Einleitung
In der neuesten Folge von „Benzingespräche“ begrüßt Tim Klötzing Andreas Weber, den Inhaber der Weber Mobilitätsgruppe. Gemeinsam tauchen sie in die Welt der Automobilwirtschaft ein und beleuchten die innovativen Ansätze, die die Weber Mobilitätsgruppe zu einem Vorreiter in der Branche machen.
Die Anfänge der Digitalisierung
Andreas Weber berichtet, dass die Digitalisierung in seinem Unternehmen kein spontaner Prozess war, sondern ein über Jahre entwickelter Ansatz. Bereits 2015 begann die Weber Mobilitätsgruppe mit der Gestaltung ihrer ersten Digitalstrategie, die 2017 unter dem Titel „Überholspur“ konkrete Formen annahm.
Herausforderungen im Projektmanagement
Ein zentrales Thema, das Weber anspricht, ist die Einführung von Projektmanagement im Autohaus. Traditionell sind Autohäuser nicht auf Projektmanagement spezialisiert, da viele Prozesse von den Herstellern vorgegeben werden. Doch mit zunehmender Autonomie der Händler wird Projektmanagement immer wichtiger.
Der Weg zur erfolgreichen Softwareeinführung
Weber teilt seine Erfahrungen mit der Einführung neuer Softwarelösungen. Anfangs wurden Programme ohne professionelle Unterstützung eingeführt, was zu Rückschlägen führte. Erst durch die Etablierung eines dedizierten Projektmanagements konnte die Weber Mobilitätsgruppe Software erfolgreich implementieren.
Die Rolle der Mitarbeiter
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Digitalisierung war die Einbindung der Mitarbeiter. Weber betont, dass viele Ideen mittlerweile aus dem Team selbst kommen, was die Akzeptanz neuer Technologien erheblich erleichtert.
Ein Blick in die Zukunft
Abschließend wirft Weber einen Blick auf die Zukunft der Mobilität und die Rolle seines Unternehmens darin. Mit einem breiten Portfolio von Autos über Motorräder bis hin zu E-Bikes ist die Weber Mobilitätsgruppe bestens aufgestellt, um den vielfältigen Mobilitätsbedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Digitalisierung im Autohaus
- Projektmanagement in der Automobilwirtschaft
- Erfolgreiche Softwareeinführung
- Mitarbeiterbeteiligung und Innovation
- Zukunft der Mobilität
Key Takeaways:
- Die Digitalisierung ist ein langfristiger Prozess.
- Projektmanagement ist entscheidend für den Erfolg neuer Technologien.
- Einbindung der Mitarbeiter fördert die Akzeptanz von Innovationen.
- Die Weber Mobilitätsgruppe bietet umfassende Mobilitätslösungen.
- Kontinuierliche Anpassung an Marktveränderungen ist unerlässlich.
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Benzingespräche – der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Ja, und heute steigen wir direkt ein. Ich möchte nämlich herzlich willkommen heißen den Andreas Weber, Inhaber der Weber Mobilitätsgruppe und auch anderen Unternehmen. Kommen wir später noch drauf. Hallo Andreas. So, hallo Tim. Hallo an die Zuhörer. Ja, sehr schön. Schön, dass wir da sind sozusagen. Das hat so ein bisschen eine Vorgeschichte, wenn man so will. Erstmal kennen wir uns sowieso von hier und da, von Events, vom Sehen und vom Sprechen. Aber vor einigen Monaten hatte ich auch schon mal das Glück mit deiner Frau Tamara im Kontext Künstliche Intelligenz und ich sag mal auch so euren unternehmerischen Ansätzen mit dem Thema, dass ich sie mal interviewen konnte und das war schon wirklich echt total interessant. Und das ist ja auch durchaus ein Führungsthema und da wollte ich auch noch mal mit dir sprechen und dich auch mal so befragen. Ihr seid ja nun mal nicht ganz klein und was euch und euer Unternehmen auf der einen Seite so professionell und gleichzeitig so agil macht. Ja, also das ist nichts, was wir von jetzt auf nachher eingeführt haben und dann hat es funktioniert. Das ist natürlich auch ein jahrelanger Prozess. Ach, kein Schalter, den ihr umgelegt hast, einfach so. Wenn es so wäre, wäre es schön, ja. Also ich sag jetzt mal, wir haben 2015 angefangen, unsere erste Digitalstrategie zu machen. Die ist damals Überholspur 2017 und dann haben wir wirklich auch begonnen, ja ich sag jetzt mal, in dem Projektmanagement IT-Themen umzusetzen im Autohaus. Ich muss jetzt sagen, Autohaus kann eigentlich fast alles außer Projektmanagement. Also man lernt weder in der Verkaufsleiterausbildung noch in der Serviceleiterausbildung irgendwo mal das Thema Projektmanagement. Weil man hat es in der Vergangenheit auch nicht wirklich gebraucht, mal die ganzen Prozesse von den Herstellern, ja ich sag jetzt mal, mundgerecht serviert bekommen. Und jetzt ist es eigentlich immer mehr so, dass die Hersteller, ja ich sag jetzt mal, auch ihre eigenen Themen haben, dem Handler mehr Luft lassen, um eigentlich auch eigene Wege zu finden. Und jetzt wird das Thema auch langsam interessant und wir haben angefangen natürlich, um auf deine Frage zurückzukommen, viele Fehler gemacht. Wir haben halt gesagt, komm hier Serviceleiter, führ mal das oder das Programm nebenher ein oder Verkaufsleiter. Und da haben wir beim ein oder anderen Programm auch Schiffsbruch erlitten. Das lag ja nicht unbedingt am Programm, aber wir haben es halt einfach nicht professionell eingeführt, muss ich sagen. Wir haben dann irgendwann begonnen, das wirklich an ein professionelles Projektmanagement zu hängen. Also jemand, der sich dann nur um die Einführung vom Programm gekümmert hat, sonst nichts. Der, ich sag jetzt mal, den Lieferanten auf die Füße gestanden ist, der den Mitarbeitern auf die Füße gestanden ist und halt dafür gesorgt hat, dass jeder den gleichen Wissenstand hatte und dass man dann auch eine gewisse Disziplin dann hat. Und das war so der Anfang. Das war am Anfang ja nicht ganz einfach. Klar, das mag keiner, wenn man neben einem auf die Füße steht, aber seitdem ist es uns dann ganz gut gelungen, Software erfolgreich einzuführen. Und da kam dann irgendwann so eine Dynamik rein, dass einfach auch dann, wenn die Software richtig läuft, die Mitarbeiter auch mehr Werte erkannt haben. Die gesagt haben, okay, eigentlich macht mir das, also das funktioniert in der Regel nicht sofort. Das kommt dann irgendwann ein paar Wochen, ein paar Monate nach Einführung, dass dann der Effekt kommt von den Mitarbeitern und sagt, hey, eigentlich ist das schon ein cooles Programm, was der Chef daraus gesucht hat. Das erleichtert mir dann das Leben doch. Und mittlerweile haben wir eine gewisse Dynamik, dass nicht nur der Chef auf irgendwelche wilden Ideen kommt, sondern dass mittlerweile auch die Ideen von den Mitarbeitern kommen. Und das ist ganz wertvoll, dass die sagen, hey, man könnte das doch noch automatisieren, man könnte da doch eine KI dahinter packen. Also mittlerweile ist es eher so, dass das Projektmanagement da eben hinterherarbeiten ist, weil halt wirklich viele tolle Ideen da sind aus dem Team raus. Und das ist natürlich das Beste, wenn eine Idee aus dem Team rauskommt, dann brauche ich niemanden davon überzeugen, weil die sind dann schon überzeugt, wenn sie so eine Idee bringen. Super spannend, weil das ist ja echt eine total wertvolle Erfahrung, dass quasi man über so einen Berg drüber muss, bis es angenommen wird, bis die Menschen auch verstehen, hey, das tut uns gut. Und dass dann so intrinsisch dann auch aus dem eigenen Bestand, aus den eigenen Menschen so rauskommt, das ist natürlich echt geil. Ja, das ist auch wirklich so. Als wir damals mit Robot Prozess Automation angefangen haben, also wirklich so ein Art Software Roboter, der die Prozesse automatisch ausführt, hat das in der Theorie jedem erklären können. Aber richtig den Mehrwert verstanden haben die Leute eigentlich erst, wenn man wirklich ein Projekt in ihrer Abteilung umgesetzt hat und dann ihnen wirklich eine lästige Arbeit, wo keiner wirklich Bock drauf hat, abgenommen hat. Und dann kommen auch die Ideen plötzlich. Aber es ist wirklich dieses Erfahren. Also ich sage jetzt mal, wie die Probefahrt beim Autokauf. Ich kann noch und nöcher ein Prospekt angucken von einem Auto. Erst wenn ich ein Auto wirklich erlebt habe und erfahren habe, bin ich dann auch begeistert vielleicht von dem Fahrzeug. Ja, kommen wir, ich denke, kommen wir gleich nochmal drauf. Wir müssen erstmal jetzt den Klassiker hier bei mir im Podcast, den Blick in den Rückspiegel werfen. Und da brauchen wir erstmal, nicht jeder kennt dich möglicherweise, lieber Andreas. Stell dich doch mal irgendwie ein paar Sätzen vor. Ja, also Andreas Weber, ich habe irgendwann mal Wirtschaftsingenieurwesen studiert in Ingolstadt und parallel dazu eine Ausbildung gemacht als Kfz-Mechaniker. Das war damals ein neuer Studiengang, war echt spannend. Danach war ich eine Zeit lang bei Audio of America im Product Support. Das war für mich sehr wertvoll, weil ich auch mal die Herstellerseite kannte, also gerade im Bereich Gewährleistungen und Abwicklung und sonstige Themen, Schadenstisch. Da war einer meiner Chef-Chefs, ein gewisser Dr. Martin Winterkorn, also der eine oder andere kennt ihn vielleicht noch, der damals diesen Qualitätszirkel geleitet hat von Audi. Also es war eine spannende Zeit und danach ging es dann schon ins Autohaus und mittlerweile verheiratet, drei Kinder, ein Hund, zwei Schildkröten. Also es ist immer was geboten irgendwo, genau. Du bist ja schon echt lange in dem Autohaus, mit 23 Jahren. Das ist ja Wahnsinn, aber da habe ich gleich noch ein paar Fragen zu. Sagen wir erstmal vielleicht nochmal so zwei, drei Key Facts zu eurer Autohausgruppe. Ich habe hier auf eurer Website stehen, wirklich eindrucksvolle Zahlen. 760 Mitarbeitende, ihr habt zehn Standorte, macht um die 10.000 verkaufte Autos im Jahr? Ja genau, die Hälfte davon Gebrauchte, die Hälfte Neuwegen. Das ist also so die Autohausschiene. Wir haben dann noch bald drei Motorradhäuser, also wir werden demnächst in Hilsingen bei Singen am Bodensee eröffnen. Wir haben da die Marken BMW, Yamaha und neu jetzt auch Lambretta, also die Roller kommen wieder. Dann sind wir E-Bike Hersteller, also wir bauen eigene E-Bikes mit der Marke Waldbike. Da sind wir jetzt gerade dran, auch in die Schweiz und nach Österreich zu expandieren und bauen da gerade unser Händlernetz auf. Auch sehr spannende Geschichte. Und wir haben schon seit Jahren unsere eigene Fuhrparkmanagement- und Dienstleistungsgesellschaft, wo wir sehr stark im Logistikbereich sind, wo knapp 50 Fahrer europaweit Autos verbringen, die auch noch andere Dienstleistungen erbringen. Also wirklich rund um die Mobilität aufgestellt und die Idee dahinter ist eigentlich, dass wir sagen, wenn ein Kunde von uns irgendwie mobil sein will, in welcher Form auch immer, haben wir die richtige Lösung für ihn. Also im Ruhrpott platt, kauft er kein Auto, kriegt er einen Roller, kriegt er keinen Roller, kriegt er ein E-Bike. Und am liebsten sind wir die Kunden, die alles drei brauchen. Ja, sehr gut, sehr gut. Ja, du bist jetzt seit recht genau 23 Jahren Geschäftsführer im Betrieb. Erstmal so offene Fragen. Wie blickst du auf diese Zeit, so die letzten 23 Jahre, so zurück, so vom geistigen Auge? Ja, es hat sich natürlich viel getan. Das war so eine Zeit, wo man doch stolz war, dass man mal Internet hatte oder so. Da hat sich natürlich viel getan seitdem. Ja, man merkt auch, die Veränderungen werden immer schneller. Und wenn ich jetzt nochmal allein die letzten zehn Jahre davon angucke, wir hatten eigentlich kein normales Geschäftsjahr die letzten Jahre. Also es war immer irgendwas, es war Lehman Brothers, es war Diesel-Thematik bei VW, es war WLTP-Thematik, es war Corona. Also eigentlich sind wir in den letzten Jahren, vor allem im Autohandel mit der Marke VW und aus dem VW-Konzern, wir hatten eigentlich jedes Jahr irgendein neues Thema, wo man erstmal die Hände über den Kopf zusammenschlägt und sagt, wie geht man jetzt damit um. Also so ein stinknormales Geschäftsjahr wäre auch mal wieder spannend, wo gar nichts passiert. Ich weiß gar nicht, wie man damit umgehen kann. Und das ist ja eigentlich das Spannende bei uns. Wir haben eigentlich jedes Jahr irgendeine Herausforderung und jeder Tag ist anders und es kommen wieder neue Themen hoch. Und ja, das ist auch das, was eigentlich auch irgendwo auch dann, hört sich vielleicht komisch an, Spaß macht. Wenn man jeden Tag das Gleiche macht und sich selber verhaltet. Hast du so, wenn du so da schon in Erinnerung bist, gibt es so gewisse, ist da irgendwas speziell in Erinnerung geblieben aus den ganzen Jahren der Tätigkeit da bei Weber? Ja, also wie gesagt, das war ein Meilenstein, war diese Überholspur 2017, die wir damals gemacht haben. Ich glaube, das war schon für unsere Gruppe ein wichtiges Thema. Wir sind hier in der Region, wo wir mit die höchsten Löhne zahlen in ganz Deutschland. Also Baden-Württemberg ist relativ hoch und dann sitzen wir hier im Kessel zwischen großen Automotive-Konzernen wie Bosch, wie Daimler, wie Porsche. Die sind alle schön um uns herum. Also das heißt, wir haben hier ein Lohngefüge, wo wir, ja, ich sage jetzt mal schon herausragend, also ich habe mal verglichen, ein Kfz-Mechaniker verdient bei uns circa 30 Prozent mehr wie einer in Sachsen-Anhalt. Das ist schon eine Ansage. Und wenn ich jetzt mal gucke, der VW Golf, der kostet halt in Sachsen-Anhalt genauso viel wie bei uns. Und das heißt, wir müssen unterm Sprich deutlich effizienter sein wie der Kollege in Sachsen-Anhalt, um das gleiche Geld zu verdienen, weil wir einfach deutlich höhere Lohnkosten haben. Und der Eurobetrag pro Auto ist bei uns nicht viel anders wie bei den Kollegen. Das heißt, wir müssen eigentlich schauen, wie sind wir effektiver. Und das ist eigentlich auch dieser Druck bei uns, hier vielleicht in der digitalen Welt mehr zu investieren, auch mehr Themen auszuprobieren, wie vielleicht in anderen Kostenstrukturen. Das ist so unsere Historie. Und die gibt es nicht erst seit gestern. Das haben wir schon immer das Thema. Und von daher müssen wir auch experimentieren, müssen auch vielleicht in ein oder anderen Themen Pionier sein, um einfach auch dieses Quäntchen schneller zu sein als die restlichen Kollegen im Bundesgebiet. Weil der Autoverkauf, gerade im Gebrauchtwagenbereich oder auch im Neuwagenbereich mittlerweile, der Radius wird immer größer. Der Kunde ist auch bereit zu fahren für ein Auto. Beziehungsweise, wenn er eine Werksabholung macht, ist es ihm relativ egal. Und die Loyalität, ob das jetzt die Markenloyalität ist oder die Händlerloyalität ist, die sinkt auch immer jedes Jahr ein Stück weiter. Das heißt, man muss hier auch preislich immer gut am Wagen sein. Die Überholspur 2017, die war ja nicht auf einmal da. Wie hat sich das denn dazu entwickelt und wie habt ihr es dann gemacht? Weil aus sich selber heraus sowas zu machen, fällt nicht vielen leicht. Es war damals eine Zeit, 2015, da kamen sehr viele Softwarelösungen auf den Markt, auch viele neu entwickelte Softwarelösungen. Und das war dann irgendwann eine Masse, wo man gesagt hat, grundsätzlich macht das Sinn, aber passt das alles zusammen? Also habe ich nachher lauter Insellösungen, wie sprechen die Programme damit? Habe ich viele Doppeleingaben? Und dann haben wir gesagt, okay, wir brauchen ein Digitalkonzept, wo nicht nur ein Teilbereich löst, sondern auch die ganze Maschinerie, die Zahnräder ineinandergreifen können. Und das war eigentlich dann diese Geburtsstunde, dieser Überholspur 2017 und wir haben dann wirklich damals den Schwerpunkt auf den Vertrieb gesetzt und haben dann wirklich jeden Teilbereich, jeden Prozessschritt angeguckt und dementsprechend dann geguckt, was gibt es für Lösungen, verschiedene Lösungen angeguckt, welche Lösung passt am besten in dieses Puzzle rein. Das war sehr viel Arbeit damals, aber es hat sich auch gelohnt. Mittlerweile haben wir jetzt die Überholspur 2027, also da waren wir jetzt relativ unkreativ. Da ist dann der Schwerpunkt der Service, das heißt, da sind wir mittlerweile sehr gut im Zeitplan, also bis auf ein, zwei kleine Bausteine haben wir das meistens schon umgesetzt. Und hier geht es dann um die Digitalisierung, Automatisierung im Service und das ist natürlich gerade auch betriebswirtschaftlich super, super spannend, weil da habe ich dann nochmal einen ganz anderen Hebel wie im Vertrieb dann auch. Okay, ja sehr spannend. Klingt ja beinahe, ich musste gerade so ein bisschen daran denken, in China, wenn es alle fünf Jahre die große Volksversammlung, glaube ich, gibt, wird ja ein Fünfjahresplan gemacht und ich glaube, ich habe mal eine Zahl gehört, ich glaube zu 95, 97 Prozent werden die Ziele auch erfüllt. Also da gibt es kein Nicht-Erfüllen und schön, wenn das bei euch auch so funktioniert. Ja, es gibt immer etwas, wo man nicht umsetzt. Also ich überlege gerade noch, wir hatten zum Beispiel in der Überholspur 2017 auch den Punkt digitale Preisauszeichnung. Haben wir bis heute nicht umgesetzt, weil, außer vielleicht im Neubaubereich bei Audi, weil es einfach, ja von den Kosten haben wir uns damals dagegen entschieden und es hat sich noch nicht viel geändert. Wir haben aktuell im Schnitt 60 Standtage. Da hat man jetzt nicht wirklich so häufig eine Preisauszeichnungänderung und am Anfang war es ja so, da gingen die oft noch kaputt. Mittlerweile scheinen die ganz gut zu funktionieren, die Preisschilder, aber es ist natürlich trotzdem noch ein Invest. Und das war jetzt ein Punkt oder eins dieser kleinen Punkte aus der Überholspur, wo wir damals nicht umgesetzt haben. Also es gibt immer wieder, dass man wirklich eine Idee hat und dann doch irgendwo sich schwer tut im Kostenthema. Also ihr unternehmt ja wirklich vieles, um euer Unternehmen weiter zu entwickeln und zukunftssicher aufzustellen. Welche sind denn da die wichtigsten Themen und die größten Herausforderungen jetzt so im realen Leben? Also die größte Herausforderung ist einfach die Vielzahl der Anwendungen, die wir auch ein Stück weit herstellergetrieben im Autohaus benötigen. Das ist einfach historisch bedient. So eine Marke hat viele Abteilungen. Jede Abteilung hat irgendeine Idee, wie sie ihren Kontakt zum Händler über eine Software lösen. Das heißt, ich habe von einem Hersteller sehr viele Software-Schnittstellen, ob das jetzt im Gewinnleistungsbereich ist, im Neuwagenbereich und so weiter. Ich habe da jetzt nicht die eierlegende Wollmilchsau. Und die Komplexität steigt natürlich mit Anzahl der Marken. Das heißt, selbst im VW-Konzern sind diese Software-Themen, die wir umgehängt bekommen, nicht einheitlich. Wir haben jetzt diesen Versuch da, dass es immer einheitlicher wird, gerade zum Beispiel beim Verkaufsprogramm. Aber wir haben hier noch eine Vielzahl an Programmen. Dazu kommen noch, ich sage jetzt mal sogenannte Branchenlösungen, die uns das Leben auch nochmal einig machen. Long story short, wir haben mittlerweile über 150 verschiedene IT-Programme. Und da ist natürlich jetzt die Aufgabe, da jetzt muss sich jeder Mitarbeiter 150 Programme nutzen, aber trotzdem muss ich ja irgendwo diesen Datenaustausch geleistet werden. Und in der Regel, gerade bei den Konzernsoftware-Lösungen, gibt es keine Schnittstellen. Ja, und wir sind im Jahr 2026. um das Thema Daten zu kumulieren aus verschiedenen Quellen, um auch wirklich effektiv arbeiten zu können. Das war, denke ich mal, so einer der größten Schritte für uns. Und natürlich auch, den Menschen im Betrieb zu ermöglichen, möglichst einfach in diese Programme sich einzuwählen, ohne jedes Mal ein Passwort eingeben zu müssen. Vielleicht auch sich gar nicht mehr direkt in dieses Programm einwählen zu müssen, weil dann auch der Roboter Eingaben machen kann. Also das sind Themen, wo wir viel Zeit investiert haben, wo uns natürlich aber auch im Vergleich zum Wettbewerb viele Effektivitäten gebracht hat. Jeder, der nicht aus der Automotive oder aus dem Autohandel kommt, der schüttelt über so eine Struktur eigentlich nur im Kopf. Ich muss da immer lächeln, wenn mich über LinkedIn irgendwelche Berater anschreiben und sagen, sie bauen meinen Betrieb so um, dass ich nur noch eine Software brauche. Ja, komm. Also wäre mir vielleicht mal eine Wette wert, wenn du es einmal schaffst. Da würde ich sogar ein paar Euro springen lassen für eine Wette. Aber bisher habe ich noch keinen gefunden, der das Ding hier vor allem bekommen hat. Ich habe ja neulich mit Tamara gesprochen und du hast ja mit Tamara deine Frau auch im Unternehmen und die kümmert sich ja auch mit so einem gewissen Schwerpunkt über das Thema Künstliche Intelligenz, um das auch möglichst praktikabel zu integrieren und das ja auch mit den Mitarbeitern so in Einklang zu bringen. Weil wir haben jetzt viel über Technik gesprochen und Software und dies und das und du hast ja gerade auch gesagt, wie reagieren die Menschen darauf. Aber erstmal hat das ja auch ganz, bevor wir da vielleicht über so ein paar Prozesse sprechen, das hat ja auch ganz stark mit euch, der Geschäftsführung zu tun. Da muss ja natürlich auch bei euch irgendwo was passieren. Nicht nur die Erkenntnis, ja das ist wichtig, sondern halt auch die Erkenntnis, das ist für die Zukunft wichtig des Betriebes mit den Mitarbeitern, mit den Menschen. Und wie habt ihr das denn so in Einklang gebracht? Ja, ein Mitarbeiter von mir hat es mal schön ausgedrückt. Ich bin oft, also der Abi, so nenne ich mich, ist oft mit dem UFO schon im Weltall und die anderen Kollegen sind noch gar nicht eingestiegen. Das ist immer schon ein Thema, dass man dann halt, ja ich bin da vielleicht auch sehr technikaffin und tue mir vielleicht auch sehr leicht, mich in neue Themen einzuarbeiten oder mir das auch anzulesen. Das ist jetzt nicht bei allen unseren 760 Mitarbeitern so, muss ich fairerweise sagen. Also der eine oder andere tut sich da auch schwerer, der hat vielleicht andere Stärken. Aber in dem IT-Bereich ist es nicht ganz einfach. Und die Aufgabe von meiner Frau ist es eigentlich auch, diese Themen niedrigschwellig ins Team zu tragen. Also wir haben zum Beispiel so ein Motto Lunch and Learn, wo man einfach dann auch zum Beispiel über das Thema KI Praxisbeispiele bringt oder auch neue KI-Lösungen mal vorstellt. Und sich da austauscht. Wir haben das Thema LinkedIn-Gruppe, wo sie geführt hat, wo man sich auch regelmäßig austauscht, auch mal externen Coach dazu holt, wo das Thema LinkedIn dann in die Mannschaft bringt, wie kann ich darüber Vertrieb machen, wie kann ich Kunden gewinnen. Und das sind immer diese Wissen-Häppchen, wo wir einfach versuchen dann, ich sage jetzt mal, einen Elefanten kann man nicht am Stück essen, den muss man in kleine Scheiben schneiden. Und das ist eigentlich im Prinzip unser kleines Stückchen Elefant, das wir hier dann an die Mitarbeiter verfüttern, damit man es auch aufnehmen und verarbeiten kann. Und man muss es auch mehrmals tun. Es ist zwar schön, wenn man JetGPT einmal zeigt, dann ist zwar jeder begeistert am Anfang, also vor zwei Jahren. Mittlerweile kennt es jeder. Aber dann wirklich auch ins Anwenden und mit Umgehen und auch Ideen zu haben, wie kann ich es denn einsetzen, das ist nochmal ein Riesenschritt, der dann darauf folgt. Und hier versuchen wir einfach eine Unterstützung zu geben, eine Hilfestellung, Best-Practice-Beispiele auszutauschen, um einfach auch den Leuten Beispiele zu zeigen, hey, der Kollege macht das schon so, ist das vielleicht ein Thema, wie man dir auch das Leben leichter machen kann. Kannst du mal eventuell irgendeinen Bereich mal beschreiben, wo ihr wirklich bei euch schon echte KI, also keine Automation, echte KI im Einsatz habt? Also ich sage jetzt mal, wo es am intensivsten sicherlich genutzt wird, ist bei uns im Marketing. Da haben wir sehr viele KI-Lösungen für Bilderstellung, Videoerstellung, Sounderstellung, Bildtexte, auch Bildverbesserungen. Da machen wir schon sehr viel damit. Wir haben damit angefangen vor knapp zwei Jahren mal für unsere Fahrradmarke Waldbike. Als Beispiel haben wir angefangen, ein komplettes KI-Fahrrad haben wir es genannt als Projekt. Das heißt, wir haben erstmal die Idee, wie kann dieses Fahrrad ausschauen, über KI entwickelt, haben einfach mal so unsere Homepage reingeladen, haben gesagt, okay, guck dir das an, was für Vorschläge hättest du da, ein Fahrrad, wo es zur Marke passt. Dann die Ausstattungen haben wir über KI bestimmt. Wir haben angefangen, Werbetexte, das Design vom Fahrrad haben wir über KI generiert. Dann haben wir Werbetexte, Videos erstellt, vor zwei Jahren, also mittlerweile ist es ja keine Technik, aber vor zwei Jahren haben wir dann schon die ersten KI-Videos erstellt, wo wir Kampagnen gelaufen haben. Und wir haben auch KI-gestützte Kampagnen gefahren mit AB-Vergleichen. Und da haben wir eigentlich auch viel daraus gelernt. Also es war einfach mal so ein Projekt, dass wir sagen, komm, von Anfang bis Ende machen wir mal ein Produkt rein, KI-getrieben. Da haben wir viel gelernt, auch für die Autohäuser und gerade hat sich mittlerweile viel getan. Also ich sage jetzt mal, ein KI-Video erstellen ist in der heutigen Zeit nichts Besonderes mehr. Also ich glaube, da ist der Inhalt fast mehr wie in anderen Bereichen. Ja, ich muss da gerade auch denken, weil gerade im Marketing, ich komme ja nun mal aus dem Marketing und das Thema Bildgebung, wenn ich überlege, dass ihr vor zwei Jahren schon mit Bildern oder KI-Bildern gearbeitet habt oder Optimierung und Video, vor zwei Jahren war ja auch echt noch wirklich schwierig. Du hast, weiß ich nicht, ein Auto gehabt, hast du da reingestellt und hast gesagt, generieren wir das mal ein bisschen anders und der hat immer das Auto mit verändert. Ich sage mal, der neue A5 hatte auf einmal den alten Grill dann drauf und das war natürlich immer echt schwierig. Aber da sind wir ja auch schon weit, weit drüber hinaus und ich staune da auch immer, was da so alles geht. Einen anderen Bereich vielleicht, wo wir KI noch einsetzen, mittlerweile sehr intensiv, ist im Service. Hat auch eine sehr lange Geschichte. Der erste Anlauf mit KI im Service war bei uns vor über zehn Jahren. Da haben wir ein Projekt gemacht mit der KIT Karlsruhe und da ging es einfach darum, wenn ein Kunde einen Werkstatttermin macht, dass wir versuchen zu identifizieren, anhand der Erfahrungswerte, die wir haben im Haus, wie wahrscheinlich ist es, dass er welche Reparatur braucht. Das ist uns damals nicht gelungen, weil die KI noch nicht so weit war. Wir haben jetzt viel Daten im Haus, aber unsere Datenmenge hat einfach nicht ausgereicht, um hier wirklich sinnvolles Ergebnis zu bekommen. Also wir haben relativ einfache Sachen hinbekommen, dass wir sagen, wenn einer einen Ölwechsel machen will, dass dann sehr wahrscheinlich wir auch einen Dichtring für die Öladlerschraube brauchen. Dafür brauche ich jetzt keine KI, das wissen wir auch so. Aber das war jetzt halt was, wo ich genug Datensätze hatte, um sowas zu ermitteln. Im nächsten Schritt war es jetzt eigentlich so, das haben wir jetzt erst vor kurzem eingeführt, da haben wir uns mit mehreren größeren Gruppen zusammengetan, haben einen größeren Datenpool und die KI ist mittlerweile auch in der Lage mit deutlich weniger Daten solche Prognosen zu treffen. Und jetzt nach wirklich über zehn Jahren haben wir es geschafft, dieses Thema dann mal umzusetzen. Also manche Sachen dauern einfach auch und können jetzt eigentlich sehr viele Themen schon prognostizieren, bevor der Kunde zu uns ins Haus kommt. Also wir können beispielsweise relativ genau sagen, wann seine Schlüsselbatterie leer ist vom Fahrzeugschlüssel und viele, viele andere Themen. Und das sind einfach Themen, die kann man dann proaktiv anbieten. Lieber Kunde, wir hätten es ganz gerne, wenn Sie nächsten Dienstag bei uns vorbeikommen, weil nächsten Mittwoch bekommen Sie Ihr Auto nicht mehr auf, weil Ihre Batterie alle ist im Schlüssel. Genau, also so ungefähr kann man sich das vorstellen. Genial. Ich habe mal die Gegenprobe. Wo wird KI möglicherweise nie eingeführt bei euch? Ja, das ist eine sehr gute Frage. Also ich denke, in manchen Bereichen der Werkstatt wird es sicherlich der Fall sein. Warum sage ich in manchen Bereichen? Ich glaube, dass solche Themen wie Radwechsel irgendwann vielleicht auch humanoide Roboter machen können. Aber es gibt sicherlich komplexere Themen in der Werkstatt, wo ich mir oder da fehlt mir einfach im Moment noch das Vorstellungsvermögen, dass das wirklich ausgeführt wird. Wenn ich mir das angucke, selbst in der Autoproduktion, gerade in der Endmontage von den ganzen Zubehörausteilen, wird noch viel händisch gemacht, obwohl ich da wirklich viel standardisieren könnte über Roboter. Also auch hier in der Automobilproduktion ist das eigentlich einer der letzten Stellen, die komplett automatisiert werden. Also von daher glaube ich gerade in der Werkstatt, wo ich jedes Mal eine andere Situation habe, andere Fehler, andere Themen, dass wir hier einen sehr langen Bereich haben werden. Und der zweite Bereich ist überall, wo ich einen emotionalen Kontakt zum Kunde brauche. Also klar kann ich auch über eine Webseite Auto verkaufen, aber ich glaube gerade bei emotionalen Produkten, bei hochpreisigen Produkten ist es in vielen Bereichen noch wichtig, dass ein echter Mensch gegenüber sitzt, dem ich mit einem Bauchgefühl vertraue, wo ich einfach nochmal darauf zurückgehen kann. Das wird auch ein Bereich sein, wo es sehr schwer sein wird, auf Dauer von einer KI zu ersetzen. Okay, du warst ja gerade auch in China und wirst ja auch da einige Eindrücke gehabt haben. Die Frage zieht so darauf ab, weil würdest du, sagen wir mal in ein, zwei Jahren, mit dem Thema Robotik und KI einen Riesenschritt gemacht haben, den sich viele glaube ich in der Breite noch nicht so richtig vorstellen können. Wärst du bereit, in der Werkstatt so einen Roboter zu testen, einzusetzen für Räderwechsel? Ganz plump. Wäre er dabei oder nicht? Das ist ein Thema, wo mich schon relativ lange auseinandersetzt. Räderwechsel ist auch wieder so eine Aufgabe, wo kein Monteur wirklich gerne macht. Es gibt Aufgaben, die macht ein Monteur gerne. Ich kenne jetzt wenige, der sagt, hey Chef, ich möchte den ganzen Tag Räder wechseln. Das ist wirklich auch so eine Aufgabe, wo man dann auch, und wenn man ehrlich ist, als Autohaus, also rein am Räderwechsel verdiene ich auch kein Geld. Also das ist was, das mache ich, um den Kunden in die Werkstatt zu kriegen. Das mache ich, damit ich vielleicht auch Zusatzgeschäft generieren kann. Aber rein der Räderwechsel ist kein Renditebringer im Autohaus. Also das ist was, wo ich gerne automatisieren würde. Klar, ich brauche noch jemanden, der drüber guckt, wo sich mal die Bremsbeläge anguckt, der mal guckt, gibt es irgendwelche Steinschläge in der Windschutzscheibe. Also das werde ich weiterhin brauchen. Das kann auch vielleicht Diagnosisysteme machen über visuelle Automatisierung. Aber nichtsdestotrotz ist das ein Thema, wo ich gerne automatisieren würde, wo ich glaube auch im Bereich der Zeit der heutigen Fachkräftemangel auch der ein oder andere Mechaniker froh wäre, wenn er es nicht mehr machen müsste. Die Räder werden ja nicht leichter, die werden ja eher größer und schwerer. Ich weiß nicht, wovon du sprichst. Wir sind eigentlich schon in Gedanken ein bisschen in der Zukunft und deswegen nehmen wir den Blick aus dem Rückspiegel raus und machen das Fernlicht an und gucken mal in die Zukunft. Mit deiner langjährigen persönlichen Erfahrung und kein Jahr ohne Krise sind im Autohandel. Was glaubst du so aus seiner unternehmerischen Erfahrung und der Autohandelsbranche darauf, wie blickst du so in die Zukunft des deutschen Autohandels? Ich glaube, wenn ich mir die Prognosen aus der Vergangenheit angucke, wie schnell ist das Thema Internetverkauf, da liegen wir deutlich hinter der Prognose. Auto scheint doch ein Produkt zu sein, wo sich der normale Kunde, es wird immer welche geben, die das anders machen, aber der normale Kunde noch lange nicht per Blick kauft, sondern wirklich noch mit einem echten Menschen sprechen will. Das heißt, unser Geschäftsmodell wird es sicherlich noch eine Weile geben, aber es wird eine Konsolidierung geben müssen. Wenn ich jetzt angucke, ein Elektrofahrzeug braucht deutlich weniger Wartungsstunden, das heißt, ich brauche weniger Hebebühnen bundesweit, ich brauche weniger Mechaniker und das führt ganz logisch dazu, dass ich dann wahrscheinlich auch weniger Autohäuser brauche. Ich glaube, dass dieser Konsolidierungsdruck steigen wird, auch weil die Komplexität des Themas Know-how in den Häusern stärker wird und vor allem auch diese Verwaltungskosten, dieser Overhead, der braucht einfach eine Verteilung auf viele Betriebe. Wenn ich jetzt einen Datenschützer habe, der für einen Betrieb arbeitet oder für 20 Betriebe, dann teilen sich die Kosten ganz anders auf und so ist es mit vielen, vielen anderen Verwaltungsthemen, die hier verteilt werden müssen. Das heißt, der Druck ist da, größer zu werden, ist auch ein Stück von den Herstellern so gesteuert oder vielleicht nicht gesteuert, aber anhand der Systeme, wie sie aufgestellt sind, befeuern die das ganze Thema. Ich glaube schon, dass der Autohandel eine Zukunft hat, aber auf Sicht mit weniger Betrieben, mit weniger Inhabern, größeren Gruppen, das wird der Weg sein. Klar, es wird immer kleine Betriebe geben, die sich auf ein Thema spezialisiert haben, die werden sicherlich auch noch überleben können. Aber ich sage jetzt mal, der mittelständische Einzelbetrieb als Alligende Wollmichsau, die ein breites Angebot haben, die werden es sehr schwer haben in Zukunft. Okay, wenn wir, eigentlich nur Hörer aus dem Autohandel von Herstellern oder auch den Dienstleistern herum, wenn du nach einem Rat gefragt würdest zur Unternehmensentwicklung in diesen rasanten Fragen, so aktuell, was würdest du, ganz pauschal, was würdest du für einen Rat geben? Also mein Rat ist, wenn ich ein kleiner Händler wäre, ich würde mir Partner suchen, verkaufen oder fusionieren oder Gemeinschaften bilden, um einfach diesen Effekt aufzubilden, Aufgaben aufteilen. Als große Gruppe, klar, Wachstum ist nicht alles. Da geht es darum, möglichst effizient zu arbeiten, zu digitalisieren, Prozesse zu verschlanken und, ich sage jetzt mal, einfach hier die Hausaufgaben zu machen in dem Bereich. Kosten, ganz wichtiges Thema jetzt die nächsten Monate, Wochen, wir dann hier nochmal noch einen deutlich größeren Druck bekommen. Inflation wird meiner Meinung nach steigen durch den höheren Ölpreis. Das heißt, steigende Zinsen und steigende Zinsen im Autohandel, das tut halt oft richtig weh. Okay, alles klar. Ja, ich habe eigentlich noch so viele Fragen, lieber Andreas. Aber das müssen wir anderer mal machen. Vor allem sind da auch ein paar Off-Topic-Fragen bei. Egal. Erstmal vielen, vielen Dank bis hierher für deine so offenen Antworten. Das finde ich echt gut. Und ich hoffe immer, dass das auch viele da draußen hören und sich auch so ihren Happen mitnehmen. Aber das funktioniert schon ganz gut. Ich habe noch eine große Abschlussfrage an dich. Jetzt bin ich mal gespannt, jetzt auch mit deiner Erfahrung aus China jetzt vor ein paar Wochen. Deswegen werde ich die Frage ein bisschen eingrenzen. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? In Deutschland? Nicht nur auf der Autobahn? Also wirklich, du hast eine App, du rufst dein Auto, weil du jetzt aus der Haustür gehst, setzt dich da rein, machst die Zeitung auf und fährst durch den Berufsverkehr zu deinem Betrieb. Also im Prinzip gibt es ja heute schon das Modellversuch Moja in Hannover. Funktioniert ja schon ein Stück weit so. Ich war jetzt in Wuhan. Da fahren die ersten autonomen Taxis im chaotischen Großstadtverkehr mit Roller von links und Fahrrad von rechts und mehreren Autobahnen übereinander schon durch die Gegend. Also rein technisch, denke ich mal, ist es relativ einfach. Ich glaube, dieser große Helmschuh in Deutschland ist ein Stück weit auch die rechtliche Rahmenbedingung, die Haftungsfrage. Und ich denke mal, solange das politisch nicht geklärt ist, würde ich nicht drin sitzen. Und jetzt ist natürlich die Frage, also technisch denke ich mal, kann es sehr bald passieren. Politisch mache ich mal ein großes Fragezeichen. Hier kommt keiner meiner Gäste ohne eine Zahl raus, lieber Andreas. Wann? Für die letzten zwei Prozent, um alle Sonderfälle zu programmieren. Es ist halt die Frage, inwieweit ist da ein Hersteller auch bereit, das zu machen. Und selbst dann wird es Fehler geben. Und da geht es einfach darum, welche Fehlerkultur werden wir in Zukunft damit haben. Klar, es ist für mich logisch, dass wenn alle autonom fahren, die Unfallzahlen runtergehen. Aber die paar Unfälle, die passieren, wird der Hersteller bereit sein, dafür den Kopf hinzuhalten. Und das ist die große gesellschaftliche Frage. Verbessere ich die Unfallzahlen, gehe ich auf Autonome, aber dann habe ich halt irgendwo immer noch ein paar Unfälle, die passieren und wer ist dann derjenige, der dafür geradestehen muss. Und das ist, glaube ich, das schwierige Thema. Die Regulatorik, genau. Ja, Andreas, dann habe ich jetzt auch aus dir eine Zahl rausgekitzelt. Ich bin sehr glücklich. Vielen Dank. Ja, cool. Also ich finde das echt schön, was ihr da macht. Wie gesagt, ich habe jetzt so den doppelten Eindruck auch von Tamara, was sie so erzählt hat, so aus ihrer Sicht der Dinge und jetzt auch mal so von dir, der das Ganze da auch natürlich orchestriert. Herzlichen Dank für deine Zeit und wir sehen und hören uns mit Sicherheit auch mal bald wieder. Definitiv, Tim. Vielen Dank für die Möglichkeit, hier mitzumachen und ich wünsche allen Zuhörern viel Glück für die Zukunft, die wir brauchen. Alles klar, das sind die perfekten Abschlussworte. Ich sage da einfach nur noch Tschüss, macht’s gut, wir hören uns bald wieder. Ciao. Danke, ciao.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.