Einleitung

In der neuesten Episode von Benzingespräche diskutiert Tim Klötzing mit den Branchenexperten Jörg von Steinecker und Derek Finke über die digitale Transformation im Autohandel. Beide Gäste bringen eine Fülle an Erfahrung und Wissen mit, die sie mit unseren Zuhörern teilen.

Vorstellung der Gäste

Derek Finke, ein Veteran der Automobilbranche mit über 35 Jahren Erfahrung, hat in verschiedenen Rollen von Mechaniker bis hin zu Digitalberater gearbeitet. Sein Fokus liegt auf der Unterstützung von Händlern bei der Digitalisierung ihrer Prozesse.

Jörg von Steinecker, ebenfalls ein erfahrener Berater, teilt seine Leidenschaft für alles Digitale. Mit seiner Expertise in Systemintegration und Middleware bietet er praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen der Digitalisierung.

Die Bedeutung der Digitalisierung

Beide Experten sind sich einig, dass die Digitalisierung im Autohandel nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit ist. Derek betont, dass die Digitalisierung weit über IT-Projekte hinausgeht und eine strategische Ausrichtung erfordert. Jörg ergänzt, dass die technische Umsetzung entscheidend ist, um die versprochenen Vorteile zu realisieren.

Erfolgsstory: E-Mail frei

Ein Highlight der Episode ist Dereks Erfolgsgeschichte mit E-Mail frei. Durch die Entwicklung einer digitalen Ankaufstrecke konnte das Unternehmen den Kfz-Betrieb Digital Automotive Award gewinnen. Diese Lösung optimiert den Fahrzeugankauf und integriert verschiedene Vertriebskanäle, was zu einer erheblichen Effizienzsteigerung führte.

Schlussfolgerung

Die Episode zeigt, wie wichtig es ist, die Digitalisierung im Autohandel nicht nur als technologische Herausforderung, sondern als umfassende Transformation zu verstehen. Mit den richtigen Strategien und Partnern können Händler die Vorteile der digitalen Welt voll ausschöpfen.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Vorstellung von Jörg von Steinecker und Derek Finke
  • Die Rolle der Digitalisierung im Autohandel
  • Erfolgsbeispiel: E-Mail frei und der Digital Automotive Award
  • Herausforderungen und Lösungen in der digitalen Transformation
  • Die Zukunft des Autohandels

Key Takeaways:

  • Digitalisierung ist entscheidend für den Erfolg im Autohandel.
  • Strategische Planung und technische Umsetzung sind gleichermaßen wichtig.
  • Erfolgreiche digitale Projekte können Wettbewerbsvorteile schaffen.
  • Netzwerke und Partnerschaften sind wertvoll für den Wissensaustausch.
  • Die Automobilbranche muss sich kontinuierlich anpassen, um relevant zu bleiben.

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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstorys, die es wert sind erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturenhaber. Ein kurzer Boxenstopp bei unserem heutigen Partner. Autoprof ist die Anlaufstelle für professionelle B2B Vermarktung von Gebrauchtwagen. Bei Autoprof handeln ausschließlich geprüfte Autohändler, die ihre Erträge im Gebrauchtwagengeschäft nicht zuletzt durch den garantierten Mindestpreis maximieren wollen. Schließe dich jetzt den bereits über 20.000 Händlern in ganz Europa an und registriere dich unverbindlich bei Autoprof. Alle Infos dazu auf autoprof.de. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute sind wir schon im Dezember und da dachte ich mir, da machen wir mal was Spezielles. Das ist nicht so der Standardgast, weil es ist nicht ein Standardgast, sondern es sind zwei ganz tolle Gäste und zwar der Jörg von Steinecker und der Derek Finke. Hallo Jörg, hallo Derek. Hi Tim, hi Derek. Ja moin. Ja moin, hi. Ja moin. Du sitzt doch im Westerwald und nicht in Norddeutschland. Du sitzt in Koblenz. Eigentlich hätten wir zusammen machen können, Jörg, oder? Ja, das stimmt, das stimmt. Das müssen wir bald wieder hinkriegen. Wir kennen uns ja inzwischen ganz gut und genießen ja immer die Events, wo wir uns dann auch face-to-face treffen, heute digital immerhin in den Zeiten, wo wir nicht genau wissen, was da los ist. Umso schöner ist es, dass wir uns sehen. Also virtuell sehen. Erstmal vielleicht, ihr beide, stellt euch noch mal kurz denjenigen vor, die euch vielleicht nicht so gut kennen. Das werden wahrscheinlich relativ wenig sein, weil ihr schon in der Branche gut rumkommt. Da werfe ich einfach mal den Ball zum Derek, der ist bei mir, das Video oben. Derek, sag mal ein paar Worte zu dir und stell dich mal vor. Ja, Derek Finke. Ich bin seit 35 Jahren oder so in der Autobranche. Ich habe mal als Mechaniker begonnen, als Meister weitergemacht, war viele Jahre im Autohaus, Autovermietung, Händlerverband, wieder Autohaus, Digitalagentur, zwischendurch selbstständig, dann wieder beim großen Händler und jetzt wieder selbstständig. Also bewegte Geschichte, zumindest für mich aus meiner Perspektive, aber immer rund ums Auto. Also alles, was ich getan habe, hat irgendwie immer mit dem Vertrieb oder der Vermietung oder dem Service von Fahrzeugen zu tun gehabt. Und bin jetzt seit, keine Ahnung, ich glaube, seit Anfang der 2000er Jahre, seit gut 20 Jahren eigentlich so in Digitalprojekten drin oder Digitalisierungsprojekten. Früher hat man das noch nicht so genannt. Da waren das reine IT-Projekte oder irgendwie das Wort Digitalisierung war, glaube ich, noch gar nicht erfunden. Aber im Rückblick, wenn man sich überlegt, was wir eigentlich damals so gemacht haben und was man noch heute unter dem Begriff versteht, allgemein jedenfalls, dann würde ich denken, ist das eigentlich auch damals schon sowas gewesen. Und auch das, wie gesagt, immer rund um die Autobranche. Und jetzt bin ich eben selbstständig wieder als Berater, so wie der Jörg auch. Und ich glaube, wir haben in mancherlei Hinsicht schon viele Überschneidungen. Aber in mancherlei Hinsicht, glaube ich, haben wir auch, wahrscheinlich auch allein schon wegen des beruflichen Werdegangs, auch verschiedene Ausrichtungen und Ausprägungen. Und unterstütze eigentlich jetzt Händler dabei in Sachen Digitalisierung, was ja ein weiter Begriff ist. Also ich fasse den jedenfalls relativ weit. Unterstütze ich einfach Händler. Es geht schon los mit einem Urschleim, wenn man so möchte. Wer bist du, Händler? Wo willst du hin? Warum willst du da hin, wo du hin willst? Und daraus dann abgeleitet eigentlich, Projekte zu entwickeln und mit dem Händler entweder die Dinge dann gemeinsam zu machen oder eben ihm dabei zu unterstützen, jemanden zu finden, der es für ihn tut. Das ist mehr oder weniger das, was ich so tue. Okay. Ja, und Podcasten, LinkedIn Live, Wissen teilen, konstruktiver Störenfried sein. Ja, also ich sage mal so, ist vielleicht nochmal, da hast du recht, Tim. Ich unterschlage das immer, weil das ist aber, ich weiß nicht, für mich ist das immer so der Normalzustand, dass das alles so ist, wie es ist. Deswegen erwähne ich es meistens nicht. Aber du hast recht, Jan, danke für die Erinnerung. Also ich bin recht aktiv auf LinkedIn, mache viele Lives, habe einen eigenen Podcast, habe, ich glaube, seit 10 oder 12 Jahren einen eigenen Blog mit über 200 Artikeln. Aber auch alles rund um das Thema Auto, Autovertrieb, Autohandel. Und bloggen tue ich eigentlich nicht mehr so viel, wenn, dann eigentlich inzwischen wieder viel mehr Podcasten. Ich habe dazwischen zeitlich auch mal eine Pause, aber inzwischen mache ich da wieder viel. LinkedIn Lives kommt mir, also ich sage mal auch das Thema Moderation, Online-Events, aber eben auch Online-Veranstaltungen für Händler, aber auch für Automotive-Dienstleister mache ich auch einiges. Projektmanagement, was sich dann teilweise ergibt, also tatsächlich digitale Projekte nicht nur irgendwie so zu initiieren zum Beispiel mit dem Händler, sondern dann auch zu sagen, ich unterstütze dich dabei, die dann auch auf die Reihe zu kriegen. Technisch, organisatorisch ist auch so ein Thema. Ja, und so rundet sich das Ganze vielleicht noch ein Stück weit ab. Was ich jetzt noch mache, ist auch viel Schulung und Trainings, Mastermind-Gruppen bauen wir gerade auf. Also so lustige Sachen. Sehr, sehr umtriebig, oder Jörg? Ja, wenn man stillsteht, kommt man nicht weiter. Das gilt für Derek genauso wie für mich, wie für jeden Händler, wie für dich Tim. Also insofern, nee, ich finde es immer gut, wenn man Sachen ausprobiert und nur so kann man schlauer werden, absolut. Ja, also vielleicht nur ein paar Worte zu mir. Jörg von Steinecker, Baujahr 1969, wohne in Koblenz, bin seit 15 Jahren in der Automobilbranche, habe Führungserfahrung im Autohaus und habe mich dann aber auch relativ flott selbstständig gemacht und habe heute drei Standbeine. Das eine ist relativ ähnlich mit dem, was Derek macht. Und wenn du sagst, du hast eine Liebe zum Auto, dann sage ich, ich habe die erste Liebe zu allem, was ein Stecker hat. Also ich bin auch bekennender Nerd, ich programmiere auch selber. Mir ist ganz wichtig, Digitalisierung nicht bei der PowerPoint-Ebene aufzuhören, sondern genau da wird es eigentlich interessant, wenn wieder irgendein Anbieter sagt, die Schnittstelle geht nicht, da dann doch noch Lösungen zu finden. Das ist eigentlich das Spannende. Das ist so das eine, Beratung, Digitalstrategie, ganz viel Umsetzung, Systemeinführung, Systemvernetzung, Middleware ist ein großes Thema, kommen wir vielleicht später nochmal dazu. Das zweite Thema sind Seminare, Vorträge. Jetzt gerade einen schönen Praxistag gehabt mit etlichen Händlern, mit über 50 Händlern, wo wir mal so das Thema Effizienz beleuchtet haben. Und das dritte Standbein, das sind eigene digitale, ich will es nicht Startup nennen, das ist ein überdehnter Begriff, sondern Initiativen. Das eine ist die Server, wo sich der Handel kostenlos mal über digitale Lösungen informieren kann. Das andere ist Formondo, wo man mit wenigen Klicks mal ein paar Formulare digitalisieren kann und auch integrieren und vernetzen kann, dass man das Thema Digitalisierung im Betrieb auch umsetzen kann. Und das ist eigentlich das Wichtigste. Darüber reden tun viele. Mir ist wichtig, dass wir einen Schritt weiterkommen. Ja, das ist ja heute wirklich eine total interessante Runde, weil jeder so für sich auch, ich sag mal, auf Events unterwegs sind. Moderation habe ich jetzt gerade bei dir, Jörg, noch gehört. Beim Derek eigentlich auch. Und Podcast macht der Derek und LinkedIn Live, da treibst du dich auch rum, lieber Jörg. Ich bei LinkedIn jetzt noch nicht so unbedingt, aber beim Podcasten und ich glaube, sind auch alle drei extrem gut vernetzt und haben auch immer so die Sensoren offen, was so in der Branche sich so tut. Das finde ich so sehr spannend, weil euch nämlich, also wenn ich mal irgendwo nicht bin, bin ich immer relativ sicher, dass ich nachher von einem von euch beiden halt die Insights bekommen kann, weil einer von euch beiden irgendwie da war. Das finde ich immer sehr charmant. Letztendlich stimmen der Jörg und ich uns dann immer ab. Sag mal, wer ruft ihn denn an? Wir telefonieren vorher. Jörg, kennst du jemanden, der dabei war, der uns dann vielleicht sagen kann, was da gewesen ist, damit Tim weiterhin denkt, wir waren dabei? Ja, also die Veranstaltungen, die teilen wir nach Buffet zu. Da, wo es besser Essen gibt, da geht der Derek hin und da, wo es die besten Beträge gibt, da gehe ich immer hin. Da legen wir schon Wert drauf und alles andere machen wir genauso, wie Derek gesagt hat, ja. Ja, sehr schön. Ja, und ich habe dann, wenn ich bei so Events nicht live war, dann habe ich so die Fremdschmerzen. Letzte Mal bei einem Kfz-Betrieb Award-Verleihung. Da habe ich am nächsten Morgen ein Bild von Derek Dier, Ralf Schütte und noch jemandem gesehen. Und ich habe das bei LinkedIn gesehen. Ja, genau. Markus Gold und ich so, oh Mann, ich war nicht da. Hast du mir dann, glaube ich, auch gleich per WhatsApp geschrieben. Ja, genau. Aber wo wir schon bei dem Abend sind oder bei dem Event sind, lieber Derek, du warst ja nicht ganz unerfolgreich in diesem Jahr und hast einen Preis mitunter mit der E-Mail frei abgeräumt. Kannst du uns mal zwei, drei Sätze dazu sagen? Was war denn da los? Ja, vielleicht, ich hole mal ganz kurz aus. Wir haben, also ich bin ja die letzten vier Jahre bei E-Mail frei gewesen und habe da so digitales Projektmanagement gemacht. Und das war das Schöne, als wir vor vier Jahren anfingen, gab es praktisch ein weißes Blatt Papier mit dem Hinweis, hey, wir haben hier eine Digitalstrategie. Ja, aber jetzt geht es in die Umsetzung und hier kann man eben noch viel gestalten. Und das fand ich schon ganz spannend. Da war praktisch mehr oder weniger so der erste Mitarbeiter in dem Bereich der Digitalisierung. Und in dem Zuge haben wir uns im letzten Jahr schon, also 2020, schon beim Digital Automotive Award vom Kfz-Betrieb beworben mit dem Thema digitales Autohaus, also E-Mail frei, digitales Autohaus, mit dem, was wir bis dato sozusagen entwickelt hatten und sind damals einer der Gewinner gewesen von diesem Award. Also 2020 waren wir Gewinner sozusagen. Das ist ja diese Logik, die der Kfz-Betrieb da anlegt. Und in diesem Jahr sind wir praktisch der Gesamtsieger gewesen. Also wir haben dieses Jahr wieder uns beworben mit einem Teil der Lösung. Wir haben nämlich noch weiterentwickelt, eine digitale Ankaufstrecke und also eine digitale Ankaufstrecke, um Fahrzeuge anzukaufen für E-Mail frei selbst und dahinter eben auch eine recht aufwendige Verteillogik gebaut. Denn E-Mail frei ist ja nicht nur in Deutschland aktiv, hat ja nicht nur Einzelhandel, sondern auch Großhandel, hat auch noch, ich nenne es mal, auch wenn es vielleicht nicht der immer korrekte Begriff ist, so eine Art Unterhändler-System. Es gibt ja bei Ford zum Beispiel auch ein zweistufiges Vertriebssystem, wo noch angeschlossene Agenturen dabei sind. Dann gibt es den Großhandel, dann gibt es die E-Mail frei oder das Unternehmen bei E-Mail frei, was eben im Großhandel Teile macht. Da gibt es eben auch viele freie Werkstätten, viele freie Händler, die angeschlossen sind. Dann gibt es die ganzen Europa-Organisationen in der Schweiz, in anderen Ländern. Und das haben wir versucht, im Hintergrund alles noch mit anzudocken, sozusagen an diese Ankaufstrecke. Und der Anspruch an die Strecke war eben auch nicht nur zu sagen, wir wollen jetzt mal so ein paar Autos machen, sondern am Ende eben tatsächlich auch, der Kfz-Betrieb hat es so schön genannt, marktpolitischer Anspruch. Also zu sagen, wir wollen relevante Größenordnungen wieder vom Markt zurückholen, die derzeit vielleicht noch bei jungen oder vielleicht ehemals jungen Startups in Berlin landen. Und um es mal so zu sagen. Und ich glaube, das hat die überzeugt. Und dadurch haben wir praktisch dieses Jahr den Gesamtsieg abgeräumt. Jetzt bin ich inzwischen zwar nicht mehr bei E-Mail frei, ich bin ja seit Jahresmitte dort weg. Aber da das auch eines noch mit meiner Projekte war, nicht allein, gab es ja ein Team dahinter oder daneben, neben mir. Ich bin ja nur einer von mehreren gewesen. Aber ich war halt derjenige in Würzburg, der es gemeinsam mit Stefan Gaul dann abgeholt hat. Deswegen standen wir dann da an dem Tag halt mit dem Fokus. Das war der Hintergrund. Gibt Schlimmeres, ne? Ja, Gott, hätte auch übler kommen können. Okay. Beispiel bei Nebelwetter in Koblenz zu sitzen oder so. Ja, super. Man merkt hoffentlich da draußen, dass wir uns verstehen. Ja, wir haben schon quasi so die Überleitung in das Gespräch, was ich so mit euch führen wollte. Wir sind am Ende des Jahres. Und da interessiert mich einfach, weil ihr auch extrem viele Kontakte habt und rumkommt, wie ist euer 2021? Wie war euer Jahr? Also einmal so das eigene Befinden, so in dem ganzen Trubel, der so los war in diesem Jahr und halt auch so beruflich in der Branche, besondere Erlebnisse, Learnings, Erfolge. Beim Derek hat man schon drüber gesprochen und vielleicht so eine subjektive Meinung zu der Veränderung der Branche. Und da würde ich jetzt super gerne den Ball mal rüber wieder nach Koblenz zum lieben Jörg pflanzen. Gerne. Ja, es war ein genauso gewöhnliches wie ungewöhnliches Jahr für mich jetzt persönlich. Also gewöhnlich in dem Sinne, als dass wir die Themeninhalt weiter vorangetrieben haben. Ich habe eine Studie geschrieben, Formondo ist gewachsen, neue Kunden und so weiter. Also im Grunde genommen alles im grünen Bereich. Ungewöhnlich in dem Sinne, als dass ich doch feststelle, dass wir einen echten Hallo-Wach-Effekt bei den Händlern haben und den Servicebetrieben. Also natürlich nicht alle, vollkommen klar. Aber ich habe unglaublich herausfordernde Anforderungen gekriegt. Also einfach Anfragen zu Themen, die ich vorher nicht gehabt habe. Was sich im Moment sehr stark ballt, ist ein Verständnis und das scheint wohl wirklich etwas zu sein, was bei denjenigen, die zumindest vorne dabei sein wollen, sich gerade aktuell tut und ändert, ein starkes Bewusstsein für Daten. Also dieses Thema Daten vernetzen, Datenintegration, Middleware aufbauen, wie kann ich Schnittstellen kriegen und so weiter. Und was passiert eigentlich, wenn ich mich mal vom Hersteller trenne, der Hersteller sich von mir trennt, was passiert mit meinen Daten? Bin ich dann nackig? Also so ähnlich wie diese 50 Mercedes-Betriebe, die vor ein paar Jahren verkauft wurden und mit in Anführungsstrichen ein paar CSV-Dateien abgespeist wurden. Und wie kann ich mich halt darauf vorbereiten? Und das war, muss ich sagen, ein unglaublich schönes Ereignis oder eine schöne Wahrnehmung, weil sich diese Branche, natürlich mit den Pionieren, natürlich mit denen, die immer vorne dabei sind und natürlich sind das wenige, vollkommen klar, aber wahrnehmbar auf den Weg macht. Und wenn ich da mal so reinschaue, dann sehe ich auch im Handel im Moment eher Themen nach vorne geschoben und auf die Prioritätenliste gesetzt, die das Thema Effizienz zum Inhalt haben. Das Thema Kundenkontakt-Touchpoints, ja wunderbar, wird mit gleicher, ich sag mal, Flamme weitergekocht, aber wo im Moment ein Wachstum drin ist und mehr investiert wird, das ist das Thema Effizienz. Also papierlose Prozesse, papierlose Werkstatt, Kosten runter, mehr Zeit für den Kunden, wie auch immer man das nennen will. Dann habe ich noch so zwei Beobachtungen. Das eine ist, was ich im Moment, ich weiß nicht, Derek, ob du das auch bestätigen kannst, ich kriege vermehrt Anfragen zur Serviceauslastung. Das war auch noch nicht so. Ich weiß nicht, ob das schon der Vorbote darauf ist oder der konkret spürbare Vorbote darauf ist, was ja schon die Spatzen von den Dächern pfeifen, also sinkende Serviceerlöse, Wegfallölgeschäft, Elektromobilität. Da ist sicherlich auch Corona mit dabei, die Fahrzeuge sind weniger gefahren, aber das ganze Thema Veränderung des Marktes, ob nun strukturell oder durch Corona, können wir lange diskutieren, mit Auswirkung auf den Service scheint auf jeden Fall noch mal eine neue Bedeutung zu kriegen. Und das Letzte, was ich wahrgenommen habe, ist, dass die Hersteller doch immer tiefer in die Absatzwelt und auch in den After-Sales-Bereich vordringen. Also zum Beispiel Agenturmodell ist klar, das ist so Vorbote einer geänderten Vertriebsstruktur für den Neuwagen. Der Händler wird zum Auslieferungspunkt werden. Er wird in dem Zusammenhang auch jetzt nicht mehr das Geschäft unternehmerisch betreiben, sondern wird eine Provision kriegen und so weiter. Aber sie dringen auch in den Gebrauchtwagenbereich vor. Und das findet, da bin ich echt überrascht, das findet wenig Beachtung. Also Haker ist bekannt, aber zum Beispiel, wenn man sich mal auf der Zunge zergehen lässt, was Volkswagen mit Vendor im Moment gebaut hat. Das ist eine Plattform, wo ich als Privatperson, Tim, wenn ich dir mein Auto verkaufen würde, dann könnten wir die ganzen Zahlungsströme über Vendor abwickeln. So, das heißt, Volkswagen hat ein Instrument im Markt, wo sie erstmal marktseitig die Angebote über Haker wunderbar mit datentechnisch nachverfolgen können. Und jetzt kriegen sie alle Transaktionen. Also auch dieser Bereich ist etwas, wo die Hersteller langsam ihre Finger ausstrecken. Das sind so die beiden, ich sag mal, Wahrnehmungen. Auf der einen Seite super viel Bewegung, total positiv, unglaublich spannende Projekte. Genau das Richtige wird angefasst und auf der anderen Seite aber eben auch die Einflussnahme durch andere. Ja, sehr spannend. Also ein vielfältiges Jahr und auch, ich glaube, ich habe dich relativ selten gelangweilt in diesem Jahr irgendwie erreicht oder angesprochen. Kann ich bestätigen. Ja, das war auch immer so ein bisschen mein Eindruck. Da muss man erst mal gucken, wie man dich an die Strippe kriegt oder wie man dich erreicht. Ja, es ist so spannend, was da passiert. Du hast im Grunde genommen eine ergebnisoffene Zukunft vor dir. Und die große Frage, die, ich sag mal, diese Branche jetzt so auf der obersten Flugebene bewegt, ist ja, wer baut das erste Ökosystem Mobilität? Wer wird das? Sind das die Hersteller? Sind das die Googles? Schaffen das vielleicht größere Händler, wie E-Mail frei oder ähnliches? Und auf dieser Strecke einfach auch mit Erfahrung dabei zu sein und unseren, in Anführungsstrichen, Senf dazugeben zu können und auch Händlern konkret die Hand reichen zu können. Es macht einfach irre viel Spaß. Also ich werde auch richtig mit viel Faszination reingesogen in dieses Thema. Ein kurzer Boxenstopp bei unserem heutigen Partner. Autoprof ist die Anlaufstelle für professionelle B2B-Vermarktung von Gebrauchtwagen. Bei Autoprof handeln ausschließlich geprüfte Autohändler, die ihre Erträge im Gebrauchtwagengeschäft nicht zuletzt durch den garantierten Mindestpreis maximieren wollen. Schließe dich jetzt den bereits über 20.000 Händlern in ganz Europa an und registriere dich unverbindlich bei Autoprof. Alle Infos dazu auf autoprof.de. Also quasi das Ökosystem in dem Bereich, es wäre dann ja das Metaverse des Autos. Nee, genau nicht, weil die Mobilität wird immer noch physisch, also wir teleportieren noch nicht. Die Mobilität wird immer noch physisch stattfinden. Ja, es ist aber spannend, dass selbst bei dem Metaverse-Thema, ich verfolge das so ein bisschen, ist ja ein sehr, sehr frisches, 100% digitales, dürfte dich Jörg und den Derek auch total interessieren, das Thema, was da kommt. Aber da gehen schon die ersten, ich habe von virtuellen Probefahrten im Metaverse schon gehört. Das ist total abgefahren. Damit befassen wir uns hier auch schon. Also was da passiert und gehen wird. Das haben einige Hersteller ja schon vor, wann war es? Sechs, sieben, acht, neun Jahren in Second Life gemacht. Second Life, genau. Jetzt noch nicht so die Erfahrung visuell, auditiv und so weiter teilen, aber ich frage mich immer, was an diesem Buzzword wieder neu ist, dass es so durch die Gegend getrieben wurde. Ein paar neue Aspekte gibt es, ja. Aber ein bisschen ist es auch alte Reihen in neuen Schläuchen. Irgendwie schon, ja. Also kommen wir nachher, wir gehen ja nochmal in die Zukunft ein bisschen. Aber jetzt nehmen wir erstmal wieder den Derek mit rein. Und vom Derek, da interessiert es mich natürlich auch. Wie war dein Jahr 2021 bis dato? Wie würdest du das beschreiben? Ja, ich sage mal so, es war ziemlich wechselvoll. Also das erste halbe Jahr noch bei E-Mail frei, voll im Tagesgeschäft mit allem, was so dazugehört. Dann der Ausstieg dort und der Einstieg wieder in die Selbstständigkeit. Ich arbeite ja auch nach wie vor noch E-Mail frei in einigen Belangen und das ist schon mal ganz gut. Habe aber auch schon die ersten anderen Kunden und interessanterweise auch nicht nur aus dem Autohausumfeld, also nicht nur Autohäuser selber, die in der Richtung Bedarf verspüren und mit denen man ins Gespräch kommt, sondern auch so aus dem Dienstleisterumfeld. Also Automotive-Dienstleister, die natürlich alle irgendwo einen digitalen Bezug haben in irgendeiner Form. Aber auch da gibt es offensichtlich auch immer wieder Nachfragen zum Thema Produktstrategie, Preisstrategie, Marketingstrategie, Digitalstrategie. Also man sollte es nicht glauben, auch ein digitales Unternehmen fragt dann immer mal wieder nach der Digitalstrategie, obwohl die eigentlich gar nichts anderes haben. Klingt erst mal komisch, ist aber so. Und das finde ich auch ganz spannend. Also das ist auch noch mal so ein Betätigungsfeld, was ich eben auch ganz interessant finde. Und also da bin ich teilweise schon drin und engagiert in einigen Belangen. Da wird es dann teilweise auch sehr technisch. Ich bin nicht so nerdig wie der Jörg, der dann noch selber programmiert und auch so diesen tiefen, vielleicht auch diesen eher tieferen Blick in so technische Aspekte von vielen Dingen hat. Ich komme ja auch nicht aus der IT und ich bin da eher prozessorientiert vielmehr. Und mein Augenmerk liegt dann, wobei da würde ich dem Jörg nicht wehtun oder was Falsches sagen. Das weiß ich gar nicht, ob er das nicht auch tut. Aber ich schaue mir dann eher so unter Umständen noch die Effekte auf die Menschen an. Also ich bin ja immer der Ansicht oder ich bin der Ansicht, dass das größte Problem der Digitalisierung der analoge Mensch ist. Und jetzt kann man Probleme auch gerne durch Herausforderungen ersetzen. Aber am Ende ist es so. Also der kann der beste Treiber sein, aber in vielerlei Hinsicht sind wir halt die größten Bremser. Und ich glaube, da muss viel angesetzt werden. Und was ich oft erlebe, ist, dass so wenn du ins Gespräch gehst mit Kunden oder mit potenziellen Kunden, mit Interessenten, ja, wir wollen dies machen, wir wollen jenes machen. Und dann ist das schon sehr stark irgendwo in operativen Maßnahmen, wo da gedacht wird, das wollen wir auch tun, weil der und der tut das ja auch oder so. So wenn du dann mal hinterfragst, ja erstens mal, was verstehen sie eigentlich darunter? Dann wird es meistens schon stiller am Telefon oder beim Gegenüber. Also für mich so ein gutes Beispiel Online-Sales, kommen wir vielleicht nachher nochmal drauf, was ich immer wieder erlebe, wir wollen jetzt auch Online-Sales machen. Und wenn ich dann mal frage, was meinst du denn damit, was ist das für dich? Dann ist meistens schon schwierig. Und so ist das oft mit anderen Themen auch. Und das Nächste ist, dass ich oft den Eindruck habe in den Gesprächen, dass die Menschen oder dass viele glauben, wenn sie jetzt in irgendeiner Form so eine digitale, in Anführungsstrichen ja meist gemeint dahinter ist ja, technische Lösung haben, eine Plattform oder eine App oder irgendein Werkzeug, was ihnen hilft, irgendwas besser zu machen, das wird jedenfalls angenommen, dass das so ist, dass es dann schon erledigt ist. Dann haben wir nämlich die Lösung und dann wird das alles besser. Und da kann ich nur sagen, ich könnte jetzt böse sagen, träumen weiter. Ich könnte aber auch sagen, hey, du musst da nochmal anders sogar nachdenken. Welche Ressourcen hast du? Was für Menschen hast du? Wie gehen die miteinander um? Wie tickst du als Unternehmer? Da sind so viele Detailfragen zu lösen oder vielleicht vorher mal zu besprechen erstmal, bevor man dann sagen kann, pass mal auf, da gibt es Lösungen für dich. Die gibt es vielleicht sogar schon. Oder du bist ja so speziell, da muss man wahrscheinlich irgendwas bauen unter Umständen. Und das müsste man aufgrund der Voraussetzungen dann so und so tun. Und dann wird es meistens eckig, weil die Ungeduld ist groß, man will sofort Lösungen haben, jetzt schnell, jetzt machen ja alle. Und irgendwie scheint das ja gerade so der große Hype zu sein. Aber manchmal ist es besser, lieber noch drei Monate länger zu machen, als zu schnell mit irgendwas in den Markt zu gehen. Also ich bin kein Freund von Todreden und Toddenken. Ich bin selbst jemand, der kopfgesteuert ist und muss mich dabei immer wieder mal einbremsen. Aber zu schnell Dinge anzufassen, insbesondere dann, wenn es sich um erhebliche Investitionen handelt, halte ich dann eben auch für schwierig. Also insofern ist es schon sehr wechselvoll. Und wie gesagt, die Themen, Jörg hat ja vorhin so ein Beim Thema Serviceanalyse, ja, habe ich auch, dass die Händler natürlich vermehrt darüber nachdenken und sagen, hey, wenn uns jetzt da im Handel einiges nach und nach aus den Händen gleitet, was passiert eigentlich im Aftersales? Das ist das eine. Also die Gedanken, die sie sich da machen, die sind auf jeden Fall da. Was ich dabei immer wieder feststelle, ist, dass viele eigentlich gar keine wirklichen Kundenbeziehungen haben. Es gibt zwar, ich hatte neulich viele an Händler, 55.000 Kundendatensätze in der Datenbank, aber davon nur 3.000 mit E-Mail, ja, nur mal als Beispiel. Das war schon erschreckend genug. Da fragen die immer, wie machst du denn zwischendurch eigentlich, wie hältst du die Beziehung aufrecht? Wer spricht mit den Kunden regelmäßig? Oder wie kann Informationsaustausch stattfinden, wenn im Prinzip gar keine Grundlagen dafür da sind? Und wenn ich jetzt aber in eine Zeit komme, wo mir das, insbesondere bei Neuwagen, Gebrauchtwagen teilweise, Neuwagen, dass die Geschäftsbeziehung eigentlich ein Stück weit aus der Hand genommen wird, da muss ich mir natürlich Gedanken machen, wie kann ich eigentlich die Kundenbeziehung erhalten? Und Beziehung ist für mich eben nicht ein Datensatz, der irgendwo liegt, sondern Beziehung ist für mich, wenn zwei Menschen miteinander interagieren, mindestens zwei, und über den Weg dann anfangen, auch eine Vertrauensbasis herzustellen. Oder wenn sie schon eine haben, die dann eben auch zu erhalten. Und ich glaube, da muss einfach viel, viel mehr nachinvestiert werden. Da reden wir dann so über Dinge wie CRM zum Beispiel. Und auch da bitte nicht nur die Software, sondern vorher erstmal ein Management-System darüber. Also ein paar Gedanken darüber machen, was ist das eigentlich? Was heißt das eigentlich? Und also da sehe ich schon einiges, was da auch noch gemacht werden kann im Bereich Service, um über diesen Weg dann tatsächlich auch sowas wie Kundenloyalität irgendwo herzustellen. Oder zumindestes zurückzugewinnen. Silos, Jörg, gebe ich dir völlig recht. Das ist ja ein sehr beliebtes Thema, zumal wir immer noch sehr, sehr viele verschiedene Systeme haben, die teilweise alle mehr oder weniger ähnliche Daten aufzeichnen. Sehe ich auch so. Und Ökosystem, ja, das wird spannend. Also das Ökosystem, Mobilität. Das muss man auch. Ja, ja, klar. Vielleicht die Frage stellen, die du gerade gestellt hast, was versteht man denn da drunter? Ja, genau. Das Thema wollen wir jetzt nicht aufmachen, dann reden wir noch drei Tage. Da hast du recht. Aber am Ende ist das ja sowas wie, wir sind eben nicht mehr Autohaus, sondern Mobilitätsanbieter. Das ist ja auch durchaus sehr vielfältig und hat ja damit durchaus zu tun. Also für mich ist es erstmal im ersten Schritt, würde ich mal sagen, ist es auch allein schon das gedankliche sich lösen davon, dass man im Prinzip ja nur Auto macht, sondern dass Mobilität, individuelle Mobilität für Menschen eben mehr bedeutet als nur Auto. So, jetzt ist das natürlich ein Thema, wo du sagst, na ja, aber meine Kunden fragen da nicht nach. Ja, klar. Mich ruft im Regelfall auch keiner freiwillig an und sagt, kann ich bei Ihnen geldlos werden? Also insofern, das ist ja ein Geben und Nehmen irgendwo. Aber sei mal ganz ehrlich, Kunden fahren mit der Bahn, Kunden fahren Fahrrad, Kunden fahren Motorrad, Kunden fahren Reisemobil, Kunden fahren Auto. Aber die Hintergründe dafür, warum sie diese individuellen Lösungen wählen, die sind durchaus immer verschieden und darauf kann man sich sicherlich auch ein Stück weit einstellen. Und das hat für mich eben was mit Mobilitätsdienstleistung zu tun, die man dann wahrscheinlich in irgendein Ökosystem betten muss im Sinne von, da bin ich nicht alleine, sondern da gibt es auch noch andere, die da beteiligt werden müssen. Okay, auch sehr umfangreich. Also jetzt von euch beiden so ein Feedback zu haben, was euch in diesem Jahr hauptsächlich so beschäftigt hat, also hauptsächlich im Sinne von Kernthemen, also nicht zeitlich gesehen, ist schon sehr spannend. Und dass das Mobilitätswort gerade auch wieder so rauskam, das finde ich auch sehr spannend. Ich würde euch mal an der Stelle vielleicht eine relativ kurze Antwort, weil ihr auch mit vielen Händlern Kontakt habt, wie würdet ihr in Kürze gerade die Stimmung im Autohandel beschreiben? Vielleicht Jörg, wie würdest du da gerade so, was nimmst du da wahr, was spürst du da wieder gerade im Moment die Meinung ist oder die Stimmung ist? Weil wir rutschen ja aus der Krise vielleicht jetzt in die weitere Pandemie gerade in dem Zeitraum und wir haben ja noch so ein anderes technologisches Problem, was alle Händler extrem beeinflusst. Ja, also und genauso würde ich es mal trennen. Also hinsichtlich Digitalisierung, Schrägstrich Transformation, nehme ich eine Stimmung wie folgt wahr, die so ein bisschen in die Richtung geht. Ich will, ich habe verstanden, ich muss nicht nur, sondern ich habe auch verstanden, das bietet einen Haufen Chancen. Womit fange ich an? Was tue ich als erstes? Was ist mein Fahrplan? Wie stelle ich sicher, dass ich nicht irgendwo sinnlos Geld versenke in eine Lösung und da gebe ich dir völlig recht, nur weil sie jeder andere macht, sondern wir machen ja Digitalisierung, weil es der Kunde so will oder weil ich einen Schmerz abstelle oder ein Potenzial abheben will oder weil ich in Daten investieren will, einen anderen Grund gibt es nicht. Aber wo fange ich konkret an? Das ist im Moment so, das sind auch die Anfragen, die mich am meisten erreichen. Und das ist auch für mich der Wesenskern einer Digitalstrategie. Dieses Wort ist fürchterlich aufgebläht. Das ist so die eine Sache. Also ja, ich will durchaus motiviert, durchaus weniger Berührungsängste als in der Vergangenheit, auch zum Beispiel Programmierer einstellen. Das war auch eines meiner größeren Betätigungsfelder. Wie kann ich so jemanden onboarden und wie baue ich die Sprachbarriere ab? Also da ist große Aufmerksamkeit. Bei Corona respektive der anderen Krise, also ich sage mal, werde ich als Händler noch gebraucht in einem zukünftigen Mobilitätsmarkt. Für den zweiten Teil auch wieder Aufbruchstimmung. Es wird mit Lastenfahrrädern experimentiert, mit Wohnmobilen, mit Vermietkonzepten, mit allem Möglichen. Wunderbar, noch mal, das sind vielleicht 1.000 von 36.000. Ich weiß nicht, was mit den anderen 36.000 passiert, aber die 1.000 tun es wenigstens. Bei Corona, ganz ehrlich, großes Fragezeichen. Wir wissen nicht, ob wir jetzt wieder einen Shutdown haben. Wir werden sicherlich ein bisschen die Absatzzahlen nach oben kriegen, weil die Welle abgebaut wird, die sich jetzt irgendwo durch diese Chip-Krise usw. aufgebaut hat. Aber langfristig? Fragezeichen. Verunsicherung. Verunsicherung. Okay, das war jetzt die kurze Antwort. Ganz am Ende. Derek, schau mal, was du da hinkriegst. Jetzt muss ich natürlich mithalten, aber mal gucken. Ich kann ja jetzt nicht sagen, ich sehe das ähnlich wie Jörg. Ich kann dem nur beispringen. Genau, genau. Im Handel sehe ich durchaus ein zwiespältiges Bild. Natürlich gibt es verstärkt Händler, die auf den Zug aufspringen und sagen, hey, mir ist bewusst, ich muss da jetzt was tun. Und wo sich dieses Ich-muss-langsam in Eigentlich-will auch wandelt. Das ist das eine. Aber ich sehe oder ich habe nach wie vor das Gefühl, dass viele da draußen immer noch wie früher da sitzen und sagen, na ja, jetzt gab es ja Corona und deswegen sind wir jetzt schon ziemlich digital, weil wir jetzt Teams nutzen und auch Zoom-Calls machen und so. Also schon richtig digital so. Und das ist das eine. Das bisschen, was da gemacht wurde, wenn du so möchtest, wird gleichgesetzt mit Digitalisierung. Und wenn du mit den Leuten ins Gespräch kommst, dann kommt immer, nicht immer, aber oft der Hinweis, nee, Herr Finke, da warten wir jetzt erst mal ab. Nicht, dass wir jetzt hier was tun und das ist alles ganz toll und dann kommt morgen der Hersteller und macht wieder ganz andere Sachen. Also das ist, ich sage mal, diese Wartehaltung, diese zögernde Wartehaltung, die ich schon seit Jahren erlebe, wirklich beim Großteil von Autohäusern. Jetzt kann man sagen, ja komm, die gibt es immer noch. Offensichtlich sind die damit gut gefahren. Kann eine Sichtweise sein. Die andere kann aber auch sein zu sagen, stell dir mal vor, du hättest es jetzt anders gemacht. Was hättest du unter Umständen daraus lernen können? Beziehungsweise, was hättest du unter Umständen dich schon ganz anders, besser aufstellen können? Also das ist so der eine Punkt. Bei Corona bin ich mit Jörg ganz einer Meinung. Das ist ja Glaskugel. Keiner weiß, was passiert. Aber ich glaube so, was die Voraussetzungen betrifft, sind wir sicherlich da besser aufgestellt als bei der ersten Welle, wenn du so willst, weil eben vieles schon gelernt ist. Und ich sage mal, so Nervtöten, wie wir das alle finden mögen, ist ja auch so, ob jetzt mit Maske und Shutdowns oder Lockdowns oder was auch immer kommt. Aber es ist ein Stück weit gelernter und wir wissen damit besser umzugehen. Und ich glaube, das wird uns also nicht mehr erschlagen in dem Sinne. Da finde ich die andere Krise, die es noch gibt, nämlich die mit den Chips und mit den Rohstoffen, die finde ich da schon ein bisschen dramatischer, was das betrifft. Auch wenn Corona dramatisch genug ist, für sich genommen. Aber dass da eben doch nach und nach das Geschäft austrocknet und du mehr oder weniger fast nichts dagegen tun kannst, weil es gibt eben wenig Alternativen, die du aufmachen kannst. Das finde ich dann schon ein bisschen herausfordernder für so einen Handel. Das empfinde ich ganz stark so gerade. Viele haben sich auf den Weg begeben, in den Themen digitaler zu werden und Dinge zu verändern. Und auch viele haben auch nicht mehr den Antrieb aus einem Mangel heraus oder aus einem Muss heraus, sondern denen ist das jetzt bewusst, dass es da wirklich eine Veränderung gibt und sind auf dem Weg. Es gibt ja immer diese Weg von oder diese Hinzu-Materialien. Da wandelt sich gerade was von Megfon, war immer so der, oh Gott, jetzt muss ich, aber Hinzu heißt ja, ich will auch. Genau, sehr treffend. Aber da gibt es schon noch eine Ergänzung. Man kann da wirklich auch so recht typische Phasen beobachten. Vor drei, vier Jahren, fünf Jahren hatten wir immer noch so, naja Digitalisierung, lass mich in Ruhe, ich stecke den Kopf in den Sand, das überlebe ich auch noch. Dann kam so die Frage, was ist das? Jetzt sind wir so, wo fange ich an? Und wir sehen auch schon vermehrt Händler, die daraus völlig neue Geschäftsmodelle entwickeln. Also die im Grunde genommen ihre Digitalabteilung, ihre EDV-Abteilung ausgegründet haben, mit Programmierern aufgebieft haben und richtig coole Anwendungen bauen. Also wir hatten gerade auf dem Tag hier Prozesse 4.0 von der Autors Akademie auf dem Praxistag hatten wir etliche Händler, Schneidergruppe, wie sie alle heißen, die im Grunde genommen Dinge jetzt auch oder Autors Siebrecht, Herbrand, die auch Dinge, die sie selber entwickelt haben, vermarkten und verkaufen und damit zum Teil zur Softwarefirma werden. Das ist nichts für jeden Händler, um Gottes Willen, aber da ist Aufbruchsstimmung, das finde ich gut. Ja, Wahnsinn, was sich da entwickelt. Ja, also das ist toll und also was ich jetzt so in den letzten Wochen, Monaten halt spüre, ist halt so Corona, also Digitalisierung, ja Corona, ja das ist alles, das wird sich schon irgendwie durchdengeln, aber dann halt noch einen hinten drauf mit dem Mangel an Material, was man verkaufen kann, also sprich den Fahrzeugen. Da habe ich schon, da spüre ich bei vielen so ein bisschen, ich will nicht sagen Müdigkeit, aber einen gewissen Stress und das fordert die und da ist auch der ein oder andere bei, der einfach nur sagt so, was noch, also was denn jetzt noch bitte, also als wenn wir nicht eh schon vorher schon echt gefordert waren und da setzt ein gewisser Stress und Müdigkeit auch ein und da kann man auch nur hoffen, dass das irgendwie geschmeidig über die Bühne geht, dass sich das ein bisschen relativiert, weil das ist, das braucht die Branche nicht. Wobei ich bei diesem Thema Halbleiter deutlich entspannter bin, als bei Corona. Also ich habe ja selber in der Halbleiterbranche jahrelang gearbeitet, so ein bisschen weiß ich, wie die tickt und das ist im Moment ein Effekt, der ein Pendel, der komplett ins Extrem gegen den Autobereich, gegen den Automarkt ausgeschlagen ist, das kommt auch wieder zurück. Es hilft dem Händler nicht, der aktuell keine Ware hat, die er verkaufen kann. Verstehe ich. Absolut. Aber das ist von einem anderen Kaliber als so eine Pandemie. Also es betrifft ja, es ist immer so, wenn man im Freundeskreis mit Menschen spricht, die wenig Ahnung vom Autohandel haben, da sind ja alle außer wir so ungefähr, wenn man dann so sagt, ja die Halbleiter-Thematik haben sie schon mal gehört und dann wissen die auch, ah Audi und BMW und wie sie alle heißen, können vielleicht weniger Autos bauen. Da hört das ja aber auf. Wenn ich denen aber sage, wenn die weniger bauen, da kommt weniger da an. Weniger da ankommen heißt, da kann weniger verkauft werden, dann haben die ein Problem. Und ich habe zum Beispiel, ich bin ja Dienstleister unmittelbar am Marketing, wenn da weniger zum Verkaufen ist, dann werben die auch weniger. Also das hat halt eine ganz lange Kausalkette. Und das ist schon höchst spannend. Und bei uns ist in diesem Jahr das halt auch so, dass wir häufiger oder mehr mit Dienstleistern, also nicht nur auf dem Autohandel arbeiten, sondern auch mit Companies drumherum, weil die halt unser Know-How so schätzen, weil wir genau wissen, wir haben die Kontakte, wir wissen wie der Autohandel tickt und die haben die selbe Zielgruppe und wollen dann halt auch so Pulsionierung und all sowas partizipieren. Da findet auch ein Shift statt, das ist sehr spannend. Ja, also jetzt haben wir einen wunderbaren Rückblick schon hier zu dritt gemacht und sind in ein paar Themen schon echt nah dran gegangen. Das fand ich extrem spannend. Und wir machen es diesmal so, weil ich habe nämlich noch zwei, drei Themen neben dem, dass ich von euch unbedingt wissen möchte, wie ihr das kommende Jahr so bewertet und was ihr so ein bisschen erwartet, was euch persönlich beschäftigt und welche Veränderungen es gibt und die Einschätzung der Branche, habe ich eigentlich noch das Thema im Rucksack, was ich mit euch besprechen wollte, ist gerade diese Vielfalt an neuen digitalen Dienstleistern um den Autohandel. Das splitten wir aber in den zweiten Teil ab. Wir werden diesmal in einem Monat zweimal erscheinen und euch nerven, wenn ihr möchtet. Und im zweiten Teil geht es nämlich direkt spannend mit dieser Brücke zu dieser Vielfalt an Dienstleistern um den Autohandel weiter. Und an der Stelle möchte ich mich erstmal bei, also auch vor allem mit denselben beiden Gästen geht es dann gleich weiter oder demnächst weiter, direkt mit Jörg. Und erstmal an der Stelle, Jungs, ganz lieben Dank, dass ihr mal so ein bisschen Einblick in eure Gemütslage und eure Expertise im Autohandel gegeben habt. Erstmal an der Stelle vielen Dank, Derek und Jörg. Gerne, danke euch. Danke, Tim. Super, dann sind wir mit dem ersten Teil des Zweiteilers für heute durch. Und dann sage ich erstmal danke nach da draußen und haltet die Ohren steif und bleibt gesund. Und wir hören uns in Kürze wieder. Vielen Dank. Ciao. Bis später, bis demnächst.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.