Einleitung
In der neuesten Episode von „Benzingespräche“ begrüßt Tim Klötzing Philipp Seiler, CEO und Co-Founder von CarWow. Seiler teilt seine Erfahrungen und Einsichten über die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Automobilvertrieb.
Ein Blick in die Vergangenheit
Philipp Seiler, geboren 1982 in Pforzheim, wuchs in einem Autohaus auf und entwickelte früh eine Leidenschaft für Autos. Sein Weg führte ihn über ein internationales BWL-Studium in Reutlingen bis nach Hongkong, wo er seinen MBA absolvierte. Diese internationale Erfahrung prägte seine berufliche Laufbahn maßgeblich.
Die Rolle der Digitalisierung
Seiler betont die Bedeutung der Digitalisierung in der Automobilbranche, insbesondere in Zeiten der Pandemie. CarWow konnte schnell auf Homeoffice umstellen, da alle Prozesse bereits digitalisiert waren. Diese Anpassungsfähigkeit erwies sich als entscheidender Vorteil.
Erfahrungen und Herausforderungen
Seilers Karriere ist geprägt von internationalen Stationen, darunter Singapur, New York und Genf. Diese Erfahrungen haben seine Sichtweise auf die Automobilbranche und die Notwendigkeit von Innovationen und Optimismus geprägt.
Der Weg zu CarWow
Nach Stationen bei Porsche, Daimler und in der Unternehmensberatung, fand Seiler seinen Weg zu CarWow. Seit 2016 leitet er das Unternehmen in Deutschland und treibt die Digitalisierung des Automobilvertriebs voran.
Fazit
Philipp Seilers Geschichte zeigt, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und ein offener Geist für den Erfolg in der modernen Automobilbranche sind. Seine Erfahrungen und Erkenntnisse bieten wertvolle Einblicke für alle, die in der Branche tätig sind.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Philipp Seilers Karriereweg
- Die Bedeutung der Digitalisierung im Automobilvertrieb
- Internationale Erfahrungen und deren Einfluss
- Herausforderungen der Pandemie
- CarWow’s Rolle im digitalen Wandel
Key Takeaways:
- Die Digitalisierung bietet entscheidende Vorteile in Krisenzeiten.
- Internationale Erfahrungen bereichern die berufliche Perspektive.
- Anpassungsfähigkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg.
- Optimismus und Offenheit sind in der Automobilbranche unverzichtbar.
- CarWow als Vorreiter im digitalen Automobilvertrieb.
- Die Bedeutung eines starken Netzwerks in der Branche.
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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstorys, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Bevor es los geht, ein Hinweis auf einen starken Partner, der mich bei meinem Podcast unterstützt. Jareto. Bei Jareto können Autohändler in Deutschland Absatzfinanzierungs- und Leasingangebote von mehr als 10 Finanzdienstleistern auf einen Blick vergleichen, anfragen und abschließen. Und das alles mit nur einem Login. Wer Jareto ausprobieren möchte, bekommt mit Hinweis auf meinen Podcast exklusiv für das erste abgerechnete Geschäft eine 250 Euro Stück Prämie. Das ist doch was. Einfach auf Jareto gehen oder bei deren Vertrieb melden. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Und heute als Gast Philipp Seiler von Amende, CEO und Co-Founder von CarWow. Hi Philipp. Hi Tim. Cool, dass Sie es einrichten können. Nein, Quatsch. Schön, dass wir es schaffen. Freut mich auch. Ja, absolut. Cool. Ja, zu dir und vielleicht erst mal damit so eingestiegen. Du bist CEO, Co-Founder von CarWow. CarWow ist in Deutschland nun wirklich keine Unbekannte mehr. Und du bist ebenfalls bestens vernetzt und wirklich Kenner der Branche. Und ganz am Anfang, so zu Beginn, ganz pauschal. Wie geht es dir im Februar 2021? Und direkt daran angeschlossen, wie war dein Jahr 2020? Spannende Frage. Also mir geht es eigentlich sehr gut. Ich meine, ich schaue raus. Es ist ein schöner, sonniger Tag. Wir haben gerade so eine schöne Schneephase hinter uns. Ja, der Februar könnte nicht besser sein, würde ich mal sagen. Wenn wir jetzt zurückschauen, 2020 war ein spannendes Jahr. Viele Höhen, ein paar Tiefen. Sehr belebt, würde ich mal sagen. Aber am Ende muss ich doch auch sagen, sehr positives Jahr in vielen Facetten. Also privat, wie beruflich. Natürlich war die Pandemie erst mal eine große Herausforderung. Wie schafft man Homeschooling mit zwei kleinen Kindern zu Hause? Und wie kriegt man dann doch die Arbeit und das alles zusammen? Wie schafft man es auf einmal, ein ganzes Unternehmen von zu Hause aus zu leiten? Ich glaube, das waren so die herausfordernden Momente. Auf der anderen Seite sind wir ein digitales Unternehmen. Es hat von Anfang an super gut funktioniert. Ich habe von Anfang an die Chance darin auch erkannt, dass die Digitalisierung jetzt nochmal beschleunigt wird. Und genau das haben wir dann auch gesehen. Okay, also habt ihr quasi als Onliner, ich nenne das mal so ein bisschen verkürzt so, habt ihr quasi schon ziemlich viele Prozesse so darauf abgestellt, dass ihr relativ schnell komplett drauf switchen konntet? Wir konnten komplett switchen. Also wir hatten jetzt, sagen wir mal, von der Arbeitswelt gar keinen Unterschied. Also wir haben alles von Anfang an in der Cloud. Wir haben alles digital. Bei uns konnten die Leute davor auch schon immer von zu Hause aus arbeiten. Wir haben dann nochmal ein bisschen optimiert, schon nochmal feingetunet. Also gerade so mit der Telefonanlage. Wie machst du das gerade in der Händlerbetreuung, wo dann doch viel am Telefon ist? Das halt total digital oder voll umzustellen. Aber ansonsten war das für uns eigentlich gar keine große Veränderung. Okay, ja cool. Das hat uns da schon mal so ein bisschen Eindruck gegeben, wie es dir so geht. Und du hast so gerade zur Seite aus dem Fenster auch geschaut, währenddessen du das erzählt hast. Ja, dir geht es also nicht so ganz so schlecht. Von daher ist das gut. Dann werfen wir mal einen Blick in den Rückspiegel. Und das ist bei dir, da musste ich dich bitten, so ein bisschen zusammenzufassen. Und das ist aber auch der ursächliche Grund, warum ich genau mit dir sprechen wollte. Weil du hast eine Vita, die ist wirklich extrem interessant. Und ich steige mal ein. Du bist im Baujahr 82, bist verheiratet, hast zwei Kinder, gebürtig aus Pforzheim und lebst in München. Und jetzt geht es los. Studium hast du begonnen in Reutlingen, internationale BWL, Betriebswirtschaftslehre. Dann bist du nach Hongkong gegangen, hast den MBA dort gemacht. Und dann bist du noch mal wieder zurück und hast die Karriere also hands-on begonnen im elterlichen Autohaus. Und während dem Studium hast du auch noch weitere Erfahrungen bei Porsche und Daimler gesammelt. Nach dem Studium in die Unternehmensberatung Arthur Die Little, Automotive Vertrieb und Marketing Schwerpunkt hast du da gehabt. Und da war ein wirklich spannendes Projekt, was ich mir so notiert habe. Die Vertriebsstrategie vom i3 2007 war das. Und dann bist du Leitung Automotive WEF geworden, warst bei Trucar in den USA. Und dann hast du Gott sei Dank den Weg wieder hier nach Deutschland gefunden und bist seit 2016 CEO von der K.Wow in Deutschland. Wow, was ein Bogen. Also da hast du ein paar Kilometer auch abgerissen. Ja, kann man so sagen. Wie kam das denn, dass du quasi hier in dein Studium halt in den Reutlingen begonnen hast und dann zack nach Hongkong? Also was war da? Wie kam das? Ja, für mich gibt es so zwei Dinge, die eigentlich meine Vita zusammenfassen würde. Es ist einmal Internationalität. Das hat mich schon von Kind auf begeistert. Also ich bin, mit elf Jahren bin ich zu meinen Eltern und habe gesagt, Papa, Mama, wenn ich 16 bin, gehe ich nach Amerika für ein Jahr. Ist klar. Sie haben mich angeschaut mit großen Augen und ich bin mit 16 nach Amerika gegangen für ein Jahr. Und so diese internationale Ader oder Offenheit, das hat mich einfach immer fasziniert. Und das andere war halt Auto. Ich bin im Autohaus aufgewachsen. Was kann man da anderes machen, als Autos lieben? Früh angefangen zu schrauben, früh mitgearbeitet, wirklich auch schon während der Schulzeit in meinem Autohaus mitgearbeitet. Und das hat mich halt geprägt. Und daher, ich bin durch und durch ein Carguy und ich bin aber auch einfach mega fasziniert und offen für andere Länder, andere Kulturen. Und die zwei Dinge habe ich einfach so in meinem Leben damit verbunden. Absolut. Also da hast du ja wirklich, du bist umgeben von Autos quasi groß geworden. Kannst du dich daran erinnern, was so das erste Auto war, wo du mitgeschraubt hast? Fällt dir das spontan ein? Es gab so zwei Autos, ja. Also mein Papa war damals Renault-Vertragshändler. Und natürlich bin ich dann so, Renault 5 Turbo war natürlich so immer das Auto, das war geil. Da war ich aber noch zu klein. So das Schrauben hat dann angefangen bei Renault Clio. Mein Bruder hatte da den Williams, den zwei Liter, Hammerteil. Und da hat es angefangen. Ich habe mir dann ein Renault 19, 16V damals, also mein erstes Auto, den habe ich gekauft mit einem Zylinderkopfschaden und habe mich in die Werkstatt gestellt und habe den mit sozusagen repariert, um günstiger an ein Auto zu kommen, das ein bisschen mehr PS hat. Ja, das war so der Anfang, ja. Okay, das war, daher kommt schon so das Benzin im Blut. Und dann hast du halt den Weg eingeschlagen, Wirtschaft zu erlernen, Wirtschaftswissen dir anzueignen. Und ja, mega spannend, dass diese Kombination ist halt, dass du immer dieses Auto noch durch deine Karriere sozusagen geschleppt hast und dass letztendlich auch das ist, was du jetzt machst. Finde ich ganz toll. Ja, also ich glaube, es war so eine Faszination. Wirtschaft war die andere Faszination, muss ich auch sagen. Hat vielleicht auch früher angefangen als bei den meisten. Also ich war auch da schon vor dem Studium in meiner Jugend. Mich hat der Aktienmarkt zum Beispiel fasziniert. Mich hat das fasziniert, wie erfolgreich Firmen sind. Ich habe schon, bevor ich eigentlich im Studium war, angefangen, in Aktien zu investieren und hatte eine Wette mit meinem Papa laufen. Hat irgendwie mein Bruder und mir jeweils 1.000 Mark damals gegeben. Hat gesagt, wer mehr an der Börse macht, der darf es behalten. Ich glaube, mein Bruder ist nach einem halben Jahr ausgestiegen und ich habe es behalten dürfen. Und das war so die andere Faszination, die mich natürlich dann auch an so eine Hochschule wie Reutlingen gebracht hat, die ja wiederum Wirtschaft und das Internationale verbindet. Aber dem Auto bin ich halt treu geblieben. Ich habe dann meine ganzen Praktika in der Autobranche gemacht. Zuerst natürlich die große Ikone Porsche. War für mich natürlich so eine große Sache. Ich will immer für Porsche arbeiten und war da erst in Ludwigsburg im Vertrieb damals als Praktikant. Und das hat mich dann aber auch wiederum nach Asien gebracht. Denn ich habe mein zweites Praktikum während dem Studium begleitet mit Porsche in Singapur gemacht. Also das war so der Weg nach Asien. Und Reutlingen war auch der Grund, den MBA mitzumachen bzw. war Teil des Studiums. Und ich war schon in England eingeschrieben. Das darf ich eigentlich gar nicht so laut sagen. Ich war schon eingeschrieben und dann hat mich mein Professor aus Reutlingen angerufen und hat gesagt, wir haben deine Chance in Hongkong. Ich so, du, ich bin eh da. Ich fliege da mal rüber und schaue mir das an. Und man muss mal zurückdenken, das war 2005. Da hat Porsche gerade angefangen, selbst nach China zu gehen. Davor haben die das Geschäft komplett aus Singapur gemanagt. Da hat Porsche 800 Autos verkauft in China. Da muss man sich mal anschauen, wo die heute stehen. Und es war natürlich eine ganz andere Zeit. Und ich fand es so mega spannend. Also es war einfach Asien damals oder China damals war eben noch in den Kinderschuhen und eine brutale Offenheit, ein Optimismus nach vorne. Und das hat mich so fasziniert, warum ich dann gesagt habe, ich bleibe da. Ich mache mein MBA in Hongkong. Ist wahrscheinlich ein bisschen anders und ein bisschen schwieriger. Plus es gab noch keine Verbindung zu der Uni. Musste da irgendwie alles selber aufbauen als neue Partner-Uni. Und ich würde es heute sofort wieder machen. Also es war eine der genialsten Zeiten, auch wenn viel Unsicherheit dabei war, weil man eben nicht wusste, wie was geht. Und der Campus war weit außerhalb und da hat fast keiner Englisch gesprochen. Aber es war eine mega, mega spannende Zeit. Cool. Du bist ja in deinen Stationen. Ich habe das so aufgeschrieben. Von Ulm in die weite Welt. Hongkong, Singapur. Ich habe New York noch in deinem Lebenslauf entdeckt. Ich habe Genf da noch entdeckt. Jetzt bist du in München. Was nimmt man da mit? Und welche Erfahrungen haben dich da so am meisten geprägt? Ja, das ist eine sehr gute Frage. Wie gesagt, für mich war das immer so, wenn ich dann wieder ein paar Jahre in Deutschland war, wurde ich unruhig. Ich muss irgendwie wieder was machen. Und für mich ist es wirklich das Neue, was Neues zu entdecken. Das war in Asien eine komplett andere Kultur. Ich habe mich einfach fasziniert, wieder nach Amerika zu gehen mit New York. Außer die Amerikaner haben so eine brutale Offenheit. Und vor allem so ein Optimismus, der mir in Deutschland, wenn ich ehrlich bin, oft gefehlt hat. Und der auch der Grund ist, warum ich ehrlich nicht im Auto rausgelandet bin. Weil mir halt der traditionelle deutsche Management-Stil nicht gefallen hat. Also sehr viel mit Patriarchischem, mit viel Druck und viel Angst nach vorne. Und ich habe dann das erste Mal eben in der Schule schon Amerika erleben dürfen. Und war dann durch das Weltwirtschaftsforum bin ich dann nach New York gekommen. Habe damals auch den Gründer von Trucar kennengelernt. Und habe einfach da einen komplett anderen Spirit gespürt. Und das ist für mich so diese Kombination, neue Dinge erleben, Optimismus nach vorne. Aber auch, was man schon auch mitnimmt, ist eine gewisse Anpassungsfähigkeit. Das ist nicht immer einfach. Das war brutal schwierig, mit 16 jahrelang weg von zu Hause. Das war brutal schwierig in Hongkong, an der Universität, wo ich die ersten Wochen mein Mittagessen nicht bestellen konnte, weil mich keiner verstanden hat, sich durchzuboxen. Aber im Nachhinein sind es genau die Momente, die einen ja brutal nach vorne bringen. Das ist ja das, wo man sagt, hey, wow, da bin ich durch. Echt starkes Stück. Und wenn man wieder so eine Situation bekommt, ist das viel cooler. Das bringt einen nicht mehr aus der Ruhe, wenn irgendwas mal in der Ungewissheit da ist oder mal anders läuft. Man läuft da einfach cooler durch. Ich habe vor, also nicht eine berufliche Erfahrung, sondern eher eine private Erfahrung. Ich habe mal so vor vier, fünf Jahren, wollte ich mal raus und habe einfach nur echten Rucksack genommen und bin nach Südostasien geflogen. Vietnam, Kambodscha, Thailand. Und wusste nur, da fliege ich hin und von da aus will ich ungefähr dann und dann zurückfliegen. Und dazwischen war so ein schwarzes Loch bis auf eine Station. Und das war auch wirklich so, man musste sich, ich denke, du wirst dich auch an irgendeinem Punkt überwinden, so halt das zu machen. Der Tipping-Point hält sich durch. Sehr oft. Und dann bist du da drin und weißt aber dann so, das klappt schon irgendwie mit Händen und Füßen und keine Ahnung. Und wenn du zurückblickst, wie geil das war. Ja, absolut. Aber das ist genau der Moment. Ich kann dir von jedem Auslandsaufenthalt erzählen, ob das in der Schule damals war, in Amerika oder ob das, wie gesagt, das Studium in Hongkong war. Wenn man jetzt zurückblickt, ist es immer so, wie hast du das gemacht? Man fragt sich dann auch oft, wie hast du das damals geschafft? Und auf der anderen Seite ist es aber, das macht es ja aus. Das ist so eine große Herausforderung, die man dann überwunden hat und geschafft hat. Das ist ja genau das, was dann auch hinterher die schöne Erinnerung schafft. Wenn du dir aus diesen verschiedenen Ländern und Kulturen, die du da erleben durftest, was wünschen könntest und das so in die deutsche Kultur implementieren dürftest, wenn du da mal so frei aufspielen könntest, was wäre es? Es ist eigentlich das, was ich gerade schon gesagt habe. Es ist die Offenheit. Ein bisschen mehr Offenheit, ein bisschen mehr Optimismus und weniger Bedenken. Das sind so die Hauptdinge, die ich auch mitgenommen habe und die ich mir auch für die Deutschen wünsche. Wir sind immer sehr schnell in die Bedenken, die wir haben, wenn man mit einer neuen Idee kommt, mit was Neuem kommt, sehen viele immer erst so das, was alles nicht funktionieren kann versus der Amerikaner zum Beispiel, der sieht alles, was funktionieren kann und wie es noch weiter, noch höher geht. Und ähnlich in Asien auch. Die machen einfach. Da fragt halt keiner und prüft zehnmal und macht zehn Business Cases und dann wird einfach gemacht. Das würde ich mir ein bisschen mehr wünschen. Und ich glaube, so eine Sache, die ich auch noch mitgenommen habe, die ich auch für die anderen Kulturen sehr cool finde, ist dieser Umgang mit Fehlern. Ich versuche das ganz stark in meinen Kindern auch. Ich bin aufgewachsen. Wenn ich da was kaputt gemacht habe, da gab es richtig Stress. Und ich versuche das meinen Kindern ganz anders beizubringen. Ja, es ist echt doof, was da jetzt passiert ist, aber es ist eine Riesenchance, daraus zu lernen. Und mach es nicht wieder. Und das ist halt ein komplett anderer Ansatz, wie ich jetzt groß geworden bin, wo ich aber sage, hey, das machen andere Kulturen viel mehr so. Und es ist viel cooler, weil du viel mehr mitnimmst und es aber positiv mitnimmst und nicht negativ. Okay, da muss ich noch mal nachbohren. Haben deine Werte verändert dabei? Hast du neue Werte gelernt? Boah, was heißt neue Werte gelernt? Das ist eine echt gute Frage. Ich glaube, meine Werte haben sich verändert. Meine Werte haben sich massiv verändert in einem Schritt, als ich zum Weltwirtschaftsforum gegangen bin. Dahingegen, dass das wirklich so auch in meiner beruflichen Karriere eine Öffnung war von davor Unternehmensberater und du musst halt immer alles perfekt und nach vorne. Und im Weltwirtschaftsforum war ich Teil von einem, das nannte sich da mal so ganz fancy, globalitische Programm. Da ist mal eben noch mal so ein Studium durchlaufen mit verschiedenen Universitäten weltweit. Und es ging aber sehr stark um Werte. Es ging sehr stark um die Soft Skills. Und ich kann mich an einen Moment erinnern, als meine Frau, mit der ich schon seit, oh Gott, über 20 Jahren zusammen bin, die hat damals zu mir gesagt, oh, du bist ein anderer Mensch geworden, seit du dort bist. Und wirklich im Guten. Also wirklich so dieses, einerseits das Positive zu sehen, aber auch das Big Picture zu sehen. Ein bisschen über die Wirtschaft und über das Business hinaus zu gehen. Und das Weltwirtschaftsforum, viele kennen das nur von Davos, aber es ist an sich ein riesengroßer Think Tank. Und es geht, ich meine, die Mission ist, to improve the state of the world. Am Anfang weißt du gar nicht, wie machen die das hier? Am Ende muss ich doch auch wiederum nur Autofirmen anschaffen, die hier Geld bezahlen und den Mitgliedsbeitrag bezahlen. Aber am Ende des Tages ist der Ansatz ja der, wirklich verschiedenste, also Leute von verschiedensten Teilbereichen zusammenzubringen. Also diese Multi-Stakeholder-Theorie, die der Professor Schraub da aufgestellt hat. Und wirklich die Akademiker mit den NGOs, mit der Wirtschaft zusammenzubringen und die Wirtschaft aber als Motor zu nutzen, was zu verbessern in der Welt. Und das zieht sich dann durch und das zieht sich da auch durch, wenn man das so sagt. wie man Management anders sieht, wie man eben sieht, was lose Netzwerke für einen Wahnsinns-Effekt haben. Ich war davor absolut kein Netzwerker. Ich war immer nur auf das Ergebnis, auf die Arbeit konzentriert. Und das einzige Feedback, was ich im Weltwirtschaftsforum bekommen habe, Philipp, du musst ein bisschen mehr Kaffee trinken und ein bisschen mit der Kaffeemaschine stehen, mit den Leuten quatschen. Und ich so, wie? Und das hat dann schon auch eine gewisse Zeit gebraucht, das herauszufinden, was für einen enormen Mehrwert darin steckt, diese lose Verbindung zu haben, zu den anderen Abteilungen, zu den anderen Bereichen. Und irgendwann hat es dann auch Klick gemacht, wenn du dann siehst, ich habe damals zu den Autobossen eine Marissa Meyer, als sie noch bei Google war, gebracht, oder den Chef von Palantir, oder auch einen Sebastian Trunn, der ja für Google Selbstfahrende Auto damals der erste Mann war, der das aufgebaut hat, als noch keiner darüber gesprochen hat. Und es war wirklich so, finde irgendeinen, der gar keine Verbindung zu den Leuten hat, und guck mal, was passiert, wenn du so ein paar CEOs von der großen Autoindustrie zusammenbringst mit komplett anderen Menschen. Und es ist Wahnsinn. Es ist Wahnsinn, was da für eine Energie entsteht, was da für ein Learning entsteht. Und das verändert deine Werte natürlich, weil du eine andere Offenheit hast, weil du eben die Dinge anders angehst und auch viel offener bist für, ja, auch was Gutes zu tun und so die Probleme in der Welt siehst, die großen Probleme, ja, ob das das Thema Klima ist, ob das das Thema Armut ist. Also du beschäftigst dich einfach mit den Themen viel, viel mehr, als ich das vorher gemacht habe. Okay. Ja, sehr, sehr spannend. Das hat mich jetzt so spontan, das stand auch nicht auf unserer Vorbereitung, aber so andere Kulturen sind auch häufig andere Werte und Glaubenssätze und sowas. Und da muss ich nochmal so ganz kurz reinpitchen. Ja, gar kein Ding. Nun ist es recht genau fünf Jahre her, dass ihr CarWow gegründet habt und du dort die Geschäfte steuerst. Ist CarWow also ein klassisches Startup, welches auf einer disruptiven Idee basiert und den Autohandel ergänzen oder gar ersetzen soll? Es ist so eine Ansichtssache. Also natürlich ist immer die Frage, ist es die große Idee oder ist es am Ende, ich glaube nicht, es ist die eine Idee in der Startup-Welt, die immer zum großen Erfolg führt. Es ist viel, viel mehr die Umsetzung. Ich glaube, was ich dazu sagen würde, ist, wir lösen ein Kundenproblem, das ja keiner vorher gelöst hat. Und ich mache das aber bewusst. Ich komme aus dem Handel. Ich kenne die andere Seite auch. Und für mich war eins von Anfang an super wichtig. Ja, wir lösen ein Kundenproblem, aber ich möchte auch das Händlerproblem lösen. Ich komme aus der Händlerseite und wusste immer so, ja, in der Digitalisierung ist der Welle, habe ich da mal so ein Autohaus gemacht. Aber in dem Bereich Neuwagen gab es keine Lösung. Und für mich ist es ganz klar eine Lösung, die mit dem Handel funktioniert. Wir wollen den Handel ergänzen und nicht ersetzen. Du sprichst wahrscheinlich auch mit vielen anderen Startups in dem Umfeld. Für die ist so die Zukunft des Handels ist ohne Händler. Ich habe viel auch in meiner Karriere gelernt. Das hat angefangen eben mit dem Projekt damals bei BMW. In der Tat. Ich war derjenige, der BMW gesagt hat, ihr solltet eigentlich ein Agenturmodell machen. Bis hin zu, sagen wir mal, über verschiedene Schritte im Weltwirtschaftsbereich bis zu Truecar war für mich immer dieses, du brauchst eine Lösung, die für beide funktioniert. Denn eine Sache, die mir bei Truecar ganz schnell ins Auge gestochen ist, ist, der Kunde möchte einen lokalen Händler haben. Und das haben wir in England bei Carvaux gesehen, das sehen wir bei Carvaux in Deutschland, das sehen wir bei Carvaux in Spanien. Lokalität und Beratungsqualität sind die Nummer eins Faktoren, warum ein Kunde entscheidet, dort ein Auto zu kaufen. Und da wurde für mich relativ schnell klar, das Auto ist nach wie vor ein hochemotionales Produkt. Es ist ein teures Produkt. Es ist die zweitgrößte Anschaffung im Leben von den meisten Leuten. Und dazu kommt, es wird technisch immer noch komplexer, sodass der Kunde Beratung braucht. Und das kann ich einfach nicht voll digital abbilden. Natürlich wird es einen gewissen Teil oder so mal einfache Kleinwagenprodukte, wird es auch die volle Online-Journey geben. Was wir aber sehen, ist genau, dass diese Kombination aus Online und Offline, das ist, was der Kunde sucht. Und dazu braucht man Handel. Ich war das früher nicht. Als ich angefangen habe in der Beratung, habe ich gesagt, irgendwann wird es kein Autohandel mehr geben. Ich sage dir heute, ich glaube hundertprozentig daran, dass wir den Handel brauchen. Die Rolle wird sich aber stark verändern. Wir brauchen ihn nicht wie früher, sondern wir werden mit dem Handel arbeiten und der Handel muss wahnsinnig viel digitalisieren. Aber es ist ein absoluter Need dafür da. Ja, das, was du gerade so auch ansprichst, dass die Kunden den Handel noch möchten und auch eine richtige Beratung. Wir hatten vor kurzem den ersten Clubhouse-Talk auch zu dem Kontext, wo wir auch die Themen Convenience, digitalisierte Abläufe und dann aber irgendwie als ganz wichtiges Kriterium noch den Handel und den wichtigen Ansprechpartner, den Verkäufer, das Menschliche noch, dass das wirklich eine Kombination ist und nicht nur ein Entweder-Oder. Das gehört zusammen. Ja, absolut. Einhundertprozentig. Euer Konzept, ganz unumstritten, ist das seitens des Handels nicht. Zwei Stichworte einfach mal so in die Luft geworfen. Noch mehr Preisdruck und Transparenz und weniger Marge. Was sagt denn der CEO dazu? Ja, also klar ist es nicht umstritten. Es ist ja durchaus bewusst und Preis ist ja auch ein wichtiger Faktor. Nicht nur online, auch offline. Allerdings, was ich gerade schon gesagt habe, Lokalität und Beratungsqualität sind die Faktoren, wo der Kunde am Ende entscheidet, wo er kauft. Der Preis ist ja nur ein Faktor. Kriege ich da einen fairen Preis? Werde ich fair behandelt oder werde ich jetzt über den Tisch gezogen? Das hat die Industrie ja schon auch über die letzten Jahrzehnte so ein bisschen dazu beigetragen, dass das Image da draußen ist. Der Autohändler, der hat alle Informationen, ich habe keine. Ich muss aufpassen, dass er mich nicht über den Tisch zieht, weil am Ende geht es ja darum, dass er seinen Profit maximiert und nicht unbedingt mir das beste Produkt verkauft. Was wir sehen, was super spannend ist, ist jetzt auch mit einzelnen Modellen und jetzt gerade Agenturmodelle als ein Beispiel. Ein ID.3 verkauft sich bei uns genauso gut wie die anderen Autos und mit null Prozent Nachlass. Wenn man diese Gleichung Nachlass rausnimmt, hat der Kunde trotzdem noch einen Bedarf, Modell und Marken unabhängig zu vergleichen, zu sehen. Am Ende geht es mir als Kunde auch darum, was bezahle ich denn für dieses Produkt, das ich da bekomme? Und nur weil die Industrie jetzt darauf aufgebaut ist, dass es einen hohen Listenpreis gibt und zehn verschiedene Stufen an Rabatten, kann der Kunde ja nichts dafür. Weil am Ende will er ja nur verstehen, was zahle ich am Ende dafür? Und früher gab es dann halt noch eine große Diskrepanz von Händler zu Händler und das lösen wir auf. Wir machen einfach nur transparent, was die Industrie in den letzten Jahren aufgebaut hat, an Komplexität und auch an Verwirrung teilweise. Und das mag nicht jeder, dass wir das transparent machen, das Thema Preis. Aber das viel, viel Wichtigere, was wir gelernt haben, ist eben, dass Preis einer von vielen Faktoren ist und wir in Zukunft auch sehr viel mehr von dem Preis wegkommen werden, weil Agenturmodell, Direktvertrieb und andere Modelle da so viel stärker werden und Kunden auch immer mehr über die monatliche Rate vergleichen. Am Ende des Tages geht es dem Kunde darum, ich möchte wissen, was ich unterm Strich dafür bezahle. Übrigens auch inklusive Überführungskosten und allen zusätzlichen Kosten, die noch dazu kommen. Und dann fällt die Entscheidung aber, wo kaufe ich? Und das ist wirklich getrieben durch die Nähe und die Qualität, die dann geboten wird. Ja, wir mit der Marketingagentur, die ich auch habe, wir machen ja fast nur Autohandel und da weiß ich aus der Erfahrung, dass die Kampagnen, solange wir sie messen können, was ja meistens Online-Kampagnen sind dann letztendlich, da sehen wir natürlich ganz, ganz genau, dass da, wo der Preis echt scharf ist, funktioniert es automatisch besser. Punkt. Der Preis ist schon, wenn der oben hängt und einfach geil ist, kannst du A, B-Tests machen, ist ganz klar, was passiert. Und danach, was danach passiert für uns, um das noch zu beenden in Gedanken, ist ja, wir schaffen ja Leads. Was dann im Autohandel vor Ort passiert, da haben wir keinen Einfluss mehr drauf. Da sind wir ein bisschen schade, weil ich glaube, es gibt noch andere Kriterien und das wäre eine Frage an dich. Was ist denn neben dem knackigen Preis, so nennen wir das mal, das zweitwichtigste oder drittwichtigste Kriterium für Kunden, sich zu entscheiden, ich kaufe da oder da und oder da darf sogar ein paar Euro teurer sein. Ja, also das sind die zwei Faktoren, die ich gerade gesagt habe. Die erste Entscheidung, wen kontaktiere ich überhaupt, wenn ich die Transparenz habe, wird erstmal über die Lokalität dann entstehen. Also ist der in der Nähe, also ist er erreichbar für mich und dann ist der entscheidende Faktor dann, ist wo kriege ich die beste Qualität. Wer berät mich am besten, wer holt mich am besten ab? Und natürlich fängt das an, wir messen ja alles von der Antwortzeit bis, sagen wir mal, zu den Abschlussquoten. Das fängt natürlich mit der Antwortzeit an. Wenn ich erstmal acht Stunden brauche, bis ich eine Antwort bekomme und aber ein anderes Autohaus oder ein anderer Verkäufer antwortet mir innerhalb von einer Stunde, ist dann auch noch, geht dann auch super auf meine Bedürfnisse ein und bietet mir Alternativen an und ist freundlich, dann hat er eine viel höhere Chance, dass er einen Abschluss macht, als das Autohaus, das ich zuerst angefragt habe, das sich acht Stunden erstmal nicht meldet. Und das ist ja auch natürlich, das kennen wir ja aus jeder anderen Branche. Ich bringe mal dieses Beispiel, als ich für unser Haus einen Kredit abgeschlossen habe vor ein paar Jahren, da habe ich am Sonntag eine Anfrage gemacht, auch über eine Online-Plattform und ich habe zwei Stunden später eine Antwort bekommen und dann ging zwei E-Mails hin und her, ich war so begeistert. Ich war echt so, boah, das gibt es nicht. Von der LBS am Sonntag. Ist nicht dein Ernst, ne? Ich habe dann am Sonntag den Termin für Montag in der Mittagspause ausgemacht und ich habe alle anderen, die am Montag geantwortet haben, gar nicht mehr angeschaut. Und das ist genau das, was wir auch erleben. Es ist diese Begeisterung. Ich meine, wir begeistern den Kunden online, indem wir alles super schnell machen, die Prozesse super gut laufen und dann treffen sie auf die Offline-Welt und dann dauert es acht Stunden, bis ich eine Antwort kriege und wenn er dann nicht auf meine Fragen eingeht, sondern einfach so eine Standardantwort kommt von irgendeinem Callcenter, dann bin ich raus als Kunde. Dann bin ich einfach weg. Und deshalb, ich sage immer, du kannst alles andere ignorieren. Am Ende zählt die Qualität. Und es ist ein People-Business und die Leute haben online genauso die Erwartungen, begeistert zu werden, wie sie es offline haben. Und das ist noch nicht so überall angekommen. Ja, überall noch nicht so angekommen. Das ist für mich eine schöne Überleitung, eigentlich mal in die Zukunft zu schauen und das bringt uns unweigerlich mit dem Blick aus dem Rückspiegel raus. Fernlicht an, ab in die Zukunft. Da gucken wir mal nach vorne. Du bist schon regelmäßig bei Branchentalks dabei und Panels und als Experte. Wirst du vielen Fragen ausgesetzt und so, da reihe ich mich ein. Und zwar, wie wird sich der Handel im Spannungsfeld Händler, OEMs, Dienstleister, Plattformen, also Plattformen hauptsächlich, kurz- und langfristig entwickeln? Was siehst du da? Ich denke, es ist momentan eine super spannende Phase, weil ja momentan überall ruckelt, was passiert und wie entwickelt sich das. Ich bin absolut überzeugt davon, dass sich die drei ergänzen werden. Wie vorher schon gesagt, es braucht den Handel, weil der Kunde Bedürfnis hat, mit einer Person zu sprechen. Die OEMs digitalisieren gerade ohne Ende und finden neue Wege. Und die Plattformen entwickeln uns auch. Und weil wir einfach dem Kunden was bieten, was weder ein Händler noch eine OEM bieten kann. Und das ist einfach unabhängige Vergleichbarkeit. Und das von, sagen wir mal, dem Testbericht vorne bis zum Angebot hinten, das ist einfach da, wo der Kunde manchmal oder viele Kundinnen und Kunden eine unabhängige Quelle aufsuchen. Und ich bin absolut überzeugt, das wird einen Dreiklang geben und die drei verschiedenen Player werden sich ergänzen. Ist natürlich die Frage, wie verändert sich das? Und ich glaube, wo wir uns auch nichts vormachen dürfen, ist, es wird eine Konzentration geben. Also gerade bei Händlern wird es weniger geben, die das besser machen und die auch eine gewisse Größe haben und es erfolgreich betreiben. Es wird auch bei den Plattformen, wie es immer so ist, nicht eine Vielzahl an verschiedenen Plattformen geben, sondern es wird auch Gewinner und Verlierer geben. Und das sind auch die, die, sagen wir mal, das Problem für beide Seiten am besten lösen. Und es wird OEMs geben oder Hersteller, die das mehr integrieren und andere, die es weniger tun. Was wir sehen, wenn sie sich dem verschließen, verschließen sie sich einfach einer Kundengruppe. Und das ist eben die Kundengruppe, die unabhängig vergleicht. Ich nenne auch gern Apple, ja. Ich weiß, du bist ja auch so ein Apple-Fan. Wenn du Apple-Produkte anschaust, die kannst du auch bei Apple kaufen. Die haben eine supergeile Experience in ihrem eigenen Store. Die machen das super. Du kriegst sie aber trotzdem beim Mediamarkt, du kriegst sie trotzdem auf Amazon und du kriegst sie trotzdem auf jedem anderen Kanal. Da würden sie da nicht verkaufen, würden sie sich einfach dieser Kundengruppe verschließen, die dort einkaufen. Und so sehe ich die Rolle von Plattformen in Zukunft genauso. Und daher, ich glaube, dieses Zusammenspiel, das findet sich in den nächsten Jahren. Und dann wird sich die Rolle des Handels etwas verändern, weil es eine Konzentration geben wird. Und eben auch die gewinnen werden, die nach vorne gerichtet sind und nicht nach hinten. Glaubst du, ist so eine Ahnung, ich habe auch irgendwann letztens mal ein Gespräch in dem Kontext geführt, dass möglicherweise die OEMs mit ihrem stationären Handel alles dafür tun werden, in Zukunft die, ich nenne das mal die Wertschöpfungskette im Neuwagenbereich, nehmen wir das mal raus, wieder komplett in die eigenen reinzubekommen, dass möglicherweise Plattformen wie auch vielleicht CarWow, dass die das zu sich ziehen wollen, um die Wertschöpfungskette halt bei sich zu haben, komplett? Siehst du da eine Problematik für euch? Es ist ja immer die Frage, man sieht gerade so eine Bewegung, manche öffnen sich extrem und andere versuchen eben auch, sich da zu schließen. Aber am Ende des Tages entscheidet ja der Kunde, wo er kauft. Und entscheidet der Kunde, wo er sich aufhält. Und ich denke, dass die OEMs, die sich dem verschließen werden, da weniger erfolgreich sein werden. Also sich einfach einer gewissen Kundengruppe entziehen. Was wir sehen, was super spannend ist und was ich zum Beispiel nie gedacht hätte, dass in Deutschland auch so extrem ist, aber der durchschnittliche Käufer, der über CarWow kauft, der konfiguriert und holt sich Angebote von vier Modellen, von drei unterschiedlichen Marken. Und das ist die Realität da draußen. Also es ist nicht so, dass wir im Endeffekt diese Wahrnehmung, die oft da ist, wir holen halt den Kunden online gut ab und dann kommt der, der wollte ja eh ein Golf kaufen, der konfiguriert sich ein Golf, holt sich ein Angebot von Golf und kauft dann auch bei dem Autohaus. Das ist gar nicht der Fall. Der kommt rein, weil er sich für ein Golf informiert, sagt aber, ich habe auch noch die anderen zwei Fahrzeuge im Hinterkopf. Ich will jetzt mal vergleichen und ich will wirklich gucken und das fängt an im Produktvergleich bis hin natürlich zum Vergleich, das zahle ich am Ende dafür. Und die Quote derer, die wechselt, also ein anderes Produkt kauft, als das, mit dem sie die Journey angefangen hat, liegt bei über 60%. Und deshalb glaube ich nicht, dass es erfolgreich sein wird, wenn ich mich dem verschließe und sage, ich versuche das alles nur bei mir zu behalten, weil ich dann einfach einen sehr, sehr großen Anteil an Kunden verlieren werde. Wow, das ist aber eine wirklich hohe Kennzahl. Also ich weiß, ihr habt eine außerordentlich große Analytik in eurem System laufen. Das sind ja validierte Zahlen bei euch. Absolut. Erstaunlich, hätte ich so nicht gedacht. Also ich habe auch gerade, wo du dazu gesprochen hast, auch so drei verschiedene Marken, vier Modelle oder sowas, habe ich auch gerade so überlegt, wir sind ja alle auch Endkunden letztendlich und da hast du recht, das ist mir auch durch den Kopf gegangen. Für mich war am Anfang nicht klar, was jetzt nachher auf dem Hof steht. Die Kategorie, ja, schon. Aber das war halt so durch und dann guckst du mal hier und da gibt es einen Deal und da ist es auch interessant und da bleibst du nicht bei einer Marke. Das ist richtig. Ich meine, wir sind ja auch nicht mehr in der Welt, wo wir früher waren, wo der Unterschied wirklich noch die Qualität war oder der Motor, sondern wir haben ja inzwischen die Qualität der Motoren, der Antriebe, der Karosserie, die ist ja überall. Auf einem sehr, sehr hohen Standard. Das heißt, ich entscheide nicht mehr darüber. Das heißt, ich entscheide wirklich am Ende des Tages über Design, über Usability. Jetzt, wenn ich ein E-Auto will, entscheide ich auch erst mal darüber, wo gibt es denn überhaupt eins. Also, welche Marke bietet in meiner Kategorie überhaupt eins an? Und am Ende entscheidet natürlich das Gesamtpaket. Und das ist eine massive Veränderung, wo die Industrie noch nicht ganz so ist. Also, wenn du auch mit den Herstellern heute sprichst, die denken ja immer noch, für mich ist, wenn ein Kunde mein Modell fährt oder meine Marke fährt, morgen wieder fährt das loyal und wenn er die Marke wechselt, dann ist er illoyal. Ich sage, das ist das Denken von gestern. Weil ich muss ja gucken, was hat der Kunde, mit welchen Gedanken kommt er auf die Summe für ein neues Auto und bleibt er der Marke treu, mit der er anfängt zu suchen oder wechselt er die und ist es egal, was er davon gefahren hat. Am Ende des Tages ist ja die Entscheidung, fällt ja dann, was ist das neue Produkt? Echt spannend. Also, ich habe die Frage bewusst ja so formuliert und du hast mich eigentlich total ausgehebelt. Mit dieser Customer Journey, die, ich sage mal, Multimarke funktioniert. Weil im Umkehrschluss, meine Frage zielt ja darauf ab, dass OEMs mit ihrer Marke möglicherweise Systeme entwickeln, die Cabao, Vehiculums und Co. dieser Welt so ein bisschen obsolet machen und versuchen halt, die Wertschöpfung wirklich in ihren Reihen zu halten. Und wenn du aber dann Nutzer hast, die die Multimarke unterwegs sind, das können die ja machen, aber die springen ja trotzdem hin und her. Das macht ja wenig Sinn, wenn du es so möchtest. Absolut. Das ist ja genau das, was ich sage. Ein Hersteller oder ein Händler oder in Deutschland sind die meisten ja Markenhändler, wird nie die Auswahl haben und auch nie das Vertrauen des Kunden, dass er da unabhängig ist. Ja, weil wenn ich natürlich auf die Herstellerseite von einer Marke gehe, da weiß ich, alles, was ich da finde, ist Marketing. Und das ist was anderes, wie wenn ich zu einer unabhängigen Plattform gehe und sage, sag mir mal ehrlich, wie schneidet das Auto gegen das und das ab oder das Modell gegen das? Und das ist einfach diese Unabhängigkeit, die gesucht wird. Okay. Ja, vielen Dank, dass wir da mal das Fernlicht anknipsen konnten und in die Weite geschaut haben. Sehr spannend. Ich habe noch meine Abschlussfragen und da würde mich mal interessieren, jetzt darfst du CarWow! natürlich mal ausblenden, welche ist denn deiner persönlichen Meinung nach aktuell so die innovativste Entwicklung im Autohandel? Also am Point of Sale oder technologisch oder Prozesse oder so. Hast du da irgendwo was, wo du sagst, wow, das ist aber geil, das ist aber innovativ. Boah, da gibt es viel. Also ich mag die Frage immer nicht. Wie gesagt, diese eine Sache, ich glaube, was ich sagen würde, es ist gerade dieses letzte Jahr hat uns so krass gelehrt, was da alles möglich ist im Autohandel, im Thema Digitalisierung. Ich würde wirklich sagen, die größte Innovation für den Autohandel ist, jetzt endlich diesen Schritt zu gehen. Und da gibt es hunderte Sachen. Da gibt es in der Digitalisierung, fangen wir an, einmal die Prozesse erstmal digital abzubilden. Warum muss ich heute noch einen 40-Seiten-Vertrag ausdrucken, um eine Finanzierung oder ein Leasing zu machen und auf jeder Seite unterschreiben? Warum kann ich das nicht digitalisieren mit einer digitalen Unterschrift? Super easy, mach es mal convenient. Und es geht so weit, dass ich eben auch eine Produktpräsentation digital anschauen kann. Dass ich sowas eben jetzt mal auf dem Tablet anschauen kann und ich muss nicht immer alles vor Ort und praktisch haben. Aber wie gesagt, da gibt es so viel im Handel und wir stehen auch ganz am Anfang. Also, wenn wir heute in ein normales, durchschnittliches Autohaus gehen, dann ist es immer noch, ich sage immer so, auf der Welt von 1990 aufgebaut, in der ich im Autohaus war. Da hat sich nicht wirklich viel getan, aber der technologische Fortschritt, damals hatten wir Handys, heute haben wir einen Computer in der Hand und haben einen ganz anderen Zugriff und ich glaube, da haben wir einen wahnsinnigen Aufholbedarf. Und das Schöne ist aber, dass das jetzt gerade in den letzten Monaten sehr stark erkannt wurde und wahnsinnig viel passiert. Und ich meine, wir haben ja auch, ob das im Clubhouse oder in anderen Foren ist, in den letzten Wochen sehr viel dazu gesprochen. Und ich finde es einfach faszinierend und auch richtig schön, dass sich da viel tut und dass eine andere Offenheit jetzt auch da ist im Autohandel. Ja, klasse. Okay, und jetzt kommen wir zu meinem Klassiko, glaube ich, langsam. Da werde ich auch durchaus schon hier und da angesprochen, was ich da immer so zu hören kriege und was meine Meinung auch dazu ist. Aber das interessiert jetzt erst mal keinen, sondern, interessant bist du, wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto, also wirklich von A nach B einsteigen, Zeitung lesen, schlaxen und nicht darauf achten, was da passiert? Da saß ich 2019, in der Tat. Ich hatte das Glück, dass ich während meiner Truecard-Zeit mit John Krawczyk arbeiten durfte, der ja heute der CEO von Waymo ist. Und ich habe ihn Januar 2019 besucht, in San Francisco. Und er hat mir dann Waymo gezeigt und ist in ein Waymo-Auto eingestiegen. Und ich war total baff. Also, das ist einfach geil. Also, du steigst da ein und das Ding fährt. Und du sitzt hinten drin und Hammer. Also, super. Ihr saßt beide hinten drin. Wir saßen beide hinten drin. Da sitzt keiner am Steuer, nein. Okay, ich habe auch so eine ähnliche Erfahrung mal so sehen dürfen in San Francisco, zumindest im Silicon. Aber ich saß nicht echt und du saßt da hinten drin und passiert ja nichts. Das ist ja Realität. Also, die fahren ja in Phoenix, haben die eine Flotte laufen. Also, die haben da eine Flotte an Robotaxis fahren und kann ja auch zig Videos anschauen. Das sieht total lustig aus, weil sie ja immer noch ein Lenkrad drin haben. Und dann dreht sich das, wenn man da drin sitzt. Das ist super geil. Also, die Realität ist da. Es sind natürlich noch 10.000 Hürden, bis es in die Masse geht. Aber es funktioniert. Es ist da. Okay, wann sitzt du denn in einem autonomen Auto und fährst von deiner Haustür zur Arbeit? Wo auch immer das ist. Hier in Deutschland? Ja, ich wollte gerade sagen, wenn ich in Amerika bin, ist es ziemlich bald. Und das ist wieder genau, kommen wir wieder zu unserem Anfang, was der Unterschied zwischen Amerika und Deutschland oder Europa. Wie gesagt, es ist in manchen Städten in den USA schon Realität. In Europa und Deutschland wird es ein bisschen länger dauern. Also, ich denke da im Zeithorizont 10 Jahre. 10 Jahre, okay. So, jetzt habe ich es raus. Jetzt habe ich eine Zahl gehört. Klasse. Ah, Mensch, Philipp, es hat mir einen Riesenspaß gemacht. Wir sind schon durch. Also, ich weiß auch gerade gar nicht, wo die Zeit geblieben ist. Es hat mir einen irrsinnigen Spaß gemacht. Es war super informativ. Und danke, dass du erst die Zeit genommen hast. Und danke, dass ich dir auch mal die eine oder andere vielleicht mal kritische Frage zu deinem Unternehmen mal stellen durfte, weil das hat mich einfach interessiert, was so ein CEO von, also der Vertreter davon zu entgegnen hat. Und das dürfen ja auch alle hören. Ja, super. Nee, mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht. Ich danke dir vor allem auch, dass ich die Möglichkeit hatte. Super, alles klar. Dann haben wir uns jetzt alle gegenseitig bedankt. Dann sagen wir noch Danke an die Hörer da draußen, die hoffentlich ein bisschen Spaß hatten und was mitnehmen konnten. Vielen Dank euch und bis zum nächsten Mal. Macht’s gut. Ciao, bleibt gesund. Super.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.