Einleitung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing, Experte für KI und Marketing im deutschen Autohandel, den erfahrenen Berater Gregor Eckert. Mit über 26 Jahren Erfahrung im Premium- und Luxussegment des Autohandels bietet Eckert einzigartige Einblicke in diese exklusive Nische.
Ein Blick in die Vergangenheit
Gregor Eckert, geboren 1961 in Saarbrücken, begann seine Karriere im Großkundenvertrieb bei der BMW Group. Seit 1996 ist er als selbstständiger Berater tätig und hat sich auf den Premium- und Luxusbereich spezialisiert. Seine Expertise erstreckt sich über Marken wie Porsche, Lamborghini und Bentley.
Die Besonderheiten des Luxussegments
Im Gespräch erklärt Eckert, dass das Verhalten der Kunden im Luxussegment sich stark von dem in anderen Bereichen unterscheidet. Kunden erwarten eine sofortige und persönliche Betreuung ohne Wartezeiten. Diese hohe Erwartungshaltung erfordert von den Mitarbeitern im Autohaus ein hohes Maß an Professionalität und Verständnis für die Lebenswelt der Kunden.
Erfolgsstrategien im Premiumbereich
Erfolgreiches Geschäft im Luxussegment erfordert eine perfekte Balance zwischen Strategie und Leidenschaft. Eckert betont die Bedeutung minutiös umgesetzter Kernprozesse in allen Fachbereichen des Autohauses. Nur so kann die anspruchsvolle Klientel zufrieden gestellt werden.
Die wirtschaftliche Lage im Luxussegment
Trotz der Herausforderungen der letzten Jahre, insbesondere durch die Coronakrise, berichtet Eckert von exzellenten Geschäftsjahren im Luxussegment. Die Nachfrage nach Premiumfahrzeugen ist ungebrochen, und Modelle wie der Lamborghini Urus erzielen auf dem Gebrauchtwagenmarkt Preise über dem Neupreis.
Fazit
Das Gespräch mit Gregor Eckert bietet wertvolle Einblicke in die Dynamik des Luxussegments im Autohandel. Die Verbindung von strategischem Denken und leidenschaftlichem Engagement ist der Schlüssel zum Erfolg in diesem anspruchsvollen Markt.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Gregor Eckerts Karriere im Autohandel
- Unterschiede im Kundenverhalten im Luxussegment
- Erfolgsstrategien für Premium- und Luxusmarken
- Wirtschaftliche Entwicklung im Luxussegment
- Herausforderungen und Chancen im Premiumbereich
Key Takeaways:
- Das Luxussegment erfordert spezielle Kundenbetreuung.
- Hochpreisige Fahrzeuge erzielen oft Preise über dem Neupreis.
- Strategie und Leidenschaft sind entscheidend für den Erfolg.
- Die wirtschaftliche Lage im Luxussegment ist stabil.
- Erfahrung und Netzwerk sind Schlüssel zum Erfolg.
- Die Erwartungen der Kunden sind im Luxussegment besonders hoch.
- Der Autohandel im Premiumbereich bietet trotz Herausforderungen große Chancen.
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Benzingespräche – der Personality- und Branchenpodcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmercoach und Agenturinhaber. Kurzer Boxenstopp bei meinem Partner Autoscout24. Mit Autoscout24 machen Sie Ihr Autohaus fit für die Zukunft. Profitieren Sie beim Innovationsführer vom Marktplatz der Zukunft und steigern Sie Ihre Verkäufe. Autoscout24 – einfach ein starker Partner. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche und heute zu Gast Gregor Eckert. Seines Zeichens seit bereits über 26 Jahren als Berater im deutschen Autohandel tätig. Und in den letzten Jahren vornehmlich in einem Segment, über das wir in meinem Podcast so bisher noch nicht so richtig gesprochen haben. Nämlich dem Premium- und Luxussegment. Das ist doch mal spannend. Herzlich willkommen Gregor. Hallo Tim, grüße dich. Schön, dass wir da sind, sage ich immer so gerne. Weil das ist immer toll, wenn man sich so außerhalb mal so trifft und spricht. Und beim Podcast, da macht man es so ein bisschen offizieller. Alles gut. Auch wenn wir gerade keinen sehen, werden es ja eine Menge Leute hören. Das ist immer so der Hintergrund. Aber es soll kein Lampenfieber entwickeln. Du, erstmal Blick in den Rückspiegel, der Klassiker. Zu deinem Werdegang. Baujahr 1961. Seit 30 Jahren verheiratet. Respekt, Lob und Anerkennung. 17-jährige Tochter. Heute noch bei der Führerscheinprüfung gewesen quasi. Du bist gebürtig aus Saarbrücken. Du lebst nach einer Station in Hamburg nun seit 26 Jahren in München. Da muss ich ganz kurz sagen, da hast du meine Lieblingsstädte neben Essen natürlich auch abgerissen nacheinander. Sehr geil. Du sprichst Saarbrücken an, nehme ich an. Ja, natürlich. Auch. Selbstverständlich. Danke dafür. Du hast ein BWL-Studium, eine Trainerausbildung, eine Business-Coach-Ausbildung. Du hast einen Branche-Bestseller geschrieben, die schlacht um jeden Preis zum Thema Preisverhandlungen. Ja, das ist ja schon Wahnsinn. Du warst im Großkundenvertrieb und National Key Account Manager bei der BMW Group 1991-1996. Du bist seit 1996 selbstständig als Berater, Trainer, Coach. Das ist ja auch durchaus branchenbekannt, die Eckart Group, die ihren Fokus ganz stark auf den Automotive-Bereich und Handelsunternehmen im Premium- und Luxussegment hat. Dazu bist du noch einer von vier Partnern bei der Fox Academy Unternehmensberatung, die es seit zwei Jahren gibt, die da läuft. Und ja, das ist mal so dein Werdegang. In meinem Podcast geht es ja meist um die gesamte Branche. Und das ist ja immer eine sehr, sehr breite Spanne, die man da so hat. Ja, ganz plump gesagt, vom Dacia bis zum Lambo. Mit Blick auf deine Tätigkeiten und deine Spezialisierungen, das ist ja eher Premium- und Luxusbereich. Gregor, mit welchen Marken bist du da gut vertraut? Und ticken die Uhren da irgendwie anders in dem Segment? Ist da nur in den Unternehmen goldenes Besteck und feinstes Filet jeden Tag, weil man da mit Luxus zu tun hat? Wie sieht es denn da so aus? Ja, das ist eine spannende Frage. Ich habe 1998 mit dem Kauf meines ersten Porsche 911 den Zugang über den Verkäufer im Porsche-Zentrum Ulm zu Porsche direkt gewonnen, hatte dort einige Kontakte und bin dann auch in dem Jahr relativ schnell in das Handelstraining eingebunden worden und hatte somit nach der Premium-Marke BMW dann so den ersten Schritt in diese Sportwagenmarke. Die Frage kann ich dir beantworten, im Prinzip muss ich es in zwei Teile brechen. Also vor der Tür, also in Richtung Kunden, haben wir tatsächlich ein teilweise gänzlich anderes Verhalten von den Kunden. Das Segment ist ein eindeutig anderes, insbesondere wenn wir dann mal wirklich in Luxusbereich gehen wie Bentley oder Lamborghini und Ferrari. Aber hinter der Tür ist es in den meisten Fällen ein ganz klassischer Automobilhandelsunternehmen. Mit Aftersales, mit Teilevertrieb und mit Verkauf. Und diese Dualität ist im Prinzip die Herausforderung, weil wir ja in aller Regel in den Handelsunternehmen, jetzt nehme ich mal den Inhaber, Gesellschafter oder Investor raus, in der Regel ja mit Menschen zu tun haben, die ein ganz normales Leben führen, die ein ganz normales Einkommen haben, die aus einer ganz normalen Gesellschaft kommen und die unter Umständen an diesem einen Punkt in ihrem beruflichen Kontext mit Menschen aus einer ganz, ganz anderen Ebene zusammenkommen. Und das stellt gleichzeitig auch eine der größten Herausforderungen dar, die Menschen in diese Lebenswelt der Kunden, ich sag mal, nicht zu entwickeln, aber auch hineinzuführen und für Verständnis zu sorgen, dass trotz des klassischen Automobils, das ist eine Wartung, das ist eine Reparatur, das ist der Verkauf von einer Ski-Box und dem Aufschreiben von einem Kaufvertrag oder einem Vising-Vertrag differenziert sich schon sehr. Ja, das ist spannend. Ich muss auch ehrlich gestehen, da habe ich mir noch gar keine Gedanken drüber gemacht, wo ich fairerweise sage, sag mir doch mal ganz kurz, mit welchen Marken du viel Touchpoints hast, wo du unterwegs bist. Ja, sehr gerne. Das ist natürlich auch mit einem gewissen Stolz verbunden, weil ich es geschafft habe, über diese viele Jahren trotz Konkurrenzsituationen ein sehr loyales und ein sehr partnerschaftliches Verhältnis zu erreichen. Also wie gesagt, gestartet mit Porsche 1998, 2005 dann auch in das Thema Financial Services eingestiegen. Da arbeite ich mit Porsche Financial Services sehr, sehr eng und sehr partnerschaftlich zusammen und entwickle die deutschen Handelspartner in dem Bereich Produktangebote der Finanzdienstleistung. Darüber kam ein Thema der Konzernmarken Lamborghini und Bentley. Für Lamborghini habe ich vor vier Jahren, also 2018, die Handelseinführung des Lamborghini Urus durchgeführt. Wir waren weltweit mit dem Produkt unterwegs, mit meinen Trainern. Für Bentley, wie gesagt, in vielen Handelsunternehmen. Wir sind mit Ferrari auch über Financial Services verbunden. Für Aston Martin bin ich sehr aktiv. Wir haben gerade vor wenigen Wochen den DBX 707 in Deutschland den Händlern vorgestellt und präsentiert. Mit der Dörr Group arbeite ich unter anderem für die Marke McLaren, habe dort beispielsweise auch Inhouse Coachings durchgeführt. Aber ich sage mal so, abgesehen von Maserati und Rolls-Royce bin ich eigentlich für jede Marke aktuell unterwegs. Wow, Wahnsinn. Wenn wir jetzt nochmal so davor anschließen, das ist natürlich wirklich das Segment, du hast ja gesagt, der Handel an sich vor Ort ist, wie auch in anderen Segmenten auch, faktisch, aber dann die Kundenklientel und das Produkt schießt ja dann in eine ganz andere Dimension rein. Ist da wirklich die Gap auch so groß, das zu synchronisieren und dann den Verkauf da so reibungslos hinzustellen oder die Betreuung des Kunden? Erfolgreiches Geschäft ist immer die Verbindung von Strategie und Leidenschaft. Das heißt, auf der einen Seite ist es für mich eklatant wichtig, in allen Fachbereichen des Autohauses die Kernprozesse minutiös umzusetzen, also wirklich ganz präzise darauf zu achten, wie gehen wir in den einzelnen Schritten um. Ein Kunde, der es gewohnt ist, in seiner Bank mit dem Vorstand zu sprechen, der es gewohnt ist, als Privatpatient zum Arzt zu kommen, der es gewohnt ist, in Monat zwei oder dreimal auf ein Event eingeladen zu werden von seinem Juwelier, von seinem Möbelhaus, von seinem Finanzberater, der ist es nicht gewohnt zu warten, wenn also, ich sage mal, in einem klassischen Autohaus eines breiten Massenprodukts in einer Preisregion 20.000 plus minus, da ist der Kunde und der Verkäufer oder der Kunde und der Ansprechpartner im Autohaus häufig noch aus der gleichen Lebenswelt. Und der hat Verständnis, dass der jetzt gerade telefoniert und der hat vielleicht auch Verständnis, dass er gerade noch den Kunden zum Teileschalter begleitet. Der Kunde, der im Top-Premiumsegment oder gar Luxussegment unterwegs ist, der ist es nicht gewohnt zu warten, der ist ungeduldig. Wir haben eine andere Typologie, das sind häufig sehr erfolgreiche Unternehmer. Man muss davon ausgehen, dass ja aktuell in Deutschland immer noch circa 70 Prozent plus des Vermögens über unternehmerische Tätigkeit erzielt wird. Also wir haben natürlich aktuell etwa 300 Milliarden Euro Erbvermögen pro Jahr, was sich natürlich auch extrem in dem Premiumsegment niederschlägt, nicht nur in der Automobilbranche, sondern auch in anderen Luxusbereichen. Aber wir müssen immer noch reflektieren, dass ein hoher Anteil Unternehmer da sind, die eine Anforderung ihrer eigenen Mitarbeiter aussprechen und sagen, das muss schneller gehen, ich erwarte von dir, dass das pünktlich auf dem Tisch liegt. Und diese Anforderung multipliziert sich natürlich, wenn er sich ein Produkt kauft, das deutlich in der Größenordnung 200.000 Euro plus liegt. Also wenn wir mal Lamborghini und Bentley als Vergleich nehmen, dann liegen wir im Durchschnitt beim Start des Kaufs immer bei 250.000 bis 300.000 Euro. Und bei Lamborghini ist es keine Seltenheit, auch mal einen Aventador SVJ in Sonderlackierung und Sonderleder für 600.000 oder mehr 100.000 zu verkaufen. Und dann ist da schon eine wirklich andere Erwartungshaltung als der Verkäufer, der unter Umständen von einer Premiummarke kommt wie Mercedes, BMW oder Audi oder gar von einer noch tiefer gesiedelten Marke, wenn ich jetzt mal nur das Preisniveau nehme. Und der sagt, wieso, der Kunde hat doch nur fünf Minuten gewartet. Aber die fünf Minuten sind im Premiumsegment eine Ewigkeit. Wahnsinn, erstaunlich. Ich würde mit dir ganz kurz nochmal so ein bisschen das Spektrum noch ein bisschen aufmachen. Mit Blick auf die letzten Jahre, in denen ja wirklich viel in und um den Autohandel herum so passiert ist. In deinen Kontakten mit dem Handel, wie geht es den Händlern da draußen? Ja, ich habe ja, weil du von Rückspiegel gesprochen hast, ja wirklich schon eine sehr lange Erfahrung in dem Bereich. Und wir haben das Wechselbad der Gefühle. Wenn man sich vorstellt, das ist ja noch gar nicht so ganz weit weg, 1993 war Porsche kurz davor an Mercedes-Benz verkauft zu werden. Und hätte es den Wendelin Wiedeking nicht gegeben, wäre die Situation vielleicht ganz anders ausgegangen, als sie dann am Ende ausgegangen ist. Und Porsche feiert seitdem eigentlich beständig ein Jahr nach dem anderen einen höheren Erfolg und steht besser da als jemals zuvor. Die letzten zwei Jahre trotz Coronakrise waren ausgerechnet im Premiumsegment extrem gute Jahre, exzellente Jahre. Also ich kenne keinen einzigen Unternehmer im Luxussegment, der nicht mit einem Freudestrahlen auf die letzten beiden Jahre zurückschaut, wenn es um die Ergebnissituation geht. Also wenn wir die Entwicklung in dem Markt sehen, Preisentwicklung, beispielsweise das aktuelle Lamborghini Urus, Modelle drei Jahre alt mit 50.000 Kilometer, teilweise über Neupreis gehandelt werden. Das schlägt sich natürlich in die Ergebnissituation der Investoren und Gesellschafter aus. Und ich denke, das ist das unternehmerische Interesse. Das ist die Frage, wie rentabel ist das ganze Geschäft? Und das ist schon sehr hervorragend. Wir haben allerdings auch, wenn ich jetzt so ohne Namen zu nennen zwei, drei Marken sehe, vielleicht eher aus Großbritannien als aus Deutschland, die haben auch schon sehr bittere Jahre hinter sich, wo die Händler wirklich um jeden einzelnen Kunden gerungen haben, um jeden Euro-Cent für Dienst an den Fahrzeugen. Und ich glaube jetzt, wenn wir auch mal so ein Stück weit nach vorne schauen, die Zeit kann auch schnell wieder kommen. Weil wir natürlich eine Suppe angerührt haben in dem Segment, die preislich so überhitzt ist. Ich meine, du weißt, dass ich auch für einige Unternehmen arbeite, die sich exklusiv mit der Vermarktung von hochwertigen Gebrauchtwagen beschäftigt. Unter anderem David Fine Sport Cars in Hamburg, die ja ein extrem gutes Geschäft dort oben machen. Aber auch logischerweise feststellen und sagen, an der einen oder anderen Stelle sind die Preise vielleicht doch nicht so gerechtfertigt. Also wieso wird ein Porsche 911 Modell 964 C2, ich sage mal, für 90.000 Euro verkauft? Und wenn da auf dem Heckdeckel RS draufsteht, der hat ganze 10 PS mehr, sind unter Umständen 200 oder mehr Tausend Euro an dem Fahrzeug dran. Und da ist die Frage, wie wird sich das zukünftig entwickeln. Aber aktuell, wie gesagt, und da arbeiten wir ja beständig dran, sind die vertrieblichen Erfolge sehr, sehr gut. Okay, das war mal spannend zu hören, weil ich habe ja viel sonst, ich sage mal, Feedback aus dem, ich nenne es jetzt mal verkürzt, Volumenbereich. Was da so los ist und ein Teil der Tränen trifft es ja zum Teil schon ganz gut. Und das tut mir auch immer so leid, weil ich die Branche halt so liebe und auch den Handel auch so liebe, dass die da durch so harte Zeiten gehen und da an jeder Stelle ja laufend gefordert werden. Also das ist ja Wahnsinn. Ja, es sind häufig auch, Entschuldigung, es sind auch wirklich, und das möchte ich auch in der Deutlichkeit sagen, es sind teilweise selbstverschuldete Situationen. Die Automobilbranche ist auch für mich die größte Leidenschaft. Also wenn du hier auf mein Regal schaust, da siehst du 20 Automodelle und 30 Büchern über die Luxusmarken und Automobile, die Pylone. Also ich lebe das ganze Thema privat und auch beruflich und ich hänge auch an der Branche und ich glaube auch an die Branche. Was ich allerdings im Detail an der einen oder anderen Stelle in den Handelsunternehmen erlebe, setzt für mich wirklich große Fragezeichen auf, warum wird die Situation nicht schneller und deutlicher erkannt. Du hast ja einige Podcast-Teilnehmer, ich denke mal an Oliver Bohn. Was der mit seinem Unternehmen macht, höchsten Respekt. Großartig, wie der das Ganze managt, wie der seine Mitarbeiter einbezieht, die Ideenwerkstatt. Der investiert Geld in die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter und die Erfolge zeigen ja auch, dass er auf dem richtigen Weg ist. Ich darf aber auch sagen, dass ich teilweise zwei und drei Jahre mit größeren Handelsgruppen spreche in der Akquisitionsphase und es wird keine Entscheidung getroffen. Es wird rausgeschoben, vertagt und teilweise wechseln die Ansprechpartner in dem Projekt zweimal. Also ich glaube, dass viele Dinge wirklich hausgemacht sind und wenn die Unternehmer ihre unternehmerische Verantwortung nochmal deutlicher in die Hand nehmen würden, dass auch Segmente, die vielleicht jetzt nicht unbedingt im Lussox-Segment sind, aber dass die aufgrund ihrer Markenstärke etwas erreichen können in dem Segment. Wir haben starke Handelsmarken, Volkswagen ist eine verdammt starke Marke, Audi, BMW, Mercedes. Aber wenn ich teilweise sehe, welcher Intraprandwettbewerb da stattfindet, welche Preisvernichtung und damit auch Vernichtung von Werten, Unternehmenswerte, Für die Investoren, da können die teilweise von den etwas kleiner aufgestellten Unternehmen, nehmen wir mal so ein Porsche-Zentrum, das hat vielleicht im Schnitt 35, 40, 50, vielleicht auch immer aktuell gibt es größere mit 60 und mehr, aber ich sage mal so im Schnitt 40, 50 Mitarbeitern, die beweisen ja, dass es funktioniert. Die Renditen sind in der Größenordnung das Drei- und Vierfache von dem Durchschnitt der restlichen Automobilmarken und schaut mal hin, welche Prozesse da umgesetzt werden, nehmen wir nur mal allein das Thema Daten, Kundendaten, ich kenne im Premium-Segment, Luxus-Segment keine einzige Marke, die hier so fortschrittlich und so gut unterwegs ist wie die Marke Porsche und das stellt ja am Ende des Tages den Unternehmenswert her und da muss ich sagen, bin ich teilweise überrascht, wie, ich entschuldige mich, ich bin mal deutlich und klar, wie nachlässig einige Unternehmer, Geschäftsführer mit diesem Unternehmenswert umgehen. Ja, das nehme ich auch so wahr und das ist ja aber auch echt schwierig, wenn wir jetzt nicht auf die Marken schauen, sondern wirklich auf den Handel, in welchem Spannungsfeld die aber auch teilweise unterwegs sind, wo die gefordert werden, also jetzt können wir gerne Buzzword-Bingo spielen, Digitalisierung, Online-Marketing, Agenturmodell, was weiß ich nicht, da kommt man ja gleich auch noch am Rande darauf zu sprechen, das ist eh schon alles viel und mit dem Agenturmodell, wo wir gleich noch drüber sprechen werden, kommt ja am Horizont auch etwas, was definitiv für den guten Unternehmer das Warnsignal sein muss, seine eigene starke Marke zu prägen und die auch nach vorne zu bringen, weil sonst ist er halt austauschbar. Ja, das ist ja auch ein großes Geschäftsfeld, das ich aktuell ja im Automobilhandel platziere. Ich biete für größere Handelsgruppen eigene Akademien an, das heißt praktisch ein White Label für die unternehmensinterne Entwicklung der Mitarbeiter, weil ich habe eins festgestellt, nicht nur ich, sondern auch andere, aber die Konsequenz ist, die Automobilhersteller ziehen sich zunehmend mehr aus der Verantwortung der Personalentwicklung in den Handelsgruppen zurück. Also große Hersteller haben teilweise ihre Trainingsmannschaften halbiert, haben ihre Verpflichtungen zum Training reduziert oder gänzlich entfernt und einer der Vorstände hat vor wenigen Jahren gesagt, das ist Entrepreneurship, jeder Unternehmer ist für die Qualifizierung seiner Mitarbeiter selbst verantwortlich und das ist auch das, was mich so berührt, seitdem sind einige große Handelsunternehmen auf einem wirklich sehr schlechten Weg, weil sie einfach nicht mehr gezwungen sind, die Mitarbeiter in Maßnahmen zu versenden. Sie sparen sich damit im Prinzip die Kosten ein, das sind ja immer extrem hohe Kosten, du hast Reisekosten, du hast Übernachtungskosten, du hast Vieltage bei Verkäufern, vielleicht Ausgleichsprovisionen, die bezahlt werden und ich bin mit den Unternehmen im Gespräch, dass ich sage und genau die Kosten, die wir jetzt reduziert haben, können wir ja sinnvoll in die eigene Mannschaft investieren, zum Nutzen und zum reinen Zweck der Steigerung des Markenwertes der Handelsmarken. Also ich bin ein totaler Verfechter der Handelsmarke und einige große Gruppen, unter anderem auch die Gottfried-Schulz-Gruppe gibt mir seit vielen Jahren, schenkt mir seit vielen Jahren ihr Vertrauen und das ist ja wirklich auch am Markt eine der best aufgestellten Gruppen, was Rendite angeht. Da gibt es mit Niklas Danning einen sensationell guten Geschäftsführer in dem Unternehmen, neben seinem Vorstandsbereich noch aber explizit mal erwähnt und es gibt ja genügend Beweise, dass es funktioniert und da ist mein Ansatz mit meinem Team, das Angebot so zu formulieren, dass wir sagen und wir gestalten mit euch dieses Thema Qualifizierung inhäusig und das ist so ein Thema, was natürlich in der Top-Liga etwas einfacher zu handeln ist, weil die Unternehmen nicht ganz so groß sind und weil auch die Investments, die getätigt werden müssen, nicht so groß sind, aber wenn du dir mal heute anschaust, die 100 größten Händlergruppen in Deutschland haben im Schnitt etwas mehr als 700 Mitarbeiter und wenn man die Gruppen gehen wie AVAG und Gottfried Schulz, dann sind wir über 2000 mittlerweile. Also das sind ja keine Autohandelsbetriebe im herkömmlichen Sinne, sondern das sind ja mittelständische Unternehmen und wenn ich mir, du hast ja mit Burkhard Weller auch mal ein Interview geführt, der ja die Milliardenmarke da locker mal knacken kann, das sind schon Dimensionen, wo ich auch sage, da muss noch mal mehr Augenmerk drauf gelegt werden auf das ganze Thema und da gibt es bei den Premium-Segmenten halt wunderbare Vorlagen. Also ich glaube, ich sage mal, Volkswagen kann mehr von Porsche lernen als Porsche von Volkswagen, was den Kundenkontakt angeht und da sehe ich auch in größeren Handelsgruppen ganz selten eine Vernetzung, also wie selten tauschen sich die Marken innerhalb einer Handelsgruppe auch aus. Wie selten wird CAM-Tools ausgetauscht genutzt, wie selten hat man gemeinsame Ideen zum Thema Marketing. Ich kenne Unternehmen, da fährt der Inhaber einen Audi A8 und fährt noch einen 911er. Den Audi hat er in den Betrieb A gekauft und den Porsche in den Betrieb B, obwohl beide Betrieben beides anbieten können. Also das sind teilweise extremste Erlebnisse, die man da hat und das ist halt auch ein ganz wichtiger Ansatz für unsere Beratungs- und dann auch Qualifizierungskonzepte, gemeinsam mit den Unternehmern diese Themen, die ja meistens bekannt sind, anzugehen, Lösungsangebote zu erarbeiten, die aber immer wieder auf die Handelsmarke einzahlen und nicht auf die Marke des Herstellers. Das ist für mich wichtig. Also ich möchte, dass wir in Zukunft, weil die Frage wird ja sicherlich kommen, wie wird das in der Zukunft ausschauen. Ich glaube, jedes Handelsunternehmen hat es an der Hand, dafür zu sorgen, dass die Nachfrage auch in den nächsten 10, 15, 20 Jahren noch da ist. Im Grunde weiß es ja jeder Unternehmer oder Entscheider, dass es so ist und wie formuliere ich das richtig? Positive Beispiele gibt es ja genug, weil das halt genau die erfolgreichen sind. Die sind erfolgreich, weil die im Team fungieren und mindestens das Top-Management oder das Management sehr gut aufgestellt ist und dann mindestens gut runterdelegieren kann. Im Zweifel geht es dann halb bis runter bis auf jede Ebene, dass die Mitarbeiter qualifiziert sind, auch im Team wirklich zu arbeiten und gemeinsam ranzugehen. Das sind dann immer so die Beispiele mitgerecht und das sind auch gar nicht so wenige, aber es sind weit nicht genug, um der Herausforderung des Handels in den nächsten Jahren wirklich gerecht zu werden, denke ich mal. Offen ausgesprochen hat die Branche in den zurückliegenden Jahren viele Themen verschlafen. Du sprichst die richtigen Punkte an. Es gibt Unternehmer, die, ich sag mal, ein gewisses Allgemeinwissen haben, die sich in ihrem Unternehmen halt nicht nur mit KPIs, mit Kennzahlen beschäftigt oder mit Organisationsentwicklung, sondern auch ein Menschenverständnis hat und die richtigen Leute an Bord holt und die richtigen Leute auch steuert. Nehmen wir mal beispielsweise wieder Oliver. Es gibt auf der anderen Seite größere Handelsgruppen, wo der verantwortlich oder die verantwortliche Führungskraft, ich sag mal, sich ein wirklich gutes Team aufbaut. Gibt es auch einige Beispiele, ich hatte vorhin Niklas Dunning gesagt, es gibt hier in München eine Geschäftsführung bei der MAHAK, die auch sehr gut aufgestellt ist, die diese Themen gerade synchronisiert. Also es gibt auch die Unternehmer, die sagen, okay, ich habe nicht die Kompetenz in allen Bereichen, aber ich sorge dafür, dass ich die richtigen Kompetenzen aufbaue. Exakt. Und das ist Entrepreneurship. Das ist, wie finde ich die richtigen Talente für mein Unternehmen und das funktioniert mit charismatischen Führungskräften. Also ich kenne selten topqualifizierte Menschen, die sich rein über ein Gehalt in ein Unternehmen einsteuern lassen. Aber ich kenne sehr viele, die sagen, ich habe die Chance gesehen, ich habe die Motivation dazu, ich möchte mich beweisen, ich möchte zeigen, dass es funktioniert. Und diese Talente gilt es zu suchen, zu qualifizieren, zu fördern und dann auch entsprechend einzusetzen und natürlich auch zu halten. Und das ist ein Thema, was, ich habe das mal vor ein paar Jahren auf einem Vortrag gesagt, ich habe gesagt, weißt du, ich kenne eine Menge Unternehmer, Tim, die reisen auf die Automechanika, weil sie die neue Hebebühne brauchen. Die nehmen ihren Serviceleiter mit und noch den Teilemann und noch vielleicht noch den kaufmännischen Leiter und dann kaufen die da zwei Hebebühnen. Und teilweise werden Personalgespräche für Führungskräfte innerhalb von einer oder zwei Stunden abgefrühstückt. Komm, den stellen wir jetzt ein. Also es ist, teilweise wird mehr investiert in eine Sachanlage des Unternehmens als in einen Mitarbeiter. Und du verstehst mich bitte, es ist mein Berufszweig. Ich bin Menschenentwickler, ich bin jemand, der die Unternehmen dabei begleitet, das vorhandene Personal entsprechend zu entwickeln. Deshalb breche ich dafür eine Lanze. Natürlich ist eine Hebebühne auch sinnvoll und richtig und wichtig und produktiv, aber die Verhältnismäßigkeit ist für mich manchmal nicht in dem Sinne, was die Aufgabenstellung am Ende des Tages verdient. Ja, sorry. Ja, es ist ein plakativer Vergleich, aber der ist ja so passiert und der passiert ja so, das ist das Schlimme dabei. Ich bin auch ein riesen Fan davon, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen im Kontext seiner Kompetenz und seiner Aufgabe, die bestenfalls dazu passt. Ich glaube, dass das im Handel bei der einen oder anderen Gruppe inzwischen auch durchgesickert ist und da halt auch Wert drauf gelegt wird. Aber das ist halt noch die Spitze des Eisbergs. Da ist doch ganz viel Potenzial da, weil in der Branche arbeiten eine Menge Menschen und da gibt es noch ganz viel zu holen. Und wenn das nicht getan wird, könnte die Zukunft interessant werden, sagen wir mal so. Ja, absolut. An der Stelle wechseln wir mal neben dem Blick aus dem Rückspiegel raus und machen das Fernlicht an und gucken nach vorne. Wie sieht die nahe Zukunft im Handel, im Premium- und Luxussegment so aus? Ja, rosig. Also, ich begleite gerade einige Porsche Zentren dabei, das Team aufzustellen für Porsche Destination. Und entschuldige, dass ich immer wieder Porsche erwähne, aber die machen ihren Job halt verdammt noch mal richtig gut. Und die können an vielen Stellen auch Beispiel sein für die anderen. Wenn sie dann bereit wären mal, ich sage mal, den Hut des Selbstbewusstseins auszuziehen und mal zu schauen, was machen denn die anderen. Die sind auf dem Weg, das Autohaus in eine neue Dimension zu bringen, nämlich eine Begegnungsstätte von Fans. Es wird nicht mehr der Autoverkauf in den zentralen Mittelpunkt gestellt, sondern mehr, wir schaffen ein Forum, wir schaffen einen Raum für die Fans der Marke. Das haben auch einige andere Dealer geschafft. Also, wenn ich mir mal die Lamborghini und Bentley und Aston-Martin-Betriebe in Deutschland anschaue oder Bad Dörr in der Motorwelt, McLaren. Es geht mehr darum, in der Zukunft dem Menschen den Raum zu geben, sich mit seinem Produkt in einem adäquaten Umfeld auch zu präsentieren. Wir leben leider in einer Welt, und das wird sich verstärken meines Erachtens, dass sich die Welt, die Automobilwelt in zwei Lager trennen wird. Wir werden die totalen Verfechter haben der Elektromobilität oder des nicht mehr Autofahrens, also der alternativen Fortbewegungsmittel wie Jobrad und DriveNow etc. pp. oder öffentlicher Nahverkehr oder Bahn, sollte es denn mal richtig funktionieren. Und auf der anderen Seite werden wir die Petrolheads haben, die nach wie vor am Samstagabend mal sagen, okay, ich fahre heute mal noch einmal um den Starnberger See oder ich bespreche mich mit ein paar Freunden und fahre mal, wie ich es jetzt auch vor wenigen Wochen gemacht habe, ein bisschen über die wunderschönen Straßen rund um die Dolomiten. Also ich glaube, dass wir den Kunden mehr Erlebniswelt schaffen müssen und mit Kaffee und Cars beispielsweise auch Veranstaltungen, wo man sich auch wieder traut, mit seinem 700 oder 800 PS Auto hinzufahren. Wir werden zunehmend mehr in die Personalentwicklung investieren müssen, weil wir in eine extrem heterogene Welt kommen. Also wenn ich mir Porsche angeschaut habe 1998, 96, 98, als der 996 auf die Straße kam, erster wassergekühlter Motor bei Porsche, da war ein Porsche-Kunde, ich sag mal tendenziell gefühlt 55 Jahre alt, der hat sich seinen Lebenstraum erfüllt, hat sich einen 911er gekauft, dann irgendwann später kam ja Cayenne etc. Pipette dazu und heute haben wir ja, Tim, die Bandbreite von Ende 20 bis in die 60 hinein, die ein Auto kaufen. Ich habe vor wenigen Wochen, ich coache im Moment einen Juniorverkäufer hier bei Lamborghini in München und ich habe meinen Termin dort wahrgenommen und im gleichen Kontext hat ein Kollege von ihm einen Huracan STO ausgeliefert. Der junge Mann war maximal, also er war garantiert noch unter 30, hat seine Freundin dabei gehabt, die hätten wir normalerweise vermutlich in einem VW oder Toyota oder Peugeot Autohaus erwartet und die haben dort ein Fahrzeug in der Größenordnung plus 300.000 Euro in Empfang genommen. Also das heißt, wir müssen dieses Spektrum und die Erwartungshaltung, die dahinter steht, breiter machen. Es ist nicht mehr der Kunde, der heute das Auto kauft, sondern die Bandbreite ist gigantisch groß im Premiumsegment. Und da, auch für gestandene Verkäufer, wir haben ja im Luxussegment teilweise auch Verkäufer, die machen das schon 20, 25, 30 Jahre lang und die sagen, ja ich habe dem jetzt den 40. Wagen verkauft und er hat eine Sammlung mit 80 Autos. Aber es kommen auch diese Internetstars, die YouTuber, die Influencer, die jungen Erben kommen in die Läden rein. Die haben eine ganz andere Erwartungshaltung an das Personal, an den Service, an die Attitude, an das Verhalten, an die Angebote, die geliefert werden müssen. Also wir machen beispielsweise mittlerweile Auslieferungspartys. Also wenn jemand sein Auto abholt, dann kann der seine fünf, sechs besten Freunde einladen oder Freundinnen einladen, gibt es ein kaltwarmes Buffet. Da gibt es jemand, der das Ganze mit Video ausnimmt. Wir lassen über den Betrieb eine Drohne fliegen und dann kriegt der der Kunde, der sein Auto abholt, am Tag darauf ein richtig cooles Video, das er dann auch ins Netz stellen kann. Also das sind Ideen, da würde sich einer in meiner Altersklasse davor sträuben, der würde sagen, Gottes Willen, mag ich nicht. Aber ich glaube, das ist genau für die jungen Leute das Thema. Und ich habe ja den Kontakt zu den drei, ich sag mal zu den drei Gründern von Mile Festival hier in München, die ja, sorry Jungs, aber wirklich drei Jahre lang hier die Stange gehalten haben und haben dann dieses tolle, tolle Event auf die Beine gestellt. Und wenn du dort gesehen hast, wer dort hingekommen sind, nochmal 23.400 zahlende Zuschauer an den drei Tagen für so eine Automobilmesse, die erstmalig auf den Boden gestampft wurde, also ganz, ganz großes Kompliment. Aber schau dir die Leute an, wie hoch die Motivation ist, wie hoch die Begehrlichkeit ist zum Thema Automobil. Also ich glaube, dass das Top-Segment eine riesige Chance hat, eine riesige Zukunft hat, wenn die Marke und das Handelsunternehmen stärker zusammenarbeitet, wenn die die Gräben zwischen sich zuschütten und gemeinschaftlich an dem wichtigsten Thema arbeiten, nämlich den Kunden zufriedenzustellen. Und wenn das funktioniert, glaube ich fest dran, dass wir in 20 und in 30 Jahren noch ein Porsche, ein Lamborghini, ein Bentley, ein Aston Martin und ein McLaren Autohaus aufschließen werden. Und das Dass es da Verkäufer gibt, die eins zu eins Kunden beraten und dass es Serviceberater gibt, die die Probleme mit den Kunden diskutieren und Mechatronikerinnen und Mechatroniker gibt, die Reifen aufziehen und Inspektionen machen. Ich glaube da fest dran. Du hast mir schon die Überleitung quasi für meine nächste Frage hier an die Hand gegeben, die da gewesen wäre. Verkaufen wir in 20 Jahren noch Autos bzw. warum wird das Premium- und Luxussegment dann immer noch funktionieren und was ist daran anders? Jetzt hast du schon so einen Teil der Antwort vorweggenommen, das ist auch eine jüngere Generation, veränderte Käuferschicht. Gibt es da noch was deiner Meinung nach? Wenn du mir ein paar Minuten Zeit gibst, ich habe vor wenigen Wochen einen Testkauf gemacht. Ich bin mit der Story reingekommen, meine Tochter macht den Führerschein, ich wollte ihr einen Mini kaufen und die möchte einen Land Rover Evoque. Das war meine Story. Ich war in zwei Betrieben, einmal Premium-Betrieb und einmal der größte Land Rover Jaguar-Händler der ganzen Welt. Das größte Autohaus, was es gibt. Ich sage keinen Namen, aber so viel dazu. Und ich bin in beiden Betrieben weder angesprochen worden, obwohl es Empfangspersonal gab. Ich habe an dem Auto zehn Minuten gearbeitet, drin gesessen, vorne gesessen, hinten gesessen. Dann habe ich irgendwann eine Kollegin angesprochen und gesagt, Entschuldigung, könnten Sie mir bitte einen Verkäufer rufen? Ja, werden Sie noch nicht bedient? Nein, dann rufe ich ihn ein. Dann ruft mir nach fünf Minuten die Dame in den Rücken hinein, so Sie können jetzt nach oben gehen, der Verkäufer wartet auf Sie. Wahnsinn. Dann bin ich die Rolltreppe hoch und dann kam ein junger Mann auf mich zu. Ich beschreibe ihn jetzt nicht mal detailliert, aber in einer Ausstattung, also von einer hochwertigsten Uhr über die trendigsten Sneaker, die nicht unter 600, 800 Euro zu bekommen sind. Der hat mich weder vernünftig begrüßt, der ist auf mein Thema nicht eingegangen, der hat keinen Namen von mir, der hat keine Adresse von mir, der hat keine Telefonnummer von mir. Und das ist mir an einem Tag, lieber Tim, zweimal passiert, aber unisono identisch. Und dann muss ich sagen, wenn mir das als Kunde passiert, dann frage ich mich, was muss passieren, dass ich mir das noch einmal antue und es in einem dritten Autohaus versuche oder ob ich dieses Auto, sofern es den digitalen Weg gibt, dieses Auto digital bestelle. Und das ist einfach die Frage. Also die Frage wird mir ja immer wieder gestellt, Gregor, verkaufen wir in 5, in 10, in 15, in 20 Jahren noch Autos? Und ich sage es jedem Einzelnen, es liegt an dir. Es liegt einzig und allein an dir. Der einzige Mensch, der es bewegen kann, sitzt gerade auf deinem Stuhl, weil mit der Arbeit, die du heute für den Kunden erledigst, entscheidest du, ob er noch mal zu dir kommt. Und ich habe leider in meinem Umfeld sehr, sehr, sehr viele negative Erfahrungen gemacht. Du musst dir mal eins überlegen, Tim, nimm mal so einen, nehmen wir mal wirklich High-End-Premium-Segment. Der versteuert im Jahr eine Million. Wenn du dir mal runterrechnest, dass der zwei Stunden in einem Autohaus ist, dann investiert der für diese zwei Stunden Autohausbesuch mehr als 1.000 Euro, ja? Der bringt 1.000 Euro Lebenszeit mit in dieses Unternehmen. Und die Frage ist doch, was bekomme ich nach zwei Stunden Aufenthalt im Autohaus mit Probefahrt und Konfiguration, was mir rechtfertigt, 1.000 Euro meiner Lebenszeit zu investieren? Oder setze ich mich lieber eine halbe Stunde an mein iPad, konfiguriere mir das Auto, konfrontiere das Autohaus mit einem Konfigurier-Code und sage, okay, wann liefert ihr, zu welchem Preis? Wann? Ja, Wahnsinn. Das ist die Überlegung. Also die Frage beantworte ich dir, klar ist klar, es liegt an jedem Einzelnen. Vielleicht nicht bei dem letzten Volumenmodell, vielleicht nicht bei dem letzten Großkundenauftrag, aber wir reden heute über Premium- und Luxussegmente und Land Rover ist für mich auch ein Premium-Produkt. Und bitte, erwarte ich einfach, dass ich markenadäquat bedient und betreut werde. Und ich habe vier Stunden Zeit investiert in die beiden Testkäufe und da muss ich sagen, ich kenne meine Tagessätze, das war schlecht investiertes Geld. Das fände ich besser. Das macht’s. Ja, aber gerade dieses Beispiel, ich kenne es von mir, weil ich gehe gelegentlich auch einfach mal in Autohäuser, wenn ich mal Zeit haben sollte und gucke mal ein bisschen rum, weil ich kriege ja eh nicht genug von Autos, dann kann ich auch mal Neuwagen gucken und dann, wir haben ja einen ganz anderen Blick auf die Sache, wir achten ja auf Dinge und ich habe auch diverse Beispiele, nicht angesprochen worden zu sein, bei diversen Marken, ob normal oder Premium, ist egal und ich glaube auch viele unserer Hörer kennen das Gefühl auch selber. Interessanterweise wissen ja auch die meisten Inhaber und Unternehmer wissen das ja auch, die wissen drum, glauben aber nicht, dass es bei denen so passiert. Ich bilde ja mit meinem Team sehr viele Führungskräfte aus und es ist erstaunlich, wir haben meistens so einen Performance-Check im Vorfeld, da geht es um Eigen- oder Fremdbewertung der Tätigkeit beispielsweise eines Verkäufers und glaube es mir Tim, interessanterweise höre ich immer wieder, ja ich kann meinen Verkäufer gar nicht bewerten in der Frage, wie gut führt er die Bedarfsanalyse durch, da sage ich, wieso nicht, ja ich sitze ja nicht nebendran und da sage ich, wieso sitzt du nicht nebendran, wieso weißt du das nicht, ja ich weiß ja nicht, ob der in der Preisverhandlung preisstabil ist oder ob der gleich nachgeht, wo ich frage, wieso weißt du das nicht, ja ich sitze nicht nebendran, das heißt wir haben teilweise Führungskräfte, die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt, dafür habe ich keine Zeit, ich habe andere Aufgaben und und und, aber das ist ja genau der Kontext. Ich glaube, dass die beiden Kollegen, die mich so bedient haben jetzt in diesen beiden Autohäusern, dass die innerbetrieblich angesehene junge Leute, es waren zwei Männer, zwei junge Leute, ich glaube, dass die innerbetrieblich gut aufgestellt sind. Ich glaube auch, dass die mit ihren Bestandskunden einen guten Draht haben, aber sie sind vielleicht auch jetzt durch die aktuelle Lage, Lieferzeit und soll ich dem jetzt das Auto erklären, ich kann das sowieso nicht liefern und und und und, der eine sagt zu mir, wann macht denn ihre Tochter den Führerschein, da habe ich gesagt, in einem halben Jahr, das sagt der wörtlich zu mir, dann kommen wir nicht zusammen, wir haben eine Lieferzeit von einem Jahr. Okay. Ja, verstehst du und wenn das niemand im Team reflektiert, wenn das ein Verkaufsleiter oder eine Führungskraft nicht wahrnimmt, kann er ja nicht darauf einwirken. Das heißt, auch da ist ja unser Thema in den Führungsveranstaltungen, wir müssen näher an diese Teams wieder ran, Serviceberater, After-Sales-Leiter, wir müssen Verkaufsleiter näher an die Verkäufer führen, weil das Thema ist, jetzt war es bei mir ein motivierter Testkauf, aber was macht ein tatsächlicher Interessent nach so einer Situation? Was anderes. Komplett anders, ja. Du, wir springen jetzt schon in die Abschlussfragen, weil unser Gespräch ist super schön, aber wir müssen jetzt langsam die Kurve kriegen, die Abschlussfragen, da habe ich drei Stichworte für dich mit der Bitte um kurze Antworten dazu, bevor es den Klassiker an Abschlussfragen gibt natürlich. Also, die drei Stichworte. Kurze Meinung zu Digitalisierung im Autohandel? Ein interessantes Tool, um den klassischen Verkauf zu unterstützen. Okay. Das kommende, möglicherweise kommende Agenturmodell. Für mich vor zwei Jahren erstmals mit dem Audi- und Volkswagen-Händlerverband diskutiert, intensiv diskutiert, wenn da nicht sauber genug nachgearbeitet wird, bedeutet es für viele Händler, nicht für große Autohandelsgruppen, aber für viele kleinere Betriebe, KMU-Betriebe, den Untergang. Mittelfristig. Okay. Antriebskonzepte. Ich habe da so ein Gefühl. Ich bin glücklicherweise 61 Jahre und ich sage, mein automobiles Leben ist absehbar und von daher sage ich, ich bleibe, solange es geht, in den klassischen Antriebskonzepten unterwegs. Ich habe eine sehr differenzierte Meinung zu dem Thema E-Mobilität. Es ist natürlich ein fantastisch begeisterndes Produkt. Ich hatte die Gelegenheit, Taycan Turbo S zu fahren. Es ist atemraubend, was das Auto mit einem anstellt, wobei ich hier in einem nicht unattraktiven Münchner Vorort lebe und sowohl in meinem Wohnhaus, das ist ein Mehrparteienhaus, neun Parteien mit sehr, ich sage mal, auch vermögenden Menschen, ehemalige Vorstände. Es gibt keine einzige Ladesäule in der Tiefgarage. Hier in meinem Büro gibt es 24 Tiefgaragenstellplätze. Das Haus ist zwei Jahre alt. Es gibt nicht eine einzige Ladestation. Ich glaube an das. Ich könnte mir vorstellen, dass das mit den Produkten funktioniert. Ich habe große Zweifel mit der Infrastruktur. Danke. Hier gegenüber, genau diagonal, sind zwei Ladestationen und ich schaue hier immer aus dem Fenster raus, 24-7 sind die besetzt mit irgendwelchen Autos. Also ich habe gar keine Chance, auch durch mein berufliches Leben mit weit über 50.000 Kilometer im Jahr und Fahrten fünf, sechs Stunden von Kunden und zurück, weil deutsche Bahn geht nicht, funktioniert nicht, ich habe es mehrfach versucht, ich bin immer wieder gescheitert. Flugverkehr ist enorm teuer. Ich habe einen Flug jetzt nach Hamburg, da kostet mich der Mietwagen da oben dann für drei Tage 500 Euro. Also es spricht die Logik dafür, aber leider die Praxis dagegen. Also du siehst, ich bin da sehr gefangen. Ich würde gerne etwas mehr für die Umwelt tun, wäre ich wirklich sehr, sehr gerne bereit, aber dann muss auch die Infrastruktur geschaffen werden. Okay, dann, wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto, also wirklich zu Hause rausgehen, reinsetzen, Tür zu, Ziel angeben, Zeitung lesen, egal wo, aussteigen, da sein? Nach Möglichkeit nie. Und ich beantworte dir die Frage mit einem ganz einfachen Kontext. Einer der höchsten Werte in meinem Leben ist Autonomie. Ich bin vermutlich selbstständig geworden, nachdem ich innerhalb der BMW AG wirklich ein wunderschönes Arbeitsumfeld hatte, ich hatte eine hohe Verantwortung für die Region Norddeutschland. Ich habe ein exzellentes Personalgespräch gehabt mit Entwicklungsplan und habe mich trotzdem entschlossen, 1996 aus diesem Unternehmen auszusteigen und in eine Ein-Mann-Gesellschaft einzutreten, weil mir die Selbstständigkeit, die freie Entscheidung das Wichtigste ist im Leben. Und von daher möchte ich bis zum letzten Tag. Aber du bist ja frei, du bist ja frei, das Ziel anzugeben, du fährst nur nicht selber. Komm, hau mal eine Zahl, eine Jahreszahl aus, weil du dir vorstellen kannst, wann das funktionieren könnte. Also ich glaube, dass wir aufgrund der Technologie, und jetzt gehe ich wieder wie bei der Elektromobilität vom Fahrzeug aus, ich hatte vor einigen Jahren einen Volvo, der schon teilautonom gefahren ist, ich bin aktuell einen Audi S6 gefahren mit, also da musste ich das Lenkrad manipulieren, dass der dann auch mal aufhört zu klingeln, der fährt schon relativ stabil autonom. Also ich glaube, dass wir technisch in der Lage sind, innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre Produkte zu liefern, die autonom fahren können. Auch hier ist es wieder das Thema Infrastruktur, ich glaube, dass es in Ländern wie USA und vielleicht auch in Südkorea, in Seul in wenigen Jahren möglich ist, ganz einfach, weil auch die digitale Infrastruktur stimmt. Solange ich mit meinem Auto hier durch Deutschland fahre und mit einem Telekom-Netz ständig Abbrüche habe in der Funkverbindung, habe ich noch meine Zweifel, ob es funktioniert. Und was wir hier in Deutschland auch haben, und ich hoffe, das gibt es noch sehr, sehr lange, sind die großen Geschwindigkeitsunterschiede zwischen LKW und linker Spur. Ich war mal für drei Wochen in Schweden mit dem Wohnmobil unterwegs, da bin ich mit 90 über die Autobahn, dann fuhren die LKWs 80 und die anderen fuhren vielleicht 100 oder 110. Wir haben eine Bandbreite im Prinzip auf der linken Spur 200 plus und rechts fährt ein LKW mit 80. Also ich glaube, dass die Rahmenbedingungen in Deutschland für den PKW-Verkehr sehr schwierig zu handeln sind. Im LKW-Verkehr, also wenn du sagst, wir schicken so einen 7,5 Tonner plus auf die Autobahn, ich glaube, da werden wir relativ schnell dabei sein. Also auch hier wieder, technisch, produktseitig relativ schnell, Infrastruktur wie bei der Elektromobilität habe ich noch wirkliche Zweifel, wirkliche Zweifel. Ja, ganz lieben Dank, lieber Gregor. Sehr, sehr gerne, sehr, sehr gerne. Hat mir großen Spaß gemacht und hat mir auch wieder einige Erkenntnisse so gebracht und hat mich in einigen Dingen, die ich so empfunden habe, auch bestärkt, dass es auch nicht irgendwie Fantasie ist, sondern ein bisschen kennt man ja die Branche dann auch, aber ich finde es immer ganz toll, sich mit Spezialisten dann auch auszutauschen und du bist ja auch gerade in der, ich nenne das jetzt mal verkürzten, Coaching-Menschenentwicklung in der Branche ja viel weiter drin und das ist auch eine ganz, ganz tolle, wichtige Sache. Damit sind wir für den Podcast für heute durch. Da bleibt uns nicht viel zu sagen, außer ja, danke, dass ihr dazu gehört habt wieder und macht’s gut, bis bald. Gregor und ich, wir sagen Tschüss. Ja, danke, Tschüss und weiterhin für alle, die zuhören im Automobilhandel sind, weiterhin wirklich gute Geschäfte und Zukunftsfähigkeit für alle. Danke. Ganz genau.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.