Einleitung
In der neuesten Folge der Benzingespräche beleuchten Tim Klötzing und Philipp Kroschke die ambitionierten Pläne des chinesischen Automobilherstellers BYD, der mit voller Kraft in den deutschen Markt eintritt. Im Fokus steht das Gespräch mit Lars Pauli, Geschäftsführer von Hedin Motors, der die Vertriebsrechte für BYD in Deutschland innehat.
BYD: Ein Schwergewicht im Elektrobereich
Build Your Dreams, kurz BYD, ist ein Name, der in der Automobilbranche immer mehr an Bedeutung gewinnt. Als führender Hersteller von Elektroautos hat BYD kürzlich die Marktführerschaft im Bereich der E-Mobilität von Tesla übernommen. In China hat das Unternehmen bereits Volkswagen in Bezug auf Marktanteile überholt. Nun richtet BYD seinen Blick auf Europa, mit Deutschland als Schlüsselmarkt.
Hedin Motors: Der starke Partner für BYD
Hedin Motors, eine bedeutende skandinavische Händlergruppe mit starkem Fokus auf Mercedes-Benz, hat die Vertriebsrechte für BYD in Deutschland übernommen. Lars Pauli erklärt im Interview, dass BYD zunächst mit sechs sehr starken Händlergruppen in den deutschen Markt einsteigt. Diese Strategie nutzt die lokale Stärke und Expertise der Händler optimal aus.
Die beeindruckende Historie von BYD
BYD begann seine Reise in der Batterieentwicklung und produzierte die ersten wiederaufladbaren Akkus für Motorola. Heute hat sich das Unternehmen in vier Geschäftsfeldern etabliert: Autobau, New Energy, Elektronik und Schienenverkehr. Diese Diversifikation unterstreicht die Innovationskraft und den Pioniergeist von BYD.
Strategische Ressourcenbeschaffung
Ein bemerkenswerter Aspekt der BYD-Strategie ist die Sicherung von Ressourcen. BYD hat Minen in Afrika erworben, um seltene Erden für die Batterieproduktion zu sichern. Diese vertikale Integration ermöglicht es dem Unternehmen, die Lieferkette zu kontrollieren und die Kosten zu optimieren.
Ein Blick in die Zukunft
Lars Pauli gibt spannende Einblicke in die zukünftigen Pläne von BYD in Deutschland. Mit einer starken Zwischenbilanz und einer Verdopplung des Absatzes im ersten Halbjahr 2023 zeigt BYD, dass es bereit ist, den deutschen Markt nachhaltig zu beeinflussen. Die Teilnahme an der IAA und die kontinuierliche Erweiterung des Teams sind weitere Schritte in Richtung Wachstum.
Fazit
BYD ist mehr als nur ein weiterer Automobilhersteller. Mit seiner Innovationskraft, strategischen Ressourcenbeschaffung und einem starken Partnernetzwerk ist BYD bestens positioniert, um den deutschen Markt zu erobern und die E-Mobilität voranzutreiben. Die Zukunft der Automobilbranche wird spannend, und BYD spielt dabei eine zentrale Rolle.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- BYD’s Markteintritt in Deutschland
- Strategische Partnerschaft mit Hedin Motors
- Historie und Entwicklung von BYD
- Ressourcenstrategie und Minenbesitz
- Zukunftspläne und Wachstumsstrategien
Key Takeaways:
- BYD übernimmt Marktführerschaft im Elektrobereich
- Hedin Motors als starker Vertriebspartner in Deutschland
- Innovative Ressourcenbeschaffung durch Minenbesitz
- Strategische Expansion in Europa mit Deutschland als Schlüsselmarkt
- Teilnahme an der IAA als wichtiger Meilenstein
- Kontinuierliches Wachstum und Teamaufbau
- BYD’s Diversifikation in vier Geschäftsfeldern
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Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Es begrüßen euch Philipp Kroschke und ja, ich, aber erstmal sage ich Hi Philipp. Moin, moin lieber Tim. Ich freue mich auf eine weitere Folge der Benzingespräche Spezial. Benzingespräche Spezial, super. Ihr merkt schon, wir haben Spaß. Auf jeden Fall, so soll es sein. Ich hoffe, ihr habt auch alle Spaß da draußen. Ja, und wenn Philipp Co-Host ist, dann ist Zeit für die Sonderserie New Brands. Und da sind wir jetzt inzwischen auch schon in der sechsten Folge. Ja, Philipp, mit wem sprechen wir denn da heute? Lieber Tim, es ist Build Your Dreams. Spricht das nicht, ist das nicht vielversprechend? Baue deine Träume. BYD, ein richtiges Schwergewicht am Automobilmarkt, insbesondere natürlich im Elektro-Bereich. Wir werden sicherlich ganz, ganz viele spannende Insights und Facts hören, denn wir sprechen heute mit Lars Pauli, Geschäftsführer von Hedin Motors über BYD und deren Strategie am deutschen Markt. Wer ist Hedin? Hedin hat die Vertriebsrechte für BYD, für Deutschland. Das ist eine sehr, sehr große, sehr, sehr starke skandinavische Händlergruppe, sehr stark im Mercedes-Benz-Umfeld unterwegs. Und deswegen wundert es auch nicht, dass sich BYD sehr, sehr stark erst mal auf die Händlerschaft der Mercedes-Benz-Händler konzentriert hat. Auch hier wieder die Frage war, ist ja bei uns immer, wie werden die auf den deutschen Markt kommen? BYD ist ein weiterer Vertreter, der sich die deutsche Händlerstärke zunutze macht, deren lokale Kraft. In dem Fall sind es erst mal nur sechs Händler, allerdings sechs sehr, sehr starke Händlergruppen, die man sich für den Vertrieb ausgesucht hat. Über BYD könnte man so viel ausführen. Zuletzt war ja zu lesen, die haben ja gerade die Marktführerschaft im Bereich E-Mobilität von Tesla übernommen, haben am chinesischen Markt gerade VW, was die Marktanteile angeht, übernommen. Also da kommt ein super starkes Unternehmen nach Deutschland und Europa. Wir wissen ja von den Chinesen, Deutschland ist in der Regel sozusagen der spannendste, der Ausgangsmarkt, aber alle haben im Endeffekt auch europäische Wachstumsstrategien. BYD ist sicherlich einer, der mit unfassbar viel Kraft kommt. Ich weiß nicht, ob Lars Pauli da auch noch darauf eingeht, wie viel Historie er noch mit einbringt, aber die kommen ja eigentlich aus der Batterieentwicklung. Die haben die ersten wiederaufladbaren Akkus für Motorola gebaut und haben sich dann einfach weiterentwickelt und haben jetzt irgendwie vier Geschäftsfelder, Autobahn, New Energy und Elektronik. Es ist ein wahnsinnig spannendes Unternehmen. Aber ich höre jetzt hier auf, du könntest das Interview ja auch mit mir führen, aber es ist ja viel geiler mit Lars Pauli. Ich habe ja auch mit Lars gesprochen. Genau und der weiß natürlich viel, viel mehr und kann viel besser Insights geben. Absolut, ist auch echt super spannend, weil an einer Stelle in dem Interview sprechen wir halt auch über die Größe von BYD und weil er hat nämlich in einem Nebensatz eine Zahl, wie viele Entwickler, die so an den Produkten arbeiten haben. Und da war ich ziemlich irritiert und habe mal nachgefragt, wie viele Mitarbeiter, die ihn da so beschäftigen und was für Kennzahlen die so haben. Echt extrem beeindruckend. Und ihr merkt schon, ich sage es jetzt nicht, weil das erzählt nämlich gleich der liebe Lars. Das erzählt gleich Lars. Und einen super spannenden Fact vielleicht noch mitgegeben. BYD hat sich selber Minen gekauft in Afrika für seltene Erden, die notwendig sind für die Batterieproduktion. Ich finde das einfach nur diese Art, einen Markt zu erobern, unfassbar stark, wird spannend. Ich freue mich auf das Gespräch mit Lars Pauli. Vielen Dank. Absolut. Auf geht’s. Herzlich willkommen zurück bei der Sonderserie New Brands in den Benzingesprächen. Heute zu Gast Lars Pauli, CEO von BYD Germany bzw. von der Hedin Electric Mobility. Hallo Lars. Ja, hallo Tim. Vielen Dank, dass ich heute bei dir sein darf. Ja, super gerne. Und wir beide, wir haben jetzt quasi eine Vorbereitungshistorie, wenn man das so nennen darf. Erst habe ich so ein bisschen bei euch so rumgebaggert, um zu schauen, wer ist denn der richtige Ansprechpartner. Da war noch jemand anderes mit im Gespräch und dann ist es so zu dir rüber, weil du in Deutschland die Verantwortung trägst. Dann haben wir so ein bisschen hin und her gemailt. Dann hat es noch eine Zugfahrt mit dem lieben Philipp Groschke, glaube ich, gebraucht. Du erinnerst dich? Ja, mit Philipp eine Zugfahrt machen, das war sehr angenehm, sehr spannend und das war dann auch die letzte Motivation, das dann auch zu tun. Der kann da sehr überzeugend sein. Ja genau, Philipp Groschke, so wie er lebt und lebt. Ja, dann anscheinend 2023 auch viel los bei euch, wenn ich so die letzten News so sehe. BYD mit starker Zwischenbilanz, Absatz nahezu verdoppelt, erstes Halbjahr BYD verdreifacht Gewinn. Ist jetzt alles, glaube ich, Global News eher, aber da ist ja schon wirklich viel los bei euch. Wie würdest du 2023 so beschreiben für dich? Ja, für uns ist es natürlich noch, wir sind noch ganz am Anfang. Wir haben ja die Firma, unsere deutsche Firma Ende letzten Jahres gegründet, haben dann ja gleich zu Beginn Fahrzeuge an SIXT ausgeliefert in relativ großer Stückzahl. Es ging also wirklich turbulent los und wir haben jetzt natürlich die letzten Monate genutzt, unsere Prozesse aufzubauen, auch unsere Gesellschaft in Deutschland aufzubauen, haben viele Themen auf dem Tisch. Jetzt steht ja auch die IAA an, die wir gemeinsam mit BYD vorbereiten. Aber was das ist das Gute, unser Team wächst natürlich auch und damit unsere Durchschlagskraft. Und das ist jetzt schön zu sehen, dass wir eigentlich immer mehr Fraktionen und Beschleunigung aufnehmen und auch immer mehr Themen wirklich umgesetzt bekommen. Also schon wirklich anspruchsvoll, ne? Ja, anspruchsvoll, das wusste man vorher, aber es gibt natürlich immer noch neue Überraschungen, die das dann so mit sich bringt. Und für mich, der da aus dem Großkonzern kommt, sind natürlich schon auch ganz viele Sachen neu. Aber es macht riesen Spaß und man freut sich über die Fortschritte. Ja, dann springen wir auch mal so in das klassische Konzept der Benzingespräche. Wir machen erstmal den Blick in den Rückspiegel, wo wir ein bisschen auf deine Vita schauen, ein bisschen in die Vergangenheit schauen. Und später machen wir das Fernlicht an, gucken mal so in die Zukunft. Blick in den Rückspiegel, dein Werdegang. Du bist ein Baujahr 70, du lebst in Stuttgart, in Stuggart, wie man glaube ich so schön sagt. Gebürtig aus Badenhausen im Harz, Niedersachsen. Du hast ein Studium, Diplom Betriebswirtschaft BA, Economics with Focus on Information Management, 90 bis 1993. Dann beginnt, wenn ich da so mal quer gucke, so ein bisschen die Daimler Ära. Daimler AG, Controlling Specialist, 1993 bis 1995. Manager Network Strategy, Cars and Trucks, 1995 bis 1998. Dann hast du quasi einen Sprung gewagt. Daimler South East Asia, Manager Planning and Controlling, 1998 bis 2000. Section Head and Manager Controlling, Daimler Chrysler Singapur, auch ein spannendes Unterfangen, denke ich mal, 2000 bis 2002. Dann Daimler AG, General Manager Project Sales Organization, 2002 bis 2006. General Manager Retail Network Development, Mercedes-Benz Cars, 2007 bis 2008. Mercedes-Benz Taiwan, da hast du wieder, wie wir im Ruhrgebiet sagen, Ruhr gemacht. Vice President Sales and Marketing, 2008 bis 2012. Dann die Daimler AG wieder schätzungsweise in Stuttgart. Director Own Retail, 2012, 2013. Nee, das war in Kassel. Entschuldigung. Das war im schönen Kassel, ja. Die Zeit muss sein. Dann Head of Region Overseas Mercedes-Benz Vans, 2014 bis 2022. Das war auch in Deutschland oder dann auch in … Das war in Deutschland, 95 Prozent des Teams waren im Ausland, weil ich natürlich für alle Märkte außerhalb von Europa zuständig war. Aber ich habe auch in Stuttgart gesessen. Ah, okay, alles klar. Ja, und dann seit Ende letzten Jahres, seit September 2022 bist du bei Hedin, beziehungsweise verantwortlich für BYD in Deutschland. Ja. Eine wirklich lange Liste von Aufgaben, durchaus eine große Varianz da drin. Allerdings steht da quasi nur eine Marke, Daimler. Knapp 30 Jahre, ich nenne das mal, beim Daimler gewesen. Die Aufgaben klingen zum Teil recht verschieden und auf verschiedenen Kontinenten. Erzähl doch mal so ein bisschen, wie das sich so entwickelt hat, wie das war. Ja, war die Vielfalt und die Abwechslung das Spannende dabei? Na, in Summe war es genauso, wie du sagst. Ich habe eine tolle Zeit gehabt. Das waren jetzt in Summe zehn verschiedene Aufgaben, glaube ich. Auch, weil die Titel teilweise etwas sperrig klingen. Es war so, dass ich im Endeffekt auf allen drei Vertriebsstufen gearbeitet habe. In der Zentrale, auf der Importeurstufe. Eine Zeit in der Niederlassung, dass ich sowohl strategische als auch operative Themen bearbeitet habe. Ich habe auch so gegensätzliche Sachen wie Verantwortung für den Vertrieb und für die Finanzen gemacht. Und so nach dem Warmlaufen, die ersten Funktionen waren so die klassischen Sachbearbeiterfunktionen, die man macht, um einzukommen. Wurde es halt richtig spannend in der Zeit in Singapur, also 1998. Damals hat sich Mercedes mal das Ziel gesetzt, oder Daimler, den Asienfokus zu vergrößern. Und wir haben den Auftrag gehabt, in verschiedenen Märkten, wo es noch unabhängige Generalvertreter gegeben hat, diese zu übernehmen. Also eigene Konzerngesellschaften zu gründen. Das war mein Projekt. Und natürlich so, diese Generalvertreter, die wir da hatten, die haben da viel Geld damit verdient über die Jahre. Und waren mit unserer Idee jetzt nicht so glücklich. Aber wir haben es dann trotzdem hinbekommen, mit denen einen partnerschaftlichen Weg zu finden, der ihnen auch eine Zukunft gegeben hat. Und uns unser Ziel. Und das war so, ja, es war der Beginn meiner Zeit in Asien, mit Asien. Da habe ich sehr früh viel Verantwortung übernehmen dürfen. Und das war eigentlich, würde ich mal sagen, der Einstieg in die spannenden Funktionen, die dann kamen. Danach bin ich wieder zurück und habe viel am Aufbau der Vertriebsorganisationen in China mitgearbeitet, zu dem Zeitpunkt dann entstanden ist. Muss man einfach mal bedenken, damals hat Mercedes in China 2000, 3000 Fahrzeuge verkauft im Jahr. Und wir hatten den Auftrag, die Vertriebsorganisationen zu planen, wie viele Händler braucht man, wie groß müssen die sein. Was dann ein relativ schwieriges Unterfangen ist, wenn man noch nicht so wirklich das gute Gefühl dafür hat, wo das Volumenseite hingehen kann. Und dann, spannendes Thema, wir haben damals dann die Händlermargen, die Händlervergütung mit den Händlern verhandelt. Und damals hat man dann gesagt, ja, ein Prozent Händlermarge hin oder her, das macht jetzt ja nicht den großen Unterschied. Aber wenn man sich das jetzt heute überlegt, wo es dann halt viele hundert Händler sind und, ich weiß jetzt gar nicht, die letzte Zahl, ich glaube 700.000 Pkw, kann man sich überlegen, dass sich das damals wahrscheinlich dann doch belohnt hat, etwas länger zu verhandeln. Das war auch eine super spannende Zeit und ich lasse jetzt mal auch mal was aus. Irgendwann wollte ich dann mal eine operative Verantwortung übernehmen, bin so dann in Taiwan gelandet. Das war eine der Gesellschaften, die ich auch mit dem Partner verhandelt habe. Das war so der Einstieg in die mehr operativen Funktionen. Das hat auch riesen Spaß gehabt, wirklich die gesamte Vertriebsverantwortung für einen Markt zu haben. Das habe ich auch vier Jahre gemacht. Und dann ging es, wie gesagt, nach Kassel, weil ich zu dem Zeitpunkt nicht nach Stuttgart zurück wollte, sondern dieses sehr operative Arbeiten sehr geschätzt habe. Das hat viel Spaß gemacht. Dann habe ich die Niederlassung in Kassel geleitet, das aber nur sehr kurz leider, weil dann eigentlich genau meine Traumstelle in Stuttgart frei wurde, in Verantwortung für den Transportervertrieb im Übersee. Also auch sowohl operativ als auch strategische Verantwortung. Ein globales Team. Und das habe ich dann, wie gesagt, acht Jahre gemacht. Was glaube ich ein Zeichen dafür ist. Sowohl erfolgreich war, als auch Spaß gemacht. Ja, spannend. Ich musste jetzt bei zwei Stationen so ein bisschen schmunzeln. Ich sage mal so, das, was jetzt hier im deutschen Markt passiert mit dem Agenturvertrieb. Und du hast in der Vergangenheit in China und auch schon in Singapur quasi mit Vertriebssystemen gearbeitet und teilweise auch Systeme eingeführt und auch Margen und so verhandelt. Da dürftet ihr doch so auf dem deutschen Markt, was gerade passiert, nicht ganz fremd sein. Also ist nicht genau dasselbe, aber auf jeden Fall gibt es eine Verbindung, schätze ich mal, oder? Wie siehst du das? Ja klar, man hat sich damals auch überlegt, wie hoch sind eigentlich die Kosten, die der Partner hat und wie viel Profit will man ihm zugestehen. Und das war dann in Kombination irgendwann mal die Marge. Und das kann man dann im Detail diskutieren und verhandeln. Ich habe natürlich auch in diesen ganzen Gesprächen immer gemerkt, wie wichtig eigentlich Partner im Vertrieb sind. Insbesondere im Aufbau von der Vertriebsorganisation. Und das ist so ein bisschen was, was ich jetzt auch mitgenommen habe eigentlich in meine jetzige Funktion. Dass man, ich glaube, die Rolle von Händlern, von Partnern in der Vertriebsorganisation einfach nicht unterschätzen sollte. Ja, du sagst es. Wenn ich das so betrachte, habe ich das Gefühl, dass bei einigen Herstellern und Marken, ich habe persönlich das Gefühl, dass da geschaut wird, Mensch, wo ist die Wirtschaftlichkeit bei unseren Partnern im Handel denn groß? Wo können wir denn mal da reingrätschen? Weil es ist ja genug für die, wir wollen mehr. Und das ist in meinem persönlichen Verständnis halt das Grenz so ein bisschen so, mal gucken, wo die Partnerschaft aufhört. Es ist nicht immer so einfach. Ja gut, andererseits ist es glaube ich so, wenn man dann mit den Kollegen spricht, die in der Produktion oder Entwicklung arbeiten. Wenn man dann sieht, wie da oder im Einkauf, wie da um Pfennige und Euros gerungen wird. Dann ist es glaube ich auch nachvollziehbar, dass man sich auch die Vertriebskosten natürlich anschauen muss und da Potenziale identifizieren muss, die die Gesamtprofitabilität dann auch verbessern können. Das kann, das glaube ich ist, das muss man schon, das muss man schon akzeptieren, dass das überall erforderlich ist. Okay, ja auf jeden Fall ein super relevanter Punkt, den ich ehrlich gesagt auch nicht immer präsent habe. Umso schöner auch mal die Meinung, so ich sage so ein bisschen herstellerseitig mal von dir zu hören. Jetzt gehen wir aber weg mal vom Daimler. Du bist nun bei BYD. Mit Blick auf deine Erfahrungen in wirklich vielen unterschiedlichen Bereichen in einer großen Organisation und auch den Erfahrungen in Asien. It’s a match, oder? Auf jeden Fall, also da habe ich das vorhin noch so explizit gesagt, dieser Aufbau der Vertriebsorganisation von Mercedes in China, da gibt es viele Parallelen zu dem, was wir jetzt gerade machen. Es ist spannend, dass auch, sage ich mal, die gleichen Herausforderungen, die glaube ich Mercedes damals hatte, auf dem Weg nach China, die hat jetzt BYD in Deutschland, so dieses Verständnis aufzubauen, wo ist der Markt denn anders, wo sind die Kundenanforderungen anders und das hat glaube ich bei anderen Herstellern auch Zeit gedauert in China, bis man das wirklich verstanden hat, bis man verstanden hat, dass der Hunde halt oder der Entscheider hinten sitzt in der Limousine und dass deshalb der Platz und der Komfort und die Ausstattung hinten wichtiger ist als vorne. Das hat eine Zeit gedauert und genauso ist das jetzt auch andersrum. Es gibt so ein ganz schönes Beispiel, als ich noch bei Mercedes war, haben wir dann in der V-Klasse irgendwann mal die Captain Chairs für die zweite Reihe eingeführt, weil ja vorne der Fahrer sitzt und derjenige, der das Auto kauft, sitzt in der zweiten Reihe und das hat dem Auto dann wirklich nochmal den Boost gegeben. Bei BYD ist es so, da kommt jetzt dann auch irgendwann mal ein Fahrzeug in dem Segment, das Fahrzeug hat die Captain Chairs, kannst du dir jetzt vorstellen, wenn man das in Deutschland einführt, wo in der zweiten Reihe die Kinder sitzen, ist das vielleicht nicht das ideale Konzept. Und das sind genau solche Sachen, dieses Verständnis aufbauen für den Markt, für die Kundenanforderungen, für die unterschiedliche Herangehensweise ans Geschäft und da hilft definitiv die Erfahrung, das auch mal den Kindern gemacht zu haben. Es hilft auch im Umgang mit den chinesischen Partnern, weil man halt an der einen oder anderen Stelle dann auch Analogien herstellen kann und das dann vielleicht ein bisschen glaubwürdiger noch rüberbekommt. Von daher ist das glaube ich kein ganz schlechter Match. Ja auch, ich sag mal, kulturell der Umgang wird wahrscheinlich von Vorteil sein, da einfach Erfahrung zu haben. Ja, das auf jeden Fall. Ich war in Summe dann neun Jahre in Asien. Es war sicherlich immer noch ein bisschen leichter mit Asiaten zusammenzuarbeiten, die irgendwie 30, 40 Jahre Historie mit einem deutschen Konzern haben. Die hatten sich natürlich in vielen Denkweisen dann schon auch ein bisschen angepasst. Das ist jetzt noch mal was anderes bei BYD, weil wir da halt mit ganz vielen Kollegen zusammenarbeiten, die wirklich für die der europäische Markt komplett neu ist. Das ist schon noch mal ein Unterschied, das merkt man. Aber in Summe versteht man so relativ gut, wie die Kollegen ticken und das hilft auf jeden Fall. Ja, sehr schön. Jetzt bist du ja seit September 2022 dabei und leitest das Deutschlandgeschäft. Du hast schon gesagt, das hat noch so ein, wenn man das jetzt so auf einer Zeitachse betrachtet, ist das ein Startup, wenn man so möchte. Was hat dich denn bewogen, wirklich den Daimler zu verlassen und zu BYD zu wechseln? Ja, zum einen das, was ich gesagt hatte, dass das wirklich meine, ja, es war im Endeffekt meine Traumstelle. Gut, es hätte jetzt die gleiche Stelle noch mal bei PKW gegeben, aber in Summe diese globale Verantwortung von ganz operativen Vertriebsthemen über eher strategische Themen, neue Märkte aufzubauen und da ist es dann nicht leicht, was zu finden, was danach wirklich passt, wenn man das achtet. Normalerweise wechselt man ja auch schneller in einem Großkonzern, also wenn man das acht Jahre lang macht, dann hat man es wirklich irgendwann auch ausgereizt und das war so ein bisschen die Motivation, noch mal ganz was anderes zu machen. Das habe ich mir eigentlich auch vor 20 Jahren schon immer mal vorgenommen, zumindest mal den Blick offen zu haben und als ich dann angesprochen wurde, hat mich das schon einfach gereizt, weil es diese, ich kann viel von dem, was ich bisher gemacht habe, einbringen in die Funktion. Das ist nochmal eine echte Herausforderung, auch wie du sagst, dieses Start-up-Thema ist für jemanden, der gewohnt ist, dass es in einem Konzern wirklich für jedes Thema einen Experten und einen Ansprechpartner gibt, durchaus ungewohnt, wenn man nicht diese Sicherheit hat in allen Themen, sondern sich vieles auch noch erarbeiten muss. Aber genau das wollte ich ja auch und das macht riesen Spaß und ist wie gesagt nochmal eine echte Herausforderung. Schön, wenn wir jetzt den Blick mal so ein bisschen, wenn wir den Blick jetzt noch mal so ein bisschen Richtung Unternehmen richten, wie sieht die Entwicklung von BYD in den letzten Jahren aus? Was zeichnet so das Unternehmen aus? Ich glaube, die Tatsache, dass BYD aus der Batterieentwicklung kommt und da ja mal 95 damit angefangen hat, das ist jetzt für uns ein ganz großes Punkt, mit dem wir wuchern können, weil man einfach auch bei den Fahrzeugen merkt, dass da unglaublich viel Know-how drin steckt und auch im Ausblick, meine BYD hat 70.000 Entwickler, man sich noch auf einiges freuen kann, was da in Zukunft kommen wird. Ich glaube, die Entwicklung jetzt in China, die spricht für sich. Diesen schönen Dreisatz, die erste Million Fahrzeuge hat zehn Jahre gedauert, die zweite ein Jahr, die dritte ein halbes Jahr. Jetzt sind irgendwie, ich glaube, im ersten Halbjahr von den zehn meistverkauften Elektrofahrzeugen in China sind sechs von BYD. Also von da ist es in China jetzt echt ein Run und ich glaube, das war dann auch so für BYD, der Auslöser, jetzt mal die Expansion nach Europa anzugehen und da ist meine Wahrnehmung, dass sich jeder bewusst ist, dass das kein Walk in the Park ist, dass das ein schwieriges Marktumfeld ist, ein sehr umkämpftes Marktumfeld, dass auch das Thema Elektromobilität in den unterschiedlichen europäischen Märkten unterschiedlich entwickelt ist. Aber in Summe ist das ein faszinierendes Unternehmen, was es auch sehr spannend macht. Das gibt es ja auch nicht so oft. Das Unternehmen wird immer noch vom Gründer geleitet. Ich habe die Chance gehabt, den Sherman Wang jetzt zweimal zu erleben. Das ist halt schon noch mal was anderes im Vergleich zu einem Konzern, wenn man denjenigen, der die Firma vor 27, 28 Jahren aus dem Nichts aufgebaut hat, dann mal kennenlernen kann und seine Visionen und seine Sicht der Dinge, das unterscheidet es für mich auch noch mal ganz massiv von einem Konzern. Du hast gerade ein paar Eckdaten schon genannt, 95 gegründet, nicht als Automobilhersteller im eigentlichen Sinne, sondern als Batterieproduzent, mit Sicherheit wirklich auch ein Entwicklungsfund, so hast du es genannt. Wie viele Fahrzeuge hat BYD denn, ich sage mal jetzt 23 aktuell oder 22, wenn du da ein paar Zahlen hast, ungefähr verkauft, so eine Größenordnung, also All Over oder Chinamarkt zum Beispiel. Du hast gerade 70.000 Entwickler genannt. Wie viele Menschen arbeiten bei BYD? BYD hat jetzt im ersten Halbjahr 23, 1,25 Millionen Fahrzeuge verkauft, soweit dann, ich glaube, der Juni auch der erste Monat mit mehr als 250.000, sind so über 600.000 Mitarbeiter, gesagt davon 70.000 Entwickler und das ist auch, die Zahl ist auch noch steigend. Ich glaube, man arbeitet aktuell an 40 verschiedenen Fahrzeugprojekten, also es gibt ja nicht nur die Marke BYD, es gibt ja auch noch andere Submarken im Konzern, die jetzt auch noch weiter nach oben positioniert sind. Von daher ist da schon relativ viel auch am Entstehen oder sehr viel. Okay, ja, echt Wahnsinn die Zahlen, wobei man ja auch sagen muss, gerade der Absatz ist jetzt global gesehen. Europa, hast du schon gesagt, ist, ich sage mal, in dem gerade auch Elektrofahrzeugbedarf sehr unterschiedlich. Der deutsche Markt, wie immer, so ein bisschen irgendwie eine Ausnahmestellung, nicht der einfachste. Wie ist so der Stand der Dinge jetzt so speziell bei euch in Deutschland? Ja, wir haben, sag mal so, die Mehrzahl der Fahrzeuge, die wir jetzt zugelassen haben, waren in der Tat die für SIX. Ansonsten wird sehr stark darauf konzentriert, unsere Organisation aufzubauen, die Prozesse aufzubauen. Das ist auch jetzt die After-Sales-Versorgung, Ersatzteil-Versorgung, Training der Mitarbeiter und so weiter. Dass das alles funktioniert, auch im Sinne des Kunden. Aber klar, jetzt ist der Zeiten gekommen, wo wir natürlich dann auch volumenseitig uns entwickeln wollen und die Potenziale dann wirklich auch greifen wollen. Das sieht im Moment auch gut aus. Der Auftragseingang geht in die richtige Richtung. Das Interesse der Kunden nimmt zu. Wir werden jetzt auch nochmal unsere Marketingaktivitäten verstärken, wo jetzt so die Prozesse soweit stehen. Aber klar, wir merken natürlich auch, dass der Markt in Deutschland sich jetzt schneller gedreht hat von mehr Nachfrage als Angebot zur umgekehrten Situation. Dem können wir uns jetzt auch nicht komplett widersetzen. Aber in Summe geht das jetzt in die richtige Richtung. Und ich bin mir sicher, dass wir dann im zweiten Halbjahr jetzt dann auch andere Absatzzahlen sehen werden. Ja, ich habe ja mal eine Frage drin. Da versuche ich das so ein bisschen plastisch zu machen. Eigentlich ist die Frage relativ platt. Wie beschreibst du einem Fremden die BYD-Fahrzeuge? Was macht die besonders? Was macht die begehrenswert? Jemand kennt deine Marke nicht und weiß nicht, wer du bist. Und dann beschreibst du ihm die Fahrzeuge. Ich würde mal sagen, wenn man es ganz platt ausdrückt, würde man sagen, viel Auto fürs Geld. Im Marketing-Term heißt das dann Accessible Premium, erreichbares Premium. Der Anspruch ist, in den großen Segmenten, wir reden jetzt nicht so sehr über Nischen, in den großen Segmenten Produkte anzubieten, die wirklich einen Premium-Anspruch haben. Premium heißt zum einen natürlich die Verarbeitungsqualität. Und das ist auch das, was uns zurückgespiegelt wird von den Kunden, den Ersten, auch von der Presse. Wenn man sich mal in den BYD reinsetzt, merkt man, dass die Verarbeitung wirklich ausgesprochen gut ist. Und dann ist es natürlich die Technologie, wo man die lange Erfahrung aus der Batterieentwicklung merkt. Das ist die bekannte Blade-Batterie, die zum einen sehr sicher ist im Vergleich zu vielen Batterien, was dann auch so das Risiko, dass so eine Batterie mal Feuer fängt, mal abbrennt, deutlich reduziert. Und auch die neue Plattform, die wir da haben, sorgt halt dafür, bei der die Batterie ja integraler Bestandteil der Struktur ist, sorgt dafür, dass das Fahrzeug einfach viel stabiler ist, als vielleicht der ein oder andere Wettbewerb. Also wesentlichen Themen sind die Premium-Qualität und dann aber auch die technologische Kompetenz. Und für viele Leute wahrscheinlich auch noch wichtig, dass es eine sehr nachhaltige Batterie ist, die einfach mal auf viele Schwermetalle verzichtet, die anders wo noch drin sind, wie zum Beispiel Nickel, Cadmium und so weit. Okay, auch sehr spannend. Kommen wir mal so zum Vertrieb. BYD geht da den Weg über einen Importeur, die Hedin Electric Mobility. Warum und wie sieht euer Vertriebsansatz im Detail aus? Wir haben uns entschieden, dass wir mit großen Händlergruppen in Deutschland zusammenarbeiten wollen, aus dem ganz einfachen Grund, dass wir den, dass ich glaube, dass es für eine neue Marke sehr von Vorteil ist, wenn man mit der Vertriebsorganisation Vertrauen beim Kunden schafft. Deshalb haben wir uns gegen einen, sag ich mal, sehr online fokussierten Ansatz entschieden, eher den physischen Ansatz gewählt. Diese sieben Gruppen, bei denen hat jeder ein großes Vertriebsgebiet und fängt jetzt mit sogenannten Pioneer Stores an, jeder ein in der Metropole, also Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und jeder von unseren Partnern wird dann die Region weiterentwickeln mit Verkaufsstandorten und Servicestandorten. Okay, klare Aussage Richtung dem stationären Handel. Finde ich gut. Ja, für uns ist, ich glaube, das Thema Online-Sales ist logischerweise für uns genauso wichtig wie für andere auch. Wir haben jetzt nun mal als Startpunkt uns, wie gesagt, auf den physischen Handel konzentriert, damit wirklich die Kunden die Chance haben, das Auto anzufassen und auch die Menschen kennenzulernen, die sich dann auch um die Wartung der Fahrzeuge kümmern. Aber ich will damit nicht ausschließen, dass das Thema Online bei uns nicht auch mehr Bedeutung bekommt in den nächsten Jahren. Okay, blicken wir auf den Service. Im Fall der Fälle, es geht etwas kaputt, der Klassiker. Wie ist BYD da aufgestellt? Die Händler, eure Partner sind da halt auch die ersten Ansprechpartner und sind auf die Fahrzeuge, ich sage mal, eingeschult. Ja, zuallererst muss man mal sagen, dass glücklicherweise sehr wenig gut geht, wie du sagst. Und da ist natürlich jetzt gerade so, die Erfahrung, die wir da mit den ersten Fahrzeugen bei SIX gemacht haben, ein guter Test, weil der Einsatz als Vermietfahrzeug ist jetzt ein bisschen die Nutzung im Zeitraffer. Und die Erfahrung da des ersten halben Jahres, die war wirklich sehr positiv, das schon mal vorneweg. Ansonsten ist es so, wie du sagst, für den Service sind auch unsere Partner zuständig und es ist natürlich bewusst, dass wir da ein dichteres Netz brauchen als im Verkauf. Von daher arbeiten wir da auch mit Hochdruck dran, unsere Netzdichte zu erhöhen. Ich glaube, wie immer, im Verkauf ist man bereit, auch mal ein bisschen länger zu fahren, ein neues Auto zu kaufen. Alle paar Jahre im Service müssen wir da dichter rankommen an die Kunden, da arbeiten wir dran. Der große Vorteil, den wir haben, ist, dass wir eine sehr gut ausgebaute Ersatzteillogistik zum Beispiel haben. Da hat unsere Muttergesellschaft, die Ideen Mobility Group, mal die ehemalige Saab-Ersatzteillogistik übernommen, sodass wir da, sag ich mal, ein weltumspannendes Netz haben, auf dem wir auch jetzt für uns aufsetzen können. Und was wir natürlich auch haben, ist, wenn es dann mal zu einer Panne kommt, gibt es… Wie anderswo bei uns auch ein Mobilitätsversprechen, was den Kunden mobil hält, so dass wir, würde ich mal sagen, gut aufgestellt sind, aber natürlich auch wissen, dass wir da jetzt im Service noch besser werden müssen, noch dichter werden müssen, noch dichter an den Kunden ankommen müssen. Okay. Ja, jetzt nehmen wir mal den Blick aus dem Rückspiegel. Haben wir genug nach hinten geschaut, jetzt gucken wir mal nach vorne, machen das Fernlicht an. Was sind denn eure Ziele? Ich las mittelfristig fünf bis zehn Prozent im Elektrosegment in Deutschland. Da kommt dann immer die erste Frage zurück, was heißt mittelfristig? Die Aussage habe ich von euch mehr oder weniger, also habe ich in der Presse gelesen. Da legen wir uns nicht fest, weil in der Tat jetzt der Fokus auch bei BYD darauf liegt, wirklich die Vertriebsorganisation so aufzubauen, dass sie dann auch wirklich performt. Diese fünf bis zehn Prozent im Elektrosegment sind unser mittelfristiges Ziel. Das halte ich auch für sehr realistisch, wird natürlich dann auch unterstützt durch die zusätzlichen Produkte, die noch kommen werden. Wir haben im Moment ja drei Baureihen, die nächsten drei sind jetzt auf dem Weg, werden bei der IAA vorgestellt und das sollte dann natürlich auch unsere Volumenpotenziale deutlich vergrößern. Okay, aber schon ambitioniert und wenn ich es so raushöre, erstmal die Vertriebsstruktur sauber hinstellen und dann wirklich nachhaltig Gas geben. Genau, so sieht es aus. Es ist ja auch so, dass wir logischerweise neben dem Endkundengeschäft über den Retail auch im Flottenbereich aktiv sind, da viele Gespräche führen. Ist ja auch ein großes Potenzial. Es gibt so viele Unternehmen, die sich vornehmen, ihre Flotten zu elektrifizieren über die nächsten Jahre. Aber das ist auch in Deutschland ja ein Thema, was nicht von heute auf morgen passieren wird. Das sind dann sehr langfristig angelegte Gespräche, wo ich mir sicher bin, dass wir da in den nächsten Monaten auch die ein oder andere Erfolgsmeldung verkünden können. Aber auch das unterstützt natürlich diesen Anspruch der fünf bis zehn Prozent. Okay. Ja, bis hierhin schon mal vielen Dank, lieber Lars. Ich habe jetzt so den Abbinder quasi. Ich habe Abschlussfragen und da habe ich so drei Stichworte einfach mal so vorbereitet und da würde ich dich mal so um relativ kurze Antwort mit deiner persönlichen Meinung, so ein bisschen Augenmerk deutscher Markt mal bitten, da was zu sagen. Und zwar Digitalisierung. Ja, ich glaube, das ist ein im Vertrieb ein unglaubliches wichtiges Thema, weil man natürlich alleine mal die Offline-Welt und die Online-Welt miteinander verknüpfen muss. Das sind ja die alten Geschichten, wenn der Kunde online sein Fahrzeug konfiguriert, dann ins Auto raus geht und wieder von vorne anfangen muss. Das sind so die einfachen Sachen. Auch ein Thema wie Big Data bietet natürlich große Potenziale für uns. Aber ich glaube, dass es noch ganz viele Basics gibt bei der Digitalisierung, die man erstmal hinbekommen muss. Eine unserer größten Herausforderungen gerade ist, in Stuttgart ein Auto zuzulassen. Solche Prozesse sind zum Beispiel noch nicht digitalisiert. Das ist jetzt nicht aus der Hand. Aber das zeigt, dass wir manchmal nicht so sehr über die ganz großen Digitalisierungsthemen sprechen sollten, sondern einfach mal die Basics hinbekommen. Dann wären wir alle, glaube ich, schon ein Stück weiter. Grüße gehen raus an die Zulassungsstellen. Und da habe ich letztens auch, Kroschke ist natürlich auch echt hinterher, digitale Zulassung. Und also die Prozesse und Co. habe ich gelernt, sind technologisch da. Aber der letzte Meter in den Zulassungsstellen, der ist nicht so, da muss man noch schauen, wie es sich entwickelt. Der Philipp ist da auch wirklich sehr hilfreich und unterstützt uns auch. Also wie du sagst, das ist glaube ich nicht der Engpass. Aber in Summe ist das schon, muss man leider so sagen, ein ziemliches Trauerspiel. Okay, haken wir das dann damit ab. Kurze Einschätzung zum Stichwort Agenturmodell. Das sehe ich auch mit meiner Konzernhistorie hundertprozentig genauso. Ich glaube halt, dass man nach wie vor starke Partner im Retail braucht, weil das Autoverkauf dann doch noch was anderes ist als manches andere Geschäftsmodell. Von daher glaube ich an das Agenturmodell ohne Zweifel, sehe aber auch die Herausforderung auf dem Weg, das dann wirklich professionell für alle Beteiligten darzustellen. Okay, dann haben wir jetzt noch ein Stichwort und zwar Antriebskonzepte. Ja, das ist ein spannendes Thema, weil ich finde das jetzt, wo für alle Player klar ist, dass die Richtung ganz klar in die Elektrifizierung geht, sieht man, was dann noch möglich ist. Was auch so an Themen, die vielleicht den einen oder anderen noch davon abhalten, Reichweite, Ladegeschwindigkeit, wie die Entwicklung da voranschreitet. Deshalb glaube ich ganz stark an die Elektromobilität und bin mir sicher, dass das in einigen Jahren so wettbewerbsfähig sein wird, dass auch der Letzte den Verbrenner stehen lassen wird. Okay, ich bin gespannt, was bei mir passiert. Bist du noch nicht so weit? Ich bin noch nicht so richtig weit. Also ich habe natürlich ein paar Erfahrungen gemacht mit Elektrofahrzeugen. Ich muss gestehen, noch nicht umfassend genug. Also ich denke jedes Mal, ich habe ja neben dir auch mit einigen anderen Vertretern von anderen Marken gesprochen, die auch fast ausschließlich Elektroautos bauen und jedes Mal denke ich mir, du musst noch mit den Leuten sprechen, dass du mit den Fahrzeugen auf jeden Fall mal Erfahrung sammelst in der Breite. Irgendwie gelingt mir das nicht so richtig. Da sprechen wir aber vielleicht nochmal separat drüber. Ja, aber das kannst du dir vorstellen, dass ich mit meiner Historie, dass das für mich auch ein Weg war, aber ich bin mittlerweile sicher, dass das nicht der Fall ist. Ja, okay. Dann kommen wir jetzt zur klassischen Abschlussfrage bei den Benzingesprächen. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Also wirklich reinsetzen, vielleicht ein Kommando geben, fahre mich dort und dorthin und dann kümmerst du dich um nichts weiter? In Deutschland? Ich glaube, dass das in dem Erprobungsumfang nicht mehr so lange dauern wird. Da gibt es ja auch schon die ersten Anwendungen, sowohl für Personen als auch für Güter. Ich glaube aber, dass es, bis es sich wirklich durchsetzt und in den Alltag einzieht, zu einem Zeitpunkt kommen wird, wo ich vielleicht froh bin, wenn noch ein Auto für mich fährt. Im Moment fahre ich gerne noch selber. Also ich glaube nicht, dass das vor 2040, 2050 sich dann wirklich so durchsetzt, dass ich aus dem Haus gehen kann und das Auto fährt mich dahin, wo ich hin möchte. So schnell wird das glaube ich nicht gehen. Sehr schön. Vielen Dank für, ich musste auch nicht nachfragen, dass es eine konkrete Zahl wird. Da muss ich teilweise bei meinen Gästen so ein bisschen drum kämpfen. Die sagen, ja, das wird noch ein paar Jahrzehnte dauern. Nein, gib mir was mal konkreter, was du glaubst. Vielen Dank dafür. Sehr gerne, Tim. Ja, Lars, dann sind wir mit dem Podcast für heute hier durch. Ganz herzlichen Dank nochmal, dass du dir die Zeit genommen hast, dass wir sprechen konnten. Und ja, dann bin ich gespannt, wie ihr euch entwickelt. Und ja, wir sagen Tschüss für heute, oder? Ja, vielen Dank dir. Hat viel Spaß gemacht. Tschüss. Tschüss, macht’s gut da draußen. Bis bald.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.