Einleitung

In der neuesten Episode des Podcasts ‚Benzingespräche‘ begrüßt Tim Klötzing einen besonderen Gast: Dr. Christian Richter, Director Global Automotive bei Google. Das Gespräch bietet spannende Einblicke in die digitale Transformation der Automobilbranche und die Rolle, die Google dabei spielt.

Dr. Christian Richters Werdegang

Dr. Christian Richter ist seit 2008 bei Google tätig und hat sich in verschiedenen Funktionen im Bereich Automotive etabliert. Mit einem Hintergrund in der Beratung und einer tiefen Verwurzelung in der Automobilindustrie bringt er eine einzigartige Perspektive in seine Rolle ein.

Die Rolle von Google in der Automobilindustrie

Google hat sich im Laufe der Jahre von einer Suchmaschine zu einem umfassenden Technologiekonzern entwickelt, der tief in die Automobilbranche involviert ist. Dr. Richter betont die Bedeutung von technologischen Innovationen wie Machine Learning und KI, die Google vorantreibt, um die Branche effizienter und benutzerfreundlicher zu gestalten.

Globale Verantwortung und lokale Anpassungen

Als Director Global Automotive ist Dr. Richter für das weltweite Ads-Geschäft von Google verantwortlich, das Suchmaschinen-Marketing, YouTube, Display und mehr umfasst. Er arbeitet eng mit Herstellern, Händlern und Plattformen zusammen, um die besten digitalen Lösungen zu entwickeln und zu skalieren.

Digitalisierung als Chefsache

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Bedeutung der Digitalisierung in der Automobilbranche. Dr. Richter hebt hervor, dass Innovation oft von der Führungsebene getrieben wird und dass Unternehmen, die digitale Transformation als Chefsache betrachten, am erfolgreichsten sind.

Der Blick auf den deutschen Markt

Im Vergleich zu anderen Märkten sieht Dr. Richter Europa als relativ homogen, mit spezifischen Unterschieden zwischen den Kontinenten. Der deutsche Markt zeigt eine zunehmende Bereitschaft zur digitalen Transformation, insbesondere durch die Zunahme von Online-Kaufangeboten während der Pandemie.

Fazit

Das Gespräch mit Dr. Christian Richter bietet wertvolle Einblicke in die Zukunft der Automobilbranche und die entscheidende Rolle, die Google dabei spielt. Die Kombination aus technologischer Innovation und strategischer Partnerschaft mit der Industrie wird die Mobilität der Zukunft prägen.


Show Notes & Key Takeaways

Themen:

  • Werdegang von Dr. Christian Richter
  • Technologische Innovationen bei Google
  • Globale und lokale Herausforderungen in der Automobilbranche
  • Die Bedeutung der Digitalisierung
  • Unterschiede zwischen den Automobilmärkten

Key Takeaways:

  • Google treibt technologische Innovationen in der Automobilbranche voran.
  • Dr. Christian Richter ist seit 15 Jahren bei Google und hat umfassende Erfahrung im Automotive-Bereich.
  • Digitalisierung ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Automobilindustrie.
  • Der deutsche Markt zeigt eine zunehmende Bereitschaft zur digitalen Transformation.
  • Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Innovationen.

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Benzingespräche – der Personality- und Branchenpodcast der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast führt mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Online-Marketing-Spezialist, Unternehmercoach und Agenturinhaber. Bevor es losgeht, ein Hinweis auf einen starken Partner, der mich bei meinem Podcast unterstützt. Yareto. Bei Yareto können Autohändler in Deutschland Absatzfinanzierungs- und Leasingangebote von mehr als 10 Finanzdienstleistern auf einen Blick vergleichen, anfragen und abschließen. Und das alles mit nur einem Login. Wer Yareto ausprobieren möchte, bekommt mit Hinweis auf meinen Podcast exklusiv für das erste abgerechnete Geschäft eine 250 Euro Stück Prämie. Das ist doch was. Einfach auf Yareto gehen oder bei deren Vertrieb melden. Herzlich Willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Und heute freue ich mich über einen besonderen Gast, den ich im letzten Jahr bei dem Kawau-Event kennenlernen durfte. Und zwar ist das Dr. Christian Richter, Director Global Automotive at Google. Hallo Christian, guten Morgen. Hallo Tim, guten Morgen. Es freut mich sehr hier zu sein und dass wir uns wiedersehen. Ja, absolut. Wir haben gerade im Vorgespräch gesagt, wir sind jetzt fuelled up, alles ist ready, wir können starten. Ja, genau richtig. Wir haben Kaffee, wir haben Wasser, die Technik läuft und ja, freue mich auch, freue mich sehr, sehr, sehr auf das Gespräch hier. Super. Ich hatte schon länger meine Fühler in Richtung Google Automotive ausgestreckt für einen Podcast. Und das war immer nicht so ganz so einfach, hatte ich so den Eindruck. Umso schöner, dass es jetzt über den Umweg so ein bisschen des persönlichen Kennenlernens geklappt hat. Und da wollen wir doch mal ein bisschen hören, was du uns auch so ein bisschen aus der Google Welt, wenn ich das mal so sagen darf, erzählen kannst. Sehr, sehr gerne. Leg los, fang los. So, dann werfen wir erst mal einen Blick, wie immer, in den Rückspiegel und zwar dein Werdegang. Du bist ein Baujahr 74. Du bist verheiratet. Ihr habt eine Hundedame, mit der ihr gern in den Bergen unterwegs seid, habe ich gerade gelernt. Genau richtig. Die heißt Bella. Die Bella. Ciao Bella. Genau. Du lebst in schönen München, du bist aber gebürtig aus Nuremberg. Du hast ein Studium an der Uni Bayreuth zum Diplomkaufmann gemacht und du bist seit 2008 in verschiedenen Funktionen schon bei Google im Bereich Automotive. Und da als allererstes mal, du bist nun seit 15 Jahren in einem Unternehmen tätig. Das ist auch in heutigen Zeiten nicht immer so Gott gegeben. Und ja, bemerkenswerte Zeit, finde ich. Was macht Google für dich aus? Das ist bestimmt ein bisschen mehr als, ich nenne das mal so ein bisschen plakativ, ein bunter Campus, Rutschen, Feelgoodmanager und eine Atmosphäre, die so ist. Ja, also einmal ist es natürlich super schön, so lange bei der Firma zu sein und auch zu sehen, wie sich Google entwickelt hat über die Zeit. Ja, also wie ich halt angefangen habe vor 15 Jahren, da war das hauptsächlich Desktop Search und dann kam irgendwann Mobil dazu, dann kam YouTube dazu, dann kam Android dazu. Irgendwann ging die Richtung dann eben sehr stark Richtung Machine Learning, AI etc. Und ich glaube, das wirklich Tolle bei Google ist, zu sehen, wie sich die Firma einfach technologisch immer weiterentwickelt hat und eben auch sehr große technologische Innovationen mitgestaltet hat. Und das sehen wir jetzt im Moment auch, wo im Moment wirklich alles, was man macht, doch irgendwie AI getrieben ist. Und da wirklich mit dabei zu sein, das auch zu verstehen, zu einer Seite die technische Seite davon zu verstehen, auf der anderen Seite dann aber auch eben mit der Industrie, mit Herstellern, Händlern, Plattformen zu arbeiten und zu sagen, wie kann man das denn einsetzen, um das Geschäft effizienter zu machen, finde ich hochinteressant. Und natürlich auch zu sehen, was macht Google eigentlich auch für die User. Also ich meine, die Informationen der Welt zusammenzubringen, zugänglich zu machen in einer sehr hilfreichen Art und Weise von, ja, vielleicht ein Beispiel, wenn man sich Google Maps anschaut, es gibt jetzt eben die Möglichkeit, Routen, nicht nur die schnellste Route zu planen, sondern auch die CO2-effizienteste zum Beispiel und solche Sachen. Das ist wirklich diese große Maschine Google durch das große Ecosystem getrieben und da dabei zu sein und der Schnittstelle eben zwischen der Technologie und einer sehr, sehr wichtigen Industrie zu sein, die den Menschen Mobilität ermöglicht. Ich finde, das ist eine sehr interessante Reise und es macht Spaß, das mitzugestalten. Ich sage mal, dein Touchpoint, also zu Google zu gehen und dann auch mit Automotive immer zu tun zu haben, gibt es bei dir irgendwo eine besondere Vorprägung mit Automobil oder ergab sich das? Ja, also ich war, bevor ich zu Google gegangen bin, war ich zehn Jahre lang in der Beratung. Ich war bei Bruce L. Hamilton und dort im Automotive und Aerospace-Bereich. Das heißt, ich habe mich da eh schon zehn Jahre lang mit allem beschäftigt, was entweder Räder hat oder Flügel oder beides. Also ich komme eh schon aus der Industrie. In meinem Studium habe ich Praktikum gemacht bei BMW, bei Mercedes etc. Also irgendwie war ich schon die ganze Zeit nah an dieser Industrie dran. Also ich finde die Produkte faszinierend. Was mich fast noch mehr fasziniert, ist die unglaubliche Komplexität, die die Industrie hat. Sowohl darin, die Produkte zu bauen, als aber auch im Vertrieb. Weil ich glaube, das Vertriebssystem ist so hochkomplex und hat so viele Stellschrauben und Optimierungsmöglichkeiten. Das ist schon ein faszinierendes Puzzle auch, mit dem man sich immer wieder beschäftigen kann. Du bist seit Ende 2016 Director Global Automotive. Was sind da deine Aufgaben? Sind das eher die großen, weltumspannenden Kooperationen mit internationalen Herstellern oder auch wirklich die nationalen Anforderungen der OEMs und auch des Handels? Du kommst aus Nürnberg, lebst in München, also vielleicht einen deutschen Scope? Oder erklär mal, was ist da deine Aufgabe? Ja, manchmal frage ich mich das selber. Es ist einfach in diesem sehr, sehr, sehr komplexen Gefilde. Muss man sich das manchmal auch, bei uns ehrlich gesagt, manchmal auch ein bisschen selber mitdefinieren da drin. Und man hat auch schon die Freiheit, sich auch auf die Sachen zu fokussieren, wo man selber überzeugt ist, dass da die größte Opportunity dahinter liegt. Also ich persönlich, mein Verantwortungsbereich ist global. Das heißt, ich bin also für das Ads-Geschäft. Wir sind ja bei Google aufgeteilt in Ads, also alles, was mit Suchmaschinen-Marketing, YouTube, Display, Google-Marketing-Plattform, Analytics zu tun hat. Dann den ganzen Cloud-Bereich und dann den Bereich Android-Geo, was also auch viel Android-Auto, Connected-Car und so weiter zu tun hat. Ich bin eben für den Ads-Bereich zuständig. Da für die größten Hersteller weltweit, also natürlich für die Deutschen, die französischen Hersteller, Detroit und eben auch Japan und Korea dahinter. Zusätzlich habe ich noch die Verantwortung für ein Team, das sich auch um die Handelslösungen kümmert, was auch wichtig ist, weil sich der Handel immer weiter digitalisiert. Aber generell haben wir natürlich klar unseren OEM- und Händlerfokus, aber wir arbeiten auch viel mit großen Händlergruppen, Online-Plattformen zusammen einfach, weil sich dieses Ökosystem ja immer weiter befeuert und eine Innovation manchmal zum Beispiel auch von der Online-Plattform kommt oder von der Händlergruppe etc. Und deswegen arbeiten wir natürlich mit dem gesamten Ökosystem. Wie gesagt, mein Verantwortungsbereich ist global. Wir arbeiten aber sehr stark auch mit den Kolleginnen und Kollegen zusammen, die in den Ländern sitzen und die lokalen Kunden betreuen. Wir haben also eine sehr, sehr starke, enge Automobil-Community bei Google, die sehr stark kollaboriert, sich sehr stark austauscht, skaliert und immer schaut, dass wir egal in welchem Land und egal mit Hersteller, Händler, Plattform, Händlergruppe, mit wem ich arbeite, wir immer sozusagen die besten Lösungen haben. Auch, dass wir schauen, dass wir gute Autoanalogie, das Rad nicht mehrfach erfinden da drin. Also es ist auch viel von meinem Job ist sicherzustellen, dass wir skalieren, dass wir auch die duplizieren, was die Aufwände angeht. Spannend. Ich wollte gerade schon nachfragen, ob es so aus diesem Mehrklang von Herstellern, großen Handelsgruppen, kleinen Händlern, Plattformen irgendwo einen überproportionalen Innovationsrhythmusgeber gibt. Aber das ist glaube ich sehr unterschiedlich. Ja, ich würde sagen, das ist unterschiedlich. Im Endeffekt ist es wirklich sehr oft getrieben, ob es bei dem Kunden, unabhängig ob das jetzt ein Hersteller, Händler oder Plattform ist, einfach ein Leadership gibt, das auch wirklich digital verstehen will, das auch innovieren möchte dahinter und sich da auch ein gewisses Commitment dazu zeigt. Also das sehen wir eigentlich als den wichtigsten Innovationstreiber ist, das Thema digital eigentlich als Chefsache zu betrachten und sich damit auch zu beschäftigen, die entsprechenden Talente entweder einzustellen oder auszubilden intern und auch das zum Beispiel bereichsübergreifend zu steuern. Das ist jetzt nur Aufgabe von Abteilung X oder sowas hier, weil das Thema doch sehr komplex ist. Aber eigentlich sehen wir die größte Innovationskraft, ziemlich unabhängig davon, wer das jetzt ist, sehen wir eigentlich wirklich vom Willen der Innovation dahinter. Wie blickt ein Unternehmen wie Google auf die Autobranche und um das ein bisschen einzugrenzen, jetzt schon eher mit dem Fokus auf den europäischen beziehungsweise auf den deutschen Markt. Ist der deutsche Markt sehr besonders? Gibt es große Unterschiede zu unseren Nachbarn? Also ich würde sagen der deutsche Markt, also wenn sieht man eher Unterschiede wirklich bei Kontinent. Also muss ich sagen, ich finde zum Beispiel in USA ist ja allein schon das Verhältnis zwischen Händlern und Herstellern rechtlich anders geregelt als zum Beispiel in Agenturmodellen. Nicht möglich, obwohl es der Moment glaube ich auch ein bisschen Bewegung gibt da drin. Aber wenn sehe ich den Unterschied eher wirklich zwischen den Regionen. Asien ist wieder sehr, sehr unterschiedlich, weil es zum Beispiel Japan komplett anders tickt als Australien oder zum Beispiel Südostasien dahinter. Europa ist relativ homogen. Wie blicken wir da drauf? Von Google wir sehen natürlich, wir schauen meistens natürlich immer auf die Daten dahinter und gerade dadurch, dass wir jetzt gesehen haben, dass zum Beispiel während Corona der Anteil nach Suchanfragen Autos online zu kaufen hat massiv zugenommen. Die Industrie hat nachgezogen mit auch besseren Online-Kauf-Angeboten dahinter. Entweder rein Online-Kauf oder eben auch, sagen wir mal, Online-Driften-Omni-Challenge, wie man es sagt, sodass man natürlich online einsteigt, aber zum Schluss natürlich auch beim Händler abschließt. Das heißt, wir sehen einmal natürlich einen viel größeren digitalen Anteil da drin und zum anderen sehen wir halt auch die Menge der Daten, die da generiert wird. Und mit Daten, vor allem, wie wir sagen, auch First-Party-Data kann man natürlich sehr, sehr, sehr viel machen und kann auch das Geschäft effizient steuern. Und das ist eigentlich unser Blick darauf, den wir haben. Eine typische Car-Buyer-Journey, also wenn sich jemand wirklich ein Auto kauft, hat generiert, das haben wir gemessen, so um die 900 Datenpunkte. Das heißt also, ich schaffe, das kann also sein, dass ich die Website besuche, dass ich mit dem CRM-System des Händlers, Herstellers oder im Call-Center interagiere. Das kann aber auch ruhig ein physischer Besuch sein. Das kann auch sein, dass ich mir auf einer Drittplattform Gebote anschaue, dass ich schaue, ob es irgendwelche guten Podcasts gibt, wie Benzingespräche, wo ich vielleicht was über das Auto lerne und andere Sachen dahinter. Und eben diese 900 Punkte, je besser man die zusammenbringt, umso besser kann man dann auch einen Prozess aussteuern, der wiederum eine richtig, richtig, richtig gute Kauferfahrung bietet. Und so schauen wir eigentlich drauf. Wir schauen sehr, sehr datengetrieben drauf und schauen, was kann die Industrie mit diesen Daten machen, um eben den Verkaufsprozess von Autos auch besser zu gestalten dahinter. Also wirklich, ich sag mal, der digitale Partner oder Verlängerung des Autohandels, so seht ihr euch. Richtig, genau. Wir sind der digitale Partner des Autohandels, aber auch der Hersteller. Wir arbeiten natürlich auch viel im Bereich Markenbildung. YouTube ist eine sehr starke Plattform in dem Bereich. Und wo wir auch viel, zum Beispiel Markenbildung, sehr, sehr viel Dynamik gerade sehen, ist durch die ganzen Elektrofahrzeuge, durch die neuen Player. Die bestehenden Hersteller etablieren neue Marken. Gerade die neuen Player, die kommen rein, versuchen, ihre Marken zu etablieren. Schaut sich zum Beispiel die chinesischen Marken an, die alle ihr europäisches Hauptquartier gerade auf München setzen und massiv in den Markt reingehen. Und das heißt, wir schauen natürlich auch sehr stark im Bereich Markenbildung. Aber dann eben auch dann schon wieder zu schauen, wenn ich die Marke bilde, kann ich zum Beispiel darüber was lernen, wie sich die Kunden verhalten. Kann ich da schon First-Party-Data generieren, um damit möglicherweise später gut zu verkaufen. Dahinter kann ich das auch als Mafo-Tool einsetzen, um einen sehr dynamischen Markt, der sich auch permanent verändert, auch besser zu verstehen. Okay. Haben sich die Ansprüche von Interessenten und Kunden gegenüber den Autohändlern verändert? Kannst du dazu was sagen? Oder auch, wie haben sich die Ansprüche von Autohändlern gegenüber euch verändert zum Beispiel? Also wie werdet ihr gefordert und was beobachtet ihr, ich sag mal in der Marktbeobachtung, zwischen Kunde und Autohändlern? Also ich fange erstmal mit dem Kunden an und dann würde ich sagen, gehen wir zu den Händlern. Also bei den Kunden ist es halt so, man kann heutzutage eigentlich alles online kaufen. Ich kann auch große Käufe, ich kann teure Unterhaltungselektronik komplett online kaufen. Ich kann einen Immobilienkredit online abschließen. Ich kann theoretisch eine Immobilie kaufen, kann die online besichtigen. Also im Extremfall noch einmal zum Notar würde ich jetzt keinem raten. Ich würde immer sagen, schau dir das Ding auf jeden Fall selber nochmal an. Oder Uhren, nimm mal Uhren und online kaufen. Sechstelliger Bereich, gar kein Problem. Kannst du online kaufen. Ja stimmt, gibt es auch viele Plattformen, Watchmaster oder andere Sachen dahinter. Und der Kunde ist eigentlich drauf, verlässt sich eigentlich drauf, dass er alles gut online kaufen kann und dass das auch perfekte Prozesse sind. Oder auch Luxusprodukte. Ich meine, wenn man sich zum Beispiel LVMH anschaut, die ganzen Maisons von denen, Louis Vuitton etc., die haben einen unglaublich guten Online-Prozess dahinter. Das heißt, ich habe jetzt einfach einen Kunden. Wer sagt, ich kann wirklich alles online machen, warum kann ich das nicht beim Auto? Und was wir dann auch sehen, ist, dass die Kunden eigentlich immer dahin gehen, sehr oft, wo der beste und reibungsloseste Vertriebsprozess ist, der einfach eine unglaublich gute Kundenerfahrung gibt, der einfach geht, wo sie einmal ihre Daten eingeben müssen und nicht zwei oder dreimal, wo sie gut durchgereicht werden, wo sie nicht irgendwie nochmal fünf Screens runterscrollen müssen oder irgendwie solche Sachen dahinter. Und da sagen auch die Kunden, gehen eigentlich mittlerweile dahin, wo die beste Kundenexperience ist. Natürlich muss das Produkt auch stimmen, aber wenn das Produkt stimmt, entscheidet sehr, sehr oft die Customer Experience mittlerweile. Und ich glaube, das ist einfach so, was man sich klar sein muss. Die Kunden sind mittlerweile daran gewöhnt, dass das so ist und sie warten es auf. Und dann, wenn wir es jetzt umdrehen Richtung Händler, die Händler sagen natürlich auch mit uns, wie können wir denn auf diese Kundenanforderungen auch antworten? Was kann man auf der technologischen Seite machen? Welche Infrastruktur brauchen wir? Aber was sind auch Prozesse und Best Practices, wie man so schön im Deutschen sagt, um das dann auch umzusetzen? Und hoffentlich, ohne dass wir jetzt die Hälfte unserer Leute zu Programmierern und Data Scientists umschulen müssen, weil das sollte eigentlich auch nicht sein, sondern die müssen ja auch noch Autos verkaufen, sich um die Kunden kümmern etc. Das heißt dann ist natürlich auch die Frage, wie schafft man es, dass das auch seitens der Händler eine gute Kundenerfahrung ist und gut zu bedienen ist? Dann kommt eben auch die Frage zum Beispiel, was ist ein gutes Ökosystem? Was sind die richtigen Aventuren, die richtigen Implementierungspartner dahinter? Da haben wir auch viele, die wir eben zertifizieren, die das auch machen können. Also es geht uns darum, auch ein zertifiziertes Ökosystem von Implementierungspartnern aufzubauen dahinter. Und dann auch natürlich die Erfolgsmessung, auch zu sagen, okay, das ganze Investment hat denn das jetzt was gebracht? Verkaufe ich mehr Autos? Gehen meine Kosten pro verkauften Auto an Marketing und Vertriebsbudgets runter? Werde ich effizienter dahinter? Wie gesagt, kann ich das messen? Kann ich daraus auch was lernen, wie ich noch besser werden kann? Das ist meistens keine Einmalsache, sondern es ist oft einfach eine eine Reise, die man zusammen geht mit denen. Vielleicht gehen wir noch ein bisschen, ein Stückchen näher noch dran, und zwar, welche Möglichkeiten haben den Händler jetzt wirklich aktuell im Moment, um ihren Bestand bei euch anzeigen zu lassen? Oder auch, ich sage mal, After Sales oder was auch immer, digital auch über eure Plattformen zu vertreiben? Also einmal unsere Absicht ist immer einfach, den Kunden direkt mit einem Angebot zusammenzubringen. Also bei uns sucht ja jemand was. Einer sucht entweder sehr generisch nach, zum Beispiel, keine Ahnung, bestes Elektroauto oder SUV mit Size oder was weiß ich, oder sucht schon sehr, sehr spezifisch nach einer speziellen Marke oder einem Modell. Und darauf dann erst mal zu verstehen, wie das funktioniert, ist, glaube ich, wichtig und dann darauf eine Antwort zu geben. Die Antwort ist erst mal darauf, wie ich zum Beispiel mit der Anzeige darauf antworte. Und wenn zum Beispiel eine klare Kaufabsicht ist, die der Kunde ausgibt, zum Beispiel bester Preis für Marke X, Modell Y in München, sollte ich, wenn ich das auf dem Hof stehen habe, auch versuchen, das dann möglichst separat zu finden. Wenn es darum geht, dass es eher Information ist, vielleicht eher mit einer informativen Sache. Ich habe hier eine Vergleichsseite, da sind die Angebote etc. Und dann, jetzt gehen wir mal in Richtung mehr Inventar. Glaube ich, gibt es generell zwei Möglichkeiten. Also einmal kann ich natürlich, wenn ich eine eigene gute Website habe, auf der mein Inventar gelistet ist, kann ich die zum Beispiel damit verlinken und sagen, okay, ich führe die Kunden dann auf diese Seite. Idealerweise auch schon vorselektiert, möglicherweise nach der Marke, nach der der Kunde entsprechend sucht oder dem Segment SUV, Elektrofahrzeug, Cabrio etc. Die blinkt dann. Genau, richtig. Also das ist einmal, und das sollte man auch wirklich gut gepflegt haben. Wichtig dabei auch immer, dass das dann auch entsprechend mit dem eigenen CRM vernetzt ist, dass wenn der Kunde dann da sich dafür interessiert, dass man dann da den Prozess auch weiterführen kann. Auch Telefonanrufe, vielleicht komme ich da später noch mal dazu. Die andere Sache ist, viele Händler haben ja schon Inventar-Feed. Das heißt, sie haben ihr gesamtes Inventar in dem Feed digitalisiert. Das ist ja meistens auch die Feeds, mit denen sie mit den großen Plattformen wie Mobile oder Autoscout oder Cover oder irgendwie sowas zusammenarbeiten da drin. Man kann mit diesem Feed auch bei Google was machen. Also man kann zum Beispiel die Textanzeigen auf Basis des Feeds modifizieren. Das heißt, es steht nicht nur, hier ist der Händler Christian Richter in München, kommt vorbei, sondern wenn du jetzt, keine Ahnung, ich nehme eine Münchner Marke, du suchst nach einem BMW 3er und ich habe einen im Hof, dann könnte ich gleich sagen, BMW 3er, null Kilometer, so und so viel ist der Preis, bei mir hier klicken. Und das ist dann auch wirklich, dann kommt man zurück zu dem, der im Feed drin ist. Ich kann auch bei uns im YouTube Display-Netzwerk zum Beispiel dynamische Display-Anzeigen ausspielen, wo dann genau dieses Modell auch ausgespielt wird. Was ich machen kann im After-Sales- oder Teile-Bereich ist, ich kann zum Beispiel Google Shopping Ads nutzen. Das ist Standardprodukt, das machen viele Branchen bei uns. Ich habe mir eine neue Sportschule gekauft, habe ich auch über Google Shopping Ads einen entsprechenden Anbieter gefunden, also da kann ich Google Shopping Ads nutzen. Was wir in Europa noch nicht haben, wo ich auch leider nicht sagen kann, wann es jetzt hier nach Europa kommt, was wir in den USA gerade testen, heißt Vehicle Ads, wo ich also wirklich den Feed nochmal in den Suchanzeigen darstellen kann, also mehrere Modelle sozusagen direkt dahin bringen kann. Wir haben leider noch keine Zeitlinie für Europa da, aber wenn es kommt, sage ich es natürlich. Okay, vielleicht noch eine Sache noch und zwar habe ich gesagt Anrufe. Wir stellen immer wieder fest, dass oft, wenn ich zum Beispiel den Leuten auch die Möglichkeit gebe, also die suchen digital und dann entweder ich spiele gleich eine Suchanzeigentelefonnummer auf oder ich habe eine Telefonnummer bei mir auf der Seite, wird die sehr, sehr oft angerufen und öfters als man denkt. Oft ist es sogar so, dass ich mehr Anrufe kriege als wirklich digitale Leads. Das heißt, eine Sache, die wir auch immer sagen, messt auch die Anrufe. Das kann ich zum Beispiel machen, indem ich dynamische Telefonnummern verwende und sage, ich nehme verschiedene Endnummern, die dann auch mit der entsprechenden Online-Kampagne verknüpft sind, dass ich dann weiß, dass zum Beispiel alles, was auf die Endnummer 001 kommt, ist eben die Suchkampagne und alles, was 002 ist, war die YouTube-Kampagne etc. und kann zum Schluss damit wieder messen, welche von den Kampagnen und welches Medien-Vest hat eigentlich jetzt wirklich mehr Anrufe generiert und vielleicht zum Schluss mehr Abverkäufe oder Servicetermine oder Zubehörverkäufe etc. Das auch dann wieder zu verknüpfen mit dem CRM-System, dass ich diese Daten alle zusammenbringen kann. Das bringt wieder zu diesen 900 Datenpunkten, die ich anfangs gesagt hatte in Sachen. Bringt ihr alle zusammen und messt die auch. Ja, die Messung ist wirklich, ich will nicht sagen, das A und O, aber es ist halt, es macht halt erst prüfbar, was man machen sollte oder was man vorher gemacht hat, um es immer wieder stetig zu optimieren. Und ich weiß jetzt auch, dass mit dynamischen Rufnummern und sowas, wenn du jetzt einen kleinen Händler nimmst, der macht erst mal große Augen und dicke Backen. Wie soll ich denn das hinkriegen? Aber es gibt halt auch da Lösungen für CRM-Systeme, die auch für kleine Händler funktionieren. Ja, und man muss das ja auch nicht am Anfang überkomplizieren. Es langt ja, wenn man, keine Ahnung, drei Kanäle misst. Und wir haben das mal mit einem Händler gemacht. Das ist schon eine Zeit her. Da haben wir dann tatsächlich den Leuten zwei Telefonen auf den Tisch gestellt, das normale Telefon und das Google Phone. Und haben mal gesagt, jetzt schau mal, welches öfter klingelt dahinter. Und es war sehr, sehr plakativ. Ja, da wussten die Leute immer genau, wenn der Apparat klingelt, dann haben die Leute eben die Online-Anzeigen gesehen und kommen aus dem Kanal. Ja, geil. Das rote Google Phone, so ein buntes Google Phone. Ja, ich glaube, es war bunt. Ich glaube, es hatte die, die die entsprechenden Sachen. Sehr schön. Ja. Ja, wir nehmen mal den Blick aus dem Rückspiegel raus und machen das Fernlicht an und gucken nach vorne. Und da hast du mir quasi mit einer Frage schon ein bisschen den Wind aus dem Segel genommen, weil dieses Thema, das ist gar kein Problem, aber es ist auch eine schöne Überleitung. Google Vehicle Ads ist ein Thema, was den einen oder anderen Spezialisten hier schon irgendwie ein bisschen bewegt. Aber du hast ja gerade selber gesagt, das ist ein Thema, das ist in den USA erst mal, glaube ich, ausgerollt. Europa steht noch hinten an. Gibt es irgendwie aus den USA eine gewisse Erfahrung, die du teilen kannst? Oder ist das noch zu abstrakt? Ja, doch. Also ich meine USA, wir haben ja schon ein paar Case Studies veröffentlicht. Wir haben das im Mai letzten Jahres auf der IO auch veröffentlicht. Da haben wir mit den großen Händlergruppen da drüben angefangen. Also wir haben zum Beispiel Asbury, Ken Garth, Carmex. Das waren zum Beispiel eine der ersten Kunden von uns. Und das war auch gut. Also zum Beispiel Asbury hat 35 Prozent mehr Conversions gehabt damit und hat auch den Conversion Wert, also Profitabilität pro Conversion um 12 Prozent gesteigert. Wir kooperieren mittlerweile auch mit Herstellern, kommunizieren deren Zahlen noch nicht. Ich kann aber nur sagen, die Ergebnisse sind im ähnlichen Bereich wie mit den Handelsgruppen. Also es ist ein gutes, sehr, sehr gutes Format. Wir hoffen, dass wir es hier auch irgendwann anbieten können. Ich kann nicht jeden Moment wirklich wieder nur raten, experimentiert schon mal mit den anderen Möglichkeiten, die ich gesagt habe. Jetzt haben wir Inventory Level Advertising dahinter mit dem Feed etc. Nutzt alle bestehenden Kanäle dafür, weil generell es ist immer sehr stark, wenn man Kunden einfach auf eine bestimmte Nachfrage sehr spezifisch auch gleich das richtige Produkt anbieten kann. Je näher man die beiden Punkte zusammenbringt, umso effizienter ist das System nach der Erfahrung. Okay, gerade hast du auch schon so gesagt, so Händler und Marken. Da möchte ich noch mal darauf eingehen, weil viele Markenhändler, die ich so im Bundeskreis habe oder generell in der Branche kenne ich ja viele, die bewegt so das Thema zentral ausgesteuerte Google Ads. Also die Google Ads, die seitens der OEMs oder der Hersteller direkt geschaltet werden. Ich sage mal für den ganzen Händler Pool. Da ist so meine Wahrnehmung und ich glaube, die täuscht auch nicht so richtig. Viele fühlen sich da seitens der Marke bevormundet, weil auch Teile des Marketing Budgets dafür direkt einbehalten werden und für sie verplant werden. Das ist so ein bisschen Blackbox. Da war auch in der Vergangenheit vielleicht die Kommunikation der Hersteller nicht so optimal. Und ihr arbeitet ja nun mal auf der anderen Seite genau auch für diese Marken und Hersteller, betreut die, begleitet die Vorgehensweise. Also zwei Fragen oder kannst du die Stimmung der Händler so ein bisschen nachvollziehen? Und worin liegt denn letztendlich deiner Meinung nach? Wo liegen da Vorteile oder wiegen die Vorteile, wenn es zentral gesteuerte Hersteller Kampagnen für den Handel gibt? Also die Stimmung der Händler kann ich nachvollziehen, wenn sie nicht in den Prozess irgendwie mit eingebunden sind. Also das ist, wir machen ja viel von diesen zentralen Programmen. Wir sagen aber auch immer, man muss die Händler auch in den Prozess mit einbringen. Ich meine, dieses, das geht ja eigentlich in den klassischen Bereich des Koop-Marketings mit rein. Genauso wie auch z.B. zentrale Vorgaben oder Marketing Assets, jetzt gewisse Anzeigen, Formate und so weiter dann auch zentral zur Verfügung gestellt werden und so weiter. Also das ist eigentlich nur, indem man z.B. Suchmaschinen-Marketing in den bestehenden Core-Prozess mit reinbringt. Das ist ein Thema, da arbeiten wir auch schon, würde ich sagen, mindestens 10 Jahre mit der Industrie zusammen. Aber wie gesagt, wichtig ist, dass man die Händler auch damit reinbringt, sie informiert. Warum wird das gemacht? Wie wird das gemacht? Und wiederum auch schon wieder, ich wiederhole mich hier, aber ein guter Kollege von mir hat gesagt, man muss wichtige Sachen mindestens sieben Mal wiederholen, damit sie da bleiben. Ich habe jetzt nicht mitgezählt, aber eben auch z.B. die Erfolgsmessung zu sagen und zu sagen, hey, liebe Händler aus der zentralen Kampagne, ist so und so viel rausgekommen hier. Also z.B. bei guten Programmen, die ich kenne, gibt es dann auch Händler-Dashboards dahinter, dass jeder Händler genau sehen kann, was kriegt er denn eigentlich aus dem Programm für sich raus dahinter? Wenn das nicht gemacht wird, wenn es einfach nur so zentral ausgestellt wird, die Händler so ein bisschen left in the dark sind, ist natürlich nicht so gut. Also wir sagen auch immer, wichtig, Händler einbringen, Erfolgsmessung, Dashboards, denen sagen, warum das gemacht wird, was die Vorteile sind, was sie konkret für dieses Coop-Invest auch dafür bekommen. Der zweite Teil der Frage, der Vorteil für die Händler ist, dass wir es damit natürlich schaffen, das für eine gesamte Marke und ihre Händler hocheffizient auszusteuern, also z.B. dass wir es nicht haben, dass ein Händler in der Region, das jetzt haben wir München und Nürnberg, dass der Nürnberger Händler anfängt, geografisch z.B. nach München reinzugehen und gegen den Münchner Händler der gleichen Marke in der Auktion anfängt, dagegen zu bieten. Weil dann schaffe ich natürlich auch eine Ineffizienz in dem System und ich bringe auch den Auktionspreis, Google Suchanzeigen sind ja ein Auktionsmodell, bringe ich dann im Endeffekt für das gesamte Netzwerk im schlimmsten Fall nach oben. Also wir haben mal Fälle gehabt, wo ein einziger Händler auf einmal deutschlandweit hochaggressiv gegen alle anderen geboten hat. Und das hat den Auktionspreis für die gesamte Marke und all ihre Händler massiv nach oben gebracht, was dann natürlich auch wieder den Kanal um einiges ineffizienter macht dahinter. Also wenn es geschickt ausgesteuert ist, profitieren eigentlich alle davon. Das passt dann eben auch z.B. mit den Gebieten, die die Händler haben, entsprechend zusammen. Man kann auch z.B. dann je nachdem, wie das die Verfügbarkeit von Inventar ist, auch nochmal regional oder national besser aussteuern dahinter. Man kann auch z.B. oft ist auch ein Service dabei, eben das Ganze, die Optimierung davon, die dann eben national von einer guten Agentur oder einem anderen Partner ausgesteuert wird. Dahinter das Messsystem, wie gesagt, die Dashboards, das sind ja auch vielleicht die Sachen, die sich ein Einzelhändler nicht unbedingt auch noch selber bauen möchte. Dahinter eben gutes Reporting dafür etc. Also wie gesagt, wenn es gut gemacht ist, dann profitieren alle davon. Aber es muss auch gut gemacht sein. Aber da haben wir natürlich auch viel Erfahrung damit und arbeiten es. Also ehrlich gesagt, das ist absolut Kerngeschäft von dem, was meine Kolleginnen und Kollegen und ich auch eben mit den Herstellern und ihren Händlern machen, sind genau solche Programme so zu gestalten, dass alle davon profitieren. Ich hänge mich an der Stelle mal ganz klein ein bisschen aus dem Fenster. Vor einigen Jahren, als das anfing, dass quasi Google mit den Marken angefangen hat zu kooperieren und diese Systeme halt oder Vorgehensweise zu initialisieren, fing das an. Und so als externe Agentur hast du so wahrgenommen, ah ok, Google ist gerade da, sind die bei denen und hin und her. Und man hat danach wirklich gemerkt, die Kommunikation der Marken gegenüber dem Handel war nicht gut. Weil dann hieß es auf einmal nur, pass mal auf, du hast dein WKZ-Budget, jetzt weiß ich nicht, 10.000 Euro im Jahr, super Sache, aber wir behalten einfach mal 2.000 Euro ein und wir machen für dich Werbepatch. Und das war end of the story. Und die wussten, Wir wissen dann noch nicht mal genau, welchen Kanal. Wir haben ja auch Händler da draußen, auch Markenhändler, die einfach nicht so sattelfest damals noch weniger waren als heute, die dann nur wissen, ah, die halten jetzt irgendwie Geld von mir irgendwie für Google. Und das kann halt nicht so richtig zu Vertrauen führen. Und ich glaube, dass in den letzten Jahren da das langsam verstanden wurde, aber gar nicht mal durch die Leistungen der Marken, sondern eher durch die Professionalisierung des Online-Marketings im Handel, die dann Spezialisten auch reingekriegt haben, die dann verstanden haben, alles klar, das hängt mit uns so zusammen. Ich glaube, das war einfach nicht euer Fehler, sondern halt ein Kommunikationsfehler gegenüber dem Handel von Herstellern. Aber das sind nur so meine Wahrnehmung, meine kleine. Ja, also du, ich gebe dir durchaus recht, ich glaube, das wird auch viel damals vermutlich auch schnell umgesetzt etc. Und jeder hat auch gelernt. Aber deswegen haben wir auch, sagen wir eben auch, das muss zusammen mit den Händlern passieren, vielleicht auch dem Zentralverband der Händler zusammen, dass man eben den auch mit reinbringt, dass man es auf der Jahreskonferenz des entsprechenden Handels auch vorstellt, dass man mit denen zusammenarbeitet und so weiter. Auf der anderen Seite aber auch, was du erwähnt hast, so eine gute Brücke, nämlich auch, was wir auch schon gesehen haben, ist, der Handel hat natürlich auch die Bedeutung von digital immer mehr verstanden, aufgegriffen und auch seine eigenen Kompetenzen aufgebaut. Und das ist auch sehr, sehr gut. Ich muss auch sagen, was wir im Moment sehen, ist, dass vor allem ein paar große Händlergruppen sich unglaublich stark professionalisiert haben. Also zum Beispiel die Aspirin Group in US, die für mich einen der weltbesten Online-Verkaufsprozesse haben, inklusive Trade-In-Valuation und Finanzierung und so weiter. Also es kann wirklich komplett das Auto bei denen online kaufen, hocheffizient. Die E-Mail-Freigruppe zum Beispiel, finde ich, hat das auch sehr, sehr, sehr gut gemacht. Mit denen arbeiten wir auch viel zusammen. Aber auch kleinere Händler, die das gut machen. Ich meine, es ist nicht unbedingt eine Frage der Größe, sondern es ist einfach eine Frage, wie stark hat das Management verstanden, dass das ein unglaublich wichtiger Kanal ist und behandelt den auch entsprechend dahinter. Und natürlich gibt es auch ein besseres Ökosystem. Immer mehr Agenturen, Implementierungspartner, die da auch helfen können. Also wie gesagt, das ist wirklich so ein Ökosystemspiel. Und unser Ziel ist eigentlich immer, das gesamte Ökosystem effizienter zu machen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch Veränderung. Also wer überhaupt nicht mit dem digitalen Kanal zurechtkommt, selbst Verkäufe, die im Händler passieren, meistens geht der Kunde schon hoch vorinformiert rein, wenn er den Showroom betritt. Der weiß genau, welches Modell er will, welche Marke er will und weiß vielleicht auch schon, hat schon eine klare Preisvorstellung, weil er sich das auch schon vorher ausgesucht hat. Da sieht man auch, dass die Anzahl der Showroom-Visits ja auch runtergegangen ist in den letzten 10 Jahren. Und hat vielleicht auch schon vorher irgendwo seine Daten eingegeben und will dann nicht gefragt werden, Guten Tag, wie heißen Sie denn und für was interessieren Sie sich denn? Wenn er sagt, das habe ich aber schon die Daten, müsst ihr doch eigentlich schon haben, warum wisst ihr das denn nicht? Also darum geht es, wie das geht. Also wirklich darum, sich auch mit diesem Kanal gut zu verstehen, den wichtig zu nehmen. Ich glaube, dass das schon wichtig ist, dass das Geschäft dann auch in Zukunft profitabel ist und wächst. Ja, die Besuche sind zurückgegangen, absolut richtig. Aber so in den letzten Studien, die man so überall mitbekommt, ist genau dieser möglicherweise eine Besuch, der Touchpoint, da mit dem Händler extrem wichtig geworden. Das sieht man so in den letzten Aufzeichnungen. Und deswegen spreche ich auch immer davon, digital gut aufgestellt sein, aber halt so den menschlichen Aspekt, dann wirklich den vor Ort, den finalen Kaufprozess, weil so digital, wie viele immer sagen, dass jetzt im letzten Podcast, wir haben es genannt, so diesen Couch-Autokauf-Prozess von der Couch aus, also Fullstack, ist es dann doch seltener, weil dann ist immer noch der Bezug zum lokalen Händler. Es wird auch immer wieder gesagt, dass eine gute Kauferfahrung ein ganz hoher Ausschlag ist oder gute Serviceerfahrung, das nächste Auto dort zu kaufen. Also dieses Trust, das Menschliche, muss dann halt vollzogen werden. Das ist ganz wichtig. Das stimmt. Einmal nach unseren Daten ist es so, es gibt ein Segment, das möchte wirklich von der Couch kaufen. Es gibt auch gewisse Kunden, die sagen, wir machen ja immer diese Geschäftsstudio-Auffragen, die Leute zum Beispiel, es gibt gewisse Kunden, die sagen, wir möchten überhaupt nicht digital kaufen, ich will alles physisch machen. Wenn man die beiden Seiten zusammen nimmt, komme ich auf ungefähr 20% der Autokäufe. Das heißt, ich habe immer noch 80%, die digital und physisch kombinieren. Und natürlich sehr oft startet die ganze Suche nach dem Auto digital, aber zum Schluss geht man natürlich doch zum Händler. Und auch danach, ich meine, es geht ja dann um die gesamte, wie man auf Deutsch so schön sagt, Ownership-Experience dahinter. Also was passiert danach? Ich meine, es muss ja auch jemand sein, der das Auto servicet, der vielleicht bei Elektrofahrzeugen dann Batteriewartung macht, der einem beim Ausbau der Ladeinfrastruktur hilft und so weiter. Also da kommt ja auch noch was danach. Das heißt, da hat der Handel ja auch eine unglaublich wichtige Rolle da drin. Und deswegen würde ich sagen, es geht auch sehr stark in die Richtung Digital-Driven-Omni-Channel. Das ist auch ein wunderschönes Wort. Aber eben zu sagen, ja, digital ist wichtig, aber das Physische ist auch wichtig. Und die Kunst ist, das eben sowohl an der physischen Welt intelligent zu kombinieren, als auch mit den Daten, die dahinter fließen, als aber auch natürlich mit den Menschen, die da drin arbeiten, das hinzukriegen. Ich glaube, das ist die große Kunst der Transformation, in die der gesamte Automobilbereich jetzt geht. Und darüber hinaus natürlich auch für andere Arten das Ownership von eben früher kaufen oder leasen, jetzt dann bis zu eben Abo-Modellen etc., die möglicherweise kurzfristiger sind, die sich schneller drehen und so weiter. Da gibt es natürlich sehr, sehr viele Möglichkeiten, in die das gehen kann. Aber ich wollte auch sagen, ich habe selten so viel Veränderung gesehen in dieser Industrie. Das ist eine spannende Sache, gerade da dabei zu sein. Ja, Antriebskonzepte, Vertriebsmodelle ändern sich. Das ist ja alles in Bewegung. Das ist ja wirklich Wahnsinn. Ja, Christian, dankeschön an dieser Stelle, dass du meine Fragen alle so cool beantwortet hast und Insights gegeben hast. Wir sind so am Ende des Podcasts angekommen. Und da habe ich immer eine Hauptabschlussfrage. Da bin ich mal gespannt, weil du ja häufig in Amerika, in Kalifornien unterwegs bist. Mal gucken, was da so, denke ich mal, oder? Ja, doch schon. Oder ist das eine Einigung? Ja, doch. In der Zeit ist man nicht so viel gereist. Aber jetzt natürlich, dass das wieder möglich ist. Ja, aber auch bei so einem Konzern wie Google wirst du wahrscheinlich da auch vielleicht das eine oder andere Insight haben. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto? Sprich, morgens, du gehst zum Auto. Ob das jetzt angefahren kommt oder steht, ist mir egal. Du setzt dich rein, sagst, wo du hin möchtest, machst die Zeitung auf, lässt dich fast fast nicht zur Arbeit fahren und kümmerst dich nicht um, was um dich herum passiert. Also, ist eine schwierige Frage, weil es ist natürlich wahnsinnig schwierig, diese Technologie vorherzusagen. Theoretisch kann man das jetzt schon machen. Zum Beispiel Waymo One gibt es im Silicon Valley und, ich glaube, in Phoenix. Da kann man das jetzt schon machen. Dann kommt dann halt so ein Waymo-Auto und dann setzt man sich da rein. Wie die Technologie, wie schnell die sich ausrollen wird, ich muss sagen, da bin ich halt auch technisch nicht der Experte dafür. Also, man sieht ja, in welche Richtung das Moment hier geht. Ich glaube, sehr viel auf zum Beispiel das Level 3, Level 4 fahren, wo man zum Beispiel dann auf der, vor allem auf der Autobahn, das ja viel einfacher ist zu navigieren, wenn alle Autos in eine Richtung fahren, dass man zum Beispiel dann mehr auf Autopilot gehen kann. Ich glaube, es hängt auch immer noch ab vom Wetter meines Verständnisses nach. Wie gesagt, ich bin nicht der Experte, aber es ist auch die Frage sehr stark. Regen, Schnee ist teilweise immer noch ein bisschen Problem mit den Sensoren dahinter. Ich schaue hier gerade zum Fenster raus, hier ist alles eingeschneit. Deswegen, also, das ist noch mal eine Sache. Ich glaube aber, dass es eventuell schon kommen wird. Vielleicht kommt es auch erstmal im Bereich Public Transport, vielleicht kommt es im Bereich Commercial Vehicles auch dahinter. Wie gesagt, wenn man es will, kann man es jetzt schon in ein paar Testregionen machen. Bei all den Dingern würde ich auch persönlich immer sagen, so eine Technologie ist halt auch immer eine S-Kurve. Vielleicht sind wir jetzt ungefähr da, wo sie noch ein bisschen flach ist, aber irgendwann wird sie dann auch steiler werden. Irgendwann wird es kommen. Bis man es wirklich überall hat, glaube ich, wird es bestimmt noch eine Zeit dauern. Aber wie gesagt, wenn du es machen willst, kannst du es jetzt schon machen. Halt noch nicht überall auf der Welt. Ich merke schon, du bist ein harter Knochen. Wenn ich jetzt den privaten Christian frage, was glaubt denn der, wann er das in München vielleicht machen könnte? Konkrete Zahl. Oh Gott. Das ist echt schwierig. Hier noch mal der offizielle Disclaimer. Wemo ist kein Teil von Google, Wemo ist ein Teil von Alphabet. Wenn Wemo einen Announcement macht, das weiß aus der Presse wie alle anderen auch. Ganz wichtig hier gesagt. Ich persönlich glaube, dass es in 8 bis 15 Jahren ungefähr so weit sein wird. Ich kann mich aber auch komplett irren. Das habe ich jetzt einfach so gesagt. Darum ging es mir. Als reine persönliche Privatperson kann ich mir nicht vorstellen, das ohne irgendwelches Wissen über Technologien, Rolloutpläne etc. zu haben. Ich kann auch komplett falsch liegen dahinter. Aber danke. Darum ging es mir. Ich habe beim Stellen der Frage gar nicht über mögliche Verquickungen nachgedacht. Mir geht es aber auch immer um den persönlichen Eindruck. Ich habe in der Menge der Interviews schon so unfassbar viele verschiedene Aussagen gehört. Das ist immer wieder spannend. Auf jeden Fall sind die Aussagen, ich glaube, am Anfang, ich habe ja fast vor 4 Jahren mit dem Format angefangen, waren die Aussagen eher in kürzerer Zeit, kurioserweise. Das wird immer länger, habe ich das Gefühl. Weil immer mehr klar wird, dass es doch nicht mal so einfach ist, das zu regeln und zu machen, zu tun. Aber gut. Es gibt ja diese Technologie-Kurve, dass es am Anfang immer dieses große Excitement gibt. Dann gibt es erst mal den großen Reality-Check. Irgendwann setzt dann die wirkliche S-Kurve ein. Ich glaube, wir sind wahrscheinlich jetzt über diesen 1. Excitement-Hügel rüber. Jetzt wird gerade wirklich geschaut, was ich mir wirklich vorstellen kann, das ist relativ bald im Premium-Segment, das sieht man ja auch, was die ganzen Hersteller machen, dass ich Level 3, 3+, oder sowas wahrscheinlich habe. Und dann eben vor allem auf der Autobahn oder sowas das machen kann. Was ja schön ist, wenn man eine längere Distanz fährt, dass man sich dann ein bisschen entspannen kann darunter. Aber wie gesagt, super schwierig zu sagen und man muss sich ganz ehrlich sein. Dann sind wir für heute mit dem Podcast am Ende angelangt. Danke, dass du dir Zeit genommen hast. Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt mal jemanden von Google vor das Mikrofon bekommen habe. Und dann ausgerechnet auch noch jemand in deiner Funktion, der wirklich so einen Überblick hat, bin ich sehr dankbar für. Toll, dass wir uns kennengelernt haben letztes Jahr und dass du hier heute den Hörern auch einige Insights gegeben hast. Tim, vielen Dank. Mir hat es auch echt Spaß gemacht. Ich hoffe, wir können es irgendwann wiederholen. Nochmals herzlichen Dank. Und ich wünsche dir noch einen schönen Rest des Tages. Alles klar. Ja, vielen Dank. Und damit sagen wir mal eben Tschüss, Ciao und bis zum nächsten Mal. Macht es gut da draußen.


Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.