Einleitung
In der neuesten Episode von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Jörg von Steinecker über die Entwicklungen und Herausforderungen der Digitalisierung im Autohandel. Gemeinsam werfen sie einen Blick zurück auf das Jahr 2023 und wagen einen Ausblick auf 2024. Jörg von Steinecker, ein anerkannter Experte auf diesem Gebiet, teilt seine Einsichten und Erfahrungen, die er im Laufe des Jahres gesammelt hat.
Rückblick auf 2023
Das Jahr 2023 war geprägt von zahlreichen Anfragen aus der Automobilbranche, die sich intensiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen musste. Viele Autohäuser haben erkannt, dass Digitalisierung nicht nur ein vorübergehender Trend ist, sondern ein integraler Bestandteil ihres zukünftigen Erfolgs. Die Herausforderung bestand darin, aus den zahlreichen digitalen Initiativen ein kohärentes und effektives System zu entwickeln, das echte Mehrwerte schafft.
Transformation und neue Geschäftsmodelle
Ein zentrales Thema war die Transformation bestehender Geschäftsmodelle. Jörg von Steinecker hebt hervor, dass es nicht mehr nur um die Implementierung digitaler Lösungen geht, sondern um die grundlegende Frage, wie Autohäuser in Zukunft ihr Geld verdienen werden. Dabei spielen alternative Mobilitätskonzepte und die Erweiterung des Dienstleistungsangebots eine entscheidende Rolle.
Die Rolle der KI im Autohandel
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein weiteres Schlagwort, das in der Diskussion um die Zukunft des Autohandels immer wieder auftaucht. Autohäuser, die KI bereits erfolgreich einsetzen, profitieren von optimierten Prozessen und einer verbesserten Kundenansprache. Dennoch gibt es noch viele Unternehmen, die den Schritt zur KI-Integration noch nicht gewagt haben.
Ausblick auf 2024
Mit Blick auf das kommende Jahr sieht Jörg von Steinecker sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Die Branche muss weiterhin flexibel und anpassungsfähig bleiben, um den sich schnell ändernden Marktbedingungen gerecht zu werden. Der Fokus wird verstärkt auf der Vernetzung von Systemen und der Nutzung von Synergieeffekten liegen.
Fazit
Die Digitalisierung im Autohandel ist ein komplexes und dynamisches Feld. Autohäuser, die bereit sind, sich den Herausforderungen zu stellen und innovative Wege zu gehen, werden langfristig erfolgreich sein. Der Austausch zwischen Experten wie Jörg von Steinecker und Praktikern aus der Branche ist dabei von unschätzbarem Wert.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Digitalisierung im Autohandel
- Transformation und neue Geschäftsmodelle
- Rolle der KI im Autohandel
- Rückblick auf 2023
- Ausblick auf 2024
Key Takeaways:
- Digitalisierung ist ein dauerhafter Trend im Autohandel.
- Transformation betrifft nicht nur Technologie, sondern auch Geschäftsmodelle.
- KI bietet Potenziale, die noch nicht überall genutzt werden.
- Vernetzung und Synergieeffekte sind entscheidend für den Erfolg.
- Flexibilität bleibt ein Schlüssel zum Erfolg in der Branche.
📄 Vollständiges Transkript anzeigen
Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content Creator und freier Automarketingberater. Kurzer Boxenstopp bei meinem Partner dieser Folge, Mehrkanal. Als führender Anbieter für Marketinglösungen bringt Mehrkanal die Werbemaßnahmen Ihrer Marke auf die Straße. So erreichen Sie Ihre Kunden automatisiert, hyperpersonalisiert und mit dem entscheidenden Plus an Relevanz. Seit mehr als 20 Jahren bietet Mehrkanal nicht nur eine umfangreiche Marketingplattform, sondern auch einen erstklassigen Full-Service in allen Marketingfragen. Lokalisieren, konfigurieren, buchen und messen Sie Ihre Werbemittel und Kampagnen mit Mehrkanal. Mehr Informationen www.mehrkanal.com Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Heute ist quasi die jährliche Jahreswechselausgabe dran. Wie in fast jedem Jahr habe ich da einen gewissen Experten im Blick, der mein Wunschgast ist. Das ist ein absoluter Experte im Bereich Digitalisierung und Autohandel. Dem vertraue ich bei sämtlichen Fragen rund um Digitalisierung und Co. Wenn ich ja Fragen habe, dann kommt immer schnell ein Whatsapp rüber. Wer ist gemeint? Natürlich der liebe Jörg von Steinecker. Hallo Jörg. Hey Tim, grüß dich. Das finde ich total klasse, dass ich wieder dabei sein darf. Sei vorsichtig mit den Vorschusslorbeeren. Das ist ja wie beim Striptease. Auf die Bühne raufkommen ist ganz einfach. Heile wieder runterkommen und die Erwartungen erstellen. I will do my very best. Ja, ich bin immer gerne mit stets bemüht dabei. Ja, super schön, dass wir zum Jahreswechsel, dass ich dich ja wieder gewinnen konnte, dass ich mit dir einen Blick zurück auf 2023 bei ein paar Themen werfen darf und auch einen Ausblick auf 2024 wagen darf. Und erstmal so eine Frage so vorab. Du bist ja für mich der Experte für Digitalisierung und Autohandel und so habe ich dir auch vorgestellt. Stimmt das noch genauso oder hat sich im Laufe der letzten Jahre, unser vierter Talk über die Zeit, die wir uns kennen, ist das genau noch die richtige Vorstellung für dich? Ja, ja, ja, ja, mit einem ganz ganz kleinen Aber. Und das ist wirklich eine reine Haarspalterei, wie wir die Begriffe verstehen. Zum Thema Digitalisierung gehört, und das war vielleicht auch so eine Änderung in diesem Jahr oder eine Erweiterung in diesem Jahr, immer wieder dieses Thema Transformation. Neue Geschäftsmodelle, anders Geld verdienen, Veränderung im Betrieb und so weiter. Also nicht nur die digitalen Lösungen, nicht nur Software, nicht nur Schnittstellen, Datenschubsen und so weiter, sondern sich auch mal überlegen, womit verdiene ich im Autohaus, ob ich nun eine reine Werkstatt bin oder ein Vollfunktionsbetrieb bin, in Zukunft mein Geld. Wird das noch der Service sein, wird das nicht der Service sein? Und das hat mich auch etwas mehr beschäftigt gehalten in diesem Jahr, aber vielleicht an der geeigneten Stelle. Ja, wir machen in deinem Fall den Blick in den Rückspiegel mal anders. Da steigen wir zwar grundsätzlich mit ein, aber jetzt eine große Vorstellungsrunde. Bei dir brauchen wir jetzt nicht mehr. Was mich viel mehr interessiert, was gibt es denn Neues beim Herrn von Steinecker? Also ich habe mich natürlich auch so ein bisschen vorbereitet und ich bin eigentlich auch kein Stolz darauf zu sagen, nichts. Also es gibt einen Haufen spannende Projekte. Es gibt einen Haufen spannende Themen und auch Vorträge und alles Mögliche. Alles gut, aber es ist jetzt nicht so nach dem Motto, bis gestern habe ich das und das gemacht und heute mache ich irgendetwas Neues. Das ist weniger der Fall, sondern das ist eigentlich die Fortführung dessen, was ich auch die letzten Jahre gemacht habe und das ist immer wieder versuchen, dem Autohaus zu helfen, wie man mit Digitalisierung zum Transformationsbereich ein Schrittchen weiterkommt. Es gibt eine kleine Änderung vielleicht, das ist so eine leichte Schwerpunktverschiebung. Ich habe ja drei Standbeine, von denen der Autohändler das absolut Größte ist und hat in diesem Jahr wieder die schöne, schöne Aufgabe im Bereich Landmaschinen einem Hersteller zu helfen. Da haben wir also für Deutschland eine Digitalstrategie entwickelt. Das war wirklich sehr, sehr spannend. Und was auch langsam wächst, es kommen immer mehr Anfragen von Softwareanbietern für den Autohaus. Also welche Features brauchen wir denn? Wie kriege ich eine Stichstelle zu anderen Softwaren? Da freue ich mich immer, dass ich diese Brücke zum Autohaus schlagen darf. Beispiel, wenn es um ein Thema geht, in welchem Autohausprozess findet das denn statt? Bestandsmanagement, welches Thema auch immer. Und an welche Systeme muss ich denn so ein Softwareanbieter antun? Oder auch ausländische Softwareanbieter, die auf dem deutschen Markt Fuß fassen wollen. Wie tickt ein Autohaus? Was sind so die typischen Multiplikatoren in unserer Branche? Und viele, gerade im digitalen Bereich, sind dann sehr überrascht, wenn ich denen sage, also wenn ihr als Startup, so richtig schön wie in der neuen Welt üblich, auf einen reinen digitalen Online-Vertrieb setzt, dann kann ich euch nur sagen, lasst es sein, das wird nicht funktionieren. Diese Branche ist people-driven und die wollen Menschen sehen, die wollen mit Menschen unterhalten und ihr müsst Leuchttürme knacken und das geht nur, wenn ihr in Kiel kommt und so weiter und so fort. Also das sind so immer wieder Dinge aus der digitalen Welt, die viel Spaß machen. Hab ich interessanterweise, was du gerade so erzählst, über die Dienstleister, die so noch auf den Autohandel zugehen, hab ich eine ähnliche Erfahrung und gerade diese Branche people-driven, das ist komplett richtig und Leuchttürme knacken, besser hätte ich es nicht formulieren können, ist natürlich dann, einfach so gesagt, aber dann ja auch wieder so unglaublich komplex, in diese Branche halt reinzukommen und da halt wirklich Sichtbarkeit, Bekanntheit hinzubekommen, ja, das ist schwer. Aber, um jetzt mal ein bisschen näher dran zu gehen, weil du sagst, hat sich nichts verändert und also toll, was hat dich denn im Jahr 2023 am meisten beschäftigt und was sind so die Erkenntnisse aus dem Jahr, wenn du so ein bisschen Revue passieren lässt? Lass uns mal ein bisschen Smalltalk machen darüber. Also ich bleibe jetzt mal bei meiner größten Zielgruppe und eigentlich auch gefühlt mein Lieblingskunden, muss ich ehrlich sagen, das sind die Autohäuser. Es war im Grunde genommen geprägt von vielen, vielen Anfragen, du, wir haben jetzt kapiert, dass Digitalisierung nicht mehr weggeht und irgendwie müssen wir nicht nur damit leben, sondern wir wollen auch damit leben und dann kommt ganz oft, wir haben auch schon ganz viel ausprobiert, dies und das und jenes und jetzt brauchen wir mal irgendwie eine helfende Hand, wo man da Systematik reinkriegt. Also wir wollen einfach weiter, wir wollen weg von, hier noch eine zusätzliche Anwendung und da noch ein Datensilo bauen und so weiter. Irgendwie sucht die Porto wohl so ein bisschen danach, dass aus den ganzen verschiedenen IT-Tätigkeiten und aus den verschiedenen Digitalisierungstätigkeiten eben aus 1 plus 1 gleich 2 etwas wird, wo 1 plus 1 größer als 2 ist, also mehr als 2 ist, indem man integriert, indem man Synergieeffekte, indem man sich vielleicht auch nur mit dem Team hinsetzt und sagt, um welchen Kram brauchen wir uns eigentlich nicht mehr zu kümmern. Das ist ja auch ein gutes Gefühl zu wissen, was man nicht mehr machen muss. Und das war eigentlich das, was das Jahr geprägt hat. Von ganz kleinen Gruppen bis zu sehr großen Gruppen und da ist es eigentlich auch völlig egal, ob das ein kleiner oder ein großer Händler ist. Ausschlaggebend dabei ist eigentlich immer die Struktur zwischen den Ohren desjenigen, der entscheidet. Und da gibt es bei den Großen und bei den Kleinen gibt es hoch innovative Typen, super Unternehmer, die haben glasklar erkannt, wo es lang geht. Die sagen mir sogar, wie sie KI nutzen. Und das finde ich mal besonders toll, weil dann lerne ich auch wirklich viel dazu und aus der Praxis dazu. Und es gibt bei den Großen und bei den Kleinen immer noch diejenigen, die mir sagen, wissen Sie Herr von Steinecker, die Werkstatt ist drei Wochen voll, ich muss doch gar nichts verändern. Aber mir ist wichtig, das sind nicht nur die Kleinen. Das sind auch nicht nur die auf dem Land, sondern das sind auch in großen Gruppen. Und das sagt mir eigentlich immer wieder, dass dieses ganze Thema Digitalisierung und Transformation nicht ein Problem ist, was einen Stecker hat, sondern es ist ein Problem, was zwei Ohren hat. Was zwischen diesen beiden Ohren bei den Menschen passiert, das ist das Entscheidende. Ja, sehr schön gesagt. Ich habe da auch als Stichworte KI hier noch so stehen und aber auch neue Geschäftsmodelle. Damit bist du ja auch, ich sage mal, regelmäßig zu hören oder zu sehen. Und wo stehen wir denn so, wenn du so ein Roundup machen willst? Boah, ist ja auch ein riesiges Buzzword. Neue Geschäftsmodelle. Ja, absolut. Also da wird auch wahnsinnig viel an Leuchttürmen produziert, vermeintlichen Leuchttürmen, wo, wenn man mal genau hinguckt, also ich sage mal, weder die Strahlkraft noch sonst irgendwas an Substanz vorhanden ist. Aber es gibt auch die anderen. Und das sind eigentlich die Spannenden. Und das fällt hier in verschiedene Bereiche. Ich nenne jetzt mal drei Bereiche. Das eine sind so alternative Mobilitätsträger. Also Fahrrad hat natürlich im Jahr 2023 einen Dämpfer erlebt. Aber man muss auch ganz klar dazu sagen, wir hatten in den Vorjahren durch Corona einen völlig unnatürlichen Spike. Also da war eine Riesenspitze, eine Wachstumsspitze drin. Und wir sind im Jahr 2023, wenn wir das jetzt so abschließen, im Fahrradbereich, wie das die Verbände prognostizieren, sind wir eigentlich da, wo die Prognosen vor Corona für dieses Jahr lagen. Also das wächst, aber das geht nicht mehr so durch die Decke. Und die Autohändler, die sich diesen Geschäftsmodellen da erschließen, machen wirklich einen super Job. Und zwar ist hier, und das ist auch so ein Thema, was man sich beim neuen Geschäftsmodell nur mal wieder hinter die Ohren schreiben kann, wenn man darüber nachdenkt. Wenn ich beispielsweise versuche, der gefühlt 25. Fahrrad-Franz-XXL-Discounter zu sein, dann werde ich scheitern. Und das ist wie mit der Autovermietung. Wenn ich als Autohaus sage, ich bin jetzt der gefühlt 100. an einem Flughafen um Geschäftsreisen, Autovermietung anzunehmen, das wird nicht funktionieren. Aber im Fahrradmarkt ist es zum Beispiel ganz schön und ganz typisch, dass man gelernt hat oder erkannt hat im Autohaus, wir haben super Prozesse, Ersatzmobilität, die Annahme des Fahrzeuges mit den Kunden, das können wir alles. Und das rollen wir jetzt einfach aufs Fahrrad aus. Und damit differenzieren wir uns von dem XXL-Billigst-Discounter-Fahrräder. Weil da wird einfach nur billig, warm und massiv verschoben. Ich mache es jetzt mal ein bisschen plakativ. Und auf der anderen Seite gibt es im Fahrradmarkt eben die Hinterhof-Schrauber-Werkstätten, die Prozesse noch nicht mal bestabilisieren können. Ich bin jetzt sehr böse. Und diese Nischen hochwertig Prozess-Dienstleistungs-Erfahrung, das kann der Autohandel. Und das ist erfolgreich. Da gibt es also die Bereiche Alternative-Mobilitätsträger, Punkt 1, Punkt 2, Autovermietung. Da habe ich immer noch so ein bisschen eine wiederkehrende Thematik im Autohaus, wenn ich die Frage mache, macht ihr denn Mobilitätsdienstleistung, macht ihr denn Autovermietung? Und sagen, ja, ja, ja, machen wir. Das ist die Aufgabe des Schlüssels für die Ersatzmobilität beim Serviceaufenthalt. Und da sage ich, nee, das meine ich nicht. Sondern ich meine, eine in eurer Zielgruppe verankerte Marke, du Händler machst Autovermietung. Oder zum Beispiel ein ganz systematischer Übergang von Probefahrt über bezahlte Probefahrt in Autovermietung. Das ist ja, also ich nehme jetzt nur mal die Autovermietung aus. Dieses Platzieren einer Marke, nicht, das ist etwas, was ich anbieten muss, damit mein Kerngeschäft Service funktioniert, Ersatzmobilität. Sondern es ist etwas, was ein Standalone-fähiges Produkt ist. Und da tun sich immer noch viele mit schwer. Abo machen immer mehr. Und es gibt auch immer wieder Händler, und ich finde das absolut super, die machen Carsharing. Und was viele nicht wissen, wir haben Carsharing in Deutschland in ungefähr 1200 Städten. Davon sind über 600 unter 20.000 Einwohnern. Über 600. Carsharing ist nicht ein Thema von Großstädten. Und es ist völlig berechtigt zu sagen, warum soll ich denn als Händler unbedingt vom Milliardär zum Millionär werden, indem ich wie die anderen Carsharer, angeblich arbeitet ja keiner profitabel, das Geld zum Fenster rausschmeiße. Warum soll ich vom Milliardär zum Millionär werden? Und da kann man nur sagen, die großen Carsharer haben echt Probleme, also wirtschaftlich ein Geschäftsmodell zu finden, die kleinen nicht. Die regionalen haben kein Problem. Überhaupt gar kein Problem. Damit kann man wunderbar gehen. Das ist so ein Thema Geschäftsmodelle im Bereich Mobilitätsträger, Mobilitätsdienstleistung. Da gibt es ein paar Exoten. Graf Hardenberg hat zum Beispiel auch Schiffbau. Die machen praktisch Wartung, Service, Überwinterung für Schiffe. Warum denn auch nicht? Einer betreibt einen Ladepark für Elektromobilität. Der Dritte hat eine eigene Softwarebude, wo er Software baut und in den Verkauf bringt. Das sind Exoten. Und das Dritte Bein, das ist einfach die Art und Weise, wie wir Geschäft machen. Das sind jetzt keine verkaufbaren Produkte, das sind digitale Geschäftsmodelle, das sind E-Shops, Portale, Telematiklösungen über ein OBD-Adapter und solche Dinge. Da wird nach wie vor, und das ist gut so, munter experimentiert im Handel. Und nur so geht es. Okay, alles klar. Haben wir an den neuen Geschäftsmodellen, das war jetzt sehr umfänglich. Eigentlich waren es ja so drei Ausprägungen, aber gerade bei dem Letzten, Schiffsbau, Software, Fahrräder. Wie breit wollen wir uns da noch aufstellen? Das ist ja echt irrsinnig. Und das ist ja auch wieder das Tolle an der Branche, dass die halt doch so vielfältig ist. Und Mobilität kann halt so vielfältig sein. Das macht schon echt Spaß. Ich weiß, dass du auch … Wenn sie sich denn wirklich als Unternehmer verstehen. Und das ist ja im Moment auch so ein bisschen, da bist du ja auch sehr am Ohr der Zeit, so ein Scheideweg. Agenturmodell, Franchise. Bin ich dann noch im Kopf so frei? Welche Typen machen, welche Unternehmertypen machen so etwas? Und meine Erfahrung ist, dass ich da immer noch so ein bisschen in der Frage stehe, wie soll ich das machen? Und meine Erfahrung ist einfach, dass diejenigen, die zum Teil auch, ich sag mal, Klingeboote verkaufen, also wirklich, wo wir sagen, hat das noch mit Mobilität zu tun? Das sind einfach so völlig … Unternehmer, die völlig frei im Kopf sind. Die sagen nicht, ist mir doch egal, was sie verkaufen. Das machen die schon mit Passion. Aber die fühlen sich nicht angeleint durch irgendjemand, durch einen Systemanbieter, durch einen Hersteller, durch wen auch immer. Ich glaube, darauf kommt es an. Absolut. Ich weiß gar nicht, ob wir das Thema Digitalisierung jetzt so groß heute spielen. Ich würde mal lieber so auf deine Meinung so jetzt … Oh, ich übertreibe auch mal, ich überspitze es. Jahr 1 von künstlicher Intelligenz. Ja, Chachipiti ist jetzt ein Jahr alt. Künstliche Intelligenz ist ein Jahr alt, ist natürlich völliger Unsinn. Da habe ich letztens einen Vortrag zu halten dürfen und wenn man weiß, dass ich sage mal Ende der, ich habe die genaue Zeit natürlich nicht parat, aber Ende der Anfang der 50er Jahre, das Wort AI, ganz genau, 50er Jahre, da gab es eine Konferenz in Amerika, wo das erste Mal AI, Artificial Intelligence, auf dem, auf der Agenda stand und wenn man dann so durch die Jahrzehnte mal rauscht, was da so war, habe ich echt gemerkt, dass viele so, ach so, ja, okay, irgendwie haben die es geahnt, aber die wussten es nicht und alle sind gerade so, hey, hier, KI ist jetzt da und es fängt so an. Wie ist denn dein Blick auf, ich sage mal, das, ja, Jahr 1, KI überspitzt gesagt in der Automobil, im Automobilhandel? Die Antwort, also ich sage mal, eine wirklich fundierte Antwort darauf zu geben, ist wahnsinnig schwierig, weil wir noch nicht mal wissen, was Künstliche Intelligenz ist. Wir wissen ja nicht mal, was Intelligenz ist. Wir können Intelligenz nicht definieren und es gibt sich widersprechende Versuche der Definition, so muss ich es formulieren und dann wird es natürlich noch schwieriger bei Künstlicher Intelligenz. Du hast völlig recht, Erwin Turing war so der Erste, der in den 50er Jahren das ganze Thema Neuronale Netze, die Konzeption von neuronalen Netzen ist uralt, wir konnten sie nur nie rechnen, da gab es mal so ein paar seitliche Arabesken mit Experten-Systemen in den 70er, 80er Jahren, auch nicht so richtig funktioniert, also wenn wir das unter KI buchen, dann ist sie eigentlich uralt. Sie hat halt ein unglaubliches Momentum erfahren, dadurch, Walsh’s Law, exponentielle Entwicklung der Rechnerkapazitäten und so weiter, wir in den letzten zwei, drei Jahren diese Dinger endlich rechnen lassen konnten, zwar in Größenordnungen, wo die Ergebnisse signifikant anwendungsfähig geworden sind. So und das ist passiert und das ist mit Chet Chibiti passiert, mit diesem vortrainierten Modell und das ist halt der eiferne Moment der Künstlichen Intelligenz gewesen, der hat letzten Herbst stattgefunden. Ich bin immer so ein bisschen irritiert, wenn ich das mal auf unsere Branche übersetze, wenn wir sagen oder wenn wir danach fragen, wie kann ich denn KI im Betrieb einsetzen? Also das ist ja eigentlich, ich springe mit der Lösung durch die Tür und habe noch nicht mal verstanden, ob das überhaupt zu meinem Problem passt. Eigentlich sollten wir andersrum reingehen und sagen, welche Ziele möchte ich denn erreichen, welche Märkte möchte ich mir schließen, welche Kosten will ich reduzieren, was auch immer. Also welche Ziele will ich erreichen, brauche ich dafür überhaupt Software? Oft sind die Lösungen ja in menschlichen Bereichen, organisatorischen, im Führungsbereich brauche ich dafür überhaupt Software und wenn ich Software brauche, muss diese denn zwingend über KI verfügen. Ja, also das ist die eigentliche logische Art und Weise, wie wir an Optimierung angehen. Jetzt kann ich allerdings verstehen, dass man sagt, lass uns trotzdem mal von der technologischen Seite nähern, weil und das sind auch so Workshops, die ich mache, immer wieder zu interessanten H-Effekten führt. Also diese generativen KIs und jetzt reden wir mal nur über die generativen KIs, die können schon Dinge, die viele noch nicht für möglich halten und insofern ist es schon sinnvoll, dass man sich das mal aufzeigt, dass man sich das erarbeitet, dass man sich mal zusammen vor GPT, Haygen und wie die alle heißen setzt und einfach auch mal ausprobiert und sagt, können wir uns Anwendungsfälle überlegen, ausdenken, wo das Sinn stiften für unser Auto ist. Das macht sehr viel Sinn, wobei wir auch da, das ist so eine typische Lernkurve in den Workshops und in den Projekten, immer wieder feststellen, KI löst nicht alles. KI löst 50, 60, manchmal 70 Prozent der Aufwendezeiten oder ähnliches. Also Beispiel, wenn ich die Aufgabe habe, einem Kunden zu wiederholten, mal ein E-Mail zu schicken, warum sein Auto wieder drei Wochen später kommt oder drei Monate später, dann habe ich ja folgende Aufgaben. Ich muss diesen Text strukturieren. Ich muss in jedem Kapitel oder Absatz oder wie auch immer mir überlegen, was sind denn so die typischen Buzzwords, was sind denn so die typischen Dinge, Formulierungen, die da rein. In diesen beiden Themenfeldern kann KI wunderbar unterstützen. Da kann es mir richtig viel Arbeit abnehmen. Aber wenn ich dann mir was angucke, was irgendwer generiert hat, Chats GPT zum Beispiel, dann stelle ich fest, das ist kalt. Das ist ja auch nur durchschnittsberechtigt. Wer macht KI? Ich rechne nur statistische Duellwerte aus. Und es ist kalt. Meine persönlichen Nuancen sind da nicht drin. Ich muss vielleicht noch den Namen des Autos eingeben. Ich muss das personalisieren und so weiter und so fort. Und da sind eben Dinge im Moment noch notwendig, wo der Mensch seine persönliche Duftmarke reinbringen muss. Und ganz klar auch Federn schenken. Die halluzinieren, die Biester. Ist so. Aber diese 50 bis 60 Prozent, das ist wirklich Zeiterscheinung. Du bist ja auch auf dem Thema unterwegs. Kannst du das bestätigen, die Erfahrung? Ja, also KI ist jetzt nicht das Allheilmittel. Und jetzt das Beispiel mit E-Mails beantworten oder so. Ja, jetzt wenn Microsoft Copilot, was ja auch Chats GPT aufsetzt, in Office 365 so integriert, soll man jetzt nicht meinen, dass sich E-Mails von alleine schreiben ließen. Also theoretisch kann man es machen, aber du kommst ja nicht darum hin, das nochmal zu lesen und Korrektur zu lesen. Da bin ich halt schnell dabei, das schreibe ich lieber selber. Weil genau diese Note. Es gibt ja auch Tools, da kannst du jetzt sagen, schreib mir den Text in der Du-Form sehr freundlich. Das geht ja dann auch. Das musst du den Maschinen nur sagen. Das alte Sprichwort steht in, steht out. Das ist ganz klar. Sagst du denen einfach nur, du brauchst eine Antwort, dann kriegst du irgendeine Antwort. Wenn du es definierst, kriegst du eine gute Antwort. Ich habe halt viele Berührungspunkte im Bereich Marketing damit. Ich habe jetzt so einen Fall, wo es um Bildmaterial geht für Social-Media-Kampagnen. Und du kannst jetzt nicht einfach hergehen und sagen, so mach mir ein Bild von dem und dem Auto, von der und der Marke, von dem und dem Hintergrund. Da muss man schon ganz schön viele Dinge begutachten. Ja, es ist so, dass das Urheberrecht auch ein Riesenthema dabei ist. Das ist halt bei KI generierten Dingen frei, aber du umgehst nicht das Markenrecht. Ganz wichtiger Punkt. Und das sind halt so Themen. Und es kann eine schöne Unterstützung sein. Es kann auch tolle Impulse, Ideen geben, wenn man sich unterstützen lassen will. Und das ist halt der Punkt. Ich empfinde es als eine Unterstützung, nicht ein Ersetzen. Ja, ganz genau. Also das sind diese generativen KIs. Dann gibt es ja noch zwei andere Baustellen, wie man KI nutzen kann. Das eine nenne ich immer unter der Motorhaube. Also Beispiel, das sind irgendwelche Anwendungen. Es gibt zum Beispiel welche, die können sehr gut Daten aus bestimmten Dokumenten extrahieren. Also Kunde kommt ins Auto aus und ich will eine Autovermietung machen. Oder er will sein Fahrzeug annehmen. Da liegt mir ein Fahrzeugschein auf dem Tisch. Damit ich Namen nicht mehr abtippen muss, scanne ich das. Und das ist gerade bei Fahrzeugscheinen, die sind ja sehr fälschungssicher aufgebaut, ein relativ komplexer Prozess. Und ziehen mir die Daten raus, die ich dann wieder in irgendein System einspeisen kann, sodass ich nicht abtippen muss. Oder Preisfindung oder ähnliches. Und da sage ich immer den Händlern, ob dann KI drin ist oder nicht. Das ist eigentlich egal, wenn das Ergebnis stimmt. Und da wird sich auch sicherlich noch ein bisschen die Spreu vom Weizen trennen. KI hat das Potenzial, viele Dinge zu verbessern. Das will ich gar nicht in Frage stellen. Aber bei einigen wird man auch feststellen, nee, da brauchen wir nicht unbedingt ein trainiertes neuronales Netz dahinter mit viel Aufwand. Das kann auch irgendwie eine Regel müssen oder ähnliches. Das ist die zweite Sache, wenn KI unter der Motorhaube steckt. Die dritte Sache, und auch das findet statt, ist wirklich interessant. Das sind Autoreiser, die bauen eigene Neuronalesse. Und ganz ehrlich, so schwierig ist das nicht. Die Software TensorFlow kannst du dir unterladen. Du kommst halt immer wieder auf das Problem zurück, dass du diese neuronalen Netze trainieren musst. Und da machen die Autorausgruppen in der Regel immer dieselben Erfahrungen. Man stellt fest, na ja, ein paar hundert Datensätze. Und dann fängt das an, vernünftige Sachen auszuspucken. Nee, es sind leider oft ein paar zehntausend Datensätze. Und dann ist so die Frage, wo kommen die her? Sich Autos Zielgruppen zuweisen, Preisbestimmung von Fahrzeugen, von Gebrauchswagen und ähnliches. Das sind so typische Anwendungsgebiete. Aber es passiert sehr selten, weil es auch wirklich aufwendig ist. Also die drei Bereiche KI. Ich halte davon persönlich eine Menge. Da wird auch noch viel mehr kommen. Ich glaube nicht, dass die die Weltherrschaft an sich reißen werden, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Ich glaube, dass wir als Menschheit Fehler machen werden, indem wir der KI zu viel erlauben an der einen oder anderen Stelle. Und das wird sicherlich mal zu einem Unfall führen und Ähnliches. Ich hoffe, das läuft glücklich ab. Aber alles andere, so Stichwort ARGI, also Allgemeine Künstliche oder Artificial General Intelligence. Das ist ja so die Mission von Open AI. Ich glaube da nicht. Nicht menschgleich. Nicht menschgleich. Ich sage nicht, dass es nie passieren wird. Aber es wird lange nicht passieren. Okay. Ich habe jetzt hier noch ein paar Stichworte. Da reiten wir jetzt mal ein bisschen kompakter durch, weil ich habe so aus den Vorjahren immer noch so drin, zum Beispiel, wie fällt deine Analyse der Corona-Krise auf die Autobranche in Deutschland aus? Ich denke, das haben wir so langsam ein bisschen abgehakt. Wir sind ja eher im Vorgespräch, sage ich so. Wir sind ja schon in der Phase, wo die Autobranche es ja leider schafft, bei jeder neuen Krise auch die Hand zu heben. Das ist so ein bisschen doof formuliert, aber ich glaube, das können alle fühlen. Da würde ich einfach vielleicht ein paar Stichworte mal hochwerfen und du sagst mal so ein bisschen, was du dazu denkst. Und danach habe ich noch ein, zwei Fragen, eigentlich aus den Vorjahren. Da würde mich auch nochmal interessieren, welche Entwicklungen du da siehst. Was ist denn so, Stichpunkte dieses Jahr, Lieferengpässe sind so ein bisschen durch, aber das hat ja wieder komplett umgeschwungen. Ich würde gerne noch mal einen Schritt zurückgehen. Wir reden ja von Krisen und von Polykrisen und da gab es die Chip-Krise, da gab es Corona und jetzt gibt es was, was sich preist auf ein Elektrofahrzeug und alles ist eine Krise. Ich glaube, die Denke ist falsch. Ich glaube, wir müssen uns daran gewöhnen, dass diese multiplen Zeiten ständig umfallen. Eine echt spannende Story, wie ich finde. Aber weil noch was zu erzählen ist, ist hier erstmal Schluss für heute und es geht demnächst mit Teil 2 dieser spannenden Story weiter. Vielen Dank fürs Hören und bis bald.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.