In der neuesten Folge von ‚Benzingespräche‘ diskutieren Tim Klötzing und Christian Kors über die Zukunft der Mobilität. Der Fokus liegt auf der Rolle der Digitalisierung und wie sie die Automobilbranche transformiert. Christian Kors, bekannt durch seine Arbeit bei OMR und als Host des ‚Future Moves‘ Podcasts, teilt seine Einblicke und Erfahrungen.
Die Digitalisierung hat die Art und Weise, wie wir Mobilität erleben, grundlegend verändert. Von der Planung über die Durchführung bis hin zur Optimierung von Routen – digitale Tools wie Google Maps haben einen signifikanten Einfluss darauf, wie Menschen ihre Reisen organisieren. Diese Technologien bieten nicht nur Komfort, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten für die Mobilitätsbranche.
Ein zentrales Thema der Diskussion ist die Herausforderung, die Mobilität nachhaltig und effizient zu gestalten. Während traditionelle Verbrennungsmotoren immer mehr in den Hintergrund treten, gewinnen alternative Antriebe und Mobilitätskonzepte an Bedeutung. Unternehmen wie Lincoln Co. integrieren bereits innovative Features, die das Teilen von Fahrzeugen erleichtern und somit die Nutzungseffizienz erhöhen.
Christian Kors teilt seine persönliche Verbindung zur Mobilität. Aufgewachsen auf dem Land, war das Auto für ihn ein Symbol der Freiheit. Doch mit der Zeit und dem Leben in der Stadt hat sich seine Sichtweise geändert. Heute sieht er das Auto mehr als ein Mittel zum Zweck, während er die Vorteile von Carsharing und anderen Mobilitätsdiensten schätzt.
Die Automobilbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte bieten immense Chancen, gleichzeitig erfordern sie aber auch Anpassungen und neue Denkweisen. Die Zukunft der Mobilität wird von jenen geprägt, die bereit sind, innovative Wege zu gehen und traditionelle Strukturen zu hinterfragen.
📄 Vollständiges Transkript
Benzingespräche – der Branche- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Dieser Podcast wird präsentiert von Yareto, dem Finanzierungsexperten für den Kfz-Handel. Auf Yareto.de könnt ihr als Autohändler schnell und einfach Autokredite und Leasingkonditionen für eure Kunden vergleichen, anfragen und abschließen. Und das mit Top-Zinskonditionen. Euer Vorteil? Sekundenschneller transparenter Vergleich, eine einheitliche Antragsstrecke und vieles mehr. Mit über 10 Banken für Absatzfinanzierungen holt ihr einfach mehr für euch und eure Kunden raus. Yareto.de Herzlich willkommen Christian Kors, Editor und Content Strategist bei der OMR und Redaktionsleiter Future Moves und ebenfalls Podcast-Host. Hallo Christian. Herzlich willkommen Tim Klötzing, Auto- und Online-Marketing-Experte, Podcaster und freier Marketing-Berater und Podcast-Host. Ja, lustig, dass wir eben mal zusammenkommen als zwei Podcast-Hosts in einem Format. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Ja, ich auch, weil das ist ja schon so ein bisschen kurios. Normalerweise, wenn wir unsere Show hosten, dann stellen wir die Gäste vor und diesmal sind wir ja Gast und Host irgendwie in einem. Und da muss man auch erstmal so ein bisschen schauen, wie machen wir das. Aber ich freue mich total. Also euch an der OMR kommt man ja eh nicht so richtig vorbei. Und mir war es auch mal wichtig, mit euch zu sprechen, weil ihr ja in dem digitalen Universum in Deutschland ja schon eine Nummer seid. Und mir ist es halt auch so wichtig, in mir steckt ja auch ein Marketer. Und die Schnittstelle zum Handel so ein bisschen zu spannen. Und da dachte ich, Mensch, wir müssen doch mal sprechen. Auf jeden Fall und immer gerne. Und von meiner Seite ist das Interesse so ein bisschen anders gelagert, aber ebenfalls genauso groß. Also ich finde es eben total spannend. Ich meine, dein Format, das hat Benzin im Namen. Das ist quasi so ein bisschen weit weg von dem, was sonst normalerweise in meinem Format stattfindet, wo es ja um Antriebswende sozusagen schon mal ein Haken hinter ist immer. Und gleichzeitig finde ich aber total spannend, dass du natürlich einfach als jemand, der sehr nah an der Welt der Autohäuser, des Vertriebs ist, einfach natürlich total drinsteckst in der Branche, die gerade total im Wandel ist. Und da Einblicke hast und, glaube ich, eben ganz viel teilen kannst, was mal so ein bisschen Gespür dafür gibt, wo wirklich so die ganz praktischen, ganz einfachen, vielleicht eben nicht so auf den ersten Blick erkennlichen Herausforderungen sind. Ja, absolut. Gut, wenn man die Namen unserer Shows mal vergleicht, Future Moves. Und du hast ja gerade schon ganz, ganz grob so umrissen in aller Kürze. Und mein Podcast heißt Benzingespräche. Das ist aber, das rührt eigentlich eher daher, dass Benzingespräche ist für mich so ein eingebürgerter Begriff. Und wenn man an Autos steht oder über Autos spricht mit anderen, sind das so Benzingespräche. Noch, noch. Ja, pass auf. In dem letzten halben Jahr habe ich gesprochen mit, du hast letztens auch mit dem lieben Alain Visser, super Sympathikus gesprochen von Link & Co. Ich habe mit BYD, Aiways, noch ein paar Companies und neuen, also New Brands gesprochen, die alle einen E-Antrieb haben. NIO zum Beispiel. Der Ralf Kranz fragte mich dann direkt so, ja, aber Benzingespräche ist, da musst du doch eigentlich E-Gespräche heißen. Ich sage, ja, du hast inhaltlich recht, aber auf der anderen Seite, ihr habt tolle Autos. Und wenn wir davor sprechen, ist es für mich immer noch in komischer Weise ein Benzingespräch, weil das so eingebürgert, so gelebt ist. Und ich halt auch ein großer Fan von Automobilen bin. Und da möchte ich mich gar nicht so zwingend festlegen, womit die fahren. Und ob das für immer so weiter heißt, weiß ich nicht. Aber in der Bubble, so Auto, Handel und Co. ist das halt noch voll da. Und es gibt halt viele Fans noch dieser Technologie, muss man auch sagen. Ohne Frage gibt es die. Und da steckt ja auch viel Romantik drin. Würde ich mich jetzt auch nicht so hundert Prozent selbst frei von sprechen. Glaube aber, dass tatsächlich eben im großen Maßstab sozusagen es eben nicht zukunftsfähig ist, einfach noch in Verbrennerantrieben zu denken, ob die dann irgendwie auf dem Papier klimaneutral sind oder nicht. Aber wir wollten ja einsteigen, dass du quasi mal mich in deinen Benzingespräch einbindest. Mal gucken, was da rauskommt. Ganz genau. Ja, Christian, herzlich willkommen beim Benzingesprächen. Ich habe ein paar Fragen für dich. Dann schieß los. Alles klar. Du also. Du warst ja beim Business Punk und bis zur OMR und machst den Future Moves Podcast noch zusätzlich. Also so gesehen so vom Journalisten zum Content Creator mit Blick auf die Mobilität? Fragezeichen. Beschreib das mal. Also ich würde mich jetzt nicht nur als Content Creator bezeichnen. Also das klingt nach so einer Verengung so ein bisschen. Aber jetzt auch klassischer Journalismus. Also klar, da komme ich her und war eben lange bei Business Punk als ein Wirtschafts-Lifestyle-Magazin, wie es damals hieß. Heute glaube ich immer noch, wo eben sehr breite, sehr große Wandbreite war an Themen. Und es ging eben um Innovation, um Startups, um irgendwie Dinge anders machen. Also im Grunde letztlich schon so ein bisschen das Fundament von dem, was ich jetzt, wenn es um Future Moves geht, genauso sehe. Also dass ich natürlich immer nach wie vor das absolute Kontinuität auf der Suche bin nach Leuten, die halt so den Willen haben, Dinge anders zu machen. Das Bestehende in Frage zu stellen und natürlich andere Lösungen zu finden. Aber ganz klar natürlich inhaltlich wesentlich fokussierter als damals. Also wir hatten ja, keine Ahnung, jedes Heft war ein neuer Schwerpunkt. Und da hat man dann von, keine Ahnung, Zukunft der Lebensmittelindustrie und zwei Monate später dann Zukunft des Bankings oder so, sich in der Wandbreite beschäftigt. Und jetzt bin ich halt schon ganz froh, dass ich natürlich inhaltlich einfach sehr viel enger sozusagen aufgestellt bin. Von daher vielleicht ja meinen halben Content Creator, warum nicht, in der Hinsicht. Aber eben natürlich auch sehr viel intensiver mich in dieses Thema halt reinfinden kann. Was finde ich total hilft natürlich, erstmal auch ein Netzwerk aufzubauen, Leute kennenzulernen, Leute zu treffen und vor allem auch wiederzutreffen. Das ist halt ein großer Unterschied zu damals. Da war halt oft irgendwie, du machst halt so ein Thema, eine Geschichte, dann ein bisschen Haken hinter und dann kommt das nächste Ding. Und jetzt ist halt schon so, dass ich mich ja seit insgesamt jetzt auch schon über zwei Jahren in dieser Bubble, aber eben hoffentlich auch immer ein bisschen darüber hinaus bewege. Und finde das total spannend eben festzustellen, auch gerade in dieser Zeit, wie viel Veränderung da stattgefunden hat. Weil das ist tatsächlich etwas, was anders ist, als es in meinem Job vorher war. Da war halt so der Wandel immer das Thema, mit dem man sich beschäftigt hat und in dem man im Zweifel auch ein bisschen behauptet hat, weil das halt die Grundidee von diesem Heft, von dieser Marke war. Und jetzt beim Themenfeld Mobilität, finde ich, kann man ganz stark feststellen, da findet dieser Wandel tatsächlich statt. Und der ist auch gerade auf allen Feldern eben immens. Die Herausforderungen sind groß, aber eben auch genauso das, was da passiert und sich entwickelt innerhalb von sehr kurzer Zeit. Ja, absolut. Also die letzten zwei, drei, vier Jahre vielleicht sind ein extremer Wandel und wir gehen gleich noch ein bisschen näher dran thematisch. Mich würde aber vielleicht so am Anfang so ein bisschen noch interessieren, wie ist denn dein persönlicher Zugang zu dem Thema Mobilität? Bist du mit Autos groß geworden oder? Ich weiß nicht, kann ja auch irgendwie, das würde mich interessieren. Ich komme vom Dorf, das heißt, ich bin quasi in diesem Land zwangsläufig mit dem Auto groß geworden. Und habe natürlich auch diese Biografie desjenigen, der sich dann gefreut hat, mit 18 endlich den Führerschein zu haben, um eben dann unabhängiger und über Fahrraddistanz hinaus mobil zu sein. Relativ lange lebe ich schon in Städten und das prägt natürlich sehr auch mein Verständnis von Mobilität. Also mir geht es letztlich sehr stark darum, Mobilität zu verstehen als eine Möglichkeit, möglichst bequem und ohne viel nachdenken zu müssen, von A nach B zu kommen. Und persönlich finde ich das Auto immer unattraktiver als reines Fortbewegungsmittel. Auf der anderen Seite habe ich eine große Leidenschaft für Roadtrips. Habe jetzt sehr wehmütig mich von meinem Cabrio, Verbrenner tatsächlich, trennen müssen, weil es einfach zu alt war und auch totaler Unsinn war. Weil es eben zu diesen ganzen Autos gehört, die 23 Stunden oder länger rumstehen in der Stadt. Und zum einen wollte ich nicht mehr Teil davon sein, auf der anderen Seite ist es auch einfach ökonomisch totaler Quatsch, sich so ein Fahrzeug zu halten. Ja, immer diese besagten 95 Prozent am Tag wird das eigene Auto nicht genutzt und deswegen ist ja die Idee des Shareings ja total genial. Aber es funktioniert halt nicht überall gleich gut. Ich würde noch ganz kurz so ein bisschen bei dir, muss ich noch ein bisschen bohren. Ich nenne das mal so dein digitaler Fokus, beziehungsweise der Blick aus der digitalen Branche auf die Mobilitätsbranche. Was ist so das Spannende für dich und das Wichtigste? Wie siehst du die Mobilitätsbranche aus deiner subjektiven Wahrnehmung? Also ich glaube, oder es ist zumindest so ein bisschen der Anspruch, den ich immer habe oder der Zugang, den ich wähle, sagen wir mal so, ist eher diese ganze Branche und was sie so tun, wie sie sich verändern aus so einer Konsumentenperspektive auch wahrzunehmen. Weil ich glaube, darum geht es am Ende. Also ich meine, letztlich, das ist nicht Selbstzweck, dass irgendwie Autos oder Busse von A nach B fahren, sondern es geht ja immer darum, irgendjemand hat das Bedürfnis, von einem Ort zum anderen zu kommen und muss dann halt im Grunde eine Option wählen, wie er das machen kann. Und in dem Kontext, glaube ich, ist die Digitalisierung halt total spannend. Weil auf der einen Seite, es geht nicht um ein rein digitales Thema, weil die Leute bewegen sich halt physisch durch die Gegend sozusagen. Aber ich finde eben interessant auf der anderen Seite, wie man dafür sorgen kann, dass einfach digitale Technologie, digitale Zugänge helfen können, das Ganze besser zu organisieren. Also sei es angefangen bei der Planung. Wenn man sich anguckt, was so ein Tool wie Google Maps einfach für einen Effekt darauf hatte, wie Menschen ihre Mobilität organisieren, wie sie sich überhaupt bewegen, im urbanen Raum auch. Welche Möglichkeiten es gibt, da Reisen oder Wegstrecken zu planen, die es ja früher überhaupt nicht gab. Also klar, kann man jetzt auch ein bisschen beklagen. Keiner fragt mehr irgendwen nach dem Weg. Aber es ist halt ja erstmal, es schafft ja auch Zugänge, Zugänglichkeit für Orte, an denen man noch nicht war. Indem man jetzt einfach digitale Tools hat, die einem den Zugang liefern. Und auf der anderen Seite natürlich auch, wenn ich mir jetzt angucke, welche Möglichkeiten darin stecken. Du hast eben selbst Lincoln Co. erwähnt. Also was ich total spannend finde daran, ist, dass die eben so ein Feature mitdenken von Anfang an, zu sagen, ich kann mein Auto halt immer verleihen. Das ist so eingebaut in dieses Fahrzeug. Also das heißt, da steckt schon mal durch die digitale Technologie eine ganz andere Möglichkeit drin, Besitz zu definieren oder Eigentum von einem Auto eben zu öffnen für eine Sharing-Nutzung. Oder eben, wie das ja auch möglich ist, eben bei allen Carsharing-Anbietern. Ich meine, dieses ganze Free Floating Carsharing kann es so gar nicht oder hätte es so gar nicht geben können ohne digitale Technologie. Und ich glaube, dass da eben noch sehr viel drin ist, sehr viel Entwicklung einfach, dass man eben Mobilität, Mobilitätsprodukte viel enger verzahnen kann, viel zugänglicher machen kann. Und von daher ist das, wie am Ende ja in allen Branchen, ist die Digitalisierung halt natürlich die treibende Kraft, der entscheidende Faktor von allem, was da in Innovationen stattfindet gerade. Ja, du hast gerade Lincoln Co. Beispiel genannt. Auch NIO kann man da ja nennen, die nach Europa kommen oder dann auch nach Deutschland kommen. Und auf einmal haben die einen Community-Gedanken im Gepäck. Früher gab es vielleicht von deutschen Herstellern Merchandise. Und die kommen mit einer Community um die Ecke. NIO hat sogar Stores. Lincoln Co. hat auch so Stores, so City Stores, wo man ganz andere Produkte halt kaufen kann. Und das Auto halt auch natürlich eine wichtige Rolle hat, aber die auch eine Online-Plattform für diese Community haben. Das ist schon wirklich eine Weiterentwicklung, wo halt auch das Digitale halt eine treibende Kraft ist. Ganz bestimmt. Also ich persönlich, ich bin so ein bisschen skeptisch, ob das wirklich dieses Community-Thema, ob das wirklich dann so relevant ist am Ende. Weil also gerade wenn es darum geht, dass das Geschäftsmodell schon daraus besteht, dass man Leuten Autos irgendwie verkaufen, vermieten, im Abo zur Verfügung stellen will, was auch immer, braucht es dann wirklich eine Community. Aber interessant finde ich schon, wenn natürlich so ein kollektives Denken, also dass man Mobilität im Grunde eben nicht nur Bus und Bahn als etwas sieht, was prinzipiell allen zur Verfügung steht, sondern auch mal darüber nachdenkt, kann ich nicht eigentlich mein Auto, also muss ich das so für mich kaufen? Oder kann ich auch darüber nachdenken, dass ich mir als Gruppe ein Auto zulege? Oder eben gerade diese Offenheit oder eben nicht mehr rauszukommen aus dieser Falle, dass man sagt, okay, da ist halt das eine Auto, das der einen Person gehört, die dann auch über die Versicherung läuft. Hin zu eben eigentlich einem Verständnis, okay, ich bin halt jemand, der mobil sein will in unterschiedlichen Konstellationen, habe das und das Budget und muss eben gucken, wie ich das aufteile und schaue eben, wie ich das am sinnvollsten anlegen kann. Absolut. Und das ist auch, man hört darüber, dass diese Community-Gedanken in Asien oder in China halt funktionieren. Jetzt kommen die hier rüber, jetzt muss man einfach mal schauen. Das ist ja auch ein kultureller Unterschied, das darf man nicht unterschätzen. Und das wird natürlich auch so. Ich bin ja in Deutschland auch so in der Autohandels- und Automotive-Bubble sehr tief drin. Und es ist jetzt nicht so, dass alle in die Hände klatschen und sagen, endlich kommt jemand mit diesem Konzept im Kontext Mobilität um die Ecke, sondern es wird schon hingeschaut. Und ob das alles funktioniert, ja oder nein, das gilt es sich zu beweisen. Und da ist natürlich auch viel Geld, Investitionen halt mit drin. Gibt es da, wenn ich so direkt entgegenfrage, gibt es da eigentlich auch Leute, mit denen du sprichst, die dann so sagen, ja, okay, die nennen das jetzt Community, aber im Grunde ist es halt einfach Pflege von Kundenbeziehungen. Das machen wir auch schon seit Ewigkeiten. Also wird es als so neu und so anders überhaupt aus der Branche heraus wahrgenommen? Also genau konkret, wie du es jetzt formuliert hast, also den Vergleich habe ich so noch nicht gehört, kurioserweise, sondern viele sind sich bewusst, dass die Pflege der Kundenbeziehungen so mittelmäßig gut ist, all over, sage ich mal ganz hart. Mir würde jetzt auch kein europäischer deutscher Hersteller einfallen, wo ich sage, die haben ihre Kunden voll im Griff. Also das ist einfach nicht so. Und es wird halt hingeschaut, weil da wird unfassbar viel Geld in die Hand genommen und nicht alle glauben, dass das funktioniert. Und wie gesagt, das gilt sich zu beweisen. Der Ansatz ist nicht schlecht. Und ob das, wie gesagt, dieser kulturelle Unterschied, Asien, China, Deutschland oder so funktioniert, ist halt schwer vorherzusagen. Und ja, also da kann ich gar nicht so richtig darauf antworten, weil der Beweis muss halt wirklich, die sind ja auch seit diesem Jahr oder mehr oder weniger seit einem Jahr erst am Ball. Naja, okay. Nächste Frage. Und zwar, du bist ja auch seit zwei Jahren so in dem Podcast-Business drin. Du hast viele Gäste aus dem, ich sage mal, erweiterten Mobilitätsuniversum, habe ich das mal genannt. Was sind so deiner Meinung nach die Top-3-Herausforderungen der Verkehrswende? Wenn wir so ein bisschen das Bild aufziehen, was du gelernt hast. Also wenn es nur drei sind, dann ist die Situation gar nicht so schlecht, wie man denkt. Tatsächlich, also ich glaube, die größte Herausforderung ist einfach, wenn man mal von der Person ausgeht, die halt sich fortbewegen will, wie tief die eigenen Gewohnheiten sitzen. Also weil einfach, das ist jetzt, habe ich in mehreren Gesprächen schon gehört, also gerade, wo es um Leute ging, die Projekte durchgeführt haben, wo es eben darum ging zu gucken, was muss denn eigentlich passieren, damit Leute einfach dann mal vom Auto lassen, in Anführungsstrichen. Also das ist ja immer der normale Fall. Und mal ausprobieren, wie das ist, kann ich eigentlich auch mit einer Kombination aus öffentlichem Verkehr und Lastenrad oder Carsharing und was auch immer, genauso gut zurechtkommen, dass die Leute halt einfach ihre Gewohnheit haben. Und das ist ja was, da spreche ich mich auch nicht frei. Wir haben als Familie auch ein Auto. Und es ist ja auch gleichzeitig ein ganz gutes Gefühl zu wissen, okay, das steht da unten in der Garage und es stünde zur Verfügung. Auch wenn es, und das ist quasi der zweite Punkt, der eng damit zusammenhängt, wenn es eigentlich wirtschaftlicher Unsinn ist. Weil das ist, glaube ich, auch was, was ein großes Hemmnis ist, dass einfach Kostentransparenz herrscht, gar nicht so. Also ein Bewusstsein dafür, was eigentlich die… die eigene Mobilität einkostet, also sei es durch die Kosten, die man selbst hat, also für eben Instandhaltung von einem Fahrzeug oder auch Sprit oder eben auch Monatstickets und so weiter. Aber auch wenn man das Ganze mal so ein bisschen drüber hinaus guckt, also ich habe gerade eine Podcast-Folge aufgenommen zum Thema Vollkosten von Mobilität und das ist halt total spannend, wenn man eben dann den Blick auch noch mal weitet und schaut, okay, wie viel Fläche nimmt denn eigentlich so eine Mobilitätsform ein? Wie viel Folgekosten entstehen durch Unfälle, wo dann interessanterweise das Fahrrad eben auf einmal so ein bisschen eine Anführungsstrichen Kostenfalle beinhaltet, einfach weil die Unfallfolgekosten beim Fahrrad viel höher sind als bei einem SUV logischerweise, weil den Leuten halt schneller und mehr was passiert. Das ist auf jeden Fall ein spannender Punkt, glaube ich, dass wir irgendwie noch mal dahin kommen müssen, dass Menschen wirklich ihre Kosten ehrlich mit sich selbst auch durchgehen für Mobilität, weil ich glaube, dass dann halt andere Angebote auch gleich noch mal ein bisschen attraktiver erscheinen können. Ja, und ich glaube, was halt eben ein großer, großer, großer Schritt nach vorne sein könnte, wäre auch, wie gesagt, alles jetzt eben aus der Perspektive der NutzerInnen von Mobilität herausgesprochen, wenn der eigene Blick sich auch mal öffnen würde dahingehend, dass man sagt, okay, ich habe jetzt nicht diesen einen Default-Modus von Mobilität, weil ich eben ein Auto da habe, sondern halt zu sagen, okay, was ist denn jetzt tatsächlich für mich die sinnvollste Art und Weise, mich zu bewegen? Also viele, gerade im städtischen Kontext, weil natürlich die Angebote da auch viel vielfältiger sind, machen das ja schon. Und eben, ich hatte schon über Google Maps gesprochen, solche Tools helfen natürlich auch total dabei, einfach direkt die alternativen Angebote nebeneinander stehen zu haben. Und ich glaube, dass man dann wirklich so eine gelebte Multimodalität für sich erreicht und das auch als Bewusstseinszustand hat. Also, dass man wirklich auch sich bewusst macht, okay, nee, ich fahre ja nicht alles mit dem Auto, sondern ich gehe ja auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Also, dass da eine Öffnung stattfindet und man dann eben flexibler darüber nachdenkt, wie man was machen könnte. Das könnte, glaube ich, schon helfen. Und klar, die anderen Punkte sind natürlich, was den Aufbau von Infrastruktur angeht, was Angebote angeht, inwieweit Ride-Pooling-Dienste eben nicht nur in drei, vier Großstädten verfügbar sind, sondern vielleicht eben dann auch irgendwann mal auf dem Land und so weiter und so fort. Aber das sind natürlich dann jetzt auch alles schnell Riesenthemen, wo man jetzt auch gar nicht sagen kann, das ist das Wichtigste. Also, Fazit, ich würde sagen, es gibt halt jetzt eben nicht die drei Themen, die muss man anfassen und dann klappt das mit der Verkehrswende, sondern es sind ganz viele Schritte angefangen bei jedem Individuum bis eben hin zu langfristigen Entscheidungen auf staatlicher Ebene, auf wirtschaftlicher Ebene, wo man wie in welche Infrastruktur sein Geld stecken will, logischerweise. Und ich meine, da sieht man ja, also wie jetzt irgendwie gerade von Hamburg aus betrachtet, der Plan, eine Neubaustrecke zu bauen zwischen Hannover und Hamburg, um einfach da den Deutschland-Takt irgendwann mal, 2070 ist ja glaube ich das aktuelle Datum, zu ermöglichen. Ja, das wird jetzt wahrscheinlich dann auch gerissen werden, weil man das jetzt auch erst mal wieder vertagt hat. Und da sieht man halt schon, das ist halt ein richtig, richtig, richtig dickes Brett, das man da bohren muss. Wenn man, wenn man das nochmal so auf so einer Metaebene nochmal runter nimmt. Du hast ja was, was sehr zählbares auf einer Seite Kosten, Finanzierbarkeit, also wirklich nackte Zahlen, die da eine Rolle spielen. Auf der anderen Seite trifft das ja auf so einen Wunsch. Du hast es vorhin so anklingen lassen, ist sehr gut zu wissen, dass man jetzt theoretisch, wenn man zum Arzt müsste, sofort das Auto nehmen könnte. Freiheit. Und da treffen ja zwei echt wichtige Dinge aufeinander, weil viele kommen halt so aus dieser gelebten Freiheit. Das war schon immer so. Ich habe ein Auto und ich kann jederzeit überall hin, ob das hier vorne zum Bäcker ist oder nach, weiß ich jetzt, nach Hamburg oder so. Das ist ja ein Stück Freiheit. Und auf der anderen Seite hast du halt Mobilitätskonzepte, die in Hamburg, Berlin, München funktionieren. Ich bin aus dem Ruhrgebiet. Glaubt mal nicht, dass wir ein ähnliches Angebot wie in diesen Metropolen haben in Essen. Und Essen ist auch keine Kleinstadt. Ja, definitiv. Also Ruhrgebiet. Ich habe in Bochum studiert. Ich weiß, wie das da ist. Also ich weiß vor allem auch, dass man mit dem öffentlichen Nahverkehr sich halt von Norden nach Süden und Osten nach Westen ganz gut bewegen kann. Aber sobald man diagonal sich bewegen will, hat man ein Problem. Und ich fand das damals wahnsinnig faszinierend, dass ich an der wirklich großen Uni war und dachte, oh, dann lerne ich ja mal Leute kennen, mit denen ich mich abends treffen kann. Und die haben aber alle irgendwie ein Auto gehabt und zu Hause gewohnt. Und das Auto war wahnsinnig wichtig, wo ich dachte, okay, ihr wohnt hier halt in so einer riesigen Großstadtgegend. Ihr könntet doch eigentlich so viel Lebensqualität haben, indem ihr euch nicht bewegen müsst. Aber die Leute haben trotzdem irgendwie sich alle bewegen wollen mit ihren Autos. Ja, also was du meinst, Freiheit. Für mich ist es vor allen Dingen erstmal in erster Linie schon ein Mythos, der mal erfüllt wird, mal nicht. Und ich habe ja selbst gesagt, also so das ganze Thema so ein Roadtrip machen, würde ich auch direkt sagen, das ist ein Gefühl von Freiheit, das man da hat. Also weil man natürlich irgendwie losfährt und mal guckt, was passiert. Aber in dem Moment, wo du sagst, ja, mit dem Auto dann halt irgendwo mal schnell irgendwo hinfahren in der Stadt, da hört das mit der Freiheit halt oft schon auf, weil man dann eben sich zwischen Baustellen und Stau und was weiß ich dann auch schnell verheddert. Und ich persönlich die Erfahrung mache, dass ich mit dem Fahrrad halt in fast allen Fällen der Distanzen, wo ich mich bewege, schneller bin, komfortabler bin und da wirklich keinen keinen Freiheitsverlust verspüre, nur weil ich eben nicht mit dem Auto fahre. Und deswegen glaube ich halt, das ist vielleicht eben auch so ein Ding, dass einfach diese Erzählung halt sehr gut funktioniert hat. Das Auto ist das Synonym für Freiheit. Und das wäre natürlich was, was ich mir wünschen würde, dass man das eben versucht, so ein bisschen zu übertragen. Also Mobilität an sich bedeutet einfach Freiheit, also den Zugang zu Mobilität zu haben. Und von daher sehe ich natürlich dann am Ende sowas wie das Deutschland-Ticket oder noch stärker natürlich damals das 9-Euro-Ticket als schon ein Mittel, diesen Mythos Freiheit eher auf Mobilität im Allgemeinen zu übertragen, als eben sich am Auto abzuarbeiten. Weil die Qualitäten sind ja unbestritten. Ich fände es aber nur gut, wenn man diese Qualitäten, das positive Image, wenn man das eben viel breiter denkt. Okay. Mobilität im Ganzen. Wo geht deiner Meinung nach, wenn man so ein bisschen in die Zukunft schaut, wo geht die Reise so hin? Wie wird sich deiner Meinung nach die Mobilität konkret in Deutschland verändern? Keine einfache Frage, by the way. Ja, keine einfache Frage und vor allen Dingen eine, die man ja auf zwei Arten beantworten kann. Auf der einen Seite kann ich sagen, was ich denke und auf der anderen Seite, was ich mir wünsche. Also wenn ich mir anschaue, was gerade passiert, habe ich so ein bisschen die Befürchtung, dass halt in der aktuellen politischen Konstellation im Grunde wir halt eine Infrastruktur umbauen und am Ende halt eine mehr oder weniger reine Antriebswende haben, die dann funktioniert oder eben nicht funktioniert. Vermutlich eher nicht funktioniert, weil dann hat man zwar Autos, die dann keine Abgase mehr ausstoßen, aber die stehen halt trotzdem im Stau. Und in den vergangenen Jahrzehnten hat es nicht funktioniert, Autobahnen breiter zu machen und dann funktioniert das alles besser, sondern das funktioniert dann immer nur eine Zeit lang und dann hat man wieder mehr Verkehr. Man kennt ja das ganze Spiel. Von daher alleine, weil diese Logik erwiesenermaßen nicht funktioniert hat, würde ich mir halt total wünschen, dass man überlegt, was können denn Alternativen dazu sein. Und ich weiß, dass es immer viel einfacher ist, als Bewohner eines Innenstadtbezirks, sich diese Alternativen schön zum Licht auszumalen. Aber ich kann mir vorstellen, dass am Ende alle davon profitieren können, wenn man eben überlegt, wo kann man dann tatsächlich mal gucken, dass man Automobilität wirklich gezielt zurückdrängt, um einfach Flächen frei zu machen für andere Nutzungszwecke. Und das ist ja, was durchaus für alle mehr Qualität bietet. Also ich glaube, jemand, der auch nur ab und an in die Stadt fährt, sage ich mal so, wie ich es früher vom Dorf kenne, in der Stadt dann aber eine Stadt vorfindet, die halt viel mehr Aufenthaltsqualität bietet, weil eben nicht alles mit Parkplätzen vollgepackt ist, sozusagen, sondern ich halt viel mehr Flächen habe, wo man andere Dinge machen kann. Wo man Außengastronomie hat, Aufenthaltsflächen hat, irgendwie Stadt eben auch komplett neu denken kann. Ich würde es glaube ich auch schätzen, immer unter der Voraussetzung, dass man natürlich jetzt nicht im Ziel hat, okay, wir müssen jetzt das Leben den Autofahrenden schwer machen, sondern dass man wirklich überlegt, wie kann man Angebote intelligent vernetzen, wie kann man dafür sorgen, dass eben das Ganze nicht als Nachteil empfunden wird, sondern dass man einfach ein anderes Nutzungsszenario hat für Autos. Und dass man möglicherweise eben nicht mehr sagt, ich muss halt mit dem Auto, so wie in Hamburg sieht man das ja, wie diese Parkhäuser um die Innenstadt herum gebaut sind, dass ich wirklich bis nah ran an die Einkaufszone fahren muss, sondern vielleicht ein bisschen weiter weg dann. Wo du gerade so gesprochen hast, dass hier bei mir in Essen gibt es eine so eine längere Einkaufsstraße mit ganz viel Gastro, links und rechts, wo du aber mit dem Auto durchfahren kannst und das auch eigentlich wichtig für den Einzelhandel ist, weil links und rechts sind wirklich Bundesstraßen. Und jetzt seit Jahren gibt es die Diskussion, ja, autofreie Straße, dann geht aber alles auf die Bundesstraßen, funktioniert nicht richtig. Jetzt haben wir Fahrradstraßen rausgemacht, die haben ganz viele Parkplätze umgenutzt vor den Gastros, wo jetzt so Cafés halt nach draußen erweitert sind. Im Sommer natürlich eine Riesensache, klar. Und man fährt so mit dem Auto schon teilweise da durch und ich sehe das immer wieder, dass Leute sich darüber aufregen, so, ah Mensch, die Parkplätze sind jetzt hier weg und hin und her, aber abends sind die Cafés voll. Also ein totaler Irrsinn, weil das ist ja eigentlich Lebensqualität, genau das, was du ja sagst. Ja, im besten Fall ist es ja das. Also und es ist ja auch eben eines dieser ältesten Argumente, dass man sagt, ja, es braucht Parkplätze, damit der Handel funktioniert. Es gibt ja auf der anderen Seite aber auch genug Beispiele, wo man sagt, nee, Handel kann auch profitieren davon, wenn man halt Aufenthaltsqualität erhöht, weil dann einfach mehr Menschen da wieder hinkommen und so eine Innenstadt dann halt lebenswerter ist. Es ist, man ist halt schnell in diesen sehr, sehr ideologisch gefärbten Grabenkämpfen drin. Deswegen glaube ich halt auch, es ist auf der anderen Seite eben auch total schwer, so eine pauschale Lösung zu finden und zu sagen, ja, wir machen jetzt überall so Superblocks und dann wird das Leben in der Stadt besser. Weil so wie du das beschreibst, es ist ja eben, es gibt sehr individuelle Fälle, also wo man dann eben sagt, okay, in dem Moment, wo man dann keine Parkplätze mehr hat, dann ist die Erreichbarkeit halt für bestimmte Bevölkerungsgruppen halt gar nicht mehr gegeben, weil wenn sie da nicht parken können, können sie da nicht hingelangen. Dann muss man natürlich eine andere Lösung finden als in Fällen, wo man sagt, okay, wir haben halt jetzt hier ein Wohnviertel, das halt gerade komplett erschlagen wird von Parksuchverkehr, weil halt ringsrum Anwohnerparkzonen eingerichtet wurden, wo man dann vielleicht eine andere Lösung finden muss. Okay, ich habe da noch ein Thema und zwar Automobile und die Digitalwirtschaft. Jetzt habe ich mal jemand hier, so einen Ansprechpartner ausgerechnet noch von der OMR, wo ihr eine sehr große Funktion ja in der Digitalwirtschaft auch habt. Und wenn man so, also ich als Automobilexperte, wenn ich auf der OMR unterwegs bin, spielt das Thema Automobil irgendwie oder Autobranche auch eine ganz, ganz kleine Rolle auf der OMR. Welche Entwicklungen siehst du so in der Automobildigitalwirtschaft? Welche Entwicklungen siehst du da und wo sind denn so gegenseitige Einflüsse möglicherweise dann doch? Ich glaube, dass das halt auch eine Entwicklung ist, die relativ am Anfang ist, weil ich meine, es wird schon sehr lange davon gesprochen, dass natürlich jetzt Autos zu rollenden Computern werden und so weiter und so fort. Aber was ja tatsächlich langsam erst beginnt, ist wirklich so eine Art, das Auto als eine Plattform zu begreifen, wo man Leuten Dinge auch verkaufen kann, Werbung anzeigen kann. Und das ist natürlich dann irgendwie jetzt in Bezug auf OMR gesprochen so die Schnittstelle, wo man sagen kann, okay, da finden dann halt die zwei Welten wirklich zusammen. Und das ist, glaube ich, halt vergleichsweise noch am Anfang. Also wenn ich es jetzt vor allem dem gegenüberstelle, wo jetzt so Riesenthemenblöcke wie Creator Economy oder überhaupt die großen E-Commerce-Anbieter sind. Deswegen glaube ich, ist es natürlich, dass das natürlich bei Weitem nicht so präsent ist. Gleichzeitig also bei Future Moves als ein Format, das angedockt ist an OMR, versuche ich so Sachen ja auch durchaus denen auch Raum zu geben. Aber klar, es ist natürlich noch was ganz anderes, weil eben Mobilität, glaube ich, auch noch gar nicht so sehr als Dienstleistung oder Produkt verstanden wird. Im Sinne von, dass man das irgendwie auch auf einer Marketing-Ebene mit nutzen kann. Wobei ich gleichzeitig sehe, dass es da eben total interessante Ansätze gibt. Also ein großer deutscher Telefonanbieter hat gerade so einen Tarif gelauncht für junge Menschen und die haben dann so Service-Angebote und zum Start dieses Angebots war halt der Deal, dass sie sagen, okay, wir bringen das 9-Euro-Ticket zurück. Hier, wenn du den Vertrag vorweist und dann irgendwie dein Deutschland-Ticket kannst du einreichen, kriegst du 40 Euro erstattet von dem 49-Euro-Ticket. Also das finde ich halt total spannend, weil auf einmal Mobilität eben eine Dienstleistung ist oder ein Angebot ist oder ein Teil von einem Lifestyle wird, der integrierbar ist in bestehende Produktwelten. Von daher glaube ich schon, dass es da eine stärkere Verbindung vielleicht auch geben kann hin zu der ganz klassischen Marketingwelt, indem man halt eben da Mobilität auch einbindet sozusagen. Das ist jetzt aber sehr vage und natürlich auch nicht in allzu vielen Fällen möglich. Und gleichzeitig sehe ich auf der anderen Seite natürlich schon, dass wenn ich jetzt bei dem klassischen Auto bleibe, das wird natürlich schon zur Werbeplattform. Also letztens hatte ich eine kleine Demo gekriegt, wie jetzt in so einem Fahrzeug im Navigationssystem Werbeeinblendungen eingebunden werden können, inklusive Angeboten, die man dann aus dem Auto abrufen kann und perspektivisch auch direkt bezahlen kann. Das ist aber natürlich noch alles sehr, sehr, sehr klein und Nische und sehr abhängig davon, dass die Fahrzeuge überhaupt die entsprechende Infrastruktur bereitstellen, indem sie halt alle Navigationssysteme mit entsprechenden Fähigkeiten haben. Aber ich glaube schon, dass einfach der Gedanke, Produkte ins Auto zu holen und das Auto sozusagen als Verkaufskanal für bestimmte Dinge zu betrachten, an Relevanz gewinnen wird. Also angefangen bei so ganz naheliegenden Dingen wie Tanken direkt übers Auto bezahlen zu lassen, also kontaktlos oder den Parkschein im Parkhaus direkt abzurechnen bis eben hin zu, dass man wirklich als so eine Art Push-Angebote den Leuten halt im Vorbeifahren dann darauf hinweisen kann, hey, wenn du jetzt hier zum Supermarkt kommst, kriegst du nicht nur dein Strom mit 20% Rabatt, sondern auch die und die Angebote, die deinen Interessen entsprechen. Also das ist, glaube ich, schon eine spannende Plattform, die da ist, weil die Leute werden ja nach wie vor wahnsinnig oft im Auto unterwegs sein. Ja, die Technologie im Auto, wenn wir uns mal in ein modernes Auto reinsetzen, die ist ja im Grunde da. Du hast Screens, die Rechner sind nicht langsam, die meisten Autos sind doch in irgendeiner Form online, aber die sind noch nicht integriert, wenn man so möchte. Und mir fallen auch spontan zwei, drei Anwendungen ein, bezahlen an einer Tankstelle, jetzt nicht direkt mit dem Auto, aber zum Beispiel am Handy. Du brauchst theoretisch nicht mehr aussteigen, aber das Einrichten davon, muss ich dir ganz ehrlich sagen, habe ich noch nicht zu Ende gebracht, weil das hatte 1000 Stolpersteine. Digital Parkbelege ziehen mit dem Handy, irgendwie stand ich in München letztens und das Einrichten dessen mal spontan hat dann 10 Minuten gedauert. Das geht dann halt irgendwann wahrscheinlich noch ein bisschen besser. Ja, ist total spannend an der Stelle ist aber, dass man eben, weil man ja oft irgendwie drüber nachdenkt, öffentlicher Nahverkehr und so, das ist ja alles in Deutschland so, hängt ja so hinterher und Digitalisierung. Und das muss man ja schon sagen, dass da schon einiges passiert, also was die Integration von Diensten angeht. Und wenn ich mir angucke, dass es eben Plattformen gibt, die all das in sich schon reinholen, also Jelby oder Switch in Hamburg, wo man sagt, ich kann halt wirklich diverseste Angebote von Mobilität aus einer Plattform heraus buchen. Das ist ja tatsächlich was, was gut wäre, wenn das eben im Auto genauso funktionieren würde. Und da bin ich halt ganz gespannt. Und das ist eine Sache, die dann, glaube ich, eben eine große Herausforderung für die OEMs ist, da so ein bisschen zu sagen, okay, wir öffnen uns da auch und versuchen jetzt nicht hier unsere Upward Gardens zu bauen, sondern wirklich möglichst viel reinzuholen, weil eben der Nutzwert in dem Moment steigt, wo ich dann eben nicht nur in den Parkhäusern von Anbieter XY mein Auto abstellen kann mit dieser bequemen Funktion, sondern eigentlich überall. Ja, richtig. Christian, ganz herzlichen Dank an dieser Stelle, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast. Und ich würde jetzt mal den Host hier mal rüber nach Hamburg werfen. Mach du doch mal weiter. Ja, danke, mach ich herzlich gerne. Ja, also ich hatte ja vorhin schon gesagt, ich finde es spannend. Du bist derjenige, der halt die Einblicke hat in das ganze Thema Autohandel, Kfz-Handel. Ich, der jetzt, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal in einem Autohaus war, das ist echt lange her, aber was ich halt auf jeden Fall mit mir rumtrage, ist die Vorstellung, dass es eine wahnsinnig konservative Branche ist, die sich sehr schwer tut mit Veränderungen. Stimmt das überhaupt? Also unter uns beiden Marketern, wo hier keiner gerade zuhört, würde ich sagen ja, aber auch nicht alles. Also da muss man schon echt fair sein. Wenn man das mal so ein bisschen… Also es dauert schon, also neue Technologien und der Autohandel, das dauert immer ein bisschen länger als gefühlt in anderen Branchen. Das hat aber, wenn man jetzt so den Fokus auf die letzten fünf Jahre vielleicht mal nimmt und da unterstellt, dass da die große Veränderung so war, was alles so den Autohandel mit, also ich sage immer, der Autohandel ist eine Branche, die bei jeder Krise hier schreien. Da haben die kurz vor Corona, gab es einen riesen Trend weg von der Individualmobilität im Grunde. Das ist dann so mit Corona so ein bisschen kassiert worden. Krise eins, die Autohäuser hatten unheimlich schlechtes Standing. Dann kam Corona. Gleichzeitig ein ganz großer Effekt Digitalisierung, Einführung. Teilweise hast du Autohäuser, die teilweise noch Rechenschränke haben mit SAP-Modulen und sowas. Und das zu wechseln, auch im Kontext der Hersteller, die das teilweise nicht unbedingt wollen, ist halt sehr schwierig. Das Thema Online-Marketing. Ich habe so bis vor zwei, drei Jahren gerne gesagt, der Autohandel ist dem, ich sage mal, State-of-the-Art-Online-Marketing so um die drei, teilweise bis zu fünf Jahre hinterher. Das muss ich mal vorstellen. So Buzzwords wie Programmatic Advertising. Die OEMs und die Hersteller, ja die machen das. Aber der Handel nicht. Und weil die Schwelle ist halt sehr hoch. Dann Corona habe ich schon erwähnt. Chipmangel und Lieferketten. Dann können die auf einmal nichts mehr verkaufen. Und was jetzt halt auch noch kommt, ist eine große Umstellung des Vertriebsmodells, wo die Hersteller halt hergehen und sagen, wir verkaufen direkt. Und ihr seid, ich nenne es jetzt mal Agenturen, Erfüllungsgehilfen, wie auch immer man sagen möchte. Ja, da wird auch noch Geld mit verdient. Aber die sind schon ganz schön under pressure, würde ich sagen. Also du hast ja selbst gesagt, es gibt so ein paar Ausnahmen. Aber ich würde mir ja denken, das sind ja eigentlich ganz gute Voraussetzungen, zumindest für diejenigen, die sich trauen, aus diesem Verteidigungsmodus rauszukommen und zu sagen, okay, wenn ihr jetzt irgendwie sagt, wir sind jetzt nur noch die, die den Schlüssel übergeben bei einem Auto, dann können wir aber auch anders. Also gibt es Beispiele, wo man sagt, okay, wir, also ich als Autohändler, ich sehe auch oder Autohändlerin, sehe eine Veränderung im Mobilitätsverhalten, in den Bedürfnissen meiner Kundschaft und versuche dem auch Rechnung zu tragen, indem ich mein Produktangebot verändere, meine Services verändere? Gibt es auf jeden Fall. Man darf natürlich nicht unterschätzen, dass der Autohandel, der hat ja Jahrzehnte relativ entspannt offline funktioniert. Und das hat immer funktioniert. Alles gut und alles schön. Bessere, schlechtere Jahre. Und da ist natürlich eine gewisse Agilität und ein Mindchange natürlich wichtig. Beispiele fragst du nach. Es gibt in Berlin, fallen mir zwei größere Händler ein, einmal König, Autokönig, die schon vor etlichen Jahren Testballons gemacht haben und über Amazon Autos verkauft haben. Ja, ganz genau. Da war noch ein Abo-Anbieter drin, den gibt es heute nicht mehr. Den hat König dann auch gekauft. Also die sind dann schon, die denken schon echt um die Ecke in der Großstadt da und so. Und die haben auch Roller und E-Roller und sowas machen die alles. Ein anderes Unternehmen in Berlin, Koch Automobile, die sind sehr stark. Die bauen nicht mehr ein Autohaus, sondern die haben jetzt ein Autohaus, ein Store gebaut, der gleichzeitig wirklich Begegnungsstätte ist. Die können innerhalb von zwei Stunden das Autohaus ummodellieren in eine Eventlocation mit komplett PA und Licht und Co. Und da machen die Events für Kunden drin, feiern. Die haben auch irgendwas mal mit Friseur am Samstag gemacht und die wollen das einfach so ein bisschen umnutzen. Du kommst doch da rein, die haben mehrere Marken, du kommst da rein und denkst nicht, alles klar, jetzt bin ich beim Volvo Händler, sondern da stehen halt verschiedene Autos ganz offen. Die Verkäuferarbeitsplätze total manuell da drin, die haben so Lounges und so, da denken die schon ganz schön weit nach vorne. Und die haben, ich würde bei denen sagen, ja die haben viele Kunden, die haben aber wirklich Fans, die haben eine Community und das funktioniert halt sehr. Thema Eigenmarke ist in der Austauschbarkeit von heute, das A und O, das was viele gerade erst entdecken, das haben die schon. Also heißt das, du würdest auch sagen, es könnte sogar so eine Tendenz geben, weg von diesem Phänomen, dass alle Autohäuser einer Marke überall gleich aussehen, hinzu, dass doch wieder der Name des Händlers größer ist und irgendwie der so eine Art Boutique macht oder? Ja, man muss natürlich das Interesse der Hersteller sehen. Die Hersteller haben in den letzten ein, zwei Jahrzehnten alles dafür gegeben, dass, nehmen wir mal VW Betriebe. Früher stand da ganz groß, hier in Essen gibt es Gottfried Schulz, die Schulz Gruppe, da stand Gottfried Schulz drauf und du gehst zu Schulz. Inzwischen klebt da meistens nur noch ein VW oder Audi Logo dran und die möchten halt ihre eigene Brand in den Fokus setzen und das ist halt Vertriebskalkül, würde ich so sagen und jetzt mit der immer weiteren Austauschbarkeit, was ich schon sagte, gehen halt viele her und schauen, dass die halt wieder den eigenen Namen darüber heben, was ja auch total legitim sind. Das sind ja Companies, teilweise Multistores, da arbeiten teilweise, es gibt Unternehmen, ja da arbeiten 50, vielleicht 100 Mitarbeiter, ist auch nicht wenig, muss man als Unternehmer, Mittelstand schon stark, aber es gibt Unternehmen mit 1000, 2000 Mitarbeitern, die haben, das sind starke Marken. Ein weiteres Beispiel, was ich gerade noch nennen wollte, die Firma Luke ist hier im Ruhrgebiet Mercedes, Volvo, diverse Marken, Smart und sowas und die haben zum Beispiel, die haben aus allen Filialen die Gebrauchtwagen rausgenommen und in eine Filiale zentral reingenommen, weil die eine Filiale hatten, die von überall aus innerhalb von 15 Minuten erreichbar war und die haben da quasi wie eine Fabrik, wo hinten Gebrauchtwagen stehen. Gebrauchtwagen stehen und du kommst theoretisch vorne rein und da ist eine geile Lounge, du hast so Riesenmonitore, dann wirst du in Empfang genommen, wofür interessieren sie sich, sagst du einfach ja das und das Modell, dann guckst du mit dem und sagst ja hier in schwarz, haben sie den da, ja passen sie auf, hier ist ein Kaffee, innerhalb von 15 Minuten ist da eine Halle, da kommt das gewaschene Fahrzeug rein, du kannst eine Probefahrt machen. Und das sind halt so, das ist dann schon, ich sag mal Gebrauchtwagenhandel 2.0, also da passiert schon was. Klingt für mich auch so ein bisschen, als ob da so Erwartungen oder Konsumenten Erwartungen, die digitale Anbieter bereitstellen, so ein bisschen versucht wird, das rüber zu transferieren, also dass Dinge schnell gehen, dass Auswahl groß ist. Absolut und das ist nicht mal eben, mit dem Vorstand mache ich demnächst auch noch einen Podcast und ich war mal da und habe so eine Behind the Scenes Führung gekriegt. Alter Schwede, ich kenne mich ja schon ganz gut aus, aber was da alles zugehört an Veränderungen von Prozessen, es gibt im Hintergrund, es gibt Car Jockeys, ich so, was ist ein Car Jockey bei euch, das ist nur jemand, das sind Mitarbeiter, die nur Fahrzeuge auf diesem Riesengelände von A nach B machen. Es gibt Annehmer, die haben noch einen anderen Namen und so, also Prozesse, Digitalisierung, Unternehmenskultur, auch ein ganz wichtiger Punkt, da passiert ja immens viel, man darf halt die Menschen dahinter auch nicht vergessen. Ist ja nicht einfach, hey, irgendeine Fabrik spuckt ein Fahrzeug aus und das wird autonom an den Kunden geliefert. Das ist ja eine Wertschöpfung, wo ganz, ganz viele Menschen arbeiten und das verkennt man leicht. Wie ist das denn mit anderen Angeboten, also keine Ahnung, wie oft stehen jetzt auch inzwischen mal so E-Bikes oder Lastenräder oder irgendwas in so einem Autohaus, wenn du da reinkommst? Immer häufiger, aber da ist auch der Unterschied zwischen, ich sag mal Metropolen oder Betrieben in Metropolen und ländlich halt immens groß, weil ein Autohaus, was irgendwo in einem kleinen Dorf oder einer kleinen Stadt irgendwo sitzt, da ist das halt nicht groß gefragt. Und da geht vielleicht noch am ehesten die Kombination, was man sehr häufig in letzter Zeit sieht, dass man, ich sag mal Bike Stores, Fahrradläden halt andockt. Das ist ein sehr großer Trend in den letzten zwei Jahren geworden, wobei das einige wirklich sehr gut machen und andere weniger und das wieder abschaffen, weil der Glauben, so ich habe hier noch 30 Quadratmeter, stell ich jetzt ein paar Bikes hin und der Service-Annehmer macht jetzt den Fahrradverkäufer. Das funktioniert nicht. Sondern, wie macht man es richtig? Macht man richtig? Ich habe es gesehen, dass Unternehmen Fahrradgeschäfte aufgekauft und integriert haben und auch das Personal, was dir halt sagen kann, hinten an dem Umwerfer von der Schaltung musst du halt eine M9 reindrehen, damit das hält. Also Fachkompetenz und Authentizität ist wie bei allem total wichtig und du musst ja Leute haben, die dafür brennen. Es gibt einen großen Händler im VW-Audi Bereich in der Nähe von Hamburg, die verkaufen halt nicht nur noch Autos, sondern die machen Wohnmobile mit in der Vermietung und verkaufen die auch. Die haben Piaggio im Rollerbereich, also Verbrenner und E-Roller integriert. Die haben ein örtliches Fahrradunternehmen aufgekauft, integriert. Die machen jetzt noch so eine kleinen, wie heißen die nochmal? Früher gab es von BMW die Isetta, so ein Dreirad, wo vorne die Tür aufging. So ein Mikrolino oder sowas. Mikrolino, genau Mikrolino, das habe ich gesucht. Das werden die jetzt führen. Und da merkst du aber, dass die Inhaberschaft voll Bock darauf hat und das Team mitnehmen kann und teilweise die Ideen aus dem Team kommen und dann funktioniert das. Du kannst es nicht pauschalisieren, ja es gibt immer mehr solcher Konzepte. Du kannst aber nicht über so ein Lineal drüber ziehen und sagen, so alle Autohäuser sind jetzt auch Fahrradgeschäfte oder Rollergeschäfte. Ich habe mal vor Jahren ein Autohaus beraten, die saßen in einer Stadt in Deutschland mit dem höchsten Fahrradanteil ever, Studentenstadt. Ich sage jetzt keine Stadt, dann verrät es ja den Händler. Und die saßen auch noch in der Mitte und ich habe denen gesagt, macht doch, also erst mal hier, stellt doch irgendwie so Carsharing, drei, vier Autos dahin. Ihr habt sowieso in der Marke ein Carsharing und daneben verleiht ihr Fahrräder, Lastenfahrräder und Co. Also ist das so einfach? Ich glaube, das machen sie heute noch nicht. Schade eigentlich. Du hast mich vorhin selbst gefragt, wie ich so die große Linie sehe sozusagen der Veränderung der Mobilität. Revanchiere ich mich jetzt? Was glaubst du, wie sieht das Autohaus in zehn Jahren aus? Also heißt es überhaupt noch Autohaus, das sei jetzt mal dahingestellt, aber was ist denn das dann? Ist es überhaupt noch ein physischer Ort? Ja, das denke ich schon. Erst mal hast du vorhin noch was gefragt, ist ein Autohaus mit einer Marke oder? Also Autohäuser, der Trend geht dahin, dass Autohäuser immer mehr Marken haben. Also verschiedene Antriebskonzepte vielleicht haben und verschiedene Marken haben, also Multimarkenhändler sind. Die stellen sich breiter auf. Das ist das eine. Und wie sieht das in zehn Jahren aus? Erst mal wird es wahrscheinlich weniger Autohändler in Deutschland geben. Das ist ein Trend, der sie abzeichnet. Aus zwei Gründen. Einmal wird es vielleicht kleinere Autohäuser einfach nicht mehr so lukrativ, wenn sie das Geschäft bestreiten können. Die hören auf und es wird immer weiter zentralisiert, es wird immer weiter zugekauft. Das ist das andere. Und ja, in zehn Jahren, wie sieht das aus? Es gibt so Erhebungen, wo man sagt, wie häufig geht ein Autokäufer noch vor dem Autokauf ins Autohaus? Und das waren früher mal so drei, dreieinhalb Besuche, bevor die Entscheidung dann vor Ort mit Unterschrift geleistet wurde. Und das ist immer weiter gesunken. Und kurioserweise gibt es jetzt so gerade im letzten 2023, 2022 wirklich valide, große Erhebungen, wo jedes Mal rauskommt, dass dem Kunden mindestens ein Besuch vor Kauf wichtig ist, um mit dem Produkt physisch einmal in Kontakt zu geraten und mit jemandem zu sprechen, der es kennt. Und dann häufig auch der finale Schritt, die Unterschrift dort passiert. Das heißt, der Autohandel physisch ist nicht tot. Und das ist, finde ich, auch echt eine super Aussage, weil Menschen da, das ist die alte Floskel, die zweitgrößte Anschaffung im Leben. Die erstgrößte ist halt ein Haus und danach kommt häufig ein Automobil, wenn es das noch so gibt. Von daher wird es da eine ganz große Daseinsberechtigung geben, auch wenn die Verkaufsstrecken immer digitaler werden. Und deswegen wird es noch viele Autohändler auch in zehn Jahren geben. Und auch wenn man jetzt weiß, 2035 soll es keine neu zugelassenen Verbrenner mehr geben. Aber uns ist ja klar, dass 2035 keine Enteignung kommt, dass alle Verbrenner abgeschafft werden. Und dann ist so ein Lifecycle, erkennt man jetzt schon, Fahrzeuge werden im Durchschnitt deutlich länger gefahren, Verbrenner, bevor der Umstieg erfolgt, außer die Subventionen stimmen. Und das wird in Zukunft auch so sein. Tatsächlich schneidest du das Thema jetzt selbst an. Was mich auch interessiert, wie ist dein Blick eigentlich auf E-Fuels? Das ist ja auch so wirklich inzwischen zu einem Riesenreizthema geworden. Also ich lege es direkt offen, ich halte nicht so wahnsinnig viel davon, im Sinne von da jetzt alle Hoffnungen draufzusetzen. Einfach weil es totaler Unsinn ist, Stand heute, Energie da reinzupumpen, irgendwie besseres Benzin zu produzieren. Aber wie siehst du das und vor allen Dingen auch, wie stark setzt eigentlich die Branche Hoffnung darauf, dass das vielleicht irgendwie doch noch das rettet, was man seit Jahrzehnten kennt? Genau mit dem Reizthema habe ich gerade auf LinkedIn Berührung gemacht, weil auf EU-Ebene geht halt so ein Gesetzesentwurf um, zum Thema E-Fuels, wie die denn in Zukunft halt ausgestaltet werden müssen, ohne jetzt näher darauf einzugehen. Und das Posting hat absolute Wellen geschlagen. Also das hat eine Reichweite, die ist irrsinnig. Ich habe auf einmal Nachrichten von irgendwelchen Menschen und Anrufe von irgendwelchen Teil-Lobbyisten aus dem E-Fuel-Bereich gehabt. Und ich wollte gar nicht so unbedingt Partei dafür ergreifen. Ich finde das Thema, ich finde es gut, dass es erforscht wird. Und das ist, denke ich mal, wie bei anderen Technologien auch, dass du am Anfang erstmal ein Tal hast, wo halt investiert werden muss, um möglicherweise irgendwann eine größere Steigerung halt in der Entwicklung zu bekommen, bis es halt vielleicht marktreif wirklich ist. Und es gibt auch Tests, Porsche ist ja relativ stark darin, Porsche Cup & Co, die fahrende Motorsport-Reihe mit E-Fuels. Die funktioniert technologisch, auch wenn der Wirkungsgrad darauf, zieht es ja so ein bisschen ab, noch schwierig ist. Und der wird ja auch nicht besser. Das ist ja Physik. Ja, ich bin aber trotzdem der Meinung, es wurde mal gesagt, lass uns doch technologieoffen schauen, wie wir emissionsfreier später fahren können. Und ich finde den Blick in solchen Technologien einfach nicht verkehrt. Und ich finde es halt so sehr ideologisch zu sagen, hey, Batterie ist the one and only. Und die Vergleichbarkeit, was man am Anfang, was man in Batterien stecken muss und nachher auch so dieser ökologische Rucksack, ist auch ein Thema. Und ich finde es einfach vernünftig, in alles reinzuschauen, ob es jetzt E-Fuels sind, ob es Wasserstoff ist, Batterietechnologie, die sich auch stetig weiter verbessert. Dass man aber nicht einfach versucht, politisch irgendwas zu unterdrücken. Ich finde es so eine Fairness-Sache, dass man Technologie auch laufen lässt, um zu schauen, wenn man in 10 Jahren sagt, Mensch, oder in 15 Jahren von mir aus, das ist wirklich nachhaltig nicht zu tun. Oder es kann vielleicht einen gewissen Teilbereich unterstützen. Ich mache in ein paar Tagen einen Podcast mit einem Unternehmer im Speditionsbereich. Schwerlastverkehr und Batterie, alter Schwede. Ich spreche häufiger mit dem, weil es ein guter Freund von mir ist. Das funktioniert, sagen wir mal, mit Verlaub kaum. Und da muss man einfach links und rechts gucken. Also von daher, ich finde es gut, wenn es offen bleibt, das Thema. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann die Entwicklung und es können auch Verbrenner relativ emotionsfrei damit betrieben werden. Dann ist ja eigentlich gut. Ich stimme dir auf jeden Fall zu, was das Thema angeht, sich nicht einfach aus Prinzipen in eine Richtung zu verbauen. Ich glaube halt einfach, dass trotzdem eine gewisse Rationalität in dieser Debatte dem Ganzen guttun würde, dass man halt überlegt, okay, in welchen Mengen kann man, in welchem Zeitraum produzieren und wo sind die dann am sinnvollsten eingesetzt? Und da glaube ich, ist das Auto halt einfach nicht unbedingt das Fahrzeug, wo man das reinschütten sollte. Aber eben jetzt selbst hier in diesen Grabenkampf uns reinstützen und auch mit Blick auf die Zeit würde ich mal so ein bisschen zu meiner Abschlussfrage kommen. Danach kommt deine. Das ist etwas, was unsere Podcasts eint. Und zwar ist es bei mir eine Rubrik, der Mix der Woche. Und da geht es darum, ich spreche mit meinen GästInnen darüber, wie sie selbst sich im Alltag fortbewegen. Wie sieht es bei dir aus? Wie sieht das bei mir aus? Ich habe ein Auto, das fahre ich auch gerne. Was für eins? Ich fahre ein BMW. Ich muss auch in Klammern sagen, ich habe auch ein zweites Auto. Das ist aber dann wirklich mein Hobby, weil ich damit auf der Rennstrecke unterwegs bin. Also ich habe aber auch für das Rennstreck ein Thema. E-Mobilität ist nicht so unbedingt geeignet. Aber so im Alltag. Es gibt durchaus Elektrofahrzeuge, die mir gefallen. Ich bin halt jemand, ich bin sehr emotional mit dem Thema. Wenn du mir jetzt irgendein Standardmodell eines deutschen Herstellers da hinstellst und sagst, das ist jetzt deine neue Mobilität, würde ich sagen, ja, ich weiß nicht. Ist nicht unbedingt meins, weil es mich einfach nicht abholt emotional. Aber ich kann mir schon vorstellen, auf ein Elektroauto, was mir gefällt, umzusteigen im Alltag. Was spielt sonst noch eine Rolle? Ich fahre relativ gerne Bahn, wenn ich nicht umsteigen muss. Und ich absehen kann, dass ich nicht voll unter Termindruck bin, dass ich immer so einen Zwei-Stunden-Puffer habe. Und ich hatte in diesem Jahr, sage ich mal, sehr, sehr viel Glück damit. Von daher, ich liebe es, im Zug zu sitzen, zu arbeiten, rauszublicken, die Landschaft an mir vorbeiziehen zu haben. Und nicht in Charge zu sein, mich um die Fortbewegung selber zu kümmern. Ich wohne einigermaßen zentral hier in Essen. Und hier in der Nähe ist ein ganz schönes Viertel, wo man ausgehen kann. Da laufen wir gelegentlich hin oder nehmen einen E-Roller. Meine Freundin hat auch so einen E-Scooter, das ist ein ganz witziges Ding. Und ja, das kann ich mir auch vorstellen. Also ob ich auch einen BMW hier im Nahverkehr, das ist halt ein größerer BMW, ob ich den so brauche? Ganz ehrlich, die Frage stelle ich mir immer wieder. Es gibt tolle Kleinwagen auf E-Basis, coole Konzepte und so. Dann bin ich begeisterter Radler. Und ja, Joggen und Laufen ist halt auch. Also ich habe da einen okay Mix, sagen wir mal so. Aber das Auto ist häufig das spontane Ding. Aber ja, so sieht es aus. Du als Ruhrgebietler, vielleicht kannst du auch so ein bisschen mal mir das erklären. Warum ist das Auto, warum ist das so ein Riesending im Ruhrgebiet? Ja, ich habe ich vorhin schon kurz darüber nachgedacht. Historisch das Ruhrgebiet, Bergbau. Wir hatten in den 60er Jahren einen unheimlichen Zuzug von, ich glaube, viele Italiener, ein paar Spanier, viele Türken sind hier rübergekommen. Als Gastarbeiter sind dann auch geblieben. Das heißt, das Thema Multikulti ist ja im Ruhrgebiet eh ein großes. Und viele von denen haben sich dann irgendwann über das Mobil, über das Auto auch so ein bisschen ausdrücken, ein bisschen definieren können. So würde ich das so ein bisschen heranziehen, weil die Autokultur im Ruhrgebiet ist schon eine besondere, wie du sagst. Es gibt viele Autos, es gibt viele getunte Autos. Ob das jetzt eine maximale PS oder einfach auf ein schönes Auto ist. Das ist schon ein Thema. Und ich würde das so ein bisschen historisch im Ruhrgebiet verankern. Wobei ich mich ja eben gerade auch im Alltag frage, warum das da so wichtig ist. Ich habe das nicht verstanden. Ich selbst habe Abitur gemacht in der Studentenstadt, so wie man damals gesagt hat, wo halt alle mit dem Fahrrad unterwegs sind, auch wenn es nicht die fahrradreichste Stadt war. Aber das habe ich halt nie verstanden, wieso alle da mit dem Auto von drei Orte weiter bis nach Bochum zur Uni gefahren sind, weil es so ein absurd riesiges Parkhaus gab. Die Uni war eigentlich zur Hälfte bestand aus Parkhaus. Die Öffis im Ruhrgebiet waren früher nicht so gut vernetzt wie heute. Das ist ganz anders. Aber in Essen gab es einen riesen D&W, so einen riesen Tuning-Laden. Das hat einen riesen Impact. Und es hat halt viel von Individualität im Ruhrgebiet historisch, wo Leute sich einfach… Weil die Häuser alle gleich aussahen in der Zechensiedlung. Ja, Zechensiedlung, klar, sicher. Wenn du damals auf einmal so ein Golf 2 Pink Floyd Edition da stehen hattest, wenn du dann vielleicht noch Gastarbeiter warst und dir das echt schwer erarbeitet hast, das war halt so ein bisschen Schau und Schein und ein bisschen zeigen, ich gehöre dazu. Ich glaube, im Ruhrgebiet hat das ein bisschen was mit der Historie von der Location zu tun. Ja, auf jeden Fall. Also interessanter Punkt. Ich will jetzt auch nicht zu sehr darauf verharren, aber so richtig erschließt sich mir das immer noch nicht. Aber bitte, komm zu deiner Frage. Meine Abschlussfrage ist der Klassiker. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto und fährst wirklich einsteigen, vielleicht Voice-Kommando geben und hast irgendwie was zu lesen dabei, Füße übereinander und fährst los? Also tatsächlich, ich hoffe, irgendwann bald mal. Bislang habe ich das noch nicht. Auch wenn ich mich mit dem Thema Mobilität schon länger beschäftige, war ich so noch nicht autonom unterwegs. Aber dir geht es natürlich darum, wann das sozusagen Alltag ist. Ich weiß es gar nicht. Also ich kann auf der technologischen Seite – ich hatte mal einen Podcast mit jemandem, der sich auf Uni-Ebene damit beschäftigt, der meinte, das ist halt diesen Sprung von Level 4 auf Level 5 zu schaffen, was ja dann die Voraussetzung dafür wäre. Das kann ja noch richtig dauern, weil das eigentlich eine komplett neue Generation von Software, von Algorithmen und überhaupt von Technologie braucht, um das zu erreichen. Von daher würde ich sagen, das ist auf jeden Fall noch mal zehn Jahre hin, weil ich finde tatsächlich Mobilität reizvoll in dem Moment, wenn es geteilte Mobilität ist. Also ich bin ein riesiger Fan von Bus und Bahn und nutze das sehr gerne oder beziehungsweise bewege mich eher mit dem Fahrrad in der Stadt. Und wenn ich denn dann mit dem Auto unterwegs sein sollte, ich weiß gar nicht, ob ich dann nicht doch irgendwie selbst fahren will sogar. Also da ist die Prägung sehr tief. Und dass das irgendwie dann für mich eher das Szenario ist. Also bevor ich auf der Autobahn in einem autonomen Auto sitze, fahre ich dann doch lieber Zug. Okay, alles klar. Ja, aber du hast ja auch zehn Jahre in den Mund genommen. Diese Frage habe ich ja in jetzt 102 Podcast-Folgen drin gehabt und habe wirklich viele, viele Experten gehabt. Und da haben sich auch viele, viele Experten wirklich, die haben minutenlang rumschwadroniert und hin und her und wollten keine Zahlen nennen. Ich habe die alle mal irgendwann festgenagelt und ich habe Aussagen zwischen 2 und 50 Jahren habe ich fast jede Zahl. Das ist echt Wahnsinn. Also da gehen die Meinungen Also wenn es am Ende 50 werden, würde ich mich auch nicht wundern. Also es ist nicht wirklich komplett autonom. Also dass man wirklich sagt, selbst in wirklich jeder Ecke kann man autonom mit dem Fahrzeug unterwegs sein. Also dass es in bestimmten Bereichen geht, das glaube ich viel, viel schneller. Also ist ja jetzt schon Realität, dass man auf der Autobahn bis zu bestimmten Geschwindigkeiten autonom unterwegs sein kann. Und dass sowas dann skaliert hin zu einem Standard, das glaube ich, das sind halt weniger Jahre. Das auf jeden Fall. Aber ich glaube eben dieses vollautonome Fahren, das ist auch sehr viel Fantasie. Das ist auch nur für bedingt zweckmäßig, weil ich halt eben auch nicht so wahnsinnig überzeugt davon bin, dass man mit dem Auto gerade in urbanen Räumen überall hinkommen muss. Ja, aber vielleicht gibt es dadurch ja einfach dann gibt es viele autonome Taxen, aber ganz viel weniger eigene Autos vielleicht. Könnte ja auch ein Weg sein. Fände ich total begrüßenswert. Christian, ganz herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, meinen Fragen hier Rede und Antwort zu stehen. Den Dank gebe ich dir zurück und auch vielen Dank für deine Zeit und deine Einblicke in deine Arbeit und eben die Sichtweise der Automobilverkaufs-Bubble auf die Verkehrswende. Danke dir. Alles klar, vielen Dank Christian und ich würde sagen schöne Grüße von allen da draußen, macht’s gut und wir hören uns alle bald wieder. Ciao.