Einleitung
In der neuesten Folge von ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing Markus Gold, einen langjährigen Akteur der deutschen Automobilbranche. Gold hat seine gesamte berufliche Laufbahn im Autohaus Kunzmann verbracht und dabei maßgeblich zur digitalen Transformation des Unternehmens beigetragen. In diesem Beitrag beleuchten wir seine bemerkenswerte Karriere und seine Sicht auf die Entwicklungen in der Branche.
Ein Leben für die Automobilbranche
Markus Gold begann seine Karriere im Jahr 1992 bei Kunzmann, einem renommierten Autohaus in Deutschland. Was als Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann begann, entwickelte sich schnell zu einer beeindruckenden Laufbahn, die von technischen Innovationen und strategischen Entwicklungen geprägt war.
Technische Meilensteine und digitale Innovationen
Golds frühe Jahre bei Kunzmann waren von technischen Herausforderungen geprägt. Er war maßgeblich an der Einführung neuer Technologien beteiligt, darunter die erste Unternehmenswebsite und die Implementierung von Social Media, lange bevor diese in der Branche üblich waren. Diese Pionierarbeit legte den Grundstein für Kunzmanns Erfolg im digitalen Zeitalter.
Business Development und der Weg in die Zukunft
Seit 2019 leitet Markus Gold das Business Development bei Kunzmann. In dieser Rolle konzentriert er sich auf die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens, um den Herausforderungen der digitalen Transformation und der sich wandelnden Kundenbedürfnisse gerecht zu werden. Seine Arbeit wurde 2021 mit dem Digital Dealer Performance Award gewürdigt, was seine Kompetenz und seinen Einfluss in der Branche unterstreicht.
Persönliche und berufliche Entwicklung
Während der Corona-Pandemie nutzte Gold die Gelegenheit, sein eigenes Unternehmen, LEED 4K, zu gründen. Diese Erfahrung zeigt seine Fähigkeit, Chancen zu erkennen und zu nutzen, selbst in herausfordernden Zeiten. Seine Geschichte ist ein inspirierendes Beispiel für kontinuierliches Lernen und Anpassung in einer sich schnell verändernden Branche.
Fazit
Markus Golds Karriere bei Kunzmann ist ein eindrucksvolles Beispiel für Loyalität, Innovation und Erfolg in der Automobilbranche. Seine Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen, um in einer dynamischen Branche erfolgreich zu sein.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Karriere von Markus Gold im Autohaus Kunzmann
- Digitale Transformation in der Automobilbranche
- Einfluss der Corona-Pandemie auf berufliche Entwicklungen
- Gründung von LEED 4K
- Auszeichnungen und Anerkennung
Key Takeaways:
- Markus Golds 32-jährige Karriere bei Kunzmann
- Wichtige technische Meilensteine und Innovationen
- Erfolgreiche Leitung des Business Development
- Gründung von LEED 4K während der Pandemie
- Bedeutung von Loyalität und kontinuierlicher Weiterentwicklung
- Einfluss der digitalen Transformation auf den Automobilhandel
- Anerkennung durch den Digital Dealer Performance Award 2021
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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstorys, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Ein kurzer Boxenstopp bei unserem heutigen Partner. Autoprof ist die Anlaufstelle für professionelle B2B- Vermarktung von Gebrauchtwagen. Bei Autoprof handeln ausschließlich geprüfte Autohändler, die ihre Erträge im Gebrauchtwagengeschäft nicht zuletzt durch den garantierten Mindestpreis maximieren wollen. Schließe dich jetzt den bereits über 20.000 Händlern in ganz Europa an und registriere dich unverbindlich bei Autoprof. Alle Infos dazu auf autoprof.de. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute freue ich mich über einen Gast, den mir in den letzten Monaten immer wieder andere Menschen, auch aus dem Podcast und so allgemein aus der Branche, empfohlen wurde und den ich bis dahin nicht kannte. Das konnte ja so nicht sein und das darf auch so nicht weiter bleiben. Also war mein Interesse definitiv geweckt. Herzlich willkommen auf ein Kennenlernen, Markus Gold. Hi. Vielen Dank für die Einladung und ich kannte dich bereits. Oh, das ist ja schön. Schön, dass ich da sein darf. Ja, sehr gerne. Zwei Worte noch, was du beruflich tust. Du bist ja hier, weil du auch aus der Branche bist. Du machst die Leitung Business Development beim Autohaus Kunstmann und Innehaber der frisch gegründeten LEED 4K. Und was ich natürlich jetzt direkt am Anfang noch abfrühstücken muss, zuerst mal natürlich noch herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Digital Dealer Performance Award 2021. Danke. Ich habe zwar nur indirekt was mitzutun, weil all die, die da was dafür gearbeitet haben, sind natürlich die, die mal mit mir zusammengearbeitet haben. Aber ja, es ist schön, dass es jetzt dieses Jahr geklappt hat und verdient gewonnen, würde ich mal sagen. Ach, klasse. Das finde ich gut, dass du da auch direkt das Team so ins Spiel bringst. Aber wahrscheinlich im Laufe der Jahre, das werden wir ja gleich noch lernen, warst du ja auch an den entscheidenden Entwicklungen früher ja auch schon durchaus nicht unbeteiligt. Ja, ich hatte das Glück, zumindest das ein oder andere auf den Weg zu bringen. Ja, man hat mir, sag mal, nachdem ich jetzt schon, du hast ja schon gesagt, so 32 Jahre bei Kunstmann bin, hat man mir doch viele Möglichkeiten gegeben, mich zu entwickeln. Und ob das jetzt aus der IT heraus war, ob das Netzwerktechnik war und dann, ja, die erste Webseite zu bauen, die erste Datenbank online zu bringen, Social zu starten, wo noch keiner im Automobilbereich an Social gedacht hat. Also das war schon sehr, sehr spannend und man hat natürlich viel, viel gelernt und viele, viele Protagonisten zusammengebracht. Das war das Spannende daran. Markus, wie bist du denn persönlich durch die Corona-Pandemie gekommen und wie hast du die Zeit genutzt? Ja, wahrscheinlich werden jetzt einige lachen, wenn sie das hören, aber mir hat die Corona-Pandemie letztendlich Glück gebracht, dadurch, dass ich dann doch ein bisschen mehr Zeit hatte. Zeit, um Lead4K aufzubauen, um das Projekt nach vorne zu bringen. Ich habe mich dann halt, muss ich dazu sagen, jeden Abend in den Keller verzogen an jedem Wochenende. Ja, rausgehen war nicht mehr und meine Frau war glücklicherweise zu Hause, hat sich um die Kinder gekümmert. Das war natürlich auch mein Glück weiterhin, aber ja, von daher ist Corona für mich im Prinzip ein Gewinn gewesen, weil ich, ansonsten wäre das nicht möglich gewesen, diese Zeit in so ein Projekt zu stecken. Ja, Lead4K, da kommen wir gleich auf jeden Fall nochmal drauf zu sprechen, weil das ja auch ein ganz frisches Baby ist sozusagen. Aber wir machen erst mal eins. Wir bleiben ja in meinem klassischen Konzept und werfen erst mal einen Blick in den Rückspiegel, in die Vergangenheit. Und dein Werdegang, du bist im Baujahr 72, du bist verheiratet, hast zwei Kinder, du lebst in Klein-Ostheim bei Aschaffenburg und kommst gebürtig aus Frankfurt und hast erst mal begonnen und hast eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht, auch schon bei Kunzmann 1992. Und dann bist du scheinbar, da kommen wir gleich auch noch drauf zu sprechen, von Kunzmann irgendwie nicht mehr losgekommen und hast dann den IT-Manager da gemacht von 92 bis 2005. Dann bist du immer noch nicht von Kunzmann losgekommen und warst dann der Leiter E-Business, Online-Marketing in Social Media von 2005 bis 2019. Und seit 2019 bist du wieder nicht da weggekommen und hast dann das Business Development übernommen. Und da bist du ja heute noch tätig. Und jetzt habe ich das schon so ein bisschen lustig gemacht, weil das ist echt eine Besonderheit. Und wo ich mich vorbereitet habe auf das Gespräch und gesehen habe, meine Güte, du bist ja 1989 in die Ausbildung gestartet. Das war vor gut 32 Jahren in einem Unternehmen beim Autohaus Kunzmann tätig. Das trifft man sehr selten und da würde ich ganz gerne mal ein bisschen mit dir darüber sprechen, weil häufig sind meine Gesprächspartner hier gewesen, da gewesen, in drei Ländern und keine Ahnung und Karriere hier und da. Und bei dir ist das Gegenteil und das finde ich total bemerkenswert. Erzähl doch mal so ein bisschen über deinen Werdegang, was da war. Ja, 32 Jahre bei einer Firma stimmt. Das ist wirklich außergewöhnlich, wobei für Kunzmann ist es gar nicht so außergewöhnlich. Und das ist, glaube ich, auch die Stärke von Kunzmann. Wir haben sehr, sehr viele Mitarbeiter, eine hohe Anzahl, die mehr als 30 und sogar 40 Jahre Betriebszugehörigkeit haben. Da legt man in der Familie, in der Inhaberfamilie extrem viel Wert drauf. Das glaube ich auch, da ist der Wert des Unternehmens zu sehen. Diese Mitarbeiter, die auch den Gedanken Kunde im Mittelpunkt stehen, genutzt haben. Und ich hatte in den 32 Jahren halt viele, viele Förderer. Und durch das, dass ich in der IT angefangen habe, und das war 92, da kamen die PCs auf, da kam Netzwerk auf. Ich war überall. Ich durfte immer machen und tun immer was Neues. Und das hat sich stetig durch meine letzten 30 Jahre immer wieder bestätigt. Mach da was Neues, mach da was Neues. Leite etwas in die Wege. Und ob das jetzt eine Firewall war. Wir haben die erste Firewall bei uns aufgesetzt. Wir haben Exchange durfte ich aufsetzen. Den ersten Web-Server habe ich aufgesetzt. Ich habe den ersten Mail-Server aufgesetzt. Und das sind schon Erfahrungen und es hat extrem viel Spaß gemacht. Ich habe die ersten Datenbanken oder kunzmann.de, als wir das aufgebaut haben, die erste Fahrzeugdatenbank. 1996 haben wir die gebaut. Wir waren, glaube ich, einer der ersten europaweit, der bis zu 30 Fahrzeugbilder gehabt hat, online schon. Da sprach noch keiner von Mobile und AutoScout. Und dann ging es halt eins ins andere. Es hat sich da ergeben, ich durfte dem Händlerbeirat bei AutoScout beitreten, bei mobile.de, durch das, dass ich die Schnittstellen dort gebaut habe. Ja, und Social Media ausprobiert, Google Analytics ausprobiert und entsprechend anhand der Zahlen online gemanagt. Das hat schon nicht nur Spaß gemacht, es hat mich natürlich auch weiterentwickelt. Ich hatte dann die Möglichkeiten, auch andere Menschen mit in das Team zu holen und zu spezialisieren. Wir haben einen Online-Shop aufgebaut. Wir waren einer der ersten, der eBay im Automobilhandel gemacht hat. Und ich durfte dann einen Online-Shop auf der grünen Wiese bauen. Das sind schon Dinge, die waren extrem spannend, haben Spaß gemacht. Es hat dauernd mit neuen Leuten zu tun. Und das möchte ich nicht missen und kann da einfach nur sagen, danke an die Förderer, die ich alle hatte. Ja, es hat schon in der IT angefangen. Da hatte ich einen IT-Leiter, der einfach das gesehen hat, dass ich da dran Spaß habe. Und der Inhaber, Herr Gold, das passt so. Machen, machen, machen. Klasse. Ob das Junior oder Senior war, völlig egal. Ich habe mit Junior, mit Karl Diem, habe ich einen Spanien-Vertrieb aufgemacht. Wir haben in Spanien wie so eine kleine Dependance gegründet. Ich durfte da rüberfliegen, wir haben Autos da drüben verkauft. Das waren schon Erfahrungen, die ich in jungen Jahren machen durfte und vertrauend, dass ich entgegengebracht bekommen habe, das mich geprägt hat. Und warum soll ich gehen? Nirgendwo hätte ich so viel machen können wie bei Kunzmann. Das weiß ich heute. Das ist schön. Ja, klasse. Also super, dass du gerade noch so die Schleife da auf dieses Vertrauen und dieses Miteinander Arbeiten machst, weil gerade eben davor warst du, du hast schon fast meine nächste Frage ein bisschen vorweggenommen, weil es war sehr technisch, was du alles umsetzen konntest und was dich da so gereizt hat und ja auch weiterentwickelt hat. Aber da gehört ja einfach auch die menschliche Komponente zu, wenn man drei Jahrzehnte in einem Unternehmen arbeitet. Ist ja ganz klar. Ohne die Menschen, die mit dir arbeiten, geht nichts. Also wenn du da nicht, wenn die Nähe nicht da ist und das gemeinsame Vertrauen, das gemeinsame Miteinander, das Vertrauen auch in die Arbeit und dann brauchst du das nicht zu tun. Dann ist die Fluktuation natürlich auch entsprechend hoch und das ist das Glück vielleicht bei Kunzmann, das gibt es so nicht. Natürlich, je größer ein Unternehmen wird, dann wird es auch anders, da kommen andere Menschen. Aber ich habe das halt auch erlebt, wo wir nur 400 Mitarbeiter waren und das war schon toll. Einfach toll, wie ein Inhaber einem Vertrauen schenkt und dich machen lässt. Toll. Kann ich nur immer wieder sagen, davon müsste es mehr geben, die einfach auch das Vertrauen an die jungen Menschen geben und sie machen lassen. Ja, klasse. War denn bei dir nach der Ausbildung sofort klar, da bleibst du? War dir das sehr früh klar, dass du da ganz tolle Möglichkeiten und tolle Menschen kennengelernt hast, dass du da bleibst? Oder war das erst mal, ja, ich gucke mal weiter und dann bist du ja erst hängen geblieben? Ja, ich habe nach der Ausbildung, das weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich habe relativ früh, bevor ich meine Ausbildung beendet habe, durch das, dass ich ja, ich sage mal, so eine Elektrotechnik Hintergrund hatte, habe ich relativ früh das Angebot bekommen, möchtest du nach deiner Ausbildung in die IT wechseln? Da habe ich natürlich sofort ja gesagt, weil mich das grundsätzlich interessiert hat. Und ich glaube, ich habe mich nicht ganz dumm angestellt in den ersten Jahren. Dadurch ging es halt auch, kriegst du die ein oder andere Verantwortung, darfst jenes oder anderes Projekt machen. Und natürlich war in den vergangenen Jahren immer auch der Gedanke, wechselst du mal, gehst du mal zu einem großen Player, ob das, ja, ob das eine Börse ist oder eine Bank oder sonst wer. Aber es hat mich nicht gereizt, komischerweise. Es hat mich einfach nicht gereizt. Es war nicht das Geld. Also so bin ich nicht getriggert. Da die großen, ich sage mal, Positionen, die du dann ja innehattest, IT-Manager, dann Leiter E-Business, dann zur Leitung Business Development. Du hast vorhin schon viele der Aufgaben da genannt. Waren das so total logische Schritte in deiner Entwicklung oder in eurer Entwicklung? Und hat sich dazwischen großartig der Wirkungskreis verändert? Bist du am Anfang sehr technisch gestartet? Klar, IT-Manager ist extrem technisch. E-Business hat einen höheren, ich würde jetzt mal sagen, Marketing-Vertriebsanteil. Und Leiter Business Development ist aus der Entfernung für mich zumindest Management. Ja, also es waren schon krasse Schritte, ganz besonders, wie du es gerade gesagt hast, von der technischen IT. Also ich habe da auch PCs auseinandergeschraubt. Ich habe Festplatten eingebaut, kalibriert, was auch immer. Und dann wirst du gefragt, Herr Gold, wollen Sie nicht doch nur online machen, den Webauftritt und noch mehr Marketing, die Börsen betreuen und den Schritt raus aus der IT gehen? Das war schon ein Schritt, der schwer war. Dann darf ich gar keine SATA-Festplatten mehr einschrauben, oder wie? Ja, so in der Art war das. Ja, ich habe es dann doch gemacht, weil es mich auch gereizt hat. Und ich wollte online sehen, was da passiert, was da kommt, was da noch für Möglichkeiten sind. Und ich glaube, es war das Richtige. Ich meine, die ersten Banner geschaltet, da hat noch gar keiner dran gedacht. Ich habe ganz früh auf den regionalen Golfportalen irgendwelche Golfbanner gebaut, wo ein SL irgendwie am Fähnchen vorbeifährt, am Loch, und der Golfball da reinrollt. Und das war wirklich witzig. Und das haben wir noch selber gemacht natürlich. Animierte GIFs gebaut. Das ging damals alles noch mit Photoshop. Das sind halt auch die Möglichkeiten gewesen. Ich durfte Photoshop-Schulungen machen. Ich durfte HTML-Schulungen machen. Ich habe andere Programmier-Schulungen gemacht. Das war dieses, dieser breite Fächer, den ich mitnehmen durfte, der ist einfach wie ein Riesenschatz. Das muss man einfach so sehen. Ja, es hört sich ja auch so, der ist über 30 Jahre in einem Unternehmen, ist dem nicht langweilig irgendwann geworden. Aber wenn man dann halt auch stetig sich weiterentwickelt, ist es sehr genau das Gegenteil. Ja, nie, nie. Das war nie Langeweile. Aber dafür, das ist auch wie der Kunstmann, immer stetig vorangehen, immer die Nummer Eins sein zu wollen und überall der Beste sein zu wollen. Das kam natürlich auch von der Inhaberfamilie und das ist so ein bisschen so eingebrannt. Wenn man Azubi ist, in diesen Zeiten gewesen, dann bekommt man den Stern eingebrannt, bekommt das Kunstmann eingebrannt. Dieses Kunstmann-Gen, alles für den Kunden tun zu wollen. Und das ist echt was wert gewesen. Und ja, durch das, dass du, oder dass ich die Möglichkeit hatte, einfach viel zu tun, war da immer Spaß dabei. Wie so kleine Entdecker. Das war wirklich schön. Ich durfte halt auch Autohausveranstaltungen, Kfz-Betrieb-Veranstaltungen, das war alles für mich offen. Ich durfte mich weiterbilden und durfte dann natürlich, wurde auch selbst eingeladen und durfte mal Speaker sein. Und das hat sich halt gehäuft. Ja, das hat vielleicht auch ein bisschen was mit dem Ego zu tun. Dann wurde entsprechend das Ego auch gestreichelt. Ja, das gehört alles dazu. Aber ein Riesenspaß bisher. Ja, du hast jetzt vorhin mir mal wieder die Überleitung nahegelegt. Das Wort Kunde fiel vorhin. Und wir haben uns ja auch vorher schon einmal unterhalten und da ist mir eine Aussage von dir im Kopf geblieben. Immer vom Kunden her gedacht. Und du bist ja nicht ganz unschuldig an dem Projekt mein-kunstmann.de. Da bist du ja maßgeblich in der Konzeption, in der Umsetzung daran beteiligt gewesen. War dieses immer vom Kunden her gedacht, Das Grundmotiv bei diesem Projekt? Ja. Alle Themen, alle Projekte, die man bei Kunzmann vornimmt, sind, wir denken erstmal, was möchte der Kunde denn? Und natürlich die zweite Frage ist, macht das betriebswirtschaftlich auch Sinn? Aber die allererste Frage ist, was will der Kunde? Und wie können wir einen Mehrwert für den Kunden stiften? Und ja, das habe ich im Prinzip in die digitale Transformation mit übernommen, in alle Themen, in Change, immer daran zu denken, der Kunde steht im Mittelpunkt. Wir müssen Mehrwerte für den Kunden generieren, alles andere, da brauchst du nicht anfangen. Und ja, das ist so die Grundmaxime, ich sage mal, was die Digitalisierung oder die Transformation betrifft, zumindest aus meinem Bereich. Ja, schon spannend. Und das, was du auch so erwähnt hast, war natürlich das Teamwork, was da auch stattgefunden hat und dass auch die Geschäftsführung da komplett hinterstand und dich unterstützt hat. Ja, also die Inhaberfamilie immer und auch die Geschäftsführung. Es war natürlich so, so ein kleines Bild habe ich immer gemalt bekommen. Ich bin der Busfahrer und es ging halt immer um digitale Transformation, um da was Neues, da was Neues, da was Neues. Und ich glaube, ich habe, keine Ahnung, alle sechs Monate irgendwas von was Neuem erzählt in Geschäftsleitungsrunden, wo alle nur mit großen Augen dastanden. Boah, was erzählt der jetzt schon wieder? Und so ein Bild von mir war immer, boah, der Gold sitzt in einem Bus und wir stehen an der Bushaltestelle. Er hat die Türen auf, aber er fährt mit 50 an uns vorbei und wir haben gar keine Chance zuzusteigen. Und witzig ist natürlich, Wolfgang Diem, Karl Diem immer gesagt, Herr Gold, weiter, ja, das geht schon, wir machen das. Aber es ist in den letzten Jahren, merkt man natürlich immer vermehrt, du darfst nicht so viel Tempo haben. Das kriegen die Menschen gar nicht mehr inne. Du musst in dem Change, in der Transformation, musst du aufpassen, sie alle mitzunehmen. Und das war natürlich in meinen jungen Drangjahren nicht so. Da habe ich natürlich gesagt, das müssen wir machen, das müssen wir machen. Das müssen wir machen, hier, da geht es lang, da geht es lang, schneller, schneller, schneller. Und natürlich bin ich auch vor die eine oder andere Wand gefahren, das ist keine Frage. Aber aufstehen, weitergehen. Das ist echt interessant, weil ich habe gerade nachgedacht, wir mit der Agentur, die wir haben, mit der Breitengrad, wir sind ja auch extrem digital seit einigen Jahren unterwegs und wir sind absolut up-to-date. Neueste Online-Marketing-Kanäle auch, ich sage mal, nicht nur zu prüfen, ob die funktionieren für den Autohandel, sondern auch wirklich dann einzusetzen und umzusetzen und sind dann überzeugt davon und stehen dahinter. Es ist aber echt inzwischen ein Problem, diese Möglichkeiten den Händlern, dem Handel zu erklären, selbst wenn da Marketingmanager sind, was da so geht. Du musst wirklich extrem runterbrechen, weil sonst fährst du mit nicht nur 50 an denen vorbei an der Haltestelle. Ja, es ist ein Problem, aber das ist ein grundsätzliches Problem, glaube ich, des Automobilhandels. Man hat in den vergangenen Jahren einfach verpasst, die richtigen Menschen zu holen, die Skills zu erkennen, die ich brauche, um den Handel der Zukunft überhaupt gestalten zu können. Und wenn ich mich so zurückentsinne, wir haben stark darüber nachgedacht, das war 2015, haben wir angefangen, für uns eine Digital Unit zu gründen. Ich habe gesagt, wir müssen uns so aufstellen, dass wir alle Mitarbeiter mitnehmen, die Führungsmannschaften mitnehmen. Und dann haben wir so eine kleine Einheit um den Geschäftsführer herum gebildet und wir haben nur mal angefangen damals, spaßeshalber, all die Jobs aufzuschreiben, die da draußen gerade gebraucht werden. Und wir sind über 60, 60 kleine Karten haben wir aufgeschrieben, die haben wir auf einen Tisch gelegt und sie ausgebreitet. Und dann haben wir uns so angeguckt und da war IT-Leiter dabei, da ist ja heutiger E-Commerce-Leiter dabei, da ist jemand aus dem Service-Marketing dabei und meiner Wenigkeit. Und dann haben wir gesagt, haben wir uns so angeguckt, boah, das haben wir früher alles mal in einer Person gehabt, all die Dinge, die da auf den Skills stehen. Und oftmals ist es halt einfach so, die Automobilhändler denken heute noch, ich kann das irgendwie mit dem Azubi abdecken oder ich kann es über die Sekretärin abdecken. Nein, ich brauche Profis heute und ich muss genau wissen, was möchte ich, welche Skills brauche ich dazu und welche Mitarbeiter kann ich a. befähigen oder muss ich einkaufen. Und dieses Sehen, dass da sowas auf uns zukommt, das hatten wir zum Glück mit den Inhabern, die frühzeitig immer gesagt haben, okay, das, was du sagst, stimmt. Wir geben zwar jetzt nicht für zwei Leute aus, aber dann such dir einen aus und konzentrier dich auf das Wichtige. Und das war immer Schritt für Schritt eins weiter. Und ich glaube, das macht letztendlich bis heute den Erfolg aus. Ein kurzer Boxenstopp bei unserem heutigen Partner. Autoprof ist die Anlaufstelle für professionelle B2B-Vermarktung von Gebrauchtwagen. Bei Autoprof handeln ausschließlich geprüfte Autohändler, die ihre Erträge im Gebrauchtwagengeschäft nicht zuletzt durch den garantierten Mindestpreis maximieren wollen. Schließe dich jetzt den bereits über 20.000 Händlern in ganz Europa an und registriere dich unverbindlich bei Autoprof. Alle Infos dazu auf autoprof.de Jetzt hat natürlich Kunzmann eine gewisse Größe. Wir betreuen ja sehr viele Händler und da sind große Ketten bei, aber teilweise auch noch inhabergeführte Händler, wo dann der Geschäftsführer echt im Personalunion Geschäftsführer ist. Der ist ja alles bis zum Marketing runter und Digitalisierung auch noch. Dass die unter Druck geraten, ist ja wirklich auch gar kein Wunder. Ja, es ist nicht zu leisten. Das, was jetzt verlangt wird im Augenblick, der Change, der da gerade auf uns zurollt, die Transformation, die Disintermediation, die der Hersteller da vorgibt und du musst Lösungen finden, das kann einer alleine nicht. Und schon gar nicht, wenn du einen normalen betriebswirtschaftlichen Hintergrund hast, kommst vielleicht aus dem Automobilhandel, dann kannst du dich auf bestimmte Dinge konzentrieren, aber alle Facetten abzudecken, das geht heute nicht mehr. Deswegen bin ich wirklich ganz glücklich, dass wir uns entschieden haben, so ein Kernteam zu gründen. Das besteht immer noch aus dem gleichen Kernteam und wir beraten immer noch den Geschäftsführer und die Inhaberfamilie. Und ich glaube, das macht es aus, wenn du verschiedene Köpfe hast, die unterschiedlich denken, aber ihre Denkweise zusammenbringen und dann in eine Richtung vorstoßen. Und wir haben frühzeitig unsere Vision von dem digitalen Automobilhandel niedergeschrieben und das ist das, was wir immer wieder überprüfen. Eine Vision, eine Mission und die Ziele und die gemeinsam ausarbeiten und daran arbeiten. Ja, sehr schön. Ich merke schon, ich habe es hier mit Profis zu tun. Was meinst du, wie viele Leute sich darüber keine Gedanken machen, weil die einfach im Tagesgeschäft voll gefangen sind und wenn ich Visionen, Missionen und Ziele höre, das ist super. Toll, dass ihr das so macht. Ja, aber es ist schade, dass die Entscheider daran nicht denken und meinen, sie müssten alles selbst regeln, aber das muss man nicht. Es gibt Spezialisten da draußen, die tun das für einen, aber ich muss zumindest mit involviert sein und muss meine Vision oder meine Ideen damit reinbringen können und dann kann daraus was werden. Aber ich brauche Menschen und Skills. Ohne kann ich kein erfolgreiches Geschäft gestalten. Du, bevor wir jetzt einen Blick schon in die Zukunft richten, was ein perfekter Übergang ist, dein ganz frisches Baby LEED 4K, das relativ jüngst gelauncht wurde und medial auch schon so ein bisschen rum durch die Verlage und so ging. Erzähl uns doch mal so ein bisschen die Geschichte dahinter, euer Ziel und den Nutzen für den Handel. Ja. Ja. Ja, ganz witzig. Also die Idee ist eigentlich schon relativ alt. Ich würde schon sagen fast 20 Jahre. Senior Chef. Immer schon gesagt, Mensch, diese Pump-Ins. Seitdem wir bei den Börsen mitmachen, sehe ich immer mehr vermehrt Autos mit Nummernschild, Unterlagen von anderen Autohäusern in Aschaffenburg. Wir haben die Autos nicht verkauft. Wir wissen nicht, ob die zu uns in die Werkstatt kommen. Herr Gold, kommen wir nicht an die Adressen dran? Das gibt es doch gar nicht. Also das war so ein Mantra, was er, glaube ich, jahrelang immer wieder durch den Betrieb getragen hat. Wir müssen mehr an die Pump-Ins kommen und die Adressen stärken, den regionalen Handel stärken, Werkstatt stärken. Also das war so ein Thema. Und vor, ich sage mal, drei, vier Jahren, das Thema Mercedes me ist dir ja bekannt, das Herstellersystem im Fahrzeug. Wir sitzen mal wieder zusammen mit dem Service auch und ich stelle eine Frage, wie sieht es denn aus, tragen wir uns als Service-Partner auch ein, wenn wir das Fahrzeug nach Hamburg, München oder sonst wohin verkaufen? Ja, machen wir auch. Und dann sage ich, aber dann meldet sich doch das Fahrzeug bei uns und der Kunde bekommt eine Antwort von uns. Ist das denn so sinnvoll? Ist das denn für den Kunden sinnvoll? Und da sind wir wieder, Kundenzentrierung, wo wir dann sagen, nee, eigentlich nicht. Da sage ich, jedem Händler müsste es doch so gehen und der müsste die gleichen Probleme haben. Und zack, da habe ich gesagt, da müsste man eigentlich doch eine Plattform draus machen. Und so ist eigentlich die Idee entstanden. Und wir haben dann nach einem Partner gesucht. Ich habe die Freiheit gehabt, dass die Inhaberfamilie mir gesagt hat, Herr Goltz, Sie dürfen das machen. Kunstmann bleibt Entwicklungspartner und Sie dürfen das machen. Sie dürfen die Gesellschaft gründen. Und durch das, dass ich, ich weiß nicht, ob du es gelesen hast, ist Cabema, das ist eine Cabema Consulting, ist eine Consultingfirma in Berlin, die schon sehr, sehr viel für den Automobilhandel, insbesondere Mercedes mit Schwerpunkt, betreuen und mit denen ich schon seit Jahren zusammenarbeite. Und habe ich die gefragt. Die beiden Geschäftsführer haben, ich glaube, nicht lange gefackelt, haben gesagt, geile Idee, müssen wir sofort eigentlich mitmachen. Wir machen das. Und so ist das entstanden. Und dann haben wir hier immer wieder intern zusammengesessen. Der Serviceleiter dabei, der Verkaufsleiter dabei. Da kamen Ideen halt raus. Wenn wir sowas machen, Achtung, wenn die Verkäufer involviert sein sollen, dann darf das nicht mehr als zwei Minuten dauern. Alles andere machen die nicht. Und das waren so Grundpfeile, die wirklich aus dem Handel kamen, aus den Fachleuten. Und ich dann gesagt habe, okay, dann könnte ich mir das so und so vorstellen. Wir haben es rechtlich prüfen lassen und los ging es. Ja, und jetzt steht die Plattform. Und wir freuen uns über sehr viele Webinare, die wir gerade durchführen, sehr viele Nachfragen und glücklicherweise auch positive Pressebeiträge, die wir gerade kriegen, weil es eine Plattform ist, die es so noch nicht gab oder noch nicht gibt. Und weil sie zum ersten Mal, weil es eine Plattform ist, die Service und Vertrieb zusammenbringt. Ich brauche beide. Denn es nützt uns nichts, wenn der Vertrieb nicht mitarbeitet. Sonst stehen wir alle wie die Elefanten ums Wasserloch, wollen was trinken. Aber wenn keiner Leads verkauft oder liefert, wird kein Wasser im Wasserloch sein und wir werden verdursten. Und so wird das Netzwerk nicht funktionieren. Und da kann man nur hoffen jetzt, dass alle mitspielen und die Chance für sich erkennen. Das ist die große Möglichkeit, ihre Werkstatt zu stärken. Ja, sag mir doch mal relativ komprimiert, was passiert dann auf der Plattform? Also irgendein Autohaus, was das Auto woanders in die Region verkauft, stellt dann irgendwo ein Lead ein? Also Tim, du wohnst in Essen. Du kommst jetzt zu uns nach Aschaffenburg, kaufst dir einen Mercedes. Und der Verkäufer würde dich fragen, lieber Herr Klötzing, Sie kommen ja nicht zu uns in die Werkstatt. Dürfen wir Sie in gute Hände geben? Dürfen wir Sie nach Essen oder an einen Händler vor Ort vermitteln? Wenn du dem zustimmst, hat der Verkäufer dann die Möglichkeit mit drei Eingaben, das ist deine Postleitzahl, wo du wohnst, deine Fahrgestellnummer und die Erstzulassung, nach einem Händler oder Servicepartner in deiner Nähe zu suchen. Und dann wird dem Verkäufer der Beste vorgeschlagen. Und wenn du dann sagst, ah nee, ich möchte nicht dahin, habt ihr auch in dieser Nähe noch einen? Dann kann der in der Liste nachsehen. Ja, da gibt es auch einen. Ja, somit wiederum, der Kunde hat das letzte Wort und die Entscheidung. So, und dann ist das Geschäft eigentlich schon erledigt. Der Verkäufer gibt noch deine Daten ein, die E-Mail-Adresse. Du bekommst eine DSE-Bestätigung, die du bestätigen musst. Und dann, wenn das geschehen ist, bekommt das kaufende Autohaus in Essen deine Fahrzeug- und Kundendaten und weiß über dich und dein neues Fahrzeug Bescheid. Bist du dort Bestandskunde, werden sie natürlich ihr CRM aktualisieren, werden dich nicht mehr zum alten Fahrzeug anschreiben. Bist du Neukunde, freuen sie sich, legen dich neu als Kundendatensatz an. Und natürlich ist es dann wichtig, im Mercedes-Bereich ist es jetzt so, mit deinen Adressdaten bzw. mit deinen Fahrzeugdaten haben sie die Möglichkeit, sich dann als Service-Partner in Mercedes me einzutragen. Wenn jetzt dein Fahrzeug Mucken machen würde, beispielsweise auch schon auf dem Rückweg von Aschaffenburg nach Essen, würde das Fahrzeug sofort an deinen Service-Partner melden. Die können dich kontaktieren. Und es ist eine Win-Win-Situation. Für den verkaufenden Betrieb, der kriegt einen Handlings-Fee. Für den kaufenden Service-Betrieb, der Mehrwert für seine Werkstatt generiert. Und für den Kunden ganz klar auch Sicherheit. Der Service-Partner ist richtig eingetragen. Der Service-Partner vor Ort weiß Bescheid. Und was man psychologisch nicht außer Acht lassen darf, ist es oft auch so, ich habe jetzt in Aschaffenburg gekauft, ich weiß gar nicht, wo ich jetzt hingehen soll, ob die mich so nehmen. Ich habe da ja nicht gekauft. Das Gefühl nehmen wir ihm natürlich. Lieber Herr Müller, das ist gar kein Problem. Wir geben Sie in gute Hände. Das Autohaus XY in Essen weiß über Sie Bescheid. Wir schicken Ihre Daten dorthin und die melden sich bei Ihnen. Sie bekommen von denen noch eine E-Mail, eine Begrüßungs-E-Mail. Und beim ersten Mal, wenn Sie dort sind, dann haben die auch Ihre Daten schon. Das gibt, glaube ich, ein gutes Gefühl. Das war wirklich eine Rundum-Thematik, wo wir gesagt haben, das ist ein Mehrwertgenerator für alle. Und es ist nicht irgendwie eine Abzockmaschine oder sonst irgendwas, sondern es bringt Mehrwert für alle. Und wir holen hoffentlich Segment 2 und 3 in die Werkstatt, in den Fachhandel zurück, was unser Ziel ist. Ja, finde ich echt eine coole Idee. Das wollte ich aber auch noch mal so ein bisschen vom Erschaffer sozusagen noch mal auf der Tonspur gehört haben. Wir blicken jetzt mal aus dem Rückspiegel mal nach vorne Es ist beinahe dunkel. Machen wir das Fernlicht an und blicken in die Zukunft. Du bist ja im Autohaus zu Hause, kann man ja schon so sagen. Und jetzt hast du auch eine Dienstleistung für Autohäuser noch gegründet. Und jetzt habe ich so eine Frage, die könnte jetzt natürlich ein bisschen kritisch rüberkommen, aber ich hause einfach mal raus. Gibt es nicht inzwischen für fast jeden noch so kleinen Prozess einen externen Dienstleister? Und schaffen sich Autohäuser durch die Nutzung all dieser Tools nicht irgendwie langsam, aber sicher irgendwie ab, beziehungsweise verlieren durch die Nutzung all dieser Tools die Wertschöpfung in ihrem Geschäftsmodell? Ich glaube, dass es sicherlich viele, viele Tools da draußen gibt, die ich nicht unbedingt brauche. Und wenn der Handel es richtig angehen würde, könnte er viele Dinge selbst gestalten und müsste nicht unnötig vielleicht Handlingsfee oder Grundgebühren ausgeben. Bei unserem Tool ist es sicherlich was anderes. Da ist es ja grundsätzlich so, wir sorgen ja für die Wertschöpfungskette. Wir bringen ja wirklich Mehrwerte zurück in die Werkstatt. Und heute habe ich als Händler kaum eine Möglichkeit an den freien Handel beispielsweise zu kommen, wenn wir es jetzt schaffen. Und das sieht ganz gut aus. Es gibt sehr, sehr viele Interessenten gerade schon. Die freien Autohändler, die sogenannten, ich sag mal Fähnchenhändler, die da draußen stehen und BMW, Audi, Mercedes auf ihrem Hof haben, die haben ja wirklich einen Mehrwert auch von Lead4Car, denn sie liefern die Fahrzeuge und bekommen einen zusätzlichen Ertrag. Aber wir bekommen in den Handel die Adressen und Fahrzeuge zurück, was wir bisher so überhaupt nicht konnten. Und das war auch mit Mercedes-Mia nicht machbar, weil der freie Händler hat ja gar keinen Zugang und gar keine Möglichkeit, da einzugreifen. Von daher ist das ein Tool, was wirklich die Wertschöpfungskette erweitern wird. Aber ich gebe dir recht, es gibt da draußen sicherlich viele, viele Dinge, die man überdenken müsste. Im Automobilhandel ist das ein oder andere gut. Aber es ist, wie es ist. Wir haben damals, vor ein paar Jahren, habe ich so einen Kuchen aufgemalt. Und jeder möchte ein Stück von dem Kuchen abhaben. Und der Handel hat es einfach viel zu lange verschlafen, wie wertvoll seine Daten sind, wie ich überhaupt umgehen kann. Haben sie überhaupt Datenanalytiker? Und was ist das wert? Und mit wem kann ich mit meinen Daten gemeinsam etwas erreichen? Da müssen viele noch genauer hingucken. Und ich glaube, da könnten sich viele Synergien auch ergeben. Und da sind sie einfach, sind viele Händler, glaube ich, auch noch zu sehr alleine unterwegs, anstatt gemeinsame Sache zu machen, zu sagen, los, wir investieren jetzt in Skills. Wir wollen in diese Richtung gemeinsam gehen. Und wir brauchen gemeinsam jemanden, der mit uns genau überlegt, wie wir die Daten am besten nutzen können. Also beispielsweise, du hast es vorhin erwähnt, mein Kunstmann. Wir haben ein eigenes Kundenportal gebaut. Das wird nicht jeder bauen. Nicht bauen können. Es kostet einfach Geld. Das Know-how musst du haben. Du musst eine Dienstleiste haben. Aber warum tun sich nicht 10, 15 Händler zusammen oder Werkstätten und bauen gemeinsam sowas und nutzen es und bringen aber ihre Ideen mit ein und sagen, was sie wollen. Und ich glaube, dass das heute schon noch möglich wäre, um da in der eigenen Wertschöpfungskette einfach einen Mehrwert zu generieren. Mein persönlicher Eindruck ist halt der, dass so seit, sagen wir mal so seit zwei, zweieinhalb, drei Jahren empfinde ich das so. Ich bin ja auch in Anführungsstrichen ja nur Dienstleister mit einer Werbeagentur. Aber wir sind jetzt schon viel länger dabei und es kommen in letzter Zeit so unheimlich viele voll digitale Dienstleister noch an den Handel ran, die halt wirklich jeden kleinen irgendwas da machen. Und das kostet halt Geld. Und das weiß ich nicht, ob das so, du hast gerade das Bild von dem Kuchen, wie der Kuchen sich verteilt. Ich habe fast den Eindruck, dass der Kuchen verteilt ist und ganz viele noch um den Tisch rumstehen und auch noch wollen. Und da muss halt der Händler echt gucken, dass er noch satt wird, so gesehen. Das ist mit Sicherheit eine ganz spannende Geschichte. Ich würde an der Stelle sogar jetzt noch einen Schritt schon weitergehen in die Abschlussfragen hinein, wobei so schnell sind wir noch nicht raus. Das tangiert das nämlich auch und zwar Auto-Abo, Direktvertrieb und so weiter. Das ist ja auch so ein Thema. Wie wird sich die Autobranche deiner Meinung nach, die Abschlussfragen sind ja immer die Frage nach deinem persönlichen Eindruck, wie wird sich die Autobranche in den nächsten fünf bis zehn Jahren wohl entwickeln mit diesen Themen? Das ist für mich echt schwer zu beantworten, denn ich glaube, dass sich die, grundsätzlich die Technologie wird sich ändern. Mobilität auch, aber ich gucke jetzt erstmal nur in unseren regionalen Raum für uns, Aschaffenburg. Wir haben den Spessart hier, wir haben die Rhön hier. Wird sich da die Mobilität ändern, die Anforderungen der Mobilität? Wir versuchen jedes Jahr unsere jungen Leute, die Auszubildenden, immer wieder zu fragen, wollt ihr ein eigenes Auto, macht ihr Führerschein, wollt ihr scheren? 99 Prozent wollen das also nicht. Die wollen ein eigenes Auto. Die sagen, ich wohne da draußen in Heimbuchental, mitten im Spessart, wir brauchen ein Auto und wir wollen nicht mit dem Bus, wir wollen die Flexibilität haben. Also ich glaube, auch im ländlichen Bereich wird das bleiben. Die Technologie wird sich bestimmt ändern und wahrscheinlich wird auch ein Stück weit Sharing bei uns auch auf dem ländlichen Bereich dazukommen, ja. Und was das Geschäftsmodell des Autohandels betrifft, sehr schwierig vorauszusagen. Also ich glaube, du musst regional auf jeden Fall stark sein. Du musst deine Kundendaten im Griff haben. Du musst Kommunikation können und die Mehrwerte deiner Kunden auch rausarbeiten können und die Wünsche ablesen können. Der Kunde wird König sein und dann kannst du, glaube ich, auch zumindest im Premium-Bereich auch Geld verdienen. Aber wir wissen alle, Elektromobilität wird ein Stück weit uns die Wertschöpfungskette im Service kaputt machen. Keine Frage. Dafür müssen es Lösungen geben. Aber diese Lösung wird nicht jeder Autohändler aufbauen können, sondern die Großen werden sicherlich da ein Stück weit mehr Möglichkeiten haben. Ja, aber Flexibilität ist angesagt, ne? Flexibilität ist Trumpf, sagst du. Ja, ja. Und ich muss schnell mein Modell auch mal wandeln können. Und ich würde nicht immer auch, weil wir es ja auch vorhin schon mal hatten, du sagst Abo, Direktvertrieb und Digitalisierung. Ich würde nicht immer nur von Digitalisierung sprechen, weil Digitalisierung haben wir auch schon vor 20 Jahren gemacht. Ich würde hier, ist mir viel wichtiger, digitale Transformation im Automobilhandel. Und das Thema Change, wer das nicht beachtet, wird sehr, sehr viel Kraft investieren müssen. Die Menschen bleiben auf der Strecke. Wenn die auf der Strecke bleiben und es nicht verstehen, auch mit dem Kunden in Interaktion zu bleiben und es ihm richtig zu erklären, werde ich als Handelsbetrieb meine Schwierigkeiten haben. So meine Vergutung. Okay. Ja, das ist ein sehr, sehr schönes Statement, was so gesehen meine Frage irgendwie nicht beantwortet mit den nächsten fünf bis zehn Jahren, aber eigentlich schon. Also Flexibilität und all das, was du gesagt hast. Ja, du erst mal an der Stelle ganz lieben Dank, dass du da deine Gedanken mit uns teilst und auch deine persönliche Meinung da raushaust, wie wir so schön im Ruhrgebiet gerne mal sagen. Vielen Dank an dich. Final kommst natürlich auch du, nicht um die Klassiker-Frage, um meinen Podcast drumherum, den Endgegner sozusagen, wo sich der eine oder andere schon mit wirklich interessantesten Gegenfragen gesträubt hat. Wann sitzt du denn das erste Mal in einem komplett autonomen Auto und fährst wirklich von A nach B, setzt dich rein, liest eine Zeitung und machst nichts? Jetzt ganz witzig, eigentlich darf ich gar nichts dazu sagen, weil ich habe es in meiner Freundesrunde großartig getönt, das ist bestimmt fünf, sechs Jahre her, 2025 sitzen wir alle in autonomen Fahrzeugen und da haben sie mich alle ausgelacht. Ich so, ich habe sie schon gesehen, das funktioniert und ja, aber mittlerweile bin ich da, zumindest was Deutschland betrifft, anderer Meinung. Ich glaube schon, dass es für uns in Deutschland noch zehn Jahre dauert, bis wir komplett autonom fahren können. Es wird bestimmt irgendwo Bereiche geben, wo das funktioniert, aber wenn ich so unsere Städte hier angucke, glaube ich es noch nicht. Das dauert einfach. Die Infrastruktur muss da sein, aber wenn es in zehn Jahren ist, bin ich völlig happy und freue mich darauf, dass ich als Rentner einfach nur einsteigen kann. Ich brauche mich um nichts mehr kümmern. Ich würde es mir für meine Eltern wünschen, die jetzt mit 82 nicht mehr die Möglichkeit haben, Auto zu fahren, weil es einfach nicht mehr geht und da sage ich, wenn jetzt zehn Jahre weiter wären, ihr müsstet nur auf den Knopf drücken und es wäre einer vorne dran und ich müsste nicht mehr kommen. Ich bin halt das autonome Fahrzeug für euch, aber nichtsdestotrotz ist es auch schön, aber darauf freue ich mich eigentlich, in der Zeit irgendwann einfach nur autonom zu fahren. A. Klasse. Du, das fällt mir gerade auf, du bist der Erste, der bei dieser sehr zukunftsträchtigen Frage den Faktor Familie mit reinbringt. Das hat vorher noch keiner geschafft. Also, ich habe Gegenfragen gehört. Also, falls ich abends betrunken an der Kneipe sein sollte und dann viele sehr skurrile Sachen, aber bei dir war Familie mit drin. Das fand ich sehr schön. Ja, du, Markus, ganz, ganz lieben Dank, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast. Das war sehr kurzweilig mit dir und hat mir auch über Kunstwannen einen ganz tollen Eindruck gegeben als sehr familiäres Unternehmen und ich fürchte, du kommst aus der Kiste nicht raus, dass ich euch mal besuchen werde und mir das mal angucken muss. Du bist herzlich eingeladen. Dann gucke ich mir das mal an. Ganz lieben Dank nochmal und dafür sind wir auch für heute durch. Und ja, ganz lieben Dank an dich für deine Zeit, die Einladung. Und jetzt kennst du mich, jetzt darfst du vorbeikommen nach Aschaffenburg, das Bayerische Nizza besuchen und ich freue mich auf einen Kaffee mit dir. Alles klar, fantastisch. Okay, ihr Lieben, ihr hört schon, wir sind durch für heute. Das war uns beiden hier ein Fest. Ich hoffe, ihr habt auch viel Spaß gehabt und wir hören uns wieder. Bis bald. Macht’s gut. Ciao.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.