Einleitung

In der neuesten Episode des Podcasts „Benzingespräche“ begrüßt Tim Klötzing einen besonderen Gast: Benjamin David, einen erfahrenen Unternehmer in der Sportwagenbranche. Mit über 20 Jahren Erfahrung teilt Benjamin seine einzigartige Reise vom Porsche-Verkäufer zum erfolgreichen Inhaber von David Feines Sportscars.

Der Weg zum Automobilkaufmann

Benjamin David begann seine Karriere mit einer Ausbildung zum Automobilkaufmann bei Opel Dello. Diese Zeit prägte ihn nachhaltig und weckte seine Leidenschaft für den Automobilhandel. Besonders das Jahr 2009, das Jahr der Abwrackprämie, blieb ihm in Erinnerung, da es ihm die Möglichkeit bot, aktiv im Verkauf mitzuarbeiten und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Erfahrungen bei Porsche

Nach seiner Ausbildung wechselte Benjamin zu Auto Wichert und später zu Porsche, wo er seine Leidenschaft für Sportwagen weiter vertiefte. Er beschreibt seine Zeit bei Porsche als einen erfüllten Traum, der ihm jedoch auch die Grenzen eines angestellten Verkäufers aufzeigte. Der Wandel in der Unternehmensführung und die eingeschränkten Möglichkeiten, Kunden mit klassischen Modellen zu bedienen, führten schließlich zu seinem Entschluss, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die Gründung von David Feines Sportscars

Mit der Gründung von David Feines Sportscars im Jahr 2016 verwirklichte Benjamin seinen Traum von einem eigenen Sportwagenhandel. Trotz anfänglicher Herausforderungen, wie dem Ende des Hypes um klassische Modelle, gelang es ihm, ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu etablieren. Sein Konzept basiert auf der Freiheit, Fahrzeuge unabhängig von Markenverträgen zu handeln und Kunden individuell zu beraten.

Ein einzigartiges Geschäftsmodell

Benjamin David hat ein Geschäftsmodell entwickelt, das sich auf den Handel mit hochwertigen Sportwagen und Klassikern konzentriert. Er bietet seinen Kunden nicht nur den Verkauf, sondern auch die Möglichkeit, Fahrzeuge auf Kommission zu handeln. Diese Flexibilität und der persönliche Kundenkontakt sind zentrale Bestandteile seines Erfolgs.

Fazit

Die Geschichte von Benjamin David zeigt, wie Leidenschaft und Entschlossenheit zu einer erfolgreichen Karriere im Automobilhandel führen können. Sein Weg vom Porsche-Verkäufer zum Unternehmer ist inspirierend und bietet wertvolle Einblicke für alle, die in der Automobilbranche tätig sind oder es werden möchten.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Karriereweg von Benjamin David
  • Erfahrungen im Automobilhandel
  • Gründung von David Feines Sportscars
  • Herausforderungen im Sportwagenhandel
  • Erfolgsstrategien für Unternehmer

Key Takeaways:

  • Die Bedeutung von Leidenschaft im Beruf
  • Wie man Herausforderungen im Handel meistert
  • Vorteile eines unabhängigen Geschäftsmodells
  • Die Rolle von persönlichem Kundenkontakt
  • Die Entwicklung der Sportwagenbranche
  • Wertvolle Erfahrungen aus der Automobilbranche
  • Tipps für angehende Unternehmer

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Benzingespräche. Der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Dieser Podcast wird präsentiert von Jaretto, dem Finanzierungsexperten für den Kfz-Handel. Auf jaretto.de könnt ihr als Autohändler schnell und einfach Autokredite und Leasingkonditionen für eure Kunden vergleichen, anfragen und abschließen. Und das mit Top-Zinskonditionen. Euer Vorteil, sekundenschneller transparenter Vergleich, eine einheitliche Antragstrecke und vieles mehr. Mit über zehn Banken für Absatzfinanzierungen holt ihr einfach mehr für euch und eure Kunden raus. jaretto.de Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen und heute mit einem spannenden Gast, der gut 20 Jahre Erfahrung in der sportlichen Automobilbranche mit sich bringt. Herzlich willkommen, Benjamin David. Hallo. Hallo, vielen Dank. Vielen Dank für die Einladung. Ja, vielen Dank die Einladung, dass ich hier sein darf. Sehr eindrucksvoll. Ich habe ja sowieso ein kleines, großes Herzchen für Sportwagen. Wo darf ich denn heute Abend hier schlafen eigentlich? Ich bleibe einfach hier. Ja, das ist natürlich eine sehr gute Frage. Wir haben den passenden Schalensitz mit anschließendem Haltungsschaden. Wir haben aber auch die Möglichkeit, vielleicht hinten auf der Rücksitzbank von einer G-Klasse zu nächtigen. Das wäre wahrscheinlich das Vernünftigste. Schon eher. Ja, ein bisschen kann man es raushören. Wir sind im schönen Hamburg. Ja, moin. Ja, das stimmt. Das Wetter spielt mit. Wir haben heute alle Grau-Facetten gehabt mit Regen. Aus allen Richtungen. Aus allen Richtungen. Von oben, von unten, von der Seite. Tatsächlich ja. Ja, was soll man sagen? So ist das hier. Ja, erstmal danke für deine Zeit und wie gesagt das Ambiente, was wir hier haben und deiner beruflichen Heimat und der Location. Da wird feines Sportscar. Genau. Sportwagen ziehe mich ja wirklich total an und den Autohandel habe ich ja so im Visier, sage ich mal. Und da schaue ich natürlich immer so ein bisschen so, was ist denn mit dem Handel mit Sportwagen? Weil das ist bei manchen großen Händlern gibt es dann auch die Marke Porsche, im Porsche-Center. Da habe ich immer so den Eindruck, das ist irgendwie so ein Portfolio, sage ich mal. Und ja, bei dir ist das nicht irgendwie, du bist Vertreter von Porsche oder von einer anderen Sportwagenmarke, sondern du hast hier ein etwas anderes Konzept, auf das wir so zu sprechen kommen wollen. Und da bist du schon länger auf meinem Radar. Vielen Dank. Und sehr guten Wunsch, Kandidat. Da wollen wir heute mal drüber sprechen. Ja, also wir sind frei, das stimmt. Hat, wie so oft im Leben, Vor- und Nachteile. Im Moment, glaube ich, eher Vorteile als Nachteile. Vor zwei Jahren hätte ich gedacht, Mensch, ein Porsche-Vertrag mit Leasingrückläufern und dementsprechende Erträge, die hätte ich auch gerne. Die haben wir so nicht. Wir müssen, um ein Auto zu verkaufen, in der Regel vorher noch eine Transaktion getätigt haben, nämlich das Auto einzukaufen oder, was wir eben auch gerne machen, auf Kommission bei uns in den Laden zu stellen. Und das sorgt natürlich dafür, wir drücken nicht auf den Knopf und bestellen, so wie das eben üblich ist, sondern wir kümmern uns, sprechen mit den Kunden und das ist natürlich auch immer wieder spannend, aber kann eben auch bedeuten, dass so ein Auto, das man gerne haben möchte, dann auch schon ein bisschen länger in der Verhandlung ist oder in der Schwebe ist, bis wir den dann auch bekommen. Vor- und Nachteile. Bevor wir jetzt so auf noch viel mehr Details, die uns interessieren, eingehen, erstmal so klassisch den Blick in den Rückspiegel, das so ein bisschen das Konzept, die Klammer in dem Podcast. Dein Werdegang bis zum Baujahr 1988, du bist geboren um die Ecke hier quasi in Lüneburg und lebst in Hamburg. Du hast eine Ausbildung gemacht bei Dello, hast du mir gesagt, Automobilkaufmann 2006 bis 2009, dann Verkaufsberater bei Auto Wichert von 2009 bis 2013, dann Verkaufsberater Porsche die Gelassung Hamburg 2013 bis 2016 und ja im Endeffekt 2016 bis heute bist du dein eigener Herr im Hause hier bei David Feines Sportscars. Ja und was ich mir natürlich noch aufgeschrieben habe, begeisterter Sportwagen, Klassik, Fahrzeugkenner, du hast eine Rennlizenz, hast du mir gerade noch gesagt. Was war das? International D. Okay, way to go. Also du, ja, okay, kann man alles ganz gut zuordnen, dass du weißt, was du hier tust, wenn man sich umguckt? Ja, also das ist so entstanden. Ich habe klassisch in der 11. Klasse ein Praktikum gemacht bei Opel Dello und das hat mir einfach sehr gut gefallen und dann habe ich gedacht, nach der Schule muss ich da mal hin und habe dann eben die Chance bekommen, die Ausbildung zum Automobilkaufmann zu machen. Das war auch zu dem Zeitpunkt noch so, dass man eher Mehrbewerbung geschrieben hat als heute und auch froh war, wenn man dann eingeladen worden ist. Ja und so hat sich das ergeben, dass ich dann dort zum Automobilkaufmann ausgebildet worden bin und das Jahr 2009 blieb mir wirklich oder ist mir gut in Erinnerung geblieben, weil es handelte sich hierbei um das Abfragjahr. Zuerst ging nicht viel oder eben gar nichts und dann überschlugen sich die Ereignisse und das hat mir sehr gut gefallen. Wir haben viele Autos verkauft und es wurde jeder gebraucht, auch der Azubi aus dem dritten Lehrjahr und ich habe dann im Gebrauchtwagencontainer gesessen, die gab es zu dem Zeitpunkt noch und durfte dann gebrauchte Autos verkaufen oder eben auch mal bei den Neuen mithelfen und das hat mich eigentlich sehr, sehr angefixt und auch begeistert, dass ich gesagt habe, ich möchte unbedingt dieser Branche treu bleiben. Ja und nach der Ausbildung ging ich davon aus, dass ich vielleicht studiere. Das war so mein Ziel. Dello hat mich als Verkäufer bzw. als Azubi nicht übernommen. Das war so deren Politik in dem Moment oder ich wurde eben nur nicht übernommen. Andere vielleicht schon. Dann habe ich aber gedacht, Mensch eine Bewerbung kannst du schreiben, weil ich bin da regelmäßig dran vorbeigefahren. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch in Lüneburg gewohnt und habe gedacht, ich kann mich ja mal bei Junge bewerben, VW und Audi. Zu dem Zeitpunkt war das aber schon der Wechsel zwischen oder von Junge zu Wichert und dann habe ich das mal so ein bisschen gegoogelt zu dem Zeitpunkt und habe das verstanden und dann rief ich dort an und habe gefragt, wie sieht es denn aus, bildet ihr aus zum Juniorverkäufer und da hieß es, ja wie spontan ich denn sei. Was man eben so sagt zu dem Zeitpunkt 2009 oder hätte man es vielleicht anders formuliert. Zu dem Zeitpunkt habe ich gesagt, ja klar, ich bin superspontan und dann sagte mir dann mein aus der Sicht betrachtet zukünftiger Verkaufsleiter, ja dann morgen 15 Uhr. So, ich hatte meinen Lebenslauf noch nicht fertig, ich hatte, war nicht beim Friseur, ich hatte kein Passbild. Ich musste dann erstmal direkt loslegen und hatte dann erstmal Stress. Ich bin dann, nachdem ich das alles geregelt habe mit meinem Opel Manta, den ich zu dem Zeitpunkt hatte, ja gelb, schwarze Motorhaube, Vogtschwanz, ich habe alles mitgenommen und nichts ausgelassen, was man so macht. Ja, bin dann nach Hamburg gefahren, habe mir von meiner zu dem Zeitpunkt damaligen Freundin, deren Eltern so ein TomTom geliehen. So, das war auch alles nicht so einfach mit dem Manta. Ich habe es dann irgendwie hinbekommen und dann hieß es, ja passt soweit, wir müssen hier noch dieses Assessment Center bestehen. Also nicht jetzt in dem Moment. Das habe ich dann hinbekommen, war jetzt auch nicht so schwer und dann habe ich da meine Juniorverkäufer Ausbildung gemacht. Ja, dann habe ich viel Gas gegeben, weil mir das auch sehr viel Spaß bereitet hat. Habe dann die Chance bekommen, in der Hohen Luftchaussee, das ist ein ganz kleiner Betrieb, der über eine andere Händlernummer Neuwagen verkauft hat, VW und auch ein bisschen Audi zu verkaufen. Und ja, dann bin ich von dort zu Porsche über den Headhunter. So, Step for Step. Und Porsche hast du einige Jahre gemacht, hast aber dann ja irgendwann überlegt, so ich mache mein eigenes Unternehmen, ich habe da vielleicht was vor Augen, ich habe mein eigenes Konzept. Da würde mich natürlich echt interessieren, was ist dein Konzept hier in deinem Unternehmen? Ja, also für mich große Freude. Der Traum ging in Erfüllung, mit 24 bei Porsche arbeiten zu dürfen. Ich hätte das wahrscheinlich auch kostenlos gemacht. Also da ging wirklich ein Traum in Erfüllung. Leidenschaft, wenn ich daran denke, ja, war wirklich toll und besonders. Das änderte sich aber auch so ein bisschen, muss ich sagen. Also die ersten anderthalb bis zwei Jahre haben mir sehr gut gefallen. Dann gab es in Hamburg einen Führungswechsel, eine Verkaufsleiterin kam, ein neuer Geschäftsführer kam und dann habe ich festgestellt, okay, das ist nicht so die Art und Weise, hier fühle ich mich nicht mehr so richtig wohl. Und habe parallel dazu festgestellt, dass wir ganz viele Kunden einfach nicht mehr bedienen. Wenn jemand ein top gepflegtes 993 Coupé zum Beispiel zu dem Zeitpunkt vorgeführt hat und gesagt hat, ich würde den so gerne hier verkaufen und ihr macht ja auch was mit Klassikern, dann haben wir eigentlich gesagt, wäre schön, lieber Kunde, durch die Blume, wenn du ihn wieder mit nimmst. Krass. Ja, das war krass, zumal wir diese Veranstaltung ins Leben gerufen haben, der Aircool Classic. Also diese Veranstaltung erfreut sich größter Beliebtheit. Luftgekühlte Porsche, also im Prinzip bis 993, 1998, das sind dann so die Autos, die dann eben dort bewegt werden und haben immer einen mega Zuspruch gehabt. Und ich fand das ganz toll und habe gedacht, naja, eigentlich haben diese Autos ja nicht so eine richtige Heimat. Und wenn man jetzt frei ist in der Gestaltung und diese Autos eben gut vermarktet, da freuen sich eigentlich alle. Zumal es 2015 und 2016, 2014 kündigte sich das schon an, diesen Hype gab das erste Mal, als so die Welt am Sonntag schrieb, Invest Garagengold. So, dann war das so kommuniziert und das war auch der Zeitpunkt, als wir den 991.1 GT3 RS so viel verkauft haben wie noch nie. Also das war, normalerweise war so ein GT3 RS was ganz Seltenes und Besonderes, was immer hieß, Rennwagen mit Straßenzulassung, braucht keiner. Und zu dem Zeitpunkt wollten alle so ein Auto haben. Oder auch der 9FR, der 918 Spyder, das schoss alles gerade so durch die Decke. Und ich habe gedacht, Mensch, das kann ich auch vielleicht. Vielleicht kann ich da ja auch so ein bisschen mitmachen. Und dann hast du dich selbstständig gemacht und hast mal angefangen. Ja, cool. Und habe vorher schon Gespräche geführt und habe gefragt, wer wird mich denn begleiten bei dieser Idee. Und da habe ich viel Zuspruch bekommen und da hieß es, wenn du das machst, wir unterstützen dich. Und jetzt kann ich dir eins sagen, Tim, es kam dann ganz anders. Es kam ganz anders. Ich habe im Dezember 16 habe ich den Laden schon, den ersten kleinen Laden, eingeräumt in der Nähe vom Porsche Zentrum zu dem Zeitpunkt noch. Sowohl wir als auch das Porsche Zentrum sind umgezogen. Wir sind nicht mehr in der Eifelstraße. Das war aber so mein erster Laden in der Selbstständigkeit und ich habe zwei Autos da reingestellt und habe dann mal mit dem Handy das Festnetz angerufen und andersrum, weil ich gedacht habe, ich habe vielleicht die Telefonrechnung nicht bezahlt, weil keiner anrief. So, und kurz um der Hype war vorbei. Das kündigte sich schon im Herbst 16 an, das habe ich nicht gesehen. Und ja, die Leute, die mir gesagt haben, Mensch, ich setze auf dich, ganz toll, die kamen mit meinem Nachfolger auch ganz gut zurecht. So, und das führte dann eben dazu, dass die ersten zwei Jahre der Selbstständigkeit, ganz offen und ehrlich, mehr als anspruchsvoll waren. Mehr als anspruchsvoll. Also bei Nachgründung sofort die harte Schule. Die harte Schule, weil zu dem Zeitpunkt Gutachten extrem hoch, noch aus den Jahren davor, und der eindiefernde Kunde sagte, Mensch, laut Gutachten 100, die hätte ich schon ganz gern. Und der Markt war dann dazu bereit 60, 65, vielleicht 70.000 Euro zu bezahlen. So, und dieses Delta zu argumentieren, superschwer. Superschwer. Und viele schlechte Autos am Markt, zu dem Zeitpunkt haben viele Kunden ihre Autos aus Holland oder aus Belgien bezogen, die ursprünglich aus den USA kommen. Da war ganz viel, leider, Mist im Markt. Das musste sich auch erst mal so ein bisschen nebulieren und auch erst mal geguckt werden, was fangen wir jetzt mit den Autos an. Teilweise riesig Wartungsstau, teilweise verrostet. Und da musste ich erst mal so ein bisschen meinen Weg finden, ja. Wahnsinn. Du hast dich natürlich so über den vorberuflichen Werdegang mit Porsche natürlich ganz wohl gefühlt. Wir sitzen hier heute an einem Standort, der nicht der erste Standort war offensichtlich, wenn du sagst, du hast eingeräumt und hast zwei Fahrzeuge gehabt. Dazwischen, es gab, das ist der dritte Standort jetzt hier. Genau, richtig. Gab noch einen dazwischen, aber lass uns mal direkt auf den hier springen, weil dann ist der Sprung umso imposanter. Seit wann bist du hier und sag mal, wo wir hier sitzen? Also, wir sitzen am Friedrich-Eberdamm, direkt gegenüber von der Mercedes-Benz-Niederlassung, neben der BMW-Niederlassung und neben Hyundai. So, wir sitzen hier seit circa dreieinhalb Jahren. Mitten zur Corona-Zeit haben wir uns getraut, dieses Audi-Zentrum nach Neustar CI anzumieten. Das ist der Punkt. Genau. Also, ich bin erst mal so ein bisschen baff nach wie vor. War das nicht eines der ersten Audi-Zentren nach neuem CI auch in Deutschland? Ja. Wie kann das dann sein, dass das binnen von gefühlt Wochen frei steht? Also, das ist ja Wahnsinn und du das dann abgrenzt. Also, wir haben innerhalb von oder wir nicht, aber dieser Standort hat innerhalb von kürzester Zeit zwei Insolvenzen hingelegt. Es war zuerst einmal Willi Tietke und nicht mal zwölf Monate später Otto Wichert. So, Otto Wichert, dort habe ich ja gearbeitet, absoluter Big Player, riesengroß geworden, auch in den, waren knapp 30 Jahre am Start in Hamburg, Audi und VW, dann auch Skoda und extrem gutes Großkundenleistungszentrum, im Übrigen auch wie Willi Tietke. Aber da kam eben das eine zum anderen, diese Diesel-Abgas-Skandal hin und her und ja, dann stand das frei und dann haben wir uns getraut, das hier einfach mal anzumieten und schon ziemlich verrückt, muss man einfach mal so sagen. Das ist ein Unternehmer-Denke, ziemlich verrückt, Respekt, cool. Ja, war auch nicht so, dass man gesagt hat, man zieht hier ein und das war es dann, sondern der hintere Teil war schon abgetrennt, das heißt unsere Werkstatt heute ist das ehemalige Kleinteile-Lager von Otto Wichert beziehungsweise Willi Tietke, das mussten wir dann erstmal umbauen. Es war auch nicht so einfach mit den Gewerken, weil wenn man sagt, man würde so gerne hier eine Werkstatt installieren, dann bekommt man erstmal zu hören, warum es alles nicht funktioniert. Ja, ich bin dann als Bauminister hier aufgetreten, habe dann mit allen Damen und Herren gesprochen und habe gesagt, das wäre so toll, wenn wir das hier hinbekommen. Schlussendlich haben wir das hinbekommen und am 1.10.2020 haben wir hier operativ gestartet am Friedrich-Eberdamm. Krass, also ich bin echt wirklich beeindruckt. Wir können hier so in den relativ groß dimensionierten Showroom blicken und der ist voll. Also es ist wirklich Wahnsinn, welche Vielzahl an Fahrzeugen hier stehen und das ist ja nun mal hauptsächlich, sagen wir mal, zwei Gattungen. Sportwagen, Sportwagen, Supersportwagen, Luxussegment. Ja. Und hast du gerade so vor Augen, wie viele Fahrzeuge hier im Moment stehen? Also die Werkstatt, Storage und Verkaufsfahrzeuge, wir sind so bei 120 bis 130 Autos, tippe ich aktuell. Und jedes Auto hat ja bei uns eine Geschichte und auch eine Herausforderung. Sei es nun der Verkauf, dass wir das Auto gerne verkaufen möchten oder dass wir es reparieren möchten oder der Kunde möchte, dass wir es reparieren oder Folierung, das machen wir auch, also die typische Steinschlagschutzfolierung, Keramikversiegelung oder eben auch, weil Hamburg Großstadt, wenig Platz, Einlagerung von Fahrzeugen und da platzen wir tatsächlich gerade aus den Nähten und was mich auch sehr freut, aber abends ist Tetris angesagt. Also das sieht dann manchmal schon ziemlich wild aus. Ich habe es vorhin ja auch schon mitgekriegt, wo deine Mitarbeiter wirklich im Millimeterbereich hier Fahrzeuge rumrangieren. Das ist schon echt krass. Das ist sehr beeindruckend natürlich. Wenn du so ein bisschen zurückblickst, was waren denn so die, ich sage mal, die spannendsten Erlebnisse oder vielleicht die interessantesten Learnings? Das hast du glaube ich schon gesagt. Die Leute, die, hey mach mal, ich bin bei dir. Das muss nicht so sein. Nee, also ich glaube, du lernst sehr viel in solchen Situationen über andere und noch viel mehr über sich selbst. Und ich kann nur sagen, was mir geholfen hat, was auch genau an dieses Thema anschließt, ist eigentlich die Spezialisierung. Ich habe mir dann die Frage gestellt, wie kann ich das denn schaffen, auf mich aufmerksam zu machen? Was kann ich tun, um wirklich vielleicht auch eine Rolle zu spielen in dieser doch sehr kleinen Sportwagenwelt am Ende? Und habe dann durch Zufall zwei Autos bekommen vom 991.2 GT3 Touring in Sonderfarbe, also PTS, Pay to Sample. Und dann schrieben Firmen und Freunde von mir, also dann befreundete Kunden, Mensch, wenn du so ein Auto verkaufen willst, musst du zu Benjamin gehen. Und das haben wir dann auch so gemacht. Ich habe dann recht viele GT3 Touring in allen möglichen Sonderfarben bekommen. Alex Grau, Schiefer Grau ist natürlich der Klassiker, das ist die Steve McQueen Farbe, aber auch Rivera Blau, da war alles mit dabei, die wildesten Grüntöne. Und dann hatte ich irgendwann den Ruf, also ist ja klar, wenn Sonderfarbe, dann musst du den Wagen über David feines Sportsgras verkaufen. Ja, und dann hatte ich Leute aus dem gesamten Bundesgebiet, die anriefen und sagten, ja, du bist ja der, der die Touring verkauft. Ja, klar, der bin ich. Und dann hatte ich mein Sortiment innerhalb von kürzester Zeit komplett gedreht. Ich hatte dann irgendwie immer so zwischen 10 und 15 GT3 Touring und das wurde immer wilder und immer bunter und immer mehr Nähte und immer verrückteres Leder. Und dann konnte ich tatsächlich den Preis diktieren. Das war so, weil die Leute gesagt haben, na ja, also der kennt sich ja offenbar aus. So, und dann ging das los. Und dann habe ich den ersten Mitarbeiter eingestellt und dann platzten wir auch in dem kleinen Laden aus allen Nähten. Und dann war die logische Schlussfolgerung für mich zu sagen, wir müssen umziehen, sonst wird das hier nichts mehr. Und so kam das dann. Geil. Also wie sowas so entsteht, ne? Ja. Also das ist ja totaler Irrsinn. Jetzt hast du schon so Netzwerk, wie das so kommt, Reichweite, man wird so empfohlen. Ich habe bei euch immer so ein bisschen mitbekommen in den vergangenen Jahren, dass ihr überregional irgendwie medial vertreten war. Ich glaube, du warst auch in der Autobild mal drin, meine ich, gelesen zu haben. Und ich habe dich immer so in Medien hier und da wahrgenommen, wo ich dachte, wie schafft das denn ein freier Sportwagen? Ich verkürze mal Sportwagen, Luxushändler. Wie schafft der das in der Autobild? Mit welcher Story? Wie kommen die Connections? Wie ist das passiert? Oder war das dein Plan? Also nimm das mal mit. Also im Grunde ist es ja so, dass positive Aufmerksamkeit immer gut ist. Und wir haben dem einen oder anderen Journalisten in der Vergangenheit auch schon mal ein Auto verkaufen dürfen. Und das hat natürlich dann auch geholfen, dass die dann gesagt haben, wollt ihr nicht mal? Ich habe gesagt, klar, gerne, wenn wir die Chance haben, immer. Ja, die brauchen ja auch Content für ihr Heftchen, ne? Genau. Sehr schön. Wie geht ihr sonst, ich bin Marketer im Herzen, also das ist ja so meins, wie geht ihr sonst marketingtechnisch vor? Also mit so einem Segment, wie reichst du da, Bestandskunden ist ja eine Sache, aber auch neue Kunden, wie läuft das hier? Also ich glaube, ganz wichtig ist es, dass man auf Trends setzt, dass man schaut, was können wir tun, um eben diese Nahbarkeit eben auch zu gewährleisten. Und für uns ist Instagram sehr wichtig. Also das schaffen wir, glaube ich, ganz gut dort, eine Art Storytelling vernünftig zu transportieren, dass die Leute, wenn sie Lust haben, eben auch Teil der Sache sein können. Und wir haben uns getraut, in diesem Jahr drei Sportscar Sundays hier an diesem Standort zu organisieren. Und das fing bei dem ersten ganz klein an, da waren so 400 Leute vielleicht, was ja schon eigentlich eine ganze Menge ist. Und wir haben das nur über Instagram und Social Media, also im Großen und Ganzen, beworben. Und beim letzten Mal, das war der letzte Sonntag im Oktober, Wettervorhersage war desaströs. Ich hatte großen Respekt vor uns allen, die wir hier aufgetreten sind, aber besser hätte es nicht laufen können. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, lange nicht mehr so ein gutes Wetter in Hamburg gesehen zu dem Zeitpunkt. Da habe ich gedacht, okay, wir haben echt Glück, da möchte jemand, dass wir einen tollen Tag haben. Und ja, das hatte wirklich aus meiner Sicht riesengroßen Erfolg. Es waren knapp 1500 Leute da, 150 Autos. Die Firma, die Burger verkauft hat, die hatten keine mehr, also kein Zubehör mehr. Der Kaffeemann, dem ist die Kaffeemaschine explodiert, der war irgendwann völlig apathisch. Ich hab gefragt, wie lief’s? Der hat gesagt, weiß ich nicht, ich muss zu Hause zählen. Da habe ich gesagt, ja okay, aber bist du zufrieden? Das weiß ich auch nicht. Der hatte irgendwann auch kein Zubehör mehr. Also, ich glaube, im Großen und Ganzen war das toll und da stellen wir fest, da sind wir auf dem richtigen Weg und das musst du auch heute machen. Also, du musst sicherlich auch auf TikTok, YouTube, Instagram, Facebook, weiterhin Google natürlich, Ad-Kampagnen schalten, hin und her. KI hilft auch. Also, du musst wirklich breit streuen, aber am Ende, wenn du einen Bericht bekommen kannst in einer hochwertigen Zeitung oder in einem guten Journal, auch das ist heute sehr wichtig. Wenn es eben Qualität hat, dann sollte man das alles mitnehmen. Ja, ich denke mal so ein bisschen, wenn ich ein Produkt mit über 100.000 Euro nehme im Zweifel und dann an Instagram denke, denke ich immer so, erreiche ich da wirklich die Käufer dafür oder ist da sehr viel Streuverlust? Da bin ich mir nie so ganz so sicher. Ja, das Schöne ist ja, du kannst ja vieles auswerten im Hintergrund und mittlerweile haben auch ältere Damen und Herren Instagram und ich vergleiche das immer damit, wenn dein Hobby Angeln ist, dann kannst du dich super gut informieren, wie man das jetzt so macht und kannst es ja wirklich zielorientiert steuern und dein Feed richtet sich ja dann auch nach deinen Suchanfragen aus und das ist eine ganz tolle Geschichte. Wenn jemand eben autoaffin ist und guckt nach, was Joe Macari so macht oder was ein Matthias Malmedie gerade so fährt, dann sind wir vielleicht auch diejenigen, die dann als nächstes kommen mit einem lustigen Bildchen oder mit einem Reel und deshalb glaube ich, ist das am Ende doch eine ganz gute Sache. Ich glaube, was ihr jetzt hinter den großen Influencern nicht machen müsst, ihr müsst jetzt nicht mit dem M3 Touring um die Ecke kommen. Das Ding ist, glaube ich, ziemlich durch. Also nicht negativ gemeint, aber das hat ja jeder große Influencer hat einen M3 Touring und vielleicht hat BMW sich das auch so vorgestellt. Das Auto ist aber so gut, hätten sie nicht machen müssen. Also ich bin aktuell felsenfest davon überzeugt, dass es in dem Bereich nichts besseres gibt. Ich finde den optisch auch echt gelungen. Zuerst hatte ich Schwierigkeiten mit der Front, so wie wahrscheinlich alle, aber ich habe mich daran gewöhnt und ich muss sagen, es fängt beim Infotainment-System an. Du steigst ein, Apple Carplay funktioniert, brauchst kein Kabel, du hast keine Verbindungsschwierigkeiten wie im Übrigen bei dem einen oder anderen Hersteller. Es funktioniert einfach. Ein wahnsinniges Auto. Ich gebe immer Folgendes zu bedenken. Was siehst du denn auf der Nordschleife? Exot mal außen vor und sicherlich gibt es auch die eine oder andere Ausnahme, aber es ist BMW oder Porsche. Ja, ich überlege. Sonst halt noch kleine dimensioniert, dann geht es halt in Golf, in Golf GTIs rein, aber die Masse ist ja schon fast abgefrühstückt. Wenn du die mal alle zwei nur einen Tag aus der Nordschleife rausnehmen würdest, ist da aber komplett freies Fahren. Absolut, absolut. Also deshalb BMW und Porsche und die halten eben noch an der Idee fest. Sechs Zylinder. Ich finde das super. Du baust mir gerade eine Brücke. Ich überlege gerade, die Frage habe ich schon mal jemandem gestellt, auch im Sportwagenhandelsbereich. Ich weiß schon. Sport, Supersportwagen, Luxus, Karossen. Schon mal so böse angedeutet. Fridays for Future und Co. Ökologischer Ansatz. Hattest du da schon, ich sage mal, auch in deinem privaten, nahen Umfeld echte Diskussionen? Ich weiß nicht, hast du Kinder? Nee, Kinder habe ich nicht. Okay. Also ich kenne jemanden, der Kinder hat, wo schon durchaus mal auch zu Hause diskutiert wurde. Also klar, ich nehme ja auch am normalen Leben teil und wir hatten auch schon Klimakleber hier in Hamburg. Klar, dass ich jetzt nicht der Fan von denen bin, das ist auch irgendwie logisch. Generell sollte man das Ganze mal gesamtheitlich betrachten, denke ich. Wir handeln oft und viel mit Oldtimern. Das sind Autos, die sind dann teilweise 40, 50, 60 Jahre schon auf diesem Planeten und nachhaltiger geht es ja eigentlich kaum. Die werden wenig gefahren in der Regel, die verschwinden von Sammlung 1 in Sammlung 2 und wir sind dann diejenigen, die da mitmachen dürfen. So nenne ich das jetzt mal. Aber natürlich, klar, wenn Autos eben auch auf der Rennstrecke bewegt werden oder eben auch schnell im Straßenverkehr, das hat, also oft tragen die Fahrer zu diesem Image der Marke auch bei. Und ich finde, so sehe ich mich, muss auch immer so ein Stück weit als Markenbotschafter auftreten. Also bei Porsche haben wir diesen Ausdruck eingeimpft bekommen. Da hieß es, lieber Kollege, wenn du in deiner Freizeit mit dem Dienstwagen irgendwo auftrittst, bist du automatisch Markenbotschafter. Das ist mir in Erinnerung geblieben und das gebe ich hier auch vor. Also wir verhalten uns im Straßenverkehr, ich sage jetzt mal überwiegend, vorbildlich und vernünftig und das ist mir auch sehr wichtig. Unsere Autos werden nicht wie andere vielleicht nach fünf, sechs, sieben oder zehn Jahren in die Presse gegeben, sondern die bleiben wahrscheinlich für die Ewigkeit am Markt. In der Regel ist ein 911 Zweitfahrzeug. Teilweise auch Dritt- oder Zehnfahrzeug, die gibt es auch. Und viele unserer Kunden fahren im Alltag ein Auto mit einem E-Kennzeichen. Hat den Vorteil der geringeren Versteuerung oder eben auch Image-Themen, ob das nun das Parken ist in der Innenstadt, dass es dann ein bisschen günstiger oder sogar ganz kostenlos ist. Oder eben auch so ein E-Smart. dass man den wunderbar irgendwo abstellen kann. Wir haben auch Elektroautos in der Flotte. Wir haben mehrere Taycan, die wir in die Langzeitmiete gegeben haben und die vermieten wir im Prinzip an Kunden, die sagen, es wäre super, wenn ich mal so für vier Monate dieses Auto fahren kann. Und deshalb, also wir stehen der neuen Technologie im Prinzip gegenüber offen, wenn es denn gut ist. Ja, okay, alles klar. Ich muss gerade mal sagen, ich weiß nicht, ob man das im Hintergrund ab und zu hört, es wird wieder gepuzzelt unten. Also keine Ahnung, ich kann das Mikro mal ganz aufdrehen. Ich weiß nicht, ob man es hört oder nicht, aber das ist ja auch nicht, also es ist schon schön. Ja, ja, also das ist relativ wahrscheinlich ein Porsche 911, den wir gerade gehört haben. Also bei einer G-Klasse hätte ich es auch sofort gespürt, dass eine G-Klasse angeht und hier alles wackelt. Das stimmt. Wir werfen mal den Blick jetzt mal nach vorne, machen das Fernlicht an, gucken so ein bisschen in die Zukunft. Ja, du hast ja auch eine Historie im normalen Autohandel oder mit Porsche, sagen wir normaler Autohandel. Was glaubst du, wo so der stationäre Autohandel in den kommenden Jahren so hingeht? Und vielleicht da einfach auch so vertragsgebunden und frei. Einfach so, was siehst du da so auf die Branche zukommen? Ich glaube, auf die Branche kommen sehr, sehr viele Herausforderungen zu und ich bin da, also in jeder Krise steckt natürlich auch immer eine Chance, aber ich glaube, wir steuern auf eine Krise zu. Wir sind eigentlich auch schon mittendrin. Wir werden im Bereich der Elektromobilität sicherlich weltweit betrachtet nicht die Rolle spielen, von der wir geglaubt haben, dass wir sie vielleicht spielen können. Die Chinesen machen einen Mega-Job und holen gigantisch auf. Das bekommt gerade insbesondere Volkswagen zu spüren in China. Wir haben über Jahre hinweg ein Mega-Geschäft gemacht und nun stehen die Autos und die Planungen werden nach und nach reduziert. Wir haben das Agenturgeschäft, das bei den Händlerorganisationen überhaupt nicht gut ankommt. Das wird ein Riesenthema. Wir haben aktuell enorm hohe Zinsen. Das macht es auch nicht einfach. Die Autos müssen eingekauft werden. In der Regel läuft nach 90 Tagen Valuta aus. Das heißt, der Händler hat dann das große Problem, dass er die Autos bezahlen muss. Zumal wir diese Lieferengpässe eben auch nicht mehr haben. Es wurde in dieses Jahr hinein propagiert, dass es eine Halbleiter-Thematik gibt. Das gibt es nicht mehr. Klar, wir haben schon immer Lieferschwierigkeiten gehabt bei dem einen oder anderen Modell oder dann fehlt mal ein Bauteil. Aber im Großen und Ganzen hat sich das alles wieder geregelt. Ich fürchte, dass wir uns in vielen Bereichen darüber noch gar nicht so sehr im Klaren sind. Ich würde mir wünschen, dass man hier den Handel auch herstellerseitig in Zukunft wieder gut unterstützt. Man merkt es daran, dass die Händler oder auch der Hersteller, welcher auch immer, schon wieder Panik bekommt. Wir sind schon wieder genau in derselben Situation wie vor Corona, dass man einen VW Golf für 75 Euro netto angeboten bekommt. Ja, Wahnsinn. Total Wahnsinn. Innerhalb von gefühlt, also gefühlt, ich wollte gerade zwölf Wochen, also zwölf Monaten, aber so gefühlt. Hat sich komplett gedreht. Keiner hat was aus der Situation gelernt, gefühlt, weil sonst wären wir nicht in derselben Situation. Und Empfehlung, der, der einen kaufen möchte oder diejenige, die jetzt ein Auto kaufen möchte, sollte das auch in diesem Jahr noch tun und wahrscheinlich an die großen Händlerketten herantreten und sagen, was muss weg? Und dann kann man wirklich ein mega gutes Angebot bekommen. Ja, absolut. Wie siehst du mit deinem, also wie blickst du mit deinem Unternehmen in die Zukunft, so wie du aufgestellt bist? Ja, also im Grunde positiv. Wir haben einen Vorteil. Wir sind natürlich nicht herstellergebunden. Das heißt, die Regularien, die es so gibt, die sich der Hersteller vorstellt und da muss man immer differenzieren. Hast du eine starke Marke im Hintergrund, dann diktiert dir die starke Marke, wie du Punkt 1 auszusehen hast, wie du dich zu benehmen hast und wie du die Kunden zu behandeln hast. Wenn du eine schwache Marke hast, ist denen fast alles egal. Hauptsache, die Produkte fließen ab. So, das kann man immer ganz gut vergleichen oder feststellen aus der Vergangenheit. In den 90er Jahren war es Porsche auch egal, dass die Autos nach Japan abgeflossen sind. Zumindestens haben sie nichts wirklich dagegen unternommen. Heute bist du sofort einen Händlervertrag los und da gibt es auch keine zwei Meinungen. Deshalb glaube ich, dass dieses Thema Internethandel daraus resultiert, das Agenturgeschäft. Das sorgt dafür, dass vieles gleich ist. Also du wirst in Flensburg den gleichen Preis bekommen wie in Ingolstadt oder in Köln. Das ist aber nicht das, was die Leute wollen. Es gibt diesen Spruch, Luxus geht immer und daran glaube ich. Also für mich ist Luxus nicht, irgendwo anzustehen und zu warten im Regen, dass man hereingelassen wird, um dann Portemonnaie zu kaufen für 500 Euro. Das ist nicht meine persönliche Definition von Luxus. Meine Definition von Luxus ist es, dass wir als Dienstleister den Weg mehr gehen, viel mehr machen als die anderen, einen guten Job machen und dass wir diese persönliche, individuelle Betreuung auf das nächste Level heben. Und das kann dann eben zur Folge haben, dass wir noch mehr zu tun haben, als wir es jetzt schon haben. Weil die Leute sagen, ich kaufe lieber mein Auto dort. Die kümmern sich, die machen alles und ich bin dann nicht einfach nur eine Nummer und fahre dann in drei oder vier Jahren, so stellt man sich das ja vor, in ein Auslieferungscenter, das nicht mal gebrandet ist, in das ich mich einmieten kann als Volumenhersteller und sagen kann, heute gibt es in Renault, morgen gibt es in VW und übermorgen gibt es in Volvo. Da denke ich, machen wir den Unterschied. Ja, das glaube ich auch. Und ich habe gerade gedacht, du möchtest vielleicht auf eine amerikanische E-Auto-Marke hinaus, wo man für gewisse Modelle weit sechsstellig bezahlt und dann in altes Reifen-Frickel-Lager fährt irgendwo und das Auto steht da irgendwo hinten links. Hier ist die Karte. Das wird aber so sein, weil er von vielen als Da Vinci unserer Zeit betrachtet wird und sicherlich auch in einigen Bereichen. Ganz dieser Lauben an der Stelle. Genau. Und die Deutschen jetzt eins machen, laufen hinterher und sagen, so machen wir das auch. Ja, ich bin gerade noch so am senieren über das ganze Thema. Wir sind aber eigentlich schon durch. Das war mal quick and dirty. Ja, du guckst mich auch gerade verwundert an. Ich habe auch gerade hier meine Notizen so ein bisschen geschaut. Wir sind überall so, ich bin ja immer gut vorbereitet, wir sind überall so quer durch. Also erst mal vielen Dank. Danke. Und es gibt immer die klassische Abschlussfrage. Da eine kurze, knackige Antwort. Jetzt bin ich mal gespannt. Es ist nicht immer einfach. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto und bestellst dir ein Auto, das kommt, steigst ein, fährst zur Arbeit, liest was. Ich muss jetzt sagen, ein Wort dazu, weil das war die Ausrede meines letzten Gastes, in Deutschland hier und fährst dann zur Arbeit. Dadurch, dass ich ein großer Zurück in die Zukunft Fan, Film, bin. So, jetzt habe ich es, würde ich sagen, dann, wenn der DeLorean fliegt. Ja, okay. Meine regelmäßigen Hörer wissen, dass ich keinen ohne Zahl rauslasse, aber ich muss gestehen, also die Antwort ist nicht schlecht. Jetzt überlege ich gerade, lasse ich den damit? Doch, damit lasse ich die raus. Das ist geil. Du bist der allererste, der ohne Zahl rauskommt, aber die Antwort ist auch wirklich die kreativste. Benjamin, ganz herzlichen Dank, dass ich dich hier mal so aus deinem Alltag rausziehen konnte, dass wir ein bisschen quatschen konnten. Fand ich sehr eindrucksvoll und tolle Unternehmergeschichte, finde ich. Wirklich großer Respekt. Zieh dran, mach weiter. Machen wir. Danke. Danke euch. Wir sind raus. Macht’s gut. Bis bald. Ciao. Tschüss.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.