Einleitung
In der aktuellen Folge von „Benzingespräche“ spricht Tim Klötzing mit Ralf Meunzel, einem der führenden Köpfe in der deutschen Automobilbranche. Meunzel, der seit über 30 Jahren im Verlag tätig ist, gibt Einblicke in die Herausforderungen und Entwicklungen im Autohandel.
Aktuelle Stimmung im Autohandel
Ralf Meunzel beschreibt die Stimmung im Autohandel als angespannt, aber dennoch optimistisch. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben deutliche Spuren hinterlassen, sowohl in den Bilanzen als auch in der allgemeinen Stimmung. Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Handel kämpferisch und blickt zuversichtlich in die Zukunft.
Erträge und Herausforderungen
Ein zentrales Thema des Gesprächs sind die Erträge im Autohandel. Meunzel erläutert, dass die Umsatzrenditen im Durchschnitt bei etwa einem Prozent liegen, was die schwierige Ertragslage in der Branche verdeutlicht. Der Wettbewerb ist hart, und obwohl alle Hersteller qualitativ hochwertige Fahrzeuge anbieten, sind die Margen knapp.
Karriere und Entwicklung
Ralf Meunzel blickt auf über 30 Jahre Erfahrung im Verlag zurück. Er hat die Entwicklung von Print zu digitalen Medien miterlebt und mitgestaltet. Besonders stolz ist er auf die Einführung von Autohaus Next, einem innovativen digitalen Angebot, das sich von anderen Plattformen abhebt.
Persönliche Highlights
Im Gespräch teilt Meunzel einige seiner persönlichen Highlights aus seiner Karriere. Dazu gehören der jährliche Neujahrsempfang und die Möglichkeit, mit vielen Persönlichkeiten der Branche zu interagieren. Er betont, dass die Vielfalt und Abwechslung seiner Arbeit ihm stets Freude bereitet haben.
Fazit
Ralf Meunzel zeigt in diesem Interview eindrucksvoll, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und Engagement in der sich ständig wandelnden Automobilbranche sind. Seine langjährige Erfahrung und sein unermüdlicher Einsatz machen ihn zu einer bedeutenden Stimme in der Branche.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Stimmung im Autohandel nach der Pandemie
- Umsatzrenditen und Ertragslage
- Karriere von Ralf Meunzel
- Entwicklung von Print zu digitalen Medien
- Persönliche Highlights und Herausforderungen
Key Takeaways:
- Der Autohandel ist trotz Herausforderungen optimistisch.
- Umsatzrenditen liegen im Durchschnitt bei einem Prozent.
- Ralf Meunzel hat über 30 Jahre Erfahrung in der Branche.
- Autohaus Next ist ein innovatives digitales Angebot.
- Vielfalt und Abwechslung sind Schlüssel zum Erfolg.
- Persönliche Highlights prägen die Karriere von Meunzel.
- Anpassungsfähigkeit ist entscheidend in der Automobilbranche.
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Benzingespräche, der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstorys, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um verschiedene Blickwinkel und persönliche Ausblicke. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Online-Marketing-Experte und freier Berater für die Automobilbranche, Autoliebhaber und Agenturinhaber. Herzlich willkommen zurück bei meinem Podcast Benzingespräche. Heute quasi eine April-Urlaubsausgabe, weil ich nämlich gerade aus dem Urlaub komme und da habe ich die ganz tolle Möglichkeit gehabt, einen Stopp in München zu machen und darf heute einen Gast begrüßen, der, kurz gesagt, normalerweise nicht der Gast, sondern der Interviewer ist und Fragen stellt. Genau aus dem Grunde freue ich mich sehr, ihn vor mein Mikro zu bekommen und über ihn und seinen Werdegang, seinen persönlichen Blick auf die Branche und seinen Blick in die automobile Zukunft zu sprechen. Herzlich willkommen, Ralf Meunzel. Ja, hallo Tim, freue mich, dass ich heute dabei sein darf. Ja, prima. Ich freue mich, dass das so relativ schnell jetzt geklappt hat und dass wir mal sprechen können. Ja, mega. Ralf, du hast die Autobranche im Blick wie kaum ein anderer. Du beziehungsweise ihr seid Gastgeber von wichtigen und wegweisenden Veranstaltungen und bist allerbestens vernetzt. Wie ich Oliver Bohn zuletzt auch zu Beginn fragte, wie ist die allgemeine Stimmung im Autohandel da draußen? Also wir hatten natürlich durch Corona-Bedingungen, das glaube ich ist eine Binsenweisheit inzwischen, einen brutalen Rückgang im Autohandel, sprich Handel und auch teilweise im Service. Das schlägt sich einfach nieder, einerseits eben auf die Bilanzen und andererseits schlägt es sich eben auch nieder auf die Stimmung und deswegen, so kann man sicher nicht davon sprechen, dass jetzt hier allgemeine Hochstimmung herrscht. Natürlich lässt der Handel den Kopf nicht hängen und kämpft, was auch ganz wichtig ist, aber es haben sich viele das Jahr anders vorgestellt und das schlägt sich eben nieder. Wir werden dann am Ende des Jahres sehen, wie es ausgeht. Man muss auch dazu sagen, dass Januar, Februar ja schon keine guten Automonate waren nach dem Rekordjahr 2019, wobei natürlich da immer zu sehen ist, Rekordjahr, was die Zulassungen betrifft, nicht Rekordjahr, was die Erträge betrifft. Also insofern ist es angespannt, aber der Handel ist dennoch mehr optimistisch als negativ gestimmt. Eine Frage, wo du gerade das Schlüsselwort Ertrag genannt hattest 2019, so eine Kennzahl, Ertrag durchschnittlich in der Branche 2019? Wir reden ja da immer von Umsatzrenditen und die schwanken so um ein Prozent und das ist eben ein Zeichen, dass es in der Branche sehr schwierig ist, gutes Geld zu verdienen. Es sind ja auch Investitionen gefordert. Wir wissen, dass ein sehr starker Wettbewerb im Autobereich herrscht. Alle Anbieter bauen gute Autos, die gehen auf den Markt. Je nachdem, was eben dann der jeweilige Hersteller oder Importeur an Incentives gibt, hat man auch Verkaufserfolge. Wir haben ein relativ stabiles Gebrauchtwagengeschäft, aber in Summe ist eben Autohandel schon eine Herausforderung. Ja, ich frage das deshalb, weil wenn ich diese Zahl von guten Prozent in meinem Freundeskreis, die jetzt nicht so branchenaffin sind, die glauben ja alle, dass Autohändler ja nach wie vor Erträge haben und Umsatzrenditen haben und beim Neuwagenverkauf so viel Geld verdienen. Wenn man denen dann mal grob die Kennzahl sagt, dann gucken die einen ja mit großen Augen an. Das rührt auch daher, weil die Leute natürlich meinen, dass wenn ein Händler 20 Prozent geben kann, dann hat er eben noch 20. Leider hat er, wenn er 20 Prozent gibt, wahrscheinlich schon drei Prozent drauf bezahlt und es hat sich eben noch nicht überall herumgesprochen. Ja, das ist Irrsinn. Also der Blick im Bekanntenkreis, wenn man darüber redet, das kann man gar nicht glauben. Das ist wirklich völlige Verwunderung. Aber gut, gehen wir mal klassisch in meinem Programm in den Rückspiegel. Da schauen wir mal rein zum Werdegang. Du bist im Baujahr 62, du lebst südlich von Ingolstadt, bist gebürtig aus Bamberg, hast studiert, du hast ein Studium zum Diplom Journalisten gemacht und bist seit 1989 als Redakteur beim Springer Fachmedien in München gestartet. Das ist nicht ganz richtig, weil wir sind jetzt Springer Fachmedien München GmbH. Wir waren früher der Autohaus Verlag. Der wurde dann gekauft von Bertelsmann und dann wurde eben durch verschiedene Fusionen ist dann letztlich Springer Fachmedien München GmbH entstanden und da eben der Bereich Automotive Media, wo eben Autohaus angesiedelt ist. Aber 1989 war so dein, ich sag mal, Kick-off. 1989 bin ich gestartet als Redakteur beim Autohaus, beim Autohaus Verlag in Ottobrunn bei München. 1995 ging es dann weiter, da bist du zum Chefredakteur geworden und da hast du dann auch neben dem Printmagazin Autohaus auch die Bereiche Autohaus.de und Autohaus Next mit übernommen. Sagen wir mal so, Ende der 90er Jahre ist dann Autohaus.de so entstanden, da ging es ja los mit der Digitalisierung der Medien und Autohaus Next ist eigentlich unser jüngstes Baby in diesem Digitalisierungsbereich. Da sind wir jetzt seit drei Jahren dran, diesen Bereich auszubauen. Es hat sich eben immer was getan, es war immer was zu tun und dann plötzlich hat man eben einerseits ein Printmagazin, was sehr wichtig ist, andererseits eben digitale Medien, die man weiterentwickeln muss. Und das ist ja auch immer ein Üben, weil da gab es ja keine gelernten Prozesse, sondern man musste sich eben orientieren, was ist am Markt vorhanden, wie kann man sich da platzieren und Autohaus Next ist sicher ein Alleinstellungsmerkmal vom Autohaus, denn ich kenne niemanden, der sich bisher in diese Richtung so orientiert hat. Seit Ende 2012 bist du zusätzlich zum Chefredakteur auch noch der Verlagsleiter der Springer Autor Motive Media und darüber hinaus bist du ja Initiator von von zahlreichen Innovationen, Wettbewerben, Studien sowie diversen nationalen internationalen Veranstaltungen. In Summe erstmal ein Wow, du bist über 30 Jahre in einem Unternehmen, was ja Wahnsinn ist, weil solche Karrieren gibt es ja nicht mehr häufig. Zuletzt mit dem Oliver Bohn hatte ich noch so jemanden getroffen, der auch so lange in einem Unternehmen tätig ist. Das fand ich auch super interessant und ganz platt gefragt, wie kam es dazu und was hat dich deine Aufgabe und den Verlag so zusammengebracht, so über die ganze Zeitdauer? Also Karrieren platzt man ja nicht so direkt, sondern man steigt eben ein. Damals war eben Autohaus, das Redakteursangebot war was interessant für mich. Es ging um Fachinformationen, wir haben in Deutschland 4.500 Fachinformationstitel, also eine ganz wichtige Branche, die ja viele gar nicht kennen, weil sie ja nur ihren eigenen Bereich im Auge haben. Aber in Summe ist es so, die Frage ist ja immer, was sind die Herausforderungen? Dass ich jetzt hier bei Autohaus lebenslänglich habe, ist eben dem geschuldet, dass die Branche spannend ist. Es gab immer was zu tun, man hat mir auch alles mögliche tun lassen. Es gab auch Dinge, die nicht so geklappt haben, aber insofern haben wir uns da weiterentwickelt. Wir sind auch mit den Anforderungen an die Branche gewachsen und dann kommen eben dann doch 30 Jahre zusammen. Wahnsinn, also ist schon der Gestaltungsspielraum, den du auch hast, auch ein ganz wichtiges Element dabei. Absolut, also der Gestaltungsspielraum, der ist immens. Allein schon, wenn sie Artikel schreiben, können sie ja sehr viel machen. Es gibt allein schon die journalistischen Stilformen, die es gibt. Darüber hinaus gibt es eben Themen und die sind ja nicht immer vorgegeben. Man muss sich die auch entwickeln. Es kommen neue Leute dazu, man muss die kennenlernen, man braucht Kontaktmanagement, man muss sich ein Netzwerk aufbauen und dann eben ist man in der Branche stark vernetzt und dann gibt es auch ein Feedback und dann kann man auch sehr viel machen, kann sehr viel entwickeln und in Summe macht es dann auch Spaß. Ja, Spaß an der Arbeit ist unabdinglich, gerade wenn man so lange sowas weiterentwickelt. Spaß ist unabdinglich, aber natürlich muss da auch vorher doch viel Schweiß reingesteckt werden, denn gerade wenn sie einen Artikel geschrieben werden oder wenn Interviews geschrieben werden, ist es einfach immer eine Herausforderung. Ein Interview von zwei Seiten im Autohaus erfordert eine Terminvereinbarung mit der Person, es erfordert ein einstündiges Interview und dann nochmal das Schreiben des Interviews, vier bis fünf Stunden, bis dann die Geschichte im Heft ist. Also es ist auf jeden Fall auch anspruchsvoll. Hast du dich denn schon immer für Automobile begeistert und war nach deinem Studium auch gleich klar, dass es soll was im Job werden, was mit Automobilen zu tun hat? Also da die Nähe zu Audi natürlich durch Ingolstadt immer gegeben war, hat man sich schon für Autos interessiert. Ich bin jetzt kein Enthusiast, der sich schon immer für bestimmte Modelle begeistert hat, sondern für mich haben Autos schon fasziniert, es war jetzt nicht die Hauptrolle in meinem Leben, aber ich konnte mich damit gut anfreunden und nach dem Studium wollte ich was mit Journalismus zu tun haben und da war natürlich die Automobilbranche auch dann die erste Wahl und dann ist es eben Autohaus geworden. Jetzt muss ich fragen, weil ich ja gar nicht aus der Ecke Ingolstadt komme, ist denn, wenn man aus der Ecke Ingolstadt kommt, das erste Auto automatisch ein Audi? Nein, das erste Auto war ein Renault 4. Gut, man muss immer schauen, die Entwicklung von Audi hat sich ja auch in den letzten Jahrzehnten ganz anders zur Premium-Marke geworden und man hatte nicht immer unbedingt deswegen ein Audi auf dem Schirm, sondern du hast halt das Auto genommen, was eben gerade günstig war oder was die Eltern dir bereitgestellt haben und das war nicht immer ein Audi, aber man bekam halt einfach viel mit, was da war, die Ölkrise zum Beispiel und so weiter und das hat natürlich schon geprägt. Die Auto- als auch die Verlagsbranche sind beide nicht die einfachsten Branchen. Verlagsbranche kann ich auch so ein bisschen reinschauen, weil ich habe meine Ausbildung in einer Werbeagentur gemacht, aber die hatten gleichzeitig auch einen Verlag, da habe ich auch lange Zeit bei Samoa durch Medien mitgearbeitet und das ist ja auch diese Tournee, die man da hat, das ist ja auch nicht alles ganz einfach. Wenn du so zurückblickst, gab es da auch Momente, wo du einfach mal keine Lust mehr hattest und im Umkehrschluss, was waren so die persönlichen Highlights in diesen drei Jahrzehnten? Also wenn sie jedes Jahr 21 Ausgaben im Autohaus machen, tägliche Newsletter im Team, dann gibt es eigentlich wenig Momente, wo man keine Lust mehr hat, weil die Branche ja weitergeht. Das sind dann bestimmt wahrscheinlich persönliche Entwicklungen, aber mir ist die Lust da nie ausgegangen und dabei ist es auch bisher geblieben. Irgendwelche Highlights in der Zeit? Also es gibt natürlich eine Fülle von Highlights, wenn man so das Jahr passieren lässt. Nehmen wir mal an, wir haben 2019, wir machen inzwischen einen wunderbaren Neujahrsempfang, wo wir sehr viele Gäste begrüßen können. Wir machen zahlreiche Veranstaltungen, wir machen Interviews mit Persönlichkeiten in der Branche, wir werden eingeladen, teilweise auch, da wird unser Rat gehört, ich möchte jetzt gar nicht so auf persönliche Highlights gehen, weil die Fülle macht es einfach aus. Ich glaube, dass gerade dieses Abwechslungsreiche in diesem Job einerseits eben normales Arbeiten und dann gibt es eben doch wieder Geschichten, die sich da einfach entwickeln, wo man mal eingeladen wird zu einer Veranstaltung. Ich denke da an die Formel 1 zum Beispiel. Also es ist eine Fülle von Themen, die auf einen einwirken und die einfach auch eine gewisse Befriedigung bringt und deswegen möchte ich gar keine einzelnen Highlights hervorheben, weil es eben doch so viele sind und ich würde da andere Sachen quasi dann vernachlässigen. Es kann auch mal ein Gespräch mit dem Händler sein, was ein Highlight ist, weil man eben sehr viel Feedback bekommt, weil man eben den Horizont erweitert. Also das sind vielfältige Entwicklungen und man kann in diesen 30 Jahren natürlich nicht sagen, was jetzt wirklich die Highlights waren. Natürlich klar war nach sechs Jahren beim Autohaus, die Chefredaktion war natürlich sicher ein persönliches Highlight und auch Verlagsleiter 2012, aber nicht desto weniger ist da immer ein Grundrauschen da, was eben einfach das Ganze spannend macht. Ja, das klingt auf jeden Fall sehr zufrieden, weil die Fülle der Aufgaben, die du da machst oder wahrnimmst, die machen dich ja zufrieden. Das klingt ganz fantastisch. Gerade auf den Blick auf die Daten, 1989 gestartet, 95, 2012 sind ja auch so gewisse Rhythmen. Sechs beziehungsweise sieben Jahre, wo sich häufig Lebensrhythmen, wo sich dann viel tut. Das trifft ja hier auch wunderbar zu, so Weiterentwicklungen. Das ist ja Wahnsinn. Zweifellos. Also wie gesagt, ich kann mich nicht beklagen. Nee, also im Podcast kann man immer so schlecht durchgucken, aber ich sehe dich ja gerade ganz zufrieden. Wunderbar. Eine Frage an den Verlagsleiter, so zu euren Kanälen. Sind eure digitalen Kanäle autohaus.de, autohaus.next, die Newsletter? Ein Podcast macht ihr auch seit neuestem inzwischen genauso reichweitenstark wie die klassischen Printtitel. Kannst du das beurteilen? Gut, es ist natürlich ein Thema reichweitenstark. Da wird ja gezählt. Es wird gezählt, die Auflage, es wird gezählt, wie viele Newsletter-Abonnenten ich habe. Es wird gezählt, wie viele öffnen Autohaus.next, wie viele hören unseren Podcast oder wie viele schauen unsere Online-Seminare an. Ich glaube, dass es einfach eine Kombination ist. Ich glaube an die friedliche Coexistenz der Medien, sprich wir werden weiterhin Print haben, weil das eben seine Vorteile hat. Wir werden natürlich den ganzen digitalen Bereich weiter ausbauen, weil man eben eine wahnsinnige Nutzbarkeit hat. Das nennt sich ja Disponibilität und das sind die digitalen Kanäle einfach vorn im Vergleich zu den Printtiteln. Andererseits natürlich ist ein Printtitel ein Heft, den man mitnehmen kann. Man kann es zwischendrin mal lesen. Man muss nicht da jetzt einen Online-Empfang haben. Man kann es auf der Toilette lesen. Also es gibt Möglichkeiten einfach, die auch da vorhanden sind und deswegen, wie gesagt, wird es beides geben. Natürlich hat es einen Ausschlag, gibt vor allem diese digitalen Kanäle. Sie sind ja in der Regel erst mal kostenlos. Also der Autohaus Newsletter, der kostet ja nichts. Damit haben sie natürlich automatisch viel mehr Zugriffe, weil eben dann auch diejenigen, die sich vielleicht kein Abo leisten können, leisten wollen, darauf zugreifen und die Information haben wollen. Also insofern ist natürlich das schon dann ein Vorteil für die digitalen Medien. Aber ich glaube, es macht immer noch die Mischung und ich glaube, dass eben zum Beispiel, wenn wir nur digitale Kanäle hätten, wir sicher nicht mehr so existieren könnten, wie bisher. Und wenn wir nur einen Printtitel hätten, hätten wir was verschlafen. Also man muss das Ganze schon als Kombination sehen und überall eben versuchen, den Rezipienten, sprich also den Hörer, den Seher, den Zuschauer, den Leser zu erwischen. Und da gibt es eben jetzt einen Bauchladen sozusagen. Es gibt eben diese unterschiedlichen Kanäle und das werden wir weiterhin spielen. Ja, sehe ich auch so. Ich bin ja auch ein ganz alter Printmann. Ich bin ja fast noch, fast um ein Jahr verpasst, Schriftsetzer-Gelernter gewesen. Und da habe ich das Medium Papier auch echt lieb gewonnen. Auf der anderen Seite machen wir jetzt mit der Agentur, machen wir das Gros an Umsatz oder an Geschäft im Digitalen natürlich. Aber jetzt gerade in eurem Kontext, das zahlt aufeinander ein, weil man hat im Endeffekt eine Information. Und wenn jemand beim Joggen, kann er nicht lesen und kann auch kein Video gucken, da kann er aber hören. Und wenn jemand am Arbeitsplatz sitzt und hat den Desktop da stehen und schaut in Autohaus Next ein Schulungsvideo, das möchte er sehen, weil er Menschen sehen möchte und der andere möchte gerne lesen im Zug. Und da ist es natürlich echt wichtig, den Bauchladen zu haben. Und da ist die Information, die man dann so rausspinnt, natürlich extrem wichtig. Eindeutig natürlich darf man auch nicht vergessen, dass das ja auch gelernte Kulturhandlungen sind, zu lesen, mal ein Buch in die Hand zu nehmen, mal eine Zeitschrift durchzublättern, überhaupt eine Zeitschrift zu kaufen. Natürlich sehe ich, wenn ich allein auf Reisen bin, sei es im Flieger oder sei es in der Bahn, dass die Leute weniger lesen. Jeder hat halt dann seine gestreamten Filme auf dem iPad oder eben man guckt sich das Ganze auf dem Smartphone an. Da gibt es schon Veränderungen. Das muss man auch ganz klar erkennen. Wir natürlich sind ja eine Branche, wo noch sehr viele Leute auch einfach lesen. Und es wird sich wahrscheinlich ändern mit neuen Generationen, die eben vielleicht dieses Nutzen von Zeitschriften und Zeitungen gar nicht mehr gewohnt sind. Und da natürlich könnte es durchaus sein, dass diese Printtitel verschwinden. Aber das ist ein Thema, mit dem ich mich nicht beschäftigen muss, weil ich würde es nicht mehr erleben. Präferiert ihr, wenn ihr eine Nachricht habt, ein Medium? Ja, das ist natürlich, wir sind Journalisten und was ist das Wichtigste von einer Meldung? Wenn sie eben frisch ist, die sind ja leicht verderblich, so wie Neuwagen übrigens, dann wird natürlich die Meldung zunächst mal per Autohaus.de rausgeschickt und am besten per Eilmeldung. Das ist einfach so, die Leute wollen eben solche News, wenn sie da sind, auch sofort lesen. Und damit ergänzt dann eben auch das Medium. Weil wir haben einerseits eben dann wichtige Meldungen oder eben auch interessante Meldungen, das kann man immer nicht so genau definieren, die eben dann über Autohaus.de laufen, wo wir auch dann große Zugriffsraten haben. Und dann natürlich wird das Ganze im Heft nochmal entsprechend aufbereitet in anderer Form, auch anders zubereitet. Wie gesagt, das kann dann eben auch anders genossen werden, weil eben doch Printtitel da ihre Vorteile haben für die Leser, die wir noch haben. Und deswegen natürlich wird bei, wenn es um Schnelligkeit geht, ist natürlich digital immer vorne. Okay, ja, sehr spannend. Wir nehmen mal den Blick aus dem Rückspiegel raus und machen mal das Fernlicht an und schauen mal nach vorne, weil wir gerade schon, wo wir digitale Kanäle und so hatten, wie beurteilst du die Veränderungen durch Themen wie der Digitalisierung im Autohandel und neuen Mobilitätskonzepten für die Gesellschaft? Und dann noch eine Zusatzfrage, hängt das eventuell irgendwie auch zusammen? Ja, natürlich hängt es zusammen. Es ist ja schon deswegen, hängt es zusammen, weil diese neuen Mobilitätskonzepte werden ja nur durch die Digitalisierung überhaupt, kann man die vorantreiben. Also ich muss also quasi digitalisierte Prozesse haben, um gewisse Mobilitätskonzepte anzubieten. Nehmen wir mal das Thema Carsharing, das ja jetzt nicht so auf Resonanz stößt, aber als Beispiel, wenn ich eben das Ganze über, ich habe das mal begleitet, das gab es ja auch schon vor 30 Jahren übrigens Carsharing, so ist es ja nichts, ist ja nichts Neues. Nur jetzt ganz wirklich kann ich entsprechend durch Smartphone, durch Apps jetzt alles viel schneller steuern und damit natürlich wird es auch begünstigt. Also diese Mobilitätskonzepte werden begünstigt durch die Digitalisierung, dadurch werden die erst möglich und natürlich nutzt auch der Autohandel die Digitalisierung für seine Zwecke und dann natürlich gibt es eine Entwicklung, die parallel läuft, ganz klar. Carsharing gab es vor 30 Jahren grob schon mal, wie ist das da abgelaufen? Ja, es gab, es gibt da einen Bericht, den habe ich geschrieben, den kann ich da gerne mal raussuchen. In der Schweiz gab es einen Verein, der hat dieses Thema eben nach vorne gebracht und dann konnte man dann eben sozusagen an einem Parkplatz sich das Auto holen, hat dann quasi das Ganze gemeinsam genutzt. Oder nehmen wir mal das Thema, es gab in Deutschland Stadtauto, also Stadt geschrieben mit 2T, 3T Stadtauto und also wie gesagt, das ist also jetzt im Prinzip nichts Neues, aber natürlich durch diese Digitalisierung wird es einfach wesentlich einfacher. Okay und wie stark ist so der, ich sage mal, der gesellschaftliche politische Einfluss auf andere Mobilitätskonzepte? Gut, wenn wir die E-Mobilität sehen, natürlich getrieben vom Klimawandel, von der Reduktion von CO2. Da haben wir uns eben überlegt, wie kann ich diesen Kollaps, der ja drohen könnte, wenn sich die Erde weiter erwärmt, wie kann ich eben da sozusagen auf Energien umsteigen, die eben nicht aus Kohle oder aus Erdöl stammen, sondern eben aus Sonnenenergie. Das ist ein sicheres Thema, was die Mobilität antreibt oder auch was eben die Mobilität beeinflusst. Bei dem Thema Digitalisierung, Autohandel, welche Einflüsse wird das deiner Meinung nach kurzfristig wie auch längerfristig haben? Na gut, es wird auch für Convenience sorgen, wenn ich eben künftig meinen, ganz banal, meinen Servicetermin am Sonntag auf der Couch buchen kann und da sogar den Zugriff habe auf den Kalender des Autohauses, auf die Terminvergabe, dann ist das einfach ein Stück Convenience. Es spielen da eben sehr viele Faktoren mit rein, die da eben eine Rolle spielen. Aber Digitalisierung ist auch im Autohandel nicht alles. Natürlich sagt man immer, getrieben durch die Corona-Krise, ich konnte nicht mit meinen Kunden kommunizieren. Es wurde natürlich in diesen Wochen des Lockdowns auch keine Autos verkauft. Es war jetzt nicht deswegen, weil die Händler zu hatten, sondern auch deswegen, weil die Kunden sich eben mit anderen Themen beschäftigt haben. Also gerade die Gebrauchtwagenbörsen hatten ja in dieser Zeit auch wesentlich weniger Zugriffe. Also es war nicht so, dass jetzt plötzlich sozusagen der Autohandel nichts mehr verkauft hat, weil er nicht digitalisiert gewesen ist, sondern er hat nichts verkauft, weil auch keine Nachfrage da war. Das sollte man immer dazusagen, wenn man das Thema diskutiert. Ja, ich glaube, da kamen ja verschiedene. Die Menschen haben sich in der Phase nicht dafür als dringend das Problem interessiert. Der Autohandel, teilweise wurden die Autohäuser geschlossen und ich glaube, in der Phase hatte ich mit dem Philipp Groschka auch mal zu tun oder gesprochen, eher gesagt, um über die Situation an Zulassungsstellen mal zu sprechen. Weil selbst wenn jemand ein Auto haben wollte, das ging ja teilweise, die Zulassungsstellen waren ja auch einfach zu. Ja, das kam nur dazu. Das war ja nach hinten raus auch noch doof. Ja, also da gab es eine ganze Menge an Entwicklungen. Wenn ich mir aber jetzt einen Neuwagen gekauft hätte, den bekomme ich ja in der Regel auch nicht gleich, da muss ich ja darauf warten. Also aber es ist schon so gewesen, dass eben der Laden zu war und dass auch nichts ging. Weder digital noch analog. Stichwort Autobörsen. Da ist ja gerade eine Da ist einiges an Bewegung drin. Da würde mich einfach mal interessieren, wie glaubst du, dass sich der Markt der Autobörsen so entwickeln wird? Zunächst mal wurden ja gerade die beiden großen verkauft und zwar mit Milliardenbudgets. Das zeigt ja erstmal, dass man anscheinend am Autohandel glaubt. Das sehe ich immer als positiv an. Die Autobörsen, wenn da einer investiert, dann muss er ja an diejenigen glauben, die das bezahlen und das sind die Autohändler. Also insofern ist das ja schon mal positiv zu sehen. Andererseits geht es natürlich darum, dass das auch bezahlt werden muss, diese Summen, die da eben abgerufen worden sind. Und das bezahlt ja dann derjenige, der sie auch nutzt. Und Hauptnutzenisser ist eben der Autohandel. Also es ist auf jeden Fall so, dass dieses Thema Autobörsen weiterhin essentiell ist für den Handel. Man wird sehen, wie sich das Ganze auf die Preise auswirkt. Aber es gab ja jetzt auch zwei Neugründungen von unabhängigen Autobanken, die jetzt auch da am Markt sind. Also nach langer Zeit, wir hatten ja mal so 12, 15, 20 Gebrauchtwagenbörsen vor 20 Jahren. Das hat sich dann quasi auf zwei, drei, vier konzentriert. Und jetzt ist da wieder ein bisschen Schwung reingekommen in diesem Bereich. Das heißt, es tut sich am Markt mehr. Aber letztlich natürlich ist die Gebrauchtwagenvermarktung ohne Autobörse nicht möglich. Da kommt eben dann dieser Convenience-Gedanke. Früher hatte man Anzeigen, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie dick die DRZ damals gewesen ist. Oder wie die FAZ. Wenn du die FAZ damals gelesen hast, dann hast du ja erstmal den Stellenteil mit 40 Seiten rausgenommen, weil du hast keine Stelle gesucht. Und dann hast du nochmal die 30, 40 Seiten rausgenommen für Gebrauchtwagen oder für fast Gebrauchtwagen, für Vorführwagen, für alles, was da eben drin war, wenn du kein Auto gebraucht hast. Und den Rest waren dann noch ein Drittel, was die erst nutzen können. Das hat sich schon geändert, aber eben die Anbandlung der Geschäfte nach wie vor wird über Börsen ablaufen. Wenn da jetzt die beiden großen Börsen gerade für im Ruhrgebiet für teuer Geld verkauft worden sind und eigentlich kurz davor noch neue Player an den Markt gehen, dann ist ja der Glaube von Investoren ja schon sehr stark darauf, dass die beiden Hauptakteure die Hauptakteure bleiben. Das nehmen die auch sicher an. Es gab ja noch eine neue Gründung, die ich jetzt gar nicht erwähnt habe, die eben herstellergetrieben ist. Also da ist Bewegung angekommen, natürlich auch getrieben durch eine gewisse Unzufriedenheit im Handel, dass eben die Preise da oft nach Meinung des Handels zu stark gestiegen sind. Und das natürlich gibt dann auch entsprechende Chancen für Neuentwicklungen. Das wird sich zeigen, wie das Ganze sich jetzt am Markt entwickelt, aber ich glaube, dass da noch mehr Musik drin ist. Ja, wirklich spannendes Thema. Und da blicken wir auch sehr weit in die Zukunft, was da so kommt. Bis dahin, so hier sind so meine Fragen erstmal, meine Hauptfragen so durch und ich würde ganz gern mit dir in meine Abschlussfragen einsteigen. Die sind in meinem Podcast immer gleich, wobei da jetzt noch eine hinzugekommen ist. Das wird sehr spannend. Und zwar erstmal, was glaubst du erwartet die Autobranche in drei bis fünf Jahren betroffen Handelhersteller, Handel und Hersteller? Ja, es ist immer schwer über die Zukunft zu reden, weil man weiß ja nicht, wie es sich entwickelt sozusagen. Deswegen gibt es natürlich andere, die genau wissen, wie es sich entwickelt. Also zunächst mal sind natürlich drei bis fünf Jahre keine lange Zeit. Ich glaube, dass sich natürlich die Konsolidierung wird fortsetzen. Die großen Gruppen werden sicher noch weitere Händler übernehmen. Das ist einfach eine Entwicklung, die sich da abzeichnet. Ich bin auch sicher, dass künftig in den großen Metropolen die einzelnen Autohändler, die da jetzt sitzen, eventuell vielleicht sogar übernommen werden. Es gibt ja den Marktführer Volkswagen und das Konzept, was da inzwischen entwickelt worden ist mit der VGAD. Also die haben ja schon 100 Händlerbetriebe, die sie entsprechend auch führen können und das beweisen sie auch. Und da wird sicher in den Metropolen noch etwas passieren, dass der eine oder andere dann vielleicht sogar noch Mitglied der VGAD wird. Volkswagen Retail ist das und dann eben ein Part von Volkswagen Retail ist. Da wird sich sicher noch etwas tun. Darüber hinaus wird es weitere neue Player am Markt geben. Bisher haben die E-Mobil-Anbieter, die aus China kommen, sich ja noch nicht committed für den Handel. Man glaubt ja immer noch, dass man über Online-Vermarktung, wie es Tesla macht, weiterkommt, weil man ja scheinbar diese teuren Vertriebskosten sparen will. Das wird sich erst noch zeigen, ob man da ohne Händler auskommt. Natürlich, wenn der Kunde doch verstärkt Neuwagen, auch teure Neuwagen, direkt übers Netz kauft, kann das durchaus sein. Aber ich glaube, dass der Kunde weiterhin den persönlichen Kontakt zum Händler schätzt. Und damit wird es eben immer Händler geben. Es wird immer Händler geben, die sich am Markt behaupten, die wissen, wie das Geschäft geht. Die eben auch mehr oder weniger ihrem Lieferanten, sprich Hersteller, Importeur Paroli bieten können bis zu einem gewissen Grad. Und es wird auch spannend bleiben, denn es wäre doch traurig, wenn wir nur noch einen Direktvertrieb hätten und nur noch Hersteller, die die Autos verkaufen. Dann wäre die Wüste doch eigentlich ziemlich öde. Und das, glaube ich, passiert überhaupt nicht. Damit muss man sich gar nicht beschäftigen. Aber es gibt natürlich für jeden Händler persönlich, und das ist eigentlich das Thema, was den Händler beschäftigt, persönliche Entwicklungen. Der eine muss übergeben sein Geschäft an einen Nachfolger, hat vielleicht keinen Nachfolger. Also braucht er jemanden, der es übernimmt. Ein anderer möchte wachsen. Ein anderer ist mit seiner Marke nicht zufrieden. Da ist ja so viel Spielraum oft, dass da immer eine Entwicklung drin ist und man immer am Markt bleiben muss. Es gibt Marken, die laufen jahrelang super und plötzlich haben sie ein kleines Problem. Also das ist ein Thema, wo da weiterhin weitere Entwicklungen abzuwarten sind. Aber im Großen und Ganzen wird es dem Handel auch in drei oder fünf Jahren noch geben. Ohne jetzt Corona großartig aufzurollen. Glaubst du, dass der Corona-Effekt wie so ein Brennglas wirkt, wo sich manche Entwicklungen jetzt dramatisch beschleunigen? Die Frage ist, was für Entwicklungen. Entwicklungen, dass die großen Händler noch größer werden oder dass kleinere Händler oder Händler, die finanziell weniger stabil sind, aus dem Netz fallen. Solche Sachen wird es natürlich geben. Ich sehe jetzt hier keinen Trend, wo Corona wirklich etwas so beeinflusst hat, dass sich etwas diametral verändert. Die Kunden kommen wieder ins Autohaus. Die Kunden wollen auch wieder Autos kaufen. Wir sehen ja auch die Statistik der Neuzulassungen. Das ist eben kein U, das ist ein V. Also es geht wieder weiter. Im Juni, das muss ich ganz klar noch einmal erwähnen, haben wir die Besitzumschreibungen. Damit auch die Gebrauchtwagenverkäufer sind über Juni 2019 um 14 Prozent. Da tut sich ja etwas. Es ist nicht so, dass da jetzt nichts geht, sondern natürlich hat das Auswirkungen, weil eben zwei Monate nichts verkauft worden ist und wenig in der Werkstatt los war. Das ist ein wirtschaftliches Thema. Dass der eine oder andere sich jetzt mehr Gedanken macht, wie kann ich den Kunden online mehr abholen. Das Thema hat man ja auch schon im letzten Jahr und hat man auch im Frühjahr. Aber es wird sich sicher beschleunigen. Also dass es hier direkt einen Ausfluss gibt, dass eben der Autohandel in eine gewisse Richtung einschlägt wegen Corona, das kann ich nicht erkennen. Welche ist denn deiner persönlichen Meinung nach aktuell so die innovativste Entwicklung im Autohandel? Also das Thema ist die innovativste Entwicklung im Autohandel. Es gibt eine Reihe von Entwicklungen und es gibt sehr viele Händler, die sehr gute Ideen haben und die sehr innovativ sind. Also ich möchte mich jetzt hier gar nicht auf irgendwas konzentrieren, weil ich dann in anderen Gebieten sozusagen Unrecht tun würde. Ich glaube, dass die Fülle, die da an Entwicklungen vorhanden ist, einfach für sich spricht. Und das ist ja auch unser Fundus im Autohaus und auf autohaus.de, dass wir eben über diese Sachen berichten. Aber ich kann jetzt von einer innovativsten Entwicklung, da sehe ich nichts, wo ich sagen muss, da würde ich genau auf dieses Thema eingrenzen. Ganz kurz, weil es mir gerade noch einfällt zu den letzten beiden Fragen. Ende letzten Jahres hattet ihr eine Veranstaltung, die hieß Autohandel 2025, war der Titel. Ja, der Zukunftskongress. Ganz genau. Das war ein ganz toller Kongress, also vom Inhaltlichen her und der hat auch ganz toll in die Zukunft geschaut. Macht ihr das weiter? Also sobald Veranstaltungen wieder im Rahmen des Möglichen möglich sind, werdet ihr das dann weitermachen hoffentlich? Also wir machen Veranstaltungen, die sind auch möglich. Wir haben sehr erfolgreich die Autohaus Santander Classic durchgeführt. Ich komme gerade jetzt am Sonntag zurück von der Autohaus Motorradtour. Das sind jetzt zwar Sachen, die sich nicht mit Zukunft beschäftigen, sondern mehr mit Networking. Aber den Zukunftskongress wird es wieder geben und zwar im Dezember. Die Akademie ist gerade dabei, sich wieder aufzustellen, natürlich entsprechend mit Hygienekonzepten, die gefordert werden. Also wenn es nach uns geht, dann laufen wir wieder in Richtung Volldampf. Wir werden sehen, ob alle Leute kommen. Es gibt ja sicher Leute, die sagen, ich gehe nicht auf so Veranstaltungen, ich möchte es lieber online haben. Das wird es auch geben, da haben wir auch sehr viel gemacht. Aber ich glaube, dass wir das Thema weiter spielen müssen und wollen, weil es eben auch spannend ist, wenn man mit den Praktikern eben gemeinsam, wenn man Praktikern eben die neuesten Entwicklungen vorstellen kann und eben dann auch Perspektiven geben kann, wo die Zukunft oder die nahe Zukunft hingeht. Also ich würde sogar noch sagen, ihr solltet das machen, weil ich war da, ich durfte da Gast sein und ich fand den Inhalt super. Und der hat auch wirklich genauso in die Zukunft geschaut, so ein Horizont von fünf Jahren. Das war wirklich total gut. Die Redner waren gut, die haben es gut beleuchtet. Und was ihr da, glaube ich, das erste Mal gemacht habt, das Barcamp am Anfang, wo man sich so verschiedene Themen individuell rauspicken konnte. Das war ja auch für euch, glaube ich, ein neues Format, was ihr da so gemacht habt. Das fand ich auch extrem gut, weil das einfach auch so ein offenes Format ist, wo jeder Teilnehmer nicht so gezwungen ist, das und das und das zu machen, sondern ein Kann-Format. Ich möchte das, ich kann das. Das war echt gut. Auch da müssen wir uns weiterentwickeln und wir werden sicher solche Themen weiter anbieten. Klar, wir haben ja gemerkt, dass die Leute da aktiv mitmachen und auch sich einbringen wollen. Wer auf so eine Veranstaltung geht, der will ja nicht nur konsumieren, der will auch sich einbringen und dann eben damit den Horizont erweitern. Da haben Sie völlig recht. Also das Thema müssen wir mehr spielen, eindeutig. Ja, super. Also nochmal von meiner Seite, weitermachen. Gerne, danke. Jetzt kommen wir nochmal so ein bisschen ganz kurz zurück zum Auto. Wie lange werden Verbrenner noch gebaut und spielen eine wesentliche Rolle im Verkehr? Also, muss man ganz klar sagen, wir stehen mit der E-Mobilität am Anfang und viele sagen, dass es eine Brückentechnologie ist, aufgrund der ganzen Einschränkungen, die damit verbunden sind. Und schauen Sie, wir haben einen Fuhrpark von 40 Millionen. Wir haben jetzt einen geringen Marktanteil von E-Mobilen. Tesla hat im ersten Halbjahr in Deutschland einen Marktanteil von 0,4 Prozent erzielt und hat zwischen 5.000 und 6.000 Autos verkauft. Also, vor was reden wir? Die Diskussion ist eigentlich mühselig, weil wir noch weiter mit diesen Fahrzeugen fahren müssen unter dem Aspekt, dass wir eben hier das Erdöl verbrennen. Aber das ist eben auch ein Thema, das wirtschaftlich erforderlich ist und das eben auch die Gesellschaft antreibt. Es wird sicher dann irgendwann mal eine andere Entwicklung geben. Viele setzen ja auf die Brennstoffzelle, entsprechend mit Wasserstoff. Aber solche Zyklen entstehen nicht kurzfristig und es dauert Jahrzehnte, bis das Ganze sich verändert. Aber es verändert sich. Ob das jetzt persönlich einen betrifft oder nicht, das sei mal dahingestellt. Und natürlich kommt beim Auto immer die Emotion rein. Ich habe jetzt gestern gelesen, da gibt es jetzt einen Tesla Owners Club, wo sich eben diejenigen treffen, die E-Mobil fahren und dann eben die Technik den Leuten näher bringen wollen. Das ist die Absicht von diesem Club. Finde ich toll, kann man alles machen. Das bringt eben auch das Auto mit sich, Emotion. Und natürlich wird dann auch entsprechend emotional diskutiert, ob man sich immer an der Diskussion beteiligen muss, dass das E-Mobil eben mit Kohlestrom beheizt wird. Das wissen wir alles. Aber es ist ja mal ein neuer Versuch. Am Sonntag bin ich zurückgefahren von der Motorradtour, nicht auf dem Motorrad, weil ich hatte vorher noch Termine, sondern eben mit dem E-Mobil. Ich musste dann eben dieses neue E-Mobil, was ich mir vorher von einem Händler geholt habe, auch laden. Und dann wartet man an 40 Minuten, bis das Ding voll ist. Da kann man jetzt drüber streiten. Natürlich kann man sich daran gewöhnen. Aber die Thematik stellt sich letztlich für mich nicht, weil ich bin davon überzeugt, sieht man das E-Mobil als Alternative zum bestehenden Angebot, dann ist es okay. Und mehr oder weniger ist es auch nicht. Warum soll es keinen Tesla Owners Club geben, wenn es schon lange den DSK, den Deutschen Sportfahrradkreis gibt? Jeder soll das, was er für richtig hält, pflegen. Es sei jedem offen, was er da macht. Man darf nicht fundamentalistisch werden und sagen, das, was ich mache, ist das Einzige Wahre. Der Rest, was läuft, sind die Umweltverschmutzer oder die, die es noch nicht kapiert haben. Ich glaube, dass hier eben auch die friedliche Koexistenz das Maß der Stunde ist. Jetzt haben wir häufig den Namen Tesla im Mund genommen. Mich würde mal interessieren, weil ich habe häufig das Gefühl, dass der Blick Richtung China, chinesische Marken, was da so kommt, relativ unterbelichtet ist. Hast du eine Ahnung oder einen Überblick, was in den nächsten zwei Jahren an chinesischen Marken nach Deutschland kommen wird, was E-Mobilität nach vorne bringt? Es wird Angebote geben aus China, ganz klar. Es gibt eine ganze Reihe von Anbietern, sei es Polestar, sei es Niro, sei es Byton und noch einige, die ich jetzt vergessen habe. Da ist sicher der Drang da, dass mehr Fahrzeuge, die in China gebaut werden, aber natürlich in der Regel, das ist ja keine reine chinesische Hersteller, sondern eben Joint Ventures, das wurde an Hersteller übernommen, das ist sicher vorhanden. Da hat auch Corona jetzt die Bremse reingehaut. Natürlich, ganz klar, das wird sich ein bisschen länger dauern, aber es wird sicher Angebote geben, die eben dann diesen Markt der E-Mobile beleben werden mit neuen, anderen Produkten. Klar, das kommt und damit kann man auch rechnen. Herzlich willkommen. Wir haben eine freie Marktwirtschaft und jeder, der ein gutes Angebot hat, kann am Markt kommen. Okay, dann habe ich jetzt noch meine finale Frage. Wann sitzt du das erste Mal in einem komplett autonomen Auto, fährst von A nach B und kümmerst dich nicht um den Straßenverkehr? Ja, da gab es ja auch eine gewisse Euphorie und alle haben dann von verschiedenen Levels gesprochen, die da erreicht werden. Das hat man ja inzwischen aufgegeben, weil man eben erkannt hat, dass es eben unterschiedliche Assistenzsysteme gibt, die unterschiedlich Einfluss nehmen auf das Fahrverhalten. Ich war übrigens jetzt, das war noch im Dezember, da gab es eine Veranstaltung von Porsche, da hat jemand das autonome Fahren in der Werkstatt entwickelt. Und da hat man mal gesehen, wie aufwendig das ist, wenn Sie die 50, sagen wir 100 Meter überwinden wollen, das war ein Cayenne. Der Cayenne wurde quasi vom Mechaniker an den Arbeitsplatz geholt und allein die Technik, die da drin gesteckt ist, hat funktioniert. Also bis zur Hebebühne ist man gefahren, also man sitzt sich rein und dann fährt das Auto quasi über entsprechende iPad-Steuerung, über Datenverarbeitung, über den Einsatz von KI, über entsprechende Überwachung des Weges in die Werkstatt. In Bewegung und irgendwann mal ist er auch dann angekommen. Natürlich langsam, aber ich war schon mal in einem komplett autonomen Auto. Das ist nicht das Thema. Die Frage ist immer zum Beispiel, kann ich mich jetzt hier draußen von unserem Verlagsgebäude abholen lassen und dann autonom zum Bahnhof, zum Hauptbahnhof, damit ich einen Zug kriege, kutschieren lassen. Wann wird das soweit sein? Ja, die Frage ist, es gibt einige, die behaupten, schneller als man denkt. Ich kann es nicht sagen, aber ich könnte mir vorstellen, dass wir da, wenn wir in 20 Jahren hier sitzen, dann kann sich schon einiges verändert haben. Also bis 20 Jahren traue ich mir nicht vorauszusehen. Und die Technologie wäre ja vorhanden. Sie muss eben jetzt auch sicherer werden. Sie muss ja abgesichert werden, dass eben da niemand entsprechend Einfluss nimmt von außen. Also die Cybersicherheit muss gegeben sein. Ich brauche wahnsinnig hohe Speicher. Ich brauche auch schnelle Systeme, denn die Daten, die da verarbeitet werden, das ist ja hochkomplex. Ich brauche entsprechend aufbereitete Straßen. Ich brauche auch vernünftige Verkehrsteilnehmer, die nach Möglichkeit eben auch vernetzt sind. Also wenn dann da ein Rentner auf dem E-Bike dazwischenfunkt, dann kann das Ganze schon nicht mehr funktionieren. Also ich sage mal, es ist eine Herausforderung, aber ich glaube, dass wir irgendwann mal schon auf der Autobahn dann in der Lage sind, dass sich dann das Fahrzeug in den Verkehr einklingt und wir dann eben sozusagen alles Mögliche im Auto machen wollten, was wir schon immer mal während der Fahrt machen wollten. Also das ist durchaus möglich. Ja Ralf, vielen lieben Dank, dass du mir hier so Rede und Antwort gestanden bist. Da waren ganz interessante Ausblicke bei, die mich auch wieder weitergebracht haben, wo ich was gelernt habe. Vielen lieben Dank für deine Zeit und ich hoffe, dir hat es auch ein bisschen Spaß gemacht. Ich denke aber schon. Tim, es war mir ein Vergnügen. Herzlichen Dank und alles Gute. Alles klar. Dann verabschieden wir uns und wir hören uns demnächst wieder. Tschüss, macht’s gut. Ciao.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.