Einleitung

In der neuesten Episode von „Benzingespräche“ begrüßt Tim Klötzing den vielseitigen Philipp Raasch, einen prominenten Akteur in der deutschen Automobilbranche. Raasch, der als Consultant, Creator und Gründer von Horizon.io bekannt ist, teilt seine inspirierende Reise vom sicheren Arbeitsplatz bei Mercedes-Benz hin zur Selbstständigkeit und seiner Rolle als Autopreneur.

Der Weg in die Automobilbranche

Philipp Raasch, geboren und aufgewachsen in Stuttgart, fand seinen Weg in die Automobilbranche eher zufällig. Während seines Studiums der Medienwirtschaft absolvierte er ein Praktikum bei Mercedes-Benz, das ihn für fast ein Jahrzehnt im Unternehmen hielt. Trotz seiner erfolgreichen Karriere in der Inhouse-Unternehmensberatung von Mercedes-Benz verspürte Raasch den Drang, mehr zu entdecken und sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Der Mut zur Veränderung

Im Jahr 2019 entschied sich Raasch, eine Auszeit zu nehmen, um über seine berufliche Zukunft nachzudenken. Eine Reise nach Japan, Taiwan und Vietnam ermöglichte ihm die notwendige Reflexion, die schließlich zur Kündigung seines sicheren Jobs bei Mercedes-Benz führte. Ohne konkreten Plan kehrte er nach Deutschland zurück, bereit, seine eigenen Ideen zu verwirklichen.

Gründung von Horizon.io

Mit Horizon.io gründete Raasch eine Beratungsfirma, die sich auf Digitalisierung und Innovation in der Automobilindustrie spezialisiert hat. Diese Entscheidung markierte den Beginn seiner Reise als Unternehmer, die durch seine Aktivitäten auf LinkedIn weiter beflügelt wurde. Raasch nutzte die Plattform, um seine Sichtbarkeit zu erhöhen und wertvolle Kontakte in der Branche zu knüpfen.

Die Rolle von LinkedIn

Raasch betont die Bedeutung von LinkedIn als Werkzeug zur Selbstvermarktung und zum Networking. Durch regelmäßige, qualitativ hochwertige Beiträge hat er sich eine starke Präsenz auf der Plattform aufgebaut. Seine Fähigkeit, KI-generierte Bilder zu nutzen, um seine Inhalte zu bereichern, hat ihm zusätzliche Aufmerksamkeit und Anerkennung eingebracht.

Fazit

Philipp Raaschs Geschichte ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie man mit Mut und Entschlossenheit neue Wege beschreiten kann. Seine Erfahrungen zeigen, dass Veränderungen, auch wenn sie zunächst beängstigend erscheinen mögen, zu neuen und aufregenden Möglichkeiten führen können. Raasch bleibt ein Vorbild für alle, die in der Automobilbranche tätig sind und darüber hinaus.

Themen:

  • Philipp Raaschs Karriere bei Mercedes-Benz
  • Übergang zur Selbstständigkeit
  • Gründung von Horizon.io
  • Die Bedeutung von LinkedIn für Unternehmer
  • Persönliche und berufliche Entwicklung

Key Takeaways:

  • Mut zur Veränderung kann neue Möglichkeiten eröffnen.
  • LinkedIn ist ein wertvolles Tool für Selbstvermarktung.
  • Reflexion und Auszeiten können Klarheit über die berufliche Zukunft bringen.
  • Netzwerken ist entscheidend für den Erfolg in der Automobilbranche.
  • Innovation und Digitalisierung sind Schlüsselthemen für die Zukunft.
📄 Vollständiges Transkript
Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Herzlich Willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Nach einem schon sehr lustigen Vorgespräch fangen wir jetzt mal an. Und zwar heute ist jemand zu Gast. Wenn wir so in der Dach-Automotive-Bubble unterwegs sind, dann kommt man an ihm kaum vorbei. Herzlich Willkommen Philipp Raasch, Consultant, Creator, Gründer von Horizon.io und der Autopreneur. Das lösen wir gleich also rauf. Hallo Philipp. Hallo Tim, freut mich sehr, dass ich heute mit dabei sein darf. Ja, super gern. Und das ist auch wieder so ein Gespräch, da hätte man eigentlich schon fünf Minuten vorher auf Aufnahme drücken können. Und alle hätten auch eine gute Zeit mit uns gehabt, glaube ich. Haben uns über Projekte ausgetauscht und Füllwörter und alles, was man so hat. Aber anyway, kommen wir mal zum Thema. Ich drifte total selber am Anfang schon ab. Du bist seit gut ein, zwei Jahren sehr präsent auf LinkedIn. Und du hast da regelmäßig, so wie ich das wahrnehme, so richtig gute Postings, wo ich immer so aufmerksam bin und die aufmerksam lese. Weil da muss ich dir echt ein Lob aussprechen. Die sind gut ausgewählt, also Automotive-Bubble, gut ausgewählt. Die sind gut geschrieben und ich finde, du hast da auch echt ein Händchen für mit KI Bilder zu generieren. Das ist echt cool und da sage ich erstmal danke, dass ich da dein Content da immer so aufnehmen darf. Ja, das freut mich natürlich, dass du darüber wahrscheinlich ja auch auf mich aufmerksam geworden bist. Das ist ja auch so ein bisschen Sinn und Zweck der Sache, auch sichtbar zu werden. Der Hintergrund, warum ich das Ganze gestartet habe oder warum ich das Ganze mache, ist, dass ich Remote-Unternehmer quasi bin. Und dementsprechend am Anfang zumindest meiner Selbstständigkeit ganz stark das Problem hatte, dass ich halt keine Sichtbarkeit hatte vor meinen Kunden oder potenziellen Kunden. Weil das war damals so mitten in der Corona-Zeit und das war für mich der Trigger, mit LinkedIn zu starten. Und ich glaube, da habe ich auf der Plattform ganz, ganz viel gelernt und mittlerweile so ein bisschen verstanden, wie sie funktioniert. Und hoffentlich sehen das andere auch so. Ja, doch, würde ich sagen. Ich glaube, man sagt immer so lustig, das Game hast du schon durchgespielt. Vielleicht nicht komplett, aber schon ziemlich weit, würde ich sagen. Komplett niemals. Also man lernt immer dazu. Da bin ich auch ein großer Verfechter davon. Ja, absolut. Gerade LinkedIn mit seinen dauernden Algorithmus-Anpassungen, die auch teilweise sehr sportlich sind. Aber gut, jetzt fangen wir gleich erstmal an. Erstmal, du hast, was du so tust und du hast einen relativ langen Titel. Das lösen wir alles gleich noch auf. Das sortieren wir mal. Erstmal, der Rückspiegel. Du bist ein Baujahr, 89, geboren in Stuttgart und lebst in Stuttgart und überall. Haben wir gerade darüber noch so gesprochen, dass überall lösen wir gleich auch noch auf. Studium Bachelor of Arts Medienwirtschaft 2009 bis 2013. Verschiedene Positionen bei Mercedes-Benz von 2011 bis 2020. Ja, das waren einige Positionen. Ich habe die nicht alle aufgelistet. Selbstständig bei BikeMatch. Das war, ich glaube, während der Corona-Zeit noch so ein Startup. Ein mobiler Fahrradreparaturservice mittels App. Auch sehr spannend. 2020 bis 2023. 2020 bis heute Gründerkonsultant bei Horizon IO. 2023 bis heute Gründer und Projektmanager bei KGBT.ai. Und jetzt seit Januar hast du auch noch ein neues Side-Hustle oder Haupt-Hustle, wie auch immer sich das entwickelt wird, der Autopreneur. Ja, das hatte irgendwie vom Werdegang her immer irgendwie was mit Automobilen auch zu tun. Warum das? Sehr gute Frage und wahrscheinlich ein bisschen enttäuschend die Antwort. Ich bin eher zufällig in die Automobilbranche reingeslidert, nämlich während dem Studium. Ich komme ja aus Stuttgart, hast du ja auch schon richtig gesagt. Und eigentlich ist es relativ naheliegend, dass man in Stuttgart dann irgendwann in der Automobilindustrie arbeitet. Für mich war es aber nicht so naheliegend, weil ich nie so wirklich, zumindest so in meiner Jugend, den starken Connect zu dieser Industrie oder Branche hatte. Bei vielen, die so hier in der Umgebung aufwachsen und arbeiten, ist es ja so, wir nennen das hier so den schwäbischen Traum, dass du dann bei einem der drei großen Konzerne hier landest. Das sind nämlich Porsche, Bosch oder eben, wie es bei mir dann der Fall war, Mercedes. Aber es war tatsächlich so, ich habe Medienwirtschaft studiert in Stuttgart und Teil dieses Studiums war eben auch ein Praxissemester. Und in diesem Praxissemester wollte ich gerne ins Ausland gehen und hatte mich für ein Auslandspraktikum in der Medienbranche in New York City damals beworben. Es war so mein großer Traum mal zu leben und zu arbeiten in New York und bin da auch relativ weit gekommen. So im Bewerbungsprozess war natürlich, das war so mit Stipendium und so weiter, das war natürlich so heiß begehrt. Bin aber dann kurz vor Start leider aus diesem Bewerbungsprozess rausgefallen. Und dann war ich so, kurz vor knapp musste ich noch ein Praktikum finden und habe dann geschaut, wer oder welches Unternehmen ist denn quasi in derselben Situation und sucht ganz kurz vor knapp noch einen Praktikanten. Und das war dann lustigerweise Mercedes. Da habe ich dann eine Stelle gefunden, so in der damaligen Internetabteilung von Mercedes-Benz in der Zentrale in Stuttgart, habe mich beworben, wurde auch direkt zum Gespräch eingeladen und es war irgendwie so ein totaler Match. Und ich bin dann in diesem, habe dieses Praktikum gemacht, sechs Monate, bin aber direkt dort geblieben und für knapp zehn Jahre dann nicht mehr gegangen. Und das war so mein Einstieg in die Automobilindustrie. Okay, ja, dann irgendwann, wenn wir das jetzt so ein bisschen an den Ende von Mercedes so ein bisschen vielleicht schon springen. Du hattest ja da durchaus einen interessanten Job bei Mercedes im Bereich Analytics, Einsatz von KI. Und dann hast du dir das überlegt, so haben wir jetzt ein paar Jahre gemacht, ist ja eigentlich entspannt, aber nö, ich mache mein eigenes. Und dann hast du mit horizon.io, muss ich auch noch ein bisschen erklären, eine Beratung für Automobilhersteller im Bereich Digitalisierung und Innovation gegründet. Ja, wie kam das denn da, aus so einem interessanten Feld rauszugehen? Und du warst ja auch schon lange dabei und gesettelt und dann zu sagen, nee, ich mache mein eigenes. Ja, es war tatsächlich jetzt nicht eine Entscheidung von heute auf morgen oder irgendwas, was mir super leicht gefallen ist. Ich glaube, das kann jeder nachvollziehen, der so aus so einem Konzernsetting, sicherer, gut bezahlter Job, Dienstwagen und alles, was man so hat, dann diesen Schritt macht, nochmal neu zu starten in eine Selbstständigkeit rein. Für mich hat das Ganze oder der ausschlaggebende Punkt dieser Entscheidung war so im Jahr 2019. Da war ich dann ja so acht Jahre bei Mercedes gewesen in unterschiedlichsten Positionen. Die längste Zeit war ich in der Inhouse-Unternehmensberatung und bin da echt gut rumgekommen. War ein super Job. Ich habe extrem viel gelernt. Also war eine richtig, richtig gute Zeit bei Mercedes. Nichtsdestotrotz, so nach acht Jahren, habe ich schon immer mehr so ein bisschen in mir selbst die Stimme gehört. Hey, gibt es nicht noch mehr im Leben zu entdecken als Automobilkonzern? Beziehungsweise, hey Philipp, willst du das eigentlich bis an dein Lebensende machen? Also willst du im Großkonzern alt werden? Allerdings war das nur sehr oberflächlich, wie ich darüber nachgedacht habe, weil ich war damals super busy. Also jeder, der irgendwie mal im Automobilkonzern oder in der Unternehmensberatung gearbeitet hat, weiß, wie voll die Terminkalender dort sind. Also wie busy man ist, dass man irgendwie von morgens bis abends in Terminen sitzt und am Abend dann noch die Präsentation fertig schrubbt quasi. Und ja, deswegen kam ich nie wirklich zum Reflektieren, aber ich habe für mich gemerkt, dass ich unzufriedener werde Tag für Tag. Und das ging irgendwann so weit, dass ich gesagt habe, okay, ich muss, ich bin jetzt am Punkt, ich muss etwas ändern. Ich kann so nicht weitermachen. Und hatte dann zum Glück irgendwie, ja, das Glück mit meinem damaligen Arbeitgeber. Wir haben da ein Deal gemacht, dass ich mir zwei Monate unbezahlt freinehmen kann. Ich habe damals mir dann einen Rucksack gekauft und bin nach Japan geflogen. Ich war noch nie davor in Asien. Ich bin noch nie alleine gereist und stand dann aber von heute auf morgen einfach aus meinem busy consultant life auf einmal in Tokio. War völlig allein, völlig andere Welt. Ich wusste nichts über Japan. Ich habe auch nicht Japan ausgewählt, weil es mich dorthin zieht, sondern ich habe einen Ort gewählt, wo ich am allerwenigsten davon weiß. Also ich wollte den maximal die maximale Distanz haben, um wirklich zum Reflektieren zu kommen. Genau. Und dann bin ich zwei Monate durch Asien gereist, die meiste Zeit durch Japan einmal von Norden bis ganz nach Süden gereist. Dann weiter nach Taiwan und dann war ich noch zwei Wochen in Vietnam. Und das war für mich auf jeden Fall so eine, man würde sagen, life changing Reise, weil ich einfach die Zeit hatte, wirklich mal anzuhalten, zu reflektieren. Viel über mich selber gelernt habe in dieser Zeit und eine Klarheit darüber entwickelt habe, was ich eigentlich will im Leben und wie es weitergehen kann. Und ja, das Resultat dieser Reise war, dass ich dann zurückgekommen bin und zwei Tage später habe ich meine Kündigung eingereicht, ohne damals zu wissen, was ich machen will. Ich habe da irgendwie damals in Japan habe ich so eine so eine lange Liste entwickelt mit Startup Ideen, was ich alles machen könnte, war alles jetzt im Rückblick betrachtet jetzt nicht die besten Ideen, glaube ich. Weil alles, was man sich so in der Theorie ausdenkt, ist ja meistens dann irgendwie weit weg von der Marktrealität. Aber das war, glaube ich, eine wichtige Zeit, um ja, um da so ein bisschen eine Klarheit zu entwickeln und diese Entscheidung vor allem dann zu treffen. Weil bevor ich abgereist bin, war, hatte ich das nicht auf dem Schirm. Also ich hatte es nicht geplant, sondern ich bin völlig ergebnisoffen damals abgereist. Krasse, krasse, schöne Geschichte. Und das ist interessant, weil das, das haben wir im Vorgespräch gar nicht so besprochen. Ich war vor fünf Jahren, war ich mal in einem ähnlichen Punkt und da bin ich auch, habe mir irgendwie bei einem Freund einen großen Backpack geliehen und noch einen zweiten Rucksack vorne drauf. Alles in eine Mülltüte, ab in den Flieger, damit, der Backpacker-Trick, alle im Eimer umwickeln. Und war dann drei Wochen in Südostasien alleine auch unterwegs. Und boah, das weckt gerade, was du erzählt hast, total, muss ich gerade an die Zeit echt zurückdenken. Das war schon eindrucksvoll. Irgendwohin kannte da auch keinen und einfach irgendwie rum und war eine tolle Tour und irgendwie hat das irgendwie alles funktioniert und das hat auch bei mir was bewegt. Also da kann ich, kann ich gut nachfühlen. Das ist echt krass. Ja, jetzt muss ich aber erst mal, jetzt muss ich erst mal wieder erzählen. Erzähl mal über Horizon IO, was du dann gegründet hast. Harter Cut auf jeden Fall, aber cool, vielleicht um nochmal kurz Bezug auf deine Geschichte zu nehmen. Ja, cool, dass du das gemacht hast und ich so im Rückblick kann, und ich glaube, da stimmst du mir zu, das kann man wirklich nur jedem empfehlen, der vielleicht so ein bisschen hadert mit der Perspektive oder wo es denn hingehen soll, wirklich mal alleine zu reisen. Ich glaube, das ist eine Erfahrung, die man in seinem Leben mal gemacht haben sollte. Und die ist viele, mein Gott, das wird ja auch so gegangen sein, wie viele Leute gesagt haben, was, alleine? Das alleine verreisen? Und dann so, ja, du bist aber nicht lange alleine. Das ist ganz wundervoll. Du triffst auf ganz viele Menschen. Eine gewisse Grundoffenheit, muss man schon sagen, gehört dazu. Wenn du extrem intro bist, dann reist du halt wirklich alleine, hast aber auch mit Sicherheit schöne Erlebnisse. Aber wenn du so ein bisschen offen bist, total toll, da hast du vollkommen recht. Und das zu reflektieren und sich zu reflektieren ist fantastisch. Jetzt sind wir noch weiter abgeschweift, aber ich erzähle dir jetzt so ein bisschen was über Horizon. Aber der Name ist ja auch passend. Es kommt ja nämlich so von Horizont to the Horizon, war damals so unser erster Claim, wo wir gestartet sind. Ja, einfach so zu neuen Ufern und einfach mal schauen quasi, was das Leben noch so zu bieten hat. Beziehungsweise auch übertragen aufs Business, auch mal abseits irgendwie des Kerngeschäftes und abseits von, das haben wir immer schon so gemacht, mal neue Wege zu gehen und neue Ansätze auszuprobieren. Genau, und Horizon IO nennt sich unsere Firma, ist eine kleine, aber feine Boutique-Beratung, die ich dann als Ergebnis von dieser Japan-Reise, von der ich erzählt habe, ins Leben gerufen habe. Im März 2020 war das dann tatsächlich. Also nachdem ich zurückkam, hatte ich noch so einen Deal gemacht mit meinem damaligen Arbeitgeber, dass ich einfach noch eine Zeit lang da bleibe und meine Themen übergebe, Projekte abschließe, Kunden übergebe und so weiter und so fort. Und habe dann noch bei Mercedes gearbeitet bis Ende Februar 2020 und dann im März haben wir gestartet, was ein denkbar unguter Zeitpunkt war, weil es war so der Ausbruch der Corona-Pandemie. Aber darum soll es gar nicht gehen. Es war auf jeden Fall ein Struggle, aber wir haben es geschafft, uns glaube ich über die nächsten Jahre dann zu etablieren mit einer kleinen, aber feinen Unternehmensberatung. Wir sind explizit ausgerichtet auf Automobilhersteller und beraten da in den Bereichen Marketing, Vertrieb, After-Sales beim Thema digitale Transformation oder digitale Innovation. Sehr schön. Da ist wieder ein Tech-Thema drin und KI-Thema also drin und Digitalisierung. Hast aber 2023, vorhin habe ich es ja auch schon vorgelesen, KGPT-AI gelaunched. Das hat auf jeden Fall damals so einen Aha-Effekt gehabt, wo das kam. Und sag mal vielleicht in ein paar Worten, was das genau ist und warum ihr das entwickelt habt. Kurzer Break in eigener Sache. Ihr kennt Tim Klötzing als euren Podcast-Host und als kompetenten Netzwerker in der Autobranche. Aber wusstet ihr, dass Tim auch ein führender Marketingberater mit der Expertise aus hunderten Projekten und über 20 Jahren Erfahrung ist? Er unterstützt Autohäuser und Dienstleister rund um den Autohandel bei allen Marketing-Themen, von der Positionierung bis zum Online-Marketing. Für mehr Informationen einfach auf LinkedIn kontaktieren. Ja, ich mache es relativ kurz. Also wir beschäftigen uns ja immer mit dem Thema digitale Innovationen, neue Technologien, neue digitale Ansätze und versuchen die… Als kleines, kleines Unternehmen zu übertragen auf die Branche oder so auf das Geschäft unserer Kunden. Damals, das war Anfang 2023, war natürlich so das große Thema, und ich glaube, das ist ja immer noch, aber damals noch mehr war irgendwie so der große Big Bang ja von dem Thema Chat-GPT. Und ich glaube, alle haben irgendwie so ein bisschen gefühlt, hey, das ist irgendwie groundbreaking. Aber damals waren wir, glaube ich, alle noch so ein bisschen in der Situation, dass wir gesagt haben, okay, aber was bedeutet es denn jetzt eigentlich für unser Daily Business? Also ist ja nett, dass ich da jetzt so ein Chatbot habe, mit dem ich irgendwie schreiben kann und dem ich Fragen stellen kann, der viel halluziniert und vielleicht gar nicht so, ja, gar nicht so quasi im Daily Business richtig eingesetzt werden kann. Aber wir wollten eben das einfach mal vordenken. Und da wir ja uns oder so ein bisschen unser Kerngeschäft damals wie heute ist ja das Thema digitaler Automobilvertrieb, da wir uns damit viel beschäftigen, haben wir uns quasi einen Use Case gesucht im Bereich des digitalen Automobilvertriebs, wo wir diese Technologie, diese Large Language Models entsprechend einsetzen und haben einen damals noch relativ frisch oder relativ neu die Idee, einen KI-Autoverkaufsberater entsprechend entwickelt. Als Proof of Concept, als Showcase, um zu zeigen, guck mal, so kann es aussehen, wenn man diese Technologie einsetzt, um Kundenerlebnisse im Bereich des digitalen Autovertriebs entsprechend zu entwickeln. Okay, auch ein sehr spannendes Geschehen. Und ich habe dann ja gesehen, wir hatten auch vor zwei Jahren schon mal Kontakt im Rahmen mit Horizon und dann habe ich K-LGBT gesehen. Und dann habe ich so gesehen, hey, der beschäftigt sich mit der deutschen Autobubble, der ist ja nicht unerfahren, der macht und tut. Und dann habe ich aber gesehen, okay, er postet aus Asien, aus dem Autohaus und was weiß ich nicht alles. Das sind immer so verschiedene Places gewesen und ich dachte, was ist denn da los? Also du warst in den letzten Jahren sehr viel in der Welt unterwegs. Und im Fachjargon digitaler Nomade, da gibt es in meinem Bekanntenkreis quasi keinen. Die sind da doch dann selten, wenn du so im eigenen Bekanntenkreis. Sag mal, wie hat sich das, also erzähl mal. Hat unterschiedliche Gründe. A, habe ich durch diese Japanreise damals, von der wir ja vorher gesprochen haben, für mich so ein bisschen Asien entdeckt. Also ist auf jeden Fall ein Ort, wo ich mich pudelwohl fühle und wo ich auch nach dieser Reise noch sehr, sehr viel entdecken wollte. Das war so der eine Grund, weshalb es mich dort auch immer wieder hingezogen hat. Plus, ich habe damals ja gegründet in der Corona-Zeit und saß dann irgendwie monatelang in meinem kleinen Homeoffice in Stuttgart. Und für mich kam dann irgendwann die Erkenntnis, dass es eigentlich überhaupt keinen Unterschied macht, ob ich jetzt in Stuttgart sitze, in Berlin, in Hamburg oder in Bangkok oder in Tokio. Ich kann meine Arbeit wirklich von überall machen und habe das dann tatsächlich einfach immer mal wieder ausprobiert. Also ich habe da eine Zeit lang aus Barcelona gearbeitet beispielsweise. Dann habe ich auch mal eine Zeit lang aus Thailand gearbeitet und es ging eigentlich super gut. Plus, was halt dazu kommt, ich denke, so meine Branche ist ja die Automobilbranche, sonst wäre ich ja auch nicht hier zu Gast. Und ich bin immer der Meinung, man muss dort sein, wo eigentlich so die Veränderung wirklich stattfindet. Und wir wissen alle, dass der bedeutendste Automobilmarkt, den es gerade gibt, ist wahrscheinlich China und auch so der gesamte asiatische Raum. Und deswegen war es für mich extrem wichtig, da einfach auch vor Ort zu sein und diese Veränderungen wirklich hautnah mitzuerleben, statt nur so von der Ferne darüber zu sprechen. Und das habe ich entsprechend dann für mich als grundsätzliches Setup, was sich auch ganz gut anfühlt für mich, gefunden. Und bin jetzt immer wieder am Pendeln, zwar quasi zwischen Stuttgart, Deutschland und den Automotive Hotspots dieser Welt. Cool. Ja, sehr schön. Das finde ich echt schön. Jetzt haben wir ja am Anfang gesagt, wir sortieren alle so ein bisschen. Jetzt wissen wir eine Consultant, Unternehmensberatung, Automotive, Digitalisierungsthemen und so. KGPT ein eigenes Projekt gelauncht als Proof of Concept. Da ist aber ja noch was anderes, der Autopreneur. Beschreib mal auch, wie es dazu kam und was es genau ist, was sich da so jetzt ja auch anzieht. Weil wenn man auf dein Profil bei LinkedIn schaut, dann dominiert das ja auch oben das Wichtigste zu Digital Tech und AI in Automotive. Berichte da mal ein bisschen davon. Ja, genau. Also ich denke, allen Hörern von diesem oder Hörerinnen von diesem Podcast dürfte ja klar sein, dass unsere Branche, die Automobilbranche, gerade einen ganz großen Wandel durchlebt. Ich nenne es immer so multiple Transformationen, weil halt so ganz viele Transformationen auf einmal stattfinden. Sei es jetzt vom Verbrenner zum Elektromotor, vom Hardwarefokus zum Softwarefokus, vom stationären Handel zum Online-Handel oder Omni-Channel-Vertrieb. Also ganz, ganz viel passiert auf einmal. Und da den Überblick zu behalten, weil auch alles irgendwo miteinander zusammenhängt und sich gegenseitig beeinflusst, das kann tatsächlich überfordern. Und dadurch zu manövrieren, ist halt auch überhaupt nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick klingt, sondern relativ komplex. Ich glaube, das können alle verstehen, die so in dieser Branche arbeiten. Und ich habe als Berater immer extrem viel Spaß daran gehabt, diesen Wandel mitzugestalten und diesen Wandel auch in einer gewissen Weise zu moderieren. Aber als Berater hast du halt immer nur einen begrenzten Impact, sage ich jetzt mal. Weil du bist ja immer projektspezifisch und kundenspezifisch unterwegs und kannst da quasi im Mikrokosmos natürlich Transformationen mitgestalten. Aber ich gestalte gern so das Große und Ganze mit. Und das war mit ein Grund, weshalb ich Anfang diesen Jahres, Anfang 2024, mein jüngstes Projekt gestartet habe. Der Autopreneur nennt sich das. Das ist ein wöchentlicher Newsletter, in dem ich jeden Sonntag um 7 Uhr morgens eine Mail an alle meine Abonnenten verschicke. Mit dem, was so wichtiges passiert ist in der Automobilindustrie, aber mit einem besonderen Fokus auf die großen Transformationen. Mit einem besonderen Fokus auf digitale Innovation und Technologie. Und immer mit einem Blick auf die DACH-Region, auf Deutschland, auf unsere deutschen Hersteller. Aber natürlich nicht ausschließlich, sondern ich betrachte so die globalen Entwicklungen, globalen Trends und was die denn bedeuten für unsere deutsche Automobilindustrie maßgeblich. Ja und das erfreut sich immer mehr Beliebtheit. Da freue ich mich auch darüber, dass das ganz gut aufgenommen wird, dass das ganz gut ankommt. Und dass ich da entsprechend immer mehr Abonnenten auch gewinnen kann für diesen Newsletter. Ja, schön. Also das kann ich nur empfehlen, weil das, was ich ja schon von LinkedIn von dir kenne, schon gut ist. Also von daher, lest mal rein. Alright, gucken wir mal, ich sage immer so schön, nehmen wir den Blick aus dem Rückspiegel und gucken nach vorne Fernlicht an und gucken mal so ein bisschen in die Zukunft. Du beschäftigst dich sehr intensiv mit der Autoindustrie, hast du ja gerade gesagt, und arbeitest viel auch mit Herstellern zusammen. Ich habe so zwei, drei Stichpunkte dabei, wo mich interessieren würde, wie du darüber denkst, also so deinen Blick in die Zukunft. Ganz klar, es sind alles so Buzzwords und Buzzthemen. Neue chinesische Automarken, Situation aber auch auf dem chinesischen Markt und den Drang von dort nach Europa. Mit deinem Blick, wenn du auch häufig da drüben unterwegs bist, wie du das beurteilst? Weil wir schauen ja hier in Deutschland ja meistens immer so, ja, die Chinamarken, die kommen jetzt hier hin und wollen irgendwie Fuß fassen. Das ist mir jetzt zu eindimensional, da würde ich gerne deinen Blick vielleicht mal sehen. Also um es in einem Satz zusammenzufassen, würde ich sagen, die sind gekommen, um zu bleiben. Also wer jetzt die Hoffnung hat, dass die irgendwie wieder weggehen oder dass die sich jetzt die Finger verbrennen und sich dann aus Europa wieder zurückziehen und nur auf ihrem Heimatmarkt bleiben, ich glaube, der wird enttäuscht werden. Dafür machen sie zu vieles richtig und zu vieles gut und haben mittlerweile auch, ich sage mal technologisch einfach auch einen Vorsprung sich erarbeitet, der schwer einzuholen ist, sage ich jetzt mal. Ich habe jetzt neulich eine Studie von Alex Partners, die ja irgendwie auch ein ganz großer Name so in der Branche sind, gelesen und die haben berechnet oder die haben prognostiziert, dass bis 2030 die chinesischen Hersteller global gesehen 30 Prozent Marktanteil haben werden. Und ich finde, dem würde ich mich anschließen, das ist realistisch. Wie siehst du die Situation, kannst du den chinesischen Markt ein bisschen beschreiben, was da so los ist? Also wirklich in China? Ja, also was ich vor Ort sehr spannend fand, wenn wir mal schon so ein bisschen den Schwenk zum Autohandel machen, was ich extrem interessant fand, war wie dort Autos verkauft werden, nämlich so im Einkaufszentrum. Also du merkst halt schon, wenn du mit Autos in Kontakt kommst, dass dort Auto einfach anders gedacht wird. Und ich denke auch, das ist ein großes Problem bei uns in Deutschland, das haben wir schon immer so gemacht, Mindset, wo es uns relativ schwer fällt, einfach mal so out of the box zu denken und die Dinge komplett neu zu denken. Also lass es uns auf Automobilhandel beziehen, da fällt es uns, glaube ich, schwer, Autokauf und Autoverkauf mal abseits zu denken vom klassischen, ich gehe ins Autohaus, da gibt es Verkäufer, da gibt es die Autos zum Anschauen, zum Probefahren. Und wenn du dich aber mal in so einen anderen Markt wie China begibst, dann siehst du, dass es dort einfach ganz anders gehandhabt wird. Da werden Autos nämlich in kleinen City Stores ganz nah am Menschen, quasi an der Lebensrealität verkauft, wo dann so zwei, drei Autos drinstehen, wo extrem viele Verkäufer mit einem Top-Service dort stehen. Also die warten echt und sobald du reinkommst, dann kommen irgendwie drei Verkäufer zu dir und wollen dich direkt beraten quasi und sind total interessiert auch. Also es ist ein bisschen ein anderer Ansatz einfach und den spürst du in ganz, ganz vielen Ebenen. Und dann natürlich, ich glaube, da erzähle ich dir jetzt auch nichts Neues, natürlich Elektromobilität wird dort extrem gepusht, auch staatlich quasi gelenkt, aber man merkt es halt auf der Straße. Also dort sind E-Autos halt schon der Standard und man sieht es ja auch an den Marktanteilen. Mittlerweile haben chinesische Hersteller, die sich ja ganz stark zum Thema Elektromobilität committet haben, dort über 50% Marktanteile im Heimatmarkt. Jetzt stelle ich mir nur die Frage, die die die Frage poppt ja auch hier überall auf. China, Ballungsgebiete, wo laden die alle? Also die Fragen stellen wir uns ja hier auch schon. Ich glaube, da hat China die genau selben Probleme wie wir. Also man muss halt entsprechend eine Infrastruktur hochziehen, idealerweise in Sync mit dem Hochlauf der Elektromobilität und das sehen wir ja auch global, dass der Absatz von Elektroautos zu schnell gewachsen ist, nämlich schneller als der Ausbau der Infrastruktur. Und deswegen stehen wir ja gerade vor diesem großen Problem, dass wir gerade so ein bisschen einen Dämpfer erleben und der Absatz so ein bisschen stockt. Wobei, muss man sagen, da haben wir auch eine bisschen besondere Situation bei uns in Deutschland, weil in den meisten anderen Märkten außer in Deutschland wächst die Elektromobilität gerade noch weiter. Nichtsdestotrotz, es ist einfach der Fakt, dass der Hochlauf schneller ging als erwartet und der Infrastrukturausbau zu langsam war an der Stelle. Okay. Wir streifen da schon so ein bisschen das zweite Thema Elektromobilität versus Verbrenner. Jetzt hast du gesagt, der Hochlauf in China war auch relativ schnell und ist auch noch nicht so 100 Prozent gelöst. Wie ist denn, wie würdest du die Lage in China und Europa in dem Thema so beurteilen? Grundsätzlich anders. In China wird es ja quasi, ist es ja staatlich stark gefördert, dass Menschen sich eher für ein Elektrofahrzeug als für einen Verbrenner entscheiden. Entsprechend ist es halt viel einfacher, dort ein Nummernschild zu bekommen, was tatsächlich irgendwie so, hat mich auch überrascht, als ich da vor Ort war und mir das so erzählt wurde, dass es tatsächlich irgendwie ein Struggle ist, ein Nummernschild zu bekommen für einen Verbrenner und auch mit relativ viel Kosten verbunden ist. Also da muss man richtig Geld in die Hand nehmen, wenn man sich einen neuen Verbrenner kaufen will und den dann zulassen will und dann Nummernschild bekommen will. Und das ist halt viel, viel günstiger, wenn du dich für ein Elektroauto entscheidest. Sprich, dementsprechend entscheidet sich der preissensible Kunde in China eher für das Elektroauto als für den Verbrenner, weil es halt am Ende des Tages die wirtschaftlich, sag ich jetzt mal, vorteilhaftere Entscheidung ist. Bei uns in Deutschland ist es ja schon immer noch der Fall, dass es unterm Strich wahrscheinlich erstmal günstiger ist. Also ich habe es jetzt nicht durchkalkuliert, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es immer noch günstiger ist, wenn ich mich jetzt erstmal für einen Verbrenner entscheide. Aber da sind wir ja trotzdem auf so einem Kipppunkt. Also das ist relativ klar, dass das nicht langfristig so bleiben wird, sondern dass wir halt da gerade in einer Übergangsphase sind. Hast du irgendwie eine Größe, wenn ich in China jetzt irgendwie einen neuen Verbrenner zulassen will, was das kostet? Hast du da irgendeinen Wert für? Kann ich jetzt nicht aus der Hüfte schießen, aber ich bin mir sicher, das hat man relativ schnell über Google recherchiert. Poste das mal. Poste das mal auf LinkedIn. Das ist interessant auf jeden Fall. Mach ich gerne. Ja, aber so kann halt auch gesteuert werden, ganz klar. Definitiv. Okay. Vorhin hast du auch erzählt, in China ist es gang und gäbe, dass in Einkaufszentren und Supermärkten Fahrzeuge angeboten werden. Das ist ja nun mal wirklich ein ganz anderes Vertriebsmodell als hier in Deutschland. Wo glaubst du, dass hier in Deutschland der Vertriebsweg so hingeht? Also bleibt das hier einfach so klassisch? Es gibt Autohäuser, so wie es die letzten 50, 70 Jahre gab und da werden die Autos rausrollen und alles ist für die Zukunft gut? Oder siehst du auch an den Stellen vielleicht Veränderungen, die auch mit neuen Marktteilnehmern vielleicht zu tun haben? Definitiv sehe ich Veränderungen, weil wenn wir uns einfach so das Umfeld anschauen, wo Autohandel eigentlich stattfindet, dann wäre es ja fahrlässig zu sagen, okay, um uns herum verändert sich alles, also die komplette Branche transformiert sich, das haben wir ja gerade schon erörtert und aber auch das Kundenverhalten und die Kundenerwartungen verändern sich fundamental. Das heißt, wenn man da sagen würde, aber Autohandel, das belassen wir jetzt einfach mal so, wie wir es schon seit 100 Jahren gemacht haben. Ich glaube, das wäre ein bisschen fahrlässig, sprich definitiv Autohandel muss sich auch grundsätzlich transformieren und verändern und das sehen wir ja auch. Und wir sehen, dass da Veränderungsprozesse im Gange sind und die auch natürlich mit Konflikten einhergehen. Also wir sehen das zum Beispiel bei den Umstellungen der verschiedenen Hersteller auf Agenturmodelle oder halt auf dem Weg hin zu neuen Marktteilnehmern. Direktvertrieb, sage ich jetzt mal, oder so Direct-to-Consumer-Modellen, dass da natürlich auch Player, ja, dann auf der Strecke bleiben und das dann für Konflikte sorgt, ist klar, ja. Wie ist das in China? Wenn wir jetzt eine klassische chinesische Marke da irgendwie rausgreifen, sind die da drüben eher im Direktvertrieb unterwegs und organisieren ihren Vertrieb selber? Oder denken, oder ist es da wie hier auch, du hast irgendwo am Ortsrand sehr große Autohändler und dann die Satelliten in die Einkaufszentren rein? Ne, ganz ehrlich, das ist eher so tatsächlich dieser Direktvertriebsansatz und ich finde da, also an diesem Ansatz erkennt man auch irgendwie so diesen krassen Kontrast zwischen dem, wie Autohandel früher stattgefunden hat, weil wenn wir uns Autohandel jetzt einfach mal so wie wir es in Deutschland kennen vorstellen, dann gibt es diese großen Glastempel, sage ich jetzt mal, am Stadtrand, wo ganz ganz viele Autos drin sind, wo ich aber persönlich, ich glaube das ist so eine Generationsfrage, ich hätte da eine Aversion hinzugehen, also ich würde da nicht gerne hingehen, irgendwie sonntags so ins Autohaus gehen, rumbummeln und mit Verkäufern sprechen, wäre überhaupt nicht so mein Ding. Und es ist auch extrem weit weg von meiner Lebensrealität und ich glaube auch von der Lebensrealität der Kunden, also dadurch, dass es ja so ein Palast ist, ist es ja, ist es ein Kontrast zu deinem Alltag einfach, du gehst nicht jeden Tag in so ein Autohaus. Und in China ist, finde ich, genau zu dieser Gegensatz, Einkaufszentrum ist was, wo du dich alltäglich aufhältst, das ist so deine komplett normale, dein komplett normales Umfeld und dort hast du diese kleinen Showrooms, so wie du irgendwie, keine Ahnung, einen Shop von H&M hast, irgendwie in der Innenstadt hast du dort halt auch den Shop von, auch unseren deutschen Marken, von Mercedes, von BMW, von Volkswagen, aber auch all diesen anderen chinesischen Brands. Dort quasi mit den Produkten in Kontakt kommen auf einem sehr niederschwelligen alltäglichen Niveau, was jetzt nicht so eine Einstiegshürde hat, wie ich betrete jetzt dieses ehrwürdige Autohaus am Stadtrand. Finde ich voll krass und auch voll cool, wie du das so beschreibst, deine Wahrnehmung. Habe ich so ehrlich gesagt noch überhaupt nicht drüber nachgedacht. Ich bin nur der Meinung, dass es gibt schon genug von diesen Palästen und auch in der heutigen Zeit, wenn man LinkedIn irgendwie so die Bubble so verfolgt, es werden immer noch Millionen investiert. In einen Neubau quasi von solchen Standorten und man fragt sich so, really? Ist das wirklich, also ist das das richtig gut investierte Geld und viele kämpfen schon damit, Thema Agenturvertrieb, dass nur noch irgendwie statt 2000 Quadratmeter nur noch irgendwie 100 Quadratmeter angemietet werden durch den Hersteller. Was machst du mit dem Rest? Ja, also das halte ich auch für echt fraglich und ein paar Händler sind ja inzwischen so pfiffig und nehmen sich entweder neue Marken mit rein oder teilweise vermieten die unter, was auch immer. Das ist schon in der Tat echt abgefahren. Definitiv. Sehr spannend. Und das Thema, ich sage mal so City Stores, das geistert ja in Deutschland auch schon seit Jahren irgendwie rum, aber es setzt sich irgendwie nicht durch und jetzt kommen neue Marktteilnehmer und dann gibt es, weiß ich, in München, wie heißt denn die Prachtstraße hier? Leopoldstraße glaube ich. Wer sitzt da alles? Lotus, also Geely, BYD, Lucid, keine Ahnung wer noch sitzt, Cupra immerhin. Und die machen das dann einfach oder guckt den NIO mit den palastartigen Superadressen an, mit den NIO Houses. Weiß nicht. Also ist die Frage, wollen das die Leute hier oder wollen sie es nicht? Das hat sich ja offensichtlich in den letzten Jahren ja nicht durchgesetzt. Es ist auf jeden Fall eine richtige Strategie, wenn du jetzt ein Neueinsteiger bist im deutschen Markt und noch nicht so eine große Markenbekanntheit hast, dass du dann deine Stores sehr zugänglich und sehr nah an den potenziellen Konsumenten eröffnest und einfach dieses Entdecken der Marke und der Produkte möglichst einfach gestaltest. Und wenn du das so klassisch machen würdest, dass du irgendwie ein großes NIO Glasautohaus am Stadtrand aufbauen würdest, wo du dich kaum reintraust, wenn du nicht irgendwie einen Geldkoffer mit 80.000 Euro dabei hast, dann wäre dieser Anlauf, glaube ich, um einiges schwieriger als danach zu sein am Kunden. Philipp, wir sind schon hier über meiner geplanten Zeit, was aber nicht schlimm ist, weil es super interessant war. Ich möchte dir die klassische Abschlussfrage stellen. Da wirst du wahrscheinlich, ich bin mal gespannt, was da kommt. Wann sitzt du das erste Mal in Deutschland, in einem komplett autonomen Auto, mehr oder weniger alltäglich einsteigen, um nichts kümmern, Adresse sagen und es fährt dich von A nach B? Hättest du jetzt nicht konkretisiert mit in Deutschland, hätte ich gesagt, hoffentlich dieses Jahr noch in China, weil das ist auf jeden Fall was, was ich mir vorgenommen habe, dass ich das als nächstes ausprobieren möchte. In Deutschland, ja, wir haben halt in Deutschland halt immer das Problem, dass wir bei der Adaption von neuen Technologien sehr vorsichtig sind, sehr eher langsam sind und konservativ sind. Das hat an vielen Stellen was Gutes, weil es uns auch irgendwo schützt, zu schnell irgendwas einzuführen, was dann vielleicht unsicher ist. Ist aber auch ein Wettbewerbsnachteil in anderen Bereichen, weil wir dann einfach langsamer sind entsprechend im globalen Wettbewerb oder in der globalen Konkurrenz. Deswegen denke ich, ja, natürlich, wir sehen, dass in China ist es schon gelebter Alltag, dass da Robotaxis rumfahren. Ich habe jetzt erst diese Woche gelesen, in China ist es tatsächlich so, dass die gerade damit kämpfen mit den Verwerfungen, dass sehr viele Taxifahrer und Uber, also Uber, Pendant in China, deren Jobs bedroht sind durch die Robotaxis, die da jetzt rumfahren und dass das jetzt schon für soziale Verwerfungen sorgt. Weil sich insbesondere junge Kunden dort eher fürs Robotaxi entscheiden als für das klassische Taxi. Da sehen wir, das ist eigentlich schon Realität, das ist schon Alltag, aber bis es bei uns ankommt in Deutschland, wird glaube ich noch das eine oder andere Jahr vergehen. Ich würde aber trotzdem mal zuversichtlich auf vor 2030 tippen. Okay, alles klar. Ich hatte schon ausgeholt, ich hatte die Vorahnung, du sagst, es wird irgendwann kommen. Nein, hier kommt keiner ohne Zahl raus. Aber du hast ja was genannt. Ja, Philipp, ganz herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, mal so deine Eindrücke auch aus China, Asien und so mit uns zu teilen und was du so treibst. Ich war echt neugierig. Dankeschön. Danke dir und hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, hier mit dabei zu sein. Super, so soll das sein. Ja, an euch aus. Mein Gott, jetzt schön nach hinten raus ein Versprecher. An euch da draußen, ja, danke fürs Zuhören. Macht’s gut, fahrt sicher, wenn ihr es im Auto hört und wir hören uns bald wieder. Ich sage, macht’s gut und der Philipp sagt. Bye, bye.