Einleitung
In der neuesten Folge von ‚Benzingespräche‘, dem Podcast für die deutsche Automobilbranche, begrüßt Tim Klötzing Oliver Bohn, Geschäftsführer der Kuhn & Witte GmbH & Co. KG. Oliver Bohn teilt seine beeindruckende Karriere im Autohandel und gibt Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Branche.
Oliver Bohns Weg in den Autohandel
Oliver Bohn, ein gebürtiger Hamburger, begann seine Karriere im Autohandel vor über 32 Jahren. Ursprünglich plante er ein Studium, doch die Faszination für den Autohandel, geweckt durch seinen Mentor Rudi, führte ihn zu Kuhn & Witte. Seine Reise begann mit einem Praktikum, das ihn sofort in den Bann zog. Von Verkaufsberater über Verkaufsleiter bis hin zum Geschäftsführer hat Oliver Bohn alle Stationen durchlaufen und ist heute eine feste Größe in der Branche.
Die aktuelle Stimmung im Autohandel
Die aktuelle Lage im Autohandel ist angespannt, doch Oliver Bohn bleibt optimistisch. Trotz der Herausforderungen durch die Pandemie sieht er positive Zeichen, wie die Wiedereröffnung der Autohäuser und Geschäfte. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren, gut zu kommunizieren und einen klaren Plan für die Zukunft zu haben. Die Sicherung der Liquidität und die Nutzung von Fördermöglichkeiten sind dabei entscheidend.
Moderne Unternehmensführung bei Kuhn & Witte
Ein Fokus der Gespräche mit Oliver Bohn liegt auf der modernen Unternehmensführung und Mitarbeiterführung bei Kuhn & Witte. Das Unternehmen legt großen Wert auf eine offene Kommunikation und die Einbindung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse. Diese Philosophie hat maßgeblich zum Erfolg und zur positiven Wahrnehmung des Unternehmens in der Branche beigetragen.
Fazit
Oliver Bohns Geschichte ist ein inspirierendes Beispiel für eine erfolgreiche Karriere im Autohandel. Seine Erfahrungen und Ansichten bieten wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Branche. Die Kombination aus traditioneller Expertise und moderner Unternehmensführung macht Kuhn & Witte zu einem Vorreiter im deutschen Autohandel.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Karriereweg von Oliver Bohn
- Aktuelle Herausforderungen im Autohandel
- Moderne Unternehmensführung bei Kuhn & Witte
- Einfluss der Pandemie auf die Branche
- Zukunftsperspektiven im Autohandel
Key Takeaways:
- Oliver Bohns Karriere begann durch ein inspirierendes Praktikum.
- Die aktuelle Stimmung im Autohandel ist angespannt, aber es gibt Hoffnung.
- Moderne Unternehmensführung ist entscheidend für den Erfolg.
- Kommunikation und Planung sind in Krisenzeiten besonders wichtig.
- Kuhn & Witte legt großen Wert auf Mitarbeiterbeteiligung.
- Die Pandemie hat die Branche vor neue Herausforderungen gestellt.
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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstorys, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute begrüße ich einen Gast, mit dem ich echt schon seit längerem einen Podcast aufnehmen möchte, aber bisher hat es noch nicht wirklich geklappt und wie alles im Leben hat es auch sein Gutes, weil die Gedanken reifen konnten und wir so viele Themen haben, haben wir im Vorklub so gemerkt, dass wir heute nicht mit einer Folge hinkommen, sondern wir machen zwei Folgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Willkommen Oliver Bohn. Hallo. Hallo Tim, freue mich. Ja, ich auch. So, der Oliver, viele werden ihn kennen, ist Geschäftsführer der Kuhn & Witte GmbH und Co. KG. Schöner Versprecher an der Stelle. Auf ihn zu stehen, weiß ich nicht, Tim. Ach komm, du warst schon genug. Ja, kommen ja gleich noch ein paar Awards. Du bist in den Medien regelmäßig. Von daher erstmal danke für die Zeit. In dieser Folge sprechen wir, wie bei meinen anderen Folgen auch, über dich und deinen Werdegang und verschiedene Aspekte des Autohandels. Und in der anderen Folge, da sprechen wir mehr oder legen wir den Fokus auf die Philosophie moderner Unternehmensführung und Mitarbeiterführung. Das ist nämlich bei euch, bei Kuhn & Witte ganz stark ausgeprägt und da bist du ja maßgeblich daran beteiligt. Wir geben uns Mühe. Stets bemüht, sagen wir gerne im Ruhrgebiet. Stets bemüht, genau. Ganz genau. Gerade schon angeklungen, du kommst ja viel rum und du bzw. ihr mit eurem Unternehmen wart in den letzten Jahren durchaus häufig in der Presse gewonnene Branchen-Awards, Interviews zum Thema Entwicklung im Autohandel, Unternehmens- Mitarbeiterführung und durchaus eine viel beachtete Eröffnung des Audi Terminals Anfang 2020. Da habt ja schon viele Themen und wenn ich da so eine pauschale Frage reinwerfen darf, auf die du dich ja schon freust, wie ist die Stimmung denn da draußen im Autohandel aktuell? Ich sag dir mal, heute Morgen habe ich meinen Kollegen mit Jan gesprochen und gesagt, du, nachher kommt der Tim und wir machen einen Podcast zusammen und dann wird er mir die Frage bestimmt stellen, wie ist die Stimmung im Autohandel? Da habe ich zu Jan gesagt, da muss ich mich erst mal eine halbe Stunde vor den Spiegel stellen und lachen, dass ich da nicht in Melancholie verfalle, weißt du. Also die Stimmung ist schon angespannt und jetzt bringt es ja nichts, hier den Klageliebten anzustimmen, aber dann gibt auch Hoffnung und das wird von jeden Tag, jeden Tag wird es eigentlich immer ein Stückchen besser. Wenn ich mir die Infektionszahlen angucke, das ist ja ganz wichtig dabei, weil das hebt ja schon die Stimmung. Wir haben hier in Hamburg jetzt aktuell null Neuinfizierte dabei und Autohäuser und Geschäfte dürfen wieder aufmachen, auch wenn wir von der Kundenfrequenz, die wir vor Corona hatten, weit entfernt sind, aber das geht uns allen so. Ich glaube, ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe auch keine Lust jetzt durch die Mönchebergstraße mit einer Maske zu laufen und shoppen zu gehen. So ist es mit den Kunden auch. Urlaub dürfen wir wieder buchen, also es geht bergauf und das sind gute Anzeigen, dass sich die Wirtschaft auch wiederbelebt, aber ich sage dir, nach der Finanzkrise 2008, 2009, das sind die anstrengendsten Wochen, die ich so in meinem Leben mitgemacht habe. Jetzt musst du Ruhe bewahren, du musst viel kommunizieren mit den Menschen, die sind natürlich genauso wie wir auch. Ich kann nicht sagen, nur weil ich Autohauschef bin, bin ich nicht besorgt. Ich bin schon besorgt und du musst kommunizieren. In Krisenzeiten legt man jedes Wort vom Chef immer doppelt auf die Waage, deshalb musst du genau überlegen, was du auch erzählst und du musst einen Plan haben, wie es weitergeht. Als erstes kümmerst du dich um Liquidität, dann musst du sehen, dass du die Kosten nach unten bekommst. Kurzarbeit haben wir auch, ist an uns nicht vorbeigegangen. Das erste Mal in der Geschichte von Kuhn & Witte, diese Firma gibt es über 50 Jahre und das erste Mal, dass wir Kurzarbeit machen mussten, aber da schämen wir uns nicht für. Dann musst du sehen, dass du alle Fördermöglichkeiten, die die Bundesregierung uns gibt, ausschöpfen und dann ist ganz wichtig, dass du zuversichtlich ausstrahlst und nicht hier heulend durch die Gegend läufst, sondern dass du genauso wie deine Frage immer den Kopf oben behaltest und das machen wir. Wir behalten den Kopf echt oben. Jetzt hast du gerade schon gesagt, Kuhn & Witte gibt es seit 50 oder über 50 Jahren und da setzt bei mir so der Rückspiegeleffekt ein, der rote Faden von meinem Podcast. Da würde ich nämlich ganz kurz den Spot auf dich setzen, damit die, die dich vielleicht noch nicht kennen, wissen, mit wem ich denn da heute spreche. Du bist ein gebürtiger Hamburger Jung, lebst in Lüneburger Heide, Baujahr 67, verheiratet, zwei erwachsene Kinder und da musste ich nämlich nochmal nachhaken, weil das konnte ich nämlich während meiner Vorbereitung oder des Stalkings, wie du es schön nanntest, du hast mich ja erwischt, nämlich nicht erkennen. Du hast eine kaufmännische Ausbildung gemacht und dann hast du einen schönen Satz darunter geschrieben, kein Studium, weil Oton Kuhn & Witte in die Quere kam. Das stimmt. Da kommen wir gleich noch drauf, weil du bist nämlich seit nunmehr 30 Jahren bei Kuhn & Witte tätig. 32. 32, genau. 32 Jahre bin ich mit diesem Auto eng verbunden. Wahnsinn. Und du warst erst Verkaufsberater, Verkaufsleiter und seit 2012 bist du als Geschäftsführer bei Kuhn & Witte und das sind Vertragshändler, die es nicht wissen, VW und Audi. Und da schließen sich sofort zwei Fragen an. Die erste ist, wie ist der Oliver eigentlich an den Autohandel geraten? Was ist denn da passiert damals? Also das ist jetzt 32 Jahre her und damals war ich 20. Das ist echt eine kleine Ewigkeit, wenn ich das so als ich mich so ein bisschen auch natürlich hier auf vorbereitet habe, das Ganze so Revue püssen lassen. Okay, meine damalige Freundin, die war Kosmetikerin und die hatte wieder eine rumliegende Freundin, die hatte ein Kosmetikstudio. Die war ein bisschen älter als wir und die war mit einem Autoverkäufer befreundet und das war Rudi. Das sage ich jetzt auch mal, Rudi ist so knapp 30 Jahre älter als ich. So knapp unter 80 müsste Rudi sein und Rudi war damals so Mitte 40, muss er gewesen sein. Und immer wenn wir bei den beiden eingeladen waren, meistens abends so 19 Uhr, dann kam Rudi immer erst so um halb acht. Und ich denke immer so, wieso kommt der immer erst um halb acht? Und dann sage ich, Rudi, was machst du denn so lange im Büro? Und Rudi war, ja, vor nichts, Olli, kommt nichts, ich bin Autoverkäufer. Dann habe ich gesagt, was sind das für Beruf? Das konnte ich mir mit 20 Jahren überhaupt nicht vorstellen. So, aber wenn Rudi dann erzählt hat von seinem Job und wie aufregend und wie spannend und was der alles so erlebt hat, dann habe ich immer ganz hellhörig geworden und ich war da 20 Jahre alt und Rudi, der fuhr damals immer schon so ganz dicke Schlitten, so Audi Coupé, weißt du, so das erste Coupé und Audi 200 Quattro, da kam er mit auf den Hof. Für mich als junger Mann habe ich so gedacht, Wahnsinn, also toll. Und Rudi ist auch ein super Typ, der ist übrigens heute immer noch bei uns in der Firma und arbeitet als Gebrauchtwagen Koordinator. Und das darf ich mal sagen, Rudi, wenn du diesen Podcast hörst, du hast dich super gut gehalten, denn der sieht aus wie Anfang 16. Naja, so, aber ich musste erst mal zur Bundeswehr und dann bin ich nach Holland gekommen, zur Luftwaffe, war da drei Monate und kam dann nach Zeven ins Flakbataillon und der Major sagte damals, du bist der geborene Schreibzimmersoldat. Also hatte ich einen richtig stressigen Bundeswehrjob. Und dann kam eines Tages jemand in die Stube und sagte, ja, er bräuchte Sonderurlaub und nun kannte ich den und dann habe ich so gesagt, was willst du denn mit Sonderurlaub? Ja, er würde jetzt einen Test machen, einen Test machen, um zu studieren. Und dann sage ich, was für einen Test? Hast du denn, hast du Abi? Ne, habe ich nicht, aber das kann man in Hamburg machen und das war so. Du konntest damals in Hamburg, konntest du eine Prüfung ablegen von Melle Park an der Uni und dann konntest du Politik und Wirtschaft studieren und bekamst dafür vier Tage Sonderurlaub. Naja, und dann hat Olli gesagt, das machen wir ja auch. Vier Tage Sonderurlaub, genau das. Und dann bin ich dahin, habe die Prüfung gemacht, schriftlich, mündlich, musste eine Ausarbeitung schreiben, war damals deutsch- französische Freundschaft, weiß ich noch, wie heute. Habe ich sogar noch. So, und dann, das war im April und dann wurde ich eingeladen von zwei Professoren und die verkundeten dann mir, dafür bekam ich wieder Sonderurlaub. Ja, verkundeten die mir und sagten, ja, Oliver Bohndorff, das hast du gut gemacht, du kannst anfangen zu studieren am 1.9. So, und das war im April. Und ich weiß es noch wie heute, die beiden sagten zu mir, freuen sie sich gar nicht. Und für mich war es gar nicht die Intention. Ich hatte mich damals mit dem Studium wirklich überhaupt nicht beschäftigt. Aber ab dem Moment habe ich so gedacht, ach, eigentlich wäre das was. BWL nochmal studieren, das zu machen. So, nun hatte ich einen Zwischenzeitraum von April bis September. Und dann traf ich wieder Rudi. Und dann sagte Rudi, sag mal, Olli, was willst du denn studieren? Du bist doch ein geborener Autoverkäufer, mach doch mal ein Praktikum. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, Tim, aber ich bin so ein Typ, so ein paar Wochen kann ich zu Hause sein, aber dann wird es irgendwann langweilig. Und dann war es im Sommer und dann bin ich zu Rudi und hab gesagt, Rudi, ich würde jetzt Praktikum machen. Und er sagte, super Idee, du fängst morgen früh um 8 Uhr an. Ja, sag ich, dann komme ich morgen früh um 8 Uhr. Und dann bin ich am ersten Tag um 8 Uhr da gewesen, hab, ich weiß nicht, wie viele Autos rumrangiert auf dem Hof und hab Kunden nach Hause gefahren und um 19.30 Uhr, ich sag, Rudi, so, du kannst jetzt nach Hause fahren. Also nach fast zwölf Stunden Praktikum. Ich mochte nach Hause und dann war ich zu Hause und dann rief Rudi abends um 8 Uhr an. Da hatte ich gerade 30 Minuten auf dem Sofa gesessen und sagte, Olli, du musst ein Auto aus Trier abholen morgen. Für einen Kunden, das haben wir verkauft, das steht beim Audi-Händler, das musst du abholen. Und morgen früh geht der Zug um so und so und dann musst du los. Na ja, und dann habe ich, ich glaube, wenn ich das heute als Praktikanten sagen würde, dann würde ich mir mal ganz salopp einen Vogel zeigen. Aber ich habe dann auch meinen Freund Jörn eingerufen und Jörn fuhr einen Toyota Corolla und dann ist Jörn vorbeigekommen und dann haben wir uns abends noch in den Corolla gesetzt und den Audi 80 abgeholt bis nächsten Tag abends, als wir wieder da waren, dass der Kunde den nächsten Tag sein Auto kriegen konnte. So, dann habe ich die Woche über gearbeitet. 60 Stunden Praktikum. Dann habe ich noch eine Woche Praktikum gemacht und dann gab es den Termin beim Chef, nämlich bei meinem allergeliebtesten Harald, zum Vorstellungsgespräch. Also hatte ich einen Termin. Und dann bin ich morgens hingekommen und habe gesagt, Guten Tag, Oliver Bohnen, war nämlich ein anderes Gebäude und ich habe einen Termin mit Herrn Witte. Ich habe ein Vorstellungsgespräch. Herr Witte, der ist gar nicht da. Der ist zum Kunden gefahren. Da kann man nicht sein, aber ein Vorstellungsgespräch mit mir. Nee, der ist zum Kunden gefahren, der hat einen Kundentermin. Ich sage, dann dauert das lange. Ja, das können wir Ihnen nicht sagen. Dann bin ich nach Hause gefahren und habe einen neuen Termin gemacht. Und dann bin ich wieder hingefahren und habe gesagt, Hallo, guten Tag. Ein oder zwei Tage später, weiß ich nicht mehr genau, möchte zu Herrn Witte, Vorstellungstermin. Herr Witte ist nicht da, der ist zum Kunden gefahren. Das ging dreimal mit meinem Harald. Und dann rief er mich an und sagte, Mensch, Herr Bohnen, wissen Sie was? Das ist alles so stressig, da sind ein paar Sachen dazwischen gekommen. Kommen Sie mal auf den Sonntag. Und da war ich ganz froh, dass er nicht sagte, morgens um acht. Kommen Sie mal um zehn. Und dann bin ich um zehn ins Auto rausgekommen. Da saßen vor mir vier Kunden, die alle zu ihm wollten. Und dann habe ich mir überlegt, jetzt wird es bestimmt zwei, bis ich dran bin. Ich fahre nach Hause. Die sind hier alle wahnsinnig bei Kuhn und Witte. Ja, weißt du? Und dann bin ich nach Hause gefahren. Und am Nachmittag kommt ein Auto vor die Tür. Steigt Harald Witte aus. Keine Ahnung, wo er meine Adresse hatte. Und dann haben wir uns hingesetzt, haben gesprochen. Haben uns die Hand gegeben und waren uns einig, dass ich bei ihm anfange. Ich weiß mein Anfangsgehalt noch, wenn ich das heute auch jemandem erzähle. 2.200 Mark habe ich damals verdient. 1988. Für mich war das viel Geld. Und wir haben uns die Hand gegeben, Tim. Und der Handschlag hat 25 Jahre gehalten. Ich habe 25 Jahre keinen Arbeitsvertrag gehabt. Ach, genial. Ja, und ich hatte erst meinen Vertrag. Ich glaube, nicht mal als Prokurist hatte ich einen Vertrag hier bei Kuhn und Witte, sondern ich habe wirklich meinen ersten Vertrag bekommen, als ich Geschäftsführer und Gesellschafter bei der Gesetzgeber das so wollte. Ansonsten würde ich mich auch heute noch auf das Wort von Harald Witte und vor allen Dingen seiner Familie, weil das überträgt sich auf seine Töchter Claudia und Kerstin und seinen Schwiegersohn Jan. Da gibt es ein blindes Vertrauen. Und das ist bei uns auch so in der ganzen Firma. Wobei, Klammer auf, heute haben hier schon alle einen Arbeitsvertrag. Aber ich hatte einen Vertrag. Und ich brauchte auch einen, weil ich habe mich immer gut gefühlt. So bin ich von Kuhn und Witte gekommen und ins Autogeschäft. Ja, okay. 32 Jahre später sitzt du noch da und bist in demselben Betrieb. Und du bist ja nicht als Gründer da rein, sondern du bist als Mitarbeiter da rein gerutscht und dann in die Geschäftsführung. Und das ist ja schon super selten, dass Menschen so lange in einem Betrieb sind. Woran liegt die Anziehungskraft von Kuhn und Witte? Ich finde, die Anziehungskraft von Kuhn und Witte, ich glaube, das gilt für jedes Unternehmen. Das geht immer vom Unternehmer selber aus, weißt du? Also von seinen Werten, was ist für ihn wichtig, wofür steht er, was möchte er bewegen, was ist sein Warum gewesen bei der Gründung des Unternehmens? Und dann sammeln sich um ihn herum Menschen halt, die an seinen Werten ankoppeln können, die sich damit vernetzen können. Und so ist es bei Harald auch gewesen. Harald ist ein Menschenfreund. Ich habe mal zu mir gesagt, ich sage, Harald, du hast unglaublich viele gute Menschen gehabt, die für dich arbeiten und gearbeitet haben. Und so, ja, Olli, ich war immer ein guter Menschenfänger, hat er zu mir gesagt. Aber das hat er nicht mit Absicht gemacht, sondern der fängt die Menschen oder hat die Menschen mit seinem Naturell gefangen. Ich würde heute sagen, das ist mein Mentor, wird immer mein Chef sein, auch wenn er heute immer sagt, wir sind Partner, aber er wird immer mein Chef bleiben. Mentor, Freund, Ratgeber und ist einfach ein toller Mensch, weißt du so. Und das Thema ist, schwierig wird es immer dann, wenn eine Firma wächst, so wie Kuno Witte damals, und immer weiter wächst und der Unternehmer nachher nicht mehr alle erreicht. Und dann brauchst du eine gute Führungsebene und du musst als Chef auch immer mitwachsen. Denn wenn die Firma wächst und du wächst nicht mit, dann wächst sie dir irgendwann über den Kopf. Und deshalb heißt es immer, lebenslanges Lernen. Und das gilt als erstes für den Chef, also für mich in diesem Fall und für meine Kollegen. Ich stehe morgens mit Gabor Steingart auf und gehe abends mit Tim Klötzing ins Bett. Ich höre die Podcasts, ich höre die Podcasts. Danke. Sehr schön. Ich höre die Podcasts von euch, ich lese unglaublich viele Bücher, ich gehe zu Vorlesungen. Also alles das, was… Mein Macbook ist gerade hier ausgegangen. Alles das, was wichtig ist. Und wenn ich mir anschaue, wie viele Kollegen von heute auch nach über 30 Jahren, nach meinem ersten Tag immer noch bei uns in der Firma sind und nach den Werten des Gründers arbeiten. Wir sind alle Vorbilder, auch für die nächsten Generationen. Das überträgt sich dann auf die nächste und übernächste Generation. Ich glaube, dass Harald, wenn er immer noch in die Firma kommt und guckt, ich glaube, er auch ganz stolz auf uns ist, wie wir das so machen. Das ist die Anziehungskraft. Die Anziehungskraft sind die Menschen im Unternehmen. Und dafür stehe ich jeden Morgen auf und fahre gerne zur Arbeit. Die Menschen sind der Motor. So, und wenn ihr das hier hört, vielleicht hören auch der ein oder andere Kollege das. Ihr seid mein Motor. Hört ihr? Ja. Das sollen sie hören. Auf die Geschichte so mit das Warum und Werte und Mentoren. Das ist ein Thema. Das machen wir in der zweiten Folge, in den zweiten Teil. Das schieben wir mal da rein, weil das ist so ein großes Thema und das merke ich auch immer in den Gesprächen mit dir. Da muss ich noch mal mehr Infos, da muss ich noch ein bisschen was von dir haben. Bleiben wir noch ein bisschen hier in der anderen Schiene. Was waren denn für dich so persönlich die größten Herausforderungen und Learnings jetzt über die gesamte Zeit gesehen? Ist jetzt natürlich sehr lang, aber hast du da so Peaks im Positiven wie auch im Negativen oder gewisse Einschläge? Ja, klar. Also Einschläge hat es ja genug gegeben. Woran erinnerst du dich so? Was kommt dir da in den Kopf? Das größte Learning für mich war immer nie aufhören an sich zu arbeiten und immer neue Herausforderungen zu suchen. Bei mir ist das so immer, wenn ich das Gefühl hatte, jetzt könnte es langweilig werden, dann habe ich versucht, was Neues zu machen. Auch wenn ich 32 Jahre bei Kuhn und Witte war. Aber wenn du dir meinen Werdegang anguckst, also ich bin Juniorverkäufer gewesen und damals gab es so eine Ausbildung wie heute. Das gab es damals gar nicht. Du bist im Endeffekt ins kalte Wasser geschmissen worden. Und ich hatte gute Mentoren mit Horst Kunzmann, mit Rudi Kranzow, gute Mentoren, Harald Witte. Damals waren wir 45 Kollegen, heute sind wir 350. Dann war ich Verkäufer für einen neuen Gebrauchtwagen. Dann kam der Hersteller irgendwann und sagte, jetzt muss es Großkundenspezialisierung geben. Dann habe ich das Großkundengeschäft hier bei Kuhn und Witte mit aufgebaut. Ich habe immer mehr Autos verkauft. Ich kann mich noch daran erinnern, Silvester bin ich mit meiner Frau, als wir noch keine Kinder hatten, sind wir mal in die Ostsee gefahren und dann saß ich Silvester immer am Strand und habe immer gesagt, Püppi, da habe ich 200 oder 300 Autos verkauft. Jetzt geht das alles immer wieder auf Null. Ich weiß nicht, wie dir das geht, aber ich stehe Silvester immer vor einem Neuanfang. Dann wurde ich immer nachdenklich, aber es wurde eigentlich immer besser, weil ich immer wieder an mir gearbeitet habe. Dann habe ich 200 Autos verkauft, 300, 400, 500. Danach habe ich fast 600 verkauft und wurde dann Verkaufsleiter. Eine Position, die hat es bei Kuhn und Witte im Unternehmen auch nicht gegeben, weil Heibert vieles selber gemacht hat. Dann war ich praktisch eine Firma in einer Firma. Auch das war damals nur möglich, weil unglaublich viele Menschen mir zur Seite standen und mir geholfen haben. So wie heute auch die 350 Menschen und meine Kollegen, die mir helfen, dass wir hier wirklich jeden Tag diese tolle Leistung geben können. Dann musste ich mich irgendwann entscheiden, will ich weiter Autos verkaufen, als ich Verkaufsleiter wurde, weil daraus habe ich meine größte Anerkennung gezogen. Oder will ich mich jetzt an den Leistungen der Verkäufer erfreuen? Also das war wieder ein Learning für mich. Dann habe ich mich entschieden und die Konsequenz gezogen, ich lasse das Autoverkaufen jetzt sein und beginne jetzt die Position der Führungskraft. Und das war auch eine Herausforderung für mich, weil ich war schon so ein Loneplayer, so ein Einzelgänger, weißt du. Da habe ich auch nicht alles richtig gemacht in meinem Leben. Ich wurde hier so ein Einzelgänger, der sich so verhält, wie ich mich damals verhalten habe. Ganz sauber war das nicht. Also ich habe schon erkennen lassen. Hattest du in dem Wechsel weg, also wenn du sagst, du hast deine Anerkennung da aus so und so vielen hunderten verkauften Autos so selber gemacht und dann in diese neue Rolle rein, hast du dich weitergebildet oder hattest du da einen Mentor an deiner Seite? Alleine wird das ja sehr schwer gewesen sein sonst. Ich habe angefangen Bücher zu lesen. Ich habe angefangen Bücher zu lesen und seit der Zeit lese ich so im Jahr 30, 40 Bücher. Journalführung, Management, auch Biografien lese ich gerne. Zu den ganzen anderen Dingen, was ich dir eben gerade erzählt habe, dass ich unter anderem auch deinen Podcast gerne höre. Und ich mag unglaublich gerne Menschen, von denen ich lernen kann. Ganz kurz, bei Biografien. Wenn du, sagen wir mal zwei oder drei rausgreifen würdest, Biografien, wo du sagst, die haben nicht geprägt, aber die haben dich beeindruckt und dir was gegeben. Welche wären das? Unternehmerpersönlichkeiten, viele Unternehmerpersönlichkeiten. Zum Beispiel? Wie Menschen was aufgebaut haben. Also ich wünschte mir, Harald Witte würde eine Biografie schreiben. Ich würde sie verschlingen. Vielleicht auch ein Teil dieser Biografie sein könnte. Und sein Leben kenne. Davon gibt es auch hier bei uns in der Nordheide, in Buchholz und auch in Hamburg in meinem Kundenkreis kenne ich Unternehmer, wo ich sage, super auch in unserer Branche. Wo ich Menschen finde, die in schwierigen Zeiten unglaublich viel Mut bewiesen haben. Ich kann mich da an eine Persönlichkeit erinnern, der hat in der Finanzkrise, als wirklich auch nichts mehr ging, ist der nach Wolfsburg gefahren, wo wir alle gesagt haben, wir müssen Autos verkaufen. Und der ist hingefahren und hat Autos, hat tausende von Autos gekauft. Völlig gegen den Strom. Total mutbewiesen. Und auch ein bisschen Glück gehabt, denn dann kam die Abwrackprämie. Aber weißt du, wenn ich mich mit solchen Leuten unterhalte, da kann man so viel von lernen. Und das sauge ich auf wie ein Schwamm. Unternehmertum und Persönlichkeitsentwicklung korealieren ja. Das geht dann immer wieder auf die Persönlichkeit zurück, auf das ständig lernen wollen. Politiker lese ich auch gerne. Hier aus Hamburg, Helmut Schmetz zum Beispiel, seine Bücher habe ich auch fast alle, würde ich sagen, gelesen. Ich habe auch Helmut Kohl gelesen, Franz Josef Strauss, ich habe Lafontaine seine Bücher gelesen. Also ich bin da nicht auf eine politische Richtung getrimmt, sondern es geht mir um den Menschen und die verschiedenen Perspektiven kennenzulernen. Weil es gibt nicht immer schwarz und weiß. Sehr richtig. Wenn wir den entfernten Rückspiegel mal so ein bisschen in die Nähe rücken. Corona-Krise, wir sind jetzt gerade hier Ende Mai 2020. Am Anfang hast du schon gesagt, das war schon ein fetter Impact. Wie groß ist die Herausforderung wirklich? Ist das wirklich die stärkste Herausforderung, die ihr da in Firmen historisch auch zu stemmen habt? Ich glaube, die ist schon immens. Ich denke da nicht nur an mich und meine Kollegen von der Geschäftsführung und Familie, sondern auch an die 350 Kollegen, die hier für uns arbeiten. Was wir nicht vergessen, ein Großteil ist in Kurzarbeit, die haben finanzielle Einbußen. In Deutschland, die letzte Zahl, waren 11 Millionen, die ich gelesen habe, die in Kurzarbeit angemeldet sind. Das heißt, die arbeiten nicht alle kurz, aber angemeldet sind sie. Ich gehe mal von der Hälfte aus. Das ist so ein Kreislauf, der dann beginnt. Einmal haben sie Angst vor dem Virus, haben wir Menschen Angst vor dem Virus, uns anzustecken. Wollen wir nicht. Nimmt jetzt immer weiter ab. Positive Geschichte. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich habe mir seit vier, fünf Monaten nichts mehr gekauft außer Lebensmittel und Rotwein. Rotwein habe ich auch gekauft. Ich habe gar keine Lust. Wenn du jetzt überlegst, dass die Menschen auch noch weniger Geld in der Kasse haben, dann ist es nur verständlich, dass sie jetzt sagen, Klamotten wollen sie sich nicht kaufen. Die Innenstädte hat man ja gerade gemessen, hier bei uns in Hamburg, obwohl die Läden auf sind, haben sie 30 Prozent der Frequenz, die die Mönckebergstraße vor Corona hatte. Wir meiden nach wie vor die Geschäfte. Das hat das nicht aufgefangen, bei weitem nicht. Und im Endeffekt steckt die Branche doch seit Jahren in einem absoluten Strukturwandel. Auch die letzten Jahre waren schon nicht einfach. Mit Philipp hattest du ja auch mal einen Podcast. Wenn ich da auch noch an die geschlossenen Zuleistungsstellen denke, da steht doch alles voll ins Ergebnis. Ich hoffe und setze wirklich alles daran, dass wir das Jahr hier noch mit einer schwarzen Null abschließen. Das, was wir uns an Erträgen geplant haben, das hat Corona jetzt alles über den Haufen geschmissen. Das holst du auch nicht mehr auf, glaube ich nicht. Und das Geld fehlt wiederum für Investitionen, die der Autohandel wahrscheinlich dringend erledigen muss, in dem Bereich Digitalisierung. Und deshalb ist es wichtig, dass jetzt die Wirtschaft wieder anspringt. Es darf keine zweite Welle des Coronavirus kommen. Und ich hoffe, dass die Bundesregierung mit einem Konjunkturpaket kommt. Und das sage ich hier auch bei dir im Podcast. Ich setze jetzt hier nicht, dass ein Konjunkturpaket kommt nur für Autos. Es muss ein Konjunkturpaket für alle Bereiche kommen, weil der Autohandel ist nur ein kleiner Teil, der betroffen ist. Es ist über die ganze Brandbreite. Es bringt nichts, wenn die Autos billiger werden, weil damit hat der Friseur, der acht Wochen seinen Laden dicht hatte, oder die Gastronomie, die Taxifahrer. Da kannst du ja von bis. Wir sind alle davon betroffen. Wir brauchen jetzt ein Konjunkturpaket, was so einen Impuls gibt, dass du rausgehst und das schöne Wetter ist gut, oder dass man in den Urlaub fahren kann, dass die Grenzen wieder aufgemacht werden. Aber auch, dass wir bereit sind, Investitionen zu tätigen. Das ist ganz wichtig. Letzte Woche sind ja hier in NRW die Beschränkungen gefallen, dass man auch wieder länger ins Ausland fahren kann, wo man hinfahren kann, Holland zum Beispiel. Die Grenzen waren ja auch nie zu. Da war ich in der Tat zwei Tage mit meiner Freundin an der See, um einfach mal diesem ganzen Zirkus hier zu entkommen. Meine Freundin ist auch selbstständig. Ich als Unternehmer, wir teilen uns den Wert Freiheit. Das ist für uns eine ganz schwierige Zeit gewesen, die letzten Wochen. Mit diesen Beschränkungen und Verboten, da haben wir echt dran zu knabbern. Dieses Konsumverhalten, was du sagtest. Wir haben auch ganz wenig konsumiert, dass das Weinregal auch nicht wirklich Staub angesetzt hat. Nehmen wir es mal so, bildlich. Aber ich habe letzte Woche, wo wir dann in Holland zurückgefahren sind, da habe ich mich gut gefühlt und die ersten Sachen wieder gekauft. Ich habe letzte Woche angefangen, wieder zu konsumieren, wenn du so möchtest, in Klamotten und Co. Witzig, dass du es so sagst, weil das ist so wahr. Es kommt langsam wieder. Wenn wir das Corona-Thema jetzt auch mal beiseite schieben wollen, lass uns ein bisschen in die Zukunft schauen. Ein bisschen Fernlicht machen, das ist ganz toll. Was sich gerade ja mit beschleunigt hat, das Thema Digitalisierung im Autohandel ist ja nun mal wirklich kein neues. Du machst ja keinen Newsletter auf von Autohaus, Kfz-Betrieb, GW-Trends oder von Jörg Steinecker von der, wie heißt denn der Newsletter, den habe ich heute noch gelesen. Egal, da komme ich gerade nicht drauf. Die Server, genau. Das ist ein gutes Ding. Jeder zweite Artikel in den Dingern hat ja mit Digitalisierung, der Dienstleister hat das erfunden und Pixel Concept macht jetzt die digitale Unterschrift und bla, bla, bla. Dazu gesellt sich ja noch ein anderes Thema. Die Veränderung der Mobilität oder der Mobilitätskonzepte in der Gesellschaft, die sind erstmal unterschiedliche Themen. Digitalisierung im Autohandel und das veränderte Mobilitätsbewusstsein der Gesellschaft. Hängen die Themen irgendwo auf den zweiten Blick auch zusammen? Ich gucke mal, ob es da eine Brücke gibt. Also unsere Branche spricht ja über Mobilitätskonzepte seit zig Jahren. Und jetzt haben wir mal eins, was sich bis jetzt durchgesetzt hat. Also Carsharing im Leben nicht. Ich kenne keinen, der mit Carsharing auch nur irgendwie ansatzweise Geld verdient. Kenne ich nicht. Warum auch, wenn ich mir überlege, aus meiner Familie leben wir hier in Hamburg und ab und zu greifen wir mal drauf zurück. Und wenn wir eine Familienfeier haben, höre ich öfters, dass die Autos, wenn sie sich die geholt haben, dann waren die nicht getankt, dann waren die dreckig und so. Ich glaube, dass der administrative Aufwand dafür zu sorgen, dass die Autos in einem gewissen Zustand sind, dass das einfach so hohe Fixkosten hat, dass sich das nicht rechnet. Und deswegen steigt ja auch manch einer aus. Das auszuprobieren ist keine Frage. Also zu sehen, wo nimmt der Markt das an, wie nimmt er das an. Da gehe ich voll mit. Oder Moja hier in Hamburg. Bei uns in Moja, die Busse am Anfang, richtiger Hype drauf. Und jetzt habe ich gelesen, dass Volkswagen überlegt, aufgrund dessen, dass sie auch sparen müssen, Moja jetzt das Invest zu kürzen und überlegen, ist das alles so sinnvoll. Ich glaube nicht, dass sie es einstampfen werden. Aber natürlich, wenn die Wirtschaft läuft, ist sie bereit, Dinge auszuprobieren. Als wenn jetzt gerade so im Krisenmodus, da musst du sehen, Macht man damit oder nicht? Aber das heißt nicht, dass das nicht irgendwann funktioniert. Ich muss nur eins und eins zusammenzählen. Wenn du hier Hamburg nimmst, hier wird gerade diskutiert, wir haben ja einen neuen Senat, und der neue Senat möchte so gut wie keine Autos mehr in der City haben. Heißt also zwangsläufig, irgendwie muss ja die Mobilität weitergehen. Also Jungfernstieg sollen jetzt keine Autos mehr fahren, auch die Busse sollen jetzt nicht mehr durch die Mönchgebirgstraße hier fahren bei uns. Also haben wir immer weniger Autos in der Stadt. Das nächste Thema ist, Klimaziele müssen jetzt greifen, das Thema Elektromobilität kommt, und dann kommt auch irgendwann das autonome Fahren, da bin ich auch. Und dann wird sich wirklich vieles ändern. Bis jetzt haben wir Autos gebaut für den Fahrer. Und solange ich ein Auto verkaufe an einen Fahrer, der unterwegs nichts anderes machen kann, als das Auto zu lenken, solange ist es wichtig, schnell voranzukommen. Weil die Fahrzeit im Endeffekt verschwendete Zeit ist. Aber wenn ich an den Mitfahrer denke, und das sind die Mobilitätskonzepte, von denen ich glaube, dass es sinnvoll ist. Weil es dann darum geht, an den Mitfahrer zu denken. Und ein autonomes Fahren hat ja nur noch Mitfahrer. Dann werden wir sehen, dass Autos dafür gedacht sind, dass du die Zeit im Auto eigentlich sinnvoll nutzen kannst. Und dann werden die Autos im Endeffekt nicht mehr die Antwort auf alle Anforderungen der Mobilität sein. Heute ist ein Auto groß und trotzdem gut handhabbar. Es ist schnell und trotzdem sparsam. Und Autos können viele Dinge auf einmal. Aber wenn Autos dann wirklich autonom fahren, erleben wir eine ganz neue Form von Mobilität. Aber das, glaube ich, lieber Tim, das wird noch ein bisschen dauern. Wir sprechen gerade von Kraft und Logistik. Und wenn wir Personaleinsparungen haben und günstige Versicherungseinstufungen, das wird nachher der Motor sein, warum die Systeme auch unter anderem nach vorne getrieben werden, dieses autonome Fahren. Und dann wird es ganz andere Mobilitätskonzepte geben. Weil dann kommt tatsächlich das, worüber man ja immer spricht und was man so liest, dann drücke ich auf eine App und dann kommt das Auto vorgefahren. Dann brauche ich kein eigenes Auto mehr. Dann fahren die Autos permanent. Ich hätte mein Auto selber in die Werkstatt und, und, und. Das kommt. Aber ich glaube, das kommt nicht 2021, 2022, 2023, auch noch nicht. Aber es wird kommen. Also wo du gerade sagtest, dass das in der Fracht vielleicht ein schnelleres Thema wird. Ich habe vor wenigen Tagen gehört, dass hier irgendwo in der Nähe, irgendwo in NRW testen zwei Kliniken, die quer über die Orte verteilt sind, autonome Drohnen für den Transport von Blut und sonstigen Proben von Standort A zu Standort B. Und die sind autonom. Da gibt es zwar irgendwo einen Leitstand, der den Luftraum überwacht. Das ist alles natürlich noch High-End-Testing. Aber es gibt ja solche Tests. Und dass die in Hamburg da die Mobilität in der Innenstadt ausdünnen wollen. Ich weiß nicht, ob das in Deutschland überhaupt groß geworden ist. In Brüssel haben die durch die Corona-Krise ja entdeckt, Mensch, wenn weniger Autos in der Innenstadt sind, ist das ja total toll. Und haben in der Nacht- und Nebelaktion die Innenstadt weitgehend autofrei gemacht. Und da sind die im Stadtbereich 20 kmh Geschwindigkeitsbegrenzung, alles gesperrt. Ich habe gar keinen Stress gehört aus der Stadt vor den Autofahrern. Aber wahrscheinlich, also merkwürdig. Ich kann da irgendwie nicht so richtig mit umgehen, weil ich habe halt irgendwo schon Benzin im Blut. Ich weiß auch, dass sich das ändern wird, aber… Heute hast du eine Batterie im Leben. Ja, mein Gott, wenn die Beschleunigung gut genug ist, ist es auch okay. Ist sie, kann ich dir versprechen, ist sie. Ja, ich habe es ja auch schon getestet. Und ich wurde ja letztens auch von jemandem angesprochen, von einem Kollegen, von Philipp Posselt von Aviect. Der sagte, mich hat ein Kollege angesprochen, warum heißt denn der Podcast von dem Benzingespräche? Das gibt es doch bald gar nicht mehr. Frag den mal. Ich so, ja, nee, ich werde immer mit Leuten am Auto stehen. Und ob da jetzt Benzin drin ist oder eine Batterie, das sind immer noch die Benzingespräche am Auto. 99 Prozent, lieber Tim, aller zugelassenen Fahrzeuge sind doch mit Benzin oder Dieselkraftstoff angetrieben. 99 Prozent. Es wird sich ändern, mit Sicherheit wird sich das ändern. Aber noch ist es so. Ich habe ein Zitat von dir aufgeschnappt. Das finde ich eigentlich ganz gut. Ich glaube an eine gute Zukunft für den Autohandel. Also, das ist nicht mehr ein Zitat, sondern die Frage, siehst du nur Chancen und hast keinerlei Sorgen? Das hast du mir auch schon rausgehört. Das wäre jetzt echt Quatsch, wenn ich sagen würde, keinerlei Sorgen. Natürlich habe ich jede Menge Sorgen. Ich habe gerade, wir arbeiten jetzt auch viel mit Videokonferenzen, weil ich aufgrund von Corona, ist ganz klar, haben wir neu eingeführt. Und ich glaube, das wird auch bleiben. Ich habe jetzt letzte Woche Montagabend mit der Firma Videokonferenzen. Ich wollte die Menschen zuschalten. Und dann habe ich Monatsbesprechungen gemacht. Das heißt, wir stellen die Ergebnisse des Unternehmens unseren Mitarbeitern komplett zur Verfügung und erklären sie auch. Und ich habe gesagt, wisst ihr, ihr braucht keine Angst zu haben, aber Sorgen. Angst habe ich nicht, aber Sorgen könnt ihr haben. Angst ist kein guter Ratgeber. Wenn du Angst hast, verfällst du in Panik. Das ist kein guter Ratgeber. Nein, das ist kein guter Ratgeber. Und es kann sein, dass du Entscheidungen triffst, die nicht gut sind. Aber Sorgen sollte man haben. Ich glaube, das haben alle Branchen im Moment. Aber wir Menschen, wir finden immer einen Weg. Wenn du mal guckst, wie viele Krisen wir gelaufen sind, auch so die letzten zehn Jahre, das geht ja auch immer schneller mit den Krisen. Und ich habe einen Post gemacht gerade, so sehe ich das auch, bei uns im Unternehmen gibt es 350 gute Gründe, warum ich keine Angst haben brauche. Und das sind meine Kunden. Da steckt so viel Wissen, so viel Erfahrung, Mut und Begeisterung drin. Und da ist auch mal einer bei, der auch mal auf die Bremse tritt, weil wenn die alle so wären wie Oli Bohlen, dann wäre Kuhnewürde, glaube ich, nicht mehr da. Also es ist auch wichtig, dass man Kollegen hat, die auch mal wissen, nicht nur immer rechts unten ist das Gaspedal, weil kurz daneben ist auch die Bremse, da musst du auch mal drauf treten. Und ich glaube, das kriegen wir hin. Wir kommen hier auch durch und vielleicht verkaufen wir in Zukunft, und das werden wir ja dann im zweiten Teil wahrscheinlich, wirst du mich danach fragen, nach unserer Zukunftswerkstatt. Und da beschäftigen wir uns, ob wir vielleicht Strom verkaufen in Zukunft. E-Bikes, Ladesäulen, Solaranlagen, sogar Carports. Wie kümmern wir uns um die Mobilität der Menschen, unserer Kunden? Und wir gehen hier und ich voran, wir gehen fest davon aus, dass die Zukunft noch immer viele Chancen bietet. Und das wird sich auch nicht ändern. Das wird sich auch nicht ändern. Sehr schön. Ich würde zu den Abschlussfragen gerne kommen. Die würde ich auch mit Ansage so ein bisschen offener halten, nicht so speziell auf Kuhnewürde vielleicht bezogen. Was glaubst du, erwartet die Autobranche in drei bis fünf Jahren, so Handel und Hersteller? Ich habe ja keine Glaskugel. Ich habe für die besagte Monatspräsentation eine Überschrift bei Google eingegeben und dann kam Überschrift, in den nächsten 24 Monaten verschwinden 50% aller Autohändler. Nachdem ich den Artikel aus dem Handelsblatt aufgemacht habe, habe ich das Datum gesehen. 2009. Aus 2009 war der Artikel. Und wir sind alle noch da. Wir sind weniger geworden. Wenn man trotzdem den Medien erstmal Glauben schenkt, dann werden zehn Automobilhersteller übrig bleiben. Im Endeffekt ist die Elektromobilität, an der kein Weg dran vorbeiführt, das ist eine Wette auf die Zukunft und keiner wird sagen können, wer von diesen zehn überleben wird. Natürlich wäre eine wahre Selbsteinschätzung, aber ich bin kein, ich bin weder Zukunftsforscher noch, ich bin einfach nur Oliver Bohlen. VW-Händler haben wir 450 jetzt. Wollen wir 450 haben, hab ich auch mal irgendwo gelesen. Jetzt sind wir knapp unter 1000. Audi-Partner sollen es noch weniger werden. Die Hersteller, kann man auch überall lesen, werden immer weiter den direkten Draht zum Kunden suchen und ihren eigenen Vertriebskanal aufbauen. Auch wenn es heute noch anders kommuniziert wird, Tim, aber ich glaube schon, dass das so passiert. Und die Digitalisierung wird uns treiben. Kuhne-Widder hat seinen eigenen Gebrauchtwagen-Online-Shop. Da kannst du heute schon ein Auto direkt kaufen. Du kannst es über bezahl.de kannst du es locker ganz sauber bar bezahlen. Wir sind im Pilot der VW-Bank, dass du es demnächst online finanzieren kannst. Auch alles ohne Verkäufer online lesen kannst. Auto-Abo könnte zum Beispiel etwas sein, was sich in Zukunft durchsetzen könnte. Ich glaube, bislang rechnet sich das Modell auch nicht richtig, aber die Abo-Modelle kommen immer mehr auf den Markt. Und wenn ich auf mein Handy schaue, wie viele Abos habe ich da drauf, die ich sogar täglich und wöchentlich nutze, dann glaube ich, es bleibt spannend, Tim. Nächste Frage ist immer so die Old-School-Frage. Wie lange werden Verbrenner gebaut und spielen eine wesentliche Rolle im Verkehr? Das wird noch dauern. Momentan habe ich dir gerade gesagt, soweit ich informiert bin, haben wir 1% Neuzulassung der Elektromobilität. Wir kriegen den ID.3, das wird sich massiv ändern. Das merkst du schon, die Nachfrage ist da. Da brauchen wir auch nicht das Henne-Ei-Prinzip zu streiten. Da brauchen wir erst die Autos oder erst die Ladesäulen. Das kommt von alleine. Wenn der Strom ein Geschäftsmodell wird, dann schießen die Ladesäulen wie Pilze aus der Erde, glaube es mir. So lange, wie es eine Nachfrage gibt und die gesetzlichen Vorgaben da sind. Und viele europäische Länder, das muss man ja auch sehen, gesetzliche Vorgaben. Ab 2030, ich meine, das ist in zehn Jahren, ist in Norwegen, glaube ich, in Norwegen ist schon 2025, 2030 ist ein anderer Großteil der europäischen Länder wie Dänemark, Holland, glaube ich, dann ist Verbrenner verboten. Das ist nicht weit weg. Neuzulassung. Neuzulassung, ja. Damit haben wir immer noch Millionen auf der Straße. Aber muss man auch sehen, wenn ich heute durch unsere Werkstätten laufe, im VW- und Audi-Bereich, dann sehe ich relativ häufig nur junge Autos. Die Älteren sind nicht gerade die, die wir bei uns in den Werkstätten haben. Und das wird auch ein Punkt sein, wo wir uns zukünftig mehr drum kümmern müssen, wieder mehr drum kümmern müssen. Okay. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Also wirklich fahrender Weise, Straßenverkehr, du sitzt da drin, Zeitung auf. Und achtest auf nichts. Und du bist das erste Mal, wo du suchen kommst. Ich glaube, also wenn ich, ich fahre ja, Q8 habe ich als Vorführwagen das große Privileg, so ein Auto fahren zu dürfen. Der ist ja schon Level 3 und ich glaube, Level 4 fehlt ja auch nicht mehr viel. Also das Lenkrad kannst du nicht allzu lange loslassen, dann fängt er an zu piepen. Aber machbar ist ja schon vieles heutzutage. Staufunktion, dass so ein Auto alleine fährt, das hat sogar schon Passat. Ich glaube, dass wir nicht weit weg sind davon. Ja, denk mal, also überleg mal, da gehören ja ganz viele Themen zu, dass die Straßen sauber funktionieren müssen, der ganze rechtliche Zirkus drumherum. Hau mal eine Zahl raus, wo du glaubst, so, ich gehe jetzt raus, setze mich da rein, spreche eine Adresse rein, das Auto weiß schon, wo ich hin will. Fünf Jahre. Fünf Jahre. Alles klar. Fünf Jahre. Ich finde, das können wir gerne tun. Ich wollte gerade sagen, dass die Frage in dem Podcast, das wir es ja gehört haben, jeder komplett anders beantwortet. Ja, glaube ich. Das ist wirklich echt immer spannend, dass da die Meinung so vielfältig ist. Wenn ich da reingrätsche, vielleicht aber auch, weil sich manch anderer was anders darunter vorstellt. Weißt du, die Frage ist ja, also du hast mir die Frage gestellt, wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Fahrzeug? Heißt, wenn die Technik soweit ist, glaube ich, das wird nicht mehr lange dauern. Ob der Straßenverkehr das so zulässt und ob die gesetzlichen Bestimmungen das so, weil das hat ja auch was mit ethischen. Wir können durch vollautonome Fahrzeuge unsere Verkehrstoten um 90 Prozent senken, habe ich gelesen. Aber es wird ja Situationen kommen, da muss der Gesetzgeber entscheiden, wie läuft das denn in gewissen Fällen. Ganz genau. Aber die technische Möglichkeit, das wird relativ zügig gehen. Das glaube ich schon. Okay. Ja, du, wir sind durch. Und zwar nicht… Hat Spaß gebracht. Ja, auf jeden Fall. Und Gott sei Dank sind wir nicht durch mit unserem Podcast an sich, sondern wir haben doch einen zweiten Teil, den wir machen dürfen. Und? Da freue ich mich schon immens drauf. Aber es war echt spannend von dir, der auch so lange in einem Unternehmen ist, mal so rauszuhören, wie das so ist. Weil häufig sind die Karrieren ja anders aufgestellt als wie bei dir. Das fand ich so spannend. Und du auch jetzt gerade wirklich an der Front bist. Und danke, dass du dir die Zeit da genommen hast. Das habe ich wirklich. Ich habe es dir versprochen, dass wir es irgendwann machen werden. Und jetzt ist es soweit. Ich habe schon manche Einladung zum Podcast bekommen. Und ich freue mich, dass wir beide jetzt hier das erste Mal sowas machen können. Das hat wirklich Spaß gemacht. Super. Fantastisch. Gut, dann nochmal danke. Und dann verabschieden wir uns. Vielen Dank fürs Zuhören da draußen. Und wir hören uns bald wieder. Bis bald. Ciao, ciao. Danke.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.