres kennengelernt und seitdem haben wir auch laufend irgendwie Kontakt. Und zwar hattest du einen ganz coolen Vortrag gehalten auf dem Autohausevent Autohaus Zukunft 2025. Das fand ich echt einen coolen Vortrag. Ich habe hier nämlich auch meine Notizen in dem Heft noch mal gefunden, wo ich auch drunter geschrieben habe, guter Mann, fundiertes, digitales Wissen und tolle Anregungen für die deutsche Autobranche. Das war echt inspirierend, das war echt super. Ja cool, das freut mich natürlich, dass es dir gefallen hat und ich habe auch so das Gefühl, mit dem Thema Tech und Automobil, wenn man das Ganze mal positiv formuliert und sagt, was da alles möglich ist, dann kriegt man die Zuhörer auch eher, als wenn man immer diese Angstmacherei hat, die man ja auch in den ganzen Medien und so wahrnimmt. Ja, absolut, also das fand ich schon toll. Wie kam es dazu, dass du gesprochen hast? Bist du ich sage mal verbunden Richtung Autohaus oder welche Connections gibt es da? Ehrlich gesagt, das ist glaube ich so ein bisschen wie bei dir. Also man spricht miteinander, man steht für ein gewisses Thema und dann sprechen einen die Leute an, ob man nicht mal darüber erzählen kann und da kommen wir sicher später noch zu. Da geht es ja auch im Netzwerk Autohaus Transformation drum, einfach miteinander Wissen auszutauschen und ich würde sagen, ich kann nicht viel, aber was ich halt mir erschlossen habe, ist dieses ganze Thema Automotive Marketing Tech und dann wird man einfach angesprochen. Also wir haben das auch mit OEMs oder Händlerverbänden und alles mögliche, wo man halt einfach spricht und erzählt und wie man vielleicht jetzt schon merkt, ich erzähle gerne und dann wird man da eingeladen. Okay, dann wenn du gerne erzählst, dann erzähl uns doch mal, was dich ursprünglich thematisch so in die Autobranche gespült hat und was auch die Werkt, die du dann ja gegründet hast aus irgendeinem Antrieb heraus, was sie da, was die Werkt auch macht. Erzähl mal ein bisschen. Ja, also ich glaube das Erste war, dass ich einfach sehr, sehr viel Spaß daran hatte, ich sage mal die digitalen Möglichkeiten auszunutzen. Als ich in Bayreuth studiert habe, in einer Einzimmerwohnung mit 25 Quadratmetern, hatte ich trotzdem so eine sehr frühe LAN-Karte in meinen Drucker eingebaut, sodass ich per WLAN aus meinem Bett heraus drucken konnte. Also das heißt, ich bin eher eigentlich von der Tech-Seite gekommen, habe dann ein fast einjähriges Praktikum Werkstudentenfreier Beratertätigkeit für Daimler gemacht, aber ein sehr, sehr spannendes Projekt, wo man versucht hat, Produktion, Entwicklung und Serviceorganisation, die Daten so auszutauschen, dass man die Produkte besser macht. Da ging es das erste Mal darum, einfach Daten zusammenzufügen und zu verstehen, was ich damit machen kann. Und das war so ein bisschen diese Schnittmenge, die mich dann auch nicht mehr verlassen hat. Das heißt, als ich bei Accenture nach dem Studium als Unternehmensberater angefangen habe, kam relativ schnell ein Anruf, hey, du warst doch mal beim Daimler, hast du nicht Bock auf Automotive-Projekte? Und dann habe ich gesagt, klar, mache ich. Dann bin ich hunderte Händler in diesen Händlerentwicklungsprojekten abgefahren und habe relativ schnell gemerkt, mit der PowerPoint sich vor einen Geschäftsführer zu stellen, macht irgendwie wenig Sinn in unserem Handel. Sondern ich habe dann immer gesagt, pass auf, lass mich mal an dein DMS, lass mich mal an deine Daten. Da brauche ich ein paar Stunden und dann setzen wir uns anderthalb Stunden fundiert hin und ich kann dir vielleicht helfen zu sagen, wo Punkte sind, wo vielleicht in der Verkäufersteuerung nachgearbeitet werden muss, wo hast du noch ein Potenzial, Autos zu verkaufen und wo funktionieren deine Marketingkampagnen oder nicht. Dann ergibt sich aus so einer Tätigkeit als fast 30-Jähriger damals dann so, okay, hey, lass uns doch ein cooles Startup machen. Ich habe meinen Freund in Australien angerufen, der Advanced Computer Science studiert hat und der hat gesagt, du Philipp, ist gar kein Thema, wir schmeißen die Daten in eine große Cloud und dann setzen wir die Prozesse drauf. Ein, zwei Jahre sind wir Multimillionär und dann habe ich gesagt, geil, dann machen wir halt direkt. Ja, finde ich. Konkreten Ansatz. Ja, genau. Wie ist es? Zehn Jahre später, knapp 100 Mitarbeiter, sehr viele Kunden und immer noch nicht Millionär. Ja, was du. Also, es ist wirklich elendig. Also, wenn ich überlege, unsere Firmen, unsere Agenturen sind fast gleich alt und wir sind nicht 100 Mitarbeiter. Also, wir haben jetzt sieben. Das ist so ganz klein geblieben, wobei wir nie, also wir hatten nie so den Hintergrund nach schnellen Skalierung. Rührt aber auch daher, dass ich, bevor ich selbstständig war, war ich, ich sage mal, freier Mitarbeiter in einer Werbeagentur, aber leitende Funktion, also der klassische verdeckte Angestellte oder verdeckte Selbstständige und die Agentur hat dann irgendwann so 20 Leute gehabt und dann kamen so ganz tolle Pläne und in welcher Etage, welche Unit sitzt und hin und her und dann waren innerhalb von, ich glaube, sechs Monaten waren die 20, 40 Leute und drei Monate später stand der Geschäftsführer beim Insolvenzgericht. Da konnte ich relativ plastisch sehen, welche Risiken das auch birgt. Da war ich relativ nah dran, was da passiert ist, bin aber eigentlich persönlich gar nicht so betroffen gewesen und da habe ich auch eine Menge gelernt. Da bin ich so ein bisschen konservativ irgendwie eingestellt und schaue, dass es sich so anders entwickelt, weil ich einfach das Risiko so hautnah mitgekriegt habe, wobei wir auch jetzt an so einem Punkt sind, wo die Denke sich da verändert, weil wir so viel Potenzial haben. Ich will jetzt nicht innerhalb von einem Jahr riesengroß werden, aber das geht jetzt auch mal weiter, wobei wir auch keine fremde Finanzierung da drin haben oder so. Genau, also ich glaube, da muss man auch ganz ehrlich sein, dass die VIECT ist ein ganz klassisches Tech-Startup. Das heißt, wir bauen Software, wir müssen schnell wachsen, damit wir im Prinzip eine Relevanz überhaupt auch in unseren Daten haben. Also speziell, wenn man so etwas macht, wie wir, Datenanalyse, Marketingprozesse, dann lebst du eigentlich davon, dass du möglichst schnell eine Datengrundlage schaffst, mit der du den Kunden besser vorhersagen kannst, mit dem du besser sagen kannst, wie du dein Marketing einsetzt. Und dazu war von Anfang an nicht geplant, dass ich als Unternehmer tätig werde. Also ich hätte das Projekt sicherlich auch mit anderen umsetzen können, sondern das war immer als ganz klassisches Tech-Startup gedacht und damit haben wir uns neutrale Finanzinvestoren reingeholt und die Venture-Capital-Szene funktioniert eben so. Sie geben dir Geld, damit du den nächsten Meilenstein erreichst und dann geben sie dir mehr Geld, um den nächstgrößeren Meilenstein zu erreichen. Wobei das fairerweise die ersten, ja ich sag mal jetzt die ersten zehn Jahre so war. Jetzt werden wir langsam ein richtiges Unternehmen mit Break-Even, mit einem soliden organischen Wachstum. Aber das Plateau musst du erstmal erreichen. Wenn du Software entwickelst, lebst du ja davon, dass du diese Software möglichst schnell an viele verkaufst. Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen der Unterschied zu den meisten Unternehmern, die ich kenne, wo ich einfach großen Respekt habe. Weil bei mir war es eher ein Projekt, wofür ich mir eine Finanzierung gesucht habe und das packst du dann halt eher im Software-Umfeld in so eine Startup-Logik. Okay, ja ist ja bei uns, wir bieten keine Software an und wir sind hardcore im Projektgeschäft, sage ich mal. Wobei sich das auch langsam so ein bisschen verändert, dass immer mehr Kunden halt auf eine Pauschalbetreuung gehen. Und da sind zwar immer noch Projekte, aber das ist dann schon anders aufgestellt und du hast eine andere Planung und einen anderen Horizont. Du, wir haben ja normalerweise so ein Rückspiegel-Fernlicht-Format. Wobei, heute springen wir mal ein bisschen, weil mich eine Sache total interessiert, die Anfang des Jahres an die Öffentlichkeit ja quasi so gespült oder gedrungen ist und vorgestellt wurde im Januar. Und zwar über den frisch gegründeten NAT-EV, den Verein Netzwerk Autohaus Transformation. Da habt ihr beim Neujahrsempfang vom Autohaus ja einen ziemlich großen Auftritt und Aufschlag gehabt. Da wurdet ihr nice gefeatured, würde der Halt Fremdsprachler sagen. Haben ein bisschen getanzt, ganz genau. Erzähl doch mal, was ist denn die NAT und was war so der Auslöser dafür? Also, was wir jetzt vielleicht schon so ein bisschen hatten, ich mache nur Dinge, worauf ich richtig Bock habe. Also, das waren bisher Daten, das war Software, das war halt in dieser Industrie. Mir gefällt auch das, was wir hier in der Industrie erleben. Und so habe ich halt einfach mit vielen meiner Kollegen gesprochen, mit vielen Autohäusern, vom Geschäftsführer bis zum Assistenten. Und wir haben eigentlich alle gemerkt, dass es gibt so eine kleine Gruppe Nerds, die haben echt Spaß daran, mit den technischen Möglichkeiten, die es so gibt, halt einfach neue Dinge auszuprobieren, um den Handel weiterzubringen, zu transformieren und einfach mal diesen ganzen Horrorgespenst Digitalisierung, was da immer durchgetrieben wird und gibt es morgen das Autohaus, mal eine Antwort zu geben und sagen, nee, muss man halt mal ein bisschen, wir müssen uns verändern, wir müssen Dinge neu angehen und dazu gibt es Werkzeuge, das sind Daten und Software und jetzt probieren wir das einfach mal. Und aus dieser Konstellation heraus haben wir eben festgestellt, dass in den meisten Autohäusern sind so zwei, drei Prozent der Leute, mit denen das irgendwie gut funktioniert, die sind aber in ihrem Unternehmen doch eher ein Silo. Also, die meisten verstehen gar nicht, wovon diese, ich sage mal, Tech-Nerds, Digital-Nerds da so sprechen. Und da kam dann eben die Idee auf, zu sagen, ey, lasst uns doch eine Plattform schaffen, wo wir die zusammenbringen und vor allen Dingen zusammenbringen mit denjenigen, die ihnen die Werkzeuge geben, also Softwarefirmen rund um den Automobilhandel und lasst die voneinander lernen. Und dann kommst du irgendwann an den Punkt, wo du sagst, okay, das wollen wir nicht kommerziell betreiben, weil das ist, wir haben alle genug zu tun in unserem Job und dann gründest du halt einen Verein und da bin ich jetzt für ein Jahr der Vorsitzende, der das Ganze mit aus der Taufe hebt. Dahinter stehen aber ganz, ganz viele Unterstützer, die an vielen Ecken helfen, erst mal eine Bekanntheit zu schaffen, dann Inhalte zu schaffen, das heißt auch Sponsoren anzusprechen, die dann Projekte im Autohaus fördern und damit beginnen wir jetzt gerade. Und ich bin halt so der Erste, der das macht und nächstes Jahr macht das dann ein anderer. Wo würdest du denn, mal so ganz kontrovers gefragt, wenn du einfach mal in die, so vorm geistigen Auge in die Branche so reinzoomst, wo stehen die denn alle gerade in der Digitalisierung bei den Anforderungen drei Jahre zurück, fünf Jahre zurück? Die werden ja, Dampfmaschinen haben sie nicht mehr im Keller, um Computer zu betreiben, aber so alte Monster wie AS-400-Systeme trifft man ja im DMS-Bereich ja schon noch irgendwo an. Genau, also ich würde schon sagen, dass die größte Herausforderung eigentlich ist, dass die Autohäuser mit ihrer niedrigen Umsatzrendite – denen fällt es halt schwer, immer die neueste und coolste Cloud-Software im Einsatz zu haben. Da haben wir halt ganz, ganz viele Datentöpfe, die noch in Systemen aus den 90ern stecken. Und das wird sich, glaube ich, auch erstmal nicht ändern, weil ich empfehle keinem Autohaus da jetzt irgendwie die Front aufzumachen. Und deswegen fällt es, glaube ich, den meisten sehr, sehr schwer, wirklich innovative Digitalprojekte voranzutreiben, weil sie halt immer wieder mit Werkzeugen arbeiten müssen, die aus dem letzten Jahrtausend stammen. Und da merke ich aber, dass es immer mehr gibt, die dann sagen, okay, ich lasse mein DMS, ich lasse mein CRM so wie es ist und setze mir einfach eine neue Ebene drauf, auf der ich neue Dinge ausprobieren kann. Also ich habe jetzt schon gesehen, Carsharing kommt. Ich sehe immer mehr diese Videolösungen. Ich sehe immer wieder geile Webseiten von unterschiedlichen Anbietern. Wir, die Marketingprozesse, komplett digitalisieren auf den Systemen, die es da schon im Handel gibt. Und von daher würde ich sagen, dass aktuell jetzt der Umbruch entsteht, wo man nicht mehr sagt, ich muss als erstes DMS austauschen, bevor ich digitalisieren kann, sondern trotz DMS digitalisiere ich. Und da sehe ich sehr, sehr viele unterschiedliche Ansätze und merke halt auch, dass die Gruppen, insbesondere die großen Gruppen, anfangen zu sagen, ich warte jetzt nicht mehr auf den Hersteller, sondern ich fange selber an, was zu machen. Und da bin ich eigentlich ganz positiv, dass sich das immer weiter verstärken wird. Da hast du aber auch schon ein wichtiges Stichwort, große Händler oder große Ketten. Da ist natürlich so der Mittelstand, die einen Standorthäuser, selbst wenn die 100, 150 Mitarbeiter haben, die stehen da schon ein bisschen hinten an mit den Notwendigkeiten, denke ich mal. Aber auch da würde ich es differenziert betrachten. Also ja, wenn du in deinem Unternehmen einfach nur von Tag zu Tag lebst, vielleicht auch eine Mitarbeiterstruktur hast, die noch sehr klassisch ausgelegt ist, ich sage jetzt mal auf Schrauben und den klassischen Verkauf, dann ist das so. Ich kenne aber auch ganz viele kleinere Standorte, kleinere Händler. Da ist die Tochter plötzlich voll drin und macht die Website. Oder du hast einen Geschäftsführer, da kenne ich einen in der Nähe von Frankfurt, der irgendwie alles, was man digitalisieren kann in seinem Autohaus, da war ich letztens, digitalisiert vom irgendwie Annahmeprozess, von seiner Telefonanlage und so weiter. Ich würde es weniger an der Größe des Unternehmens, denn an der Zusammensetzung der Mitarbeiter und ob es da eben diese drei, vier Nerds gibt, die auch von der Geschäftsführung unterstützt werden, einfach Dinge voranzutreiben und umzusetzen. Und da hast du natürlich grundsätzlich recht, wenn es eine große Gruppe ist, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es da diese Menschen gibt. Aber das ist nicht ausgeschlossen, dass du die nicht auch in einem Service-Only-Standort findest. Ja, da bringst du aber gerade eigentlich auch noch ein anderes Stichwort mit rein und zwar Generationswechsel. Also, dass du ja in der Geschäftsführung, seien es, du hast gerade jetzt, wenn die Tochter oder der Sohn noch mit reinkommt, der hat vielleicht irgendwo studiert und ein bisschen was mit Technik und kommt dann rein, frischer Wind. Aber auch teilweise gibt es ja Häuser, die ein Problem haben mit der Nachfolgeregelung, so nennen wir das ja. Das sind ja auch führende Mitarbeiter, die jünger sind. Also, Generationswechsel oder Häuser, die den Generationswechsel nicht hinkriegen, die Frische in die Geschäftsführung, in die Entscheider-Ebene reinzukriegen, ist auch ein wichtiger Punkt, der, wenn das nicht funktioniert, es nicht funktioniert. Absolut. Also, wenn du ein Generationsproblem hast, dass du keinen Nachfolger findest, dann hast du ein ganz grundsätzliches Problem. Wo ich widersprechen würde, ist, dass das eine Altersfrage ist. Also, ich habe immer wieder, ich hatte jetzt zum Beispiel Hyundai Händlerverband oder auch Ford Händlerverband, hast du es häufig, dass die Senior den Geschäftsbetrieb dann schon übergeben haben an die Tochter oder den Sohn und selber seit 30 Jahren in diesem IT-Ausschuss sitzen und mit denen kann ich ein Gespräch führen, wie mit einem meiner Entwickler hier vor Ort. Also, was ich immer wieder feststelle, es ist weniger eine Altersfrage als eine Einstellung. Also, lasse ich mich da drauf ein, habe ich Bock, die neueste App immer runterzuladen. Ich zum Beispiel bin gestern einfach mal auf diese Hyundai-Seite gegangen, wo du dich online per Video beraten lassen kannst mit einem Verkaufsberater. Und das ist weniger eine Altersfrage. Da, wo ich dir recht gebe, ist, wenn du in deinem Betrieb grundsätzliche Probleme hast, dann wird es nichts mit der Digitalisierung, weil das Tagesgeschäft muss ja weiterlaufen. Du brauchst eigentlich einen stabilen Cashflow aus dem, was du schon aufgebaut hast. Du brauchst die Infrastruktur, du musst sozusagen die Voraussetzungen erfüllen, weil dann ist das eigentlich das Sahnehäubchen, dass du dich dann halt mit der Transformation beschäftigst. Wenn du das als Grundlage nicht hast, gebe ich dir wenig Überlebenschancen. Okay. Erzähl, gib uns da nochmal ein bisschen ein stärkeres Gefühl für euren Verein, was ihr da genau machen wollt. Ihr habt da ein paar Themenfelder, glaube ich, identifiziert, worauf ihr, ich sag mal, draufgehen wollt und wen ihr da so adressiert, damit der Hörer jetzt die Natte versteht. Genau. Also das Wichtigste ist, Mitglieder können nur Mitarbeiter aus einem Autohaus werden. Also das heißt, dieser Verein hat nur Mitglieder von Autohausmitarbeitern und der Verein dient in erster Linie dazu, diesen Mitarbeitern im Bereich Digitalisierung oder Transformation des ganzen Handels zu unterstützen. Das heißt, diese Mitarbeiter tauschen sich zum einen untereinander aus zu bestimmten Projekten, die erhalten Stipendien, die erhalten Content, die erhalten Unterstützung, wie man sozusagen so eine Transformation im Autohaus voranbringen kann. Stell dir einfach vor, wir haben Tickets für bestimmte Veranstaltungen und dann kann halt einfach mal der Assistent der Geschäftsführung mit und nicht immer nur, ich sag mal, die Top-Manager oder die Geschäftsführer selbst, sondern da kannst du halt als Mitarbeiter dir einfach mal sowas anhören, wie das, was du ja, wo wir uns kennengelernt haben, so ein Zukunftskongress. Und das ist der eine Teil, also ganz klassisch Mitarbeiter weiterentwickeln, Nachwuchsförderung finde ich auch ganz wichtig, also dass man vielleicht auch mal die Azubis und so weiter mit reinbringt, um denen schon mal Lust zu machen und zu sagen, hey, da geht was. Das ist der eine Teil. Der zweite Teil ist, dass wir tatsächlich Innovationsprojekte fördern. Das heißt, wir suchen Sponsoren, die geben Geld und oder Sachleistungen und dann können sich die Mitglieder mit ihren Autohäusern einfach drauf bewerben und können dann, was weiß ich, 25.000 Euro bekommen, um halt ein Problem, das sie haben, zu lösen. Und das unterstützen wir als Techies dann mit Produktmanagern, mit Projektmanagern, damit sozusagen da diese ganz klassischen Themen wie agile Entwicklung und so weiter mit reinfließen. Und die einzige Bedingung ist, damit eben diese Innovationsprojekte gefördert werden, dass du dich danach im Verein austauscht und darüber sprichst und allen dann davon berichtest. Und damit meine ich eben auch den ganzen schmerzhaften Weg zum Ergebnis, was ich immer super wichtig finde, weil es gibt Höhen und Tiefen und dann eben auch, ob das Ergebnis hilft oder nicht. Und so wollen wir einfach die Transformation unterstützen und dazu gibt es eben diesen dann gemeinnützigen Verein, der das macht. Das ist ja schon ein breites Feld. Die Techies, die du da so nennst, jetzt könnte der geneigte Hörer ja überlegen, ja, jetzt hat er da irgendwie eine Handvoll Programmierer, die sich so ein bisschen versuchen mit Innovationen und keine Ahnung. Da sind ja durchaus, das sind ja keine, ich sag mal, neuen Programmierer, die irgendwo in einer dunklen Zelle sitzen, so das klassische Bild, sondern das sind ja schon namhafte Gründungsmitglieder, die ihr da zusammen bekommen habt. Kannst du die mal nennen? Ja, also ich glaube alle, also wir sind inzwischen schon neun Stück. Also ich glaube die bekanntesten in der Hörerschaft sind sicherlich Groschke Digital, CarWow, wir haben eine Beratung XP, XD, da steckt die DAT mit hinter. Okay. Wir haben M-Con, die im Hintergrund alles digitalisieren. Wir haben Oracle dabei mit so einem DMS Ableger. Also wir haben tatsächlich Mobil App, das geilste App, Autohaus App, die ich bisher gesehen habe. Also da sind sehr, sehr viele dabei und was uns alle eint, ist eigentlich, dass wir den Automobilhandel als Kunden haben und dass wir darauf angewiesen sind, dass im Automobilhandel auch eine Digitalkompetenz vorhanden ist, damit wir überhaupt unsere Projekte und unsere Produkte umgesetzt bekommen, damit wir im Prinzip in die Zukunft durchstarten können. Und das war eigentlich auch so ein bisschen die Idee, warum wir gesagt haben, wir schieben das jetzt mal an, weil du brauchst irgendwelche Unternehmen, die da mal Geld reingeben, damit so ein Verein überhaupt starten kann. Du bist Werber, du weißt, was allein so ein Logo kostet und dann streitet man sich trotzdem noch drüber, ob es gut oder schlecht ist. Und das war eigentlich so ein bisschen so die Idee, dass wir alle das Gleiche identifiziert haben. Dahinter stehen aber jetzt auch schon ein paar sehr, sehr große Handelsgruppen, die gesagt haben, klar schicke ich das rum, klar unterstütze ich das. Und was ja noch viel wichtiger ist, freut mich sehr, dass wir uns eben auch kennengelernt haben, weil die Influencer drumherum, die auch eine Reichweite da reinbringen, die ist uns wichtig. Und der entscheidende Punkt ist aber, wir sind total unpolitisch. Also wie gesagt, es gibt als Mitglieder nur Mitarbeiter im Autohaus, noch nicht mal Autohäuser können da irgendwie Mitglied werden. Und wir Techies sind eigentlich auch nur sowas wie die Infrastruktur, würde ich sagen. Und weil da habe ich so gar keinen Bock auf dieses Hersteller, Händler, politischen Scheiß. Da kommt man ja auch relativ schnell rein. Ich bin selber auch schon lange in der Branche, wobei ich glaube, mein erstes Autoprojekt war locker 20 Jahre her. Und ganz lange Zeit, wenn du so als Werbeagentur immer stärker so in die Nische rutscht. Früher hatten wir ja einen Bauchladen, wir haben eine Werbeagentur und wir machen Auto und wir machen dies und machen das. Das machen wir schon seit fast 8 Jahren, glaube ich. 8 Jahre machen wir das nicht mehr und sind halt wirklich Spezialist für den Autohandel und nennen das inzwischen auch Marketing für Mobilität, weil es einfach nicht nur rein um das Auto geht. Und da lernt man halt irgendwann auch so ein bisschen so die Branche tiefer kennen und nicht nur so die Kunden, die man adressiert. Und da finde ich das echt interessant, dass ihr so einen Wert darauf legt, eine Unabhängigkeit zu haben und dieses Politische außen vorzulassen, sondern auf die Topics zu gehen und mit Mitarbeitern zu arbeiten und Wissen in die Häuser zu bringen. Und das nicht nur auf dem Top, auf dem Entscheiderniveau, sondern quasi schon anfangt da drunter ein bisschen so auszubilden. Das finde ich richtig gut. Naja, aber der Hintergrund ist für mich ganz einfach. Wie häufig hast du es erlebt, dass du einen Geschäftsführer begeisterst für deine Dienstleistung oder Tätigkeiten und dann wird es irgendwie runtergeschoben und dann kriegt es irgendjemand von den Mitarbeitern auf den Schreibtisch und dann fängst du plötzlich an zu merken, naja jetzt beginnt ja erst die Arbeit. Also irgendwie zu sagen, wir machen ein Projekt zusammen ist ja einfach, aber es erfolgreich zu machen, es voranzutreiben, da brauchst du eigentlich auf allen Seiten Energie und auch gewisse Fertigkeiten. Und das war so ein bisschen der Ausgangspunkt zum NAT, dass wir gesagt haben, wenn wir es schaffen den Automobilhandel zu stärken, dass sie sich selbst helfen können, so würde ich es mal definieren und selber die Zukunft gestalten, dann wird es auch für allen anderen, die ihnen helfen wollen, leichter und dann haben es die Feinde halt auch ein bisschen schwerer. Wohingegen, wenn nur wir Techies, wir neuen Techies da rumlaufen mit unseren, ich glaube über 1200 Mitarbeitern, das ist ja nichts, das ist ja ein Tropfen. Aber wenn du zwei, drei Prozent der Mitarbeiter im Automobilhandel, dann reden wir über zehntausende, in so eine Bewegung kriegst, dann macht es Spaß und unpolitisch sind wir. Gleichzeitig, wir arbeiten auch mit allen zusammen, also wenn es eben Leute gibt, die da entweder im Wissenschaftsbereich oder sowas sind, der NAT ist gemeinnützig, wir nehmen gerne auch alle mit auf, aber ich will halt nicht in diese Diskussion sein, bist du auf Herstellerseite, bist du auf Händlerseite, bist du im Verband, bist du nicht im Verband, das ist langweilig. Wo erreichen dich denn die Interessierten? Wo erreichen sie den NAT? Also das Einfachste, genau, also das Einfachste ist natev.org, N-A-T-E-V, also für Netzwerkautostransformation e-v.org, da findet man uns, da gibt es ein Kontaktformular und da kann man, das ist der einfachste Weg, weil dann ist das sozusagen wie im Leadmanagement, dann ist das organisiert. Ansonsten geht einfach auf LinkedIn oder auf Xing und kontaktiert mich, unter Philipp Hosselt gibt es glaube ich nicht so viele, dann werdet ihr mich finden oder ihr könnt natürlich auch gerne jeden anderen anhauen, aber mit E-Mail probiert es. Also ich werde die Links in Show Notes noch alle natürlich reinsetzen, wer da ganz interessiert ist und ist richtig, Verwechslungsgefahr mit deinem Namen in Deutschland besteht nicht. Ich möchte mit dir zum Buzzword-Bingo-Obergehen. Ich habe vorhin gesagt, wo wir uns im Vorklub unterhalten haben, ich habe gesagt, das entwickelt sich noch während unseres Gesprächs, ich habe zwei Sachen, die möchte ich dir mal an den Kopf werfen als Buzzwords und da hätte ich gerne mal spontan deine Antwort drauf und zwar geschlossene DMS-Systeme. Schrecklich. Würde ich einfach als Kunde, also als Autohaus, alles tun, um da auszubrechen, weil heutzutage gibt es nicht mehr einen Dienstleister, der dir alles bieten kann. Selbst Apple öffnet sich mit seinem App Store, also gar kein Fall, schlecht, löse. Problematisch. Also es ist auch total hinderlich. Du schaffst ja… Genau, weil da kannst du einfach nichts machen mit den Daten und du bist darauf angewiesen, dass die irgendwie dir die Funktionen geben, die du brauchst. Und dazu ist einfach das viel zu vielfältig und hast du zu viele Möglichkeiten. Das funktioniert nicht. Okay. Hersteller-Websites für Händler? Also wenn sie gut gemacht sind und den Handel einbinden, kann das Sinn machen. Insbesondere wenn ich, was wir ja vorher hatten, keinen Nerd in meiner Company habe, dann würde ich das Angebot einfach annehmen. Das ist sozusagen dann der Standard. Dann muss mir aber klar sein, dass ich mich da nicht differenziere. Also dann bin ich halt eingebunden in das Ecosystem und wenn ich meinen Schwerpunkt da nicht drauf setze, ist das okay. Wenn ich aber natürlich sage, ich will meine Dienstleistung auch digital anbieten, dann führt wahrscheinlich insbesondere bei Mehrmarkenbetrieben und so nichts drum herum, als dass du selber auch tätig werden musst. Okay. Printwerbung im Jahr 2022? Wird es immer noch geben. Nur ich glaube, dass es immer weniger Sinn macht, da große Mengen Geld zu investieren. Und da muss man halt einfach schauen. Also wenn die Preise weiter sinken, weil sie keiner mehr liest, dann kann man auch gerne mehr Anzeigen drucken. Nur ich würde eben auf die Budgeteffizienz abzielen. Also das heißt nicht sonderlich viel da mehr reinpacken. Es sei denn, man hat wirklich Events oder sehr zielgerichtete Maßnahmen, die kann man dann da schon mal drüber abfeuern. Aber das ist immer nur noch begleitend. Also wir haben mal Umfragen gemacht. Wenn du auf einem Outhouse-Event bist, maximal 5% deiner Leute oder 10% kommen. Die klassische Werbeanzeige in der Zeitung. Okay, ihr wertet das ja gerade eure Company, ihr seid ja da stark drin im Lead-Management, um auszuwerten, was da kommt. Genau, also wir machen eigentlich nichts anderes als, hey, sag mir mal, wie viel Marketingbudget hast du eingesetzt? Auf welchen Kanälen, welche Kunden hast du angesprochen? Und dann lassen wir das gegen die DMS-Daten laufen und gucken uns an, hat der Kunde das gekauft, was ihm beworben wurde? Welche Kunden gibt es? Sind die loyal, sind die nicht loyal? Sind sie aktiv, sind sie nicht aktiv? Und wir gehen da rein analytisch ran. Das wird dich jetzt zum Weinen bringen vielleicht, aber Software schlägt Kreation. Das ist meine, oder Datenanalyse schlägt Kreation. Das ist mein Credo für die Zukunft. Und das existiert ja ehrlich gesagt schon seit Google, Facebook und all dem Seosea-Krams da. Ja, aber es gibt ja Pogomatic Advertising und es gibt ja auch Pogomatic Creative. Also es gehört ja schon noch zusammen. Ich bin gegen Kreative, mein Trauzeug ist ein Art Director. Dem himmel ich an. Was ich nur immer sage ist, wenn es nicht messbar ist, dann zählt es. Absolut. Sondern es ist vielleicht Kunst. Nee, du, da gebe ich dir vollkommen recht. Und da seid ihr aber natürlich auch am Punkt. Ihr stoßt natürlich immer an die Schallmauer der DMS-Systeme, denke ich mal. Inzwischen, wir haben 29 Schnittstellen. Und inzwischen funktioniert die Zusammenarbeit mit den DMS-Anbietern auch besser. Also die erkennen halt plötzlich einen Mehrwert, wenn sie ihren Kern, nämlich das DMS, ergänzen um verschiedene Applikationen drumherum. Wir konzentrieren uns eben auf die Marketing-Analysen und Marketing-Prozesse. Das kann DMS per se nicht abbilden. Und deswegen wird es eigentlich immer besser. Also es gibt immer bessere Gespräche, wo die dann auch sagen, ah geil, ah ja cool, lasst uns mal was zusammen machen. Ah, die Schnittstelle braucht ihr. Und von daher, ich sehe die schon auf dem richtigen Weg. Die Frage ist halt immer nur, haben sie noch die Ressourcen oder werden die DMS-Systeme einfach nur ausgequetscht wie so eine Zitrone, um halt als, ich sage mal, Cash-Cow irgendeinen Investor reich zu machen. Da muss man halt so ein bisschen gucken. Das kann man so pauschal nicht beantworten. Okay. Ich würde zu den Abschlussfragen kommen, die ich immer so stelle. Ja, du mein Podcast ja immer hörst, weiß ich ja. Kennst du die ja natürlich schon? Ja. Also seitdem ich dich kennengelernt habe, höre ich ihn, das stimmt. Sehr, sehr cool. Was glaubst du, erwartet dir die Autobranche in 3 bis 5 Jahren, Handel und Hersteller? Also, wenn ich Zukunft voraussagen könnte, dann wäre ich hoffentlich schon Millionär. Heute wolltest du nur. Genau. Also ich würde mal eins sagen, ich sehe immer mehr Ansätze, wo man anfängt, die Zukunft zu gestalten. Das sind neue Formen der Kundenkommunikation. Das sind neue Geschäftsmodelle. Das sind diese ganzen Abo-Geschichten, Kurzzeit-Leasing. Ich glaube, wir werden in Ansätzen so 5 bis 10 % ganz neue Geschäftsmodelle sehen. Die werden noch nicht den großen Umsatz bringen. Die werden auch noch nicht die Umsatzrendite maßgeblich beeinflussen. Aber ich glaube, in 3 bis 5 Jahren wird man wissen, was ein Autohaus in 10 Jahren braucht, damit es überlebt. Und wir werden auch in 3 bis 5 Jahren die nächste krasse Konsolidierungswelle sehen, wo im Prinzip die vielen Zehntausenden Autohäuser, die es jetzt noch gibt, dann mindestens mal um 20, 30 % konsolidiert sind. Das heißt ja nicht, dass sie verschwinden, sondern sich in größeren Netzwerken zusammenfinden. Ich glaube, es werden immer Verbrenner gebaut werden. Nur ist die Frage, wie viel davon. Der Mix wird sich definitiv verändern. Ich bin fest davon überzeugt, dass Elektro-, Wasserstoff und was weiß ich, was wir noch für Antriebe erfinden, für viele Kundengruppen interessant sind und sich auch durchsetzen werden. Ich bin aber auch genauso davon überzeugt, dass ein Diesel für die Langstrecke, ich sehe es bei meinen Außendienstlern, die fahren 50.000 km im Jahr, die haben sicherlich auch keinen Bock, da ewig lange zu laden. Dann wird es immer noch Verbrenner geben. Die Frage ist halt nur, wie sich unsere Rahmenbedingungen ändern. Also wenn die Industrie so weitermacht, dass sie sehr mikroökonomisch mit ganz konkreten Maßnahmen da reingeht anstatt einen Rahmen zu setzen, dann gibt es immer mehr Verzerrungen. Da kann es dann schon passieren, dass uns ein Diesel oder sowas unter die Räder kommt. Ich fände es aber ökonomisch und auch von unserer Logik, wir wollen ja CO2 sparen, nicht unbedingt den sinnvollsten Weg. Daraus resultierend, wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Also nicht nur drinsitzen, sondern wirklich Fortbewegung und du liest was? Also ich versuche es die ganze Zeit schon. Ich war jetzt wieder in Skiurlaub gefahren und habe eben ein Auto dabei gehabt, was schon sehr, sehr viel Krams drin hatte. Ich bin letzte Woche den Tesla X gefahren in den Niederlanden. Die haben ja nur plattes Land. Also ich versuche schon immer die Grenzen auszutesten, nur meinen Mitfahrern gefällt das nicht so. Die rasten mich immer leicht raus. Also sobald es geht, würde ich mich da jetzt auch mal in Berlin in diesen selbstfahrenden Bus setzen. Ich glaube, das wird jetzt viel schneller gehen, als wir alle denken. Allerdings nicht in dem klassischen Verkehr, wie wir ihn heute kennen, sondern eben in bestimmten Abschnitten auf der Autobahn oder in bestimmten Ländern oder in bestimmten Umgebungen zum Beispiel auch. Also ich stelle jetzt mal auf den Werksgeländen von den ganzen Automobilherstellern, wird das jetzt relativ schnell gehen, dass die das machen. Also es kommt schneller, als wir denken. Okay. Ist das Auto, das jetzt auch was in der Werkstatt ist, weil es blinkt, das Teil Autonome, wo du sagtest? Ja, genau. Deswegen habe ich es ja gemerkt. Das war so ein neuer Dienstwagen. Der hatte auch erst 10.000 Kilometer runter oder sowas. Und der hatte schon ganz viel Spielzeug drin. Radar, Tempomat, Automatik, Spiegel, Blinkdings da, Autoerkennung. Und damit bin ich schon eigentlich sehr autonom gefahren. Problem war eben, dass er ab und zu mal gebremst hat, wo er nicht sollte. Okay. Das hat dann eben meine Mitfahrer nervös gemacht. Ich habe auch, fällt mir so, wo du es gerade erzählst, gerade neulich erst ein quasi autonomes Automobilerlebnis gehabt, weil ich habe nämlich auch ein neues Auto und der hat die Abstandstempomatfunktion, die halt auch im Stau funktioniert, Stop and Go. Und dann hatte ich noch eine Taste gefunden am Lenkrad, wo er selbstständig lenkt. Das macht er natürlich fahrenderweise nur bedingt. Aber im Stau, also ich habe da bestimmt Kurven, also auf der Autobahn im Stau stehend, nicht geradeaus, sondern Kurven, beide Assistenten angehabt und habe gar nichts gemacht. Und das fand ich schon bemerkenswert. Stop and Go gar nichts und lenken gar nichts. Ja. Und ich glaube, das ist die Antwort auf deine Frage. Also wann kommt das autonome Fahren? Es wird sich in immer mehr Situationen einschleichen. Und genau wie du sagst. Also ich glaube, in der Situation konntest du dir die Zeitung auf dem Lenkrad aufschlagen und wärst da gefahren. Das ist bei uns eher so eine Kopfsache. Also ich merke immer wieder, dass wenn du mit Leuten darüber diskutierst, dass das so ähnlich wie bei Elektromobilität, ist das immer so eine Alles-oder-Nichts-Frage. Also entweder bist du dafür oder bist du dagegen. Und ich glaube, das wird sich einfach einschleichen in unserem Alltag. Wenn du dir ein neues Auto kaufst, hat das die Features. Wenn es die Features hat, irgendwann drückst du mal drauf. Oder hast ebenso wie mich jemanden, der überall drauf drückt, was er im Auto findet und dir dann sagt. Also so war es bei dem Niederländer. Ich hatte dieses Model X und ich so, hey, geil, du kannst jetzt autonom fahren. Und er so, oh, oh, oh, oh. Und ich so, komm, jetzt drücken wir da mal drauf. Und dann sind wir echt so 50 Kilometer autonom gefahren. Mit Abbiegen übrigens von der Autobahn, was ich sehr krass fand. Oh, okay, das ist spannend. Wenn er weiß, wo er hinfahren will, dann biegt er von selbst ab. Und das ist nicht wie schwarz oder weiß. Wie Internet. Das kommt schleichend und geht nicht mehr weg. Genau. Das Internet, Neuland und so. Genau. Okay. Du, ganz, ganz herzlichen Dank, dass du mir heute Rede und Antwort gestanden, gesessen bist. Ich fand es extrem interessant, weil ich mehr über den NAT auch erfahren wollte, weil ich das in München halt den Aufschlag tanzenderweise von euch gesehen habe. Und ihr seid ja echt auch nett gefeatured worden vom Autohaus. Das fand ich auch echt spannend, dass da auch ein Interesse besteht, da euch nur ein bisschen zu featuren. Und da braucht ihr einfach noch mehr Input. Genau. Jetzt will ich noch mal ganz wichtig sagen, wir haben demnächst ein Kfz-Betrieb-Interview auch noch, weil du immer nur Autohaus erwähnst. Ich will nicht politisch sein. Ich bin sehr, sehr froh, dass wir mit allen Medien es geschafft haben, da Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und das ist ja auch genau die Aufforderung. Ey, es ist ein gemeinnütziger Verein. Wenn du das jetzt hörst, dann geh halt einfach mit. Probier es mal aus. Du hast nichts zu verlieren. Du kannst nur gewinnen. Und das ist eigentlich doch das Gleiche wie der Automobilhandel. Bei 1% Umsatzrendite hast du nichts mehr zu verlieren, sondern kannst eigentlich nur noch gewinnen. Okay, das sehen wir jetzt alles positiv. Und weil positiv wollen wir nämlich aus der Show rausgehen. Wie gesagt, vielen Dank. Und ja, wir sehen und hören uns, lieber Philipp. Vielen Dank. Hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht mit dir. Vielen Dank. Und an euch da draußen, ja, danke, dass ihr dabei wart und uns wieder fleißig zugehört habt.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.