Einleitung

Im heutigen Podcast „Benzingespräche“ spricht Tim Klötzing mit Silvia Gerl, der Geschäftsführerin der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe (BFC). Silvia teilt ihre beeindruckende 25-jährige Karriere in der Automobilbranche und gibt Einblicke in die Herausforderungen und Erfolge, die sie auf ihrem Weg erlebt hat.

Der Weg zur BFC

Silvia Gerl, geboren 1971, begann ihre Karriere in der Automobilbranche nach einem Studium der Wirtschaftspädagogik in Göttingen. Ihre Leidenschaft für Autos wurde ihr quasi in die Wiege gelegt, da ihre Eltern eine Autoverwertung betrieben. Nach Stationen bei Volkswagen und Audi sowie im Außendienst bei VWK Germany, fand sie schließlich ihren Weg zur BFC, wo sie seit 1997 tätig ist.

Die Rolle der BFC in der Automobilbranche

Die BFC ist eine Institution, die seit 60 Jahren Fachkräfte für die Automobilwirtschaft ausbildet. Silvia Gerl hat in ihrer Zeit als Geschäftsführerin viele Veränderungen miterlebt und mitgestaltet. Besonders stolz ist sie auf die Einführung des Fernstudiums im Jahr 2014, das es ermöglicht, auch berufstätigen Menschen eine Weiterbildung im Bereich der Automobilwirtschaft zu bieten.

Herausforderungen und Erfolge

Silvia spricht über die Herausforderungen, die mit der Leitung einer Bildungseinrichtung verbunden sind, insbesondere wenn es um den Abschied von Absolventen und Kollegen geht. Dennoch überwiegen die positiven Erlebnisse, wie die zahlreichen Absolventenfeiern und der Ausbau der BFC in Nordheim im Jahr 2009.

Ein Blick in die Zukunft

Silvia Gerl sieht die Zukunft der Automobilbranche mit Spannung. Sie betont die Bedeutung von Netzwerken und die Leidenschaft, die viele in der Branche antreibt. Auch wenn die Fahrzeuge von morgen möglicherweise aus der Steckdose tanken, bleibt die Faszination für Autos ungebrochen.

Fazit

Silvia Gerl ist ein leuchtendes Beispiel für Engagement und Leidenschaft in der Automobilbranche. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig Bildung und kontinuierliche Weiterentwicklung sind, um in einer sich ständig wandelnden Industrie erfolgreich zu sein.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Silvia Gerls Karriereweg
  • Die Rolle der BFC in der Automobilbranche
  • Herausforderungen und Erfolge in der Bildung
  • Die Zukunft der Automobilwirtschaft
  • Netzwerke in der Branche

Key Takeaways:

  • Silvia Gerl ist seit 25 Jahren eine führende Persönlichkeit in der Automobilbranche.
  • Die BFC spielt eine zentrale Rolle in der Ausbildung von Fachkräften.
  • Das Fernstudium der BFC ermöglicht Weiterbildung auch für Berufstätige.
  • Netzwerke und Leidenschaft sind entscheidend für den Erfolg in der Branche.
  • Die Automobilbranche steht vor spannenden Veränderungen.

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Benzingespräche – der Personality- und Branchenpodcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmercoach und Agenturinhaber. Kurzer Boxenstopp bei meinem Partner Autoscout24. Mit Autoscout24 machen Sie Ihr Autohaus fit für die Zukunft. Profitieren Sie beim Innovationsführer vom Marktplatz der Zukunft und steigern Sie Ihre Verkäufe. Autoscout24 – einfach ein starker Partner. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Und heute zu Gast, wer kennt Sie nicht, Silvia Gerl, Geschäftsführerin der BFC, in Klammern der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe. Hallo Silvia. Hallo Tim, ich freue mich dich zu hören. Ja, im Geheimen können wir auch sagen, wir sehen uns. Zwar digital, aber wir sehen uns. Ja, dich habe ich schon echt super lange auf meinem Wunschzettel. Aber es brauchte wirklich ein bisschen so vorab mal das persönliche Kennenlernen, dass du auch Wert drauf gelegt und halt den richtigen Termin. Wir sind beide viel beschäftigt, aber das haben wir ja jetzt geschafft endlich. Das stimmt und ich freue mich sehr, dass wir jetzt zueinander gefunden haben. Das hat ja doch ein bisschen länger gedauert. Ganz genau. Ja, dazu gleich nochmal. Zuvor, wir starten so klassisch, wir haben ja immer den Rückspiegel in der Vergangenheit und ein bisschen das Fernlicht, wo wir nach vorne schauen, mit dem Blick in den Rückspiegel. Du bist vom Werdegang her im Baujahr 71, du bist unverheiratet, hast keine Kinder. Du lebst und bist gebürtig aus Nordheim und du hast studiert in Göttingen, Diplom Wirtschaftspädagogik von 90 bis 96. Und ja, du bist Geschäftsführerin der BFC seit 1997 bis heute. Lange Zeit, nicht schlecht. Das stimmt. Liebe Silvia, endlich, das haben wir gerade schon gesagt, schaffen wir es in den Podcast. Im Sommer hatten wir zur Vorbereitung telefoniert und erstmal hat das Telefonat mal spontan länger gedauert und mir war echt super schnell klar, die Frau hat es drauf. Also war echt ein toller Einstieg, das Telefonat. Das ist wirklich bei mir auch so im Sinn geblieben. Und es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass du in der deutschen Autobranche fast jeden kennst. Entweder du hast ihn ausgebildet oder du kennst eben jeglichen Dienstleister oder Marktteilnehmer. Also das ist ja allerhand und da habe ich auch wirklich großen Respekt vor. Ja, innerhalb von 25 Jahren hast du natürlich unwahrscheinlich viele Begegnungen in dieser Welt. Und in der Autowelt ist man ja sowieso sehr eng und dann sage ich immer, kennst du einen, kennst du alle. Weil die Branche ist zwar unwahrscheinlich groß, aber trotzdem kennen wir uns alle ganz gut. Ja, das ist auch so eine Feststellung. Ich war früher mit meiner Marketingagentur ja quasi auch, ich sag mal nur irgendwie Dienstleister in der Branche. Mit einer höheren Spezialisierung kommst du dem zwar auch schon näher, aber du stehst immer so ein bisschen an der Seite. Und seit ein paar Jahren, wo ich auch so ein bisschen tiefer eingestiegen bin mit dem Podcast und Co. und das Netzwerk so deutlich gewachsen ist, merkt man wirklich, im Hintergrund sind so Netzwerke aktiv, wo die Leute sich schon so unfassbar lange kennen. Das stimmt. Also man begegnet immer wieder sehr häufig den gleichen Kollegen und Kolleginnen. Und ich freue mich auch, dass das so ist, dass mal die Branche so viel Fahrt aufnimmt, dass jemand von diesem Karussell weggeschleudert wird. Das passiert eigentlich relativ selten. Warum ist das so? Also ich glaube, wenn man Benzin im Blut hat, das ist ein guter Kit. Also irgendwie ist man so infiziert. Ich sage mal, wir Automenschen, wir sind ja alle so Petrolheads, ob das in Zukunft so bleibt, weil wir die Autos aus der Steckdose tanken, müssen wir mal sehen. Aber wir sind so wie Junkies. Einmal Auto, immer Auto. Und das ist ganz toll. Ja, das ist wirklich so. Und ich bin ja auch schon angesprochen worden, Mensch, du mit deinen Benzingesprächen. Als du damit gestartet bist, da gab es ja auch schon E-Autos und so. Und ist Benzingespräche überhaupt der richtige Name für sowas? Und ob ich mich nicht vertan hätte? Nein. Also wenn ich irgendwann in Zukunft an einem Tesla oder was auch immer stehe und über das Auto philosophiere, dann ist das ganz klassisch ein Benzingespräch. Und das ist auch das, was uns verbindet. Weil du führst Benzingespräche im Rahmen deines Podcasts und ich darf das ja jeden Tag tun. Und man muss ja auch nicht nur nach vorne schauen. Also wir sehen ja auch Fahrzeuge, die sich entwickeln und einen anderen Antrieb haben. Aber es gibt ja noch genug im Fahrzeugbestand, wo es scheppert, kracht und raucht und vielleicht ein bisschen stinkt. Und gerade wenn man so ein bisschen historische Fahrzeuge im Fokus hat, sind Benzingespräche Weltklasse. Absolut. Du, in meiner Vorbereitung, da gehe ich ja immer so die Lebensläufe meiner Gäste durch. Und da bin ich häufig, sagen wir mal stärker, gefordert, das irgendwie in Line zu kriegen und zu sortieren und dann, dass die Hörer das auch wirklich so nachvollziehen können. Bei dir ist das anders. Studium und BFC. Das war’s. BFC seit 1997. 25 Jahre. Boah, wer kann denn schon so eine geile Bilanz vorweisen? Ist aber nur bedingt richtig. Weil ich bin zwar seit 1997 tatsächlich an der BFC, aber das Thema Auto hat mich immer schon begleitet. Also mir wurde es ja auch mit in die Wiege gelegt. Weil Tim, ich bin als Schrottprinzessin geboren. Meine Eltern haben eine Autoverwertung. Das heißt, also das Thema Auto hat mich schon immer begleitet und ich habe neben dem Studium auch gearbeitet. Also meine Magenwurzeln sind bei Volkswagen und Audi. Da habe ich mich auch sauwohl gefühlt. Das war eine wunderbare Zeit. Und ich habe mich dann irgendwann weiterentwickelt, habe auch mal die Seiten gewechselt, bin dann zum Importeur zu VWK Germany, mal im Außendienst zu arbeiten, war auch sensationell. Du kommst unwahrscheinlich viel rum, lernst wahnsinnig viele Händler kennen, zu denen ich auch heute noch einen sehr, sehr guten Kontakt habe. Und dann war es tatsächlich so, dass ich gesagt habe, ich möchte auch mal wieder stationär arbeiten, habe dann bei einem Nissan-Händler im Hintergrund die Strippen gezogen. Und das sind auch Bausteine, die mein Leben nach wie vor sehr prägen, weil meine BFCler haben natürlich von diesem Markeneinschlag auch relativ viel. Aber du hast recht, seit 97 bin ich dann tatsächlich an der BFC. Ich hatte damals einen Vertrag für zwei Jahre. Ich wollte auch nur zwei Jahre bleiben. Hups, jetzt sind es 25. Ja, crazy. Wie bist du denn damals zur BFC eigentlich gekommen? Ich weiß gar nicht, ob ich das sagen darf, weil ich habe ja gerade gesagt, ich war bei Volkswagen und Audi bei einer Autohausgruppe und mein damaliger Chef hat gesagt, sie müssen ganz flott, Frau Gerhard, ganz flott einen Kunden zum Bahnhof bringen. Und wenn man mir sagt, ich soll flott fahren, dann mache ich das. Das mache ich sowieso gern. Und ich bin also in Lichtgeschwindigkeit auf den Bahnhof und war ein bisschen unachtsam. Und da ist mir jemand vors Auto gelaufen. Und weil ich selbst so erschrocken war, habe ich den ausgeschimpft und bin dann wieder zurück ins Autohaus. Und das dauerte vielleicht eine Viertelstunde. Und da kam mein Chef auf mich zu und sagt, Sie, da ist jemand. Das Gespräch übernehmen Sie am besten mal. Ich stelle Sie kurz vor und wir führen das Gespräch dann vielleicht nicht zu dritt. Machen Sie das mal zu zweit. Ich kam mit meinem Chef die Treppe runter. Und da dachte ich nur so, oh. Mein Chef war sehr nett und sagte, ich wollte Sie gerne vorstellen. Das ist unsere Frau Gerhard. Und er sagt, ja, die kenne ich schon. Die habe ich nämlich gerade auf dem Bahnhof kennengelernt. Und das war mein Einstieg in Richtung BFC. Also mein damaliger Chef hat es mir verziehen, dass ich ihn fast tot gefahren habe. Aber wir haben nie den Kontakt verloren, obwohl ich dann noch im Autohaus war. Aber irgendwann habe ich dann doch, weil er sehr beharrlich war, den Schalter umgelegt. Und ich habe gesagt, ich komme, weil die Verbindung Auto und Pädagogik fand ich ganz spannend. Und deswegen habe ich dann den Betrieb verlassen und habe gesagt, ich gehe zur BFC. Damals für drei Fächer. Personalführung, Marketing und Betriebswirtschaftslehre. Und das war eine tolle Zeit. Cool. 25 Jahre. 25 Jahr Gänge Auto BWLer. Ich nenne das mal so ein bisschen verkürzt. Da habe ich so drei Fragen zu. Wie viele waren das in Summe? Also ich durfte dieses Jahr tatsächlich den 60. Jahrgang begrüßen, weil wir werden im nächsten Jahr mit der BFC 60 Jahre alt. Und von den 60 Jahrgängen kenne ich ja jetzt, das wäre jetzt schon mein 26. Und wenn du so im Querschnitt immer so um die 100 BFCler vor dir siehst, kenne ich natürlich viele Menschen. Und das ist auch die Schnittmenge zu der Frage, die du mir vorhin gestellt hast. Mensch, du kennst ja so viele. Die sind ja alle in der Branche. Und der Multiplikator ist unwahrscheinlich groß. Und ich freue mich natürlich auch, dass ich noch eine so der Letzten bin, die auch die Wurzeln der BFC sehr gut kennt, weil die sind ja in Baden-Württemberg in Calw. Früher hieß das ja auch Betriebswirtschaftliche Fachschule Calw. Wir haben auch diese Buchstabenkombination unbedingt behalten wollen, weil man sollte auf jeden Fall an seinen Wurzeln festhalten. Und ich habe ja dort auch angefangen zu arbeiten. Da erinnere ich mich unwahrscheinlich viel. Was waren denn die Highlights so in 25 Jahren? Also ich erinnere mich unwahrscheinlich gern an viele Absolventenfeiern zurück. Das ist immer wieder toll, wenn der ein oder andere wieder zur BFC zurückkehrt. Die Jungs und Mädels haben unwahrscheinlich viel zu erzählen. Ich erinnere mich gern an meine Kalbartei zurück, das werden die Hörer kennen, die selbst auf der BFC waren, mit Blick auf die Nagold. Ich bin mit Sicherheit manchmal verzweifelt an dem schwäbischen Dialekt, aber schwäbische Küche, Weltklasse, das finde ich immer noch sensationell. Ich erinnere mich gern zurück an 2009, als wir in der BFC Nordheim einen sehr, sehr großen Anbau hatten. Und was mir nach wie vor sehr viel Freude macht, ist das Jahr 2014, weil wir da angefangen haben, unser Fernstudium aufzunehmen. Auch ein Meilenstein sozusagen, oder? Ja, weil wir zum ersten Mal es auch Menschen möglich gemacht haben, die halt betrieblich unabkömmlich sind, sich auch mit dem BFC-Wissen auseinandersetzen zu können. Also der Druck war immer extrem groß, weil sich das viele gewünscht haben und haben immer gesagt, Mensch, Frau Gerl, können Sie nicht auch mal denjenigen machen, denen es nicht möglich ist, ein Jahr nach Nordheim oder nach Calw zu gehen. Und wir haben sehr lang und sehr intensiv daran gearbeitet. Und ich glaube da, das ist ein absoluter Jackpot für all diejenigen, die halt im Rahmen ihrer betrieblichen Tätigkeit sich trotzdem weiterentwickeln wollen. Im Umkehrschluss, was waren denn schwierige Momente in der Zeit? Ja, ich würde es zweiteilig beantworten wollen. Ich finde es sehr schlimm, wenn Menschen von Bord gehen. Und zwar sehe ich das bei meinen BFC-Lehrern einerseits, weil wenn die mich nach so einem Jahr verlassen, wir wachsen unwahrscheinlich zusammen. Und dann gibt es auch häufig mal Tränen. Und das nicht nur bei den Damen. Und ich finde es auch sehr schade, wenn tatsächlich Menschen in den Ruhestand gehen, weil da verlassen uns natürlich echte Freunde. Und das ist immer für mich persönlich so ein Thema, weil der Faktor Mensch mir ganz, ganz wichtig ist. Und wenn ich es auf die BFC an sich beziehe, glaube ich war das Jahr 2011-12 ein nicht schönes Jahr, weil wir uns da von unserem Mutterhaus verabschiedet haben. Das war das Jahr, wo wir beide Schulstandorte konsolidiert haben und haben Calw und Nordheim zusammengelegt. Und das war ein echter Kraftakt. Also da erinnere ich mich immer nur sehr ungern dran. Ja, du hast gerade schon mir ein Stichwort quasi für meine nächste Frage so gegeben. Stichwort Mensch. Und ich durfte ja bei eurem Sommer-Event das erste Mal dabei sein und habe auch euer Team kennengelernt. Und da habe ich wirklich sofort gespürt, wie vertraut das Team untereinander ist. Nicht nur, wie ihr euch gegenseitig vorgestellt habt, sondern so während des Events, wie die selber agiert haben, wie die miteinander umgegangen sind. Das fand ich wirklich sehr bemerkenswert. Und wie hat sich das entwickelt? Ist das wirklich so, man arbeitet so lange zusammen? Hast du das Team aktiv selber zusammengestellt? Sind das Eigengewächse? Wie muss ich mir das vorstellen? Also ich war ja selbst Teammitglied von 97 bis 99. Ich war ja am Anfang in Anführungsstrichen nur Dozentin für drei Fächer und hatte dann den Seitenwechsel ab die Schulleitung übernommen. Und ich war damals die Einzige, die so einen automobilen Einschlag hatte. Und ich hatte halt 99, 2000 eine Chance, mir meine eigene Mannschaft zusammenzustellen. Und mir war es halt immer extrem wichtig, dass alle irgendwie so einen automobilen Faden in ihrem Lebenslauf haben. Und das habe ich bis heute durchgezogen. Und ich muss auch sagen, ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und mein Team. Ich glaube, wir verstehen uns auch ohne Worte. Und das kann man, glaube ich, auch nicht beschreiben. Das muss man spüren. Und dann springt das auch über. Also wir haben so ein BFC-Virus bei uns. Und der hat uns alle infiziert. Das meine ich positiv. Und ich glaube, wir kommen als Einheit auch wirklich gut rüber. Und ich freue mich, dass ich diese Mannschaft an Bord habe, die auch funktioniert, wenn ich nicht da bin. Also es läuft super. Dein beharrliches und herzliches Einsetzen für die Sache. Woher rührt das? Was treibt dich an? Also ich habe ja so ein Lebensmotto. Und dieses Motto ist bei mir so, such dir eine Arbeit, die du liebst. Dann brauchst du nicht mehr zu arbeiten. Und das ist mir irgendwie gelungen. Also ich würde sagen, wenn es die BFC nicht geben würde, würde ich sie erfinden. Weil wir arbeiten ja wirklich sehr eng mit unseren Jungs und Mädels zusammen. Und für mich ist Beruf wirklich Berufung. Also ich habe ja so ein automobiles Gen und bin, glaube ich, keine schlechte Pädagogin. Und habe in der BFC eine Welt gefunden, wo ich beides miteinander vereinen kann. Und ich habe einen sehr hohen Anspruch an mich selber, bin sehr ehrgeizig, verlange mir unwahrscheinlich viel ab. Und das übertrage ich natürlich auch auf meine BFCler. Und ich glaube, das ist nicht für jeden ein Vergnügen. Weil ich bin sehr kompatibel mit den Leuten, wir führen ja heute ein Benzingespräch, Tim, die selbst am Gas hängen, sage ich mal. Bei den anderen ist das, glaube ich, immer ein bisschen anders. Aber wir arbeiten halt, glaube ich, sehr gut zusammen, weil es mir auch Freude macht, mein Wissen mit meinen BFClern zu teilen und andere erfolgreich zu machen. Das finde ich sensationell. Klasse. Das merkt man ja auch. Das habe ich da überall so wirklich gespürt. Und du pflegst ja auch einen engen Draht zu deinen Studenten. Das spüre ich bei dir. Ich kenne aber auch den einen oder anderen Absolventen, der das auch auf jeden Fall bestätigt, weil überall, wenn man irgendwo mal spricht und dein Name fällt, so, ah, grüß mich Silvia, Mensch. Aber gleichzeitig setzt du ja wirklich eine hohe Messlatte an. Also das ist ja kein Ponyhof, wenn man bei euch auf der BFC unterwegs ist. Und wie geht denn das gleichzeitig? Also wir schlagen schon massiv Flöcke ein. Bei uns gibt es auch Regeln. Also wir haben so Commitments, die wirst du vielleicht auch gesehen haben. Wir versprechen unseren BFClern etwas, wir verlangen denen aber auch viel ab. Und die BFCler, die bei uns sind, die kommen ja nicht zu uns, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Und das, was die antreibt, ist ja, die wollen in die erste Reihe, die wollen Führungskräfte werden. Und ich behandle die ab Tag 1 schon so. Und das ist mir persönlich auch sehr wichtig. Und das Thema Wertschätzung spielt bei mir eine ganz, ganz große Rolle. Und ich versuche auch, denen immer in Augenhöhe zu begegnen. Da gebe ich mir auch unwahrscheinlich viel Mühe. Ich glaube auch, dass der eine oder andere manchmal nicht so ganz einverstanden damit ist, wie man miteinander arbeitet oder wie man miteinander umgeht. Und ich kann mich gut an eine Situation erinnern. Da gab es wirklich jemanden, der nicht damit so einverstanden war, wie wir miteinander gearbeitet haben. Und das hat auch ganz schön geblitzt. Aber als ich damals dann die Schulleitung übernahm, war das der Erste, der mir gratulierte mit dem Satz, es hat genau die Richtige getroffen. Und das fand ich ganz toll. Und ich freue mich tierisch darüber, wenn der eine oder andere den Kontakt auch hält oder mir eine Nachricht schreibt und möchte eine Meinung oder ein Statement oder fragt mich einfach, was halten Sie denn davon? Und ich glaube, das schönste Kompliment, das hatte ich dir auch schon mal erzählt, habe ich bekommen, indem mir jemand sagte, es gibt drei Frauen, die in meinem Leben eine große Rolle spielen. Das ist meine Oma, das ist meine Freundin und das sind sie. Und da bin ich heute noch berührt. Und ich freue mich natürlich, dass du mir sagst, wenn du auf ehemalige BFCler triffst, dass die sich immer freuen, wenn man über mich sprechen kann. Und ich finde diese Wertschätzung ganz, ganz toll. Klasse. Da habe ich noch so eine andere Frage mir heimlich notiert. Welche Werte vermittelt ihr euren Studenten denn so? Also was mir persönlich wichtig ist, und das ist, glaube ich, auch so eine Einheit im Team, wir legen ganz viel Wert auf alte Werte. Das heißt Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit. Und was den BFClern auch vermittelt wird, ist das Thema, dass die immer geerdet sein müssen. Weil die dürfen auch, wenn sie ganz tolles Wissen vermittelt bekommen, die Bodenhaftung nicht verlieren. Und ich glaube, was uns auch so zusammenschweißt, ist, dass wir immer versuchen, als Vorbilder den BFClern zu begegnen und versuchen, denen auch zu vermitteln, dass es ganz toll ist, wenn man selbst neben allem Wissen, selbst auch als Vorbild, irgendwann einen Maßstab setzt. Sehr stark. Sehr stark. Ich möchte mal den Blick aus dem Rückspiegel rausnehmen und Licht an Knipsen in die Zukunft schauen. Und jetzt speziell mit deinem Blick auf den Autohandel und vor allem die Menschen, die dort arbeiten. Was sind oder was werden die größten Herausforderungen mit Blick auf die letzten Jahre, die aktuelle Situation und die zukünftigen Entwicklungen? Und da hätte ich drei Stichworte, die mich interessieren, was du dazu sagst. Das eine ist der Klassiker beinahe, Digitalisierung. Also, wenn ich das so mit meinem Tagesgeschäft mal beleuchte, würde ich sagen, die Jungs und Mädels, die wir ausbilden, die sind ja digital aufgewachsen. Das heißt, die bringen ja unwahrscheinlich viel mit. Aber mit Blick auf den automobilen Handel ist es, glaube ich, so, dass das wirklich eine Herausforderung wird. Weil unter einem Dach arbeiten ja mindestens drei Generationen zusammen. Und da treffen ja auch Welten aufeinander, insbesondere bei den erfahrenen Kollegen, die nicht digital aufgewachsen sind. Für die wird das, glaube ich, eine echte Herausforderung. Und ich glaube, dass Unternehmer und Führungskräfte in der Zukunft eine Aufgabe darin sehen sollten, dass aus diesen drei Generationen eine Einheit wird, um diesen digitalen Herausforderungen auch gerecht zu werden. Weil das kann man nicht nur auf die übertragen, die jetzt nachwachsen. Man muss alle mitnehmen. Und ich glaube, das ist eine Führungsaufgabe, und zwar eine sehr, sehr große. Das ist absolut richtig. Das nächste Stichwort, das ist ja eher so, was wirklich in der Zukunft ist, Agenturmodell. Ja, also das Agenturmodell, ich glaube, das ist so ein Schreckgespenst zurzeit in der Branche. Wobei man sagen muss, dass die Mercedes-Benz-Händler mit ihrer unechten Agentur ja eigentlich ein ganz fröhliches Dasein haben. Ein ganz fröhliches? Wie sich das mit einer echten Agentur dann verändert, weiß ich nicht. Aber es ist ja auch so, wenn man mal so ein bisschen zurückschaut, Bewegung hat es ja in der Branche schon immer gegeben. 99 gab es dann eine neue GVO, und da gab es eine große Konsolidierung und eine Kündigungswelle. Da hat man schon mal überlegt, wie man den Vertrieb vielleicht so ein bisschen neu erfinden kann. 2008, 2009, dann wirtschaftlich nochmal ein Einschlag. Da wurden auch mal alle durchgeschüttelt. Ich glaube schon, dass die nächsten zwei, drei Jahre einen Beitrag dazu leisten, dass alle ihre betrieblichen Strukturen mal ganz intensiv überprüfen müssen. Also wenn der ein oder andere immer so durchgerutscht ist und hat sich so durchgemogelt. Ich glaube, das klappt in Zukunft nicht mehr so gut. Und ob das jetzt Fluch oder Segen ist, ich glaube, dafür müssen wir nochmal eine extra Session machen. Weil das wäre eine ganz coole Unterrichtseinheit, die es dann bei mir in BWL gibt. Bist du herzlich eingeladen. Okay, also man lädt die Silvia Gerl in seinen Podcast ein und endet damit bei ihr in einer BWL-Session eingeladen zu werden und zu sitzen. Okay, ist neu. Danke. Es ist spannend. Also ich lade dich gerne ein. Es macht wunderbar viel Spaß bei mir, sich im Unterricht auszutauschen. Sehr schön. Ich habe noch ein Stichwort, was ich dir so hinwerfen wollte, und zwar Antriebskonzepte. Da kommt bei mir, glaube ich, die kühle Kostenrechnerin durch, so als BWLerin. Also da wird sich ja vom Verbrenner in Richtung Elektromobilität viel ändern, auch was das Thema Erträge angeht, mit Blick in die Werkstatt. Ich glaube schon, dass man vielleicht sich jetzt mal mit dem Thema so Musterkostenrechnung beschäftigen sollte, wenn die Flüssigkeiten aus dem Auto verschwinden und der Antrieb sich verändert. Weil so ein Elektromotor im Vergleich zum Verbrenner, ich bin zwar keine Technikerin, aber das ist halt doch nicht so ganz komplex. Und ich glaube schon, dass so die Ertragsäule im Service sonst so ein bisschen dünner wird. Und deswegen sollte man sich jetzt mal hinsetzen und mal so ein bisschen durchkalkulieren, wo vielleicht was wegbricht, wo neue Dienstleistungen entstehen und wo man vielleicht auch bestimmte Geschäftsfelder mal so ein bisschen überprüfen sollte. Okay, spannend. Im Grunde sind wir jetzt schon hier beim Podcast am Ende. Aber der Klassiker kommt ja noch, die Abschlussfragen. Und da hätte ich jetzt zwei im Gepäck. Die erste ist immer so ein bisschen schwierig, ein bisschen subjektiv. Welche ist denn deiner persönlichen Meinung nach aktuell die innovativste Entwicklung im Autohandel? Hm, also ich würde sagen, alles was sich verändert, ist innovativ. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass die größten Innovationen jetzt noch vor uns liegen. Alleine aufgrund dessen, dass sich die Rahmenbedingungen momentan massiv verändern. Also wir haben ja in der Branche schon ganz viele Blitzlichter, wo man schon mal genauer hinschaut. Aber ich glaube, aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen wird das Ganze noch mehr Fahrt aufnehmen. Und ich glaube, die größten Innovationen, die warten noch auf uns. Hm, okay. Und jetzt kommen wir zum wirklichen Klassiker hier. Habe ich jeden gefragt, wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto und fährst von A nach B? Und bist wirklich nicht bei der Sache, du liest irgendwas. Ja, wann wird das soweit sein? Also ich hoffe erst dann, wenn ich selber nicht mehr in der Lage bin, Auto zu fahren. Zum Beispiel vielleicht nach unserem wunderbaren Branchenamt. Dann wäre das sensationell, wenn ich gefahren werde. Oder mit Blick dann auf ein hochbetagtes Lebensalter, wenn es vielleicht besser ist, wenn ich selber nicht mehr zum Steuer greife. Okay, also ich frage jetzt nochmal. Wann glaubst du, dass du das erste Mal wirklich voll autonom von A nach B fährst? Hm, da würde ich sagen 2030. Okay, alles klar. Also ist noch ein bisschen way to go. So würde ich es stehen lassen. Okay, ja, liebe Sylvia, ganz ganz lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Und mal so Fragen, so ein bisschen behind the scenes von der BFC. Und auch vor allem dir mal so ein paar Einblicke gegeben hast, wie du so denkst, wie die BFC so funktioniert und worauf da Wert gelegt wird. Weil ich das wirklich erwähnenswert finde, weil ich es ja jetzt auch mal live sehen und spüren durfte. Und ja, auch wenn ich mich recht im Sinne in die Pflicht genommen werde demnächst mal. Ja, aber das mache ich auch dann gerne. Einmal BFC, immer BFC. Tim, du bist eingeladen in meinen Unterricht. Und ich hoffe, du engagierst dich auch bei uns und teilst dein Wissen mit den BFC-Lehrern, die jetzt da sind oder die in Zukunft noch kommen. Ganz genau, das habe ich im Sinn. Und das möchte ich auch gerne machen. Da müssen wir uns mal absprechen, was wir da tun. Und da tue ich auch gern mein Wissen bei euch mit rein. Ich freue mich drauf. Okay, in diesem Sinne, ganz lieben Dank. Und wir sind mit dem Podcast durch für heute. Und wir beide verabschieden uns und sagen Tschüss, macht’s gut da draußen und bis demnächst. Tschüss. Tschüss.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.