In der aktuellen Episode von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Sascha Röwekamp, dem Inhaber der RWKMP Unternehmensberatung, über die Transformation im Autohandel. Röwekamp teilt seine Erfahrungen und Einsichten aus seiner langjährigen Karriere in der Automobilbranche und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Vertrieb.
Sascha Röwekamp, geboren 1987, ist ein echtes ‚Autohauskind‘. Schon früh kam er durch einen Nebenjob an einer Tankstelle in Kontakt mit der Automobilwelt. Diese ersten Erfahrungen weckten seine Leidenschaft für Autos und legten den Grundstein für seine spätere Karriere. Röwekamp erzählt, wie er mit 15 Jahren sein erstes Auto verkaufte – ein Skoda Favorit – und wie dieser Verkauf ihn nachhaltig prägte.
Röwekamp absolvierte eine Ausbildung zum Automobilkaufmann und sammelte umfassende Erfahrungen im Verkauf und in der Kundenbetreuung. Seine Karriere führte ihn über verschiedene Positionen bei namhaften Automarken wie Skoda, VW, Audi und Mercedes-Benz. Besonders prägend war seine Zeit als Verkaufsleiter bei Beresa, wo er maßgeblich an der Expansion und Modernisierung des Unternehmens beteiligt war.
Im Jahr 2021 gründete Röwekamp die RWKMP Unternehmensberatung, um Autohäuser und Hersteller in die Zukunft des Vertriebs zu begleiten. Sein Ansatz basiert auf einer tiefen Analyse der aktuellen Marktbedingungen und der Implementierung innovativer Geschäftsmodelle. Röwekamp betont die Bedeutung von Digitalisierung und Kundenorientierung als Schlüsselfaktoren für den Erfolg im modernen Autohandel.
Im Gespräch mit Tim Klötzing gibt Röwekamp einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen und Chancen im Autohandel. Er sieht eine zunehmende Bedeutung von Elektromobilität und digitalen Verkaufsplattformen. Gleichzeitig bleibt der persönliche Kundenkontakt ein unverzichtbarer Bestandteil des Vertriebs.
Sascha Röwekamps Werdegang vom Autohauskind zum erfolgreichen Unternehmensberater zeigt, wie wichtig Leidenschaft und kontinuierliche Weiterbildung in der sich wandelnden Automobilbranche sind. Seine Einsichten und Erfahrungen bieten wertvolle Impulse für alle, die sich mit der Zukunft des Autohandels auseinandersetzen.
📄 Vollständiges Transkript
Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Bevor es nun losgeht, ein kurzer Boxenstopp bei meinem starken Partner e-Mobilio. Mit e-Mobilio erzielen Sie attraktive Zusatzerlöse und decken alle Aspekte der Elektromobilität umfassend ab. Egal ob passende Wallbox, der richtige Tarif, die maximale Förderung oder der CO2-Bonus. 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Okay, RWKMP lässt jetzt noch nicht für jeden drauf schließen, was du genau tust. Deine zentrale Aussage auf deinem LinkedIn-Profil, das lässt schon eher so ahnen, wo der Hase langläuft. Wir transformieren Autohäuser bzw. Vertrieb der Zukunft. Was ist da los? Einiges. Genau, was machen wir? Also erstmal, warum RWKMP? Als ich meine Firma gegründet habe, wusste ich noch nicht, wie ich sie nennen sollte. Und ich fand meinen Nachnamen Röwekamp so unsexy. Und habe dann einen guten Partner aus der Agentur gehabt, der gesagt hat, wir lassen einfach ein paar Buchstaben weg, dann sieht es auch cool aus. Also das Ziel war immer, dass es auf den Pullover passt. Ja, ich sehe es. Es ist drauf, genau. Jetzt können die Zuhörer das nicht sehen. Leider nicht. Genau. Ja, und was machen wir? Wir unterstützen Autohäuser, Automobilhersteller und Dienstleister auf ihrem Weg in den Vertrieb der Zukunft. Kurz zusammengefasst. Okay. Da kommen wir sicherlich im Detail nochmal zu, aber das ist so die Kernaufgabe bei dem, was wir tun. Ganz genau. Ich habe das übrigens mit meinem Nachnamen auch probiert und es war nicht so smart wie bei dir. Ich habe Glück gehabt, ja. Ja, definitiv. Ich habe das gesehen bei dir, wusste sofort, wie es kam und dachte so, ach das ist geil, das geht bei mir irgendwie gar nicht auf. Du, wir machen den Klassiker, Blick in den Rückspiegel. Du bist ein Baujahr 87, du bist vergeben mit der lieben Nina seit 13 Jahren und du hast mir noch den Funfact dazu geschrieben, Inhaberin eines Brautmodengeschäfts, aber nicht verheiratet. Sehr lustig. Verdienen mit Brautmode Geld, aber haben selber noch nicht da rein investiert. Das ist doch auch was, oder? Ja, das ist richtig. Aber immerhin, es sind die Lotta und die Emma rumgekommen. Zwei wundervolle Kinder, ja. Sehr schön. Du bist gebürtig aus Münster, du lebst in Münster und du möchtest auch in Münster sterben. Sehr lustig. Du bist geprüfter Automobilverkäufer nach VDA und ZDK bei den Marken Skoda und Daimler. Du bist zertifizierter Verkaufsleiter PKW. Dann bist du bei der Haufe Akademie, hast du dich fortgebildet zum Digital Transformation Manager. Du bist Circular Master. Das ist ein Coaching-System, das sagt jetzt nicht vielleicht jedem was. Vielleicht kannst du da mal kurz was zu sagen? Ja, Circular ist eine Motivationsanalyse, die ich nutze in der täglichen Arbeit, um Veränderungsprozesse besser unterstützen zu können und gleichzeitig aber auch noch für die Verkäuferschulung und Trainings, um da Kundenprofile besser ansprechen zu können und dem besser was verkaufen zu können. Des Weiteren bist du PKW-Verkäufer Skoda, VW und Audi. Das hast du so 2004 bis 2009 gemacht. Du bist PKW-Verkäufer Mercedes-Benz bei Beresa damals 2009 bis 2015. Du bist dann auch Bereichsleiter PKW-Verkauf, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung bei Beresa gewesen 2015 bis 2020. Dann bist du gewechselt zur LUK 2020, Bereichsleiter Digitalisierung und Marketing und da bist du auch Prokurist und Mitglied des Leadership Teams gewesen bis 2021 und 2021 hast du dann die Unternehmensberatung deiner eigenen Firma gegründet. Okay, jetzt haben wir erstmal einen Abriss, was du so getrieben hast. Das ist schon ein bisschen länger. Wenn man das so hört, Tim, aber ja klar, das steht ja alles bei LinkedIn. Früher hätte man dafür noch einen Lebenslauf schreiben müssen, um so detailliert mal wieder das vor Augen geführt zu bekommen. Vor allem fühlt man sich so alt, wenn man sich die Jahre dabei vorliest. Ich dachte immer, ich bin noch so jung, aber ein paar Sachen habe ich schon gemacht. Ja, du bist bei weitem nicht so grau wie ich und ich habe das natürlich nicht von LinkedIn. Ich habe FBI, CIA, alle am Ball. Die haben mir einfach was zugespielt. Super, haben sie gut gemacht. Sascha, du sagst von dir selber, du bist Autohauskind mit ungebremster Leidenschaft für den Vertrieb. Woher kommt das? War das Automobil schon immer prägend für dich und wer hat dich, wenn, damit angesteckt? Ja, die Geschichte durfte ich schon mehrmals erzählen und ich sage das auch immer auf der Bühne oder so, wenn ich Emo bin. Ich bin Autohauskind und ich bleibe es auch, solange es Autohäuser gibt. Und da glaube ich sehr fest dran, aber da kommen wir sicherlich später noch mal zu, in die Front sich zu schauen, in den Scheinwerfer. Ich habe Autohaus schon sehr früh kennengelernt. Wir sind damals aus Münster in einen Vorort gezogen und dort gab es eine ortsansässige Tankstelle an der B54 Rosendahl. Die ganz klassisch Tankstelle, Landmaschinen, Waschanlage und Skoda Service Partner war. Und da meine Eltern früh gesagt haben, wenn du dir irgendwie besonderen Luxus leisten willst, darfst du arbeiten gehen, bin ich nach der Schule dort arbeiten gegangen und bin angefangen an der Waschanlage Autos abzuspritzen. Und wie das auf dem Land so ist, ist das da alles ein bisschen lockerer. Das heißt, ich war da glaube ich so 13, 14 so und habe dann natürlich die Autos auch immer in die Waschanlage fahren dürfen und mal über den Hof hin in die Werkstatt. Und so kamen die ersten Kontakte zum Thema Auto und habe es dann geschafft, mich da schnell hochzuarbeiten. Karriere gemacht, durfte mit 15 an die Kasse. Durfte man eigentlich erst mit 16, ich durfte mit 15 an die Kasse. War super, weil es war trocken und warm und nicht nur draußen in der Waschanlage. Und da ist eigentlich so mein erster witziger Kontakt mit der Automobilbranche dann so richtig entstanden. Mein damaliger Chef, der Tankstelleninhaber, hat mir ein Auto zum Schrauben geschenkt. Für die Zuhörer, einige kennen ihn noch, ein Skoda Favorit in Rot. Ich werde es nie vergessen. Das ist so der Polo von Skoda damals gewesen. Den habe ich dann noch ein bisschen repariert. Also ich habe mal gedacht, ich könnte handwerklich was. Die Karriere habe ich zum Glück nicht weiter verfolgt, aber ich habe den kaputt repariert und mein Chef musste mir dann helfen, dass er wieder fuhr. Und ja, dann werde ich nie vergessen. Da hatten wir so eine große Kiste unter der Kasse einer Tankstelle, wo die abgemeldeten Kfz-Kennzeichen lagen. Und mit damals 15 dann hatte ich natürlich nichts Besseres zu tun, als die mit der geringst abgekratzten TÜV-Plakette zu nehmen, an dieses Auto ranzumachen und damit erstmal schön zum Jugendheim zu düsen. Das habe ich dann auch tatsächlich zwei, dreimal gemacht und in das Auto immer eine Parallelstraße geparkt, bis wohl irgendwer der Nachbar meiner Mama dann Bescheid gesagt hat und hat gesagt, sag mal, dein Sohn fährt hier mit dem Auto. Und da hat meine Mutter gesagt, das kann ja nicht, der ist ja erst 15. Kann nicht sein. Naja, sie ist dann einfach bei mir hergelaufen, wo ich dann stolz wie Oskar mein Auto gestiegen bin und dann hat sie klopf, klopf an der Glasscheibe geklopft, hochgeguckt und hat gesehen. Und was ist dann passiert? Ich hatte genau 24 Stunden, dieses Auto loszuwerden und ich werde es nicht vergessen, meine letzte Fahrt ging zum Jugendheim. Und ich könnte dir sogar jetzt hier zeigen, habe ich damals im Jugendheim in Rinkerode meinen Skoda Favorit auf einem mobile.de Kaufvertrag an einen verkauft für 50 Euro. Und das war mein allererstes verkauftes Auto in meinem Leben mit 15 und ab dann war ich irgendwie infiziert. Und das ist so die Story, wie ich in die Brücke reingekommen bin. Das ist geil, das ist cool, das gefällt mir auf jeden Fall, sehr sympathisch. Du hast ja den Autohandel dann so gesehen wirklich von Grund auf gelernt. Und was waren denn, jetzt vielleicht so mit so einer ganz kleinen bisschen Ernsthaftigkeit mal wieder, wenn man nicht gerade mit 15 Autos fährt, was waren denn dabei die spannendsten Stationen und Erlebnisse, wenn du das so Revue passieren lässt? Ganz ehrlich, eigentlich jedes Jahr für sich. Also ich habe eine Ausbildung im Autohaus gemacht zum Automobilkaufmann. Allein das war schon spannend, weil das ein Ausbildungsberuf ist, der eine echt extreme Breite hat. Also vom Lager über die Werkstatt, Kontenrahmen sortieren in der Buchhaltung bis hin dann irgendwann da, wo man unbedingt hin wollte in den Verkauf. Und da waren sicherlich eines der spannendsten Faktoren, dass ich im dritten Lehrjahr so mein erstes Auto verkaufen durfte oder verkauft habe. Spannenderweise wieder auf dem Kaufvertrag einer großen Online-Börse, weil das war samstags, ich hatte ja noch gar keinen Zugang zu dem Computer, es war kein Verkäufer da und Kunde wollten Gebrauchtwagen draußen kaufen. Was macht man dann? Man druckt sich im Internet irgendeinen Vertrag aus und schreibt da den Kaufvertrag drauf. Und am Montag darauf hatte ich dann auch endlich einen offiziellen Zugang, weil Kaja diesen Vertrag verarbeiten konnte. Und genau, das ist auf jeden Fall, das war spannend, so damals in der Ausbildungszeit das Erste und noch den klassischen Vertrieb. Aber dann ging natürlich Außendienst, ja bei Mercedes-Benz war ich Außendienstverkäufer, Akquise, Münster Innenstadt als Gebiet, also alle Bankvorstände, Bürgermeister. Es ist einfach so genial, was man auch in dieser Automobilbranche für Leute kennenlernt. Also auch für alle, die jetzt hier vielleicht zuhören und noch überlegen, eine Ausbildung mal jemandem zu machen. Die Automobilbranche ist eines der besten Branchen als Ausbildungsplatz, egal ob in der Werkstatt oder auch im Verkauf als Automobilkaufmann, Automobilkauffrau. Man lernt so viele spannende Menschen kennen, weil es fährt halt fast jeder ein Auto. Und das war total spannend auch, Münster Innenstadt, Gebiet. Und als dann die ersten Führungsaufgaben kamen, ich bin mit 28 Verkaufsleiter geworden bei Beresa, in einer sehr, sehr spannenden Zeit. Wir haben damals die Niederlassung Ostfest-Weihenlippe gekauft gerade, also Gütersloh, Bielefeld, Detmold, haben in Münster einen riesen Neubau eröffnet, alles in 2015. Also das war in einem Jahr ganz, ganz viel Veränderung, viel Verantwortung auch. Und ja, das waren so schon sehr, sehr spannende Momente in der Laufbahn bis dahin. Was hat dich denn immer wieder angetrieben, dich weiterzuentwickeln? Wirklich, ehrlicherweise immer der Blick in andere Branchen. Okay. Ich weiß nicht warum, aber man kennt das ja so, man sagt immer, die Wiese ist woanders grüner, ist sie dann meistens ja nicht wirklich. Aber mich hat es irgendwie immer gereizt, wie in anderen Branchen Digitalisierung, Vertrieb und auch voll Marketing gelebt wird. Und ich mich immer gefragt habe, warum sind wir in der Automobilbranche damals schon eigentlich gefühlt immer noch so old school? Also man hat es mir dann früher noch sehr schnell erklärt und hat gesagt, Sascha, das wirst du noch lernen, das funktioniert im Autohaus alles nicht, das geht bei uns gar nicht. Ein paar Jahre habe ich es dann auch mal akzeptiert, aber irgendwie ist bei mir immer so ein Drang dann gewesen nach, das glaube ich nicht, das stelle ich infrage, auch für den einen oder anderen dann immer mal anstrengend. Aber ich fand es total spannend, zum Beispiel die Textilbranche, ja. Die hat so früh angefangen, wo es hieß, wir verkaufen Schuhe online. Dann haben alle gesagt, das geht ja gar nicht, müssen ja anprobiert werden. Wo die Reise per heute hingegangen ist, sieht man. Man sieht aber auch, dass es immer noch Einzelhändler gibt, die Schuhe verkaufen. Also das heißt, diese ganze Formation, die unsere Branche durchmacht, hat die Textilbranche zum Beispiel schon komplett einmal durch. Ich kann heute die Schuhe kaufen, den Nike Schuh kann ich bei Nike.de kaufen, beim Hersteller direkt, Direktvertrieb. Richtig. Ich kann ihn auf Zalando oder irgendwer der anderen Börsen kaufen, also Online-Store. Und ich kann ihn immer noch im qualifizierten Einzelhandel online oder lokal kaufen. Das heißt, es gibt alle drei Vertriebswege noch, aber es gibt nicht mehr alle analogen Schuhhäuser von früher. Genau, oder du kannst in Zukunft im Metaverse einfach die Schuhe kaufen und kriegst keine Schuhe mehr. Das ist dann die nächste Ende, aber ich glaube, ich sage immer, solange wir Menschen noch im echten Leben spazieren gehen, brauche ich auch noch Schuhe fürs echte Leben. Ja, das ist wohl richtig. Aber du bist korrekt, auch für eine digitale Welt, man lacht da drüber. Das ganze Thema digitale Währung in der Computerspieleszene, hat man auch früher drüber gelacht, das ist ein Riesending. Und ich werde doch eh mal ein Auto im Metaverse brauchen und will da auch ein schickeres haben als mein Nachbar vielleicht. Kann auch sein. Aber ich beschäftige mich gerne aktuell mit den Themen von heute und morgen, damit überhaupt noch ein Übermorgen entstehen kann. Aber spannend ist es. Okay. Im Jahr 2021 hast du dann einen großen Schritt gewagt. Du bist raus aus dem Anstellungsverhältnis, du hast ein eigenes Unternehmen gegründet und du hast dich komplett auf eigene Beine gestellt. Von außen, ich bin ja auch Zeit meines Lebens Unternehmer, von außen sieht das häufig so kinderleicht aus, so, ja, ich entscheide das mal und mach mal und tu mal. Ist es aber ja eigentlich nicht. Wie war es für dich? Da kam noch ein Schritt voraus, der mich überhaupt dazu motiviert hat, das zu tun. Weil es gab ja auch die einen und anderen im Freundes- und Bekanntenkreis, die natürlich gesagt haben, hey, irgendwie sieht doch alles super aus. Zu der Zeit war ich ja bei den Fahrzeugwerken Luke, verantwortlich für Marketing und Digitalisierung im Leadership Team, riesen Aufgaben, geniale Marken, Volvo, Ferrari, Mercedes, großer Konzern, 2000 Mitarbeiter, wow. Alles cool und hat auch riesen Spaß gemacht, vor allem, weil es nochmal die neue Perspektive des Marketings mit reingebracht hat. Als ich damals mit dem zuständigen Vorstand da gesprochen habe und es irgendwie hieß, Mensch, wollen wir da irgendwie zusammenarbeiten? Und dann ging es irgendwie um diese Themen Digitalisierung und Marketing. Dann habe ich gesagt, hm, aber warum ich? Ich habe doch gar keine Ahnung davon. Und der Kollege, der mit mir damals gesprochen hat, der sagte dann, ja, Sascha, aber du hast ja schon immer irgendwie eine Affinität. Du bist früh mit dem Online-Vertrieb bei Beresa angefangen, ihr wart die Ersten auf den Plattformen damals, ihr habt, du hast das, ihr wart immer aktiv. Und ja, da habe ich immer Spaß dran gehabt auch. Und wir wollen vertriebslastiges Marketing haben und vertriebslastige Digitalisierung. Also nicht auf der technischen Seite, sondern vertriebslastig. Und das war ehrlicherweise noch so diese Zutat, die mir wie so ein Peng im Kopf gefehlt hat, weil nach so vielen Jahren im Vertrieb, aber immer mit der Sehnsucht nach diesem Marketing, weil ich immer wusste, Vertrieb alleine ist nicht so mächtig mehr. Das wird immer schwächer gefühlt. Also Verkaufen ist mega wichtig. Und dann habe ich halt bei Luke nochmal gelernt, die unfassbaren Möglichkeiten von Marketing. Aber dann auch schnell gesehen, dass es halt irgendwie viele nur gibt, die immer wieder voll Marketing-Profis sind, aber häufig dann halt dieser Verkaufspush, dieses Verkaufen fehlt oder halt reines Verkaufen ohne Wert zu schätzen, was heutzutage Marketing eigentlich alles machen kann. Und das war eigentlich die Grundlage zu sagen, hey, cool, jetzt hast du beides in der Praxis erlebt. Du liebst Autohäuser. Dann lass uns das doch einfach mal probieren. Was kann denn schieflaufen? Da war ich 34, 33. Das Schlimmste, was passieren kann, ich verkaufe morgen wieder Autos. Genau. Das ist gar nicht so schlimm, weil das ist ein super genialer Job. Und von daher, okay. Genau, und habe dann die Selbstständigkeit aufgebaut, die ersten zwei Mitarbeiter eingestellt. Ich sage mal, die Angst vorm Gründen war schlimmer als dann die ersten Wochen. Zum Glück relativ schnell super spannende Projekte und Aufträge auf mich zukamen, dass ich gar nicht mehr viel Zeit hatte nachzudenken, sondern einfach nur losgelaufen bin. Und ja, jetzt ist das Ganze fast zwei Jahre her und ich habe wunderbare Kunden und es macht einfach riesig Spaß, diese Branche mit nach vorne zu bringen. Das erinnert mich gerade daran, eine gute Freundin von mir aus einer gemeinsamen Coaching-Ausbildung, die hat einen Podcast, der heißt Hashtag Fuck einfach machen. Ja, weil mein Motto ist einfach anders machen. Ja, nahe dran, aber machen. Ja, machen ist, die meisten Unternehmen scheitern nicht an den getroffenen Entscheidungen, sondern an den nicht getroffenen Entscheidungen. Und das ist halt einfach so. Und das ist z.B. was, was ich im Marketing- und im Digitalisierungsbereich sehr schnell gelernt habe. Ich kannte es klassisch im Autohaus, 100% ordentlich arbeiten, revisionssicher arbeiten, prozessgenau arbeiten, immer erst alles zu Ende planen, zu Ende fertig machen. Und als ich dann die ersten Digitalisierungsprojekte, und das war ja übrigens im Start mit Corona, also das darf man vergessen, ich bin bei Luke angefangen zwei Monate bevor Corona. Ich bin im Januar angefangen und im März war Corona da. Und ich brauche dir nicht erzählen, wie der Digitalisierungsstand zu dem Zeitpunkt war. Jetzt kann man froh sein, dass das Unternehmen bei Luke schon, was das Thema Teams und so, also diese Infrastruktur war super. Da haben die schon sehr, super guten Job gemacht. Aber wir haben auf einmal Beratung, wo kommen Leads her? Ja, wenn auf einmal keiner mehr in die Läden kommt, wo kriegst du Leads her? Und das war einfach megamäßig spannend. Da hat man einfach auch mal 80%-Lösung gemacht. Wir haben da innerhalb von vier Wochen eine Plattform gebaut mit einem Tochterunternehmen, was eigentlich gar nicht so was gemacht hat, aber die konnten Webseiten. Und da haben wir uns überlegt, wir müssen irgendwie was machen, was so ähnlich aussieht wie andere Lead-Plattformen. Und haben in vier Wochen was aufgebaut, was sicherlich sonst zwei Jahre gedauert hätte, weil erst alle hätten mitentscheiden, Strategie, Business Case, Konzept. Aber wir hatten so viel Not, wir haben einfach gemacht. Und diese Plattform hat in den ersten Wochen irgendwie, ich glaube, weiß ich nicht, zweieinhalbtausend Leads gebracht und hat einfach unsere Verkäufer dazu gebracht, dass sie weiter Autos verkaufen konnten. Wieder ins Spiel gebracht. Und deswegen, einfach mal machen könnte ja gut werden. Und wenn nicht, muss man es halt noch machen. Sehr schön. Du hast dich in den ganzen Entwicklungen ja auch wirklich aktiv weitergebildet. Und das kannst du natürlich jetzt voll in deinem Unternehmen, da kannst du darauf zurückgreifen und es natürlich anwenden. Das ist natürlich auch cool. War dieser Weg so klar für dich, dass du gesagt hast, ich gehe so beruflich meinen Weg, aber ich bin auch jemand, der sich immer punktuell weiterbildet. Und wie hängt das da bei dir zusammen? Ich habe quasi in den letzten Jahren das komplette Gegenteil gemacht wie die ersten 15 Jahre in meinem Leben oder 18. Weil das Schulsystem mich nicht hat geschafft, so zu packen. Okay, hallo. Das werden sicherlich auch viele, die hier zuhören, erkennen. Das war einfach, ich bin zur Schule gegangen, ja, aber ich habe den Sinn hinter einigen Sachen nicht verstanden. Ich habe nicht den Sinn verstanden, Wurzel zu ziehen. Weil ich war immer irgendwie auf Vertrieb aus. Wurzel macht einen Zahnarzt, zieht die, aber warum soll ich das lernen? Und da muss ich dir sagen, ich hatte sehr, sehr großes Glück. Meine erste Verkäuferzertifizierung bei Skoda. Ich kenne die Trainer heute noch per Namen. Zwei davon sind bei LinkedIn sogar vernetzt. Da habe ich so richtig Spaß an Lernen gekriegt. Verkaufstechnik, damals ganz klassisch Bedarfs-Bedürfnis-Analyse, Einwandbehandlung, Disc-Modell übrigens, wo wir vorhin über Circular gesprochen haben, ja, Urthema so irgendwie Blau ist der Rot und welche Kunden gibt es. Und da habe ich Lust auf Lernen gekriegt. Und das zieht sich bis heute, da haben wir vorhin kurz drüber gesprochen, gestern Nacht aus der Schweiz wiedergekommen und habe da die ähnlich verwandte Ausbildung wie die NLP-Ausbildung letzte Woche gemacht, wo es sehr stark um Verkaufspsychologie einfach geht. Und das ist doch wahnsinnig, weil das Wissen ist heute überall da und du kannst alles lernen. Wenn du sagst, du möchtest Facebook schalten, also Werbung über Facebook schalten, brauchst du zwei Wochen, dann schaltest du deine erste Werbung. Und du kannst es dir auf dem Laptop abends einfach lernen. Und das ist so ein Riesenglück. Wir haben letzte Woche noch darüber gesprochen, damals gab es dieses Brockhaus, kennst du mit diesen roten, dieser Lexika, diese Bücher für 6.000 Mark oder Euro, hat gestern jemand erzählt, wurden die damals verkauft und nie wieder geöffnet. Heute ist ja das ganze Wissen für alles da. Und ja, das hat sich eigentlich wie ein roter Faden gezogen. Ich freue mich, ich hatte immer Chefs, die mich auch gefordert und gefördert haben, durfte von den ganzen Zertifizierungen, Bereichsleiterausbildung, aber auch, ich habe auch Seminare bei Daimler machen dürfen, bei Mercedes-Benz, wo wir morgens um 7 Uhr barfuß über eine nasse Wiese gelaufen sind. Kann man schon mal die Frage stellen. Jetzt müssen die Hörer den Blick von Tim Klötzing sehen, als ich das gerade gesagt habe. Aber warum? Aber jetzt ohne Scherz, das Thema Persönlichkeitsentwicklung, da durfte ich drei Jahre lang bei einer ganz tollen Management-Level-Training von Daimler durchgehen, wo es drei Jahre lang, immer eine Woche im Jahr, die letzte Woche war übrigens in Oberstdorf mit Klettersteig und Wandern, wirklich nur an meiner Persönlichkeit arbeiten durfte. Und das ist auch ein Geschenk des Lernens gewesen, dass mein Arbeitgeber und die Branche es ermöglicht hat, aus sowas zu lernen. Also von daher auf deine Frage hin, ich nehme mal gern das Beispiel Tyrannosaurus Rex, war einer der größten und stärksten Dinosaurier, die es je gab. Aber er hat eine Sache nicht gemacht, sich weiterentwickelt. Er ist tot. Und das ist ja auch das, warum ich bei den Autohäusern und bei jedem Menschen selber, alles Stillstand in der Natur ist tot. Es ist uns gegeben, uns weiterentwickeln zu müssen. Die Herausforderung ist nur, dass das Tempo der Weiterentwicklung halt so brutal schnell geworden ist. Und du weißt erst, du hast Instagram verstanden, dann kommt TikTok. Dann hast du TikTok verstanden, dann kommt schon wieder das Nächste. Nicht wie StudiVZ mit zehn Jahren, wo du Zeit hast, dich zu gewöhnen, sondern alle zwei Jahre kommt eben was Neues. Das ist so auch die Besonderheit auch an Herausforderungen für unsere Branche auch. Aber Lernen ist gut, Lernen ist super. Ich habe auch etliche Jahre gebraucht, um da quasi wieder reinzukommen. Am Anfang Schule auch, ähnlich wie bei dir, Katastrophe. Dann irgendwie so gemacht und dann echt einige Zeit in der Praxis unterwegs gewesen. Dann irgendwann hat es so Klick gemacht und es gab die Bausteine, die mich interessiert nach vorne gebracht haben. Und dann war, ich sage mal so, der Stein ist ins Rollen geraten und nicht mehr aufzuhalten. Also das macht wirklich Spaß, sich vorzubilden. Und das bringt einfach eine Menge. Ja, und ist auch vielleicht dann noch, man merkt das zum Beispiel auch ganz stark jetzt heutzutage auch im Verkauf, aber auch in der Werkstatt. Was sich dieses Jobprofil des Monteurs, des Technikers weiterentwickelt hat und weiterentwickeln muss, aufgrund von dem ganzen Technologieschwung, ist ja Wahnsinn. Also auch da ist ja das Thema Lernen. Also wenn man da die Leute für gewinnt, es macht einfach auch Spaß, was wir in unserer Branche zu lernen haben. Weil die ist so vielseitig. Es sind Autos, es ist Vertrieb, es ist Marketing, es ist Digitalisierung. Also du kannst in diesem Job einfach alle Leidenschaften spielen, die es irgendwie gibt. Das ist schon cool. Du bist aktiv als Stratege, Transformationsberater, Experte für digitalen lokalen Vertrieb im Autohaus. Ja, alles smart und so, aber sag uns doch mal, wie sieht dein Alltag aus? Was machst du da so? Gut. Gut, das ist schön. Danke. Weiter, nächste Frage. Wie sieht der Alltag aus? Da muss man so ein bisschen differenzieren. Also klassisch, mein Hauptkundenklientel, wo ich hauptsächlich unterwegs bin, ist zum Glück im Autohaus und mit Autohäusern zusammen. Und das ist auch das, was meine Leidenschaft ist und wofür ich den ganzen Job ja auch mache. Ja, und klassisch sind da sehr viele Strategie-Workshops mit Geschäftsführern, mit Führungskräften, wo wir überhaupt erstmal drüber sprechen, über Veränderungen, über Strategie. Was macht das eigentlich mit dem Menschen? Gerade Strategie ist gerade das beliebteste Wort im Autohaus. Aber ohne die ist es einfach schwierig und planlos. Und das merkt man ja auch heute, das sehe ich leider immer wieder. Die sind einfach alle schier überfordert, viele. Nicht, weil sie es nicht können, sondern einfach, weil es so viel auf die Autohäuser einprasselt. Die gehen auf drei Events, hören sich hier so einen Podcast an, lesen noch einen Magazin und haben eigentlich 800 Projekte neu. Theoretisch, davon alles tun müsste. Und das ist eigentlich so mein Hauptthema, dass ich immer gerne erstmal mit den Führungskräften im Autohaus erstmal aufräume, sortiere, wo wollen wir wirklich hin und wirklich den Elefanten mal ein bisschen, zwar aufmalen, wie er ganz aussieht, aber ein Stückchen und Scheiben schmeckt er einfach besser und ist besser zu verdauen. Das heißt, das ist ganz viel mit Führungskräften, was mir riesig Spaß macht. Da kann ich natürlich auch ein bisschen Expektise teilen, also aus den vorangegangenen Positionen. Ich hatte bei Beresa acht Teamleiter bei mir in der Steuerung und waren darunter nochmal 100 Verkäufer. Also da einfach auch ein bisschen aus der Erfahrung teilen, aber auch vor allem aus dem Wissen aus anderen Branchen und einfach Impulse liefern und zusammenarbeiten. Das ist der eine Bestandteil. Dann freue ich mich immer wieder, Verkäufer-Trainings. Das ist einfach genial, wirklich Akquise-Trainings zu machen mit denen, zu telefonieren, aber auch die neuen Sachen wie Social Selling, wie macht man Akquise bei LinkedIn, was gibt es da für Möglichkeiten der Digitalisierung. Mit den Verkäufern und Verkäuferinnen zusammen, für mich immer noch ein unfassbar wichtiges Jobprofil und in Zukunft wird es, meinen Augen, noch wichtiger, gerade bei den ganzen Agenturmodellen. Ich sage immer, Verkäufer ist the next big thing. Da bin ich sehr, sehr überzeugt von. Genau, also mit Verkäufern vielen. Und dann im Autohaus klassisch noch, hatte ich heute Vormittag noch mit einer großen Gruppe mit Marketingabteilung, wo wir dann wirklich sagen, Marketingstrategie, Social Media und Co. Und das immer im hybriden System, weil dafür werbe ich ja auch, lokal und digital. Ich bin super gerne vor Ort im Autohaus, spüre das, schmeckt das, riecht das, lerne das richtig kennen, die Leute, die Menschen. Und dann gibt es aber auch ganz viele digitale Workshops. Das ist so die Autohausgeschichte. Und dann gibt es ja noch die Hersteller. Und das ist immer so ein echter Kontrastprogramm. Ich darf ja gerade eine neue Leasinggesellschaft bei Mercedes-Benz mit aufbauen, als verantwortlicher Rollout-Manager für Deutschland und habe dann da mit großen Beratungen zu tun. Also mit den richtig großen, dagegen bin ich so ein Mini-Kleiner. Super international, extrem riesen Programmierteams in Indien, Konzernstrategie, also so weit weg, so anders. Und das ist einfach immer wieder, wenn ich freitags auch so eine Woche zurückgucke und denke mir so, okay, du warst irgendwie in Bamberg, in der schönen Stadt Bamberg, bei einem ganz, ganz tollen BMW-Händler und hast irgendwie gesprochen, wie du das vor Ort, das Gebiet akquirierst. Und mittwochs warst du in Stuttgart und hast halt irgendwie darüber gesprochen, wie in Europa die neue digitale Abschussstrecke auf mercedes-benz.de aussieht. Und diese beiden Welten, freitagsabends beim Glas Wein zusammenzubringen, ist immer wieder schön und macht den Job einfach schön. Ja, Wahnsinn, ne? Coole Spannweite auf jeden Fall. Wir werfen jetzt mal einen anderen Blick und zwar wir nehmen erstmal den Blick aus dem Rückspiegel weg und machen Fernlicht an und gucken mal nach vorne, in die Zukunft. Mit deinem persönlichen Wissen aus der Branche, jetzt hast du ja auch schon gerade viel erzählt und vielen Gesprächen ja mit den Kunden, mit den Menschen, wo du da auch gerade gesagt hast, du Wert darauf legst. Wie siehst du die Zukunft des deutschen Autohandels? Eher, ich sag mal, goldene Zeiten oder eher düstere Zeiten? Oh, er hält sich den Mund. Jetzt habe ich ihn zum Nachdenken gebracht. Auch ich kann mal kurz innegehen. Auch du, ja, auch du. Weißt du, ganz offen, die Leute, die mich kennen, wissen das auch. Einerseits weiß ich, wie nervig es ist, wenn man permanent vom Autohaussterben spricht und alles ist so schlimm und alles ist so doof und viele können es nicht mehr hören. Und es ist ja auch schöner, darüber zu sprechen. Letztes Jahr hatten fast alle Autohäuser die besten Ergebnisse ihrer Geschichte. Also die Unternehmensergebnisse sind runter in den Ebit gebrochen, waren fast alle Autohäuser der großen Vertragshändler beste Unternehmensergebnisse ever. Die Frage ist immer nur, worauf ist es zurückzuführen? Und deswegen, wie sehe ich die Zukunft? Erstmal divers, so wie unsere Welt. Wir haben vorhin kurz am Anfang schon über das Thema Textilbranche gesprochen und ich nutze mal ein ganz, ganz wesentliches Bild, was ich hier gerne mal probiere zu zeichnen. Nur mit der Stimme. Ich hoffe, ich kriege bei allen Zuhörern ein Bild in den Kopf, damit das auch visuell klar ist. Und zwar, seit immer schon, seit tausenden von Jahren, entscheiden Kunden, wie die Wirtschaft läuft. Niemand anders, außer an der reinen Diktatur der Planwirtschaft. Sondern wir haben eine freie Marktwirtschaft und in einer freien Marktwirtschaft entscheidet immer am Ende der Kunde. Aktuell habe ich das Gefühl, dass viele denken, die Hersteller würden auf einmal entscheiden, wo der Kunde kauft, wie der Kunde kauft. Oder irgendwelche Online-Plattformen, die irgendwas machen. Nein, es muss immer ein Mensch sein, ein Endkunde, der sagt, ich mach das so. Jetzt gibt es aber die Besonderheit, über, keine Ahnung, 80 Jahre hatte der Kunde in Deutschland nur über ein Autohaus gekauft. Es gab keine andere Möglichkeit. Bei vielen Autohäusern hat er wegen des Autohauses gekauft, wegen des Verkäufers. Bei einigen hat er leider aber auch trotz des Autohauses und trotz des Verkäufers gekauft. Alle, die hier zuhören, gehören natürlich zu der Riege wegen des Autohäusers. Nur die, die diesen Podcast nicht hören, sind die trotz. Das heißt, die Kunden konnten das Neue, BMW, Audi, Mercedes, VW, was auch immer, nur bei ihrem Autohaus kaufen oder bei einem anderen Autohaus. Aber es gab nur diesen einen Kanal. In den letzten 5, 6, 7 Jahren sind die Online-Plattformen dazu gekommen. Und damit meine ich jetzt nicht Lead-Vermittler, die an das Autohaus ein Lead vermitteln. Weil das sind einfach nur Marketing. Das ist wie eine Zeitung in digital. Sondern damit ist wirklich gemeint, ob es ein Sixth ist, ob es verschiedene Abo-Plattformen sind. Ich kann ein neues Fahrzeug auch über eine Abo-Plattform beziehen, die zum Teil direkt beim Hersteller bezieht oder ein Händler hat mit dem sie vielleicht zusammenarbeitet. Aber die anderen Autohäuser sind raus. Das heißt, die Kunden haben eine zweite Option bekommen. Und was ja jetzt, mein Heimatstall, Mercedes-Benz, ist Vorreiter aktuell in dem Thema, nach Tesla. Das Thema Direktvertrieb, Agenturmodell. Jetzt kommt zum ersten Mal noch ein Player mit auf den Markt, der eigentlich immer nur ein Interesse hatte. Auto bauen, über ein Wertstor geben. Und bitte mit Kunde und Handel, lasst mich damit in Ruhe. Problem war nur, dass so ein Mensch aus den USA, der irgendwie Bock auf Elektroautos hatte, gesagt hat, Mensch, ich mach den Vertrieb ganz anders. Also ich baue erstmal Elektroautos und mach den Vertrieb anders. Und natürlich, wir alle gesagt haben, wir Deutschen, hey, das geht nicht. Long story short, wir haben es ja gesehen, wie es geht aktuell. Und der hat halt andere Vertriebskosten. Und jetzt sind natürlich die Mobilhersteller, müssen auch schauen, dass sie es vielleicht hinkriegen, probieren. Sie wollen es versuchen. Auf unterschiedlichste Art und Weise. Das ist ja total spannend, das Feld. Echte Agentur, unechte Agentur und so weiter. Das heißt, der Kunde hat drei Möglichkeiten. Er kann direkt beim Hersteller kaufen, er kann beim Autohaus vor Ort kaufen. Was war noch mitverdient zum Teil, das war auch immer eine Frage der Zeit, wie lange das noch so ist dann, wenn alle beim Hersteller kaufen. Und er kann bei Abo-Plattformen, Online-Plattformen, Autovermietern, neuen Mobilitätskonzepten, das sind ja alle die ganzen neuen Sachen, die sind ja auch alle neu auf dem Schirm. Carsharing und so weiter und so fort. Das heißt, dieser Kunde hat drei Optionen, an das identische Produkt zu kommen. Und das macht oft eine Frage, wie ich die Zukunft des Autohandels sehe, wenn wir das jetzt auf Autohaus beziehen. Gibt es eine Zukunft? Ich sage immer, das Spiel ist angepfiffen, es geht los, es ist angepfiffen, aber der Kunde entscheidet, welchen Kanal er wählt. Und ein Autohaus muss halt alles dafür tun, dass der Kanal Autohaus gewählt wird und eben nicht einer der anderen beiden. Wenn ich jetzt mit dem Automobilhersteller bin, dann muss natürlich der Automobilhersteller alles dafür tun, dass sein Kanal gewählt wird. Und wenn ich eine Abo-Plattform bin, muss das Marketing und der Vertrieb so gut sein, dass alle die Abo-Plattform wählen. Und das ist Wettbewerb. Also von daher, wie gut es wird, entscheiden die Player auf dem Markt und der Kunde. Ganz einfach. Ich weiß es nicht. Ich sorge nur dafür ganz viel, dass alle gut sind, weil ich glaube, es haben alle auch eine Daseinsberechtigung nebeneinander. Hersteller, Autohäuser, Mobilitätsdienstleister. Ich hatte mir in dem Kontext noch eine andere Frage aufgeschrieben, die hast du quasi fast mit beantwortet. Viele Hörer sind hier natürlich direkt aus dem Autohandel oder auch von den Herstellern. Und wenn du ihnen einen Rat geben solltest, wie würde dieser lauten? Also den hast du ja gerade eben schon so ein bisschen beantwortet, so von wegen, sei dabei und mach. Ja und echte Kundenzentrierung leben. Und ich weiß, der Begriff ist ausgeduldet. Er steht in jeder Strategie. Fokus Kunde. Da kann man die Strategie in den letzten 20 Jahren herausfinden. Irgendwo stand immer mal einer, das da reingeschrieben. Weil muss man. Da ist noch Digitalisierung und Transformation zugeschrieben worden. Das ist jetzt gerade unvogue. Aber Fokus Kunde stand immer schon drin. Nur meine provozierende Frage ist immer dann am Anfang, wenn ich so die ersten Workshops mache und mir meine Freunde da machen möchte, dann sage ich immer, okay, aber solange wir Kunden noch nicht mal schaffen, einen Parkplatz anzubieten, brauchen wir doch noch nicht reden von Kundenfokussierung. Solange wir es nicht schaffen, ans Telefon zu gehen, solange wir es nicht schaffen, innerhalb mal von 30 Minuten auf eine Anfrage zu reagieren, brauchen wir keine Customer Experience Projekte, die irgendwie den Kaffee dreimal geröstet durch die Tasse schleifen, sondern es sind die einfachen Sachen. Deswegen mein Rat aktuell, sage ich immer, erst mal Eis, Schlittschuh laufen lernen. Das habe ich mal von einem Mentor von mir hat den Satz mal gesagt, lern erst mal richtig Schlittschuh laufen, bevor du den dreifachen Rittberger auf dem Eis probierst. Und deswegen die Basics sind immer noch die, die Kunden überzeugen. Und wir kümmern uns viel zu viel, deswegen bin ich auch nie mal so ein Freund, ich sage mal so Fahrräder ins Autohaus bauen. Das ist ein super Geschäftsmodell, aber wenn die Basics noch nicht stehen, dann stehen sie auch für Fahrräder nicht. Ob da Autos oder Fahrräder stehen, wenn der Rest noch nicht passt, dann passt der Rest noch nicht. Und ja, deswegen, ich glaube, es gibt realistische Chancen. Die Autohäuser müssen das Rad nicht neu erfinden, in meinen Augen, also alle sind so, alles neu machen. Nee, einfach mal gut Autos verkaufen. Die haben ja alles da, ne? Ich meine, also alles an, die Location ist da und muss geübt werden. Stammkunden sind da, Autos sind da und auch da. Ja, natürlich kann das sein, dass in zehn Jahren die Hersteller alle nur noch Direktvertrieb machen. Ja, wenn wir den Hersteller dazu bewegen, das zu tun, muss er es tun. Warum gehen denn viele den Weg? Wenn Kundenleads alt werden und achtstündig angerufen werden, natürlich muss ein Hersteller sich dann selber darum kümmern. Das wird doch jeder drauf machen. So, Sarah, jetzt haben wir viele Themen schon hier Wolle genommen. Jetzt kommen wir mal zu den Abschlussfragen. Und das erste sind drei Stichworte, wo ich dich um deine Meinung bitte. Und da sage ich mal gern dazu prägnant und kurz, weil das sind drei richtig tolle Buzzwords. Also da wirst du, wenn du die hörst, wirst du denken, alles klar, können wir einen Aufsatz drüber schreiben über sechs Stunden und zwar Digitalisierung. Deine Meinung? Lokal und digital. Okay. Lokal und digital. Nee, da muss ich noch einen Satz mehr haben. Digitalisierung. Nee, da brauche ich einen Satz mehr. Digitalisierung geht auch lokal. Viele denken immer bei Digitalisierung an E-Commerce, an irgendwelche riesenkomplexen Plattformen. Aber vernünftiges digitales Marketing lokal zu machen, Social Media vernünftig zu nutzen, eine gute Beratung im Autohaus, wo überall riesen Screens hängen, die aber keiner benutzt. Die sind ja schon da. Deswegen Digitalisierung. Mal auf dem Teppich bleiben. Wir haben alles. Einfach mal erst mal nutzen. Okay. So, das nächste Buzzword dieser Tage. Agenturmodell. Anspruchsvolle Chance mit definitiv auch einem Risiko. Aber mit Fokus auf Chance, weil die Preisgleichheit, was eine echte Agentur mit sich bringt, ermöglicht es wieder, dass ein Autohaus mit den Menschen und Verkäufern wieder alle Stärken spielen kann, die es hat. Und sich darauf konzentrieren kann. Und zwar auf das Produkt, auf den Kunden und auf eine gute Kommunikation und nicht auf, wer versteht das Marketingprogramm am besten und kann die besten Rabatte ausrechnen. Und das ist eine riesen Chance für die Autohäuser, die das begreifen und die Verkäufer, die das auch können. Der nächste Stichpunkt ist auf einen Autohändler bezogen. Die Eigenmarke. Ein altes Thema, was man nicht oft genug sagen kann. So aktuell wie nie. Ja, und man nimmt den Kaffeebecher, wo kein Logo drauf ist und man nimmt den von Starbucks und der kostet das Vierfache. Und ich sage mal, wenn alles gleich ist, muss irgendwas ungleich sein, damit man auffällt. Und die Autohausmarke, neben den Herstellermarken, die man auf jeden Fall so spielen sollte, aber die Autohausmarke auch für Mitarbeitergewinnung, für alles, die ist so wichtig und es ist so viel Potenzial, weil die wenigsten haben Lust, in ihrer Freizeit das Logo ihres Autohauses auf einem Hoodie zu tragen. Und das muss immer das Ziel sein. Kunden wie Mitarbeiter müssen sich ein Pullover, das ist bei jedem Strategie-Meeting der einfachste Satz, würden sie sich und ihre Mitarbeiter ein Hoodie samstags, nachmittags auf dem Fußballplatz anziehen mit dem riesen Logo auf dem Rücken. Wenn ja, kulturell alles richtig gemacht. Geile Autohausmarke, super. Wenn nein, dann haben wir was zu tun. Ich kenne die häufige Antwort wahrscheinlich. Okay, gut. Jetzt kommen wir zu der finalen Abschlussfrage, die ist immer gleich, die kennst du. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Wirklich einsteigen, Kommando geben, fahre mich da und da hin, Füße irgendwo abstellen, Zeitung aufmachen und dann ankommen? Wenn es das gibt. Nee, hier kommt keiner ohne Zahl raus. Mit einem Ja. Ja. Es ist ja die Frage, also die Automobilwelt kann das schon. Das ist ja eher so. In welchem Land? Frage ich mal, in welchem Land denn? Hier bei uns, Deutschland. Hier bei uns, ja. Okay, plus fünf erstmal. Und dann so komplett autonom, sagst du. Ja, Level fünf. Das ist so wichtig, ich sitze einfach und kann arbeiten und mein Auto fährt mich irgendwo hin. Ja. 2,30. 2,30, okay. Gut, sind noch sieben Jahre. Da schauen wir mal, also die Autos, wenn man sich so Neo ET7 und so anguckt, die die Technik also komplett schon an Bord haben und auf dem Dach haben. Ich habe auf die Legislaturperioden der Politik geguckt. Da müssen wir noch ein paar von durchschleusen. Die Gesetze, die immer mal gedacht werden, sind ja erst zwei, drei Perioden weitermal dann auch in der Farbschiebung. Absolut, es werden ja auch gerade politisch auch E-Fuels entdeckt, habe ich das Gefühl, im Jahre 2023 im März. Ist auch kurios. Ja, ja. Wird auf einmal ganz neu. Neuer Trend. Okay. Du, Sascha, ganz herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, dass wir mal sprechen konnten, weil mir war es auch ein Anliegen, wir sehen uns halt immer, haben die so richtig Zeit und man ist noch ein bisschen in Hektik und viel unterwegs, dass wir in Ruhe sprechen können und auch da draußen halt auch ein bisschen von deinem Input so an die Leute kommt. Ganz herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Sehr, sehr gerne. Und ja, vielen Dank an dich, dass du diesen Podcast machst, weil jeder Impuls, der in dieser Branche etwas nach vorne bringt, mal wieder was anstößt und sie am Leben hält und in Bewegung hält, sorgt dafür, dass sie weiterhin erfolgreich ist und die Geschichte der letzten 100 Jahre auch für die nächsten 100 Jahre fortschreiben kann. Und da gibt es nicht so viele, die da sich energisch für einsetzen, deswegen toll, dass du da auch so aktiv unterwegs bist. Danke sehr. Die Plattform bietet wir gemeinsam da. Was wir tun, das auch in Zukunft ist noch Autohäuser. Danke, nehme ich gerne an. Okay, damit sind wir dann mit dieser Ausgabe für heute am Ende und sagen Ciao, macht’s gut, bis zum nächsten Mal. Tschüss.