Einleitung

In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing einen besonderen Gast: Thomas-Hans Willem Encke, Vorstand Mobilität bei Santander Deutschland. Gemeinsam diskutieren sie die Entwicklungen in der Autobörsenlandschaft und die Herausforderungen und Chancen im deutschen Autohandel.

Ein Blick hinter die Kulissen von Santander

Thomas Encke, ein erfahrener Experte in der Automobilfinanzierung, gibt Einblicke in seine Karriere und die strategischen Entscheidungen von Santander. Er beschreibt, wie die Bank mit der Einführung neuer Konzepte und der Anpassung an die sich wandelnde Marktdynamik erfolgreich ist.

Die Bedeutung der Autobörse.de

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Entwicklung der Plattform autobörse.de. Encke erläutert, wie Santander die Plattform von Grund auf neu gestaltet hat, um den Bedürfnissen der Händler gerecht zu werden. Mit über 250.000 Fahrzeugen auf der Plattform strebt Santander an, die drittgrößte Autobörse in Deutschland zu werden.

Herausforderungen im deutschen Autohandel

Encke und Klötzing diskutieren die aktuellen Herausforderungen im Autohandel, darunter die wirtschaftliche Unsicherheit und die technologischen Umbrüche. Encke betont, dass die Nachfrage nach Fahrzeugen unter den wirtschaftlichen Bedingungen leidet, obwohl das Angebot vorhanden ist.

Fazit

Das Gespräch endet mit einem positiven Ausblick auf die Zukunft der Autobörsen und die Rolle von Santander in der Branche. Encke ist optimistisch, dass durch innovative Ansätze und starke Partnerschaften die Herausforderungen gemeistert werden können.

Themen:

  • Entwicklung der Autobörse.de
  • Herausforderungen im Autohandel
  • Strategien von Santander
  • Technologischer Wandel in der Automobilbranche
  • Wirtschaftliche Einflüsse auf den Autohandel

Key Takeaways:

  • Santander ist ein führender Akteur im Bereich der Autofinanzierung.
  • Autobörse.de wächst kontinuierlich und hat ambitionierte Ziele.
  • Der Autohandel steht vor wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen.
  • Innovative Konzepte sind entscheidend für den Erfolg im Automobilsektor.
  • Starke Partnerschaften sind der Schlüssel zur Bewältigung von Marktveränderungen.
📄 Vollständiges Transkript
Benzingespräche – der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Und heute zu Gast ein mir inzwischen wirklich liebgewonnener Kontakt aus der Autobranche, mit dem ich immer gerne auf Events über Fachliches, aber auch immer gerne über Autos seniere. Herzlich willkommen Thomas-Hans Willem Encke, Vorstand Mobilität Santander Deutschland. Hallo Thomas. Ja, hallo Tim. Schön, dass wir uns mal wieder auch in diesem Format sehen und sprechen. Ja, absolut. Und bei dem Intro, was ich da gerade gesprochen habe, waren wir auf irgendeinem großen Event, saßen relativ weit hinten und das Thema plätscherte so hin und dann saßen wir so nebeneinander. Gibt es hier was Neues? Irgendwie Autos und so? Ja, man ist ja nicht umsonst in der Branche. Wenn man sich das grundsätzlich nicht interessiert, das wäre schade. Ja, absolut. Also wirklich toll. Und ja, heute sitzen wir hier zusammen in eurem tollen Santander Wohn-Reisemobil. Santander-Mobil in kurz. Santander-Mobil. Alles klar, ich war mir gerade nicht sicher, aber du weißt es ja viel besser als ich. Und wir sitzen im Mobil, stehen quasi auf der IAA Mobility am Open Space, würde ich mal sagen. Ganz nah dran bei eurem Branchenabend zur IAA. Ja, wir sind hier immer gerne nah dran. Ja, fast drauf. Ja, geil. Da haben wir heute Abend so einen tollen Event von euch. Ich glaube weit über 200 sind dazwischen dabei. Ja, spanischer Abend. Spanischer Abend. Haben wir eingeführt mit dem Wechsel der IAA Mobility von Frankfurt nach München. Wir haben keinen Messestand mehr. Wir haben das Konzept geändert. Wir mieten uns eine Location und laden die Partner, Freunde, Befürworter von Santander. Kritiker können auch kommen. Auch gerne Kritiker. Laden wir dann ein, weil das ist ja das, was wir gut können. Leute zusammenbringen und Fachgespräche führen oder auch mal persönliche, weil man sich lange nicht gesehen hat. Und du hast recht, also sagenhaft deutlich über 200 Anmeldungen. Schauen wir nachher mal, wie es wird. Ja, geil. Ich freue mich auch schon. Erstmal, Thomas, bevor ich so mit so ein paar Themen zum deutschen Autohandel auf dich zu komme, stell dich doch mal den Hörern kurz vor. Ich glaube zwar, dass viele die meisten nicht kennen. Bin ich nicht so sicher, aber ich mache das trotzdem gerne. Also abgesehen von Frau, Kinder, Hund. Vielleicht was eher die Branchenthemen anbelangt. Ich habe ganz solide Banklehre und Studium in Köln gemacht. Habe dann auch bei der ersten Bank in Köln gearbeitet. AKB, Auto, Kreditbank. Das ist im Übrigen sehr wichtig. Weil als ich in Köln Abitur gemacht habe 1987, da hatte ich überhaupt gar nicht vor zu studieren. Und da hieß es dann eigentlich so, war landläufige Meinung, okay Abiturient, Ausbildung, Bank oder Versicherung. Und da dachte ich beides, boah wie langweilig. Wie kriegst du das denn jetzt auf Auto gedreht? Und dann gab es tatsächlich dann in Köln die AKB Bank. Seinerzeit habe ich dann da die Ausbildung gemacht. Bin nach dem Studium dahin gegangen. Dann ist AKB von der Santaner Gruppe übernommen worden, 2003. Und ich habe auch da dann immer weiter im Impfvertrieb gearbeitet, im Automotive Finanzierungsbereich. Hatte damals schon Berührungspunkte mit Autobörse. Kommen wir bestimmt gleich noch darauf zu sprechen. Und seit 2009 tatsächlich, ist auch gar nicht so kurz, bin ich Vorstand Mobilität bei Santaner Consumer Bank AG in Deutschland. Kurz Santaner. Und wir finanzieren alles, was Räder hat. Das weißt du ja. Autos natürlich, aber eben auch Reisemobil. Also breites Spektrum, macht total Spaß. Und wir freuen uns immer wieder, dass wir hier auf der IAA auch mal wirklich dann im engen Kontakt mit allen Freunden sein können, weil uns das ist eine Herzensangelegenheit für uns Autos zu finanzieren und Reisemobile ist wichtig für die Menschen, um mobil zu bleiben und es funktioniert gut. Aber wenn ich dann richtig aufgepasst habe, du hast die Ausbildung bei der AKB gemacht. Also du hast quasi eine Bewerbung geschrieben. Ich kann nichts anderes als Autobank. Aber im Grunde bist du immer noch bei deinem ersten Job. Ja, in der Tat. Zählt nicht so offiziell in der Unternehmenshistorie, aber stehe ich auch dazu, weil ich weiß, das ist jetzt vielleicht für Außenstehende nicht so einfach nachzuvollziehen. Aber ich hatte das Glück, mit dem richtigen Einsatz und natürlich auch mit einer gewissen Ausbildung immer interessante Themen mitbearbeiten zu können, irgendwann mal auch wirklich ein Stück weit beeinflussen und leiten zu können. Das hat immer Spaß gemacht und Zanzaner ist ja auch ein Weltkonzern mittlerweile und ich habe da auch die europäische Division mit aufbauen können. Da hängt man dann auch ein bisschen dran an dem Unternehmen und auch an dem Team. Wenn du dann ja quasi in deinem gesamten Berufsleben ja das Thema Bank, aber immer Auto-Kontext hattest, wenn du da so zurückblickst, hast du da besondere Erinnerungen an irgendwelche Phasen, die besonders anspruchsvoll waren, die besonders erfolgreich waren oder das Gegenteil vielleicht waren? Ja, also ich glaube mein allererster entscheidender Moment, den ich so ein Stück weit begleiten durfte war die deutsche Wiedervereinigung und was im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung mit dem dann gesamtdeutschen Autohandel passiert ist. Dass wir dann eben rechtzeitig in damals die neun Bundesländer mit unseren Kollegen hineingegangen sind und dort dann eben auch den Händlern geholfen haben, ihren Autohandel aufzubauen. Primär mit einer Händlerfinanzierung, also Einkaufsfinanzierung für Fahrzeuge und das war wirklich eine einzigartige Bewegung. Und ich schwöre, dass wir heute hier jede Menge Händler haben, die wir seit diesen Tagen kennen, 20, 30 Jahre und da ist eine wirklich intensive Geschäftsbeziehung entstanden und diese Händler haben sich auch wirklich gut entwickelt und das ist mir total in Erinnerung geblieben. Naja und dann, ich habe ja eben gesagt, die AKB ist übernommen worden vom Santaner-Konzern. Natürlich gab es dann da auch dieses typische Fusionsthema, zwei gleich große Banken, das war damals die CC-Bank und die AKB-Bank waren dann beide im Santaner-Konzern. Wir mussten von Köln nach München-Gladbach umziehen. AKB-seitig, das war natürlich emotional eine kleine Hürde, aber es war alles der Sache wert, denn dieser Merger hat so hervorragend funktioniert am Ende des Tages. Und seitdem kann man auch wirklich sagen, dass wir bestimmt bei den Non-Captive-Banken, also bei den unabhängigen Autobanken klarer Marktführer sind und das ist letztendlich auch wegen dieser Fusion so gekommen. Wahnsinn. Ich habe mal nachgeschaut, wir haben 2020 im Juni einen Podcast aufgenommen und das weiß ich noch, weil das war damals, da habe ich den Podcast gerade ein Jahr gehabt und da war ich ja wirklich auch froh um, mein Netzwerk war dann natürlich nicht so wie heute und da war ich auch wirklich geehrt, mit dir damals sprechen. Der kleine Tim durfte im Vorstand von der Bank sprechen, um Himmels Willen, da haben wir die Knie geschlottert und ich habe vorbereitet und du saßt nebenan und hast online eine Pressekonferenz gegeben zu autobörse.de. Tatsächlich, ja. Der Restart. Er ist ja wirklich voll dran an dem Thema. Fünf Jahre her, er hatte noch jetzt ein Posting, er hat einen Meilenstein erreicht, Fahrzeuge auf der Börse, eine Viertelmillion. Ja, ganz genau. Wie ist die Reise die letzten fünf Jahre gelaufen? Unsere Reise ist ganz erfolgreich eigentlich, wenn man jetzt mal die Anzahl der Fahrzeuge anbelangt. Wir haben viele Händler auf der Plattform, ich meine wir arbeiten eben auch bankseitig mit deutlich über 10.000 Händlern zusammen. Wir glauben schon, dass wir als Autospezialbank in der Lage sein sollten, eine vernünftige Plattform für unsere Händler und ihre Produkte an den Endkunden anzubieten. Und du hast das gesagt, 250.000 tatsächlich, das ist natürlich schon mal eine schöne Marke. Wir wollen 300.000 zum Ende des Jahres haben. Okay. Und auf der anderen Seite beobachten wir natürlich auch, was gerade auf diesem Markt so passiert. Da gibt es eine kleine Konsolidierung. Wir schauen uns genau an, wie wir damit umgehen. Aber ohne jetzt dafür speziell Marketing-Auswendung zu haben, sind wir jetzt die drittgrößte Börse in Deutschland. Und wir wollen halt die Börse sein und auch werden, die vielleicht noch ein Stück weit mehr die Handelsorientierung hat. Weil das ist ja ein Thema bei den anderen beiden Anbietern, da sind die Händler nicht immer glücklich. Aber diese Börsen funktionieren gut, das muss man auch sagen. Und da müssen wir erstmal hinkommen mit Autobörse. Was die Hörer jetzt nicht gesehen haben, ich aber, er strahlt. Er strahlt, wenn er darüber spricht. Weißt du warum? Weil ich war seit 96, also nach dem Studium war ich wieder bei AKB Bank und ich meine ich wäre 1998 damals tatsächlich in diesem Projekt gewesen, Online Autofinanzierung. Und diese Autobörse, die hieß auch damals autobörse.de, deswegen habe ich auch eben von dem Restart gesprochen, weil seitdem gehört uns eben diese Domain und die war damals noch auf dem Bank-IT-System und konnte deswegen auch nicht dauerhaft erfolgreich sein. Das haben wir zwischenseitig geändert. Wir haben uns jetzt mit unseren spanischen Kollegen zusammengetan, eine solide technische Plattform. Man lernt ja auch aus seinen Fehlern. Ich muss gerade sagen, wir sitzen ja hier in dem Wohnmobil. Ein Kollege von der Santander ist auch noch mit hier, der Marcel Gerblich und der musste auch gerade schmunzeln. 1998 eine Fahrzeug-Plattform, also eine Handelsbörse auf dem Bank-System um Himmels Willen. Damals war das wirklich heiß. Aber das ist die Zeit, in der wir feststellen müssen, dass das irgendwie schwierig ist, wenn man eine Priorität finden muss zwischen der nächsten Kreditsache, die die IT-Gruppe. Das war leider zum Scheitern verurteilt, aber jetzt fühlen wir uns ganz wohl mit dem, was wir haben. Du hast natürlich einen extrem guten, guten, faktenbasierenden Blick auf den deutschen Autohandel. Da will ich dich nochmal ein bisschen zu befragen. Ihr seid einer der größten oder mit der größten Autofinanzierer in Deutschland. Da habe ich mal drei Fragen zusammengescribbelt. Wie geht es dem Autohandel in Deutschland? Ganz pauschale Frage. Ja, dem Autohandel geht es ganz allgemein noch ganz gut. Nicht allen Händlern geht es so gut wie in den vergangenen Jahren. Das liegt ein Stück weit an absehbaren Themen. Das ist die Makroökonomie in Deutschland, die Endverbraucher vor dem Hintergrund der wirtschaftlich dauerhaft schlechten Lage, steigende Arbeitslosigkeit, Unsicherheit im Markt. Es ist nicht dazu geneigt, jetzt die Nachfrage so zu entfalten, wie das Angebot es ermöglichen würde. Preise sind hoch von Neuwagen. Der Markt entwickelt sich deswegen auch, obwohl die Hersteller alle auf vollen Höfen und vollen Lägern sitzen. Die Neuzulassungen entwickeln sich seitwärts seit einigen Jahren. Es gab relativ gutes Wachstum nach Covid auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Man glaubte, man ist bald mal wieder auf diesem Niveau, sieben plus Millionen Besitzungsschreibung, wie man das mal hatte. Das ist aber dieses Jahr auch jetzt nicht wirklich eingetreten, auch da kein Wachstum. Und die Technologiewende im Automotive tut natürlich auch so ihr Übriges. Da ist die Frage, was setzt sich durch, wann kommt die Batterie, elektrische Fahrzeugvorgabe, dass man eben nichts anderes mehr produzieren darf, Verbrenner ausgenannt. Das verunsichert die Kunden, da müssen sich aber auch die Händler mit auseinandersetzen. Und als Bank sehen wir zum Beispiel, dass die Lagerhaltungskosten, also Fahrzeuglagerhaltungskosten für Händler sich doch deutlich mittlerweile nach oben entwickeln. Geld kostet jetzt wieder Geld, also Zinsen genannt. Und das macht natürlich auch was mit den Geschäftsmodellen der Händler. Da muss man sich anpassen. Zum Glück gibt es viele und sogar die allermeisten Händler, die echte Unternehmer sind, die diese Zeichen auch erkennen und dann natürlich auch korrigieren können und sich dann entsprechend mit ihrem Geschäftsmodell anpassen. Ihr habt natürlich auch ganz viel letztendlich mit dem Endkunden zu tun als Finanzierungsgeber und Co. Wie würdest du, da ist natürlich eine uneliktive Frage, wenn man wollte, aber so einen Überblick geben, wie sieht es auf Seiten der Kundschaft aus? Ob es nächstes Jahr möglicherweise wieder Subventionen darauf gibt? Hat man zu früh gekauft? Das ist, glaube ich, ein großes Thema. Also Eigentumserwerb an BEV-Fahrzeugen ist momentan eher auf der Privatkundenseite nicht das erstrebenswerte. Leasingangebote sind da natürlich wichtig für die Endkunden. Und grundsätzlich ist das Preisniveau sicherlich auch eine Frage. Mit dem Technologiewandel sind auch die Preise für neue Fahrzeuge nach oben gegangen. Da sind wir als Bank natürlich in der Verpflichtung, die Mobilität bezahlbar zu machen. Aber wenn wir auf unsere durchschnittlichen Raten von unseren Endkunden mal schauen, die die Kredit- und Leasingverträge letztendlich repräsentieren aus der Vergangenheit und wenn wir das heute anschauen, da ist dann schon echt eine große Differenz, mehrere hundert Euro für vergleichbare Fahrzeuge, die natürlich auch ein Loch in die Haushaltskasse reißen. Also Realeinkommensverlust durch steigende Fahrzeugpreise hätte ich fast gesagt. Und das ist natürlich auch eine Aufgabe der Hersteller, da ein Stück weit entgegenzuwirken. Dann habe ich noch die Frage, wobei ein Teil eigentlich schon beantwortet, wie ist die Nachfrage? Haben wir schon eigentlich so ein bisschen jetzt abgefrühstückt, aber wo seht ihr, kannst auch gerne noch was zu sagen, wo seht ihr die Nachfrage in diesem Jahr besonders ausgeprägt? In welchen Segmenten vielleicht? Ja, das finde ich relativ schwer zu beantworten. Also wir sehen zum Beispiel, dass die BEV-Fahrzeuge bei gewerblichen Kunden, Flottenkunden, Leasingverträge durchaus jetzt steigt. Das sieht man auch an den KBA-Zahlen. Das ist so, während es bei Privatkunden tatsächlich immer noch traditionell Benzin und Diesel ist, was funktioniert im Zweifelsfalle. Da erwerben die Kunden dann auch über Kreditfinanzierung und Eigentum. Ich hatte das eben schon gesagt, bei batterieländischen Fahrzeugen lieber Leasing. Und ansonsten ist das uneinheitlich für mich. Interessant wird das jetzt, wenn die BEV-Fahrzeuge aus den Flotten heraus in den zweiten Markt reingehen, also in den Gebrauchtfahrzeugmarkt. Da ist die Frage, wo ist denn dann da die Begehrlichkeit? Im zweiten Markt muss aber vorhanden sein, weil da kommen relativ viele Fahrzeuge. Und ansonsten ist der Technologiewandel nicht umsetzbar, wenn die Technologie nicht auch wirklich vom Endverbraucher, privaten Endverbraucher akzeptiert wird. Was sind denn so für euch als einem der großen Player im Markt zurzeit die relevantesten Themen? Womit beschäftigt ihr euch aktuell am meisten? Wir beschäftigen uns, deswegen haben wir es eben so thematisiert, natürlich mit der Leistbarkeit der Finanzraten. Wir beschäftigen uns damit, dass bei aller Nutzungsorientierung für die neuen Technologien, BEV und Hybridfahrzeuge, trotzdem gibt es immer einen Eigentümer. Also eine Leasinggesellschaft ist ja der Eigentümer des Fahrzeugs, wenn der Endkunde es nur als Leasing erwirbt und hinterher nach der Nutzung eben an die Leasinggesellschaft möglicherweise zurückgeben kann. Das ist ein großes Thema, weil die Restwertentwicklung dieser Technologie, die war in den letzten Jahren und ist auch immer noch negativ im Verhältnis zu dem Restwert, den man ursprünglich mal eingeschätzt hat, nach zwei, nach drei Jahren. Und die Banken und Leasinggesellschaften können das alleine nicht stemmen. Dann wird das Risiko aus der Marktpreisentwicklung in eine Richtung verteilt. Wir haben mit unseren Herstellern auch schon Vereinbarungen entsprechend getroffen, weil sonst würde sich diese Technologie eben gerade nicht durchsetzen. Das ist eine Sache. Die zweite Sache ist, dass wir natürlich unsere Refinanzierungsstruktur verändern müssen mit den Kosten, die sich im Markt jetzt entwickeln. Und aus dem Makrozyklus ist es tatsächlich auch so, es ist nicht nur die Leistbarkeit in Höhe der Rate zwischenzeitlich ein höheres Thema, es ist auch die Leistbarkeit der vereinbarten Rate. Ich will damit sagen, viele Banken in Deutschland sehen gerade, dass das Rückzahlungsverhalten der Kunden schwächer ist als in der Vergangenheit. Und damit steigen ganz einfach gesagt natürlich Risikokosten bei allen Banken. Das ist normal. Das ist auch die Aufgabe einer Bank, in so einem Makrozyklus Risiko letztendlich auch ein bisschen abzufedern. Dafür werden ja auch Zinsen gezahlt. Aber das sind halt Dinge, die sich doch verändern im Zeitablauf und die auch Santander betreffen natürlich. Ihr beobachtet den Markt ja auch relativ genau und die fortlaufende Konsolidierung im Autohandel hat Fahrt aufgenommen, ist im vollen Gange. Wie beurteilt ihr diese Bewegung? Was für einen Impact seht ihr da? Nun, Konsolidierung ist ja erstmal dadurch geprägt, dass erfolgreiche Unternehmen weiter wachsen und kleinere, nicht so erfolgreiche Unternehmen grundsätzlich verdrängen. Dagegen ist ja nichts zu sagen. Es gibt dann eben auch oft bei diesen Unternehmen, die aufgenommen werden, gerade auch den Ausstieg des Unternehmers, der auch gerade in der persönlichen Planung ganz gut passt. Wir sehen, dass sich gerade die Händler immer weiter entwickeln und immer größer werden, die durchaus sehr professionell als Unternehmen agieren, die eng an den neuesten Entwicklungen sind. Wir haben eben im Vorfeld zu diesem Podcast über KI gesprochen, Tim. Das klingt ja erstmal weit weg. Aber es ist eben wichtig, dass man sich auch als Autohandelsunternehmer mit diesen Themen beschäftigt, um zu sehen, was ist denn da für mich drin. Im Vertrieb, im Marketing etc. Und das sehen wir schon, dass die Professionalisierung der Autohandelsunternehmen dazu führt, dass die auch sich wirklich erfolgreich im Markt positionieren und größer werden. Und gerade bei den größeren Händlern, darauf richten wir uns auch ein von Santander. Wir wissen auch, dass mit der Größe des Unternehmens die Ansprüche an den Bankpartner durchaus vielfältiger werden. Was Produkte anbelangt, was Services anbelangt, was Refinanzierung über Einkaufskreditlinien anbelangt. Und das ist uns durchaus klar, dass wir uns da in der Zukunft immer mehr darauf einstellen, dass auch schon erfolgreich seit zwei, drei Jahren tun. Macht das für euch einen Unterschied, dass auch durchaus große Gruppen international aufgekauft werden? Dass da internationale Player über die Grenzen hinweg jetzt nach Deutschland kommen? Du meinst, wenn jetzt ein ausländischer Player nach Deutschland kommt? Tendenziell nein. Weil das sind alles professionelle Autohandelsunternehmer. Der europäische Markt funktioniert in den einzelnen Ländern eigentlich gleich. Auch die Geschäftsmodelle verändern sich dadurch nicht dramatisch. Und jetzt könnte ich sagen, Santander ist ja auch europäisch aufgestellt. Das bietet natürlich auch einige Vorteile. Ist auch nicht ganz zufällig. Wir haben eine europäische Division, die genau das zum Ziel hat. Innerhalb von Europa in den Kernmärkten. Und da sind wir überall vertreten. Genau diese Autofinanzierungsprodukte und Services anzubieten. Teilweise kennen uns diese großen Autohändler auch schon aus den Ländern, in denen sie ihr Kerngeschäft entwickelt haben. Und für uns ist das natürlich eine gute Chance, dann eben auch zu zeigen, worin liegt denn dann auch der Vorteil, wenn man mit einem, naja, zumindest mal pan-europäischen, in Wahrheit sogar schon globalen Autofinanzierungspartner arbeitet. Weil wir sind ja genauso gut in Amerika und in Südamerika. Ich hätte noch das Schlagwort Ownership. Ist das ein Trend? Ich weiß es nicht. Werden Autos, ob Autos nicht mehr primär gekauft werden? Also ich glaube, dass früher, glaube ich, mehr Autos gekauft worden sind und vielleicht finanziert worden sind. Und heute mehr Modelle leasing, ohne dass du nachher das Auto übernehmen, selbst verwerten musst. Das Wagen geht zurück an die Bank oder Autoabos und Co. Erkennt ihr in eurem Blick und euren Zahlen und Daten eine Veränderung? Also in unseren Zahlen, was jetzt die traditionellen Autofinanzierungsmodelle in Summe anbelangt, nicht. Wie eben schon genannt, der Bedarf an nutzungsbasierten Finanzierungsmodellen steigt. Das heißt also, es wird nicht über Kredit erworben. Also letztendlich ist eine Kreditfinanzierung ja nichts anderes, als ich erwerbe Eigentum und refinanziere den Kaufpreis. Es geht tendenziell vermehrt in diese Leasingprodukte, in denen der Kunde für 24, 36 Monate das Auto nutzen kann, aber dann eben auch gerne zurückgibt, entweder an den Händler oder an die Bank. Da gibt es schon eine steigende Nachfrage. Einerseits, weil die Fahrzeugpreise immer höher werden, andererseits wegen des Technologiewechsels, den wir eben schon angesprochen haben. Was jetzt konkret im Abo-Markt, also Subscription-Bereich oder im Ride-Hailing passiert, das lässt sich für uns schwer nachvollziehen. Was ich aber schon auch aus Gesprächen mit Partnern weiß, ist, dass es durchaus im Abo-Modell immer noch eine relevante Nachfrage gibt. Es gibt auch noch Player, die in diesem Markt durchaus erfolgreich agieren und da geht es eher um auch Ownership, aber Total Cost of Ownership. Dass mittlerweile eben auch der Nutzer und der Endkunde durchaus verstanden hat, dass ein Auto mehr Kosten verursacht als den Anschaffungspreis und wenn man dann eben Steuerversicherung und so weiter, Reparaturwartung hinzukalkuliert, dass dann eben genau dieses Total Cost of Ownership Thema dazu führt, dass die Abo-Anbieter teilweise doch ganz attraktive Angebote machen können. Abos kennen wir ja. Hier liegt ein iPhone. Wer kauft sich heute schon sein iPhone? Meins ist über Mobilfunkanbieter im Abo sozusagen angekauft. Und Subscription, da haben wir auch eine Kooperation mit Uber. Da sehen wir eben auch, das ist weiter ein Markt, der wächst, wird immer digitaler, immer besser in der Kundenorientierung und ich glaube, das sind schon Modelle, die sukzessive das Ownership Modell so ein Stück weit ersetzen, aber heute ist es eher eine Ergänzung und keine Ersetzung. Was ich damit sagen will ist, auch ich benutze Uber und habe auch schon mal über Abo nachgedacht für meine Kinder. Trotzdem haben wir ein Auto. Das wissen wir halt alle. 80 Prozent der Deutschen können sich eigentlich nicht vorstellen, kein eigenes Auto zu haben. Individualmobilität ist da das Stichwort. Und das ist zum Glück so und das wird sich auch so schnell nicht verändern. Wobei ich jedem Abo und jedem Ridehailing-Anbieter wünsche, dass er eben seine Kunden immer besser bedient und da auch immer mehr Nachfrage entfaltet. Aber strukturverändert ist das für mich noch nicht. Okay, alles klar. Ich habe im Endeffekt jetzt schon die Abschlussfrage. Jetzt weiß ich aber, ich muss die eben umformulieren, weil die hieß eigentlich, worauf freust du dich im Rahmen der IAA noch am meisten? Neben dem Event gleich. Jetzt weiß ich aber, du warst heute schon auf der IAA unterwegs und bis morgen eigentlich auch schon wieder weg. Das heißt, so viel zum Freuen kommt nicht mehr. Dann stellen wir es um. Was hat dich denn heute hier so auf der IAA am meisten beeindruckt oder Fahrzeugtechnik oder was auch immer? Bei anderen war das einfacher. Diese Nähe am eigentlichen Kundenendverbraucher, die finde ich wirklich, ist hier sehr gelungen, hat sich auch wirklich durchgesetzt in München. Mir ist auch aufgefallen, dass die Besucher hier gar nicht so sehr unterscheiden. Ich gehe jetzt nur zu dem deutschen Hersteller A oder B oder zu dem europäischen. Auch bei den chinesischen Anbietern war großes Interesse von den Endkunden und ich hatte fast den Eindruck, dass das eine der ersten Gelegenheiten war für diese Menschen auch wirklich mal zu sehen, was ist denn da das Angebot dieser Hersteller. Weil es wird ja viel drüber geredet, im Fernsehen gezeigt, aber wer hat schon mal drin gesessen? Man geht ja nicht mal eben in den Store von Hersteller China A oder B. Das fand ich super. Ich hoffe sehr, dass die deutschen und europäischen Hersteller hier zeigen können dem Publikum und letztendlich auch der Welt, dass sie in der Lage sind, mit den neuen Anforderungen an die Fahrzeuge, was Batterieelektrifizierung, was Digitalisierung anbelangt, auch wirklich mit der Weltspitze mitzuhalten. Das ist wichtig für Deutschland, weil ich glaube so im ersten Anlauf ist das nicht so gut gelungen, muss man einfach so sagen. Das fand ich wirklich toll. Was ein Stück weit auffällig war, dass die Ausmaße und Abmessung der Fahrzeuge und wahrscheinlich auch das Gewicht mittlerweile ungeahnte Dimensionen erreicht hat. Und da glaube ich, da muss man aufpassen, dass man da nicht übers Ziel hinausschießt. Also hier werden Autos gezeigt, die deutlich über fünf Meter lang sind. Okay, das ist eine Messe auch für den Rest der Welt, aber in Deutschland halt schwierig umzusetzen. Und als Banker sage ich okay, gut, dass es Banken und Leasinggesellschaften gibt, weil die Preise der Fahrzeuge sind für Privatkunden ohne Kredit oder Leasingfinanzierung so eigentlich nicht mehr realistisch darstellbar. Jedenfalls nicht, wenn man außerhalb der Topverdiener sich umschaut. Und in Summe hat mir das heute super gefallen. Ich habe es nicht auf das Messegelände geschafft, aber ich habe es auch nicht vermisst, weil als Auto Enthusiast möchte man ja immer Produkt sein und die Produktneuheiten sehen. Und ja, das war eigentlich ein guter Tag heute. Nicht sehr lange leider für mich, aber hat mir gut gefallen. Ja, schön. Das habe ich auch so wahrgenommen. Ich habe aber auch in der Tat auch noch, das waren glaube ich zwei, drei Beispiele, fallen mir gerade ein, das waren eher ältere Menschen, die an chinesischen Autos standen und echt den Klassiker Spaltmaß, so Spaltmaß geputzt haben und keine Fehler gefunden haben. Und dann auch so gefühlt, dass das vorne das Armaturenbrett so geführt und dann so gedrückt, oh, unterfüttert. Ja, aber Tim, ich meine, du setzt dich in das Auto rein, du sitzt auf dem Sitz, du fasst das Lenkrad an. Wer kann denn bitte schön noch beurteilen, was sich unter der Haube, je nachdem, wo der Motor überhaupt sitzt, wirklich abspielt? Ja, absolut. Also schon interessant. Vielen Dank, Thomas, dass ich dich hier unmittelbar vor Kick-Off, quasi hier draußen sind schon Menschen, dass ich hier noch eben kurz gewinnen konnte, dass du mit uns sprichst. Und ich finde es echt interessant und sehr wertvoll, auch euren Blick, der ein etwas anderer Blick ist von der Bank aus, so auf den Markt, Handel, Endkunden und so, da habe ich mich echt gefreut, dass du dir die Zeit genommen hast. Vielen Dank und ich glaube, es gibt viele Pulse auch wieder draußen. Ja, Tim, also herzlichen Dank auch für deine interessanten Fragen. Ich mache das immer gerne mit dir, weil das ist jedes Mal schön, wenn wir uns treffen und gerne auch mal im Podcast-Format. Alles klar. Vielen Dank und dann sind wir mit dem Podcast durch für heute und ich verabschiede mich. Macht’s gut da draußen, wir hören uns bald wieder. Ja und Thomas, wir stoßen gleich mal irgendwie mit einem Bierchen an. Ich hab mein Bier schon in der Hand, um ehrlich zu sein. Der Tim bekommt gleich noch eins und dann stoßen wir gleich an. Genau. Auf einen schönen Abend und auf eine gute Zeit da draußen. Macht’s gut. Ciao. Okay. Tschüss.