Einleitung

In der neuesten Folge des Podcasts „Benzingespräche“ tauchen wir tief in die Welt von NIO ein, einer aufstrebenden Elektromarke aus China, die sich anschickt, den deutschen Automarkt zu revolutionieren. Tim Klötzing, Experte für KI und Marketing, spricht mit Ralf Kranz, dem General Manager von NIO Germany, über die Herausforderungen und Chancen, die mit dem Markteintritt verbunden sind.

Die Ankunft von NIO in Deutschland

NIO wurde 2014 von William Li gegründet und hat sich seitdem als innovativer Player im Bereich der Elektromobilität etabliert. Mit einem klaren Fokus auf saubere Energie und neue Mobilitätskonzepte hat NIO bereits in mehreren Ländern Fuß gefasst. Der Markteintritt in Deutschland erfolgte im Herbst 2022, und seitdem hat das Unternehmen begonnen, seine Präsenz auszubauen.

Innovative Konzepte und Technologien

NIO unterscheidet sich von traditionellen Automobilherstellern durch seine innovativen Ansätze. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Battery Swap System, das einen schnellen Austausch von Batterien ermöglicht und so die Ladezeiten drastisch reduziert. Diese Technologie könnte die Art und Weise, wie wir Elektrofahrzeuge nutzen, grundlegend verändern.

Globale Präsenz und lokale Anpassung

Obwohl NIO ein chinesisches Unternehmen ist, operiert es global mit Forschungs- und Entwicklungszentren in München, San Jose und Oxford. Diese internationale Ausrichtung ermöglicht es NIO, sich an die spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen der verschiedenen Märkte anzupassen. In Deutschland hat NIO bereits ein starkes Team aufgebaut, das sich aus Experten mit unterschiedlichen kulturellen und beruflichen Hintergründen zusammensetzt.

Die Herausforderungen auf dem deutschen Markt

Der deutsche Automarkt gilt als besonders anspruchsvoll, vor allem wegen der starken Konkurrenz durch etablierte Marken wie Audi, BMW und Mercedes. Dennoch sieht NIO hier eine große Chance, insbesondere durch seine innovativen Konzepte und den Fokus auf Elektromobilität. Ralf Kranz betont im Podcast, dass NIO nicht nur ein Autohersteller, sondern ein Anbieter von Smart Devices ist, was eine breitere Palette von Dienstleistungen und Produkten umfasst.

Fazit

Mit seinem innovativen Ansatz und der internationalen Ausrichtung hat NIO das Potenzial, die Elektromobilität in Deutschland maßgeblich zu beeinflussen. Der Podcast „Benzingespräche“ bietet spannende Einblicke in die Strategien und Visionen von NIO und zeigt, wie das Unternehmen plant, sich auf einem der anspruchsvollsten Märkte der Welt zu etablieren.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Markteintritt von NIO in Deutschland
  • Innovative Konzepte wie das Battery Swap System
  • Globale Präsenz und lokale Anpassung
  • Herausforderungen auf dem deutschen Automarkt
  • Visionen und Strategien von NIO

Key Takeaways:

  • NIO ist eine junge, innovative Elektromarke aus China.
  • Das Unternehmen setzt auf ein globales Netzwerk von Forschungszentren.
  • Das Battery Swap System könnte die Nutzung von Elektrofahrzeugen revolutionieren.
  • NIO sieht sich als Anbieter von Smart Devices, nicht nur als Autohersteller.
  • Der deutsche Markt bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen für NIO.
  • NIO plant, sich durch innovative Konzepte von der Konkurrenz abzuheben.

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Benzingespräche – der Personality- und Branchenpodcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmercoach und Agenturinhaber. Moin Philipp! Moin, moin lieber Tim! Da sind wir mal wieder. Ganz genau, da sind wir mal wieder. Wir begrüßen euch zu unserer neuen Serie, zu unserer Serie New Brands – neue Automarken auf dem deutschen Markt. Philipp, was machen wir eigentlich gerade hier? Oh Gott, ja, wenn ich das mal wüsste, was ich so tue. Also, es passiert ja ganz, ganz viel am deutschen Markt. Unsere lieben Hörer werden das mitbekommen. Da tut sich ganz viel. Neue OEMs aus unterschiedlichsten Ländern, viele natürlich aus China, aber auch aus Vietnam, aus Amerika, aus unterschiedlichsten Ländern, kommen auf den deutschen, auf den europäischen Markt. Und wir beide, Tim und ich, hatten uns überlegt, dass wir die uns mal anschauen, dass wir mal mit Verantwortlichen sprechen. Was hat es denn mit den Brands auf sich? Wie sind die denn? Wie gestalten die sich denn? Was haben die vor? Was passiert da eigentlich? Das hat ja doch ein bisschen was mit unserem Automobilmarkt zu tun. Ganz genau. Und das Projekt, das haben wir schon länger vor. Das geistert so bei mir auch schon länger im Kopf rum. Aber da habe ich auch jemand wie dich oder auch wie die Groschke Gruppe halt für gebraucht, weil ich selber komme nicht immer an die Entscheider so dran, die uns halt die spannenden Fragen beantworten. Und da habe ich euch natürlich als wertvollen Partner gewonnen. Dankeschön dafür. Aber jetzt geht es los. Und zwar, um welche Marke geht es denn heute und warum haben wir diese ausgewählt, lieber Philipp? Super spannend. Wir schauen in unserem heutigen Podcast auf die Marke NIO. Das ist ja eine chinesische Marke, heute vertreten durch den Deutschlandchef, den Ralf Kranz, der sicherlich ein paar spannende Insights erzählt. Aber NIO gibt es tatsächlich noch gar nicht so lange. Ich bin der Meinung, so seit 2016 ungefähr, gegründet tatsächlich von einem Tech-Milliardär, dem William Li, einem chinesischen Tech-Milliardär, der, wie gesagt, erstmal sein Geld in einem ganz anderen Bereich im Tech-Sektor verdient hat und für sich gesagt hat, ja, das Thema Automotive, das ist spannend für mich und ich möchte tatsächlich was verändern. Ich möchte meinen Kindern eine sauberere Welt hinterlassen. Vielleicht hören wir nachher nochmal was dazu, was es mit dem Satz Blue Sky Coming auf sich hat. Und wie das so viele der neuen Marken mit sich bringen, die kommen nicht auf den deutschen Markt, um alles genauso zu machen, wie es die traditionellen, die deutschen oder auch die Bestandshersteller machen, sondern die kommen natürlich mit neuen Ideen, um sozusagen hier User, wie sie von NIO genannt werden, zu gewinnen. Und das ist auch das, was mich daran sehr interessiert. Also wir gucken ja so ein bisschen drauf, was sind auch neue Mobilitätskonzepte, was sind neue Vertriebswege. Das ist für uns als Dienstleister im Bereich der Zulassung natürlich ganz, ganz spannend zu sehen, wie wird denn eigentlich Mobilität vertrieben und NIO geht da auch spannende neue Wege. Absolut. Ich hatte das Glück, das Interview in Berlin im ersten NIO House in Deutschland zu führen. Das war sehr eindrucksvoll und das ist auf jeden Fall spannend. Ich hatte auch die Chance, so ein Fahrzeug zu fahren, den ET7 und auch schon einen Battery Swap zu erleben. Das war schon ziemlich cool. Und ja, also da ist auf jeden Fall, kommt da was auf uns zu. Lieber Philipp, danke, dass du so ganz grob so den Rahmen da abgesteckt hast. Und ich würde sagen, dass wir auch jetzt gleich schon in das Interview springen, denke ich mal. Sehr, sehr gerne. Spannend zu hören, wie wird sich NIO am deutschen Markt sozusagen etablieren, mit welchen Themen. Ich freue mich sehr, gleich von Ralf zu hören, was sie da vorhaben. Vielen Dank, lieber Tim, dass wir dabei sein dürfen. Immer sowas von gern. Dann geht’s mal los. Wir springen ins Interview. Viel Spaß. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute mit einem Gast, der direkt sagte, eigentlich bin ich hier falsch in den Benzingesprächen. Herzlich willkommen Ralf Kranz, General Manager NIO Germany. Hallo Ralf. Ja, dann machen wir ein Benzingespräch, ne? Ja, genau, richtig. Also ich empfinde nicht, dass du hier falsch bist. Vielleicht wollen wir die Edition umnennen in Elektrogespräche. Da muss ich mal ein paar Jahre mit drüber nachdenken. Ich bin mir da noch nicht so ganz so sicher, weil ich habe das schon häufiger gesagt, Benzingespräch, also selbst in ein paar Jahren, wenn mein Auto ein voll elektrisches sein sollte oder Wasserstoff, was auch immer und das Auto ist schön, werde ich glaube ich ein Benzingespräch führen. Ja, vielleicht überzeugen wir dich auch damit, dass der Swap schneller geht als das Tanken. Machen wir ein Swap-Gespräch draus. Sehr schön, alles klar. Wir warten mal ab und gucken mal, was da kommt. Fangen wir mal wieder klassisch mit dem Rückspiegel an. Du bist zu deinem Werdegang, du bist ein Baujahr 72, du hast zwei Kinder, du lebst in Köln und München, du pendelst, du bist aber gebürtigen Kölner. Richtig. Sehr schön, freut einige Hörer. Schöne Grüße an den Herrn Lützenkirchen, auch ein Kölner. Den kennen wir alle gut. Du hast erstmal ein Studium zum Diplom Betriebswert mit Marketing International Management gemacht, dann Internships bei Volvo und Toyota 96 bis 99. Du warst bei Toyota in verschiedenen Tätigkeiten 99 bis 2006, auch schon eine Zeit lang. Dann warst du bei Lexus Business Development Manager 2006 bis 2008. Erst Martin Operations and Network Development Manager 2008 bis 2012. Dann warst du bei Volvo auf verschiedenen Positionen Manager Sales, Sales Director, Director Customer Retention und Director Commercial Operations 2012 bis 2022. Zehn Jahre, ganz schön lange Zeit. Und dann hast du im letzten Jahr gewechselt zu NIO in deiner Funktion jetzt als General Manager Germany. Okay, jetzt habe ich gerade beim Reingehen hier, wo wir kurz gesprochen haben, wir kennen uns noch nicht so lange, aber ich habe schon mit so dem einen oder anderen gesprochen, dass wir uns unterhalten und irgendwie kannten nicht alle. Und wenn man 26 Jahre in der deutschen Autobranche unterwegs ist, kommt das wahrscheinlich auch nicht von ungefähr. Ja, 26 Jahre deutsche Autobranche für verschiedene Marken auf verschiedenen Positionen. Und da hat sich ja NIO wirklich in Experten gesichert. Ja, was heißt Experten gesichert? Ich glaube, das ist immer wie eine Beziehung zwischen zwei Parteien oder dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber, wenn man das mal so sagen darf. Und ich glaube, das war eine sehr vielversprechende Aussicht für mich. Zum einen ist es so, dass ich natürlich Interesse hatte, ein Startup zu begleiten. Du hast eben gesagt, ich bin 72er-Bauer, jetzt 50 und ich hatte irgendwie auch mal Lust auf Startup. Das andere Thema ist sicherlich, dass mich, und das sieht man in meinem Lebenslauf, ich habe für verschiedene Hersteller aus verschiedenen Regionen gearbeitet, auch der interkulturelle Austausch bzw. die Herausforderung gereizt hat, mit einem Unternehmen wie es NIO nun mal ist zu arbeiten. Und ja, der dritte Motivationsgrund war mehr oder weniger, dass ich halt einfach auch meine Lernkurve gesättigt sah, nach über 26 Jahren diesen klassischen Themen und aus dem Benzinbereich kommt. Und von daher war natürlich die Herausforderung für ein Elektrostartup, für ein Startup, das Smart Devices aber viel mehr noch anbietet, gehen wir später darauf ein, zu arbeiten. Da muss ich mal ganz kurz eine Frage stellen. Ich persönlich kenne NIO jetzt natürlich nicht so gut wie du mit einer Funktion, aber bezeichnet ihr euch noch als Startup? Ihr seid jung, okay. Ja, ich sage mal so, wir sind ja auch börsennotiert, da gibt es ganz klare Vorschriften und die sind unabhängig davon, ob du frischer Markt bist oder länger da bist, danach musst du dich richten, daran hast du dich zu halten. Auf der anderen Seite sind wir gerade in Deutschland sicherlich ein Startup, weil ich habe im März angefangen, war mit einer der ersten Mitarbeiter. Mittlerweile sind wir bei fast 140 Mitarbeitern und da kannst du dir vorstellen, dass es da auch gilt Prozesse und andere Themen zu installieren, die Menschen zusammenzubringen, die Kultur zu entwickeln usw. Von daher würde ich uns, was das angeht, immer noch als Startup bezeichnen in Deutschland, definitiv. Okay, sehr spannend. Ich habe ja auch in der Vorbereitung Toyota, Lexus, erst mal den Volvo, ist ja auch schon durchaus eine Spannweite. Aus deiner Vita lese ich, du hast viel im Sales- und Marketingbereich verantwortet bis dato, also vor NIO sozusagen. Wofür schlägt dein Herz mehr? Beides geht ohne, das andere nicht. Gerade der Sales-Bereich braucht ein starkes Marketing. Ich bringe den Sales-Bereich ganz stark mit Menschen in Verbindung. Ich denke schon, dass ich eine Person bin, die gerne mit Menschen arbeitet. Es heißt nicht, dass wir im Marketing nicht untereinander mit Menschen arbeiten, aber das reine Verkaufsgespräch, das Beraten, wenn ich mal jetzt auf den Automobilvertrieb gehe und das an der untersten Basis einfach mal vergleiche, ist sicherlich etwas total Interessantes, weil man einfach auf interessante Persönlichkeiten stößt und immer wieder versucht natürlich jemanden zu überzeugen und jemandem ein Produkt zu verkaufen. Von daher würde ich sagen, schlägt es ein bisschen mehr für den Sales-Bereich, aber auch gerade im Marketing lerne ich gerade sehr viele neue Dinge. Auch super interessant. Okay, gut. Da bist du also zu NIO gewechselt. Einem chinesischen Player auf dem deutschen Markt. Ihr kommt aus China, 2014 gegründet. Jetzt sprachen wir gerade schon von Startup. Ist noch nicht so alt. Nur reine E-Fahrzeuge, also BEVs. Ihr gehört zu keinem der ganz großen chinesischen Staatseigenen Automobilherstellern. Verkaufsstart war im Herbst 2022. Das sind so ein paar Eckdaten. Und da so eine relativ offene Frage, was macht NIO aus? Was macht euch besonders? Ja, also zuerst mal sind wir ein globales und internationales Unternehmen. Wir haben weltweit Forschungs- und Entwicklungsstandorte. Unser globales Design-Hauptquartier zum Beispiel befindet sich in der Autostadt München. Das Design des ET7, das du unten im Showroom gesehen hast, aber auch vom ET5 und EL7, die nächsten Produkte, die wir bringen, sind alle in München designt worden. Wir haben weiterhin Entwicklungs- und Innovationszentren in San Jose in Kalifornien. Wir haben in Oxford ein Kompetenzerweckungszentrum. Wir haben gerade erst in Berlin ein Thema für Autonomous Drive entwickelt. Also du siehst, wir sind sicherlich in einem globalen Footprint unterwegs. Unsere Autos werden in der Provinz Hoffey produziert. Und nicht zuletzt haben wir in Deutschland 140 Mitarbeiter, die aus ganz unterschiedlichen Kulturen kommen, aus verschiedenen Hintergründen. Und von daher würde ich sagen, sind wir da sicherlich ein global aufgestelltes Unternehmen. Wir sind, wie du weißt, in 2021 in Norwegen in den Markt eingetreten. Und im letzten Jahr Oktober haben wir in Berlin den Markteintritt in die Märkte Schweden, Niederlande, Dänemark und Deutschland gefeiert. Mitte Oktober letzten Jahres hat die erste Auslieferung des ET7-Flaggschiffs stattgefunden. Und wir befinden uns natürlich in Deutschland in einem Markt, der als besonders schwieriges Wettbewerbsumfeld gilt. Alle Premium-Marken, die weltweit erfolgreich sind, sind hier zu Hause mit Audi, BMW, Mercedes, BBA, wie man in China sagt. Ja, uns hat auf der anderen Seite natürlich gefreut, dass wir nach dem Markteintritt kurz danach das goldene Lenkrad gewonnen haben. Das ist eine tolle Ehrung, ist ein toller Preis für uns, der sicherlich nicht nur eine Bestätigung für die Produkte ist, aber auch unseren Mitarbeitern eine tolle Bestätigung gibt, dass wir auf einem guten Weg sind und dass die Motivation und der Aufwand, den alle betreiben, damit auch in einer gewissen Weise belohnt wird. Mal eine Zwischenfrage. Du hast vorhin gesagt, dass ihr in München, Kalifornien, England entwickelt, an verschiedenen Standorten. Warum so dezentral? Und was wird wo gemacht? Ja, wir versuchen halt dort die Themen zu platzieren, wo wir die besten Kompetenzen finden. München ist nun mal auch ein automobiles Designzentrum. Silicon Valley ist bekannt für seine IT-Lastigkeit bzw. all die Dinge, die dort passieren. Von daher versuchen wir immer dort, wo die Talente sitzen, auch tatsächlich Dinge zu tun. Und ja, das ist der Hintergrund. Okay, das hat mich interessiert. Tim als kleiner Laie, als Endverbraucher, fragt sich, warum machen wir nicht alles in einer großen Fabrik? Also wirklich die Kompetenzen der Standorte voll ausnutzen und zusammenführen? Ganz genau, ja. Okay. Als chinesisches Unternehmen, ist denn die Grundkultur, seid ihr international durch das Ausrollen international oder seid ihr intern in chinesischer Konstellation? Ich weiß gar nicht, wie ich das formulieren soll. Ich sag mal so, unsere Wurzeln liegen natürlich in China. Mit William Lee und Leon Quinn, dem Co-Founder und Founder, haben wir natürlich irgendwann mal das Unternehmen oder das Unternehmen ist in China gegründet worden. Aber die Unternehmenskultur ist eine multinationale, es ist eine internationale Kultur. Es ist für mich auch eine Kultur, die sicherlich basierend auf einem Startup sich entwickelt hat. Und von daher muss ich sagen, sind wir auch gerade hier in Deutschland, ich habe es eben gesagt, mit einem multinationalen Team unterwegs. Und von daher ist das, ja, NIO ist besonders. Ich glaube, man kann nicht sagen, es ist deutsch, es ist englisch, es ist chinesisch. Das habe ich ganz schnell gelernt in den letzten neun Monaten. NIO ist besonders und grenzt sich auch bei der Kultur, bei der Unternehmenskultur von anderen ab. Ja, ich muss gestehen, wir kommen gleich auch noch so zu eurem Vertriebsmodell. Und vorweggenommen, wir sitzen in Berlin, in eurem ziemlich genau vor einem Monat eröffneten NIO Haus, dem ersten in Deutschland. Und ich wusste nicht, was ich zu erwarten habe, wie es hier ist. Es ist super schön. Ich hatte jetzt aber nicht das Gefühl, dass ich jetzt in einen Standort eines chinesischen Autoherstellers reinkomme, sondern, also wirklich toll. Also da kommen wir gleich nochmal drauf zu sprechen auf das Vertriebsmodell, aber das nur so eingeschoben, weil es mir gerade so wirklich durch den Kopf geht. Aber mal einen Blick auf die Fahrzeuge und da auch eine ganz praktische Frage. Wie beschreibst du einem Fremden die NIO-Fahrzeuge? Die NIO-Fahrzeuge unterscheiden sich erstmal im Design. Also ich kann anhand der Designsprache schon erkennen, dass es sich um ein NIO handelt. Also das Design ist für mich sehr prägnant und ist auch sehr bezeichnend für das, was wir tun. Es zeichnet sich durch einen extrem effizienten CW-Wert aus. Einen langen Radstand, den wir brauchen, um die Batterie zu tauschen. Der Batterietausch ist eines der zweiten wesentlichen Merkmale unserer Fahrzeuge. Unsere Fahrzeuge sind chargeable, swappable und upgradable. Das heißt, sie können geladen werden, aber auch die Batterie kann getauscht werden. Und zu guter Letzt sprechen wir über Smart-DVs. Nomi zum Beispiel ist auch ein ganz starker USP. Das ist mehr oder weniger made für den User oder für den Fahrer oder für die Fahrerin. Nomi ist versehen mit Artificial Intelligence im Auto. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, Sprachbefehle, die man sonst sicherlich bei anderen Herstellern auch aussprechen kann, und wo man das Fahrzeug auffordern kann, Dinge zu tun. jemandem im Auto mitzuteilen. Das heißt, wir geben dem ganzen Thema Voice-over-Klick nicht in den Gesicht. Und bei uns kann man auch Verbesserungsvorschläge Nomi nennen. Wenn es irgendwelche Produktthemen gibt oder Sachen, können über Nomi uns mitgeteilt werden. Und das macht uns sicherlich besonders. Von daher ist es das, was uns auch unterscheidet voneinander. Also echte Interaktion mit dem Fahrzeug, nicht nur Kommando. Also Kommando auch, klar. Ich bekomme eine Response, es ist responsiv. Aber es ist nicht so, dass ich jetzt eine hochintelligente oder intellektuelle Unterhaltung starten kann. Nee, ich auch. Schade. Nee, verstehe schon. Also dass man immerhin interagieren kann und Vorschläge an die Marke geben kann. Okay, und was unterscheidet euch denn von anderen? Ja, uns unterscheiden verschiedene Dinge. Das eine ist der unbedingte Fokus auf die User. Wir sind eine User-Central-Company und auf unsere Community. Wir bieten Premium-Service. Wir haben eine Power-Swap-Station-Infrastruktur, die wir aufbauen. Das heißt, ich habe es eben gesagt, wir können die Batterie tauschen. Das passiert in unseren Power-Swap-Stationen. Und was uns auch unterscheidet ist, ich meine, das gibt es bei einigen Herstellern, aber wir sind damit in den Markt gegangen, ist das Thema Subscription. Ja, dass wir verschiedene Subscription-Modelle haben, Fix und Flex. Das heißt, bei uns kann man ein Auto auch abonnieren, nicht nur leasen und kaufen oder finanzieren. Und bei uns steht der User im Vordergrund. Ich habe es eben gesagt, wir sind eine User-Central-Company. Und von daher sind wir sehr daran bedacht zu hören, was unsere Community sagt. Welches Feedback wir von der Community bekommen. Wir haben ganz am Anfang, bevor wir in den Markt eingetreten sind, haben wir ein sogenanntes User Advisory Board ins Leben gerufen, das UAB. Dort haben wir uns bewusst mit den ersten Usern in Verbindung gesetzt und den Austausch gesucht. Das heißt, die sind mehr oder weniger beratend zur Seite gestanden und haben uns Feedback gegeben, was gut ist, was schlecht ist, was sie sich wünschen, was NIO für sie ausmacht. Und wir sind im Grunde genommen in einer permanenten Interaktion mit den Usern. Das physikalisch über die NIO-Häuser. Du hast es gesehen, hier gibt es einen Community-Bereich. Das ist nicht nur ein Autohaus, sondern man kann hier zusammensitzen über die App. Aber auch durch regelmäßige Community-Meetings, wo wir online als auch offline mit den Usern Themen besprechen, unsere Fragen stellen, Feedback haben wollen. Und wir haben gerade vor kurzem erst einen Software-Update rausgebracht, wo durchaus auch Anregungen, die die User gegeben haben, tatsächlich dann auch in der Umsetzung gelandet sind. Ah cool, super. Du hast gerade mir schon ein paar Stichpunkte genannt. Eins greife ich mal eben raus und zwar das sogenannte Battery Swap. Da setzt ihr meines Wissens als einziger aktuell drauf. Das ist ja eine Besonderheit. Ja, das ist eine besondere Art der Ladeinfrastruktur. Dafür braucht man diese sogenannten Power Swap Stations. Erkläre uns doch mal, wie das funktioniert und wie viele Stationen. Welche Erfahrung hatten ihr da auch schon? Also ihr fangt ja nicht erst an mit dem Thema. Ja, nein, das ist eine bewährte Technologie. Dadurch bewährt, dass wir in China bereits über 1300 Stationen haben. Wir haben mit diesen 1300 Stationen schon circa 14 Millionen Swaps durchgeführt. Der Swap dauert fünf Minuten. Deswegen habe ich zu Bingen gesagt, schneller als tanken oder mindestens genauso schnell als tanken. Also von daher, das ist eine bewährte Technologie, die wir in China durchaus erprobt haben. Wir haben in Deutschland aktuell drei Power Swap Stationen stehen. Die erste in Zusmaßhausen ist auch eröffnet. Die zweite in Hilden, die dritte hier in Berlin. Berlin ist noch dabei, weiter ausgebaut zu werden. Bzw. wir versuchen dort neue Technologien einzuführen. Das heißt, die ist noch nicht offiziell eröffnet. Aber wir haben gerade erst vor kurzem kommuniziert, dass wir weitere Standorte wie zum Beispiel Leipzig, Regensburg, einen an der A61 in Rheinland-Pfalz, einen in Niedersachsen an der R7 eröffnen. Und wir haben ja auch zuletzt gerade erst kommuniziert, dass wir mit EMBW zum Beispiel an deren Ladeparks, die sie bauen, an 20 Standorten auch in der Co-Existenz quasi Power Swap Stations aufbauen. Das ist ein ganz starker USP für uns. Das ist ein Differenziator. Und ganz wichtig ist, dass wir über das Thema Power Swap auch die, die sich heute noch nicht für die Elektromobilität entschieden haben, nämlich die, die heute noch Benzin- und Dieselfahrzeuge fahren, eher überzeugen wollen, durch die kurzen Swapping- oder Ladezeiten entsprechend auf ein Elektroauto umzusteigen. Okay, ja, das ist sicher spannend. Und eventuell habe ich demnächst auch mal die Möglichkeit, das so zu erfahren, auch einen Swap so mal zu erleben. Da bin ich mal gespannt drauf, weil das ist wirklich, man meldet sich in einer App an oder man fährt dahin und das Auto wird dann quasi genommen. Du brauchst eigentlich aussteigen und das wird halt, du brauchst eigentlich nichts machen. Genau, du kannst dich über das Auto oder die App kannst du dich anmelden für den Battery Swap, fährst zur Swapping Station, du wirst erkannt, sagst dann, du möchtest den Vorgang starten. Es gibt ein Feld vor der Swapping Station, wo du dich reinstellst, drückst einen Knopf und das Auto fährt vollautonom rückwärts in die Swapping Station. Du bleibst während des Swap-Vorgangs sitzen und von unten werden die Schrauben automatisch gelöst. Die Batterie fährt in ein Reservefach. Eine der anderen zwölf Batterien fährt aus dem Regal heraus, wird im Auto installiert. Die andere leere Batterie oder halbleere Batterie fährt wieder zurück ins Regal, wird geladen. Und das sehr schonend, das ist auch einer der Vorteile, dass wir die Batterien mit 40 bis 80 Kilowatt schonend laden. Das heißt, wir haben dann nicht diese klassischen Ladekurven, wo wir zuerst ganz viel reinschießen und es dann runter geht, sondern durch diese Linie und langsame Ladung versuchen wir natürlich auch Spitzen im Stromnetz entsprechend zu erzeugen bzw. da ganz flach zu sein. Und zwei Punkte noch, da habe ich auch im Vorgespräch so gelernt, wenn ich jetzt ein Fahrzeug habe mit einer normalen Batterie und will längerfristig oder eine lange Distanz wegfahren, habe ich auch die Möglichkeit in der Swap Station für eine Übergangszeit einen größeren Akku zu bekommen. Das ist richtig, genau. Das dachte ich eben. Die Batterien sind chargeable, swappable und upgradable. Das ist genau das Thema Upgrade. Aktuell ist die größte Batterie die 100 Kilowattstunden-Batterie. Wir haben aber auch kommuniziert, dass eine 150er-Batterie kommen wird. Und man kann es ja so vorstellen, dass wenn ich nur in der Stadt unterwegs bin und vielleicht auch zu Hause eine Ladestation habe, reicht mir die 75-Kilowattstunden-Batterie. Bin ich aber irgendwann mal kurz vor dem Brenner, um in die Toskana zu fahren und da steht eine Swapping Station, könnte ich mir dort die 150 nehmen und komme in einem Rutsch bis in die Mitte von Italien. Und das ist genau die Idee dahinter. Und dann verändern sich aber die Kosten für das Fahrzeug? Genau, ich zahle für das Upgrade. Aber nur in der Zeit? Genau, nur für die Zeit. Ich zahle für das Upgrade und wenn ich die Batterie wieder zurückgebe, habe ich meine normale Battery-as-a-Service-Rate, die ich ja von vornherein buche. Ich zahle quasi nur für die Zeit, wo ich eine größere Kapazität habe, ganz genau. Geschickt. Ja, danke. Ja, kann man mal danke sagen. Ich habe das gehört und ich habe auch mit Freunden in meinem privaten Umfeld mal über NIO gesprochen. Ein paar haben schon mal davon gehört. Es ist halt noch nicht so bekannt im Endkundenbereich und nicht jeder in den Freundeskreisen ist ja mal so autobiophidend wie wir Verrückten halt. Und ja, kennt man so. Und ich so, ja, die Marke kann die Batterie austauschen, hast du sofort eine Batterie neu drin. Ja, das war schon erst mal so nicht so richtig bekannt. Und dann so, und wenn du in den Urlaub fährst, kannst du noch eine größere nehmen und du zahlst nur in der Zeit, wo du die nimmst. Oh, echt? Also das hat schon viele wirklich verblüfft und ja, da bin ich echt gespannt. Und das ist echt ein Asset. Das ist echt ein gutes Ding. Ja, wir sind davon überzeugt, dass wir da gerade, wie ich eben sagte, auch viele Fahrer von Benzin oder Diesel auch einfach überzeugen können, weil diese Flexibilität auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Schnelligkeit, doch vielleicht die Hürden im Kopf, die man noch hat, was das Thema Charging, was das Thema Elektro angeht, überwinden kann. Okay, kommen wir mal zu dem Thema Vertrieb, online und offline. Ihr unterhaltet also Stützpunkte, sogenannte Neo-Houses, da, wo wir jetzt halt gerade auch so drin sitzen, haben wir schon drüber gesprochen. Und dann habt ihr noch andere Standorte, ich sag mal Probefahrtstandorte und sowas. Sag uns oder beschreib doch mal noch mal so ein bisschen ausführlicher das Konzept der Neo-Houses und was man da alles erleben oder machen kann, weil ich bin ziemlich fasziniert und kann es kaum glauben, dass ihr das so macht. Weil wenn man jetzt hört, es gibt in Berlin ein Neo-House und dann ist in den anderen Metropolen was geplant und alle denken jetzt, ja, jetzt kann ich eine Probefahrt in Berlin machen, ich komme aber aus Frankfurt oder so. Das ist ja demnächst ja nicht so. Aber vielleicht erst mal Neo-House, das Konzept nochmal ein bisschen umfänglicher beschreiben und dann die anderen Probefahrtmöglichkeiten oder Standortmöglichkeiten. Okay. Ja, wir sitzen im ersten Neo-House Deutschlands in Berlin, direkt am Kudamm, also Top-Lage. Das Neo-House ist natürlich etwas, wo ich den klassischen Autobeschaffungsprozess, um es mal so zu nennen, ja durchführen kann. Das heißt, ich gehe rein, ich treffe auf einen Verkäufer oder eine Verkäuferin, die heißen bei uns User Representatives. Ich kann hier eine Testfahrt machen, ich kann mir mein Auto ausliefern lassen. Das ist das klassische Automobilgeschäft. Dann gibt es ein Café. Das heißt, ich habe wirklich die Möglichkeit, hier einen tollen Kaffee einzunehmen. Und das Wichtige ist, wir haben neben der Launch Area, haben wir hier in Berlin eine Coworking Area, Coworking Spaces. Wir haben Meetingräume. Wir haben, und da sitzen wir gerade, einen Podcastraum, den wir Influencern, Journalisten anbieten, um halt das zu machen, was wir hier gerade tun. Danke sehr. Und wir haben aber auch noch einen Gaming Room im Keller, wo ein Kicker steht, eine Tischtennisplatte, Spiele gespielt werden können. Wir haben eine große Freitreppe, wo wir gleichzeitig diese als Tribüne nutzen können, um Vorträge unten vorzutragen. Das heißt, mit anderen Worten, neben dem Autoverkauf ist das eine Begegnungsstätte. Eine Begegnungsstätte, wo wir Community aufbauen wollen, wo wir User, aber auch Nicht-User einladen wollen, sich zu treffen, wo wir eine Markenwelt aufbauen wollen und die natürlich vermitteln wollen. Und von da ist das NIO-Haus für uns mehr als nur ein reiner Autotempel. Das ist ganz wichtig, weil diese Philosophie ist in China schon sehr erfolgreich umgesetzt worden. Es gibt eine ganz große Community, die aber nicht nur über die NIO-Häuser, das muss ich auch dazusagen, sondern auch digital über die NIO-App begleitet wird. Ich habe zwei Möglichkeiten des Austauschs. So, Berlin ist das Erste, Frankfurt Ende März, Düsseldorf im zweiten Quartal und später dann auch Hamburg werden die nächsten NIO-Häuser sein, zum Ende des Jahres dann. Jetzt komme ich nochmal auf den Punkt zu sprechen, der sogenannten Test-Fahrzentren oder Pick-up-and-Delivery-Points oder Auslieferungspunkten, wie man sie im Moment nennen mag. Dort haben wir uns elf Städte in Deutschland rausgesucht. Das sind mit die größten elf Städte, die wir haben. Und dort haben wir, das kann man ja offen sagen, in Kooperation mit dem Design Office, also einer Coworking-Location, auch Flächen angemietet. Das wären Parkflächen, wo wir Fahrzeuge parken zum Testfahren. Wir können dort aber auch Autos ausliefern. Und wir haben ein Büro, wo wir Gespräche führen können. Diese Standorte sind oft sehr zentral gelegen. Und die haben wir halt gewählt, um beim nahe beim Kunden zu sein. Wir haben einen Online-Vertrieb, wir haben ein Online-Modell. Auch ein Abo kann man online buchen. Uns ist aber wichtig, dass wir nach wie vor mit dem User auch in Kontakt treten. Ich sage mal, das Zwiegespräch und dieser physische Kontaktpunkt zwischen User und Marke ist für uns enorm wichtig, weil wir der Überzeugung sind, dass manche Menschen das online machen wollen, aber viele wollen immer noch den persönlichen Austausch. Die wollen gucken, besteht da eine gewisse Harmonie? Wie werde ich empfangen? Du hast eben gesagt, du bist hier lächelnd empfangen worden. Ich bin hier wirklich fantastisch empfangen worden und bin in meiner dicken Jacke und Wollmütze hier ein bisschen reingestolpert und habe mich umgeschaut. Und alle blicken mich total nett, freundlich an. Und ob ich, ob ich, wie sie mir helfen können und bla, das war toll. Und das ist halt extrem wichtig. Und deswegen haben wir gesagt, brauchen wir diese physische Präsenz. Interessanterweise ist es so, dass die natürlich nicht gebrandet sind. Das heißt, wir haben dort keine, keine NIO-Logos hängen und so weiter. Aber der, die User, die Besitzer, die Probefahrten gemacht haben, das Feedback bekommen haben, war durchaus positiv. Das heißt, wir haben dort Menschen, die sehr kompetent sind, die immer im Interesse des Users arbeiten. Und ich glaube, das spüren die Menschen, die bei uns zu einer Probefahrt kommen und vergessen den Moment, dass es vielleicht kein Autohaus ist. Aber irgendwie dann doch, wenn es ist, ne? Also irgendwie, ne? Natürlich. Ja, cool. Ja, nochmal, ich bin der Überzeugung, man braucht weiterhin, und ich bin auch ein Freund davon, diesen physischen Punkt. Ja, weil das Auto, Geschäft der Autokauf ist ein, ich sag mal, das ist ein Prozess, wo ich mich lange mit beschäftige. Und nicht umsonst gibt es Wörter wie kundenzufrieden, oder halt bei uns heißt es User Satisfaction. Ja, und das spielt eine große Rolle im Autokaufen. Wenn ich die nicht habe, dann passiert auch nichts. Service im Fall der Fälle und es geht was kaputt. Wie seid, oder wie ist NIO denn da aufgestellt? Ja, das haben wir vor einiger Zeit kommuniziert. Wir haben einen Kooperationspartner gefunden. Das ist die Firma Global Automotive Service, die auch für Leasinggesellschaften arbeitet in Deutschland und die durchaus ein großes Netzwerk von mehreren hundert Standorten in Deutschland hat. Diese sind im Hintergrund nicht alle hundert oder hunderte von Standorten, aber eine erste Auswahl von Standorten sind erst mal dafür da, den Service an den Fahrzeugen zu leisten und sicherzustellen. Der User selber, wenn er gerne den Service braucht oder wenn er ein Problem mit dem Fahrzeug hat, kann dies entweder über unser Service Center telefonisch oder aber über einen Knopf in der App bestellen. Wir holen das Auto dann ab, liefern das an einen der Gasbetriebe, stellen das Auto später mit dem User zu und er kommt im Grunde genommen nur in Kontakt mit den Fellows. Fellows sind die Freunde der User, die sich darum kümmern, auf der einen Seite Probefahrten durchzuführen, Auslieferungen durchzuführen, aber auch im Nachhinein der Ansprechpartner für die User zu sein. So stellen wir sicher, dass wir halt Inspektion, Wartung, aber auch Unfallschäden usw. reparieren können. Sollte ich mal liegen bleiben, habe ich auch eine Roadside Assistance, wie man so schön sagt, auch da haben wir Kooperationsverträge, um sicherzustellen, dass auch das Thema abgedeckt ist. Okay, weil die Frage stellt sich ja irgendwo. Wenn ihr Neo-Houses und die Auslieferungsstützpunkte habt, was passiert im Fall der Fälle? Das wäre natürlich eine ganz praktische Frage. Was sind eure Ziele und wie ist es bisher angelaufen für euch in Deutschland? Ja, also der Marktstand in Deutschland verlief sehr gut. Also ich darf da nochmal das goldene Lenkrad erwähnen, das wir gewonnen haben. Ich darf da nochmal die Kooperation mit EMBW, aber auch mit Leaseplan der Deutschen Telekom beziehungsweise Electrify, einer Tochter der Telekom, Global Automotive Service und Ergo. Wir nennen alles wirklich hochgradig erfahrene Partner im Bereich der Automobilbranche und der Automobilwirtschaft. Zahlen, für die Einzelmärkte kommunizieren wir nicht. Aber ich kann sagen, dass wir mit dem Marktstart und dem Interesse, das wir geweckt haben und den bisher durchgeführten Probefahrten hochgradig zufrieden sind. Okay, und da habt ihr gewisse Kennzahlen, die ihr euch vorstellt. Kann man da bohren oder? Ich pieke es mal so ein bisschen. Ist zwar nicht so ganz abgesprochen, aber ich gucke mal, wie er reagiert. Ja, es gibt in der Tat eine Kennzahl und das ist die Zufriedenheit unserer User. Die steht für uns an oberster Stelle. Ich habe es eben gesagt, bei anderen heißt es Kundenzufriedenheit, bei uns ist es Userzufriedenheit oder User Satisfaction. Wir werden natürlich gefordert sein, mit einer zunehmenden Anzahl von User das auch weiter einzulösen. Das ist ein Versprechen, dessen sind wir uns bewusst. Aber die Weichen dafür sind gestellt. Dazu gehört zum Beispiel auch der kontrollierliche Ausbau der Ladeinfrastruktur, also gerade der PowerSwap-Sessions. Das ist ein Riesen-USP und wie soll ich sagen, Kontributor zum Markenwert. Da müssen wir liefern und da sind wir dabei, weitere Standorte, wie ich es eben gesagt habe, aufzumachen. Und natürlich auch die Nähehäuser, die ich eben erwähnt habe, die müssen kommen, weil dieser physische Austausch und immer erreichbar sein zu wollen und den Usern eine Möglichkeit zu geben, ein Zuhause oder eine Community zu bieten, ist einfach Pflicht. Da wird dieses Jahr noch einiges kommen. Gibt es bei den BatterySwap-Stations ein Fernziel, wie viele Stations in Deutschland mal stehen sollen? 50, 100, 200? Ich weiß es nicht, keine Ahnung. Ja, das ist immer die Frage, welchen zeitlichen Horizont betrachte ich. Im Moment konzentrieren wir uns darauf, entlang der Autobahn dieses Fobbing Station zu bauen. Ich habe es eben gesagt, ich meine, das sind markenneutrale Umfragen, 80 Prozent der Elektroautofahrer laden heute meistens zu Hause in der eigenen Wallbox und für die Langstrecke sind wir gerade dabei, diesen schnellen Swap-Vorgang halt einfach sicherzustellen entlang der Autobahn. Dann wird sicherlich irgendwann, wenn, ich sage mal, es eine breitere Masse an Elektrofahrzeugfahrern gibt, die auch zu Hause nicht laden können, die Notwendigkeit zu geben, in die Städte oder in die Randgebiete von Städten zu gehen, ja, um halt auch einfach, ich sage mal, Bewohnern von Altbauten, die keine Tiefgarage haben, wo sie nichts installieren können, die Möglichkeit zu geben, vor Ort in ihrer Stadt zu swappen, ohne dass sie sich irgendwo einen öffentlichen Ladeparkplatz suchen müssen. Von daher sind das so die Ziele, ohne da jetzt genau Zahlen zu nennen. Okay. Dann habe ich hier noch Abschlussfragen vorbereitet. Und zwar, ich gebe dir jetzt gleich mal drei Stichworte und da hätte ich ganz gerne mal so deine Meinung, vielleicht nicht 100 Prozent, ich sage mal so jetzt aus deiner Tätigkeit mit der Neo-Brille, sondern auch mit deiner, ich sage mal wirklich, automobilen Erfahrung, wie du, ich sage mal so den Autohandel in Deutschland so ein bisschen betrachtest und mit diesen Stichworten und zwar Digitalisierung. Ja, von Digitalisierung wird oft gesprochen, wenn man von der Zukunft spricht, aber Digitalisierung ist Gegenwart. Wir als Neo sind digital, wenn man unsere Customer-Journey anguckt, Online, App und so weiter. Von daher ist das für mich Gegenwart und nicht Zukunftsmusik. Okay. Wie siehst du das, ich sage mal, für einen klassischen Markenhändler, so mit Rückblick auf die alten Tätigkeiten? Ich glaube, dass da der klassische Handel, das ist eine meiner Erfahrungen aus dem letzten Job heraus, tatsächlich besser aufgestellt sind und auch offen dafür sind, als viele denken. Ich glaube, das Bewusstsein ist da, es gibt sicherlich einige, die das besser oder schlechter machen, aber auch da, das Thema ist angekommen. Wir reden nicht mehr davon, dass es irgendwann passiert, dass es da ist und ich merke, dass sich auch, wie du gerade sagst, der Handel mit dem Thema beschäftigt und auseinandersetzt, weil sie es müssen. Ja, absolut. Agenturvertrieb, Agenturmodell? Ja, sicherlich interessant. Im Moment spricht jeder davon im Automobilbereich. Was ich gelernt habe, ist, dass man ganz klar, glaube ich, als Hersteller definieren muss, was halte ich vom Agenturmodell, was erwarte ich mir und für mich spielt beim Agenturmodell die Konsequenz eine große Rolle. Ja, mache ich es richtig, mache ich es nur ein bisschen, mache ich es gar nicht, ist es ein Agenturmodell überhaupt, wenn ich es nicht ganz richtig mache und nur halb mache. Also von daher Agenturmodell und Konsequenz stehen für mich in einem unmittelbaren Zusammenhang. Eine etwas kryptische Frage, weil auch in den Tätigkeiten zuvor warst du ja eher auf, sag mal, OEM- oder Herstellerseite. Wird der Agenturvertrieb dem Handel helfen in Zukunft oder eher nicht so helfen? Das ist die Frage, wie konsequent die Hersteller es umsetzen. Ich habe es eben gesagt, ich bin der Meinung, bin nach wie vor auch der Meinung, dass wir physische Punkte für Autokäuferinnen und Käufer benötigen und dass diese Touchpoints nach wie vor eine große Rolle spielen. Okay. Jetzt was ganz Kurioses, Antriebskonzepte. Ja, reden wir hier nicht mehr über Benzin, sondern über Elektro. Gibt es nicht irgendwie so einen Buckel-Volvo noch irgendwo? Nein. Gab es den mal, mein Lieber, der mal so eine Rallye gewonnen hat? Hörte ich? Ich habe ja gelernt, man muss ja nicht immer mit dem eigenen Auto fahren. Nein, nein, nein. Also Antriebskonzepte ist ein gutes Stichwort. Ich meine, ich habe mich bewusst dafür entschieden, zu einem Elektroautohersteller zu gehen. Mir macht das unheimlich Spaß. Sicherlich sind wir da auch nochmal ein bisschen anders. Wie du eben gesagt hast, der Swap kommt dem Verbrenner und dem Auflade- oder Tankvorgang am nächsten. Von daher sind wir da sicherlich auch anders als die anderen Elektrohersteller und mir macht das unheimlich Spaß. Okay. Also sollte, wenn ich jetzt mit dem Swap darauf einzugehen, sollte ich die Chance einer Probefahrt haben, wo ich Swappen kann, dann brauche ich auch gar nicht darauf achten, wie viel ich verbrauche. Du kannst ja, ich sage mal, das ist der Vorteil, wenn du mit dem Elektroauto heute linke Spur fährst, heißt das, dass du kurze Reichweiten hast und lange Ladevorgänge. Mit uns hast du kurze Reichweiten, weil es einfach physikalisch so ist, aber du hast schnelle Ladevorgänge. Also von daher. Perfekt. Ja, dann kommen wir zu der klassischen Abschlussfrage, die ich immer allen stelle und wirklich eine interessante Spannweite von Antworten bekomme. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto und fährst wirklich von A nach B? Einsteigen, Ziel diktieren, eingeben, was auch immer, Zeitung auf, Beine hoch und nachher wieder aussteigen. Ja, wenn man sich die aktuellen Fortschritte in Forschung und Entwicklung ansieht, aber auch unsere Produkte ansieht, die hardware-technisch sicherlich schon mit den Dingen ausgestattet sind, wird es möglicherweise nicht mehr lang dauern, bis das autonome Fahren dann aber in der breiten Öffentlichkeit Realität wird, sind, denke ich, noch einige rechtliche und andere Hürden zu nehmen. Hier kommt keiner ohne Zahl raus. Boah. Ja, ich will da keine Aussage, wir haben ja gesagt, wir kommunizieren keine Zahlen bei NIO. Auf der letzten Frage, ganz grob, zehn Jahre, fünf Jahre, also ich habe zwischen, ich glaube, die Spannweite bis dato ist wirklich, ich muss mal ganz kurz, die Mindestzahl war, glaube ich, drei oder fünf Jahre und das längste waren 50 Jahre. Ja, irgendwo dazwischen, ich sage mal zwischen 53 Jahren. Es ist noch jemand im Raum, ich kann es ja sagen, der hält sich gerade die Hände vor das Gesicht und rollt sich ab, das ist sehr lustig, Matthias. Grenzen wir mal zwischen? Ja, ich denke, dass in den nächsten, ich sage mal, fünf bis zehn Jahren da was passieren wird. Okay. Größte Hürde dabei? Die größte Hürde dabei, sicherlich das Thema, nicht Datentransfer, aber Datengeschwindigkeit, die aufgebaut werden muss. Natürlich, die Fahrzeuge müssen vorbereitet sein, die Akzeptanz derer, die da drin sitzen und sich fahren lassen. Gibt es noch weitere Hürden? Vier. Es ist schon vier. Ich glaube, es ist einfach ein kompletter Mindchange im Kopf, dieses Gefühl, sich komplett auf das Fahrzeug zu verlassen und so weiter. Okay. Cool. Ja, du, ganz, ganz lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast und ich auch heute hier sein darf und das Podcaststudio mit euch hier einweihe, das ist echt super. Danke dafür. Danke dir. Hat Spaß gemacht. Dankeschön. Das ist immer das Wichtigste. Wenn die Leute Spaß haben, ist die Chance da, dass auch da draußen die Spaß haben und zu denen sagen wir nämlich genau an dem Punkt, ciao, macht’s gut und wir hören uns bald wieder. Bis dahin. Tschüss.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.