Einleitung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing Philipp Kroschke, den Sprecher der Geschäftsführung der Christoph Kroschke GmbH. Das Familienunternehmen hat sich seit seiner Gründung 1957 von einer kleinen Prägestelle zu einem der führenden Anbieter von Kfz-Zulassungsdienstleistungen in Deutschland entwickelt.
Die Anfänge des Unternehmens
Die Geschichte der Christoph Kroschke GmbH beginnt in den 1950er Jahren, als die Großeltern von Philipp Kroschke aus der DDR nach Braunschweig flüchteten. Dort starteten sie aus der Not heraus mit der Herstellung von Autoschildern. Diese bescheidene Anfangsidee legte den Grundstein für das heutige Unternehmen.
Wachstum durch Filialisierung
In den 1970er und 1980er Jahren erkannten Philipp Kroschkes Vater und Onkel das Potenzial der Geschäftsidee und begannen, das Unternehmen durch Filialisierung zu expandieren. Mit einem strategischen Blick für Chancen und einem unermüdlichen Unternehmergeist bauten sie das Netzwerk der Prägestellen auf über 430 Standorte bundesweit aus.
Ein Familienunternehmen in der dritten Generation
Philipp Kroschke trat 2005 in das Unternehmen ein und hat seitdem verschiedene Positionen durchlaufen. Er beschreibt die Arbeit im Familienunternehmen als eine Leidenschaft, die ihm von klein auf mitgegeben wurde. Die Kroschke GmbH ist heute ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Kombination aus Tradition und Innovation.
Der Blick in die Zukunft
Die Automobilbranche steht vor großen Veränderungen, und die Christoph Kroschke GmbH ist bereit, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Mit einem Fokus auf Digitalisierung und Kundenservice bleibt das Unternehmen ein wichtiger Partner für Autohäuser und Privatkunden.
Fazit
Die Erfolgsgeschichte der Christoph Kroschke GmbH zeigt, wie aus einer kleinen Idee ein Marktführer entstehen kann. Durch unternehmerischen Mut und eine starke Familienbindung hat sich das Unternehmen als unverzichtbarer Dienstleister in der Automobilbranche etabliert.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Die Gründungsgeschichte der Christoph Kroschke GmbH
- Wachstum durch Filialisierung
- Die Rolle von Philipp Kroschke im Unternehmen
- Herausforderungen und Chancen in der Automobilbranche
- Die Bedeutung von Familienwerten im Geschäftsleben
Key Takeaways:
- Die Kroschke GmbH begann als kleine Prägestelle in den 1950er Jahren.
- Durch strategische Filialisierung wurde das Unternehmen zum Marktführer.
- Philipp Kroschke führt das Unternehmen in der dritten Generation.
- Das Unternehmen setzt auf Digitalisierung und Kundenservice.
- Familienwerte sind ein zentraler Bestandteil des Unternehmenserfolgs.
- Die Automobilbranche steht vor großen Veränderungen, die Kroschke GmbH ist bereit.
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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute mit einem neuen spannenden Gast, das deckt sich mit mehreren Gästen zuvor, der die Autobranche in Deutschland kennt wie kaum ein anderer. Aber noch wichtiger ist jemand aus einem echten Familienunternehmen und das wollte ich doch mal kennenlernen. Herzlich willkommen Philipp Groschke. Ja, vielen Dank. Freue mich dabei zu sein. Moin Moin. Moin Moin, genau. In Hamburg sagt man Moin. Genau, da sind wir heute. Wer dich jetzt immer noch nicht so richtig zuordnen kann, weil es gibt auch ein paar Hörer da draußen, die nicht eindeutig aus der Autobranche kommen, das ist auch eine interessante Erkenntnis für mich. Das hat so ein bisschen Reichweite auch über die Branche hinaus schon gefunden. Du bist Sprecher der Geschäftsführung der Christoph Groschke GmbH und was macht ihr da genau? Was ist euer Kern, euer Basic? Ist Zulassung, Kfz-Zulassungsdienst ursprünglich gewesen? Ja, also ganz ursprünglich haben wir rein Autoschilder gemacht. Meine Großeltern haben 1957 damit angefangen, so ein bisschen aus der Not heraus Autoschilder zu machen und das ist dann gewachsen, immer größer, filialisiert und irgendwann kam der Bereich Zulassungsdienstleistung, das heißt wir gehen für das Autohaus zur Zulassungsstelle, muss er nicht mehr selber machen und übernehmen diese Dienstleistung. Okay, da lernen wir gleich noch ein bisschen mehr zu, was sich daraus ergeben hat. Du bist seit 2005 in dem Unternehmen und da hast du verschiedene Positionen durchlaufen. Da kommen wir auch noch gleich zu dir. Du bist im Baujahr 78, bist verheiratet, hast zwei Kinder. Du lebst in Amersbeek. Amersbeek. Bei Hamburg. Ich wollte keinen Fehler bei der Aussprache machen. Das ist nicht schlimm. Das werden uns die Amersbeeker nachsehen. Okay. Gebürtig aus Wolfenbüttel bei Braunschweig. Bei Braunschweig. Und für alle diejenigen, die nicht wissen, wo oder was Wolfenbüttel ist, denkt an den Jägermeister. Das ist quasi die Stadt, die man um den Jägermeister herum gebaut hat. Ah, okay, alles klar. Du hast auf deinem beruflichen Werdegang erst eine Ausbildung gemacht zum Industriekaufmann bei Kraft Foods. Danach hast du studiert, BWL 2005 abgeschlossen in Hannover. Und danach hast du noch einen Schwerpunkt gelegt auf Marketing, Marketing Executive MBA 2010 gemacht in Münster. Genau, das habe ich berufsbegleitend gemacht. Da war ich dann schon im Job und mit dem BWL-Studium, genau, war ich 2005 fertig. Das war auch das Jahr, in dem ich ins Unternehmen eingestiegen bin. Okay. Was hat dich denn, also die klassische Rückspiegelfrage für mich, was hat dich denn so in den Bann des Automobils gezogen? War das so in die Wiege gelegt, dass deine Familie schon immer mit Kfz-Zulassungen zu tun hatte und irgendwie das Automobil immer da so ein Thema war, oder? Das ist eine total witzige Frage, weil ich war gar nicht so in den Bann des Automobils gezogen, sondern bei mir war es eher der Bann des Autoschilds. Ich habe halt sehr, sehr früh Kontakt mit unserem Kernprodukt, mit dem Autoschild gehabt. Ob das war, wenn wir irgendwie in Urlaub gefahren sind. Mein Vater ist so ein Optimierungs-Junkie, der immer guckt, wenn er irgendwo hinfährt, dass er dann die Strecke nutzt, um Termine draufzulegen und, und, und. Und das war für uns Kinder dann immer ganz, ganz spannend, weil wir dann, wenn wir zum Beispiel in die Schweiz in Urlaub gefahren sind, hatten wir dann, hatte er noch Termine in Filialen oder bei Filialen, sodass wir dann schon als Kinder immer in Filialen mitgenommen worden und hinter die, hinter den Tresen schauen durften. Also, das ging schon an sich sehr, sehr früh los. Ich bin sehr früh, durfte ich mir auch mein, mein Taschengeld aufbessern, habe auf dem Firmengelände bei meinem Opa mit angepackt, aufgeräumt. Also, das ging eigentlich echt früh los, dass ich mich mit dem Thema Schild und unserem, unserem Geschäft irgendwie auseinandergesetzt habe. Und irgendwie auch nicht so, dass man das Gefühl hat, jetzt musst du hier irgendwas machen, Zwang oder, oder sonst irgendwas, sondern irgendwie war das immer Teil unserer Familie und hat mir einfach immer echt Freude gemacht, hat riesengroßen Spaß gemacht. Und ja, das war dann irgendwann so, dass ich für mich auch gesagt habe, dass in die, in die Richtung will ich auch gehen. Ich möchte nicht Künstler werden. Ja, doch, diese Spinnerei hatte ich auch noch mal kurz. Ich wollte einmal irgendwann auch mal Schauspieler werden. Aber dann, da, das verfestigte sich dann und ich wollte halt immer auch ins Familienunternehmen einsteigen. Ihr seid ja ein waschechtes Familienunternehmen. Das repräsentierst du auch in der Geschäftsführung. Das wurde ursprünglich 1957 von deinem, jetzt muss ich, da habe ich ein Fragezeichen hinter, Großvater oder Vater gegründet? Ne, tatsächlich war es mein Großvater zusammen mit meiner Großmutter. Genau. Okay, das wurde in Braunschweig damals gegründet. Da habt ihr quasi eure, eure Keimzelle, wenn man so möchte. Und da seid ihr inzwischen in der dritten Generation und beschäftigt rund 1900 Mitarbeiter mit jährlichem Umsatz von 120 Millionen. Das ist ja ein Wahnsinn, was aus Braunschweig, aus der Grundidee da erwachsen ist über Generationen. Ja, das, also ich, ja, also was soll ich sagen? Ich würde von außen betrachten, würde ich sagen, ist das schon eine relativ einmalige Leistung, aus einer einfachen Prägestelle Deutschlands Marktführer im Bereich Zulassungsdienstleistungen und Kfz-Kennzeichen aufzubauen. Vor allen Dingen, wenn man, wenn man weiß, dass es an sich so ein bisschen aus der Not heraus gekommen ist. Meine Großeltern sind mit ihren drei Kindern aus der DDR geflüchtet in den 50er-Jahren, kamen dann nach Braunschweig, weil dort bereits die Brüder oder Geschwister meiner Oma tätig waren. Und ein Bruder war halt schon Leiter der Zulassungsstelle. Angestellt? Oder hat er die gemacht? Ne, also es gibt, also ja, es ist ja, ist ja, ist ja eine Behörde. Ah, okay. Und der war, sozusagen, der, genau, der leitete die Zulassungsbehörde in Braunschweig. Und ein weiterer hatte eine Fahrzeugvermietung und hat quasi für seine Fahrzeuge schon Autoschilder gemacht. Und ja, dann haben die beiden gesagt, Mensch Martin, Mensch Elfriede, ihr müsst ja irgendwie für eure Kinder sorgen, also macht doch Autoschilder. Und dann haben sie in Braunschweig in einem Keller angefangen, Autoschilder zu machen. Und dann kam irgendwann mein Onkel, der kam zuerst, der ist ein bisschen älter. Und auch mein Vater, der kam dann in den 70er-Jahren ins Unternehmen. Und ja, dann ging das große Wachstum los, witzigerweise auch aus einem sehr pragmatischen Grund. Denn sowohl mein Onkel als auch mein Vater, die waren sich bewusst darüber, dass eine Prägestelle halt nicht drei Familien ernähren kann. Also musste Wachstum her. Und ja, dann ging ein Stück weit auch die Filialisierung los. Das ist, ich sage mal, die große Lebensleistung, die im Wesentlichen da mein Vater natürlich am Anfang noch unterstützt, durch meinen Onkel und auch meine Oma erbracht hat. Aber es passt so ein bisschen zu ihm als Typ. Er hat gesagt, wenn das an einer Stelle geht mit der Prägestelle, dann muss das auch an anderen gehen. Und hatte Anfang der 80er schon das große Glück, einen mittelgroßen Filialisten mit rund 20 Filialen übernehmen zu können, der aber bundesweit seine Filialen hatte. Also nicht in irgendeinem Ballungsraum, sondern, ob das jetzt die richtigen Filialen sind, aber einen in Lörrach, einen in Flensburg, einen in Hildesheim, einen in Aachen, so nach dem Motto. Und mein Vater ist vom Typus her jemand, wenn er dann irgendwo dahin musste. Vom Typus her ist er jemand, wenn er in den Keller geht, um was zu holen, überlegt er sich, was er mit in den Keller nimmt, damit er nicht leer geht. Und wenn er also auf dem Weg nach Lörrach war, hat er gesagt, also wie spick ich sozusagen den Weg nach Lörrach mit weiteren Terminen. Und ja, das war so der große Impuls, einfach weiter zu filialisieren. Und kann man sagen, Ende der 80er Jahre. Er fing in den 70ern an. Der große Filialisierungsschwung begann dann Anfang der 80er. Da waren wir Ende der 80er schon bei 100 Filialen. Diese Prägestellen, die man so kennt, die Bütchen. Ich kenne die auch. Während du sprichst, war ich so in Gedanken bei dem einen oder anderen Auto, was ich in der Vergangenheit, also wirklich auch mit 20er-Alter zugelassen habe. Du kommst aus Essen. In Essen, Borbeck. Borbeck und Steele. Steele, genau. Steele ist die Hauptstelle, Borbeck ist die Außenstelle. Steele ist ja da in dem Großen. Und da auch schon seit, ich weiß nicht wie viele Jahren, 20 Jahren sind wir an der gleichen Stelle. Jeder Essener kennt es und keiner will hin. Weil das ist halt immer so wie so ein Besuch beim Zahnarzt. Also nicht das Nummernschild machen bei euch, das geht ja ruckzuck. Das ist dann der Lolli, den man vom Zahnarzt bekommt. Genau. Das ist immer das Schöne, was man damit rausnimmt. Aber die Zulassungsstelle an sich. Es ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, auf eine deutsche Zulassungsstelle zu gehen. Das ist wohl so. Aber ja, da ändert sich ja jetzt auch gerade eine ganze Menge. Ja, aber das war tatsächlich unser Wachstumsthema. Wir sind jetzt an rund 430 Stellen bundesweit. Vielleicht mal zum Vergleich. Es gibt insgesamt etwas über 400 Zulassungsbezirke, aber insgesamt 700 mögliche Stellen. Es gibt Außenämter und dort unten hatten wir gerade Essen, Steele und Borbeck. Also eine nationale Abdeckung. Wir haben eine flächendeckende bundesweite Abdeckung. Da haben aber deine Eltern, dein Vater, ja schon unternehmerisch und vertrieblich ja schon ganz schön angegriffen. Die Erkenntnis, ein Standort reicht nicht, um eine Familie zu ernähren. Ja, okay, dann macht man vielleicht noch nebenan und hin und her und dann kommt man da auf einen Partner mit extrem dezentral verstreuten Stellen. Das muss man ja auch erstmal alles sehen und dann auch anfangen. Also das macht den Typus oder das macht meinen Vater aus. Das ist, der erkennt Chancen, der erschnuppert die, der hat ein Gespür dafür. Das ist so, wie soll man das sagen, das ist so ein Unternehmer par excellence, der, wenn er dann das, ich sage mal, das Geschäftsmodell gewittert hat, dann auch sagt, so und wie entwickle ich das jetzt? Das steckt in ihm drin und das war sicherlich ein wesentlicher Bestandteil, wie man dann auch in einem Markt, der war ja nicht so, dass es vorher keine Autoschilder gab, sondern natürlich gab es irgendwie auch vorher schon eine lokale Versorgung mit Autoschildern. Da in diesen Markt einzudringen und so zu wachsen, da braucht es eine gewisse, wie soll man das sagen, einmal eine Vision und zum anderen aber auch die notwendige Kraft sozusagen, so etwas dann auch durchzusetzen und den Mut natürlich auch zu haben. Denn das ging nicht immer nur gerade aus. Ich war damals noch sehr klein, habe das natürlich so ein bisschen vom Spielfeldrand beobachten dürfen und ich habe meinen Vater immer schon dafür bewundert, dass er sehr, wie er damit umgegangen ist. Das war, mein Vater war, ich will nicht sagen tiefenentspannt, aber meinem Vater hat man nie den Stress und die Leistung, die er da erbracht hat und den Druck und auch das Risiko, hat man ihm zu Hause nie angemerkt. Das konnte er immer draußen lassen und da habe ich mir schon sehr früh gesagt, das ist etwas, das ist erstrebenswert. Jemand, der zufrieden mit sich und gleichzeitig auch wieder nicht. Also mein Vater ist irgendwie zufrieden grundsätzlich, ist ein sehr zufriedener Mensch, aber auch einer, der irgendwie gleichzeitig wieder nie zufrieden ist, wenn es nicht weitergeht. Also das ist sehr, sehr spannend. Auf jeden Fall. Jetzt kommst du ja in der Nachfolgegeneration ans Ruder und hast natürlich auch wunderbar, jetzt hast du vorhin so schön gesagt, vom Spielfeldrand aus, hast du es, wo du noch nicht in der Verantwortung warst oder als Kind, wie dein Vater erlebt hast, wie er damit umgegangen ist, hast du natürlich auch ein klasse Vorbild an der Stelle, um dir gewisse Sachen abzuschauen. Unbedingt, unbedingt. Also was er in mir wirklich geweckt hat, ist die Neugier auf solche Dinge. Also sich nicht mit dem Gegebenen zufriedenzugeben, sondern zu sagen, wo geht es noch hin? Was können wir tun? Wie sieht das morgen aus? Und wir befinden uns ja jetzt gerade in einer sehr spannenden Zeit, wo das nicht nur einfach unternehmerische Lust ist, zu sagen, wir müssen jetzt mal was ändern, sondern auch ganz klar eine Notwendigkeit des Zulassungswesens wird digital. Wir sind ein analoges Unternehmen mit einer sehr analogen und einer sehr tradierten Struktur und da geht es jetzt darum, wie sieht das morgen für unser Unternehmen aus? Und was ich da wirklich in mir trage, ist die Lust drauf. Also vor allen Dingen nicht zu sagen, ich akzeptiere jetzt, dass es so ist und akzeptiere, dass es mich vielleicht morgen in einer digitalen Welt nicht mehr gibt, sondern genau das nicht zu tun, sondern zu sagen, wie gestalte ich die Zukunft selber? Wie kann ich Einfluss darauf nehmen und wie werde ich Teil einer Zukunft, wie auch immer sie denn dann in dem Bereich aussehen wird? Und das trage ich in mir und bin da sehr froh, dass ich das von ihm mitnehmen kann. Ja, das ist natürlich bei so einem Familientraditionsunternehmen über mehrere Generationen natürlich auch Gold wert, weil so viel Know-how über die Jahre, Jahrzehnte ja im Unternehmen ist, in dem Unternehmer ist und man selber Nachfolger wird. Eine Nachfolgerregelung hat dein Vater angestrebt mit euch und ihr profitiert davon, nicht von dem Unternehmenswert in Geld, sondern mit den Werten des Unternehmens und damit dem Unternehmer auch so lange zusammengearbeitet zu haben. Geld ist nicht sinnstift, das ist auch klar. Das ist da oder es kann auch mal schnell weg sein. Also jetzt in Bezug auf uns, wir hatten vorhin schon kurz drüber gesprochen, groß sein und die meisten Filialen haben, nützt einem gar nichts, wenn das System digital wird, wo es gar nicht mehr darauf ankommt, dass du immer lokal, überall vor Ort bist, sondern nur solange, wie das System so ist, wie es ist. Sondern das, was wir mitnehmen und das Wertvollste ist, ist tatsächlich, sich zu überlegen, was kannst du mit der Struktur tun, die du hast und mit den Erfahrungen, mit dem Wissen, mit dem Netzwerk, mit den Beziehungsnetzwerken, die man sich dadurch aufbauen kann. Das ist, glaube ich, das Wichtigste. Ich mache das ja auch nicht alleine. Ich habe seit 2017 meinen Bruder Felix mit an meiner Seite, der den kaufmännischen Bereich verantwortet. Und auch der trägt sozusagen dieses Erbe unseres Vaters in sich. Mega. Ich sehe dich ja jetzt gerade hier vor mir sitzen. Die Hörer können das ja nicht. Und da strahlt auch jemand, wenn du darüber so sprichst. Ich finde es sowieso mega, bei solchen Familienkonstrukten, Unternehmungen. Klasse, so zu hören. Und ich darf mal darauf hinweisen, liebe Hörer, ihr wisst das an vielen Stellen selbst, vielleicht aus leidvoller Erfahrung oder vielleicht, weil ihr es gehört, gelesen oder sonst wie habt. Dritte Generation ist nicht per se erfolgreich. Also das ist schon ganz spannend. Nicht umsonst gibt es den Spruch, der Vater erstellt’s, der Sohn erhält’s, beim Enkel zerfällt’s. Das ist etwas, diesen Spruch habe ich, ich glaube, in der dritten Klasse hat ein Klassenkamerad den zu mir gesagt. Und den trage ich immer noch in mir, als Mahnmal sozusagen, dass wir nämlich als dritte Generation nicht diejenige sind, bei der es zerfällt, sondern wir nehmen die Herausforderung und nicht nur in einem Jahr weiter so erhalten, sondern das würde nicht funktionieren, sondern wirklich mit, wie sieht ein Unternehmen für die Zukunft aus, wie muss das aufgestellt sein, welche schmerzhaften Entscheidungen müssen vielleicht getroffen werden, auf was muss man verzichten, damit es erfolgreich ist. Und wir haben so ein bisschen den Spruch umgedeutet. Wenn man sich so unsere Historie anguckt, könnte es auch heißen, der Vater produziert, der Sohn filialisiert und die Enkel digitalisieren und internationalisieren. Das ist so ein bisschen der Strang, auf dem wir unterwegs sind. Und ja, ich weiß nicht, vielleicht gehen wir gleich nochmal auf das Thema Digitalisierung in unserer Branche, denn ich bin zwar Schildermacher, aber als Schildermacher bin ich ja nicht nur Teil einer Schildermacherbranche oder einer Zulassungsdienstbranche, sondern wir sind ein Annex, manchmal ein ungeliebter, manchmal aber auch ein für sehr nützlich erachteter Annex des deutschen Autohandels oder des Autogewerbes. Ja, ihr seid jetzt nicht angetreten, um zu bewahren, sondern ihr gestaltet, kann man auch so sagen. Ganz, ganz dringend. Wir gestalten, wir gestalten uns, aber ich gehe an manchen Stellen sogar noch den Schritt weiter. Ich versuche auch, die externen Parameter für mich zu gestalten. Heißt, wie mache ich denn sowas? Ich bin unter anderem Vorsitzender des Bundesverbandes Kraftfahrzeugkennzeichen und als solches auch hier und da politisch unterwegs, immer mal wieder auch im Verkehrsministerium, sitze in einem Arbeitskreis der Dienstherdco, wo die Industrienormen für uns entwickelt und gestaltet werden. Das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass man wirklich proaktiv auch das eigene Umfeld gestalten will, sich das auch traut und nicht sagt, ich nehme das, was jetzt um mich rum ist, als gegeben an und muss immer damit zurechtkommen, sondern das ist so ein bisschen das, was Startups ja ausmacht. Startups fragen erstmal nicht, was ist rechtlich sinnvoll, sondern die fragen sich nur eins, die sagen, was will der Kunde? So, wie müsste es aussehen, damit der Kunde es will, damit der es richtig geil findet? Und das ist der wesentliche Punkt und das für ein 62 Jahre oder 63 Jahre altes Unternehmen, das Leuten beizubringen, die in einer Filialstruktur sehr erfolgreich unterwegs waren, zu sagen, ja, nee, wir denken jetzt doch nochmal ein bisschen anders, wir müssen schneller werden, wir müssen schneller denken, wir müssen uns schneller weiterentwickeln. Spannende Herausforderung. Ihr habt eure Firmen gruppiert. Kannst du da vielleicht einen kurzen Überblick geben, dass es ja nicht einfach, ich sage jetzt mal, die Kroschke GmbH gibt, die Diverses macht, sondern ihr habt da verschiedene Units. Wie habt ihr das gruppiert? Was habt ihr da? Also der Kern, das Dach ist die Kroschke GmbH und dann haben wir den Deutschen Autodienst. Wie differenziert sich das? In der Kroschke GmbH werden, ich sage jetzt mal ganz platt, die Kundengruppen Privatkunde, das heißt derjenige, der von der Zulassungsstelle der Autoschilder braucht, der kommt zu uns in unsere Filialen, die Prägestellen. Dann haben wir da drin auch in der Kroschke GmbH unsere Zulassungsdienste, da betreiben wir mittlerweile auch knapp 60 mit über 300 Mitarbeitern bundesweit, sind damit da auch sehr weit vorne in dem Segment. Der Deutsche Autodienst ist tatsächlich, kommt auch aus dem Segment Zulassungsdienst, aber für eine andere Kundengruppe und zwar war, daran mache ich es immer ganz gerne fest, der Deutsche Autodienst, der Gründungskunde war Europcar und dann wird vielleicht auch klar, ein Europcar hat nicht ein oder zwei oder drei Zulassungen pro Tag, sondern dann werden schon mal 150, 200, 300 Zulassungen pro Tag gemacht, um die Vermietfahrzeuge auf die Straße zu kriegen. Das heißt, für Europcar war es wichtig, dass man viel stärker prozessual und auch da schon digital unterwegs ist, weil Europcar wollte natürlich immer wissen, welche Autos sind jetzt gerade in der Zulassung, welche Briefe sind eingelagert und das ist so ein bisschen das Kerngeschäftsmodell vom Deutschen Autodienst, Prozesse früh, also schon in der Frühphase, wo es das Thema digitales Zulassungswesen noch nicht gab, Zulassungsprozesse zu digitalisieren, Plattformen zu bauen. Also wir haben mit dem Deutschen Autodienst auch einen starken Digitalkern, den wir aber nochmal verstärkt haben. Wir haben Kroschke Digital gegründet, da bündeln wir jetzt auch ganz stark unsere Digitalleistungen. Also im Wesentlichen ist das im Moment unser Kroschke On, unser Beauftragungsportal, unser Zulassungsportal für den deutschen Autohandel, aber da wächst gerade ganz, ganz viel. Ein weiteres Feld, das jetzt in 2017 dazu gekommen ist, ist die deutsche Kennzeichentechnik. Die habe ich mit einem Partner gegründet und da geht es tatsächlich darum, Zulassungssysteme, Kennzeichnungssysteme und Verkehrsleitsysteme international an den Mann zu bringen. Also auch da gucken wir ein bisschen in die Zukunft. Es geht ganz massiv in die Zukunft. Lass uns über dich und so deine Erfahrungen im stetig wachsenden Familienunternehmen reden. War dein Einstieg in das Unternehmen immer klar? Also immer kann ich natürlich nur für mich sagen, mir war sehr früh klar, dass ich ins Unternehmen einsteigen will. Ich würde jetzt mal behaupten, ich war so zwölf, dreizehn, da habe ich für mich gesagt, ich möchte irgendwann ins Familienunternehmen. Ich bin Ältester, ich bin Ältester von insgesamt sechs Kindern und irgendwie so ein bisschen so Tradition verpflichtet. Das könnte sich jetzt danach anhören, dass ich irgendwie mich gezwungen fühlte. Nee, das war es irgendwie gar nicht. Aber für mich war das irgendwie gefühlt, war das klar, du hast ein Familienunternehmen, das ist eine Riesenchance, da gibt es keinen anderen Weg. Also wie gesagt, ich bin seit 2005 jetzt im Unternehmen und ich glaube, ich wusste das so mit zwölf, dreizehn war mir das klar, dass ich da hin will und da einsteigen will. Okay, wenn du so zurückblickst, während der Zeit im Unternehmen, was waren so deine einprägsamsten Momente? Gab es da so Momente, wo du sagst, wenn du jetzt so zurückblickst in die Zeit, in das Unternehmen, die Geschichte muss ich erzählen, gab es da so Momente? Ja, das erzähle ich dir jetzt auch. Also ich sage mal so, was war wichtig für mich und wovon lebe ich heute noch? Ganz wichtig war für mich sehr früh festzustellen, ich bin gar nichts Besonderes. Also ja, nur weil ich den Nachnamen trage, den das Unternehmen trägt, war es sehr wichtig festzustellen, dass ich genauso für meine Erfolge zu kämpfen habe wie jeder andere auch. Und das war nicht zuletzt deswegen, weil wir einen Angestelltenvorstand, also es war nicht so, dass mein Vater zu Beginn mein Chef war, sondern ein Angestelltervorstand und ein netter Kerl, gar keine Frage, aber der hat mir sehr früh klar gemacht, für mich gibt es keine Sonderrolle, für mich gelten die gleichen Regeln. Ich werde genauso in einer Tagung an die Wand genagelt, wenn ich meine Zahlen nicht kenne, wenn ich meine Standorte nicht im Griff habe, wenn meine Zahlen schlecht sind, da gab es überhaupt kein Vertun und das hat mir sehr, sehr gut getan. Also das war für mich ganz, ganz wichtig für meine persönliche Entwicklung. Ich glaube, das wäre anders gegangen, wenn ich eine Sonderrolle gehabt hätte im Unternehmen. Und dann gab es nochmal einen so ganz wichtigen Punkt auch, das war eher intrinsisch, nämlich ich dachte so nach drei, vier Jahren als Gebietsleiter, das war mein erster wichtiger Posten, also ich habe das Geschäft auch wirklich von einer Pike auflehren dürfen, da habe ich gedacht, warum kommt jetzt Vater nicht mal und bietet mir irgendwie die nächsten Job an? Also wieso werde ich jetzt nicht irgendwie mal nach Ahrensburg berufen und jetzt hast du irgendwie vier Jahre hier Lehrzeit gehabt, jetzt darfst du, jetzt muss es wie auch immer Bereichsleiter irgendwas, also jetzt, wo sind die großen Hohenweinen? Und irgendwann hat es Klick gemacht. Ich weiß nicht, was das getriggert hat, aber mir war auf einmal klar, wenn ich das will, dann muss ich selber zeigen, dann muss ich mich zeigen, dann muss ich mich sozusagen drum bewerben, muss sagen, gib mir mehr Aufgaben, ich will das Projekt, gib mir hier nochmal ein Projekt. Und das war auch ein ganz, ganz wichtiger, Wendepunkt ist jetzt Blödsinn, aber diese Erkenntnis, dass für das, was ich bekommen will und wenn ich wachsen will und wenn ich mich entwickeln will, dass ich dafür selber sorgen muss, dass keiner für mich dafür sorgen wird, das war eine ultra wichtige Erkenntnis und da bin ich meinem Vater auch dankbar, dass er mich zu dieser Erkenntnis letztlich hat kommen lassen, weil das hat dann auch mein weiteres Fortkommen geprägt. Mir war von da an klar, wenn es weitergehen will, muss ich die Dinge ergreifen, dann muss ich sozusagen derjenige sein, der die Dinge entwickelt und sich nimmt. Ja, zu der Erkenntnis kommen lassen, ist ein fantastischer Satz. Genau, genau, er hätte es mir ja abnehmen können, er hätte ja auch sagen können, Philipp, pass auf, dein Name ist Kroschke, dein Nachname ist Kroschke, also, genau und das war wichtig und das hilft mir auch jetzt noch. Wir haben vorhin darüber diskutiert, wie gehe ich mit Problemen um, stehe ich davor, jammere, weil ich nie gelernt habe, lösungsorientiert unterwegs zu sein und für mich ein ganz großes Problem unserer heutigen Zeit, viele sind nicht lösungsorientiert, sondern sehen nur das Problem und jammern über das Problem und das konnte ich, das habe ich wirklich dadurch lernen dürfen. Das war ein wichtiger Erkenntnisgewinn, ansonsten natürlich 2012, Ernennung zum Geschäftsführer, ich war mega stolz, weil wenn du mit zwölf, dreizehn dir irgendwann mal vornimmst, das zu machen, was Papa macht, dann ist natürlich so 2012, gefühlt hast du dein Ziel erreicht und die Erkenntnis war aber auch da wieder eine andere. Ich war jetzt nicht Geschäftsführer, doch war ich natürlich auf dem Papier und in der Organschaft bist du Geschäftsführer, aber und auch das ist mir in der Rückbetrachtung viel, viel klarer geworden, als in dem Moment, da war ich Geschäftsführer im Azubi, da lernst du überhaupt erst, was es heißt, Geschäftsführer zu sein. Da gehört aber auch dazu, dass du für dich den Anspruch hast, nicht nur Geschäftsführer zu sein und es auf dem Papier stehen zu haben, sondern Geschäftsführer zu sein, mit allem, was das bedeutet, mit all der Verantwortung, auch mit der Verantwortung zu sagen, wo geht es hin, wie sieht es aus und nicht mehr der Befehlsempfänger zu sein, der ausführt und das vielleicht auch super gut ausführt, aber derjenige zu sein, der sagt, wo geht es mit dem Unternehmen hin und das hat noch einen Moment gedauert. Also da war ich 2012 noch nicht, da war ich ein guter Verantwortlicher für unsere gesamte Außenorganisation, weil ich ein gutes Netzwerk hatte, weil ich unseren Markt sehr gut kannte, weil ich auch immer schon geliebt habe, was ich da tue, aber die Erkenntnis zu sagen, du willst nicht nur das auf dem Papier haben, sondern du willst auch das erfüllen und befüllen können, diesen Posten. Weißt du noch, wie viele Mitarbeiter ihr damals hattet? Das waren schon damals um die 1.700. Und mein Verantwortungsbereich für die Filialen und die Zulassungsdienste sowie ein Innendienst, ein Service Center, ich hatte damals dann 2012 eine Verantwortung für rund 1.300 Menschen und nur in dem Segment eine Umsatzverantwortung von, ich glaube, 75 Millionen. Hat das was mit dir gemacht am Tag der Ernennung? Das macht immer noch jeden Tag was mit mir, wenn ich mir bewusst darüber werde, wie viel Verantwortung ich da eigentlich trage für wie viele Menschen mit ihren Familien und für wie viel Umsatz. Und dann wird mir, wenn ich so in der Form darüber nachdenke, immer noch heiß-kalt, was für ein großes Konstrukt ich verantworte, aber dann wird mir immer wieder klar, Punkt 1, ich verantworte das nicht alleine. Ich habe ganz viele tolle Menschen um mich rum. Ich bin da nicht allein auf weiter Flur. Ich habe meinen Vater, meinen Bruder, aber ich habe ein tolles Management-Team. Und am Ende, mein Vater hat immer gesagt, wenn ich dann schon mal panisch wurde, ob der vielen, vielen, vielen unterschiedlichen Themen, dann sagte mein Vater immer, Philipp, das ist wie ein Stapel Papieren und du fängst mit dem obersten Blatt an und arbeitest dich bis unten durch. Und vorher kümmerst du dich nicht um alles, sondern nur um das Erste. Das ist ein bisschen wie der Wanderer, der sagt, denk nicht über den riesenhohen Berg nach, sondern geh ihn Schritt für Schritt. Dann versetzt es dich auch nicht in Panik und im Endeffekt zerteilst du deine große Aufgabe in viele, viele kleine Einzelaufgaben und dann lässt es sich auch machen. Aber tatsächlich ist das notwendig, war für mich notwendig, das hinzukriegen, um dann nicht in Panik ob der großen Verantwortung auszurechnen. Ja, ich meine, ich habe auch ein Unternehmen, das ist x-fach kleiner. Trotzdem, ich habe auch Verantwortung für Mitarbeiter. Ich trage das nicht permanent bei mir. Ich weiß, was ich da tue, aber es ist jetzt nicht so jede Minute, wo ich dann so denke, du musst Verantwortung tragen und wenn du jetzt mal irgendwie was doof entscheidest. Das ist es eigentlich nicht, ne? Ne, ich glaube, dann ist die Last gefühlt sehr groß. Weiter mit der Story geht es zum zweiten Teil. Ich habe gerne Freude an dem, was ich tue. Natürlich ist es wie im richtigen Leben. Das besteht aus einer Sinuskurve oder einer Kosinuskurve, wie auch immer. Das gibt immer Aufs und Abs. Aber ich glaube, wenn du nur die Last im Blick hättest, und ich finde große Freude an den vielen Einzelaufgaben und auch den damit verbundenen häufig, dann hast du da ein Erfolgserlebnis, da ein Erfolgserlebnis. Ich zerteile es mir sozusagen auch und ich konzentriere mich dann auf das jeweilige Thema.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.