Einleitung
In der aktuellen Episode von „Benzingespräche“ spricht Tim Klötzing mit Burkhard Weller über die Gründung des neuen Verbandes Autohändler Deutschland (VAD). Dieser Verband soll die politische Vertretung der Autohändler stärken und neue Perspektiven für die Branche eröffnen.
Hintergrund zur Gründung des VAD
Burkhard Weller, Geschäftsführer der Weller-Holding, diskutiert die Notwendigkeit eines spezialisierten Verbandes für Autohändler. Bisherige Verbände wie der ZDK decken eine breite Palette der Kfz-Branche ab, von kleinen Tankstellen bis zu großen Autohäusern. Der VAD hingegen fokussiert sich ausschließlich auf die Interessen der Autohändler.
Ziele und Aufgaben des VAD
Der VAD möchte die Autohändler in der politischen Landschaft sichtbarer machen. Angesichts der Konsolidierung im Autohandel, die laut Weller in den nächsten Jahren zu einer weiteren Reduzierung der Eigentümer führen wird, ist eine starke Interessenvertretung notwendig. Der Verband plant, sich auf wirtschafts- und umweltpolitische Themen zu konzentrieren, um den Autohandel als wichtigen Wirtschaftszweig zu positionieren.
Reaktionen und Ausblick
Die Gründung des VAD stieß auf gemischte Reaktionen. Während viele Autohändler den neuen Verband begrüßen, sehen einige Vertreter des ZDK darin eine Konkurrenz. Weller betont jedoch, dass der VAD keine Konkurrenz zum ZDK darstellen soll, sondern eine Ergänzung, die spezifische Anliegen der Autohändler adressiert.
Fazit
Der VAD bietet eine neue Plattform für Autohändler, um ihre Interessen gezielt zu vertreten. Mit der Gründung des Verbandes am 18. September und einer anschließenden Roadshow zur Mitgliederwerbung, strebt der VAD an, eine starke Stimme in der politischen Diskussion zu werden.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Gründung des Verbandes Autohändler Deutschland (VAD)
- Unterschiede zum ZDK
- Politische Ziele des VAD
- Konsolidierung im Autohandel
- Reaktionen aus der Branche
Key Takeaways:
- Der VAD fokussiert sich auf die spezifischen Interessen der Autohändler.
- Eine starke politische Vertretung ist notwendig angesichts der Konsolidierung im Markt.
- Der VAD sieht sich nicht als Konkurrenz zum ZDK, sondern als Ergänzung.
- Die Gründung des VAD soll am 18. September erfolgen.
- Eine Roadshow zur Mitgliederwerbung ist geplant.
- Der VAD möchte den Autohandel in der politischen Landschaft sichtbarer machen.
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Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Kurzer Boxenstopp bei meinem Partner dieser Folge. Claim Plus – Du willst eine einfache und sorgenfreie Schadensabwicklung? Diese soll am besten nichts kosten und Deine Mitarbeiter deutlich entlasten? Claim Plus macht’s möglich. 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Ja, super. Ich erreiche dich auf dem schönen Sylt. Bei dir scheint wirklich massiv die Sonne, wenn ich das richtig sehe. Ja, das stimmt. Es ist strahlend blauer Himmel und das Wetter ist wunderbar, ja. Also es ist ein bisschen kühler als die Tage zuvor, aber alles gut. Kann so bleiben. Ja, okay, ich drücke die Daumen, dass das so bleibt. Ja, macht nix, ich bin morgen sowieso weg. Morgen bin ich wieder am Schreibtisch, heute noch ein Tag. Ah, okay, alles klar. Ja, wir haben im Vorgespräch auch gerade gesprochen. Ich glaube, ein, zwei Jahre haben wir uns auch durch Zufall auf Sylt getroffen, in der Buhne 16, wem das was sagt. Da saßen wir, glaube ich, Rücken an Rücken, müssten wir relativ lange gesessen haben auch. Und ich habe dich dann erst später beim Gehen gesehen. Burkhard, vier Jahre sind ins Land gezogen, ich habe Fragen. Und zwar, bevor wir so auf dein Unternehmen zu sprechen kommen, hat man ja medial ja jetzt zuletzt einiges von dir, von euch gehört. Denn es gibt einen neu gegründeten Branchenverband, den VAD. Den, jetzt muss ich nachlesen, Verband der, Moment. Nee, Verband Automobilhändler Deutschland. Verband Autohändler Deutschland. So ist es. So heißt er. So heißt er. Und da bist du scheinbar Mitinitiator und da ich jetzt selber kein Händler bin und trotzdem aber die Branche ganz gut kenne, habe ich das so mitbekommen und dachte, okay, es gibt einen neuen Verband in einem Bereich, wo es eigentlich Verband gibt, aber irgendwie zuletzt viel über Knatsch intern und Co. leider nach draußen gedrungen ist und da auch personelle Veränderungen da stattgefunden haben. Hängt das zusammen? Erklär doch mal, was ist da los? Ja und nein. Also natürlich ist die Beschleunigung gekommen dadurch, dass es im ZDK und ZVK, das sind ja die beiden Verbände. Der ZDK ist der Dachverband und ZVK ist der Werkstättenverband. Da gibt es Knatsch und auch mit den Landesverbänden Nordrhein-Westfalen und Bayern, aber das ist alles nicht meine Aufgabe, sondern wir haben eigentlich den Verband Autohändler Deutschland schon länger im Kopf gehabt, weil es sowas nicht gibt. Also es gibt keine Vertretung für die Autohändler. Es gibt den ZDK, den ZVK, darunter die Innungen und das ganze Skelett, was darunter hängt und die vertreten die gesamte Kfz-Branche. Also von der Ein-Mann-Tankstelle bis zum 4000-Mann-Betrieb als Autohandel. Und das ist natürlich eine Bandbreite, wo wir sagen, wir Gründer, das ist Peter Schäfer, Helmut Peter, unterstützt von Dr. Scheel und mehr, wo wir gesagt haben, das ist so eine Breite, die am Ende uns Autohändler wirklich nicht richtig vertreten kann. Und zwar, uns geht es um Politisches. Es geht uns nicht darum AU oder wie das ganze Zeug heißt und Lichttest und alles, die Ausbildungsbegleitung der Innungen und so, das ist alles sehr vielschichtig. Das können wir gar nicht abbilden. Das hat überhaupt nicht im Sinn. Wir sind keine Konkurrenz zum ZDK. Sondern wir sind die erste, wenn wir denn gegründet sind, 18. September soll es soweit sein, dann sind wir die erste wirkliche reine Autohändler-Pur-Vertretung. Gibt es nicht. Und davon gibt es immerhin natürlich eine ganze Menge Autohändler, das weißt du auch. Wir sind dort wirklich in einer starken Konsolidierung. Ich will nicht zu weit ausholen, aber als ich mich vor 45, 46 Jahren selbstständig gemacht habe, gab es 24.000 Autohäuser, die gehörten 21.000 Inhabern. Heute gibt es noch 13.000, 14.000 Autohäuser, die gehören etwas über 5.000 Inhabern. Und unsere Einschätzung ist, in 4, 5 Jahren, es wird relativ schnell gehen, gibt es keine 1.000 Eigentümer mehr und irgendwo noch 11.000, 12.000 Autohäuser. Also die Konsolidierung wird da massiv vorangehen. Und dafür brauchen wir auch eine ganz klare Vertretung und zwar in der Politik. Es wird ja viel Verkehrspolitik gemacht, Wirtschaftspolitik und wir sind ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor. Wir haben in unseren Betrieben 300.000 Mitarbeiter. Wir sind wohl die ausbildungsstärkste Branche überhaupt, also auch gegenüber den Herstellern. Die Hersteller bilden ja gar nichts aus, wenig. Die schöpfen nur bei uns ab, wenn wir ausgebildet haben. Und das sind alles so Dinge, die wollen wir mal der Politik beibringen. Und wir wollen eben auch sagen, Leute, es gibt nicht nur Fahrrad. Nicht immer dies entweder oder, sondern bitte sowohl als auch. Niemand hat was gegen Fahrrad, ich fahre selbst Fahrrad, allemal hier jetzt gerade auf der Insel. Aber natürlich fahre ich nicht Fahrrad von München nach Augsburg, da nehme ich dann schon das Auto. Und es gibt auch nicht nur öffentlichen Nahverkehr, den mag es in Berlin und Hamburg und München geben, aber den gibt es nicht mal in Mönchengladbach und nicht in Osnabrück und nicht in Bielefeld. Da ist man abends um 22 Uhr aufgeschmissen, wenn der letzte Bus futsch ist. Und das sind alles so Dinge, die wir politisch anbringen wollen. Und das ist unser Angang. Das heißt, wir wollen den Autohandel, den Autohändler sichtbar machen und sagen, das ist schon ein wichtiger Wirtschaftszweig neben der Industrie, ohne Zweifel. Aber die sind ja gut vertreten mit dem VDA. Und darum haben wir gesagt, VAD ist ja auch eine leichte Anlehnung daran. Da haben wir doch auch was dagegen zu setzen. Wir wollen natürlich auch mit dem VDA, da wo es passt, zusammenarbeiten. Also wenn wir politische Stoßrichtungen haben, dann ist der VDA, der VDIK und am Ende auch der ZDK natürlich unser Mitspieler, wenn sie es sein wollen. Oder wir deren. Und wir haben da überhaupt nicht vor, eine Konkurrenz aufzubauen, sondern wir wollen den Autohandel stärker sichtbar machen in der politischen Landschaft. Da sind wir uns völlig unterbelichtet. Das meine ich auch. Das ist die einzige Kritik, die ich am ZDK habe oder die wir am ZDK haben. Das ist die ganze Zeit unterbelichtet gewesen. Da hat man sich immer nur aufs Verkehrsministerium konzentriert. Das ist es aber nicht alleine. Es geht ums Umweltministerium, es geht ums Wirtschaftsministerium. Verkehr ist mal ganz am Rande. Ich mache normalerweise, meine Podcasts sind kein Investigativ-Journalismus. Also das ist ja immer so ein bisschen ausgeklammert. Und viele meiner Gäste, zuletzt war der Christian Ach von BMW auch zu Gast. Und den habe ich ja auch erst mal so ein bisschen überzeugen dürfen. Und dann habe ich das auch gesagt, dass wir hier nicht investigativ unterwegs sind. Alles klar, easy. Und ist ja auch ein feiner Kerl. Das ist ein netter Typ. Sehr gut mitzusammenarbeiten. Absolut. Und jetzt bin ich aber doch geneigt mal zu fragen, weil ich habe immer gedacht, dass der ZDK halt auch so diese Themen in der Bandbreite spielt. Und deswegen wunderte ich mich jetzt halt ein bisschen, dass der VAD für mich zumindest plötzlich da so rauskam. Ist es denn so unterschiedlich, die wirtschaftlichen Interessen so abzugrenzen? Und dann, du musst ja auch den Handel ja mitnehmen irgendwie. Das muss ja auch eine Interessenvertretung in schätzungsweise Berlin werden und so. Volles Programm. Ja, natürlich. Wir gehen jetzt, wie gesagt, am 18. ist Gründung. Und dann gehen wir Roadshow, weil wir werden am 18., was weiß ich, vielleicht 10, 12, 13 Gründungsmitglieder sein. Vielmehr wird das nicht sein, was sich da im Vorfeld abzeichnet. Und dann gehen wir auf Roadshow und gehen auf Anwerbung. Und wir möchten natürlich schon mittelfristig auch 80 Prozent der Autohändler vertreten. Das ist der Angang. Und wie gesagt, viel direkter als das der ZDK macht. Der ZDK ist ein Dachverband. Der muss immer über die Innungen gehen und über die Landesverbände. Direkt kann der ZDK gar nichts machen. Du kannst auch als Autohändler direkt gar nicht Mitglied beim ZDK werden, sondern immer nur über die Innungen bist du da drin. Und das ist bei uns halt anders. Wir sind näher dran. Bei uns können Themen ganz klar platziert werden. Und dann wollen wir loslaufen und sagen, okay, das scheint die breite Masse zu interessieren. Dann ist es eine Aufgabe für uns, die wir zu lösen haben. Wir müssen, wie gesagt, mit der Frau Reiche sprechen im Wirtschaftsministerium, um auch zu sagen, wir sind auch schon eine Wirtschaftsmacht. Wir sind kein Pille-Palle-Verein. Wie ist denn bis dato das Echo? Ihr habt ja, glaube ich, Auftaktveranstaltungen in München gemacht. Das habe ich gelesen. Ja, das war ganz nett. Da hat der Ralf Meunzel uns eine Bühne gegeben. Da haben wir ganz kurz angeteasert, was wir vorhaben. Da war überwiegend Zuspruch. Ja, haben wir endlich gebraucht. Brauchen wir überhaupt das? Da waren natürlich auch viele vom ZDK. Die fanden das nicht so toll. Weil sie uns immer noch als Konkurrenz sehen, ist es aber nicht. Also ich muss mich mit dem Herrn Peck ruhen, den ich auch sehr schätze. Aber da muss ich mich auch noch mal hinsetzen und sagen, Thomas, entspann dich mal. Wir sind keine Konkurrenz. Und wenn der ZDK mit diesem ZVK diesen Zwist endlich beilegt, dann sehen wir durchaus die Möglichkeit der Zusammenarbeit. Sprich, wir können auch im ZDK Mitglied werden. Das ist ja, auch Ihnen nochmal, das ist der Dachverband für alle. Aber erstmal ist das nicht unser Angang. Unser Angang ist wirklich, die Autohändler zu vertreten und aus diesem eventuellen Zwist, der im Moment aufgetreten ist, und der ZDK ist im Moment ja ein bisschen mehr mit sich selbst beschäftigt, als mit übergreifenden Themen, alles verständlich. Ist ja auch wirklich nicht witzig, wenn da NRW und Bayern sich trennen will. Das sind ja zwei große Beitragszahler. Dann kommt man ja schon mal ins Schwitzen. Kann ich alles nachvollziehen. Aber wie gesagt, nicht unser Angang, da irgendein Störfeuer zu legen. Ja, du, wie gesagt, ich beobachte das von außen. Und mein Eindruck war, in den letzten ein, zwei Jahren ist da auch eine Menge gemacht worden, wo ich den Eindruck hatte, so das repräsentiert die Branche schon ganz gut in Berlin. Und dann hast du da so einen Zwist, wo dann auch jemand zurücktritt und Co. Natürlich ein bisschen, brauche eigentlich keiner. Aber es ist schade, dass der Joswig zurückgetreten ist, sicherlich auch aus dem Zwist heraus. Und dass sie den Dr. Scheel entlassen haben, weil der Dr. Scheel, den wir dann in Gänsefüßchen angeheuert haben, der also bei uns mitmacht, der ist eben wirklich politisch gut vernetzt. Aber das hat eben auch einigen Herren, sein Selbstbewusstsein, was er ohne Zweifel hat, hat einigen Herren in dem Verband nicht gefallen, ganz besonders im ZVK nicht. Wir können damit leben und freuen uns, dass wir da so einen selbstbewussten Geschäftsführer bekommen können. Sehr schön. Ich habe ein Auge drauf, ich werde beobachten. Ich finde das ja cool, wenn Menschen Initiative ergreifen und machen. Und nicht nur reden, sondern machen. Und da bin ich gespannt, wie da euer Aufschlag ist. Und dann Roadshow, viel Energie wünsche ich dir dabei. Das wird natürlich auch ein bisschen Zeit und Energie kosten. Ja, das ist so, ja. Okay, ich spule mal mein vorbereitetes Skript mal einfach mal rückwärts runter, weil wirtschaftlich, Handel und Co., da bin ich schnell beim Stichwort Agenturmodell oder Agenturvertrieb. Und da sprachen wir vor gut vier Jahren in dem Podcast drüber. Da war das Thema noch so am Horizont, man konnte es nicht so richtig greifen. Du hattest damals aber eine relativ klare Meinung, hast gesagt, sauber, finde ich gut, machen, Eigenkapital, pipapo. Du hast das sehr wirtschaftlich gesehen, warst da guter Dinge. Da ist meine erneute Frage, Agenturmodell, wie sieht es aus? Wie ist deine Meinung? Also meine Meinung hat sich nicht geändert, dass das Agentursystem eine gute Sache ist. Das ist natürlich für uns Händler eine gute Sache. Das habe ich damals schon gesagt. Die Kapitalbindung geht stark zurück. Die Verluste, die wir alle im Vorfahrwagenbereich einfahren, sind weg, die landen beim Hersteller. Ja, die Marge wird geringer, weiß ich auch. Aber das Risiko an sich wird auch gemindert. Was aber ganz entscheidend ist, ich glaube, es ist einfach viel gerechter für den Kunden. Der Kunde hat einfach, wir haben einen Preis, Sand auf, Land ab. Ich muss nicht mehr im Internet rumgoogeln, wo der Fünfer-BMW vielleicht gerade am günstigsten ist. Ob in Flensburg oder in Konstanz. Und muss nicht durch die halbe Bundesrepublik reisen, weil ich da vielleicht 2% oder 3% bei dem anderen Händler weniger bezahlen muss. Und habe dann hinterher immer noch das komische Gefühl, ach, vielleicht hätte ich es ja an der holländischen Grenze noch irgendwie einen Punkt günstiger gekriegt. Das ist einmal müßig für den Kunden, lästig vor allen Dingen. Und es mindert das Kauferlebnis. Ich nenne ein Beispiel. Ich kaufe mir ein neues Auto und gehe abends ins Sportverein und bin ja eigentlich stolz, wenn ich ein neues Auto habe. Sonst hätte ich mir ein neues Auto gekauft. Super und klasse und überhaupt. Und dann sagt mein Kumpel, wie viel Rabatt hast du denn gekriegt? Und ich ganz stolz, ja elf. Und er sagt, ich habe 13 gekriegt. Und schon ist das alles im Eimer. Das ganze Erlebnis ist im Eimer. Und er hat sofort das Gefühl, ich habe den Tisch bezogen worden und, und, und. Das fällt weg bei der Agentur. Das ist für mich der allerwichtigste Punkt. Und darum finde ich es eben gut. Mercedes hat es durchgezogen, hat ja auch erst mal gelitten. Erst mal gehen die Zahlen runter, weil der Kunde sich ja auch erst mal daran gewöhnen muss. Es ist ein Fixpreis-Buster. Dann haben wir es selbst erlebt. Letztes Jahr, im September war es, glaube ich, hat MINI angefangen mit der Agentur. Und da ging es auch erst holler-die-poller. Es läuft reibungslos. Auch der Hersteller muss das ja erst lernen, wenn er die Rechnungen schreiben muss. Und der Kunde vielleicht mal bei ihm anruft und nicht nur bei uns. Aber das hat sich innerhalb von 5, 6 Monaten alles geklärt. Das läuft reibungslos mittlerweile. Die Zahlen sehen wir auch an den Zulassungen. Mini steigt wieder nach einem kurzen Loch. Also ich halte das für wirklich gut und allemal im Premium-Bereich halte ich es für absolut wichtig. Ich finde es sehr, sehr schade, dass der Volkswagen-Konzern sich da ausgezogen hat und Audi dann Rückzieher gemacht hat, Porsche es erst gar nicht in Angriff genommen hat. Darum finde ich es gut, dass es Mercedes macht. Ich finde es gut, dass Mini macht und BMW will ja 26, spätestens 27 hinterherkommen. Wichtig ist, dass es kommt. Also ich bin nach wie vor dabei. Wir haben es ja auch bei MG. MG hat die Elektroautos auch unter Agentur. Und es ist einfach eine saubere Sache, weil der Kunde kauft dann auch wieder um den Kirchturm. Er muss dann nicht 100 Kilometer weg. Er hat einfach ein gutes Gefühl. Wir gehen auch einkaufen. Wir kaufen Bossanzug. Und wir wissen genau, der Bossanzug aus dieser Saison kostet 5,99 und aus der Vorsaison 4,99. Basta. Und an der Kasse muss ich sogar noch die Tüte bezahlen. Sonst kann ich es gar nicht wegschleppen. Ich kriege keine Socke und keine Unterhose dazu. Und das akzeptieren wir ja auch. Wir gehen ja nicht im KDW an die Kasse und sagen, ja, hier die Socke und die Unterhose, die ist ja wohl dabei. Nee, die kommt durch den Scanner und wird bezahlt. Man hat sich das. Und das ist wichtig. Ich hoffe, dass es kommt und dass alle mal Premium das durchsetzt. Jetzt seid ihr natürlich eine sehr große Gruppe. Sehr viele Einheiten. Eine der größten Gruppen Deutschlands. Ist das Agenturthema, Agenturmodell, ist das für kleine Autohändler mit einer Marke? Auch gut? Oder würdest du das differenzieren? Nein, würde ich überhaupt nicht. Das ist für alle gut. Agentur ist für alle gut. Ich sehe da überhaupt keinen Unterschied beim Großen oder Kleinen. Auch der Kleine spart Zinsen, auch der Kleine spart Vorführwagen. Das hat mit Groß oder Klein überhaupt nichts zu tun. Also Agentur. Und wie gesagt, dieses gute Gefühl, was ich dem Kunden vermitteln kann. Ich muss und kann mich nur auf den Kunden, auf sein Erlebnis konzentrieren. Dieses Preisgespräch, was ja immer Schmeckle hat, das ist einfach raus. Das heißt, ich habe ein ganz anderes Gespräch mit dem Kunden. Es geht nur ums Auto. Es geht nur ums Fach. Es geht nur um die Sache, nicht um den blöden Preis. Okay, wie gesagt, vor vier Jahren haben wir das letzte Mal gesprochen. Das Thema auch, was wir gerade besprochen haben, das Agenturmodell. Wie hat sich denn dein Unternehmen, die Wella-Gruppe oder die Wella Holding, wie waren die letzten vier Jahre? Wie hat sich das entwickelt? Ja, wir sind gewachsen. Das ging ja durch die Presse. Wir haben jetzt ja gerade die sieben BMW-Betriebe Block am Ring übernommen. Das ist ja gerade acht Wochen her. Wir integrieren die gerade. Ich glaube, als wir gesprochen haben, hatten wir gerade die Balkenhorst-Gruppe übernommen. Also jetzt will ich nicht sagen, alle vier Jahre übernehmen wir sieben Betriebe. Ist auch nicht so, weil morgen bin ich beim Notar und da übernehmen wir einen Betrieb nur. Der ersten zehnten. Also nein, wir wachsen weiter. Sehr organisch. Wir achten darauf, dass wir in unseren Gebieten wachsen. Also wir wollen jetzt kein Flickenteppich. Natürlich wissen wir alle, die Konsolidierung im Markt schreitet wirklich mit Riesenschritten voran. Und ich habe es ja vorhin schon gesagt, ich glaube, wir werden von 5000, etwas über 5000 Eigentümern dreistellig in den nächsten sechs, sieben Jahren. Also in relativ kurzer Zeit. Und ja, da sind wir natürlich dabei. Aber jetzt nicht, wenn wir einen Betrieb in Hintertutzing bei Wagingen am See angeboten bekommen. Also wir versuchen schon, unsere Gebiete zu arrondieren. Also das haben wir jetzt auch mit Blockgang am Ring. Da sind wir eigentlich rundherum. Wir waren in Burgdorf, wir sind in Enstendal von der anderen Seite. Also das passt da ins Gebiet rein, wie die Faust aufs Auge. Genauso wie damals die Balkenhorst-Betriebe da reinpassen. Also jetzt außerhalb des Gebietes sehe ich das nicht, Einzelbetriebe zu übernehmen. Wenn es Gruppen sind, die dann auch wieder passen, dann ja. Aber ja, wir sind weiterhin auf dem Wachstum. Wir sind jetzt etwas über 2600 Mitarbeiter und 44 Betriebe. Ab morgen dann oder übermorgen 44 Betriebe. Es gibt keine Zahl. Das heißt jetzt nicht, wir wollen unbedingt in sieben Jahren 60 Betriebe sein. Entweder sind wir dann 46 Betriebe oder 66. Keine Ahnung. Kommt, wie es kommt, wenn es passt. Wenn es passt. Wir sind gewappnet dafür, wir sind aufgestellt dafür, sowohl die Mannschaft als auch finanziell. Also wir können da angreifen. Ich meine, ich habe gerade mit einem Auge versucht doch, ich meine heute einen Bericht vom Kfz-Betrieber der Autohaus gesehen zu haben im Interview mit dem Herrn Thiemeier. Der sagte, man müsste ja, jetzt weiß ich nicht, ob ich mich vertue, irgendwie so die zwei Milliarden Umsatzgrenze anpeilen, um langfristig am Ball zu bleiben. Also zu einer Unternehmenskennzahlengröße. Da dachte ich so, wow, okay. Ich schätze Herrn Thiemeier sehr, aber da finde ich auch, hat er ein bisschen hochgegriffen. Aber ich glaube schon, in eine Milliarde muss es gehen in die Richtung. Zwei ist schon heftig. Also wir sind jetzt, glaube ich, dieses Jahr schließen wir irgendwie ab bei 1,850. Ja, natürlich werden wir, die zwei haben wir im Visier, aber dass das eine zwingend notwendige Größe ist, sehe ich nicht. Es kommt ja auch so ein bisschen darauf an, wie bin ich gelagert. Habe ich auch einen starken Gebrauchswerkenabsatz, den er ohne Zweifel hat. Wir auch. Wir peilen 1 zu 2 an. Ich glaube, er hat es schon. Und wir sind bei 1 zu 1,8 Gebrauchten. Aber ganz klar haben wir das im Visier 1 zu 2 und mittelfristig, also in diesen nächsten sieben, acht Jahren, muss das 1 zu 3 werden. Der Gebrauchtwagen ist der Wachstumsmarkt. Neuwagen wächst nicht mehr. Punkt. Also er hat gesagt, ich habe es gerade gefunden, was der Herr Thiemeier gesagt hat. Es ist absehbar, dass ein Umsatz von zwei Milliarden Euro jährlich zum Referenzwert werden dürfte, wenn man oben mitspielen möchte. Also halt doch die zwei gesagt. Und das 1 zu 2. Wenn man oben spielen will, und das sind die ersten zehn, die werden mehr als zwei haben. Ja, das 1 zu 2, was du gerade sagtest, also in Relation Neuwagen zu Gebrauchtwagen. Und 1 zu 3 angepeilt. Ich musste gerade echt, ich habe vor einiger Zeit mit einer Gruppe gesprochen, die sind bei 3 zu 1 und wollen was tun. Da dachte ich, das ist eine gute Idee vielleicht. Ja, das ist eine schwierige Sache, wenn man so kopflastig ist. Das kann ich heute schon für uns sagen. Wir sind da unabhängig vom Neuwagen. Also unser Ergebnis fahren wir über Werkstatt und Gebrauchtwagen ein. Und Neuwagen ist on top. Also wenn morgen Neuwagen übertrieben gesagt Null wäre, dann wären wir nicht bei einer Null. Okay, dann hat sich ja noch was verändert bei euch. Ich habe es jetzt genannt, Wella ist jetzt Wella, ein Unternehmen und es gibt keine B&K mehr. Das sagt sich jetzt so lapidar, aber erstens dürfte die Entscheidung eine ziemlich langwierige und umfangreiche, schätze ich mal, gewesen sein. Und dann habt ihr ja wirklich auch, ich glaube, in relativ kurzer Zeit das umgesetzt, dass ihr wirklich auf den einen Namen gegangen seid mit einem neuen Logo oder angelegtes Logo. Erzähl mal, wie kam es dazu? Was sind da so die Hintergründe? Also drüber gesprochen haben wir bestimmt zehn Jahre. Also immer mal wieder, jetzt nicht ernsthaft, aber immer mal wieder. Mensch, eigentlich müsste man mal. Und der ausschlaggebende Punkt war vor vier Jahren, als wir Walkenhorst übernommen haben. Und am Walkenhorst, was ja wirklich ein sehr gutes Unternehmen war, guter Familienname, familiengeführt, astreines Unternehmen, stand bestens da, hat gute Gewinne geschrieben. Also das war ja kein Notverkauf oder irgendwas, sondern es war ein Vernunftverkauf. Und da haben wir ja auch über Nacht von Walkenhorst, diesem sehr gut eingelebten Namen in den Gebieten, haben wir B&K gemacht. Und da hat K, und wir haben gesagt, da kriegen wir bestimmt einen Sturm der Entrüstung von vielen Kunden. Nichts ist passiert. Null. Null. Ich habe nicht eine Mail bekommen, nicht eine einzige. Und von dem Moment an, weil die Gesichter sind ja die gleichen geblieben. Was oben am Haus stand, hat wirklich keinen interessiert. Und da haben wir gesagt, hallo, es ist längst überfällig. Da hätten wir es schon gar nicht B&K nennen müssen, sondern das wäre aber hätte, hätte. Da haben wir uns dann sehr intensiv damit beschäftigt. Und dann haben wir letztes Jahr im Frühjahr, ja, letztes Jahr im Januar, Januar 25 auf der Führungskonferenz bin ich dann einfach vorgeprescht und habe es da verkündet, als wenn wir es beschlossen hätten. Dann gesagt, so, in diesem Jahr setzen wir um, alles ist Welle, Punkt. Und dann war es ja raus. Das war eine Riesendiskussion auf der Führungskonferenz, die immer drei Tage geht. Aber auch da war alles positiv. Einige Filialleiter, die jetzt vielleicht nicht so B&K als Geburtshelfer mitgemacht haben, sondern sind später gekommen, die haben gesagt, ja, habe ich schon immer gedacht, wieso heißen sie es nicht Weller? Und auch die Mitarbeiter, auch da haben wir gedacht, hm, von den Mitarbeitern kommt bestimmt auch erstmal. Bei Autoweller ist klar, da wissen sie, wo das Auto weggefallen ist, ist ja keine Änderung. Aber bei B&K haben wir schon gedacht, oh, die sind ja auch stolz auf ihre Marke, die sie da geschaffen haben. Ganz im Gegenteil. Die haben gesagt, endlich. Und dann hat meine Tochter das Marketing bei uns und Emma hat das umgesetzt, haben einen Plan gemacht. Im März 25 war das dann, da hat sie gesagt, ja, Papa, wann soll das denn stehen? Da habe ich gesagt, ganz einfach, Geschäftsjahr endet am 30.09., am 1.10. muss es stehen. Okay, alles klar. Mit dem gebrändeten, vom gebrändeten Kaffeebecher bis hin zur Signalisation an Häusern und alles, was da sonst natürlich auch noch dazugehört. Und hat geklappt, definitiv, ja, tatsächlich. Sie hat im September Vollzug gemeldet und wirklich, also bis hin zum Besteck, es war alles umgebrändet und der Rest war entsorgt oder gestiftet oder sonst was. Und wir haben ja auch in Leipzig, die beiden Toyota-Betriebe, die Autosachse, die waren ja auch sehr eingefahren und auch da haben wir, haben wir es gemacht. Da kam ein bisschen mehr Gegenwind. Die Sachsen waren auch sehr stolz auf ihr Auto Sachse. Da waren es vielleicht zehn Prozent der Belegschaft, aber auch kein Kunde, auch kein Kunde. Sondern ganz im Gegenteil, die Kunden haben alle gesagt, ja, ja, klar, ach so. Und jetzt kommt der, warum haben wir das gemacht? Also natürlich einmal ist es marketingmäßig einfacher und dann haben wir auch gesagt, wir wachsen nicht so zusammen, wie wir es gerne hätten. Es waren immer so zwei Läger, das waren die Autoveloz und das waren die B&Ks. Auch auf Betriebsfesten, die zwar zusammen waren, aber irgendwie, das waren irgendwie so Klüppchen, das war keine Familie. Und das war mal das eine, was uns gestört hat und das andere auch, nehmen wir jetzt mal, wenn das in die Kundschaft geht. Wir haben natürlich in der BMW-Kundschaft eine ganze Menge Unternehmen, die auch Nutzfahrzeuge haben. BMW hat aber keine Nutzfahrzeuge, aber Toyota. Nie im Leben ist ein BMW-Verkäufer darauf gekommen und hat gesagt, sag mal, hör mal, deine Citroens, die du da hinten stehst, das können auch Toyotas sein. Da schicke ich dir mal meinen Kollegen vorbei von Velo und Toyota. Und das ist von der ersten Stunde an hat das geklappt. Wir haben uns vorher den Mund fusselig gebabbelt. Und jetzt klappt das und umgekehrt natürlich genauso. Wir haben vielleicht eine Flotte, wenn man doch diesen Pizzaboden, 50 Eigos hat, so was gibt es, kleine Toyotas, der selbst aber natürlich keinen Toyota fahren will, aber vielleicht ein 7er BMW. Da wäre nie unser Toyota-Verkäufer draufgekommen und hätte gesagt, du, da schicke ich dir mal meinen Verkäufer vorbei. Wieso fährst du denn eine S-Klasse? Du kannst doch einen schönen BMW fahren. Und das passiert jetzt tatsächlich, ohne dass wir schieben, weil das jetzt ein Unternehmen ist. Und dann haben wir damit angefangen, jetzt läuft es gerade, in diesem Jahr haben wir damit angefangen, Velo erleben. Das heißt, wir tingeln von Betrieb zu Betrieb mit allen Marken, um auch der Kundschaft mal zu zeigen, was haben wir denn sonst alles noch? Zwar nicht an diesem Standort, hier hast du BMW und Mini, aber du kannst natürlich auch ins Netz gehen und kannst sehen, in der Nachbarstadt haben wir Toyota. Und jetzt kann er das auch verbinden, weil er es sieht ja, es steht überall Velo dran. Und selbst in Osnabrück, in unserer Stammstadt, in der wir ja alles haben, wir haben in Osnabrück Toyota, Lexus, BMW, Mini, MG und jetzt demnächst auch noch BYD. Da haben wir alles, selbst da teilweise in meiner erweiterten Bekanntschaft schon gesagt, ach so, BMW, das seid ihr auch. Ich vergesse es noch gar nicht. Würdest du selber sagen, dass jetzt, dass der Change von der Marke her schneller Früchte trägt als erwartet? Ja, also einmal intern, wir wirklich dieses Ganze, also wir sind da wirklich, ich kann es nur wiederholen, ja, hätte, hätte, wenn ich überlege, das hätten wir schon vor zehn Jahren machen sollen oder eigentlich schon immer. Aber jetzt haben wir es eben gemacht und das ist wirklich, es dreht sich, dreht sich viel schneller durch und setzt sich mehr durch, der Name, als ich das je geglaubt habe. Ich habe auch gedacht, das ist so ein paar, das, das dauert fünf, sechs, sieben Jahre, bis das endlich angekommen ist. Nee, das hat fünf, sechs Monate gedauert. Wahnsinn. Ich bin auch echt überrascht. Ich habe das mitbekommen. Ich habe immer so, so latent halte ich mit dem Shen so Kontakt. Wir schreiben irgendwie alle paar Monate mal und da haben wir da auch kurz so drüber philosophiert und dann gesagt, dass, dass ihr das macht und dann dachte ich auch so, wow, der Zeitplan ist wirklich ambitioniert, so aus Marketersicht, auch den großen Respekt an die Emma. Die hat wahrscheinlich ein strammes halbes Jahr letztes Jahr da hinter sich. Ja, da war nicht viel Urlaub. Krass. Erstaunlich. Wollen wir mal ein bisschen nach vorne gucken? Sind auch so zeitlich, das ist immer so der Twist, wo man so ein bisschen in die Zukunft schaut. Auto-Abo, Direktvertrieb und was es da so alles gibt. Ein bisschen allgemeiner geschaut. Was glaubst du, wie wird sich so die Autobranche in den nächsten fünf Jahren entwickeln? So ganz allgemein gesprochen. Ja, also ich glaube, dass es sich, das wir schon zweimal angesprochen haben, jetzt zum dritten Mal, dass es sich noch mehr konzentrieren wird. Das hat nichts mit klein und groß zu tun, sondern es wird auch nach wie vor kleine Händler geben. Es wird Einzelhändler geben auf irgendwelchen, in irgendwelchen Kleinstädten mit 30, 40.000 Einwohnern, der gut situiert ist, was weiß ich, der 100 Prozent Eigenkapital hat, das gibt es ja alles, Eigentum und der einen guten Job macht. Da gibt es überhaupt gar keinen Sinn. Es macht keinen Sinn, den abzulösen oder zu sagen, warum macht er das denn noch? Der macht es eben gut und macht es weiter. Es gibt ganz viele, das muss man eben auch dazu sagen, die keine Nachfolge haben. Das hat gar nichts damit zu tun, dass die aufhören müssten oder dass die finanziell schwach sind oder so. Das sind die wenigsten. Sondern die meisten, die aufhören oder die sich eben zum Kauf anbieten, da gibt es keine Nachfolge. Da haben die Kinder, das ist ja eine ganz andere Generation, die Kinder sind anders groß geworden, die haben studiert, die sind nach Medizin studiert oder Rechtswissenschaft oder, oder, oder. Die haben eine Rechtsanwaltspraxis. Die sagen, was mache ich denn jetzt mit so einem Autohaus? Nichts. Die sagen, Papa, mach das mal weiter, am besten. Aber du verkaufst es und machst dir ein gutes Leben. Lebensabend. Weil wir wollen es alle nicht. Und auch das muss man ja dazusagen, so ein Einzelhaus oder auch zwei oder drei kleine Häuser, das ist eine Mörderarbeit. Das ist ja wirklich, da schließt du ja wirklich morgens auf und abends ab. Das ist für den Inhaber ein 13-Stunden-Job. Ich habe das ja jahrelang auch selbst gemacht. Ich war morgens der Erste und habe abends das Licht ausgemacht und nochmal an allen Türklinken gerüttelt, ob es auch zugeschlossen war. Dazu ist ja heute kaum einer bereit, das zu machen. Und dann musst du auch immer noch sagen, dann immer ja auch mit einer doch überschaubaren Marge. Und wenn du das nicht skalieren kannst über viele Betriebe, wie das eben eine größere Gruppe kann. Du hast Garantiesachbearbeitung. Da geht eben weniger schief, wenn einer den ganzen Tag nur Garantien macht, als wenn er das zweimal die Woche nebenbei macht. Garantieabwicklung. Dann vergisst er dies oder das oder jenes. Und bis hin zur Buchhaltung, das kann ich skalieren. Also ich glaube, dass der kleinere Händler es da immer, immer schwieriger haben wird. Und wir werden große Einheiten bekommen, auch mittlerweile gewünscht von den Herstellern. Ist ja auch für die einfacher, weniger Partner zu haben. Ist auch für die günstiger. Die werden das auch forcieren, was sie früher torpediert haben. Weil sie keine Mächte aufbauen wollten, haben sie irgendwann mal gemerkt, dass das nicht unbedingt Macht sein muss, sondern es kann einfach eine starke Partnerschaft sein. Und die es zum größten Teil auch ist. Und insofern legt auch der Hersteller, die wenigsten Hersteller, noch irgendeinen Stein für Wachstum in den Weg. Also wir sehen es ja selbst. Immer wenn wir sagen, wir hätten gerne noch die Stadt oder die Stadt, dann arbeitet auch der Hersteller mit uns zusammen und sagt, ja mal gucken, wir sprechen den Partner mal an, ob er ansprechbar ist. Also die Vermittlungen kommen ja zu 90 Prozent über den Hersteller. Okay, ich habe vielleicht, werfe ich noch ein Stichwort rein, weil ich habe vorhin erst einen Podcast aufgenommen. Ich mache noch ein zweites Format. Da geht es um KI. KI-Wissen für die Autobranche. Mit einem dir bekannten Claim vorneweg, umparken im Kopf. Den kennen wir von früher. Ja, genau. Das war doch Tina Müller von Opel. Genau, von Opel. Der ist ja jetzt auch lange durch und Opel nutzt es auch nicht mehr. Von daher bin ich da jetzt am Ball, auch mit den Markennamen. Und da mache ich das so mit dem KI-Wissen. Wie siehst du, weil da sprach ich vorhin erst in einem anderen Podcast drüber, wie sich so der Autohandel jetzt auch mit so einer neuen Technologie halt verändern wird, der definitiv einen Impact auf Menschen haben wird. Hast du da einen Forecast? Ja, ich glaube, also ich glaube natürlich, kommt immer mehr KI, gar keine Frage. Und der Kunde, der heute schon zu uns kommt und in Zukunft noch mehr, ist natürlich viel, viel mehr vorinformiert, als er das jemals war. Also dieses, wir haben ja wirklich, ja, ich will es mal so sagen, wenn der Kunde sich auf ein Produkt und dann noch so, also nicht nur eine Marke, sondern dann auch auf ein Modell konzentriert hat, vielleicht sogar noch in dem Modell auf eine Variante, dann hat er mehr Fachwissen als der Verkäufer. Der Verkäufer muss 20 Modellreihen im Kopf haben und davon noch was weiß ich wie viele Möglichkeiten der unterschiedlichen Motorisierung und Ausstattung. Dann sind wir ja schnell bei 150. Da kann ja nicht für jedes einzelne Produkt der Burnout sein. Und in dem Fall hilft dann natürlich tüchtig KI, weil der Kunde, wie gesagt, vorinformiert ist und wir mit ihm dann zusammen erarbeiten können, was für ihn denn das passende Auto ist. Das, was aber vielleicht in der Frage vorher schon steckte, macht er das dann noch im Autohaus? Und da bin ich fest von überzeugt, ja. Ich glaube nach wie vor, das ist ja die Rechnung, die einige Hersteller vielleicht im Hinterkopf hatten. Die gesagt haben, vielleicht können wir auch über die Agentur irgendwann dann den Direktvertrieb doch noch ans Rollen bringen. Das glaube ich definitiv nicht. Das zeigen ja auch alle Umfragen. Das ist keine Altersfrage. Der 18 bis 88-Jährige sagt, ein Auto kaufe ich im Autohaus. Zumindest zu 80 Prozent. Da geht es letztendlich auch um eine Investition. Wir sind alle keiner kauft ein Auto, sondern finanziert oder liest es. Aber trotzdem ist es ja die Investition. Ich muss ja in meinem Budget irgendwie 300, 500 oder 800 Euro im Monat packen und muss sagen, was kriege ich dafür und was habe ich davon? Und das mache ich nicht mit der KI, das mache ich am Ende dann mit dem Menschen. Das ist eine große Investition. Die mache ich auch nur alle fünf, sechs Jahre. Und dann will ich auch mit dem Menschen sprechen. Ich vergleiche das immer, es ist so nah an der Eigentumswohnung, die kaufe ich auch nicht per Klick. Da will ich die Nachbarn kennenlernen und will gucken, wie sieht es im Hausflur aus. Und so ist es beim Auto auch. Ein Auto ist nicht wartungslos. Auch ein Elektroauto ist nicht wartungslos. Ich will sehen, wo muss ich denn dahinter hin? Was sind das für Menschen? Ist das irgendwo im Hinterhof, da im Sumpf? Nee, dann will ich das nicht. Da kann das vorne noch so schön sein. Oder wenn die Leute mir irgendwie komisch sind, dann sage ich, nee, hier will ich nichts. Selbst wenn ich die Marke vielleicht möchte, aber das hier will ich gerade nicht. Und darum glaube ich, dass Menschen… Ich will nicht sagen, dass es… Das wird mehr sogar. Ich glaube, es wird sogar mehr durch unsere, durch viel mehr KI, dass wir viel einsamere Entscheidungen selbst treffen am iPad, am Laptop. Dass wir immer schon sagen, nee, für das Ding will ich jetzt aber raus. Da will ich aber Menschen sehen. Ich glaube auch zum Beispiel, das ist ja wie hochwertige Klamotten. Natürlich kann ich mir was, was ich, wenn ich genau weiß, ich will, ich trage nur Falkensocken, dann kann ich Falkensocken bei Amazon bestellen. Falke ist Falke. Aber wenn ich jetzt sage, ich brauche mal wieder einen neuen Smoking, dann gehe ich schon los. Dann will ich den anziehen und angucken und dann muss mir eine Verkäuferin oder ein Verkäufer sagen, steht ihn oder steht ihn nicht? Lassen Sie mal. Sieht doof aus. Ja. Also ich sehe das auch so. Das Thema KI, ich bin da inzwischen sehr tief im Thema und da vergeht ja kaum ein Tag, wo irgendeine neue Untertechnologie irgendwie entsteht, die irgendwelchen Menschen irgendwas erleichtert. Und da gibt es natürlich ganz viel. Es gibt Menschen, die haben da voll Bock drauf und es gibt aber auch eine Menge Menschen, die haben da wirklich gar keinen Bock drauf. Und es wird aber trotzdem kommen. Und ich glaube, dass beide Lager, die, die da keine Lust drauf haben zu interagieren, ja den persönlichen Kontakt weiter wollen und einfordern. Aber auch das, was du beschrieben hast, dass Menschen, die damit Spaß haben und viel tun, auf jeden Fall gerade bei so einem Produkt, was so groß ist, fast wie ein Haus oder wie eine Eigentumswohnung, das und dann noch emotional, häufig noch emotional gesehen wird. Ich glaube, der emotionale Kauf, der sinkt, es wird immer rationaler beim Auto, leider. Ich weiß das gar nicht. Ich weiß das gar nicht. Wenn ich, ich habe ja so ein außergewöhnliches Auto, da fahre ich nur im Sommer mit, mit so einem Z8. Und wie viele Youngster, zwölf bis zwanzigjährige, den Daumen hoch machen, wenn ich mit diesem Auto rumfahre. Ja. Da sage ich mir immer, da soll mir jetzt einer sagen, die Youngster haben keinen Bock auf Autos. Ich glaube das nicht. Ja, ist richtig. Die haben schon Spaß an schönen Autos. Ja. Ja, aber das genau, also in so einem Produkt, teuer, emotional und selbst wenn, also selbst ich würde nicht durchweg online kaufen wollen. Ich will das ja auch sehen, nochmal vor den Neuwagen riechen. Das ist ja auch mein Erlebnis. Mit allen Sinnen genießen. Ja, das, ich glaube auch und das ist doch eigentlich ganz gut, weil man hört ja die Storys noch und nöcher, wo Menschen in Autohäusern waren und nicht das geilste Shoppingerlebnis hatten. Das offen besprochene Geheimnis, was alle seit Jahren kennen. Und wenn jetzt Menschen, die im Autohandel arbeiten, Stützung von Künstlerinnen und Künstlern ergänzt bekommen und dafür mehr Zeit für den Kunden haben, ist doch geil. Dann kann wieder einen Kaffee getrunken werden im Zweifel. Ja, so ist das. Ganz genau. Das fände ich schön. Ganz genau. Und vorhin haben wir, du hast es auch noch angesprochen, Abo. Wo geht das hin? Was ist da meine Einschätzung? Ich glaube, es bleibt, aber es bleibt wirklich eine minimale Randerscheinung, weil es eben eigentlich, es ist ja klar, dass es teuer sein muss. Wenn ich ein Abo habe und kann da innerhalb von drei Monaten aussteigen, dann muss ja dieses Risiko einfach eingepreist sein. Als Privatmann sehe ich Abo überhaupt nicht. Das sind wirklich Randerscheinungen. Sagen wir mal, wenn ich jetzt als leitender Angestellter irgendwo aufhöre und fange erst in fünf Monaten wieder irgendwo anders an, kriege wieder einen Firmenwagen. Vorher hatte ich einen, habe fünf Monate keinen. Ja, was soll ich dann machen? Dann abonniere ich einen. Selbst wenn das dann 1000 Euro im Monat kostet. Das kann ich nicht ändern. Aber fünf Monate ohne Auto will ich auch nicht. Und wenn ich mir eins kaufe und es wieder verkaufe, ist es teurer als 5000 Euro. Also mache ich ein Abo. Aber Abo ist teuer. Durch die Flexibilität geht gar nicht anders. Und darum glaube ich, das ist, also das bewegt sich im 0,x Prozent Bereich. Ja, es ist spannend, weil auf der einen Seite nehme ich wahr, dass es den einen oder anderen Anbieter nicht mehr so richtig aktiv gibt. Und der eine oder andere trommelt sich auf die Brust und erzählt, wie geil es ist. Also das ist die Wahrheit. Ja, das ist so. Fahren ist ja, glaube ich, der Einzige, der noch so richtig durchhält. Der aber dann in der Regel auch White Label macht, also es dann auch mit den Autoreisern macht und nur die Abwicklung liefert. Aber wie gesagt, wir sperren uns dem nicht. Aber ich habe jetzt keine Zahlen, aber ich würde aus dem Bauch sagen, also wir bei 50.000 Autos, die wir im Jahr absetzen, sind es keine 10, die wir im Abo haben. Ja, gut. Jetzt habe ich, jetzt verstehe ich auch, warum du Probleme hattest, eine Prozentzahl zu sagen. 0,000. Ach, Mensch, schön. Ja, Burkhard, du, wir sind zeitlich und für heute thematisch, was ich von dir hören wollte, durch. Danke schön. Es hat mich gefreut, dich mal wieder in entspannter Atmosphäre mal zu sprechen, weil sonst, wenn wir uns sehen, sind es meistens Veranstaltungen, wo wirklich viel Wuselei ist und da hat man irgendwie keine Ruhe. Ja, ist doch schön. Ja, ich freue mich auch. Vielen Dank und gerne wieder in geräumer Zeit. So machen wir es, so halten wir das. Dann würde ich jetzt an der Stelle sagen, vielen Dank an euch da draußen, die ihr zugehört habt und wir verabschieden uns und sagen, bis demnächst, träumen wir uns wieder. Tschüss, macht’s gut. Ja, tschau. Tschüss. Gut, gut.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.