Einleitung

In der neuesten Folge des Podcasts „Benzingespräche“ spricht Tim Klötzing mit einem erfahrenen Unternehmer der Automobilbranche über die aktuellen Herausforderungen und Chancen im deutschen Autohandel. Der Fokus liegt auf der Digitalisierung, der Integration neuer Marken und den Veränderungen durch die Corona-Pandemie.

Die Auswirkungen von Corona auf den Autohandel

Corona hat die Welt verändert, und der Autohandel bildet da keine Ausnahme. Während der Pandemie mussten viele Unternehmen ihre Geschäftsmodelle überdenken und anpassen. Ein zentraler Punkt war die Digitalisierung. Videokonferenzen und Online-Tools haben sich als unverzichtbar erwiesen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Kommunikation zu verbessern. Dennoch zeigt sich, dass der Online-Verkauf von Fahrzeugen noch in den Kinderschuhen steckt. Kunden bevorzugen weiterhin den persönlichen Kontakt und die direkte Interaktion.

Neue Marken und Mobilitätskonzepte

Ein spannender Aspekt des Gesprächs war die Einführung neuer Marken, insbesondere chinesischer Automobilhersteller, in den deutschen Markt. Diese bieten nicht nur rein elektrische Fahrzeuge, sondern auch Nutzfahrzeuge mit bewährten Dieselmotoren. Solche Diversifizierungen sind notwendig, um den sich wandelnden Kundenanforderungen gerecht zu werden und neue Marktsegmente zu erschließen.

Die Bedeutung von Teamarbeit und Flexibilität

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rolle des Teams bei der Umsetzung neuer Strategien. Der Erfolg eines Unternehmens hängt maßgeblich von der Bereitschaft der Mitarbeiter ab, sich auf neue Herausforderungen einzulassen und offen für Veränderungen zu sein. Die Einführung neuer Marken und Konzepte erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Engagement von allen Beteiligten.

Zukunftsausblick

Der deutsche Autohandel steht vor zahlreichen Herausforderungen, aber auch Chancen. Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten, und neue Mobilitätskonzepte werden den Markt verändern. Unternehmen, die bereit sind, sich anzupassen und zu innovieren, werden in der Lage sein, diese Herausforderungen in Chancen zu verwandeln.

Fazit

Der Podcast bietet wertvolle Einblicke in die aktuellen Entwicklungen der Automobilbranche und zeigt, dass trotz aller Herausforderungen Optimismus und Innovationsgeist die Schlüssel zum Erfolg sind.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Corona und Digitalisierung im Autohandel
  • Einführung chinesischer Automarken
  • Teamarbeit und Flexibilität
  • Zukunft des Autohandels
  • Veränderungen durch neue Mobilitätskonzepte

Key Takeaways:

  • Die Digitalisierung hat den Autohandel nachhaltig verändert.
  • Chinesische Marken bieten neue Chancen im deutschen Markt.
  • Teamarbeit ist entscheidend für die Umsetzung neuer Strategien.
  • Der persönliche Kontakt bleibt trotz digitaler Möglichkeiten wichtig.
  • Der Autohandel muss sich ständig an neue Herausforderungen anpassen.
  • Optimismus und Innovationsgeist sind Schlüssel zum Erfolg.
  • Die Zukunft des Autohandels liegt in der Diversifizierung und Anpassung an neue Mobilitätskonzepte.

📄 Vollständiges Transkript anzeigen

Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Dieser Podcast wird präsentiert von Jaretto, dem Finanzierungsexperten für den Kfz-Handel. Auf jaretto.de könnt ihr als Autohändler schnell und einfach Autokredite für eure Kunden vergleichen, anfragen und abschließen. Und das mit Top-Zinskonditionen. Euer Vorteil? Sekundenschneller transparenter Vergleich, eine einheitliche Antragsstrecke und vieles mehr. Mit über 10 Banken für Absatzfinanzierung holt ihr einfach mehr für euch und eure Kunden raus. jaretto.de Grüß dich. Ich freue mich, dass ich das mit dir hier machen darf. Finde ich ganz toll. Ja, spontan, ne? Ja, so sind wir. Vorhin um die Ecke geschossen. Sag mal, Uli, hast du keine Zeit? Ja, mal gucken, wofür? Ich sag, Podcast. Ja, okay. Keine Vorbereitung? Keine Vorbereitung, ich habe kein Skript. Überhaupt nichts. Ganz spontan, wie wir sind. Spontan. Aber mich interessiert erstmal, wie geht es dir? Du, also mir geht es ganz gut. Das Wichtigste ist ja, dass wir gesund sind. Und alles andere können wir Gott sei Dank noch selber regeln, indem wir die Ärmel hochkrempeln und versuchen, gemeinsam mit dem Team die Dinge umzusetzen und die Aufgaben zu bewerkstelligen, die vor uns liegen. Das gelingt uns eigentlich ganz gut, finde ich. Ja, sehr schön. Ja, die letzten Monate, wir haben uns gar nicht so, also in den letzten Monaten echt wenig Kontakt gehabt. Letztes Jahr haben wir uns ein, zwei Mal gesehen. Ja, gesehen haben wir uns ein, zwei Mal und ich habe gerade überlegt, den ersten Podcast, die ersten beiden Folgen, das war zu cool. Das war im Mai 2020. Wenn ich das vergleiche mit heute, dann ist es aktuell aber eine wesentlich entspannter Zeit. Bestimmt eh nicht herausfordernd. Auf jeden Fall. Also herausfordernd, das ist völlig klar. Und die Aufgaben sind nicht kleiner geworden. Aber das war schon eine sehr angespannte Situation, fand ich, im Mai 2020. Ist das schon vier Jahre her? Vier Jahre her, ja. Ich möchte mich an dieser Stelle offiziell entschuldigen, dass es so lange gedauert hat, dass wir widersprechen. Ja, also wenn ich jetzt frage, Olli erzähl mal, was in den letzten vier Jahren passiert ist, dann ist das wahrscheinlich, könnten wir wahrscheinlich Stunden reden. Vielleicht machen wir es noch ein bisschen nach und nach. Was beschäftigt den aktuell am meisten? Naja, was beschäftigt uns aktuell am meisten? Also es ist tatsächlich viel passiert, gar nicht mal in den letzten vier Jahren. Das würde wirklich den Rahmen jetzt hier sprengen. Ich denke mal, wir haben uns im Winter nochmal erweitert und haben ein CLQPA-Geschäft übernommen, auch ein Familienunternehmen. Es passt hervorragend zu uns, sind über die Elbe gegangen und haben jetzt die beiden Konzernmarken zu uns geholt. Wir haben uns aber auch außerhalb des Konzerns geöffnet und probieren jetzt mal chinesische Marken aus. Wir haben Maxus mit aufgenommen aus dem ZEIG-Konzern. Also wir haben schon Marken jetzt aufgenommen, wo es eine Verbindung zum Volkswagen-Konzern auf jeden Fall gibt mit ZEIG. Und da ist es auch wichtig, dass die nicht nur rein elektrische Fahrzeuge haben, sondern auch gerade im Nutzfahrzeugbereich mit dem Delivery 9. Auch Autos haben, die haben einen Dieselmotor und der Dieselmotor, der kommt von Volkswagen und dementsprechend können die Jungs in der Werkstatt das auch wieder reparieren. Dann sind wir dabei, Schaupeng jetzt zu starten. Das wird wahrscheinlich am 1. bis 15. Juli. Die Möbel sind da, die Autos sind da und das sind auch echte Herausforderungen. Weil glaubt man nicht, wenn ich mit so einer Idee um die Ecke komme, dass die Menschen alle sagen, super, der Alte hat sich aber wieder was Tolles einfallen lassen und so. Sondern die sagen erstmal, lass mich mit dem, entschuldige mal, aber das ist jetzt, so wie sie wahrscheinlich denken, was soll denn dieser chinesische Kram, lass mich damit in Ruhe, wollen wir nicht und so. Und jetzt haben wir es anders gemacht und haben gesagt, die Autos sind gekommen und wir haben natürlich sie vorher abgeholt und Betriebsversammlung GTC. Aber nachdem wir sie in die Autos reingesetzt haben und jetzt gesagt haben zum Beispiel, die Monteure, ihr fahrt das Auto, ihr könnt das Auto fahren, 4 Wochen, 8 Wochen, probiert es aus, kriegen die ein ganz anderes Blickfeld. Und du brauchst natürlich ein offenes Team für solche Sachen, wenn du sowas erfolgreich langfristig implementieren willst. Wir haben 60 Jahre, steht die Firma für Volkswagen und Audi und Nutzfahrzeuge natürlich. Und also für den Konzern, für den VW-Konzern und jetzt fängst du an mit chinesischen Marken. Microlino haben wir ja auch. Und dann haben wir noch Fahrräder und Roller und das ganze Thema Mobilität, also bei Kuna wird das ein total breites Spektrum. Und natürlich müssen wir, muss ich aufpassen, dass wir die Menschen nicht überfrachten mit all diesen Dingen. Und wir müssen es auch ins Laufen bekommen. Also zu sagen, wir machen mal Fahrräder. Wir sind dann mit 2021 angefangen, das war ein Supermarkt. Die haben uns die Fahrräder aus der Hand gerissen. Und da ging es nicht darum, ob man da Rabatt drauf kriegt, sondern das war ähnlich wie mit den Autos. Fahrräder waren knapp bis gut. Wir hatten noch Corona-Beschränkungen, die Leute wollten damit ins Grüne und wollten ihre Freizeit gestalten. Und jetzt ist der Markt komplett anders. Es gibt Fahrräder ohne Ende. Und natürlich musst du auch Rabatte geben. Also es ist ein ganz anderes Geschäft wie vor drei Jahren. Und da sieht man auch, wie schnelllebig sowas ist. Wir haben über Corona gesprochen. Wenn ich überlege, dass ich im Mai oder 18. März 2020 bei mir aus dem Fernseher geguckt habe, ich war fast alleine in der Firma und habe gedacht, oh Gott, wie soll das enden? Und am 31.12. hast du auf den Knopf gedrückt und hast gesagt, so schnell ist das gar nicht gelaufen. Also völlig unvorstellbar. Jahre danach sind ja gut gelaufen. Und von daher glaube ich, und das ist auch so eine Stärke bei uns im Familienunternehmen, wir sind ja in den letzten 60 Jahren oder ich mit 36 Berufsjahren im Automobilgeschäft durch viele Krisen gelaufen, haben sicherlich auch viel federn lassen müssen, aber wir haben immer wieder was daraus gelernt. Und aus einer Krise zu lernen, sich vorzubereiten auf die nächste Krise, die kommt und die kommt so sicher wie das Ame in der Kirche, wie auch immer es aussehen wird. In der Autobranche hast du doch alle drei Monate irgendeine Krise, oder? Gibt uns wirklich Kraft und gibt mir auch Kraft, morgens aufzustehen und zu sagen, okay, komm mal, was da wollt ihr, weil das Team, die Mannschaft ist so stark und wir sind dem auch gewappnet, dass wir positiv in die Zukunft gucken können. Okay, ich habe diverse Fragen. Fangen wir mal an Corona. Hat Corona euch nachhaltig weiterentwickelt? Stichworte so Digitalisierung, neue Vertriebsansätze vielleicht? Also sagen wir es mal so, Digitalisierung, ich weiß jetzt nicht, ob Videokonferenzen unbedingt den Begriff, jetzt sind wir alle digitaler geworden, aber dieses Thema Videokonferenzen hatten wir vorher gar nicht. Und das hat sich bis heute bewährt, weil wir ja auch immer mehr Standorte dazu bekommen, weißt du? Also die Menschen zusammenzutrommeln, wie das früher war, wenn Verkäuferbesprechungen oder sonst irgendetwas war, dann mussten die aus allen möglichen Standorten teilweise rüberfahren, auch wenn es unterschiedlich, also abwechslend war. Aber das ist heute mit Videokonferenzen viel einfacher und viel sinnvoller. Aber trotzdem, nehmen wir mal zum Beispiel Führungskräfte-Runde mit dem Vertrieb, wird einmal die Woche auch digital gemacht, aber ich möchte auch einmal im Monat mindestens, dass alle am Tisch sitzen, alle mal zusammenkommen, weißt du? Ich halte das ganz wichtig, diese Zwischenmenschliche, weil auf dem Bildschirm die Mimik kannst du zwar sehen, aber das Gefühl, hat der vielleicht auch ein Problem oder gibt es irgendwas, was ihn bedrückt oder so, oder wo du helfen kannst, das kriegst du besser so, wie wir beide jetzt hier face-to-face. So schön, so angenehm. Ich sehe, dass du ein glücklicher Mensch bist. Dankeschön, nehme ich gerne. Okay, Corona-Veränderung, Digitalisierung mit Sicherheit, Teams-Meetings auch mit Sicherheit, auch in Strukturen, in Prozessen wahrscheinlich weiterentwickelt, weil es ja in Corona ja, gab es ja wirklich so einen Shift, wo so nach innen geguckt wurde und da ist, glaube ich, viel passiert. Ja, aber was nicht passiert ist, dass die Menschen online kaufen. Das ist nach wie vor nicht passiert. Das ist wirklich nicht der Fall. Wir haben dann auch angefangen, dass der Kunde per Chatboard, also per Video-Chatboard sich praktisch bei uns draufschalten kann. Die Menschen wollen nicht mit dem Chatboard sprechen. Wir haben angefangen, dass man mit dem Verkäufer Videotermine machen konnte. Das wollen die Menschen auch nicht. Wenn ich mir angucke, wie viele Tausende von Anrufen bei uns pro Monat eingehen, obwohl wir den Menschen die Möglichkeit geben, ihre Servicetermine online buchen zu können, obwohl sie Probefahrten online buchen können, alles Mögliche. Nein, die Menschen, das ist nach wie vor so drin und frag mich nicht, wir belohnen sogar oder haben sogar unsere Kunden versucht zu belohnen, wenn sie einen Online-Termin buchen mit 10 Euro. Nee, will der Kunde nicht. Und das in Norddeutschland? Ja, vielleicht glaubst du in Süddeutschland, aber ich kann dir sagen, der Kunde nimmt das einfach zu wenig an. Und jetzt bringen wir das nicht ab. Sicherlich kommt jetzt auch eine andere Generation in die nächste Phase, wo sie auch Autos kaufen wollen, wo das Auto wieder wichtiger wird. Aber bislang ist das Thema, dass wir gedacht haben, ja in Corona geht der Online-Verkauf los und so. Das ist wirklich noch nicht mal homopathisch, das merkst du gar nicht. Heute war ja auch ein Vortrag, da ging es auch um Händler-Websites, Online-Shop und wie so die Annahme dessen ist und das ist auch, da war ja ein Händler da vorne, der auch gesagt hat, homöopathische Dosen. Und letztens war ich bei einem Event und da ging es auch so um diese personalisierten Landing-Pages. Und da sagte er, ja, du kannst da Upselling, Cross-Selling, kannst was anklicken, was du willst, Zulassung, ja, nein, vielleicht. Aber wir arbeiten nicht mehr mit diesem Kaufen-Button, sondern mit verbindlich Reservieren mit Anzahlung-Button. Okay. A la Tesla. Und Tesla ist ja nicht ganz unerfolgreich. Das stimmt. Und da habe ich mir so gedacht, ich bin ja auch relativ tief im Thema, dachte so, ja muss man doch, also warum lasse ich mich noch davon überraschen und ich habe einen ganz guten Blick für die Dinge und weiß, was da draußen los ist, das ist mindestens ein Testwert, weil verbindlich bestellen müssen wir beide, macht keiner mit einem Produkt mit 35.000 Euro im Durchschnitt. Also das ist ja, wie viele Autos hast du online verkauft? Ich glaube nicht mal 10. Ja, in Jahren. Verbindlich bestellen für 250 Euro, das ist ja schon mal ein Commitment, ne? Auf jeden Fall. Da ist mir so wie Schuppen von den Augen gefallen und da dachte ich so, ey, das ist smart. Das ist smart. Und da dachte ich immer, ja, wie bei Tesla. Ja, stimmt. Dann buchen die 100.000 Euro Autos, ne? Und da verbinde ich mit Bestellung. Also das ist mit Sicherheit nochmal ein Blick wert. Müsste man mal ausprobieren. Ja, das als kleine Anregung. Ja, ich probiere wieder was Neues, was ich mitnehme. Vielen Dank. Nochmal so, was du vorhin gesagt hast, auch mit den chinesischen Marken. Ich finde das ganz cool, dass du sagtest, Maxus, Dieselaggregate von VW drin, ist da wahrscheinlich in der Werkstatt eher positiv angekommen, ne? Ja, das kommt schon positiver in der Werkstatt. Ja, auf jeden Fall. Und du lernst jetzt, also warum machen wir das? Weil wir natürlich zum einen, also wir wollen auch lernen, wie so ein chinesischer Hersteller liegt. Wir haben ja heute hier auch von Professor Bratzel. Das war sehr cool. Der fand ich auch ein sehr guter Vortrag. Wir sind da nicht ganz unbedarf bei diesem Thema. Also wir haben uns vorher schon mit diesen ganzen chinesischen Marken auch intensiv beschäftigt, welche Marke, weil wir wollen ja nicht einfach nur eine Marke aufnehmen und bei uns anbauen, sondern die muss ja auch zu uns passen. Und von daher haben wir uns intensiv damit beschäftigt. Und wenn man sich mal überlegt, es werden 25 Millionen Fahrzeuge in China produziert und der chinesische Staat hat die Vorgabe gemacht, es sollen in Zukunft 50 Millionen werden. Wo sollen diese Autos bleiben? Wo sollen die hin? Sie gehen in den Export. Und wenn man sich mal Bremerhaven anguckt, ich weiß nicht, ob du mal Bilder jetzt gesehen hast, wie viele Tausende von chinesischen Produkten da jetzt auf Halde stehen. Und dadurch, dass die auf Halde stehen, jetzt kannst du einen Zoll da drauf machen. Es gibt ja für mich auch Pro und Contra. Also es gibt Gründe für mich, wo ich sage, das finde ich richtig. Und es gibt aber auch Gründe, wo ich sage, oh Mann, ist das so richtig für die deutsche Industrie, mit China sowas anzufangen. Aber nichtsdestotrotz kann ich eh nicht beeinflussen. Aber diese Tausende von Autos, die da stehen, das weiß ich. Eines habe ich gelernt. Wenn du, wie bei den Fahrrädern oder bei den Autos, was wir zu Corona hatten, habe ich eine hohe Nachfrage und ein geringes Angebot, kann ich gute Preise durchsetzen. Das, was da jetzt kommt, das wird dafür sorgen, dass wir, was die Preise und die Margen angeht, deutliche Einbußen machen werden. Also ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere Hersteller auch seine Preise senken wird, und zwar nicht nur Tesla, weil wir auch die letzten Jahre, ich finde, unsere Hersteller haben riesig ihre UPEs hochgepreist. Zu einem Rahmen, wo ich sage, wir merken ja auch die Kaufzurückhaltung bei uns. Wir merken aber auch, dass die Hersteller deutlich mehr Fördermaßnahmen haben. Deutlich mehr Fördermaßnahmen. Das passt ja alles zusammen. Wieso meinst du? Weil es, also viele sagen ja, die Hersteller machen jetzt dieselben Fehler wie früher. Wo du, ich sage mal jetzt, ein Klassiker, Golf GTI für 59 Euro oder so. 190 habe ich gesehen, ja. So die Klassiker. Wo ja auch die Leute so dran gewöhnt worden sind, vor Corona noch, back in the days. Und jetzt kommen solche Angebote ja wieder. Und dann noch eine fehlende Nachfrage, weil die Preise schon unten sind. Hast du vollkommen recht. Und unsere Hersteller lernen ja auch. Die haben 2020 eine neue Erfahrung gemacht und haben gesagt, ach, guck mal. Wir müssen doch, entschuldige meine Ausdrucksweise, aber wir müssen doch bescheuert sein, wenn wir so viele Autos produzieren. Brauchen wir doch gar nicht. Wir wollen ja nur immer ein Auto mehr produzieren als der Markt. Dann kriegen wir gute Preise, gute Margen. Und die haben ja wirklich riesig Geld verdient. Riesig Geld verdient. Aber jetzt ist die Nachfrage so gering, dass nach dem, was ich sehe, sie Gefahr laufen, dass die Produktion leer läuft. Und wenn die Bänder still stehen, dann kostet das viel mehr Geld, als wenn du ein paar Millionen, wahrscheinlich richtige Millionen, in die Hand nimmst und sagst, wir müssen den Absatz ankurbeln. Und das ist das, was jetzt gerade passiert. Also wir sehen ja Auftragseingänge, die sich teilweise ja halbiert haben. Das ist schwierig. Vor dem Hintergrund, sagen wir mal Risikoverteilung, Risikoverteilung ist ja das Agenturmodell für dich als Unternehmer ja eigentlich gut, weil es nicht mehr ein Risiko im Neuwagenbereich ist. Okay, das Agenturmodell. Ich höre ja regelmäßig deine Podcasts. Und ich höre sie auch super gerne, wenn jemand wie Uwe Brossette. Und Jürgen Stackmann, wenn du die beiden Interviews siehst, ist ganz toll. Ich schätze ja Jürgen auch unglaublich und er hat mal damals gesagt auf der Bühne, pass auf, Autos verkaufen wird so einfach wie eine Pizza und das wird alles einfacher und wir werden euch von vielen Dingen entlasten. Das sehe ich überhaupt nicht. Aber was ich natürlich sehe ist, und das muss ich leider sagen, dass sich durch die Agentur eins tatsächlich geschmiert hat. Das ist unsere Marge. Aber der Aufwand, den wir betreiben, der ist, finde ich, durch die ganzen Systeme, die wir jetzt bedienen müssen, unterschiedliche Systeme bedienen müssen. Zum Beispiel Disposition. Es gibt ja eine Disposition nicht ein Menschen weniger, ganz im Gegenteil. Wir haben Disposition auflehnen müssen im Endeffekt, um das alles aufzufangen, was uns da aufgebürdet wurde. Und von daher sage ich, okay, sicherlich gibt es auch Vorteile, also auch gerade so im bilanziellen Bereich, Eigenkapital, etc. Das hat sicherlich auch positive Effekte. Aber im Großen und Ganzen verdient man an einem Verbrenner einfach mehr Geld. Okay. Ja, krass, ist es denn, ja doch, wenn die Agentur kommt. Wir müssen ja unterscheiden, pass auf, echte oder unechte. Das ist nämlich das Thema. Es ist ja auch im Moment, sind sich ja viele nicht mehr so richtig einig, was jetzt eigentlich kommt. Bei VW blicke ich aktuell nicht mehr ganz durch. Andere haben jetzt, Ford macht den Sechs-Stufen-Plan hin zum Agenturmodell, aber ohne das Agenturmodell nachher einzuführen. Das ist auch interessant. Was passiert? Die Marge geht runter, aber es kommt kein Agenturvertrieb. Davor habe ich die meiste Befürchtung. Davor habe ich persönlich die meiste Befürchtung. Als letztes Jahr im August Hyundai gesagt hat, es gibt alles neue Verträge und ihr kriegt in Zukunft nur noch 6% Marge. Und dann gibt es noch einen Übergangsbonus von 3%, ist das, was ich weiß. Bin da nicht vollumfänglich drin, habe keinen Hyundai-Vertrag. Aber das habe ich von Hyundai Handling gehört. Und da habe ich gedacht, okay, Handelsgeschäft, deutliche Margenkürzung. Nicht, dass da jemand in Wolfsburg jetzt auch auf die Idee kommt. Kann ja sein, ja. Also ich finde der Handel muss, und das geht nur gemeinsam, die Symbiose Handel und Hersteller. Ich bin ganz froh, Volkswagen und Audi Partner zu sein. Aber den Erfolg dieser Marke mit auch jetzt gerade immer noch 18% Marktanteil, Audi 8% Marktanteil, Skoda glaube ich bei 5% Marktanteil. Also früher gab es einen Käfer, damit hatte man 30% Marktanteil. Und jetzt mit den ganzen Marken und Modellen haben wir auch 30% Marktanteil ungefähr. Und diesen Erfolg über all die Jahre haben beide durch eine Symbiose erreicht, weil sie miteinander gearbeitet haben. Und dieses Miteinander ist vielleicht die letzten Jahre so ein bisschen vernachlässigt worden. Und ich glaube, man sollte sich auf diese Stärke wieder besinnen und schauen, dass beide ausreichend Geld verdienen, um gemeinsam, und die Betonung ist gemeinsam, die Zukunft gestalten zu können. Das wäre mir ganz wichtig. Ja, absolut. Und das ist ja auch was, was der Uwe in dem Podcast ja auch fast mit gleichen Worten wie du formuliert hat. Und das fand ich ganz spannend. Dass er sich ja seit Jahren auf verschiedenen Seiten des Tisches mit dem Agenturmodell halt rumschlägt. Von Bandseite auf Herstellerbericht. Glaube ich zumindest, ich hoffe, das ist nicht etwas Falsches. Also, dir befasst sich da viel mit. Und dann so spät im Prozess sagt so, ja, er ist da nicht überzeugt von. Das fand ich sehr eindrücklich und sehr krass. Ich glaube auch, dass der Hersteller oder die Marken sich das eine oder andere auch einfacher vorgestellt. Also, nehmen wir Agentur. Ich glaube, Agentur zu finanzieren als Hersteller in Zeiten von 1% Zinsen ist was anderes als in Zeiten von 4,5 oder 6,5%. Was da an Volumen vorgehalten werden muss, das belastet natürlich die Liquidität des Konzerns immens. Und von daher glaube ich, und dann ist es ja auch nicht mehr der Push, sondern dann kannst du dich als Händler ja, wir machen keine Werbung mehr für Agenturfahrzeuge. Müsste ja eigentlich dann der Hersteller machen. Wo ist der Druck? Und das ist auch vielleicht etwas, wo man dann gemeinsam wieder drauf schauen muss und gucken muss, an welcher Stellschraube kriegt man das jetzt. Und ich betone immer wieder das Gemeinsame. Wenn die Nachfrage so gering ist, aber man hat eine Überproduktion, wie kriegt man auch in Agenturzeiten, auch in einer unechten Agenturzeit, es geregelt, dass der Handel den Druck aufbaut auf seine Kunden, also auf seine Verkäufer und dann zu den Kunden, dass es gezielt angesprochen wird, dass man diese Autos losfährt. Und dass man auch gute Marktzahlen hat, also dass wir die 18% nicht nur halten, sondern vielleicht auch mal wieder auf 20% kommen. Weil, muss man auch sagen, unsere Betriebe sind ja ausgebaut worden, als wir Marktanteile von 21, 22% hatten. Also so sind die Größenordnungen. Und im Moment liegen wir bei 17,8% glaube ich. Ich würde gerne mal wieder zu 21 oder 22% kommen. Das, was du gerade gesagt hattest im Marketingbereich Neuwagen. Ich habe ein paar Autosgruppen, mit denen ich zusammenarbeite. Und da ist es noch so Gewohnheit, die Marketingbudgets so zu planen. Und ich habe welche, die wirklich durchaus nicht nur pro Marke planen, sondern Neuwagen, Gebrauchtwagen, Service, Aftersales, so ein bisschen segmentieren. Und die planen fröhlich in den nächsten Jahren schön die Budgets weiter im Neuwagen-Marketing, wo die auch Budgets einplanen. Und ich sage, müsst ihr nicht. Das ist nicht mehr euer Ball. Wenn zum Teil sind die Marken schon in der Agentur, sage ich, könnt ihr streichen, ist nicht mehr euer Ball. Und eine Marke hat in diesem Jahr eine Auftaktveranstaltung gemacht und die sind, die wechseln gerade ins Agenturmodell voll. Und dann hat in dem, ich war in dem Meeting nicht dabei, aber ich habe Berichte bekommen, weil ich habe gesagt, stell die Frage. Die bunter Bilder hier, die Kampagne für dieses Jahr, allergeilste und hin und her, Deluxe Power. Und dann hat er dann wirklich die Frage gestellt, eine kurze Frage, die Kampagne, die da kommen, wo laufen denn die Kosten auf? Ja, das sieht so aus, als wenn man sich Kosten teilen muss. Und das ist ja schon eine falsche Antwort. Und dann siehst du, dass in den Konzernen auch keine Sicherheit herrscht. Das ist schon echt krass. Und da muss echt ein Umdenken her, weil die planen da fröhlich, die Händler holen die Gruppen Budgets in den Neuwagen rein, was sie nicht mehr müssen. Das kannst du halt anders benutzen. Wenn der Druck, dann muss der Hersteller halt in die Bresche springen und auch aktiv sein. Und wenn er sich dann dauernd verlässt, weiß er auch nicht, was bei ihm noch passiert. Nun müssen die Hersteller auch massiv sparen. Ja. Volkswagen, für Ergebnisseversorgung von der Konzern, 10 Milliarden Euro, 4 Milliarden Euro, von der Marke VW Pkw kommen, was ich gehört habe. Und natürlich wird da jeder Stein umgedreht. Und dann guckt man sich Marketingkosten an. Aber die Frage ist, vielleicht spart man auch am falschen Ende. Also wir dürfen nicht vor Kunden sparen. Richtig. Das ist der wichtigste Benefit, dass wir Menschen haben, die unsere Autos kaufen. Und, weißt du, Fußball-Europameisterschaft, erstes Spiel 5-1 gewonnen, megamäßig. Und ich weiß nicht, wie viele Millionen Menschen vom Fernseher saßen. Und was sehe ich im Stadion? BYD. Sorry, eine Europameisterschaft in Deutschland. BYD. Weißt du was? Ich sag dir was, Tim. Wenn der Konzern, wenn der Volkswagen, wenn die Marke sagt, oh, das ist uns zu teuer und so. Ich habe ja auch keine Ahnung, was da die UEFA aufruft. Steht mir auch gar nicht zu. Aber aus meinem Blickfeld hätte ich gesagt, okay, für mich ist es zu teuer. Dann nehme ich Porsche, Audi, nehme ich den Konzern mit rein. Und wenn das nicht reicht, Deutschland, Autostandort Nummer eins sind wir zwar nicht mehr, aber wir können es ja wieder werden. Das wäre ja mal ein Ziel. Dann könnte man mal sagen, Mercedes und BMW springen hier mit ins Boot. Einmalig, ob ich mit 57 nochmal eine Europameisterschaft, geschweige denn eine Weltmeisterschaft, in Deutschland sehe. Klammer auf, wo Volkswagen den DFB sponsert. Klammer zu. Da wäre es doch toll gewesen, wenn unsere deutschen Konzerne Hauptsponsor der UEFA gewesen wären. Vollkommen richtig. Mehr Menschen kriegst du nicht zusammen. Mit tollen Produkten. Was mir berichtet wurde, ist BYD und alle, die es so mitbekommen haben, die haben auf der Brust rumgetrommelt, haben gesagt, die Europameisterschaft in Deutschland, die sponsern wir. Das tut beinahe weh. Ich sehe auch gerade, ihr könnt gerade Ollis Gesicht nicht sehen. Ich will ihn mit Taschentuch reingeben. Ganz so schlimm ist es nicht. Nein, von daher passt das schon. Olli, das war mal wieder ein illustres Gespräch mit dir. Das nächste werden wir nicht so lange warten lassen, weil ich habe hier noch diverse Fragen. Aber die vertage ich, die schreibe ich mir auf. Es war mir ein Fest. Danke, dass du so spontan warst. Das war mir auch. Es ist mir immer eine Freude, mit dir plaudern zu dürfen. Nicht nur, dass ich mit dir plaudere, sondern ganz ehrlich, auch deinen Podcast führen zu dürfen. Es ist wertvoll. Danke schön. Dir alles Gute, alles Beste. Dankeschön. Mal hören, was du da treibst. Ja, gerne. Alles klar, dann sage ich Tschüss, ich bin raus. Und du sagst? Auf Wiedersehen. Bis bald. Tschüss ihr Lieben.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.