Einleitung
In der aktuellen Folge von ‚Benzingespräche‘ spricht Tim Klötzing mit Philipp Kroschke über dessen 20-jähriges Jubiläum in der Kroschke-Gruppe. Ein Familienunternehmen, das seit Generationen in der Automobilbranche tätig ist und in zwei Jahren sein 70-jähriges Bestehen feiern wird. Philipp Kroschke teilt seine Erfahrungen und reflektiert über die Entwicklungen im Unternehmen sowie seine persönliche Reise.
Die Anfänge in der Kroschke-Gruppe
Philipp Kroschke begann seine Karriere im Familienunternehmen im März 2005. Obwohl er schon als Kind auf dem Firmengelände aktiv war, begann seine offizielle Laufbahn als Trainee. In dieser Rolle lernte er die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens kennen und sammelte wertvolle Erfahrungen, die ihn auf seine zukünftigen Aufgaben vorbereiteten.
Vom Trainee zum Gebietsleiter
Nach seiner Trainee-Zeit übernahm Philipp Kroschke die Position des Juniorgebietsleiters, bevor er schließlich Gebietsleiter wurde. In dieser Funktion war er für mehrere Filialen und Zulassungsdienste verantwortlich. Diese Zeit prägte ihn maßgeblich und vermittelte ihm ein tiefes Verständnis für die Abläufe und Herausforderungen im Unternehmen.
Persönliche und berufliche Entwicklung
Philipp Kroschke reflektiert über die vergangenen 20 Jahre und die Veränderungen, die sowohl er als auch das Unternehmen durchlaufen haben. Er betont die Bedeutung der Mitarbeiter und die Notwendigkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, um den Anforderungen der Branche gerecht zu werden.
Ein Blick in die Zukunft
Mit einem optimistischen Blick auf das Jahr 2025 und darüber hinaus, zeigt sich Philipp Kroschke entschlossen, die Kroschke-Gruppe weiterhin erfolgreich zu führen. Er sieht die kommenden Jahre als Chance, neue Wege zu gehen und das Unternehmen in der sich wandelnden Automobilbranche zu positionieren.
Fazit
Das Gespräch mit Philipp Kroschke bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und Zukunft der Kroschke-Gruppe. Sein Engagement und seine Leidenschaft für das Familienunternehmen sind inspirierend und zeigen, wie wichtig Tradition und Innovation in der Automobilbranche sind.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- 20-jähriges Jubiläum von Philipp Kroschke in der Kroschke-Gruppe
- Entwicklung des Familienunternehmens
- Karriereweg von Philipp Kroschke
- Herausforderungen und Erfolge in der Automobilbranche
- Ausblick auf die Zukunft der Kroschke-Gruppe
Key Takeaways:
- Philipp Kroschke begann seine Karriere als Trainee im Familienunternehmen.
- Seine Erfahrungen als Gebietsleiter prägten seine berufliche Entwicklung.
- Die Kroschke-Gruppe ist ein traditionsreiches Familienunternehmen.
- Philipp Kroschke betont die Bedeutung von Mitarbeiterentwicklung.
- Optimistischer Ausblick auf die Zukunft der Automobilbranche.
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Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen und die heutige Ausgabe nicht mehr aus China, sondern wieder aus dem schönen Essen, wo das Wetter sich auch irgendwann mal anschickt, Frühling zu werden. Darum geht es aber heute nicht. Und zwar heute die Folge. Was Besonderes auch für mich. Ein guter Freund von mir, der feiert gerade in diesem Monat, im März 2025, ein sehr rundes Jubiläum in seinem Betrieb. Und in dem Kontext hörte ich von einer beeindruckenden internen Rede. Und da hatte ich auch irgendwie über Umwege das Glück, irgendwie das Skript zu bekommen. Und da habe ich mal so quer gelesen. Das war auch okay für ihn. Und das hat mich durchaus bewegt. Und weil ich bei so was, bei so Rückblicken schnell emotional und neugierig werde, habe ich deshalb meinen Freund, den Philipp Kroschke, gefragt, ob wir das nicht mal in Anführungsstrichen höchstoffiziell hier besprechen können. Und da geht es um das 20-jährige Jubiläum im Familienunternehmen der Kroschke-Gruppe. Und er hat Ja gesagt. Hallo Philipp. Moin, moin, lieber Tim. Ich freue mich dabei zu sein, heute mit dieser besonderen Gegebenheit. Ja, cool, dass du gesagt hast, da können wir drüber sprechen, weil ich bin neugierig. Weil 20 Jahre, erst mal, ihr habt ein Traditionsfamilienunternehmen über Generationen. Und dass du auch schon so lange, du siehst so jung aus und bist schon so lange dabei, lieber Philipp. Ja, da gab es ganz witzig den Spruch auch immer, haste wohl mit sechs Jahren schon angefangen. Und ich sage nur, lieben herzlichen Dank für dieses Kompliment. Nein, ich war 27, als ich angefangen habe. Aber auch das fühlt sich schon wieder ewig her an. Damals. Ja genau, in der guten alten Zeit. Und tatsächlich steht uns ja bald als Unternehmen schon auch das 70-jährige Jubiläum. Unser Unternehmen wird in zwei Jahren 70 Jahre alt. Das ist, glaube ich, auch eine kleine Besonderheit. Aber darum geht es heute nicht. Genau, es geht um das 20-jährige Jubiläum von dir in eurem Familienunternehmen. Erst mal eine Frage vorab. Wie geht es dir denn im Monat deines 20-jährigen? Ich fühle mich so alt. Ne, mir geht es gut. Wir sind gut in das Jahr gestartet. Ich habe ja das Jahr 2025 geil ausgerufen. Ich habe deine Idee aufgenommen. Und tatsächlich muss ich sagen, trägt mich dieses Mindset auch. Viel nettes Feedback dazubekommen. Und ich habe ja fest entschieden für mich, 2025 wird einfach ein geiles Jahr. Dabei habe ich tatsächlich zu dem Zeitpunkt gar nicht darüber nachgedacht, dass das ja das Jahr meines 20-jährigen Jubiläums ist. Wenn du dann darüber nachdenkst, denkst du zum einen, wie unfassbar schnell diese Zeit vergangen ist. Du sprachst gerade meinen Skript an witzig, auf welchen Wegen das zu dir gefunden hat. Aber dann gehst du ja mal so durch, was du alles so gemacht hast. Was hast du denn so für Erlebnisse? Was waren denn so einschneidende Momente? Und woran hast du dich so entwickelt? Und dann stellst du doch fest, da ist in 20 Jahren eine ganze Menge passiert mit dir selbst, aber auch mit dem Unternehmen. Heute geht es ja eher so über das mit dir selbst. Da möchte ich so ein bisschen das Schlaglicht drauf werfen. Und da kommen wir auf jeden Fall gleich noch zu. 20 Jahre im eigenen Familienunternehmen ist erstmal totaler Wahnsinn. Dann ging es ja nach Adam Riese, also das kriege ich glaube ich sogar hin, im März 2005 los. Und interne Quellen berichten mir, dass du vorher schon auf dem Gelände gesichtet wurdest. Was war denn da los? Also ja, Tim Gauß, Sie haben Kalkuli-Kalkular absolut richtig gerechnet. Ich bin gut in Schätzen. 21 im Sinn, dann sind wir 2005. Das ist ja ganz häufig so, dass du als Teil eines Familienunternehmens schon als Kind mit dabei bist. Und bei uns war das so, dass ich sehr früh angefangen habe, mit meinen beiden Cousins Lars und Marc am Wochenende immer auf dem Firmengelände, noch in Braunschweig, unserem Opa zu helfen, das Firmengelände aufzuräumen. Er dann immer schön im blauen Kittel. Und dann haben wir Euro-Paletten zerkloppt und Mülleimer geleert. Und da habe ich mir meine ersten Sporen verdient. Und das war schon richtig cool. Und später dann, wir sind ja von Braunschweig nach Ahrensburg gezogen, auch mit dem Teil des Familienunternehmens. Und da habe ich dann als Schüleraushilfe unter anderem dem Hausmeister geholfen, beim Einziehen in die neue Immobilie, wo wir reingezogen sind, habe ich dann Regale aufgebaut und Wände rausgerissen, um Büros zu schaffen. Und später dann, mein Lieblingsjob, Personalabrechnungen in die Filialen schicken. Also ein Tüten zerreißen, ein Tüten und in die Filialen schicken. Und das bei gut über 1000 Mitarbeitern schon damals. Das war so 96, ne Quatsch, 97, 98 war das. Also quasi Taschengeld aufgebessert und so. Ja klar, das war immer so. Philipp, wenn du was machen willst. Ich hatte dann ja auch, ich kam aus Amerika zurück, hatte dann schon einen Führerschein, wollte ein Auto haben. Und nee, beim Christoph Groschke gibt es das nicht geschenkt. Auch richtig so. Das heißt, ich habe ein Auto bekommen, aber das musste ich, bei ihm hat mir dann in der DRT, hier Philipp, guck mal, Golf 2, das Modell 6000 Mark. Ja, das lege ich dir jetzt vor und dann kannst du das sozusagen abarbeiten. Und das habe ich quasi durch meinen Schülerjob gemacht. Und was habe ich bekommen pro Stunde? 12 Mark. 12 Mark. Mark. Gab’s ja noch nicht. 12 Mark habe ich bekommen. Und dann habe ich am Küchentisch mal angesprochen, Papa, wie wäre es denn mal mit einer Lohnerhöhung abends beim Abendessen. Da hat er sich halb verschluckt, dann gelacht und gesagt, gib mir mal die Leberwurst. Das ist so großartig. Und trotzdem wollte ich noch in dieses Unternehmen. Und wirklich von ganzem Herzen. Jaja, also 2005 der offizielle Start. Und witzigerweise, es gibt tatsächlich Kollegen, die ich aus dieser Zeit noch kenne, wo ich noch der kleine Butcher war. Ich habe sogar einen Außendienstkollegen, der hat 1984 angefangen, da war ich sechs Jahre alt. Der kennt mich noch, wie ich so als wirklich kleiner Butcher immer bei den Tagungen oder bei der Weihnachtsfeier oder sowas. War witzig. Also diese Vorstellung, liebe Grüße gehen raus an Hansi Hofmeister, der ein Energiebündel ist und das mit 70 Jahren. Der ist dieses Jahr 45 Jahre dabei. Also 1985 wäre es dann, genau. Wow, krass. Irre. 2005, als du dann quasi wirklich in die Firma dann offiziell mit reingegangen bist. Was waren denn so deine ersten Stationen, deine ersten Aufgaben? Du bist ja, schätze ich, war 2005 nicht als Geschäftsführer gestartet. Genau, da auch wieder ein Christoph Kroschke, genau. Nee, aber auch das ist ein wichtiges Learning, weil man kennt das ja, in dem einen oder anderen Unternehmen, da fängt der Sohn dann irgendwie als Assistent der Geschäftsführung oder schon direkt als Geschäftsführer oder zumindest mal als Prokurist oder so. Gibt’s ja auch, solche Modelle gibt’s auch. Muss man sich überlegen. Ich bin erst mal Trainee gewesen und ich hatte tatsächlich auch, und das war meinem Vater sehr wichtig, ja genau, sehr wichtig, ich hatte ein echtes Bewerbungsgespräch mit dem damaligen Geschäftsführer und noch einem Bereichsleiter, der hat gesagt, für Philipp Kroschke gibt es keine Sonderbehandlung. Ja, genau, was sollen Sie denn sagen mit meinem Nachnamen? Aber es war ein echtes Bewerbungsgespräch und 2005 habe ich dann erst mal angefangen als Trainee. Das war auch ein normales Führungskräftemodul, was wir für alle Führungskräfte hatten oder diejenigen, die Führungskräfte werden wollten. Und dann habe ich erst mal beim Deutschen, damals noch Deutscher Autodienst, haben wir ja vor zwei Jahren, nee, letztes Jahr, oh Gott, die Zeit rennt, in Kroschke Deutschland GmbH umbenannt, um das alles so ein bisschen unter einer Flagge laufen zu lassen. Aber da habe ich angefangen wirklich im Dokumentenmanagement, also die Briefe, wo die ganzen Fahrzeugbriefe eingelagert sind und das war auch so ein geiler Tag, weil ich kam da rein und alle in T-Shirts, war irgendwie relativ warm, T-Shirts, aber relativ locker halt angezogen und ich stehe da in so einem Dreiteiler, den ich noch aus meiner Ausbildung hatte, das sah aus wie so ein Konfirmand und habe nur gesagt so, ey, ich möchte Teil von euch sein. Ja, Herr Kroschke, also das war, da stand ich auch wie so ein kleiner Depp. Aber damit hat das angefangen, da bin ich durchgestartet, erst mal Deutscher Autodienst, verschiedene Abteilungen, im Übrigen auch da Leute immer noch dabei, die ich in den ersten Tagen kennenlernen durfte, also wirklich, wirklich sehr, sehr stabile, stabile Kollegen und Kolleginnen. Und dann ging es los mit Außendienst. Ich bin im März eingestiegen und im August bin ich dann eigentlich schon in den Außendienst gegangen, zwei kleine Praktika noch gemacht in Zulassungsdiensten in Neuss und in Köln und im Ende August 2005 bin ich dann Juniorgebietsleiter geworden und hatte so Filialen rund um Mannheim, Ludwigshafen. Mein erstes Büro war in Mannheim und ich hatte Filialen und einen Zulassungsdienst, den ich verantworte. Ich glaube, zehn Filialen, einen Zulassungsdienst. Das war so ein Projekt vom damaligen Vorstand oder Geschäftsführer, dem Knut Nolte. Der hat gesagt, was wäre denn, wenn wir das gar nicht so, wir hatten acht Gebietsleiter, acht Gebiete und einer wollte sich verändern und dann hat er gesagt, lass doch mal gucken, wenn wir das aufteilen auf drei Leute, ob die noch näher an den Standorten dran sind. Das war mal so ein Pilotprojekt. Das endete Anfang 2006 und in 2006 habe ich dann ein großes echtes Gebiet übernommen, das Gebiet 27. Wer meine Telefonnummer kennt, die endet auf die Nummer 27. Das war damals, jeder Gebietsleiter hatte dann so eine Gebietsnummer. Ich hatte das Gebiet 27, mein Kumpel Matthias Mahnke, der hatte das Gebiet 29 und das waren auch die Endnummern unserer Telefone. Was ist das witzig, was war das durchdacht? Ihr habt es halt so strukturiert, Wahnsinn, Wahnsinn. Und so ging das da los und dann muss ich sagen, da habe ich einfach gelernt, wie unser Geschäft funktioniert und ich glaube nicht, dass ich der beste Gebietsleiter aller Zeiten war, aber ich nehme unfassbar viel von dem, was ich da lerne. Wie funktioniert ein Standort? Was ist der wichtigste Erfolgsfaktor? Wie ticken unsere Mitarbeiter, Autohäuser, Zulassungsstellen, Stellenleiter und unser Wettbewerb? Ich habe so viel lernen dürfen, das trage ich heute noch. Im Endeffekt war es der kürzeste Teil der Zeit. Ich glaube, drei Jahre war ich Gebietsleiter und es war eine sensationelle Zeit. Es war eine sehr leichte Zeit. Damals dachte ich, oh Gott, diese ganze Verantwortung. Heute denke ich, so würde ich gerne mal wieder Urlaub machen. Nein, das darf jetzt keiner meiner Gebietsleiter hören. Man wächst ja mit den Herausforderungen und den Aufgaben. Die Anforderungen, die du heute hast, sind ja viel mannigfaltiger. Das missversteht, glaube ich, keiner. Ich hoffe, dass das nicht in den falschen Hals kommt. Aber jetzt trägst du natürlich noch mal eine andere Verantwortung. Ich hatte damals schon gedacht, krass. Als ich 2006 Normalgebietsleiter wurde, hatte ich über 100 Leute, 50 Standorte, 50 Prägestellen, Service Points und fünf Zulassungsdienste. Das war für mich ein Riesenschritt. Da war ich noch unter 30, da war ein Umsatz von 5 Millionen. Das war eine Dimension für mich. Ich dachte, krass, wie soll es denn jemals so einen Laden überhaupt mal führen? Das war ja tatsächlich auch schon früh mein Wunsch und mein Ziel. Irgendwann werde ich in dem Laden mal Geschäftsführer. Das ist mein Baby. Ich werde der Nachfolger. Das wusste ich schon. Vergleichsweise früh hatte ich mir das zurechtgelegt. Gab es bei euch einen langfristigen Plan für den Einstieg von dir in das Familienunternehmen? Nein. Zum einen muss man wissen, ich bin der Älteste von sechs Geschwistern. Mein Vater hätte, wenn das nicht geklappt hätte, noch Munition gehabt. Aber nein, es gab keinen festen Plan. Es war eher erst mal reinkommen, Stallgeruch bekommen, Gefühl dafür bekommen. Aber dadurch, dass es das nicht gab, gab es für mich zum Beispiel wieder einen ganz tollen Erkenntnisgewinn. Nach drei Jahren Gebietsleiterschaft habe ich darauf gewartet, wann kommt mein Vater mal zu mir und sagt, Philipp, jetzt kommst du in die Geschäftsführung oder jetzt wirst du, wie sagt man denn, nicht hochgelobt. Ja, hochbefördert. Befördert. Bin schon so lange nicht mehr befördert worden, deswegen kenne ich das Wort schon gar nicht mehr. Irgendwann habe ich gesagt, ich muss derjenige sein, der sich zeigt. Nur der Gebietsleiter sein reicht halt nicht dafür, sondern ich muss halt zeigen, dass ich mehr will, dass ich auch mehr kann. Da habe ich dann angefangen, mich in verschiedenen Projekten, in ganzheitlichen Projekten einzubringen und habe mich ein bisschen gezeigt. Das war so eine wichtige Erkenntnis, denn auch das ist ja so ein bisschen die Reise. Wenn du dich entwickeln willst, wenn du etwas willst, dann kümmere dich selber darum. Nachnahme reicht nicht. Du wirst kein guter Gebietsleiter nur mit dem Nachnamen. Ganz im Gegenteil. Die Erwartungshaltung ist dann manchmal vielleicht da, dass du mit dem Nachnamen irgendwie der beste Gebietsleiter überhaupt bist. Sowieso performst. Genau. Oder die Dinge alle weißt. Nee, ich musste mir das alles, ich musste das alles lernen, ich habe ordentlich drauf gekriegt. Und ich sage mal, immer die schlimmsten Touren von meiner emotionalen Lage waren immer die, die ich mit meinem Vater fahren musste. Der kam nicht regelmäßig, ist immer mit uns Gebietsleitern, haben dann Standorte uns angeguckt, Kunden besucht und so. Und dann wurde ich abgefragt. Wie viel Umsatz machen wir, wie viel Deckungsmaßnahmen haben wir da, was ist unser größter Kunde, wie viel macht der. Wow. Immer auswendig lernen. Ich musste im Kopf rechnen, wie kalkuliert man im Kopf einen neuen Standort. Woran machst du das fest? Wie rechnest du im Kopf? Im Kopf, was für Miete du zahlen kannst für einen neuen Standort und das sind so Dinge, das musste ich auch alles können und ich hatte ehrlich gesagt dann auch den Anspruch zu sagen, ganz ehrlich, nur Nachnahme gilt es nicht, ich will das auch können. Da fällt mir eine ganz kurze Geschichte von meinem besten Freund ein, die sind Spediteure auch in der 4. Generation glaube ich und als er damals, er hat erstmal gesagt, nee, er macht erstmal eine Ausbildung, irgendwie Elektrotechnik oder sowas, hat das gemacht und das stand dabei immer im Raum, dass er in das familiäre Unternehmen einsteigt und dann war er mit der Ausbildung fertig, ist dann ins Unternehmen, hallo Papa, wo ist denn hier mein Büro, wo ist denn mein Schreibtisch, ich fange jetzt hier an und dann hat er die Jalousien wirklich hoch gemacht und auf den Hof gezeigt, da unten und da stand ein LKW, der ist erstmal ein Jahr auf den Bock gegangen, der ist erstmal ein Jahr raus, hat das selber gelernt und der sagt, damals hat er ein bisschen schlank geguckt, aber jetzt im Nachhinein sagt er vollkommen richtig. Du, es sind genau diese Erfahrungen, die dich dann halt wachsen lassen, wo dir klar wird, alles klar, du musst selber drum kämpfen und du musst selber deine Erfahrung, du musst auch dieses Wissen in dich aufsaugen, denn am Ende sind wir eine Organisation mit 1800 Leuten, wie willst du von denen ernst genommen werden, wenn du nicht weißt, worüber du sprichst und das muss ich sagen, das durfte ich lernen, das war einfach eine tolle Zeit auch draußen, gerade mit den Kollegen, der Kollege Mahnke, der auch relativ ungefähr im gleichen Zeitraum eingestiegen ist, beziehungsweise in die Gebietsleiterrolle, mit dem habe ich morgens immer abgestimmt, habe gesagt, ey, sag mal, du, ich habe jetzt folgendes Problem in der und der Filiale, wie würdest du das lösen und umgekehrt und das sind auch so schöne Lernprozesse gewesen, auf die ich immer noch baue, ich verstehe, deswegen verstehe ich unseren Markt auch gut und deswegen kann mir auch keiner so schnell was vormachen, weil ich einfach lernen konnte, wie funktioniert eine gute Filiale, wie kriegst du die besser, wie kriegst du die erfolgreicher, was musst du mit den Mitarbeitern, was ist mit Werbung draußen, wo muss die Filiale auch positioniert sein, also das sind alles Dinge, die auch heute noch absolute Relevanz haben. Du bist ja, du hast ja etliche Stationen durchlaufen, aber vor allem, du bist ja immer mehr in die Verantwortung gegangen, das hast du ja gerade so schön geschildert und das macht ja was mit einem und wer mich kennt, der weiß, ich bin bei sowas immer sehr neugierig, wenn es Richtung Persönlichkeitsentwicklung und Co. gibt. Ich würde dir mal zwei, drei folgende Stichworte an den Kopf werfen und du beantwortest, an die Ohren, genau, ich haue dir das mal aufs Ohr und du haust uns dann aufs Ohr, mit Worten, nicht mit der flachen Hand, und zwar, Stichwort, deine persönliche Entwicklung in der Zeit. Ja, das eine ist wirklich, ich bin da angefangen und ich war unfassbar unsicher, Dinge zu entscheiden, so, ich habe immer Angst gehabt, falsch zu entscheiden und dann hat der damalige Geschäftsführer gesagt, ey, kannst du jetzt mal aufhören, entscheid einfach selber und wenn es scheiße ist, dann musst du es halt ausbaden, aber das ist so, oh, das war auch ganz, ganz wichtig, das war für mich, für meine persönliche Entwicklung ein ganz, ganz wichtiges Thema, Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben. Ein weiterer Punkt für sich einzustehen und nicht darauf zu hoffen, dass andere irgendwie für dich irgendwas tun, sondern wenn du was willst, dann, dann, dann mach es selber, dann, dann kümmere dich, dann kümmere dich wirklich selber drum und dann kämpfe auch drum. Authentisch sein, das ist, ich, der ein oder andere, vielleicht kennt mich der ein oder andere aus der Branche und die Wahrheit ist, ich bin genau so, ich bin so albern, ich bin manchmal so lustig, ich bin manchmal so anstrengend, manchmal so laut, aber ich habe auch ganz viel lernen dürfen und habe ganz viel Expertenwissen, also ich bin ganz viel von dem, was ihr da draußen, das ist kein, das ist nicht irgendwie, ich spiele jetzt eine Rolle, nee und das muss ich sagen, auch das war eine super wichtige Erkenntnis in meiner Entwicklung, dass das ja, Verantwortung zu tragen kostet Kraft und du kannst dir überlegen, wie, wo, wo, wo, wo, wo verplemperst du noch Kraft, aber authentisch zu sein, da verbrauchst du zumindest schon mal keine Kraft dafür, jemand zu spielen, der du gar nicht bist, so und dann bist du auch, ja, Entschuldigung. Das, ich muss mal bei authentisch oder bei meinem Lieblingswort Authentizität, was auch einer meiner zentralen Kernwerte ist, reingrätschen, weil, wenn man das irgendwann mal geblickt hat, was du gerade gesagt hast, wird das ja einfach. Das Leben wird an sich einfacher, weil du kriegst ja auch immer Rückkopplung, am Ende ist Interaktion, ist ja immer mit Rückkopplung und und du wirst merken, dass du die beste Rückkopplung bekommst, wenn du authentisch bist, weil du kannst gar nicht immer etwas spielen, weil du hast immer mal eine Situation, aus der rutscht du im Zweifel aus deiner Rolle raus und dann so und also ich für mich war das eine wahnsinnig tolle Erkenntnis und einhergehend damit, es ist doch völlig okay, dass ich bin, wie ich bin und auch das war für mich ein echt langer Weg, weil ich ganz lange damit gehadert habe, weil ich dachte, ich muss so sein wie mein Vater, ich muss so ein harter Hund sein, so und mit dem Kopf durch die Wand, weil das natürlich das war, was unser Unternehmen auch stark und groß gemacht hat, so und ich glaube, dass es auch Zeiten gab, in denen konntest du dich gar nicht anders entwickeln, wenn du dich nicht, wenn du dich nicht auch diese Durchsetzung, Stärke und Kraft gehabt hättest, nicht, dass ich die nicht an Stellen auch habe, ich bin dann eher eher kooperativ, ich habe eher so eine Empathie, dass mir das manchmal schwer fällt, wenn jemand dann komisch guckt, dann werde ich schon unsicher, weil ich dachte, habe ich dem jetzt auf den Füßen, bin ich dem jetzt auf die Füße getreten, mache ich den jetzt traurig, so das waren auch so, das war auch so eine, da habe ich dann irgendwann gedacht, so naja vielleicht, wenn ich nicht hart genug bin, so wie mein Vater, dann bin ich halt nicht derjenige, der irgendwann in seine Fußstapfen treten kann und dann habe ich übrigens auch mal so einen schönen Spruch gehört, wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen, das war das eine und das fühlte sich schon ganz gut an, aber und das hatte ich gerade eben schon gesagt, die Rückkopplung von Menschen zu bekommen, mit denen ich zu tun hatte, dass ich nämlich genauso gut bin, also die wirklich einfach super positiv auf mich resoniert haben und irgendwie mir positives Feedback und dann habe ich festgestellt, okay cool, dann kannst du ja doch was, so und so, mein Papa ist schon so auch der Held meiner, meiner Jugend und und meiner Anfangstage und dann, das war auch so ein bisschen Teil meiner, meiner Rede, festzustellen, dass ich gar nicht die gleichen Superkräfte habe, wie mein Held so und dass ich gar nicht so und aber dann irgendwann festgestellt habe, geil, du hast eigene Superkräfte, du kannst halt irgendwie, bist ein lustiger Typ und das bindet wieder Menschen, dadurch kriegst du wieder viel Erfahrung, die kannst du auch kreativ umsetzen, weil du sie ableiten kannst und auf einmal habe ich festgestellt, ey geil, ich habe auch Superkräfte, ganz andere als Papa, aber mit denen kann ich auch ein Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen und das war, ohne scheiß Tim, das war so ein wunderschöner Moment in meinem Leben festzustellen, dass ich auch gut so bin, wie ich bin und dass ich auch Dinge kann und die auch fürs Unternehmen gut einsetzen kann, davor war es manchmal echt ein Struggle. Klasse, du hast eigentlich mein zweites Stichwort schon so ein bisschen mitgenommen, Unternehmer werden. Ja, ohne scheiß, das bist du ja nicht per se und nur, weil du ein Unternehmen erbst oder weil, weil, weil, weil, keine Ahnung, dir dein Vater das übergibt oder was auch immer oder du da einsteigst und ein Anteil hast, bist du ja kein Unternehmer und bei mir war das auch dieses Stufenhafte. Der erste große Schritt war 2012, da ist Papa aus der Geschäftsführung gegangen und ich durfte nachrücken. Ich war damals Bereichsleiter verantwortlich für die gesamte Standortorganisation, also alle unsere Standorte in ganz Deutschland und bin dann Geschäftsführer für alle Standorte geworden. Wie alt war ich da? 2012, rechne, rechne, rechne, 34. Für den mit den größten. Jungunternehmer. Ja, nee, da war ich noch nicht und ich war noch nicht mal Geschäftsführer und das ist so, das ist genau das. Ich hatte dann eine tolle neue Visitenkarte, da stand dann drauf, Philipp Kroschke, Geschäftsführer, Standorte und dann auch das schönere Gehalt. Es war natürlich alles toll, aber jetzt mal ganz ehrlich, ich war der gleiche wie noch einen Tag vorher, wo auf meiner Visitenkarte noch Bereichsleiter stand, mit dem gleichen Wissen. Also auch da wieder so diese Erkenntnis, du musst dich dann, du musst auch reinwachsen und du musst anfangen, diese, diese Position auch auszufüllen. Später sieht das dann anders aus, aber im Werden von Bereichsleiter zu Geschäftsführer war das erstmal ein Entwickeln und da war ich doch auch noch kein Unternehmer. Da war ich jetzt erst mal Geschäftsführer Praktikant gefühlt. Unternehmer kam erst und da muss ich sagen, so ganz richtig und stark, natürlich in den Zeiten, wir hatten dann zwei Geschäftsführer, mit denen ich gemeinsam in der Geschäftsführung war. Die haben sich 2016 entschieden, ihre Verträge nicht zu überlängern, sind rausgegangen, die sind eigenständig Unternehmer geworden und auf einmal stand ich da und habe gesagt, scheiße, wie mache ich jetzt weiter? Ich bin jetzt hier alleine und ich habe das, ich kann ja nicht so ein großes Unternehmen und das war auch der Moment, wo ich dann meinen Bruder Felix gefragt habe und gesagt habe, wie sieht es aus, hast du nicht Lust, das mit mir zu machen, weil ich schon gedacht habe, so naja, so der kommt aus dem gleichen Stall und der hat die gleiche Agenda, weißt du, so der hat nicht irgendwie ein dreijahres Geschäftsführerverfahren, wobei haben wir auch, aber das ist nur ein bisschen obsolet, aber der will auch, wie ich, das Unternehmen in eine nächste Generation, also alles, was wir tun, muss darauf abzielen, das Unternehmen in die nächste Stufe zu führen, aber es waren halt dann auch keine erfahrenen Geschäftsführer da, sondern wir mussten das, wir haben uns dann einen von der Seite nochmal reingenommen, der uns begleitet hat, nichtsdestotrotz, die Entscheidungen, die zu treffen waren, konnte kein anderer und hat kein anderer mehr getroffen, also unser Vater hat an vielen Stellen immer nochmal versucht zu helfen, aber wir hatten zum Beispiel große Kundenabgänge in der Zeit auch und auf einmal wirst du, bist du gezwungen zum einen zu entscheiden, wer bist du als Unternehmen und mit welchen Dingen führst du das Unternehmen in die Zukunft und da, am Ende waren es immer diese Vakuum-Situationen, wo noch nichts da war und du in die da rein entscheiden musstest und da bin ich glaube ich auch mit meinem Bruder, aber ich auch an der Stelle zum Unternehmer geworden und nochmal ganz besonders in den Zeiten, wo es dann losging, wo Corona, wo du auf einmal, auf einmal die Welt stillstand und ich sage ja immer so ein bisschen, ganz ehrlich, ein Unternehmer in besten wirtschaftlichen Situationen wird nicht gebraucht, weil ganz ehrlich, wenn das Schiff auf Rügersee, da kann, da kann, da kann jeder ein Schiff manövrieren. Richtig zeigen kannst du erst, dass du jemand bist, der es verdient hat, sich Unternehmer zu nennen, wenn du in richtig stürmischen Zeiten es schaffst, dein Schiff auf Kurs zu halten, nicht untergehst schon mal, aber auch dein Ziel weiterverfolgt und das muss ich sagen, also da bin ich ein bisschen stolz auf mich oder aber auch auf uns, alleine natürlich nicht hingekriegt, in diesen Zeiten und seitdem sage ich auch manchmal, ich bin Unternehmer, vorher war ich Geschäftsführer, aber da war ich wirklich, da habe ich mich als Unternehmer gefühlt, weil da waren wirklich richtungsweisende Entscheidungen. Das darfst du mit Stolz sagen und jetzt kommen wir auf ein Unternehmer werden, ist ja faktisch, persönliche Entwicklung ist auch so ein Ding. Jetzt habe ich noch ein Stichwort dabei, dass den Begriff nutzt du hier und da auch gelegentlich, bunter Hund. Oh, ja genau. Du, der bunte Hund der Autobranche. Ja, man sagt ja immer so schön, wer keine Ziele hat, wird zum Ziel und ein Ziel, das ich wirklich mal hatte, da müssen wir jetzt wieder ein bisschen zurückgehen, das ist aus der Anfangszeit, glaube ich, als ich Geschäftsführer geworden bin, so um 2012, ganz liebe Grüße raus an Marion Johl, denn du bist diejenige gewesen, an der ich mich so ein bisschen orientiert habe. Ich weiß noch, wir hatten damals im KB, haben wir hier dieses Awards, Junior Award, Women’s Award und ich war, wir sind da Sponsor und ich war mit in der Jury und die liebe Marion Johl war auch Teil dieser Jury und dann kam da diese tolle Erscheinung rein und jeder kannte Marion Johl, jeder und nicht irgendwie so von weit weg, sondern ganz herzlich, ganz toll und ich habe gesagt, also nicht, ich will Marion Johl werden, das ist physikonomisch gar nicht möglich, wie das heißt, so, aber so möchte ich eigentlich auch sein, dass man mich kennt, man positiv auf mich reagiert und das war so der Punkt, wo ich mich in die Branche immer, immer stärker reingearbeitet habe und 2013 dann auch mit Hilfe der lieben Juliane Schleicher, mit der ich dann ja von da an ganz viel Sponsorings gemacht habe, selber auch Formate entwickelt und mitentwickelt habe und wir uns irgendwie gemeinsam auch in diese Branche einfach rein entwickelt haben und da viele Freundschaften entstanden sind, unter anderem Tim, wir beide oder auch unser lieber Jascha und ich könnte so viele nennen, über die ich wahnsinnig glücklich bin, im übrigen an alle schon mal von hier aus raus, die mir so wunderschöne Videobotschaften zu meinem 20-jährigen Jubiläum geschickt haben, ich war so unfassbar gerührt und es war richtig, richtig toll und es zeigt halt, dass ich vielleicht ein bisschen bunter Hund der Branche, dass ich dieses Ziel erreicht habe und jetzt reicht es natürlich nicht, wie so ein Clown da durch die Branche zu laufen, sondern am Ende muss man sich auch die Frage stellen, was bringt dir das dann? Ja, das bringt dir Netzwerk und das bringt dir Austausch und das bringt dir, natürlich musst du das, was du dann hörst und was du im Austausch kriegst auch immer wieder auf dich umsetzen, aber das ist so ein Geschenk, dass genau das bei mir so gut funktioniert, weil natürlich sind es zum einen Freundschaften, aber ich versuche auch alles, was ich höre, immer auch in unser Unternehmen zu übersetzen im Sinne von, was muss ich denn tun, damit ich weiter am Ball bin, damit es mich morgen weitergibt und diese Chance habe ich quasi dadurch bekommen, dass ich mir dieses Netzwerk aufgebaut habe und ich bin so unfassbar dankbar dafür, für die vielen tollen Leute. Absolut, total, ist auch alles, was du sagst, unterschreibe ich und ich bin ja auch als Dienstleister in die Branche gekommen, in der Marketingagentur und hatte da auch am Anfang wirklich kaum Kontakte und das hat alles länger gedauert und da sind auch, deswegen bin ich auch so glücklich darüber, dass du die Out-to-Business-Friends erwähnt hast in Jascha und mich oder dich, weil Jascha und du für mich gewisse Vorbilder auch wart, wo ich gesehen habe, wie ihr so vernetzt seid, wie ihr mit den Leuten so umgeht, also da hast du auch eine Vorbildfunktion für andere wie auch mich. Ja, sehr gerne und auch das mache ich halt gerne, ich inspiriere auch gerne und gebe auch gern, das klingt ein bisschen arrogant, aber ich gebe auch super gerne mein Wissen weiter, also ich mag das auch, Menschen davon profitieren zu lassen, von Erfahrungen, die ich im Zweifel schon gemacht habe oder auch zu vernetzen und zu sagen, hey, wollt ihr nicht, also das ist etwas, was ich sehr, sehr gerne, sehr, sehr gerne mache. Ja, an der Stelle schon mal danke, dass du mir die Stichworte, die ich dir rübergeschmissen habe, mal im Volley genommen hast. Machen wir noch mal ein bisschen Blick auf euer Familienunternehmen und da seid ihr ja nun mal einfach mit dem, was ihr tut und in der Größe und auch Historie, jetzt, ich schätze mal wieder 68 Jahre her, ich habe zugehört, ein nicht wegzudenkendes deutsches Unternehmen in der Autobranche, so nehme ich euch wahr und da ist noch eine Frage, seid ihr da eigentlich fokussiert auf Deutschland, also ist Deutschland so euer Ein-und-Alles-Markt oder welche Bestrebungen gibt es da möglich? Hier und da habe ich es vielleicht schon mal gesagt, also fangen wir mal ganz ganz vorne an. Ich habe mir sehr früh mal überlegt, ich würde am liebsten, würde ich gerne auch größter Schilderhersteller der Welt sein. Das war damals unser Partner, oder ist es auch immer noch, die Firma Utsch, wo ich auch Praktikum gemacht habe, da im Export Department. Das fand ich so spannend, dass ich gesagt habe, das will ich irgendwie auch. Ich war eh so auch jemand, der gerne im Ausland war, USA-Aufenthalt hier für Schule, hier High School. Dann mal in Irland gearbeitet, in Shanghai gewesen, Mexiko ein halbes Jahr, bei VW gearbeitet. Also da ist schon so ein bisschen Fernweh gewesen und irgendwie habe ich schon gesagt, das würde mich reizen. Aber dann kam erst mal das ganze Thema, jetzt muss ich erst mal lernen, wie Geschäft geht. Mit der damaligen Geschäftsordnung 2014 haben wir sogar mal gesagt, nein, Kroschke ist ein deutsches Unternehmen und konzentriert sich auf den Deutschmarkt. Warum? Weil tatsächlich das deutsche Zulassungswesen relativ einzigartig ist, so vom Geschäftsmodell mit den lokalen Einheiten, mit den lokalen Zulassungsstellen. Das heißt, mein Vater, der hat es früher auch immer schon probiert, mit dem Geschäftsmodell ins Ausland zu wachsen und war dann da nicht so in der Form erfolgreich. Weil man nicht mit unserem Geschäftsmodell in genau dieser Form wachsen kann. Aber das ist dann tatsächlich auch eine Erfahrung, die wir in den letzten Jahren gemacht haben. Getriggert tatsächlich durch einen Punkt. Ich sprach gerade davon, 2017, zwei Geschäftsführer gingen weg. Wir mussten uns neu ausrichten, große Kunden gingen weg. Wir mussten schauen, wie geht es jetzt weiter? Da war ein ganz wichtiger Kunde, Auto 1, die da noch relativ frisch am Markt war. Aber du konntest schon sehen, wie die sich entwickeln, wie die sich den Markt erobert haben, wie die den Kunden in den Mittelpunkt gestellt haben und wie die auch schon eine europäische Expansionsstrategie hatten. Da kam bei uns oder auch bei mir der Gedanke, warum wachsen wir nicht mit diesen Kunden auch ins Ausland? Davon gab es mehrere. Das war eine Zeit, da war ganz viel Dynamik. Dann kam KASU und da passierte gerade ganz viel. Dann kamen die ersten Ausprägungen von Herstellern, die auch europäisch wachsen wollten. Tesla war da so ein bisschen unser Versuchskunde, der auch gesagt hat, könnt ihr das nicht auch irgendwo anders? Dann haben wir gesagt, alles klar, vielleicht ist das jetzt genau der Zahn der Zeit, uns sowohl mit diesen neuen Geschäftsmodellen und den neuen Playern am Markt auseinanderzusetzen, aber auch zu sehen, dass die sich europäisch aufstellen. Dass die den europäischen Markt anvisieren und wir gehen da auch hin. Damals kam so kurz der Begriff Global Registration Expert. Wir haben es dann etwas reduziert noch und haben gesagt, lass uns erstmal Europa gucken. Da haben wir eine super spannende Reise gestartet, weil wir festgestellt haben, die Zulassungswesen in jedem Land sind anders. Die haben Ähnlichkeiten und im Kern ist es immer eine Verheiratung von Datensätzen, nämlich die von einem Auto, von einem Halter oder Eigentümer oder was auch immer. Das sind auch gerade EU-weit sehr harmonisiert, sehr ähnlich, aber die Zulassungswesen sind immer anders. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es keinen gegeben hat, der sich jemals auf den Weg gemacht hat, das zu tun, weil es halt so unterschiedlich ist. Wir haben gesagt, eigentlich ist ja unsere Aufgabe als Dienstleister, Komplexität zu reduzieren. Wir haben das gemacht im deutschen Markt, das ist eigentlich nichts anderes. Es gibt über 700 Zulassungsstellen oder 400 Zulassungskreise, die auch wieder immer anders agieren. Unterschiedliche Öffnungszeiten, Formulare sind unterschiedlich und was macht Kroschke? Wir nehmen jetzt schon die Komplexität, weil du brauchst nur Zulassendrücken. Dahinter passiert dann sozusagen der Individualismus und das Ganze geht natürlich auch in Europa. Da ist es noch ein bisschen herausfordernder, weil die Zulassungswesen so unterschiedlich sind. Aber das ist ja auch das, was dann wieder die große Freude macht, weil du ja so wahnsinnige Lerneffekte hast. Das ist der eine Pfad und dann liebe Grüße an meine Jungs von der Deutschen Kennzeichentechnik. Da sind wir ein bisschen wilder noch unterwegs, weil da sind wir jetzt in Afrika, Südamerika und in verschiedenen asiatischen Staaten unterwegs. Und da sind wir noch ein bisschen früher. Da ist es gar nicht mal so, dass wir sagen, wir treffen da auf reife Zulassungswesen, denn das ist das, was wir in Europa haben. In Europa haben wir funktionierende Zulassungswesen. In Afrika, da hast du manchmal ein nicht wirklich funktionierendes Zulassungswesen, wo wir dann gesagt haben, wie geil ist das denn? Dann bringst du deine Erfahrungen in diese Länder und baust da quasi diese Strukturen auf. Also auch diesen Pfad gehen wir gerade. Ich liebe es, Tim. Das ist genau das. Das ist so wie stetiges Abenteuer. Das finde ich richtig schön, was du da erzählst. Das nimmt mir aber quasi wieder meine nächste Frage vorweg, weil eigentlich wollte ich mit dir das Fernlicht jetzt anmachen und so ein bisschen mal schauen, wohin geht die Reise? Da hast du jetzt eigentlich schon Eindrücke dazu gegeben. Wohin geht die Reise? Welche Ziele verfolgst du? Das ist vielleicht so die Frage, die ich konkreter dir stellen möchte. Also das größte Ziel ist natürlich, dass es meiner Familie gut geht, meine Mäuse gesund sind. Und dass ich die auch irgendwie richtig mit auf den Weg bringe. Und das mache ich natürlich mit einer Sicherheit, die ich hier auch im Unternehmen gewährleiste. Aber das will ich nicht außen vor lassen, dass das natürlich für mich eines der wichtigsten Ziele ist, die ich für mein Leben habe. Ich habe drei wundervolle Kinder, elf, neun und vier. Und dass die auf den Weg kommen, das ist das allergrößte Ziel. Aber ich habe ja da noch ein Hobby, das ist die Kroschke-Gruppe. Und da habe ich irgendwann mal gesagt, ich werde mal größter Schildermacher. Beziehungsweise irgendwann habe ich gesagt, Schildermacher ist Quatsch. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner, du willst der größte Zulasser der Welt werden. Und du, ganz ehrlich, daran bruckele ich. Alleine zu sehen, wie wir jetzt schon vorankommen. Wir hatten jetzt gerade die Verkündung unserer Strategie 2028. Mein Bruder und ich, letzte Woche, drei Tage hintereinander weg. Versucht alle Leute nochmal mit anzuzünden und zu erklären, mit welchem Baustein wir da hin wollen. Und da ist erstmal, dass wir Europas größter Zulasser werden bis 2028. Das ist jetzt erstmal das Fernlicht im Lichtkegel. Das ist der Lichtkegel, den wir da haben. Aber wir wissen, die Straße geht natürlich hinterm Lichtkegel auch noch weiter. Und bis 2028 wollen wir 15 Länder erobert haben. Und haben da auch ein tolles Team, was damit unterwegs ist. Haben tolle erste Erfahrungen. Wir sind in Italien, Frankreich, Spanien. Haben in Rumänien einen tollen Partner. Haben eine Dependance in UK. Haben einen richtig tollen Partner in Tschechien. Und das ist so, ganz ehrlich, mein Vater hat immer gesagt, Philipp, wenn du Spaß an der Arbeit hast, wirst du nie wieder arbeiten müssen. Also eine Mannschaft führen und dann auch in diesen wilden Zeiten. Und da gibt es dann doch Dinge, die sich dann wie Arbeit anfühlen. Aber im Großen und Ganzen sind es genau diese Bausteine. Das hat Abenteuer. Da habe ich so ein bisschen wie Expedition. Und dann lernst du so viel. Wie gesagt, Lichtkegel über den Lichtkegel hinaus. Größter Zulasser der Welt. Das ist immer noch mein Ziel und daran arbeite ich. Und wir haben jetzt gerade ein tolles Projekt in Tansania gewonnen. Wir haben jetzt gerade in der Elfenbeinküste eine Zulassungsstelle eröffnet. Das sind noch kleine Pflänzchen. Aber wer so ein bisschen sich in Afrika auskennt, weiß, die Regionen befruchten sich dann teilweise voneinander. Und der eine sieht das und da bewegt sich dann was. Also ich will es gar nicht ausschließen, dass das tatsächlich funktioniert. Klasse. Ich drücke alle meine Däumchen. Eins, zwei. Okay, Philipp, ganz herzlichen Dank an der Stelle, dass du so persönlich auch deine Erfahrungen und alles teilst. Das ist auch nicht ganz selbstverständlich. Aber das ist wieder authentisch der Philipp. Ganz herzlichen Dank dafür. Und auch du kommst ja nicht hier ohne Abschlussfragen raus. Und du kennst ja meine Abschlussfrage. Die ist aber heute anders. Wann sitzt du das erste Mal in einem Auto, bis dahin ist alles gleich, welches ab Werk ein Kroschke-ID-Chip trägt und das Nummernschild nur noch Deko ist? Vielleicht gibt es dann das Nummernschild gar nicht mehr. So hart wollte ich es formulieren. Aber lieber Tim, die geht tatsächlich einher mit deiner sonstigen Standardfrage. Wann sitzt du in einem vollautonomen fahrenden Auto? Ich habe eine These. Die These ist, in dem Moment, wo die Fahrzeuge sich gegenseitig miteinander identifizieren oder zueinander identifizieren, wird es etwas geben, was das Schild darstellt, nämlich die Sichtidentifikation. Das Schild gibt es auch in der Ausprägung, in der Prägung, in der Größe, in der Farbgebung, weil man es aus einer bestimmten Entfernung erkennen muss, um das Fahrzeug eindeutig identifizieren zu können. Dafür gibt es das und deswegen sieht das so aus. Und ich sage, in dem Moment, wo Fahrzeuge sich miteinander und untereinander identifizieren, braucht es keine Sichtidentifikation mehr, sondern dann gibt es eine digitale Identifikation. Und in dem Moment wird es ein Autoschild nicht mehr geben müssen. Bis dahin glaube ich sehr stark daran, dass das Schild auch in seiner Form, wie wir es jetzt kennen und wahrscheinlich auch in dem Material im Wesentlichen gleich oder ähnlich bleiben wird, weil das hat sich durchgesetzt. Das ist grundsätzlich erschwinglich. Es gibt ein Vertriebssystem. Die Verfügbarkeit ist gut. Es ist unkompliziert. Es ist gut lesbar. Es ist widerstandsfähig. Insofern sage ich, das wird noch ein Weilchen dauern. Vorher wird sich aber das gesamte Zulassungswesen ändern und das machen wir in der nächsten Folge. Genau, das gestaltet ihr artig mit. Ihr seid ja da wirklich überall am Puls der Zeit. Und ich merke ja auch, dass ihr da ein hohes Interesse daran habt, Eigeninteresse natürlich auch, aber das halt mit zu gestalten und nicht zu gucken, wer sich da irgendwas ausdenkt und dann sich danach richten zu müssen. Nein, nein, nein, nein, nein. Das ist, wie sagt man auch da wieder? Oh Gott, heute ist Tag der klugen Sprüche. Ich weiß gar nicht, wer das war. War das Einstein? Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selber zu gestalten. Und das ist, ja genau, fünf Euro ins Phrasenschwein. Aber manchmal mag ich genau diese, weil sie so, ja, die sind so eingängig. Und genau das versuchen wir. Nicht derjenige zu sein, der wartet, bis sich was verändert und dann darauf reagiert, sondern schon derjenige zu sein, der so gestaltet, dass er sich bestmöglich darauf einstellen kann. Ja, das sind weise Abschlussworte, lieber Philipp. So. Finde ich gut, so. Ja, dann sind wir mit dem Podcast, mit dem Philipps Jubiläumspodcast hier soweit durch. Ganz, ich kann nur danke sagen, dass ich die Chance hatte, da mit dir in Ruhe drüber sprechen zu dürfen. Danke. Lieber Tim, es war mir wie immer eine riesengroße Freude und ich hoffe, ja, der ein oder andere, der uns zuhört, zieht ein bisschen was draus und nimmt was mit. Und wer Lust hat, stellt mir die Fragen dazu oder lässt sich noch ein Schild 2025 geil schicken. Denn tatsächlich, ihr wisst es und seht es jetzt natürlich nicht, aber wir haben auch ein Video hier oder wir sehen uns. Und hinter Tim steht ein Schild mit 2025 geil. Und die sind natürlich noch weiter bestellbar, wenn ihr euch selber damit hier und da mal motivieren wollt. Ach, klasse. Okay, ja, dann bleibt mir eigentlich nicht mehr viel zu sagen, außer der Philipp hat recht und ich verabschiede mich, grüße euch alle da draußen, wo immer ihr seid und wir hören uns bald wieder. Ich sage tschüss und der Philipp darf sich natürlich auch noch verabschieden. Macht’s gut. Ciao, ihr Lieben, bis ganz bald auf einer der nächsten Veranstaltungen. Tschüssing.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.