Einleitung

In der heutigen Episode von ‚Benzingespräche‘ setzen wir unser Gespräch mit Oliver Bohn, Geschäftsführer der Kuhn & Witte GmbH und Co. KG, fort. Oliver teilt seine Erfahrungen und Einsichten über moderne Unternehmensführung und die Bedeutung des menschlichen Faktors im Autohandel.

Die Bedeutung von Menschlichkeit in der Unternehmensführung

Oliver Bohn betont, dass der Erfolg eines Unternehmens stark von der Fähigkeit abhängt, Menschen zu begeistern und für gemeinsame Ziele zu gewinnen. Diese Philosophie ist im Autohandel nicht immer selbstverständlich, hebt sich jedoch als Schlüssel zum Erfolg hervor.

Mentoren und Werte als Fundament

Ein entscheidender Einfluss auf Olivers Führungsstil war sein Mentor Harald Witte. Die Werte, die Witte in das Unternehmen eingebracht hat, wie Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterwohl, prägen bis heute die Unternehmenskultur von Kuhn & Witte.

Werteorientiertes Führen

Oliver erläutert, dass Werte wie Innovation, Verlässlichkeit und Familiensinn nicht nur Schlagworte sind, sondern das Fundament des Unternehmens bilden. Diese Werte wurden in einem partizipativen Prozess mit den Mitarbeitern erarbeitet und sind zentral für die strategische Ausrichtung.

Investitionen in die Zukunft

Ein weiteres Thema ist die kontinuierliche Investition in das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Dies zeigt sich in Projekten wie dem Bau des Audi Terminals, der nicht nur als Investition in die Infrastruktur, sondern auch in die Arbeitsplatzsicherheit verstanden wird.

Fazit

Die Episode bietet wertvolle Einblicke in eine Unternehmensführung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und damit langfristigen Erfolg im Autohandel sichert. Oliver Bohns Ansatz zeigt, dass Werteorientierung und eine aufrichtige Mitarbeiterführung entscheidend für den Erfolg in der Automobilbranche sind.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Moderne Unternehmensführung im Autohandel
  • Einfluss von Mentoren
  • Werteorientiertes Führen
  • Investitionen in Mitarbeiter und Infrastruktur
  • Langfristiger Erfolg durch Menschlichkeit

Key Takeaways:

  • Der Mensch steht im Mittelpunkt erfolgreicher Unternehmensführung.
  • Mentoren können entscheidende Einflüsse auf die Führungsphilosophie haben.
  • Werte wie Innovation und Verlässlichkeit sind essenziell.
  • Investitionen in die Zukunft sichern Arbeitsplätze und Unternehmensstabilität.
  • Eine werteorientierte Führung schafft ein wertvolles Unternehmensklima.

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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agentureinhaber. Willkommen zurück zum zweiten Teil meines Gesprächs mit Oliver Bohn, Geschäftsführer der Kuhn & Witte GmbH und Co. KG. Oliver ist seit über acht Jahren Geschäftsführer dort und insgesamt seit mehr als 32 Jahren im Unternehmen. Nicht denselben Fehler wie letztes Mal. In dieser Folge sprechen wir über moderne Unternehmensführung und die Fokussierung auf Menschen im Unternehmen. Hallo Oliver. Hi Tim, grüß dich. Da sind wir wieder. Ja, ich freue mich drauf. Es hat echt Spaß gemacht beim letzten Mal und ich könnte fast jede Woche mit dir einen Podcast machen. Das müssen wir mal überlegen. Prima. Da sind wir schon fast beim Thema. Wenn man so ganz ehrlich ist, so jede Woche sprechen wir ja nicht miteinander und tauschen uns so bei unserem Unternehmen aus. Ich hatte aber doch, wir haben uns Anfang des Jahres in München getroffen beim Autohausevent und dann und dann unterhalten wir uns und ich merke bei dir immer halt, dass du eine besondere Energie hast, dass du eine besondere unternehmerische Philosophie hast und die ist im Autohandel meines persönlichen Eindrucks nach gar nicht so stark ausgeprägt. Man trifft nicht so häufig auf solche Unternehmer wie dich. Woher rührt das, woher kommt das, lieber Oliver? Von meinem Sternzeichen. Okay, etwas genauer. Na, Scherz beiseite. Also ich glaube, alles, was ich in meinem Leben bisher beruflich und privat gemacht habe und da klammere ich mal die Schule jetzt aus, weil da hat mir nicht mal das Abschreiben der Ausaufgaben Spaß gemacht. Das habe ich gerne gemacht, ja. Und ich liebe meinen Beruf und man sagt ja, das, was du gerne machst, das geht dir meistens auch einfach von der Hand und ich mag es einfach, Menschen zu begeistern, Menschen für mich zu gewinnen, für die gemeinsame Sache und nicht durch Manipulation, weil das ist unehrlich, sondern vielmehr, dass ich das Ist aufzeige und dann einen möglichen Weg dorthin, von dem ich halt glaube, dass es der Richtige ist. Und noch schöner finde ich das, wenn die Menschen im Endeffekt diesen Weg selber mitgehen, weißt du. Dass sie eigenverantwortlich und eigenständig auch arbeiten können und könnten. Und bis ich glaube, dass der Weg der Eingeschlagene richtig ist, da muss ich viel sprechen und viel recherchieren, aber ich mache auch nicht alles richtig, aber wenn es mal in die Hose geht, übernehme ich auch die Verantwortung dafür. Ja, so ist das. Wenn du Leute oder Menschen befähigst, dann kann das auch mal schiefgehen, genau wie uns ja auch nicht alles gelingt. Wir Menschen machen auch Fehler. Wichtig ist, dass du sie möglichst immer nur einmal machst. Und ich glaube, ich bin authentisch, ich bin ehrlich. Die Menschen wissen von mir, woran sie sind. Das wird aus meiner Erziehung, von meinem Elternhaus, von meinen Freunden, von meinem Umfeld. Man sagt ja, die ersten fünf Jahre, Tim, haben deine Eltern den größten Einfluss. Und dann guckst du nach Vorbildern und unter anderem auch Mentoren. Da baust du mir schon eine Brücke, weil das Thema Mentor oder Mentoren, die geht in die unternehmerische Philosophie, die du oder die ihr da vorgebt. Geht das deine Vorgänger und die Gründer von Kuno Witte zurück? Oder gibt es da noch einen speziellen anderen Mentor außerhalb der Unternehmung? Also Unternehmensführung, ob ich die Unternehmensführung maßgeblich und neu justiert habe, glaube ich, Einfluss draufgenommen habe, das kann ich dir nicht sagen. Sicherlich nimmst du als Chef ja Einfluss drauf. Das wäre schlimm, wenn du nicht auf die Geschicke des Unternehmens Einfluss nehmen würdest. Aber ob das gut oder schlecht ist, das sollen andere für mich entscheiden. Aber für mich ist immer wichtig, dass wir den Spirit, der diese Firma eigentlich zu dem gemacht hat, was sie ist, dass wir das weitertragen. Und das ist immer für den Kunden da zu sein. Ich habe dir beim ersten Podcast die Geschichte erzählt, wie ich Harald kennengelernt habe und er immer beim Kunden war. Und das war so. Der Kunde kam zuerst, aber danach kam gleich der Mitarbeiter. Und das Zweite ist, dass wir immer bei uns füreinander da sind. Das ist der Spirit, der Kuno Witte zu dem gemacht hat, der es ist. Und wenn es für mich einen Mentor gegeben hat, dann war es Harald Witte. Natürlich sagte auch in jungen Jahren meine Eltern, insbesondere mein Vater, der selbstständig war, der war Immobilienmakler. Und ich habe alle aus und ab das Unternehmer-Daseins damals mitgemacht. Er war Millionär und dann fast pleite. Und dann hat er sich wieder berabbelt. Und zum Schluss war es auch nicht mehr so erfolgreich. Aber den größten Einfluss auf mich, den hatte im Endeffekt Harald Witte. Und im Endeffekt ist Harald auch der Grund, warum ich der Firma immer treu geblieben bin und warum ich nie gewechselt habe. Der hat so eine Art an sich, dem kannst du nicht böse sein. Ich hatte mal vor zig Jahren als Verkäufer, das muss so Anfang der 90er, Mitte der 90er gewesen sein, da war ich mal so richtig sauer auf ihn. Und zwar nicht, weil er großartig war. Ich glaube, es fehlte mir so ein Punkt Wertschätzung vielleicht. Dann bin ich zu unserem damaligen kaufmännischen Leiter gegangen und habe gesagt, Herr XY, passen Sie mal auf, ich will ein Zwischenzeugnis haben. Oh, hat der gesagt, ja, ich kümmere mich drum. Also Personalführung, Sätzen 6, anstatt zu fragen, warum, wieso, weshalb. Nee, mach ich fertig. Und dann bin ich nach drei Tagen hin und habe gesagt, Herr XY, wo ist denn mein Zwischenzeugnis? Ja, ich bin noch nicht fertig, ich muss mit dem Witte sprechen. Und nach einer Woche hatte ich es immer noch nicht. Und dann bin ich wieder zu ihm hin und dann hat er gesagt, nee, also Herr Bohnen, da müssen Sie zu Herrn Witte gehen. Das kann ich, ich habe mit Herrn Witte gesprochen und es ist besser, Sie sprechen mal beide mit. Dann bin ich sauer hingegangen und habe gesagt, Harald, ich will mein Zwischenzeugnis haben und das kann man nicht. Und weißt du, was er gemacht hat? Guckt mich an und sagt zu mir, bekommst du nicht. Kriegst du nicht. Kriegst du nicht, ja. Und dann schließt du erst mal. Und dann sagt er zu mir, in dieser Firma bekommt zwei Menschen niemals ein Zeugnis und einer davon bist du. So, dann war die Sache auch erledigt, ja. Aber das beschreibt so, ja, das beschreibt so, du kannst ja nicht böse sein und dann war das Thema dann auch irgendwie wieder erledigt. Aber im Endeffekt alles, was er gemacht hat, das hat er an erster Stelle nicht für sich selber gemacht, sondern er hat das für die Firma gemacht und somit auch für uns. Und nun spreche ich immer von ihm, aber die Firma bestand ja nicht nur aus Harald Witte und es gab hier und gibt hier ganz viele Menschen, die ähnlich ticken. Und man sagt ja eigentlich, dass du immer das Produkt bist von den fünf Menschen, mit denen du dich am meisten umgibst. Und ich war halt überwiegend in der Firma und habe gearbeitet. Und Harald war an meiner Seite und ich an seiner. Er ist mein Mentor und darüber bin ich ganz froh. Jetzt, ich meine, ihr arbeitet ja auch jetzt 32 Jahre lang schon zusammen. Das ist ja irrsinnig lange. An welchem Punkt, du hast ja letztens erzählt, hast ja ganz kurz gesagt, wie ihr euch da am Anfang einmal kennengelernt habt und wenn du da die Chance gekriegt hast und die nie zu sprechen bekommen hast, dann hast du da deine Karriere begonnen, hast eine Ausbildung gemacht und so. An welchem Punkt war denn oder kannst du das beschreiben, wo dir klar war, das ist genau meins und genau mit dem will ich arbeiten und der gibt mir Orientierung. Also gab es da so einen wahrnehmenden Moment? Das weiß ich nicht. Also, wenn du dich in eine Frau verliebst, dann weißt du es ja relativ schnell. Weißt du, dieses Kribbeln im Bauch und so. Und das, glaube ich, ist zwischen Arbeitnehmer und Arbeitnehmer nicht die Gegend. Also, dass ich hier reinkam und dachte, ah, Ah, ich liebe diese Firma. Das ist im Laufe der Jahre entstanden. Es gibt ja auch einen Unterschied zwischen verliebt sein und lieben. Ich glaube, ich war nicht verliebt, aber heute kann ich sagen, ich liebe diese Firma. Und diese Firma steht immer für die Menschen hier und es ist schön, dass ich ein Partner sein kann. Das ist eine Aussage, ich liebe diese Firma hier. Ich habe natürlich, wie du sagtest, gestalkt, Profile gestalkt und da bist du natürlich überall zu finden. Unter anderem bei LinkedIn. Und da ist direkt unter deinem Profilbild zu lesen, innovativ, verlässlich, verantwortungsbewusst, wertschätzend, familiär. Dafür stehe ich heute und in Zukunft. Das ist ja auch eine wirklich glasklare Aussage. Wie lang war denn deine Reise, dass du das so auf den Punkt bringen konntest? Ich beschäftige mich ja auch mit solchen Themen, Ziele, Werte und das schreibst du nicht mal eben so dahin. Nee, tust du auch nicht. Ich würde sagen, lange. Und lange, bis es für mich vor allem klare Werte waren. Bis du weißt, was ist wichtig für mich. Und zwar so wichtig, dass ich damit zum Beispiel nicht leben kann, wenn die Werte oder wenn dagegen verstoßen wird. Egal von wem. Dazu gehört, dass du dich ganz viel mit dir selber beschäftigst. Wahrscheinlich auch eine ganze gehörige Portion Empathie, Verständnis, worum es bei Werten überhaupt geht. Also auch Wissen. Und da habe ich viel Podcast gehört und Bücher darüber und unter anderem hat der Anselm Grün, ich weiß nicht, ob du den kennst, hat tolle Bücher darüber geschrieben über das Thema wertorientiertes Führen. Und ein Satz von ihm war oder ist, Werte machen ein Unternehmen wertvoll. Und ich finde auch, Kuhn und Witte hat wertvolle Werte. Und wenn du das Wort Erfolg nimmst, das basiert ja immer auf Wertschöpfung und da steckt das Wort der Wert auch drin. Und nun kann man darüber diskutieren, was Erfolg bedeutet und manch einer versteht auch was anderes darunter. Der eine sieht da den Ertrag und der nächste die Kundenzufriedenheit oder Mitarbeiterzufriedenheit. Aber ich halte Kuhn und Witte eigentlich für ein erfolgreiches Unternehmen und zwar in dem, was wir tun und vor allem, wie wir es tun. Hier geht es nicht vorrangig um Profit. Das war es bei Harald noch nie. Also der hat eher auf den Euro verzichtet, als dass er einen unzufriedenen Kunden hatte. Und das ist bei uns heute noch so. Das kann man nicht immer verhindern, aber wir würden uns so nicht streiten wollen. Und Gewinn ist immer Mittel zum Zweck und das Geld, was bei Kuhn und Witte erwirtschaftet wurde und wird, das wird immer wieder in die Firma investiert. Ich sehe jetzt gerade, wo wir den Audi Terminal gebaut haben, ein hohes Invest für uns und auch ein hohes Risiko sicherlich. Aber wir haben es wieder neu gemacht, wieder neu investiert, hoffentlich sichere Arbeitsplätze gegeben. Und verstehe mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, wenn Menschen jetzt sich ein Boot kaufen wollen oder ein Haus auf Mallorca. Das können sie alles machen, wenn ihre Firma läuft, aber an erster Stelle steht immer das Unternehmen und somit auch die Menschen, für die das Unternehmen arbeitet. Wir haben mal vor etlichen Jahren die Werte für Kuhn und Witte erarbeitet und haben das nicht einfach übergestülpt, das machen wir nie, sondern wir haben auch so 40, 50 Kollegen vom Auszubildendenbetriebsrat, Verkäufer, Verkaufsleiter, Buchhaltung aus allen Abteilungen, haben wir uns zu einem Strategie-Meeting ausgeklingt für mehrere Tage und haben die Werte definiert, wofür wollen wir stehen. Das sind familiär, nah, lösungsorientiert, innovativ und umweltfreundlich. Und diese Werte bilden im Endeffekt das Fundament, auf dem wir uns bewegen und auf das wir unsere Zukunft bauen wollen. Und das Fundament muss stark sein, denn zukünftig, das wissen wir beide Tim, wird die Geschwindigkeit der Veränderung, die wird noch weiter zunehmen. Und deshalb benötigen wir starke Wurzeln, um uns im Endeffekt an die veränderten Marktgegebenheiten auch gut anpassen zu können. Und ich war im Januar, war das alles noch möglich, war ich an der BFC, an der Hochschule und habe vor den Studenten gesprochen und wenn ich vor den Studenten spreche, dann mache ich immer gerne so den Vergleich mit so einem schönen Apfelbaum. Und die Wurzeln unserer Firma des Baumes, des Apfelbaumes, das sind unsere Werte, die reichen tief in die Erde, die eben den Baum auch nicht ganz gut halten. Und der Stamm des Baumes, des schönen Apfelbaumes, weißt du, jetzt musst du dir den Apfelbaum im Sommer vorstellen, im August, der ist schön rund und schön dick und so. Und das ist die Geschäftsführung, nicht, dass ich dick bin, aber es gibt halt im Baum Halt und Stabilität. Und die starken Äste, das sind unsere vielen fleißigen Mitarbeiter, unsere vielen Kollegen, die wir in der Firma haben. Und an ihnen hängen, wenn der Baum dann genug Wasser und Licht bekommt, da hängen dann richtig tolle Früchte dran, richtig schöne runde Äpfel und das sind im Endeffekt unsere Kunden. Und wenn die Früchte reifen und zu Boden fallen, dann entsteht daraus ein neuer Apfelbaum. Und weißt du, ich fand, das ist eine schöne Metapher für unser Wirtschaftsleben. Kuhne-Witte ist ein starker Baum, der ist jetzt 55 Jahre alt, aber der ist immer agil. Immer agil, egal wie stark der Wind auch bläst, weil das finde ich bei so einem Baum auch schön, wenn der Wind, auch mit Windstärke 10, der kann sich gut bewegen, der wird nicht gleich umgepustet. Und er hat starke Wurzeln, einen gesunden Stamm und die Firma hat auch tolle, tolle Früchte. Das ist auch Zukunft, das Ganze. Ja, das ist wirklich ein tolles Bild. Seid ihr denn in der Geschäftsführung, ich sag mal, ähnlich mit dem Thema Werte und Orientierung geben unterwegs? So ein Meeting anzuberaumen, nur mit, ich sag mal, einer Handvoll Menschen, ist ja schon nicht einfach. Und jetzt sagst du, ihr habt euch da zurückgezogen mit 40, 50 Leuten über alle Jobs bei euch hinweg und alle Instanzen hinweg. Kamen die da alle mit klar oder haben die gesagt, so hui, jetzt wird es aber spooky, jetzt will er Werte von uns. Ja, der damalige Trainer, der das gemacht hat, hat das gut gemacht. Okay, mit jemandem extern. Ja, okay, habe ich vergessen zu sagen. Also wir haben das selber nicht gemacht, wir haben das mit einem extern gemacht. Und also das war nicht allen Menschen klar, als wir dann fertig waren, um was das eigentlich geht. Weil wir haben dann Patenschaften, also ich hatte die Patenschaft Innovativ und der nächste, Kerstin war familiär und Jan war lösungsorientiert und Franz war nah und so und dann haben manch einer in der Firma gedacht, ja, der Olli ist innovativ, aber denen erst auch zu verklickern, dass wir alle halt für diese Werte stehen und nicht der einzelne Pate, das war dann auch nochmal ein Weg. Du musst dieses Thema Werte auch permanent spielen. Du kannst nicht einfach, es wird ja oft gemacht, dann erarbeitest du Werte und dann wird das an die Wand gehängt und dann irgendwann gerät es in Vergessenheit. Du musst permanent darüber sprechen, das ist die Aufgabe des Chefs, dafür zu sorgen, dass diese Werte auch gelebt werden und dass sie auch übertragen werden, wenn neue Leute anfangen und manche uns verlassen. Das ist ganz wichtig. Ja, setzen wir mal so oder blicken wir mal so ein bisschen auf die Menschen, die bei euch arbeiten und deren Weiterentwicklung. Da habt ihr die Kuhn & Witte Zukunftswerkstatt initiiert und da musste ich so ein bisschen schwunzeln, das klingt ja so ein bisschen wie bei Google, Facebook und Co. im Silicon Valley. Was ist das genau, was macht ihr und wer macht da mit und welches Ziel verfolgt ihr? Ich war vor ein paar Jahren bei Google mal in Hamburg eingeladen, die haben ja hier in der ABC-Straße ihr Bürogebäude und dann durfte ich mir die Geschäftsräume ansehen. Toll, also wirklich toll. Ein Büro ist echt abgefahren. Also ein Büro kommst du rein und es ist wie das Volksparkstadion und da geht dir als HSV-Fan, also da ist das Herz aufgegangen, wenn du da reinkommst. Ich wollte am liebsten gleich mein Bett aufschlagen mit der HSV-Wäsche. Und dann hast du ein anderes Büro, wie das Millantor-Stadion, da wollte ich jetzt nicht einziehen, aber ich sage dir auch ganz ehrlich, es ist eine Hamburger Mannschaft, ich gehe auch zu St. Pauli, will der eine oder andere nicht hören, weil die mögen sich ja beide nicht, aber ich finde, die Stadt kann stolz darauf sein, zwei so tolle Vereine zu haben, so Traditionsvereine. Naja, und ein Büro war wie ein Schwimmbad, alles toll, aber das passt zu Google, aber nicht zu Kuhn und Witte. Trotzdem sollte sich mit der Zukunft wirklich jedes Unternehmen beschäftigen, und zwar rechtzeitig, denn die Zukunft ist ungewiss und die meisten Menschen haben auch Angst vor Veränderung. Es heißt ja so schön, alle lieben den Wandel, solange er die anderen betrifft. Und einen Satz habe ich mal gelesen, den würde ich sofort unterstreichen, die Angst vor Veränderung ist der härteste Klebstoff der Welt. Das ist für mich ein toller Satz, weil ich ihn auch nachvollziehen kann. Und dann stelle ich mir immer die Frage, was hilft denn gegen die Angst? Und die Antwort ist für mich immer Wissen. Also wenn ich Angst habe vor etwas und ich mache mich dann schlau, was es eigentlich bedeutet und woher das kommt und wieso das so ist und mein Wissen einfach dann aufstocke, dann heißt das im Endeffekt für uns, was kommt da in der Autobranche auf uns zu, was bedeutet das, welche Auswirkungen hat das auf mich persönlich und wie wollen wir als Unternehmen damit umgehen? Und dann stecken wir die Köpfe zusammen und das Zauberwort heißt immer bei uns zusammen. Mit dem Zukunftsworkshop hat das Ganze begonnen. Ich habe ein Buch gelesen von Edgar Geffroy. Ich weiß nicht, ob du den kennst, den Edgar? Er hat einige Bücher geschrieben. Es gehört zu den 100 besten Kino-Speakern in Deutschland. Und er hat ein Buch geschrieben, das heißt Das Ende der Geschäftsmodelle. So, das Buch beschreibt Edgar im Endeffekt, wie sich die ganzen Märkte so verändern und er gibt Hilfestellung und das hat mir wirklich gut gefallen und an einer Passage ziemlich zum Ende schreibt er über einen Zukunftsworkshop. Und dann habe ich gedacht, ach, das wäre doch was. Dann habe ich mich ins Büro gesetzt auf einen Samstag und dann habe ich gegoogelt, habe ich eine Telefonnummer gefunden und dann habe ich ihn angerufen. Und dann habe ich gesagt, Herr Geffroy, ich habe Ihr Buch gelesen und das mit dem Zukunftsworkshop und das fand er total super. Und dann sagt er zu mir, Autobranche, finde ich ja toll. Wir waren uns gleich sympathisch und dann haben wir einen Termin gemacht, haben uns getroffen und gemeinsam haben wir dann überlegt, wie man so einen Zukunftsworkshop bei uns gestalten kann. Und dann haben wir losgelegt. Aber das Wichtige dabei ist, weißt du, warum ich das nicht selber gemacht habe? Also, warum ich den Kino-Speaker angerufen habe? Ich sage es dir. Weil ich daran zweifle, ob ich das selber so hinkriege, ob ich die Menschen so erreiche. Ich habe mal vor Jahren mit dem Dieter Lange darüber gesprochen und habe gesagt, Dieter, ich habe Zweifel, ob ich die Mehrzahl der Menschen im Unternehmen mit den vielen Aufgaben und Themen, die so wichtig sind, die ich für wichtig halte, so erreiche, dass sie alle ins Handeln kommen. Und da hat der Dieter zu mir am Telefon, hat er aufgelegt und hat angerufen und gesagt, Olli, merke dir eins, der Prophet im eigenen Land ist nichts wert. Ich glaube, er hat recht. Und du brauchst für so eine Geschichte, die wir hier angestummt haben, brauchst du es in dem Moment einfach einen externen, um die Menschen zu pushen. Und so sind wir im Endeffekt zum Zukunftsworkshop gekommen. Ja, du bist ja in dem Moment, also wir haben das ja auch schon gemacht und da habe ich einiges initiiert und auch durchgeführt. Ich hatte aber auch an ein, zwei Stellen, hatten wir jemand Externes dabei und dann haben wir auch bewusst gesagt, so alle Mitarbeiter machen das jetzt mit dem, ohne die Geschäftsführung. Lasst euch mal von dem, also der grobe Fahrplan war klar, aber das sollten die erarbeiten. Und dann kommt da jemand, der neutral ist und der auch ein anderes Rüstzeug hat wie du, der anders mit Menschen umgehen kann. Weil du bist immer, deine Mitarbeiter gucken dich immer an und haben irgendwie ein Bild von dir, wie du bist im Alltag und hin und her, die sind nicht frei. Und da läuft es vielleicht nicht so frei, wie es sich bestenfalls entwickeln soll. Das ist schon, da sind Externe natürlich echt gut. Ist denn, wie sieht das, bevor wir vielleicht so auf so ein paar Themen, die ja da bearbeitet kommen, wie sieht denn die Zukunftswerkstatt, wie muss ich mir die denn vorstellen? Das ist wöchentlich, das sind freiwillige, flexible Teams. Boah, wir sind Teams, wir arbeiten in Teams, ja. Also wir sind gestartet im Endeffekt ja mit dem Zukunftsworkshop im April 2019. Und dann haben wir auch wieder 50 Kollegen zusammengerufen aus allen Abteilungen und schön war, es hat keiner abgesagt, alle waren neugierig drauf. Und vom Azubi, wir haben die Marketingabteilung beauftragt, um das auch ein bisschen hochwertig zu machen, also es hat ein eigenes Logo bekommen und wir haben ein schönes Hotel gebucht in der Nähe und dann ging es los und wir hatten vier Themenfelder. Das Erste ist, das haben wir vorher mit Edgar besprochen, an was wollen wir arbeiten, was halten wir für wichtig und haben die Aufgabe, das war das Einzige, was wir festgelegt hatten. Also die Vision und Strategie von Kuhn und Witte. Weiterer Punkt war, wie wird Kuhn und Witte erster im Kopf des Kunden? Wie kann Kuhn und Witte zum Wunscharbeitgeber werden? Und Punkt vier ist im Endeffekt, wie kann das Wissen der Mitarbeiter bestmöglichst vernetzt werden? Und lasst mich hier noch anmerken, diese Mitarbeiterveranstaltung, das haben wir wirklich regelmäßig, das machen wir wirklich regelmäßig. Also ich klinke mich einmal im Jahr immer mit den Verkäufern aus, immer für zwei Tage machen wir auch schon Strategie-Meetings. Wir haben zum Diesel-Skandal uns mit dem Service und Verkauf ausgeklingt, zum E-189-Workshop. Wir machen Touchpoint-Workshops, Mitarbeiter-Zufriedenheits-Workshop, aber wir machen das immer gemeinsam. Dann haben wir vier Gruppen gebildet und alle Gruppen haben an diesem Tag des Workshops praktisch an allen Themen gearbeitet. Also wir haben das nicht aufgeklastert, sondern wir haben gesagt, jeder, so ein rollierendes Verfahren. Und alles war erlaubt. Jeder Gedanke zählte, alles durfte aufgeschrieben werden und am Abend haben dann die Gruppen ihre Ergebnisse präsentiert und meine Kollegen von der Geschäftsführung, Jan, Kerstin, Franz und ich, wir waren da echt schwer begeistert, also was da rumkam. Das war toll zu sehen und ganz besonders toll war, dass wir die jungen Kollegen, also auch die Auszubildenden, wie die da reingegangen sind, da hast du wirklich gesehen, das ist so eine völlig neue Generation. Ich sehe das auch bei meinen Kindern. Also in dem Alter so Präsentationen zu halten, die standen da vorne, als wenn sie selber der Kino-Speaker wären. Also super toll gemacht. Und im Endeffekt ging es schon da um das Thema Schwarmintelligenz. Dann haben wir sechs Wochen später ein neues Treffen mit Edgar vereinbart und seinem Kollegen, der Glambach, weil die haben das zu zweit gemacht. Und dann haben die beiden mit den Gruppen alleine die Ergebnisse verdichtet. Und dann hatten wir vereinbart, dass wir im Juni eine eigene Betriebsversammlung machen, wo dann die Gruppen praktisch allen Menschen in der Firma ihre Ergebnisse präsentieren konnten, also woran wird gearbeitet und woran wollen wir in Zukunft arbeiten und warum wollen wir denn auch in Zukunft daran arbeiten. Dann wurde aus dem Zukunftsworkshop im Endeffekt die Zukunftswerkstatt. Seitdem arbeiten die Gruppen eigenständig an den Themen, haben auch Budgets bekommen und dürfen im Rahmen ihrer Budgets schalten und walden. Nur Tim, jetzt haben sie gemerkt, das Sammeln von Ideen ist eigentlich einfach. Jetzt kommt der Punkt, wo du umsetzen musst. Das Handeln kommt. Da muss ich ganz ehrlich sagen, da sind wir auch gefordert, weil zu den Rahmenbedingungen und Leitplanken, die ich ja gestellt habe, da ist ein ganz wichtiger Punkt, das ist der Punkt Zeit. Du musst den Menschen auch Zeit geben. Aber irgendwann habe ich gemerkt, jetzt kommen sie an einen Punkt, da stagniert ist und da brauchen sie Hilfe und seitdem habe ich den Gruppen einen externen Coach zur Seite gestellt. Das macht jetzt nicht mehr der Edgar und der Glambach. Das ist ein externer Coach, den ich lange kenne. Bis zum März haben sich die Gruppen regelmäßig mehrmals im Monat getroffen und ausgetauscht, immer alleine und haben die Ergebnisse der Geschäftsführung präsentiert. Im Betrieb? Ja, die haben sich im Betrieb getroffen. Ich glaube nicht, dass sie sich jetzt privat irgendwo getroffen haben, aber es mag auch sein. Aber durch die Krise, muss man jetzt ganz ehrlich sagen, ist natürlich jetzt das Thema Zukunftswerkstatt auch bei Kurzarbeit 50 Prozent, das ist jetzt ins Stocken gewahrten. Aber eins ist klar, wenn wir wieder hochfahren, und ich gehe davon aus, dass wir jetzt bald wieder komplett hochfahren und wieder durchstarten, dann treffen sich auch die Gruppen, es ist nach wie vor unglaublich viel zu tun. Ja, ihr seid ja auf den Weg gegangen in die Zukunft und jetzt haben wir, ich nenne das jetzt mal 200 Monate Pause und es geht aber wieder weiter, ist auch ganz klar. Und da sind alle weiterhin gefordert und ja, spannend. Das ist auch wirklich spannend. Es ist auch toll zu sehen, wenn sie so ins Umsetzen kommen und wie sie sich daran freuen. Aber es ist noch ein weiter Weg. Wir sind noch lange nicht durch. Ich habe noch ein bisschen weiter gestalkt. Und da habe ich ein Zitat von dir gefunden. Und zwar, den Übergang vom Industriezeitalter zum Informationszeitalter hat Kuhn und Witte gut gemeistert. Jetzt machen wir den Schritt ins Digitalzeitalter. Ja, was ist denn dabei deiner Meinung nach die größte Herausforderung für die Menschen in deinem Team? Ich würde sagen, nicht nur für die Menschen in meinem Team, sondern auch für mich und alle anderen Menschen dort draußen auch, die Bereitschaft zur Veränderung, Tim. Ich glaube, dass kaum noch ein Job in der nahen Zukunft so sein wird wie heute. Also, wenn ich meine Assistentin nehme, ich schätze Erika unglaublich und ohne Erika wäre ich, glaube ich, nichts, sage ich immer. Erika bucht meine Termine, Reisen, pflegt meine Kontakte, macht den gesamten Tagesablauf. Die kennt mich ganz genau, die kennt meine Laune, die weiß, ob ich gut drauf bin. Ich kann mich hundertprozentig auf Erika verlassen. Ich kann mich hundertprozentig auf Erika verlassen. Das ist für mich eine ganz große Vertrauensperson. Aber regelmäßig sprechen wir beide und ich sage Erika, also über das Thema, was ich jetzt sage, ich sage Erika, große Teile deiner Tätigkeit wird die künstliche Intelligenz demnächst übernehmen. Und das schon sehr bald. Denn wenn du überlegst, was Siri heute schon kann, ich sage dir, du gibst mir demnächst einen Termin und ich schreibe da rein, ich komme zu dir, dann wird mein Computer mir meine Reise selber buchen, ohne dass ich noch großartig was sagen muss. Wir erleben einen Trend zur Robotik und die Schätzungen, die ich jetzt gelesen habe, gehen davon aus, dass wir 2030 mehr Roboter verkaufen als Autos. Damit will ich hier keinen Roboter sitzen haben. Aber dieses Thema lebenslanges Lernen gilt für Erika genauso wie für mich. Auf die Veränderung rechtzeitig zu reagieren und zu überlegen, okay, was kommt denn da und was bedeutet das für mich? Und das ist der Punkt, mit dem ich angefangen bin. Das ist die Bereitschaft zur Veränderung. Den Menschen das wahrzumachen. Das ist wirklich Wahnsinn. Das ist ja bei uns in der Marketingbranche nun mal auch wirklich ein Riesenthema. Die Programme verändern sich, die Herausforderungen verändern sich und der Wille zur Veränderung, das ist extrem wichtig. Wir haben bei uns auch implementiert, dass mein Team sich laufend fortbildet. Aber interessanterweise nimmt es auch nicht jeder permanent so auf. Da musst du schon teilweise sagen, sag mal, was ist mit der Fortbildung? Also man muss da schon auch so ein bisschen hinterher sein. Das ist eine große Herausforderung, eine ganz große Herausforderung für Kuhn und Witte und für alle Unternehmen da draußen. Wie kriege ich die Mitarbeiter auf diesem Weg mit? Und das ist der Grund auch, warum wir im Endeffekt diese Zukunftswerkstatt machen. Warum wir diesen Workshop ins Leben gerufen haben. Ja, da muss ich auch nochmal drüber nachdenken. Für uns. Da komme ich als Externer zu dir und mache das. Ach ja, kann ich mir vorstellen. Da haben wir auf jeden Fall Spaß. Wir sind schon so an unserem Teil angelangt. Da geht es in die Abschlussfragen rein. Die sind aber fast nahtlos an die letzte Frage. Und zwar, was glaubst du, sind die größten Herausforderungen für die Mitarbeiter im Autohandel in den nächsten drei bis fünf Jahren? Jetzt mal auch so, tun wir mal die Veränderung als großes Ganzes ein bisschen beiseite, ein bisschen konkreter. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus, weil auch hier gilt natürlich das, was ich eben sagte. Sie müssen sich auf die Veränderung einstellen. Oder sie sollten sich, müssen sie nicht, aber sie sollten sich. Und nicht dagegen zu arbeiten oder sich treiben zu lassen, sondern im Endeffekt, das, was ich mir wünsche, ist, dass sie ein aktiver Treiber des Wandels sind. Weißt du, auch unsere Betriebsversammlung, die hatten wir Ende Januar. Das war toll, da waren fast alle da. Und ich habe vorne gestanden und über die kommenden Veränderungen einen Vortrag gehalten. Dann habe ich sie aufgefordert, sich an der Zukunftswerkstatt zu beteiligen. Denn, sagen wir doch mal ehrlich, wenn ich den Wandel nach vorne treiben will, dann brauche ich nicht nur die 50, die von Anfang an mitgemacht haben. Oder lass es jetzt 20 mehr sein, aber ich brauche doch mindestens 250 von 350. Dann ist der Vortrag von mir nach anderthalb Stunden vorbei und alle stehen und klatschen und sagen toll und du bekommst Komplimente als Chef, wird man ja gerne. Und dann sagst du am nächsten Tag, Erika, wie viele haben sich denn jetzt zusätzlich angemeldet? Und dann sagt Erika, ja, 20. Und dann sage ich, gut, meine Erwartung, meine Hoffnung, war deutlich größer, weil ich eigentlich gedacht habe an dem Abend, ich habe sie erreicht. Aber habe ich glaube ich auch, aber ich glaube der Schmerz, der Veränderungsschmerz oder die Liebe, es gibt ja nur zwei Sachen. Menschen verändern sich nur aus Schmerz oder Liebe. Und mit Schmerz, ich bin für Liebe. Und deswegen sage ich dir, ich gebe nicht eher auf, bevor mich 250 bei unserem Zukunfts-Workshop mitmachen. Das ist ein Wort, sehr schön. Was wird denn in Zukunft, das geht so eher in die Richtung der Geschäftsführung, was wird denn die größte Herausforderung sein, die in Zukunft, also in Zukunft erfolgreich und sinnstiftend vor allem, Mitarbeiter im Autohandel zu führen? Sinn stiften kann ja nur, wer auch Sinn bietet. Und wenn du morgens die Aufgabe ausgibst, du kommst um acht und arbeitest bis 17 Uhr und dafür bekommst du x Euro Gehalt, dann mag das für den einen oder anderen auch Sinn geben, aber ich glaube so für meine Kinder nicht mehr. Für die große Mehrheit der Menschen auch nicht. So will niemand mehr arbeiten und so will auch niemand gefühlt werden, ich hätte da auch keine Lust zu oder so zu arbeiten. Das würde mich nerven. Und da ich von der Betriebsversammlung gerade gesprochen habe, ich habe auch bei der Betriebsversammlung gesagt, ihr macht das nicht für mich, sondern ihr macht das für den Mann links und die Frau links und rechts von euch. Und die, die zu Hause auf euch warten. Ihr macht das für die Menschen, die diese Firma auch aufgebaut haben, weil das wollen wir mal auch nicht vergessen, dass wir hier heute sitzen dürfen und dass ich hier heute Geschäftsführer sein kann und darf, das habe ich denen zu verdanken, die das vorher mit aufgebaut haben. Und ich finde, das ist auch mal so der Punkt, auch mal was zurückzugeben dabei, weißt du. Schau mal, unsere Auszubildenden, wir haben 88 Stück. Und letztes Jahr habe ich sie zusammengerufen und dann habe ich gesagt, also dieses Friday for Future, was ich auch ganz gut finde sogar, dass sie draußen auf die Straße gehen und was für ihre Zukunft tun. Ich würde es mir vielleicht ein bisschen anders wünschen, aber komm. So, und dann habe ich gesagt, sag mal, wer von euch hat denn mal Lust an einer Umweltprojektgruppe bei Kuhn & Wille teilzunehmen? Das bedeutet auch hier im Endeffekt, ihr gebt mir eure Ideen und dann gucken wir, ob die umsetzbar sind und dann bekommt ihr ein Budget und im Rahmen dessen könnt ihr einkaufen. Von den 88 melden sich 10. Aber die 10, Tim, die packen an. Und die finden das toll. Und ich sag dir, was die 10 in dem Jahr auf die Beine gestellt haben, das hat mich tief beeindruckt. Da haben sie einen Plogging Day gemacht. Wir haben so ein eigenes Intranet auch in der Firma. Und dann rufen sie zum Plogging Day auf. Kennst du das, Plogging Day? Blogging. Plogging. Ja, Plogging. Kommt aus Amerika. Und dann sammelst du joggend Müll. Ja? So, und dann haben sie uns getroffen. Und dann waren auch noch ein paar Freiwillige da. Und wer immer dabei ist, ist immer meine Kollegin Kerstin. Die unterstützt sowas immer mit Herz, 100-prozentig. Ja? So, und dann haben wir Müll gesammelt. Und dann haben sie Filze Bottel. Gibt’s auch eine Aktion. Da haben sie Zigarettenstummel um die drei Firmengebäude von uns gesammelt. Flaschenweise vollgemacht. Weil ich wusste das gar nicht. So eine Zigarettenkippe braucht zehn Jahre, bis sie ökologisch voll abgebaut ist. Wusste ich gar nicht. Dann haben wir Insektenhotel aufgebaut. Und Wassersparnde Wasserhähne und Mülltrennung. Also wirklich toll. Und das ist doch so etwas, was wirklich Sinn macht. Und dann hast du auf einmal zehn. Dann hast du zwölf. Dann hast du 15. Und dann werden das immer mehr. Und du darfst nur nicht aufhören, diesen Teller zu drehen. Und jetzt mittlerweile ist das eine feste Azubi-Projektgruppe. Ein Team. Heißt bei uns, wir machen was. So ist dann auch mit Plakaten und so was bei uns in Bildern aufgehängt. Und das hat auch die Presse mitbekommen. Und dann wird darüber berichtet. Und das finden natürlich die Auszubildenden auch ganz toll. Und ich muss echt sagen, ich bin da wirklich stolz drauf, was die da leisten. Und wie sie so auch ihre eigenen Ideen einbringen. Das ist für mich sinnstiftend. Ja, das ist gar nicht so einfach. Da habe ich mir halt auch schon, du hast es vorhin gesagt, arbeiten die für dich und mich, unsere Mitarbeiter? Nee, das ist es auch gar nicht. Das ist es gar nicht. Also wir sind ja ein deutlich kleineres Team hier. Aber ich sage das gelegentlich, wenn ich den Eindruck habe, dass die jetzt der Meinung sind, so, ach, jetzt muss ich wieder irgendwas machen, damit der irgendwie Geld verdient und so. Dann sage ich mal, nee, du musst gar nichts. Du hast aber die Chance, für dich und für die anderen hier, einen geilen Job zu machen. Da hast du schon mal durchaus einen verwunderten Blick. Dann macht es aber irgendwann so ein bisschen Klick, ob das bei dem einen oder anderen immer so bleibt oder nicht. Jetzt sei mal dahingestellt. Aber es ist auch jeder, seines Glückes Schmied, kann jeder selber entscheiden, was er macht und wo er es macht. Sinnstiftend, also ich hätte auch nicht jedem die Frage gestellt. Ich mache auch nicht mit jedem so einen zweiten Podcast, wo es so über so eine Art von Werten, Unternehmensführung geht. Deswegen war ich da echt gespannt drauf, was du mir da so sagen kannst. Ich habe noch eine Abschlussfrage. Und zwar, die ist echt spannend, weil hat mit Fachkräftemangel im weitesten Sinne zu tun. Davon sind wir ja auch, bist du betroffen, bin ich auch definitiv betroffen. Wird der Autohandel gegenüber anderen Branchen ein sexy Arbeitgeber sein bzw. bleiben? Ihr konkurriert ja. Sexy Arbeitgeber, da stellt sich natürlich auch mancher etwas an. Also der eine Mann eine blonde Frau, der andere Mann eine Schwarzhaarige. Umgekehrt macht die eine Frau einen schwarzhaarigen Mann und der andere Mann einen blonden Mann. Das liegt ja immer in Anbetracht des Betrachters. Aber ich merke bei den jungen Menschen noch immer die Anziehungskraft von Autos. Und das ändert sich auch mit der Elektromobilität nicht. Da kommen wirklich Autos, da stehst du davor, da stehe ich davor und sage Wahnsinn. Und wichtig ist dabei, dass der einzelne Unternehmer ja im Endeffekt immer etwas dafür tut, begehrt zu sein. So wie wir beide auch. Immer auf dein Äußeres achten und etwas für dich tun. Früher hat Kuhne-Witte im Nordheide Wochenmarkt eine Anzeige geschaltet, wir suchen jemanden. Da hast du, glaube ich, nicht mal reingeschrieben, was du bietest, sondern da hast du einfach gesagt, ich habe einen Job. Und dann hast du 100 Bewerbungen bekommen. Die Zeiten, Tim, die sind doch längst vorbei. Jetzt haben wir zwar Corona und im Moment, glaube ich, geht die meisten so, da hörst du ja eher, dass entlassen wird in vielen Bereichen. Heute habe ich gehört, Boeing 7000 noch mal entlassen. Mittelfristig wird der demografische Wandel dafür sorgen, dass der Kampf um Talente weitergeht. Da kannst du sicher sein. Ich sehe Kuhne-Witte wirklich da auf einem guten Weg. Schau mal, ich habe das ja schon mal durchblicken lassen. Also ich selber fahre zur Hochschule nach Nürtingen. Und dann ruft der Hannes Brachert mich an. Und da freue ich mich auch drüber. Und dann lädt er mich ein, dass ich vor den Studenten sprechen kann. Und dann scheine ich das nicht so schlecht zu machen. Denn als ich jetzt bei der BFC war, habe ich 40 Bewerbungen mitgenommen. Wir gehen oft Jobmessen. Du findest mich auf allen Social-Media-Kanälen. Ich habe immer was zu erzählen über Kuhne und Witte. Ich finde Kuhne und Witte hat eine tolle Story zu erzählen. Wirklich eine gute Story. Ich sage das jetzt hier auch, wer von deinen Hörern sich mit mir vernetzen möchte, der findet mich auf Xing, LinkedIn, Facebook, Twitter, Instagram. Also klickt mich an. Ich freue mich drüber. Die Branche ist doch gar nicht ausschlaggebend. Wichtig ist doch nicht was du machst, sondern wie du es machst und warum du es machst. Und ich kann dir sagen, ich mache diesen Job, weil ich ihn liebe. Ich liebe meine Frau. Ich liebe meine Kinder. Und ich liebe Kuhne und Witte. Für mich sind sie was ganz Besonderes. Und dafür verspreche ich dir, werde ich weiterhin alles geben. Ich muss an der Stelle normalerweise dieses Interview beenden. Weil es ganz klar war, das ist ein so starkes Statement, da gehört nichts mehr hinter. Vielleicht nur eins noch. Es gibt wenige Menschen, die persönlich im Kontext mit ihrem Unternehmen so authentisch sind wie du. Danke. Das ist phänomenal. Das ist nicht häufig. Und das ist auch etwas, wonach ich versuche zu streben. Da ist es toll, dass ich so jemanden in meinem Umfeld haben darf. Lieber Oliver, ganz lieben Dank, dass du dir gleich Doppelzeit genommen hast, um mit mir den Podcast, mein normales Benzingespräch zu machen und dann auch mal diese Unternehmensführungsschiene, die mich halt auch so interessiert, mit jemandem wie dir zum authentischen Menschen führen zu dürfen. Hat viel Spaß gemacht. Wirklich. Viel Spaß gebraucht. Absolut. Ich glaube, wir haben ja vorher und nachher auch gesprochen. Die Hälfte davon haben wir eigentlich gelächelt und gelacht. Und das ist immer ein gutes Zeichen. Und so verabschieden wir uns. Wir sehen uns ja gerade auf dem digitalen Wege. Von daher, Olli, danke. Ich sage auch danke. Ich hoffe, dass ich den Hörern ein bisschen was vermitteln konnte, was für ein für mich tolles Unternehmen Kuhn & Witte ist und wofür wir stehen. Und ich sage dir was. Das ist vielleicht nochmal ein Abschluss jetzt. Ich sehe das Ganze. Die ganze Zukunft passt so zur Jahreszeit wie mein Garten. Ich habe einen großen Garten. Und manche haben mich nach dem Zukunftsworkshop gefragt. Ja, Herr Bohnen oder Oliver, was glaubst du denn? Wann sind wir denn fertig? Und ich habe ihnen gesagt, die Zukunft wird nie fertig sein. Und so ist es bei mir mit meinem Garten auch. Im Moment gehe ich morgens in den Garten und wenn ich abends fertig bin, frage ich mich, was habe ich eigentlich gemacht? Außer wenn ich Rasen gemäht habe. Das sehe ich immer. Weil es wächst hier und da und es ist schön zu sehen. Es ist so wunderbar zu sehen. Und so ist es mit der Zukunft auch. Und ich glaube an die Zukunft des Automobilhandels. Er wird sich nur verändern, so wie mein Garten sich verändert. Haltet den Kopf oben und macht es gut. Bis bald. Ganz genau. Von mir auch nichts mehr hinzuzufügen. Macht es gut. Bis bald. Vielen Dank euch. Ciao. Ciao.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.