Einleitung

In der neuesten Episode des Podcasts ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Klaus und Fabio Limbächer, den Köpfen hinter Deutschlands größtem Motorradhändler. Die Episode beleuchtet nicht nur die beeindruckende Erfolgsgeschichte des Unternehmens, sondern auch die Herausforderungen und Chancen der Unternehmensnachfolge sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Geschäftsalltag.

Die Anfänge von Limbächer

Bereits mit 18 Jahren gründeten Klaus Limbächer und sein Bruder ein Gewerbe für gebrauchte Motorräder und Pkw. Was als Nebenerwerb begann, entwickelte sich schnell zu einer Leidenschaft und schließlich zu einem der größten Motorradhändler Deutschlands. Klaus beschreibt, wie er aus der Liebe zu Motorrädern ein florierendes Geschäft machte, das heute über 7.500 Motorräder jährlich verkauft.

Unternehmenswachstum und Herausforderungen

Der Weg zum Erfolg war nicht immer einfach. Die Limbächers mussten sich mit einem starken Verdrängungswettbewerb und saisonalen Schwankungen auseinandersetzen. Dennoch gelang es ihnen, durch kontinuierliche Prozessoptimierung und strategische Standortentscheidungen stetig zu wachsen. Ein entscheidender Meilenstein war der Umzug nach Filderstadt, der dem Unternehmen neue Wachstumschancen eröffnete.

Unternehmensnachfolge und die Rolle der nächsten Generation

Ein weiteres spannendes Thema der Episode ist die Unternehmensnachfolge. Fabio Limbächer, der Sohn von Klaus, ist bereits aktiv in das Unternehmen eingebunden. Er bringt frische Ideen und technologische Innovationen mit, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Fabio hat eigenständig KI-Lösungen implementiert, die die Effizienz und den Kundenservice des Unternehmens verbessern.

Künstliche Intelligenz als Wachstumsfaktor

Die Implementierung von KI ist für Limbächer nicht nur ein Trend, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Fabio betont, wie KI-Prozesse den Betrieb optimieren und neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen. Dies zeigt, dass auch in der traditionellen Automobilbranche innovative Technologien einen Unterschied machen können.

Fazit

Die Episode von ‚Benzingespräche‘ bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Erfolge eines Familienunternehmens in der Automobilbranche. Die Limbächers zeigen, dass mit Leidenschaft, strategischem Denken und dem Einsatz moderner Technologien nachhaltiges Wachstum möglich ist.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Die Gründungsgeschichte von Limbächer
  • Strategisches Unternehmenswachstum
  • Herausforderungen der Unternehmensnachfolge
  • Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz
  • Die Rolle der nächsten Generation im Unternehmen

Key Takeaways:

  • Frühe Leidenschaft kann zum erfolgreichen Geschäft führen.
  • Kontinuierliche Prozessoptimierung ist entscheidend für Wachstum.
  • Unternehmensnachfolge erfordert strategische Planung und Einbindung der nächsten Generation.
  • Künstliche Intelligenz bietet neue Chancen in der Automobilbranche.
  • Standortentscheidungen können maßgeblich zum Erfolg beitragen.
  • Familienunternehmen profitieren von der Kombination aus Tradition und Innovation.

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Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Kurzer Boxenstopp bei meinem Partner dieser Folge. Claim Plus – Du willst eine einfache und sorgenfreie Schadensabwicklung? Diese soll am besten nichts kosten und Deine Mitarbeiter deutlich entlasten? Claim Plus macht’s möglich. 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Da würde ich sagen, mal abwarten. Zu Gast sind heute gleich zwei Gäste. Und zwar der Klaus und Fabio Limbecher, Gründer, Geschäftsführer und Inhaber des größten Motorradhändlers in Deutschland. Hallo Klaus. Hallo Tim, hi. Und hallo Fabio. Tim, ich grüße dich. Schön, dass ihr euch direkt beide hier Zeit genommen habt und wir mal ein bisschen sprechen können. Ja, wir freuen uns auch. Klaus, ich steige mal erst mal kurz mit dir ein. Wir haben uns vor einigen Jahren im Rahmen einer Santander-Veranstaltung in Berlin kennengelernt. Und da ich kein Motorradfahrer bin, wusste ich auch mit dem Namen Limbecher nicht so viel anzufangen. Und wir sind so ins Gespräch gekommen und das war total nett. Du bist ja eher so ein zurückhaltender Typ, da konnte ich es so gar nicht so aufschlüsseln. Ich dachte, ja, das ist ein Motorradhändler. Ich wusste aber nicht, dass der größte Motorradhändler in Deutschland ist, der da so ein Riesenrad dreht. Und das war schon ein cooles Kennenlernen damals, ne? Definitiv. Es ist cool und es freut mich natürlich auch, dass ich als Motorradhändler schon wirklich viele Jahre immer unter den Top-Autohausgruppen mitvertreten bin und auch meinen Beitrag dazu leisten kann. Ja, hast du vorhin gesagt, seit fast 15 Jahren bist du da der bunte Fleck unter den Autohändlern als Motorradhändler, ne? Richtig, ja. Das ist echt geil. Ja, und dann neulich gab es wieder ein Event bei der Santander, die bringt ja auch immer regelmäßig viele nette Menschen zusammen, das muss man an der Stelle ja mal ganz kurz unterstreichen. Da hab ich gedacht, Mensch, da seh ich bestimmt den Klaus wieder und dann bin ich so über das Event gestrichen und hab geguckt, hab geguckt, kein Klaus da. Und dann irgendwann lief mir da so ein junger Typ irgendwie über den Weg und ich guckte so aufs Namensschild und sah irgendwo Limmen. Ich so, Limmbächer? Das ist nicht der Klaus, was ist denn das? Hab so drauf geguckt, da kommt mir auf einmal der Fabio entgegen und dann musste ich da mal nachhaken und dann lerne ich da den Fabio, deinen Sohn, kennen. Und das war ja echt mal cool. Also erstmal, Fabio, schön, dass wir uns da kennengelernt haben. Ja, ich freu mich auch. Ich kann mich noch an die Gespräche an der Bierbar erinnern und jetzt bin ich schon in deinem Podcast. Mein Papa hat immer gesagt, die Santander-Incentives, die sind gut, da musst du teilnehmen und so war es dann auch. Ja, absolut. Und da sind wir so ins Gespräch gekommen und das hat sich irgendwie so verselbstständigt, ich war natürlich total neugierig, da lerne ich den Sohn von einem Bekannten kennen, der ein Riesenunternehmen in der Branche hat und da bin ich total neugierig, Mensch, da schafft es jemand, den Sohn, die junge Generation, ins eigene Unternehmen zu bekommen, das ist schon selten genug. Und dann sind wir auch noch in dieses, ich nenne das immer, in mein persönliches Rabbit Hole, Künstliche Intelligenz gefallen und da haben wir auch gemerkt, dass wir ähnlich denken und du da noch mal deutlich weiter bist als ich, das war schon echt geil, das hat schon Spaß gemacht, der Talk abends. Auf jeden Fall, ja, ich bin mal gespannt, über was wir jetzt gleich noch sprechen werden und mal gucken. Ja, also wir werden nicht in die Ultratiefe abtauchen, weil dann kann uns von den Hörern keiner mehr folgen. Wenn wir mit May, Sepp hier, N8n und Co. um die Ecke kommen, dann steigen die definitiv spätestens aus, aber du hast ja so angesprochen, dass du aus Eigeninitiative ja schon bei euch Lösungen installiert hast und die ja selber umgesetzt hast und das ist noch sehr ungewöhnlich. in der Branche, wenn ich das so ansehe. Aber da kommen wir später drauf. Fangen wir mal erst mal so ein bisschen mit eurem Geschäft an. Klaus, du hast mit deinem Bruder mit 18 quasi das Unternehmen, also ursächlich ja mal gegründet. Du hast da ein Gewerbe mit deinem Bruder angemeldet mit 18 für gebrauchte Motorräder und Pkw-Handel. Wie kam es denn mit 18 dazu, dass du da schon direkt unternehmerisch tätig geworden bist? Das kam eigentlich schon viel früher. Ich hatte Lust auf tolle Motorräder, tolle Zweiräder und irgendwo ist es mir auch gelungen, die jeweils mit Gewinn wieder weiter zu verkaufen. Das heißt, irgendwo war der Grundstein mal mit fünf verschiedenen Mofas, mit 16 dann vielleicht sind es irgendwelche zehn verschiedene 80er geworden, wo man durchgewechselt hat und mal was Neues versucht hat. Und das natürlich ein schönes Zubrot war, war es natürlich ein idealer Nebenerwerb neben Schule und Weiterbildung. Okay, aber ich denke gerade nach, ich habe zwei ältere Brüder, die sind sechs und neun Jahre älter als ich und das waren die hier in Essen, die absoluten Mofa und 80er Raudis. Die hatten immer schnellste Mofa und immer die schnellste 80er irgendwie weit und breit. Und so selbstverständlich, wie du es gerade erzählst, also die beiden haben keinen Motorradhandel gegründet, aus dem Hobby heraus. Da hast du wirklich Hobby zur Berufung dann gemacht? Ich glaube letztendlich ist das ein Schlüssel vom Erfolg, dass das eigentlich Hobby tatsächlich der Handel ist oder das Unternehmertum. Geschenk ist, dass ich das Ganze mit einem schönen Produkt machen kann. Aber letztendlich macht mir das auch Spaß, da unterwegs zu sein, zu schauen, wo gibt es Gelegenheiten und was kann man da umsetzen. Wir müssen da gleich mal ein bisschen was zu der Entwicklung sagen, weil 1989 habt ihr quasi wirklich so den Grundstein gelegt und dann habe ich so die ersten belastbaren Zahlen. Zehn Jahre später habt ihr dann schon 1000 Motorräder verkauft. Das hat dann ein bisschen gedauert. In den ersten Jahren schätze ich mal, um das mal, ich habe auch ein paar Bilder gesehen, wie ihr glaube ich den elterlichen Garten dann irgendwann überdacht habt und da angefangen habt, da irgendwie Motorräder im Garten zu verkaufen. Ist das richtig? Das ist richtig. Also 1989 hat mein Bruder und ich, wir haben jeweils eine einzelne Einzelfirma gegründet. Ursprünglich war es mein Plan, Architektur zu studieren und das sollte eigentlich ein Nebenerwerb sein. Mein Bruder hat BWL studiert, war da aber nicht ganz so glücklich in seinem Studium und dann haben wir uns zusammengetan und gesagt, okay, also gut, komm, wir gründen jetzt eine GmbH und machen das richtig hauptberuflich. Und von da aus ging es dann los. Am Anfang natürlich klar, die Firma noch keine Substanz, du musst alles mit teuren Krediten finanzieren. Aber Zug um Zug wurden wir auch größer. Der elterliche Garten mussten wir einen Parkplatz weichen. Und ich glaube jetzt im Nachhinein, irgendwann kam die Gemeinde echter Ding auf uns zu. Wir waren in der Ortsmitte, haben gesagt, das geht so nicht, ihr seid einfach zu groß, ihr müsst euch einen anderen Standort suchen. Haben die nicht gesagt. Doch, haben die gesagt, sie haben es bereut, weil wir in eine andere Stadt gezogen sind. Im Nachhinein war es aber auch eine ganz gute Fügung, weil sie ein bisschen den Tritt in den Hintern zu bekommen und uns da den Wachstum zu öffnen. Mit dem Umzug hier nach Filderstadt sind wir ein altes Industrieareal gezogen von zwei großen Industriefirmen. Und das Geschenk war, dass wir uns am Standort ausdehnen konnten und entwickeln konnten. Das war ganz cool. Jetzt habe ich ja gesagt, 1999 habt ihr schon so um die 1000 Motorräder verkauft. Damit ist man noch lange nicht Deutschlands größter Motorradhändler. Jetzt habe ich mir da zwischendurch so ein paar Zahlen aufgeschrieben, da hast du mich nochmal korrigiert. Aber trotzdem, wenn man jetzt in Summe bis heute schaut, habt ihr in Deutschland über 100.000 Motorräder verkauft. Das ist eine irrsinnige Summe. Da fehlen mir so ein bisschen die Worte. Das kann ich mir so kaum vorstellen. Klar haben wir da auch eine lange Zeit dazwischen. Aber das ist ja schon wahnsinnig. Aktuell hast du gesagt, ihr verkauft so im Jahr ca. 7.500 Motorräder und habt inzwischen auch 250 Mitarbeiter an hauptsächlich drei Motorradstandorten. Nein, fünf Motorradstandorte, zwei E-Bike-Standorte haben wir noch. Und neben den 7.500 verkauften Motorrädern betreuen wir auch rund 25.000 Werkstattdurchgänge jedes Jahr. Also auch das muss man handeln und betreuen und organisieren, was natürlich schon eine gute Herausforderung ist. Da zwingt sich eine so leichte wie komplexe Frage auf. Wie geht so ein Wachstum? Wie habt ihr das hingekriegt? Wie geht so ein Wachstum? Im Endeffekt, wenn man einfach seine Prozesse überprüft und versucht, die zu optimieren, zu verbessern. Wenn man einen guten Job macht, kommt automatisch die Nachfrage. Und wenn die Nachfrage kommt, kommt auch das Wachstum, sofern man es zulässt. Unser Erfolg ist daran, dass wir nicht in Riesensprünge gewachsen sind, sondern wir sind jedes Jahr gewachsen oder fast jedes Jahr. Immer mal drei Prozent, mal fünf, mal zehn Prozent, aber wirklich über 30 Jahre hinweg jetzt jedes Jahr doch fast immer einen stetigen Wachstum hinbekommen. Ist die Motorradbranche, unterliegt die weniger Krisen wie die Autobranche? Ist das ein stärkeres Hobby-Freizeitobjekt, dass das stetiger läuft? Im Gegenteil. Ja, es ist emotionaler vom Kunde her. Das ist richtig. Das ist nicht nur ein Nutzprodukt, sondern das von der einen Seite aus, von der anderen Seite ist aber auch ein stärker saisonal geprägt und mit geringeren Margen irgendwo versehen das Ganze einfach auch geringere Kaufpreise, dass wir doch über lange Zeit einen starken Verdrängungsbewerb haben. Auch da die Händlerschaft, die Anzahl der Händler ist deutlich geschrumpft und wir haben halt gezeigt, dass wir auch in einem schrumpfenden Markt oder in einem Verdrängungsmarkt trotzdem wachsen können. Okay, jetzt hast du gesagt Prozesse, dass es so ein Flywheel ist, dass das alles wieder aufeinander einzahlt. Gibt es wichtige in eurer Entwicklung, gibt es wichtige Meilensteine? Meilenstein ist sicherlich der Umzug nach Wilderstadt her, wo wir praktisch ein neues Neubeginn hatten. Ansonsten gehe ich meinem ursprünglichen Büroswunsch, der Architektur, gar nicht so weit weg, weil es immer mit Bauen verbunden war, mit V-Prozessen, mit Veränderung, mit Planung, das muss ich sagen. Kann ich an der Stelle auch mal kurz bestätigen, also ich kann mich eigentlich seitdem ich im Unternehmen bin an keinen Zeitpunkt erinnern, weil wir nicht irgendwas weiterentwickelt haben. Mein Papa ist der Eingestalter auf jeden Fall. Ja, ich glaube die Standorte, die ihr habt, ich habe ein paar Bilder gesehen, die sind ja auch alle schon eher schick. Ja, das ist der Anspruch, soll es sein, ja klar. Seit wie lange oder seit wann habt ihr das Thema E-Bike auch mit dabei? Wir haben ja schon 1992 mit dem Thema Fahrrad begonnen, das war ganz zu Beginn. Direkt der erste Akt, dass mein Bruder nach Taiwan geflogen ist und zwei Seekontainer, Fahrräder, Mountainbikes und Trekkingräder damals gekauft haben. Und mit dem Umzug nach Pfilderstadt haben wir das Thema Fahrrad dann wieder verkauft und abgegeben, weil wir uns auf das Thema Motorrad konzentrieren wollten und 2021 Da haben wir das Thema E-Bike wieder aufgenommen, weil Elektromobilität und Motorrad doch in Zukunft auch noch stärker sich verzahnen wird, zusammenwachsen wird. Das ist ein Grund. Der zweite Grund ist, muss man sagen, mit den politischen Gegebenheiten weiß man auch nicht so hundertprozentig, wo immer alles hingeht oder wie schnell irgendwelche Regularien kommen, wurde ein bisheriges Geschäftsmodell wirklich stark beeinträchtigt. Und da ist es definitiv eine gute Option, um Ressourcen einfach verschieben zu können. Ist das Thema Motorrad ähnlich reguliert wie im Auto mit ENKV, CO2-Werten und was weiß ich nicht alles? Sicherlich. Zwar etwas weniger reguliert, aber genauso die Vorgaben mit Euronormen, Umstellungen, mehr oder weniger alle zwei Jahre oder so, sind da und die Herausforderungen werden nachher auch immer stärker und enger. Ich leite mal das Gespräch so ein bisschen rüber, wo auch der Fabio ins Spiel kommt. Jetzt habt ihr da ein Unternehmen, was im 36. Jahr läuft. Das ist ja schon enorm. Das Team ist auf 250 Mitarbeiter gewachsen. Ihr habt fünf Standorte und habt verkauft so viele Motorräder, habt so viele Werkstattdurchgänge. Das ist ja schon Wahnsinn. Was, oder erstmal die Frage vorab, Fabio, wann bist du ins Unternehmen mit eingestiegen? Ich bin 2018 direkt nach der Schule eingestiegen. Ich hatte damals die Entscheidung, was mache ich? Also für mich war von Anfang an in der Grundschule schon klar, wenn links und rechts die Jungs und Mädels gesagt haben, sie möchten Polizist oder Feuerwehrmann werden, habe ich gesagt, nee, nee, stopp mal, ich mache Motorräder mit dem Papa zusammen. Also das war für mich schon immer klar und dann war aber die Frage, wie schaffst du jetzt den Einstieg ins Family-Business? Und es ist ja immer so, bei uns im Schwäbischen sagt man, es hat ein Geschmäckle, die Ausbildung im elterlichen Betrieb zu machen, aber genau das habe ich getan. Mit der Übernahme 2018 der Firma Motorrad Sperr hat mein Papa gemeint, Mensch, das wäre eigentlich ganz sinnvoll. Ich wäre sonst wahrscheinlich zu BMW-Mentoren gegangen. Das ist ja bei uns eine BMW-Autohausgruppe. Da habe ich ein Praktikum gemacht, hat mir super gefallen, da habe ich gedacht, Mensch, da kann ich was lernen. Das hat mir auch gefallen, aber das war eben vom Timing her dann genauso, dass es sich mit unserer ersten Übernahme überschnitten hat in Reutlingen. Und damals gab es, der ist auch bis heute noch unser Geschäftsführer von dem Standort Erfolgertum, ein sehr, sehr kompetenter Mann, wo ich gedacht habe, Mensch, von ihm kann ich auch zuzüglich zu meinem Papa sehr viel lernen. Und da habe ich gesagt, komm, das mache ich. 2018 habe ich mit der Ausbildung gestartet zum Automobilkaufmann Schwerpunkt Zweirad in Reutlingen. Okay. Ja, jetzt hast du schon so ein bisschen erzählt. Du bist direkt nach der Schule dahin, hast die Ausbildung quasi im elterlichen Betrieb in der Übernahme da gemacht und dann ist so dein Traum wahr geworden. Hast du das dann vorgefunden, was du dann erwartet hast oder war es dann doch ein bisschen anders? Also was ich auf jeden Fall schnell entdeckt habe, dass ich ähnlich wie meinem Papa eine Affinität habe für das Thema Handel und sicherlich auch Unternehmertum und dass ich das Produkt genauso cool finde. Also das sind einfach zwei schöne Sachen. Die Umsatzrentabilität, die könnte immer ein bisschen besser sein in der Branche, aber die Menschen sind in der Regel cool, also Mitarbeiter und Kunden und das Produkt macht Spaß, wo ich einfach sehr, sehr dankbar bin, dass ich sage, ich darf mich mit meiner Leidenschaft auseinandersetzen und ich bin ja manchmal selber wie ein kleines Kind und laufe bei uns durch den Showroom rum und denke mir, boah, was ein geiles Teil. Können wir die nicht auf die Seite stellen? Und ja, dann habe ich relativ früh, habe ich da eng mit dem Standortgeschäftsführer zusammengearbeitet und da einfach viel gelernt und dann war eigentlich der nächste Milestone, dass wir bei uns im Standort in Filderstadt die Ducati sparte, dass jemand Neues gebraucht hat, wo das macht und dann kam mein Papa wieder auf mich zu und hat gesagt, Mensch, willst du das nicht du machen? Dann habe ich gesagt, ja, also ich bin zwar noch in der Ausbildung und irgendwie war das ja damals schon, es war schon eine eigene GmbH, wo ich gesagt habe, also naiv zu glauben, dass es mir super gelingen würde, aber in meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich gesagt, das machen wir jetzt halt mal und mein Papa genauso und es hat dann auch sehr, sehr gut geklappt, also auch wenn ich sagen muss, dass die Zeit mich sehr geprägt hat, weil ich natürlich in sehr jungen Alter, ohne viel Erfahrung, sehr viel Verantwortung schon hatte und natürlich dieser fiktive Druck, dass du denkst, alle Augen sind auf dich, sowohl von Senior-Generation-Seite, als Mitarbeiter-Seite, als Lieferanten- und Kundenseite, wo du natürlich, ich war damals, wie alt war ich da? 21 Jahre, 20, 21, wo du natürlich sehr, sehr viel Druck hast, weil alles Neues in erster Linie und das bin ich aber rückwirkend sehr, sehr dankbar, um vielleicht auch auf die Frage einzugehen, wie war denn jetzt die Ausbildung im elterlichen Betrieb? Ich würde vom, ich kann also ganz selbstbewusst dahinterstehen, dass ich sagen kann, das war für mich die beste Entscheidung überhaupt, weil ich ansonsten nie so schnell so weit gekommen wäre und das meine ich jetzt gar nicht von irgendeinem Titel her, sondern wirklich persönliches und menschliches Wachstum und natürlich auch fachliche Expertise. Ja, weil klar bist du, wenn du den Namen trägst, hast du eine andere Motivation dahinter und wenn man da die Bereitschaft mitbringt, es gibt ja niemanden, wo dich ausbremst. Also mein Papa war es auf jeden Fall nicht. Er hat auch mich jetzt nicht irgendwo reingedrückt. Das muss man ja auch sagen, also es war immer meine eigene Entscheidung, aber so hat es natürlich auch mir enorm Spaß gemacht, weil ich das ja auch gebraucht habe, die Herausforderungen habe ich ja auch aktiv gesucht. Ja, da gibt es ja wirklich auch genau zwei Meinungen zu, zu der Ausbildung im elterlichen Betrieb. Die einen also wirklich Pro und wirklich Kontra und das ist ja ein schönes Beispiel für das Pro. Das Thema Unternehmensnachfolge ist ja in vielen Familienunternehmen ja ein heikles, wenn wir mal wirklich so ein großes Wort daraus tun wollen. Unternehmensnachfolge ist ja im besten Falle in der eigenen Familie, die Unternehmensnachfolge und dann gibt es ja noch Unternehmensnachfolge durch Verkauf, durch Vererbung, was weiß ich, nicht alles, oder durch Zerschlagung zum Teil ja auch und da habt ihr natürlich den Best Case getroffen. Und da ist so ein Gedanke, den ich gerne mal Richtung Klaus flanken würde, ist ja auch, da kommt dein Sohn von der Schule und der geht bei euch ins Unternehmen mit rein, das ist ja auch eine Frage von nicht vertrauen, sondern zutrauen, fordern und möglicherweise muss man ja auch aufpassen, dass man nicht überfordert. Wie hast du das denn in der Zeit wahrgenommen und ja auch, ich sag mal, in irgendeiner Weise auch in die Hand genommen? Also nochmal zu dem Thema Ausbildung in eigenen Unternehmen, ich glaube mit eine Entscheidung war, ich hatte damals zu dieser Zeit eine Bewerbung von einem gelernten Automobilmechatroniker, Kfz-Mechatroniker gelernt und hat dann im selben Autohaus eine Lehre gemacht als Automobilkaufmann und hat sich bei uns beworben im zweiten Lehrjahr. Da habe ich gesagt, Mensch was ist los, warum, weil eigentlich ein toller junger Mensch, der eine technische Ausbildung hat, ideal für den Betrieb, Ergebnis war, er hat im ersten Jahr eigentlich nur Dienstag eine Information oder Fauxpas gemacht und durfte einmal zehn Minuten im Beratungsgespräch drin sein. Da habe ich gedacht, okay, ich kann es meinem Sohn auch geluscht versauen an der Tätigkeit oder in den Business. Das war mit ein Grund, wo man gesagt hat, okay, komm, wir versuchen es selber. Das nächste ist, dass unser Fabio schon immer sehr motiviert war, das heißt mit sechs Jahren hat er schon ganz klar das Auge verteilt mit seiner Schwester. Sie kriegt mal älterlichen Reiterhof und er kriegt die Firma. Ganz klar, das war mit sechs Jahren schon gesetzt. Von dem her, seine Prägung und seine Motivation war schon immer sehr stark vorhanden. Ja, schön. Sicherlich das Thema Überforderung muss ich gestehen. Er hat sich natürlich selber einen sehr hohen Maßstab gesetzt, was er leistet, was er bringt. Grün hat auch eine Riesen-Lernkurve, Respekt, aber natürlich auch das Thema Überforderung oder möchte ich sagen, ist manchmal vielleicht auch grenzwertig gewesen, weil es sehr viel war in jungen Jahren. Die andere Seite, ein junger Mensch muss vielleicht auch seine Grenzen irgendwo kennenlernen, muss sie respektieren, muss auch daraus lernen, dass es auch Grenzen gibt. Ja, das bin ich schon auch der Meinung. Das heißt, ich habe ihn wenig bremsen können, was das anbelangt, obwohl ich es öfters versucht habe. Versucht habt ihr es bis heute noch, ja. Ja, bis heute noch, weil neben der ganzen Verantwortung ist mein Fabio so talentiert noch gleichzeitig ein Betriebswirtstudium und ein Masterstudium und was weiß ich was alles noch für Fortbildungen eben reinzupacken. Und das war neben eigentlich einen absoluten super Vollzeitjob, wo er da seine Leistung bringt tatsächlich, ja. Okay, also du hast noch studiert dann, Fabio? Ja, also ich bin auch ein BFCler-Kind bei der Frau Gerl, falls Sie gerade hier zuhören. Liebe Silvia hört hier zu, die hört hier immer zu, die liebe Silvi, liebe Größe. Ja, also für mir auch. Ich bin bis heute sehr, sehr dankbar, was ich von ihr lernen durfte. Und ich habe auch dafür gesorgt, dass wir bei uns im Unternehmen die BFCler-Quote deutlich erhöht haben. Und das ist ein sehr, sehr schönes Programm. Und danach hieß es nach der BFC, dass es jetzt noch Sinn macht, an die A-Funk zu gehen und Automotive Management zu studieren. Das habe ich dann auch gemacht. Und wie mein Papa schon gesagt hat, aber 24-7 im Geschäft. Das waren alles Fernstudienoptionen, wo man da machen konnte, weil mir einfach doch die Nähe zu der Firma viel, viel wichtiger war wie alles andere. Aber gleichzeitig wollte ich einfach wissen, was gibt es da draußen für Wissen? Welche Fortbildung macht Sinn? Und ich habe gesagt, hey, ich nehme das jetzt einfach alles mit. Und es war sehr, sehr sportlich, mein Tempo. Aber ja, so wie ich damals zu dem Thema Ducati gesagt habe, mit 20 Jahren, ich mache das. Da habe ich auch zu allem anderen immer gesagt, das geht schon irgendwie. Und so hat es auch immer geklappt. Du bist dann auch mit 18 ungefähr in die Ausbildung rein, 2018, richtig? Ja. Dann bist du jetzt, sieh mir, 18, 25, 26. Ja, 25 werde ich, am 6.6. werde ich 26. Okay, und du hast jetzt eine Ausbildung hinter dir. Du hast die BFC gemacht. Ja, ich habe dann noch ein Wirtschaftsfachwirt gemacht. Ich habe die BFC gemacht und von da aus dann den Automotive Management studiert. Und halt sonst zig Fortbildungen, was man so machen kann. Also ich bin ein sehr, sehr neugieriger Mensch. Ich verstehe gerne Sachen. Und stellen mir halt immer die Frage, okay, wie kann ich das jetzt bei mir im Unternehmen integrieren? Ach, sehr geil. Sehr geil. Ich habe jetzt drei Fragen. Die sind einmal an den Klaus, einmal an Fabio und dann quasi an euch beide. Klaus, aus deiner Sicht, wie läuft es mit der nächsten Generation, wenn du dir das anguckst? Jetzt haben wir gerade gehört, der gibt da richtig Gas. Aber so aus deiner, du machst den Job ja auch schon ein paar Tage. Du hast deine Erfahrung. Sag mal, wie ist das so mit der jungen Generation? Wie ist das mit der jungen Generation? Ein Geschenk, muss ich sagen. Wenn es beim Fabio einfach nicht ein Beruf ist, sondern es ist seine Berufung. Wie er schon gesagt hat, er ist sehr neugierig, sehr wissbegierig und hat einfach auch Ideen, was man umsetzen kann, was man machen kann. Er ist ein toller Typ, auch im Persönlichen, auch im Umgang mit den Mitarbeitern. Von der Seite aus, also auch menschlich, hat er sehr, sehr hohe Kompetenzen. Und da ist es natürlich absolut toll, muss ich wirklich sagen. Bin ich reich belohnt. Ja, nachdem ich den Fabio kennengelernt habe, habe ich dir auch direkt eine Nachricht geschickt mit ähnlichen Worten. Aber jetzt wollen wir den Fabio nicht so hochfliegen lassen. Fabio ist ganz rot, ja. Fabio, aus deiner Sicht, wie ist es, in den Familienbetrieb einzusteigen? Mit allem Licht und vielleicht auch Schatten, wer weiß? Ja, also ich kann das auch zurückgeben, was mein Vater jetzt gesagt hat, dass es sehr, sehr schön ist, wie wir das gestalten. Weil ich glaube, zwischen uns herrscht ein großes Vertrauen. Also ich vertraue meinem Vater, mein Vater vertraut mir. Und ich denke, das ist der Grundstein, um überhaupt eine erfolgreiche Nachfolge antreten zu können. Und das klingt jetzt eigentlich sehr banal, weil man sollte ja meinen, zwischen Vater und Sohn, dass man sich gegenseitig vertraut. Man ist ja Fleisch und Blut. Aber es gibt da draußen sehr, sehr viele Beispiele, wo das eben nicht so ist. Und das ist auf jeden Fall der Grundstein. Ja, wie geht es mir mit dem Thema Nachfolge? Also wie wir das schon umrissen haben, sicherlich war ich immer nah an meinen Grenzen. Aber ich bin auch der Meinung, dass das ein wichtiger Schritt ist, den man früher oder später eh einmal durchlaufen muss als Nachfolger. Weil man muss, wie mein Papa sagt, einmal seine Grenzen kennen. Man muss auch Grenzen kennen in Form von Mitarbeiterführung. Wie gehe ich mit Kunden, Lieferanten um? Das sind ja alles ganz, ganz wichtige Erfahrungen, die sicherlich schmerzhaft waren. Wenn ich jetzt auch denke, wie meine Mutter mit der Situation umgeht, die fand das immer, da hat mein Papa eigentlich eher wahrscheinlich Vorwürfe gemacht. Vielleicht kannst du da nochmal was dazu sagen, dass ich ja viel zu früh viel zu viel Verantwortung habe. Aber ich bin der Meinung, es hilft ja nichts. Wenn ich das irgendwann machen möchte. Du musst ja irgendwann mal auch bereit sein, da hinter dir. die überhaupt melden kann und nicht gleich durchdrehen. Ist so eine offene Frage an euch beide. Gibt es ein, ja, vielleicht klang das schon durch, so eine Art Erfolgsrezept für eine gelungene Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie? Also aus meiner Sicht ist es, dass man einem Kind was zutraut, Vertrauen schenkt, ihm was zutraut. Und dann kann es ja ganz klein beginnen mit kleinen Bereichen, wo es selbstständig wachsen kann. Und die tun sich dann entsprechend immer vergrößern, immer mehr aussehen, die Bereiche, die Verantwortungsbereiche, die Aufgabenbereiche, was dazukommt. Also ich würde auch von meiner Seite aus sagen, das ist ein Geben und Nehmen. Also die Seniorgeneration muss etwas geben und gleichzeitig muss die Juniorgeneration das auch wertschätzen. Und mit Respekt behandeln und auch was zurückgeben. Und so kann man dann gemeinsam wachsen. Und ich glaube jetzt, mein Vater und ich, wir ergänzen uns super gut und haben aber, also wir haben überwiegend ähnliche Kompetenzen und eine ähnliche strategische Richtung. Aber klar, durch das Alter, was zwischen uns liegt, natürlich auch eine andere Perspektive auf verschiedene Themen. Und das ist aber enorm bereichernd. Und denke ich auch wichtig für jedes Mittelstandsunternehmen, dass man in der Geschäftsführung so eine Symbiose hat. Du hast gerade ein tolles Wort gesagt, strategisch. Ist bei euch die Strategie so klar, dass die immer da ist und immer klar ist? Oder setzt ihr euch auch einmal im Jahr, einmal im Quartal, wie auch immer wirklich zusammen und sprecht aktiv über die Ausrichtung des Unternehmens, über die Strategie der nächsten Jahre? Ich glaube, es ist ein ständiger Austausch, was wir sind. Es gibt ja verschiedene Projekte, wo wir anstehen, wo wir sagen, okay, sollten wir es vertiefen oder nicht? Und wir sind so eng im Austausch, dass es wirklich ein laufender Prozess ist. Okay, ja, das reicht. Wir gehen zusammen Mittagessen, abends mal zusammen spazieren oder mal zusammen in die Sauna und sprechen halt, was halt ansteht. Und das ist eigentlich ein permanenter Austausch. Okay. Ich möchte jetzt noch ein anderes Thema anschneiden, was am Anfang ja schon durchgeklungen ist, als Fabio und ich uns kennengelernt haben. Da sind wir irgendwie relativ schnell auf das Thema Künstliche Intelligenz gekommen. Und das Thema ist sowieso, ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass das Künstliche Intelligenz-Thema so ein bisschen so, das Buzzword Digitalisierung in der Autobubble so ein bisschen ablöst gerade, auch wenn alle nicht so richtig fertig sind. Und das ist in aller Munde. Aber ihr habt gemerkt, Fabio, bei dir ist da schon mehr als nur Hobby und so ein bisschen Interesse, was da kommt irgendwie drin. Was ist da los? Ja, also vielleicht hat es in dem Gespräch so gewirkt. Es ist sicherlich richtig, dass ich dafür eine Affinität habe, aber ich würde mich jetzt nicht als KI-Experte positionieren, sondern eher als ambitionierter Kaufmann, der einfach ein starkes Eigeninteresse hat, seine Organisation zu verbessern. Und ich glaube, was einfach so ein Trigger war, dass ich immer Sachen wollte und ich mit den IT-Leuten nicht klargekommen bin, weil ich immer gedacht habe, warum ist denn das jetzt, die mystifizieren alles und tun horrende Stundensätze verlangen. Und da habe ich mir gedacht, Mensch, das muss doch irgendwie, so komplex kann es ja nicht sein. Und so ein richtiger Auslöser war dann das Thema, dass bei uns der Provisionsabrechnungsprozess einfach nicht gut lief, weil das war ein Prozess, der lief eigentlich mit, weil wir ja stark gewachsen sind, der lief in einer kleinen Wachstumsphase sehr, sehr gut und einfach auf einem kurzen Dienstweg. Aber er hat halt eben nicht mehr mitskaliert mit der Größe und schon gar nicht mehr vialübergreifend. Und dann habe ich das zum Anlass genommen, dass ich gesagt habe, jetzt mache ich ein schönes Digitalisierungsprojekt und das hat eigentlich immer begonnen, dass ich sehr fit bin in der Tabellenkalkulation und dann halt überlegt habe, wie kann ich denn jetzt diese Tabellenkalkulation einfach in den Interface packen, also wie kann ich da was drüber packen, dass die ganzen Zellen nicht verrutschen können und, und, und. Und bin da aber auch relativ schnell an Grenzen gestoßen, bis ich dann gesagt habe, hey, ich brauche eine Individualsoftware, weil das nervt mich alles, wenn irgendwie was nicht funktioniert und dann war halt die spannende Aufgabe, wie schaffe ich es kostengünstig und kulturgerecht eine Individualsoftware bei uns im Family Business zu integrieren. Und das war so ein Innovationsprojekt, was ich nebenher betreut habe und wo ich dann einfach enorm schnell, enorm viel gelernt habe über das Thema und in erster Linie mal ist es jetzt Digitalisierung, in zweiter Linie ist es dann Automatisierung und in dritter Linie, was jetzt kommt, ist das Thema mit den KI-Agenten und dann wird das alles sehr, sehr rund auf einmal, zumal man bedenkt, dass man ja einen KI-Agenten mit einem anderen KI-Agenten sprechen lassen kann. Das heißt, man hat einfach einen, man kann wirklich Aufgaben erledigen jetzt, ja. Also das ist das Spannende. Und um den Bogen nochmal zu dem Provisionsmanagement-Tool zu machen, da haben wir das auch so gemacht, dass wenn ein Verkäufer eine neue Provision meldet, dann wird von einer KI schon mal einen Vorschlag gemacht, was er erreicht hat, ja. Und er muss es dann nur noch einreichen, haben dann einen digitalen Freigabeprozess mit verschiedenen Rollen und der Verkäufer sieht ganz genau, was bekomme ich nächsten Monat ausgezahlt, wie sind meine Quoten, also Entzahlungnahmequote, Garantiequote, Finanzierungsquote und so haben wir einfach absolute Klarheit und das war so ein Projekt, wo mir wirklich auch Spaß gemacht hat, dass ich gesagt habe, Mensch, das ist ja richtig cool, da kannst du für ein normales Kind, Wenn du weißt, welche Fragen und welche Leute beauftragen, kannst du richtig schnell Mehrwert integrieren mit einer Individualsoftware und dadurch hast du auch die Möglichkeit, das kulturgerecht zu machen. Also du kannst dir ja überlegen, wie lief der Prozess jetzt bei uns im Haus und wie gelingt mir auch, dass ich die Mitarbeiter mitnehme? Und das ist in erster Linie, dass du den Prozess nicht komplett umstellst, sondern einfach nur den vorhandenen Prozess, wie er halt mit dem Papier war, eben digitalisierst. Okay, dann, als wir, glaube ich, im Zulauf gesprochen hatten, hattest du auch erzählt, dass du, glaube ich, was im Bereich Telefonie was gemacht hast, Annahme von Telefonen? Das sind Tests, wo wir machen. Das funktioniert auch schon ganz gut. Das sind so AI Voice Agents. Das heißt, wenn ein Mensch nicht von uns rangeht, dann könnte eine KI rangehen, das Kundenanliegen aufnehmen und ein Ticket zurück ins DRM schicken. Da muss man aber ganz klar sagen, dass die Ergebnisse sind gut, aber man muss da eng dranbleiben und man muss das richtig aufsetzen, dass es auch funktionieren kann. Und natürlich muss man auch den Kunden informieren, dass jetzt hier gerade eine KI ans Telefon geht und da legen einfach viele Leute schon auf. Das sind einfach so auch die Kehrseiten oder Limitationen, die aktuell noch bei diesem Thema bestehen. Aber ich bin der festen Überzeugung, deswegen stecke ich auch viel Zeit und liebe Energie dort rein, dass wir bei dem Thema KI eine exponentielle Entwicklung sehen werden und keine lineare. Und ich denke einfach, dass es Sinn macht, dass man als Mittelstandsunternehmen wirklich überlegt, wo kann ich hier ansetzen als Unternehmen? Was sind Herausforderungen und wie könnte ich das mit einer künstlichen Intelligenz und einer intelligenten Automatisierung dahinter lösen? An der richtigen Aufgabe oder mit dem richtigen Prozess eingesetzt, ist das natürlich auch eine echt gute Sache, die ja theoretisch ja auch das Unternehmen ja ein bisschen wachsen lässt, wenn du mit Agents halt arbeitest. Das ist ja eine Ergänzung zum Team. Alle können sich noch stärker auf die Aufgaben fokussieren und du unterstützt sie dabei. Absolut, dann ist es auch wirklich ein Mehrwert. Aber das ist die Kunst, zu überlegen, wie schaffe ich jetzt wirklich eine Wertschöpfung und man verliert sich da auch sehr schnell in diesen ganzen KI-Automatisierungs-Tools drin und es ist immer wieder mein ganz klarer Fokus ist ja, wie schaffe ich es, Wert für die Firma zu generieren? Ich stelle mir auch immer ganz zeitkritisch die Frage, wo bringe ich denn jetzt als Fabio Lindbecher am meisten Wert für unsere Unternehmensgruppe und bin sehr, wie soll ich sagen, sehr nachhaltig mit meiner Zeit. Das heißt, wenn ich irgendwo Zeit reinstecke, dann möchte ich auch immer ein klares Ergebnis haben und das ist gleichzeitig auch die Herausforderung bei dem Thema AI und Automatisierung, dass man in der Theorie in vier Stunden kann man einen richtigen Mehrwert schaffen für das Unternehmen, weil das dann sehr, sehr schnell alles funktioniert. Aber in der Praxis ist es dann doch sehr, sehr komplex und die Varianz der KI-Agenten kann sehr, sehr streuen. Das muss man wissen, ja. Die letzte Frage, wieder allgemeiner Natur, wo geht es denn jetzt hin mit eurem tollen Familienunternehmen? Ich habe den Eindruck, der Klaus kann sie eigentlich schon fast zurücklehnen. Also wie gesagt, geschenkt, dass der Fabio da ist, dass man einfach so weitermachen kann, als ob es kein Ende gibt. Ansonsten wäre tatsächlich ja die Diskussion, ich muss mich mit der Nachfolge beschäftigen und dort Zeit investieren, zu sagen, das so mal zu zerstückeln oder zu verkaufen oder wie geht es dann mal irgendwann weiter. Von dem her bin ich davon überzeugt, dass wir nach wie vor, wie bisher auf einem guten Wachstumspfad unterwegs sind, unsere Prozesse optimieren. Dank dem Fabio, exponentiell, wird sich da wirklich vieles tun. Also gerade für die Motorradbranche, für den kleineren Händler sind viele coole Gedanken in der Pipeline. Und wo Stück und Stück zusammengefügt werden, wo es uns doch wirklich nochmal nach vorne bringt und damit auch neue Möglichkeiten gibt, ganz klar. Fabio, famous last words? Vielleicht nochmal genau ein wichtiger Punkt, was ich aber trotzdem noch sagen möchte. Der Human Factor, also der Mensch steht bei uns immer noch im Mittelpunkt. Das klingt jetzt alles nach sehr vielen Prozessen und Automatisierung. Aber ich denke, dass eine gute Mitarbeiterführung und eine gute Organisation, die Menschen und Kunden es Spaß macht, bei uns einzukaufen oder zu arbeiten, dass das immer noch allem anderen überwiegt und dass man dieses Setup nur verbessern kann mit Digitalisierung und Automatisierung, aber nicht erschaffen kann, sozusagen. Das höre ich aber immer wieder. Ich rede ja viel in der Autowelt mit Autohändlern und Co., die dann sich wünschen, dass das Thema KI vielleicht doch nicht so breit kommt und dann sagen, ja, der Mensch steht noch im Mittelpunkt. Nein, das sagen ja auch alle Experten. Und gerade auch, wenn man sich die Zahlen anguckt, der Konsument, der Kunde letztendlich, der möchte ja noch irgendwie ein Erlebnis haben. Ihr habt ja auch ein sehr emotionales Produkt. Das Auto ist schon emotional, Motorräder könnte ich mir vorstellen noch einen Tacken mehr. Und da geht das nicht ohne den menschlichen Faktor. Also da bin ich ganz bei euch. Ja, bis hierhin. Vielen lieben Dank. Das waren so meine Fragen an euch. Üblicherweise gibt es eine Abschlussfrage in meinem Podcast. Normalerweise heißt es, wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Jetzt habe ich hier Motorradspezialisten. Gibt es solche, ich meine die Entwicklung der E-Mobilität gibt es im Motorradsektor auch, ja. Gibt es sowas wie autonomes Fahren mit Motorrädern? Ich frage mal so ganz unbedarft. Also es gibt Motorräder, die autonom fahren können, selber sich stabilisieren. Jetzt im Testbereich und dort, aber ich hoffe nicht, dass der Motorradfahrer selber fährt. Ein Hauptbewegungsmittel für mich geeignet ist, ich möchte schon die Emotionen und die Leidenschaft dabei behalten und das selber bestimmen können, ja. Das beißt sich zu sehr mit der Emotionalität im Motorradbereich? Vor allem mit dem Sinn und Zweck, man kauft sich ja das Zweirad, um eigentlich Freiheit zu erleben und selber zu fahren und hat Spaß daran und wenn das jemand abnimmt, dann kannst du auch ein Auto fahren, ja. Okay, ja dann doch, schnelle Frage, schnelle Antwort, wann sitzt ihr komplett, also in einem komplett autonomen Auto, holt das über eine App, das fährt vor, ihr steigt ein, macht die Zeitung auf, fahrt zur Arbeit, Stadt, Land, Fluss und macht einen Weg. Wann ist es soweit? Vier bis fünf Jahre, vier Jahre. Ich glaube, im USA geht es ja jetzt schon so, dass man das machen kann. In Deutschland, Entschuldigung, Zusatz, in Deutschland. Also in Deutschland denke ich auch, vier bis fünf Jahre würde ich mir anschließen, ja. Okay, ja, ich sage ein ganz herzliches Dankeschön an Klaus und Fabio Limbecher, das war mir ein inneres Blumenpflücken, euch mal gemeinsam hier zu interviewen, weil ich habe euch ja einzeln kennengelernt und das ist echt toll, vielen Dank, dass ihr das möglich gemacht habt. Und ich verabschiede mich und sage vielen Dank, dass ihr wieder alle da draußen zugehört habt und uns gelauscht habt, ich fand das diesmal eine extrem spannende und vielfältige Folge, die ein bisschen länger geworden ist als geplant, aber da musste alles rein, ganz wichtig. Ja, ich würde sagen, ich sage tschau und der Klaus verabschiedet sich und der Fabio auch noch. Macht mal. Tschau, tschau. Tschau, vielen Dank eben noch. Tschau, tschau.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.