Einleitung
In der neuesten Folge des Podcasts "Benzingespräche" spricht Tim Klötzing mit Silvia Gerl von der BFC über die beeindruckenden Entwicklungen im chinesischen Automobilmarkt und deren Auswirkungen auf die deutsche Automobilbranche. Die Diskussion beleuchtet, wie China von einem Kopierer zu einem Innovator avanciert ist und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für deutsche Hersteller ergeben.
Ein neuer Blick auf den chinesischen Markt
Silvia Gerl berichtet von ihrer jüngsten Reise nach China und teilt ihre Eindrücke von den rasanten Veränderungen, die sie dort beobachtet hat. Während früher das Bild von China als Kopierer dominierte, hat sich das Land inzwischen zu einem Vorreiter in Sachen Innovation und Technologie entwickelt. Besonders beeindruckend ist die Geschwindigkeit, mit der neue Modelle auf den Markt gebracht werden, was in starkem Kontrast zu den mehrjährigen Entwicklungszyklen in Deutschland steht.
Technologische Fortschritte und deren Einfluss
Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die technologische Überlegenheit, die viele chinesische Modelle inzwischen aufweisen. Besonders im Bereich der Konnektivität und Digitalität sind chinesische Hersteller den deutschen oft einen Schritt voraus. Dies zeigt sich unter anderem in der Verwendung von hochmodernen Head-Up-Displays und der Integration von Premium-Komponenten wie Brembo-Bremsen.
Die Rolle der deutschen Automobilindustrie
Die Entwicklungen in China stellen die deutsche Automobilindustrie vor neue Herausforderungen. Während chinesische Hersteller zunehmend selbstbewusst auftreten und ihre Produkte auf den internationalen Märkten positionieren, müssen deutsche Unternehmen ihre Strategien überdenken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies erfordert nicht nur technologische Anpassungen, sondern auch ein Umdenken in Bezug auf Geschäftsmodelle und Marktstrategien.
Fazit
Der Podcast verdeutlicht, dass die deutsche Automobilbranche gut beraten ist, die Entwicklungen in China genau zu beobachten und sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Die Innovationskraft und das Tempo, mit dem chinesische Hersteller agieren, könnten als Inspiration dienen, um eigene Prozesse zu beschleunigen und neue Technologien zu integrieren.
Show Notes & Key Takeaways
Themen:
- Entwicklung der chinesischen Automobilindustrie
- Technologische Innovationen in China
- Einfluss auf die deutsche Automobilbranche
- Unterschiede in den Entwicklungszyklen
- Strategische Anpassungen deutscher Hersteller
Key Takeaways:
- China hat sich von einem Kopierer zu einem Innovator entwickelt.
- Technologische Fortschritte in China übertreffen oft die in Deutschland.
- Deutsche Hersteller müssen ihre Strategien überdenken.
- Die Geschwindigkeit der Modellentwicklung in China ist beeindruckend.
- Chinesische Autos sind zunehmend wettbewerbsfähig auf dem internationalen Markt.
- Die deutsche Automobilindustrie kann von Chinas Innovationskraft lernen.
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Benzingespräche – der Branchen- und Personality-Talk der deutschen Automobilwirtschaft. Der Podcast für und mit Menschen aus der deutschen Automobilbranche, die etwas zu sagen haben. Wir teilen die Liebe zum Automobil in persönlichen Erfolgsstories, die es wert sind, erzählt zu werden. Es geht um neue und verschiedene Blickwinkel auf die Autobranche und persönliche Meinungen zukünftiger Geschäftsmodelle und Mobilitätskonzepte. Vom prüfenden Blick in den Rückspiegel bis zur spannenden Aussicht mit Fernlicht in die mobile Zukunft. Ich bin Tim Klötzing, Experte der deutschen Autobranche, Content-Creator und freier Automarketing-Berater. Herzlich willkommen zurück bei den Benzingesprächen. Und heute habe ich eine ganz liebe Gästin dabei, die war schon mal hier im Podcast dabei. Da hatte ich das ganz große Glück, letztes Jahr eine China-Reise mitmachen zu dürfen. Zu Gast ist die liebe Silvia Gerl von der BFC. Hallo Silvia. Hallo Tim. Na, Ni Hao und so? Ni Hao. Also ich bin ja noch gar nicht wieder so lange zurück. Und deswegen ist es schön, dass wir jetzt mal wieder über unsere Reise sprechen. Du hast es ja gerade gesagt, letztes Jahr war ja BFC and Friends und wir haben nette Freunde mitgenommen. Und ich merke, es wirkt immer noch nach bei dir. Das finde ich super. Und ich habe schon wieder ganz viel zu erzählen. Und es ist so schade, Tim, dass man nicht immer in Bildern sprechen kann. Aber wir werden es vielleicht versuchen, für alle, die dir heute zuhören. Ganz genau. Wir werden versuchen, in Bildern zu sprechen. Ich bin extrem visuell veranlagt, auch wenn der Podcast ja eigentlich gar nicht dafür spricht. Aber ich denke halt maximal in Bildern. Und ich verstehe auch Dinge schneller, wenn ich Bilder sehe und ich rede auch in Bildern. Deswegen werden wir das heute auch so tun. Und ja klar ist die Reise letztes Jahr, die hat mich nachhaltig beeindruckt und hat auch hier und da vielleicht die Denkweise ein bisschen verändert, wenn man ehrlich ist. Weil solche Eindrücke verändern so ein bisschen die Denkweise. Und dann ist man an der einen oder anderen Stelle vielleicht auch zurückgekommen in Deutschland und denkt dann hier und da, oh Gott, es geht auch anders. Aber es ist halt wie es ist. Wir leben hier. Wir können ab und zu nach China reisen. Ich wäre auch gerne mit dabei gewesen. Ich überlege auch jetzt so Auto-Picking. Ist aber immer noch nicht so ganz so sicher. Wäre es in Shanghai, wäre ich viel schneller dabei. Weil mich hat Shanghai viel stärker beeindruckt als Peking. Aber du bist jetzt eine gute Woche wieder da oder? Heute ist noch nicht mal eine Woche. Noch nicht mal eine Woche. Nein, am Samstag ist die Woche erst rum. Also ich bin gefühlt noch voll im Jetlag. Nein, alles gut. Aber ich muss ja gleich mal, ich muss mal gleich reingritschen. Wenn du sagst, also Shanghai hat dich mehr beeindruckt als Peking, dann spiele ich mal zurück, wenn man so ein bisschen sich über den chinesischen Markt oder über China Gedanken machen möchte, finde ich es toll, sowohl China einmal aus der Sicht von Peking kennenzulernen, weil man da auch viel mehr Kultur und Geschichte erlebt und dann halt auch so die Wirtschaftsmetropole Shanghai, das moderne China, sage ich jetzt auch nochmal. Aber wenn man beides erlebt hat, finde ich, dann wird ein Schuh draus. Ja, absolut, absolut. Total Wahnsinn. Also beides. Ich bin schon wieder total in Gedanken. Ich muss gucken, dass ich hier nicht, dass ich noch sprechen kann. Also wir sind jetzt hier gerade noch Ende Februar. Das muss man so ein bisschen einordnen. Also wenn der ausgestrahlt wird, ich werde jetzt ganz, ganz schnell sein, dass der nächste Woche vielleicht schon erscheint. Dann sind die Eindrücke noch sowas von frisch. Von der Silvia, die da in China uns erzählen wird. Ganz allgemein erst mal, wie war es? Hattet ihr eine gute Zeit? Ist alles gut verlaufen? Und dann werden wir mal immer näher dran gehen, was du erlebt hast. Ja, also ich fange mal so an. Es ist immer toll, weil jedes Mal, wenn ich da ist, ist es anders. Ich mache ja diese Reise seit 16 Jahren mit einer vierjährigen Auszeit, weil 2020, 21, 22, 23 ging es ja nicht durch Covid. Aber es ist alles toll verlaufen. Und wenn man an die gleichen Plätze zurückkehrt, das kann man in Deutschland eigentlich nicht sagen, wenn du nach zwölf Monaten an einen Platz zurückkehrst, wo du vor zwölf Monaten warst. Dann sagst du, ich kenne mich aus, es ist hier so wie immer. Und das ist da gar nicht. Du kommst da hin und sagst, huch, alles anders. Deswegen ist es beim Briefing für meine Studierenden immer so, wenn ich sage, wir machen ein kleines Briefing, wir bereiten uns auf die Reise vor, wir leveln uns ein, dann sage ich sie, ich schildere ihnen jetzt das, was ich letztes Jahr erlebt habe. Und wenn wir dort sind, kannst du ja sagen, dass schon wieder alles anders ist. Das kennen wir ja gar nicht. Wir leben ja in einem anderen System. Punkt. Ja, absolut. Also hat erst mal alles reibungslos geklappt, weil ich weiß so ein bisschen auch von der Vorbereitung, es war alles noch nicht so optimal durchgeplant oder planerisch machbar irgendwie. Hat denn dann alles geklappt? Ja, also das hat vielleicht auch ein Stück weit damit zu tun, wie sich jetzt China oder China, je nachdem, wer aus welcher Ecke zuhört, wie man sich mit dieser Thematik beschäftigt. Weil da sind wir eigentlich dann auch schon mittendrin. Früher war es so, dass die uns immer gern die Tür aufgemacht haben, um viel von uns zu lernen. Und heute habe ich so den Eindruck, die stehen so ein bisschen auf der Bremse, wenn ich dann so mit meiner Reise anfange, was zu organisieren. Und wir fahren ja nicht nur dahin, um irgendwie uns die Geschichte und Kultur anzuschauen, sondern es ist ja eine Reise für automotive people. Also wollen wir auch hinter den Vorhang schauen. Und zwar nicht auf der industriellen Seite, sondern auf der Handelsseite. Und da merkt man dann schon, ich will nicht sagen, dass die keinen Bock mehr auf uns haben, aber dass wir für die nicht mehr so interessant sind. Das hat mit Sicherheit auch Gründe. Und das macht die Organisation nicht leicht. Aber wir hatten ja im Vorfeld immer mal so einen lockeren Kontakt. Und so einfach wie das früher war, dass man sich immer darauf gefreut hat, juhu, die Deutschen kommen, das ist nicht mehr so. Weil, Tim, die haben unwahrscheinlich viel Selbstbewusstsein getankt und haben inzwischen auch einen gewissen Stolz. Und du warst ja letztes Jahr dabei. Und wenn du dir die Produkte anschaust, dann kann man sagen, die haben sich auch ein Schulterklopfen verdient. Ja, das ist wirklich eindrucksvoll. Und ich glaube, die Denke früher von Landwind und so, die Autos mit 1 Stern, NCAP und so einem Zirkus, das ist ja alles sowieso vorbei. Aber es kommt jetzt, glaube ich, auch, was ich so in meiner privaten Umgebung so mitbekomme, wenn gesprochen wird über chinesische Autos. Dass auch da langsam ankommt, die sind ja gar nicht so schlecht. Und jetzt auch gerade zuletzt sehr große deutsche YouTube-Influencer sich solche Autos mal irgendwie über einen Importeur kommen lassen und sich das dann angucken und echt zum Teil tief beeindruckt sind. Und wenn die dann hören, was die Autos in China, konvertiert in Euro, dann dort kosten und selbst importiert noch ein wahnsinnig günstiges Angebot zu der einen oder anderen Premium-Marke in Deutschland sind, da gerät schon echt was ins Wanken. Also die Qualitätsgeschichte, die haben die im Griff. Ich war auch tief beeindruckt letztes Jahr bei Lee, wo wir da waren. Da habe ich echt gestaunt. Also du kommst aus dem Staunen auch einfach nicht mehr raus. Also das waren ja früher die klassischen Kopiere und die, die immer noch die Nase rümpfen. Und da brauchen wir noch nicht mal auf das Thema Auto zu schauen, sondern einfach immer so, das, was aus China kommt, kannst vergessen. Aber die haben sich so von Kopierern zu Innovatoren entwickelt. Und das hört nicht auf. Und das finde ich so krass. Wenn du da wirklich nach zwölf Monaten wieder hinkommst und du kehrst in den gleichen Handelsbetrieb zurück, dann guckst du dir die Autos an und sagst, wo sind denn die Modelle aus dem letzten Jahr geblieben? Du kennst die Situation, wir haben unsere Übersetzer dabei, die übersetzen da. Und dann sage ich, wo sind denn die Modelle aus dem letzten Jahr? Die sind ja aus dem letzten Jahr, die sind ja verkauft. Ja, und wo sind sie jetzt? Ja, weg. Das sind ja neue Modelle. Und einfach bei uns ist es halt so, bis so ein Fahrzeug entwickelt ist. Also wir denken autodeutsch, wir entwickeln autodeutsch und die werden auch für den deutschen Markt entwickelt. Das dauert halt seine Zeit. Und da sind schon mal drei Jahre nichts. Aber bei den Chinesen geht das Rucki-Zucki und die haben in zwölf Monaten da eine neue Büchse. Und das meine ich jetzt nicht despektierlich. Dahingestellt. Und ich habe mich selbst dieses Jahr dabei erwischt, Tim, dass ich andere Bilder gemacht habe, weil ich habe nicht nur die Autos fotografiert, sondern ich habe auch mal die Füße eines Autos fotografiert. Also wenn du hier ein deutsches Auto kaufst, vielleicht auch eine klassische deutsche Marke und schaust dir mal die Gummis an, dann hast du da so internationale Namen auf den Reifen. Wenn du jetzt bei diesen Chinesen zu den klassischen chinesischen Marken in die Autohäuser kommst, dann siehst du da einen Pirelli-Reifen, du siehst einen Michelin-Reifen und so. Und dann verstehe ich auch, dass der eine oder andere sagt, na so schlecht kann es ja eigentlich gar nicht sein, weil die verbauen ja auch Portfälle, wo wir die Quellen kennen. Und es ist schon irre, was sich da tut. Also wir waren dieses Jahr auch wieder bei IM, also Intelligent Mobility, und wir haben da jetzt schon wieder neue Fahrzeuge. Stimmt. Ich habe gerade Li gesagt, ich meinte aber IM eigentlich. Da waren wir ja letztes Jahr auch. Das hat mich beeindruckt. Aber der Li stand ja immer bei uns vor dem Hotel. Ja genau. Was du mit den Reifen gerade sagst, so ein YouTuber hatte einen Xiaomi, den SUV, den JU7 oder JU9 da irgendwie im Test, und hat sich das so angeguckt. Ist ja auch ein tolles Auto und hin und her. Und da ging es darum, als sie ihn präsentiert hatten, hatten die glaube ich in einer Stunde zigtausend von Vorbestellungen, irgendwie zweihunderttausend Vorbestellungen. Also eine irre Zahl. Und er guckt so auf die Räder und guckt so, er hat ja eine Brembo-Bremse drauf. Das ist ja krass. Und dann lachte er so. Ja ist halt ein Unterschied, wenn Ferrari da anruft und irgendwie tausend Brembo-Bremsen bestellt, oder wenn Xiaomi da anruft und eine Million bestellt, oder? Also das ist irre. Es sind ja ganz andere Größenordnungen. Und auch bei diesem Auto, dieser JU7, das ist so ein Geländewagen. Da habe ich natürlich auch gleich meinen Kopf reingesteckt. Wir kennen ja so ein klassisches Head-Up-Display. Das fand ich irre. Die haben bei der Frontscheibe unten einen schwarz lackierten Rand und projizieren alles, Fahrer-Beifahrer-Seite, auf die komplette Fläche. Also ich staune immer Bauklötze, muss mal aufpassen, dass der Unterkiefer nicht aushakt. Ich meine, wir sind ja alles schon lange noch dabei. Aber für mich ist das immer eine Innovation, wenn ich da hinkomme und sage, jetzt ist ja schon wieder alles anders. Zu deiner Zeit letztes Jahr, da hat sich auch nicht wesentlich viel verändert. Der ganze Frontbereich ist ja alles digital. Was Digitalität angeht und Konnektivität, sind die uns Lichtjahre voraus. Und das sind halt alles Bildschirme und so. Das ist wunderbar. Jetzt ist es aber auch spannend. Es gibt vielleicht den einen oder anderen, der so pingelig ist wie ich und sagt dann, du hast immer diese Fingerabdrücke und so auf dem Display, das ist ja gar nicht so schön. Die lösen das auch ganz toll. Also bei Xiaomi zum Beispiel, dass du Klicksysteme hast, wo du an diese Displays wieder Tasten dran klemmen kannst. Das ist super. Und das ist so eine Zubehör-Ecke. Dann kannst du rechts und links so Beleuchtungssysteme, eine Handyhalterung und das alles für so kleines Geld. Ich bekomme ganz viel Auto für ganz kleines Geld. Natürlich bekommen wir die hier nicht für dieses ganz kleine Geld her. Aber das ist schon beeindruckend, auch die Formensprache. Und wenn ich jetzt vergleiche, so zu dem Jahr, wo wir zusammen da waren, also jetzt zwölf Monate weiter, du siehst auch immer mehr neue Marken, die uns im letzten Jahr noch gar nicht begegnet sind. Mal wieder. Das ist schon irre. Wir waren auch wieder in dem Mio-Laden in Shanghai. Das sind ja inzwischen auch schon richtige Freunde von uns. Da steht dann so ein kleiner Firefly. Der ist so groß wie so ein Up, würde ich sagen. Da war letztes Jahr gar nicht dran zu denken. Und die Büchse hatte ich schon in Peking bei uns vor dem Hotel gesehen. Da dachte ich mir, was ist das? Ich kenne das gar nicht. Und weil die jetzt auch versuchen, kleine Fahrzeuge zu präsentieren. Und die Fahrzeuge dort sind halt alle einfach anders. Und die verfügen natürlich auch über Gadgets, wo wir als Europäer oder Deutsche die Nase rümpfen und sagen, brauchst du eine Karaoke-Funktion oder brauchst du dies oder das? Aber bei den Chinesen ist es einfach so, für die ist das ein fahrendes Handy. Erweitertes Wohnzimmer auch, ne? Das ist ein zweites Zuhause. Und da wollen die es schön haben. Und deswegen gibt es da Features, wo man sagt, hätte ich auch gerne. Und allein die Formensprache, ja, das ist schon beeindruckend. Ich finde das bei dem SUV, dieses Display, das du beschreibst, die bauen ja Autos und die sind dann einfach da. Und die sind dann irgendwie auch von allem drumherum echt krass und preislich. Also in China, was kostet der Wagen in China? 30.000, 35.000 Euro ungefähr. In Deutschland, dieses neue Display, hat BMW jetzt in dem neuen iX3 auch drin. Und macht einen riesen Wirbel darum, was das für eine Monster-Innovation ist. Und ja, das haben andere in China auch. Also ist gar nicht so ein Alleinstellungsmerkmal. Da muss man immer so ein bisschen schmunzeln. Und iX3 mit ähnlichen Werten kostet halt einfach mal mindestens das Doppelte. Aber gut, das ist schon, es ist echt spektakulär. Ich hätte eher gedacht, dass du sagst bezüglich der Automarken, weil letztes Jahr ja schon prognostiziert wurde, der chinesische Markt ist extrem hart, extrem umkämpft. Letztes Jahr, um die 120 Marken gab es da glaube ich, dass es dramatisch zurückgeht. Aber jetzt sagst du, da sind schon wieder neue. Ja, da fährt dann ein Onfo an dir vorbei, wo du sagst. Ein was? Ein Onfo, N-O-N-V-O. Dann sagst du, was war das jetzt? Aber es ist ja nicht schwer, es ist für die Hörer vielleicht auch ganz spannend, so ein Auto zu finden, weil du musst ja nicht nach einem Autohaus suchen. Und das ist ja nach wie vor so. Man kommt mit den Autos oder geht mit den Autos dorthin, wo alle sind. Und zwar nach wie vor in diesen Konsumtempeln. Und auch da hat sich nichts dran geändert. Nur die Platzierung der Marken. Dass da plötzlich dann diese Marken, die ich auf der Straße sehe und letztes Jahr noch nicht gesehen habe und nicht kannte, dann auch wieder in diesen Riesen-Shopping-Malls zu finden sind. Und das ist natürlich dann relativ einfach, den Chinesen diese neuen Marken zugänglich zu machen. Aber wenn sie sie nicht auf der Straße sehen, sehen sie sie halt beim Einkaufen. Es ist so zum Verständnis für die Hörer in China, in den Metropolen, also wo wir waren, Peking, Shanghai, ja schon eher so, dass in der Stadt eher so die Showrooms sind, in den Shopping-Malls. Und die Autohäuser, wo Service und Co. passiert, eher außerhalb. Genau, die sind in der Peripherie. Also das ist ganz anders als bei uns. Wir hätten das vielleicht so vor ein paar Jahren mal bezeichnet, als wir machen eine Pop-Up-Store in irgendeiner Shopping-Mall, Zentro Oberhausen oder sowas. Ja genau, hat sich überhaupt nicht durchgesetzt übrigens. Und da ist das ja Standard. Da ist das einfach Standard. Und was halt auch auffällig ist, im Straßenbild werden jetzt die Fahrzeugmarken, die eine Verbundenheit haben, zu den Handyherstellern viel, viel sichtbarer. Also das ist einfach so Huawei, wie wir es sagen, die Chinesen sagen ja Huawei, die haben dadurch, dass die diese Systeme, was das Thema autonome Fahren angeht, haben die so die Nase vorn, dass du plötzlich viel mehr solche Marken wie Aito siehst oder Luxit oder Stellato, wie sie alle heißen. Und das ist halt ganz anders als bei uns. Die tun sich halt mit so Software-Unternehmen zusammen, entwickeln das nicht selber, sondern der eine hat seine automobile Kompetenz, der andere hat seine Software-Kompetenz und daraus wird ein, ich sag mal, so ein Software-definiertes Vehikel auf die Straße geschoben, die auch einfach ein ganz anderes Aussehen innen und außen haben. Und das catcht, glaube ich, diese Chinesen total. Ich habe in letzter Zeit häufiger einen Vergleich gehört, der gar nicht so aus der Autobubble kam, sondern eher aus der KI-Robotik-Bubble kam, wo berichtet wird, was mit Robotik los ist, die dann so im Nebensatz gesagt haben, ja, autonome Autos sind ja eigentlich auch nur Roboter. Da ist was dran, gerade bei autonomen Autos. Das muss man nur halt mal aus einer anderen Sicht denken. Ob jetzt ein Roboter zwei Arme, zwei Beine oder sechs Arme oder keine Ahnung hat oder halt komischerweise vier Räder, das ist ja egal. Das hat sich ja auch die Kommunistische Partei jetzt irgendwie auf die Fahnen geschrieben, dass die da, was das Thema Robotik angeht, auch irgendwie den Weltmarkt ein bisschen mit dominieren wollen. Und ich glaube schon, dass die auch in dem Bereich des Verkehrs hier durchaus so Robotik-Systeme auch nutzen. Also als wir jetzt wieder bei IM waren, war das auch so, dass der Verkäufer sagte, ja, ich zeige Ihnen jetzt, wie ein Auto einparkt. Meine Studierenden so, ja, das kennen wir ja alles, aber wir sitzen dann drin. Und der ist einfach ausgestiegen und kam ins Autohaus und das Auto parkte dann einfach mal ein. Das für dich gefilmt, Tim. Ja, sehr gut, sehr gut. Ich habe da auch in jünger, jetzt gerade vor ein paar Tagen erst so ein paar Videos gesehen, wo Leute auch einfach aussteigen und dann so ein Handzeichen, dann geht die Tür zu, die Handzeichen geht die Tür auf und dann winkt, dann packt er aus. Das sind keine KI-animierten Filme, wo man sagt, da hat sich aber jemand etwas Tolles ausgedacht. Du siehst das da in China, siehst du das live. Das war auch in dem Huawei-Laden, als ich da wieder drin war. Also wenn wir klassisch unsere Handy-Läden sehen, dann gibt es da Tablets, es gibt Smartwatches, es gibt Handys. Aber für die, die noch nicht da waren, du weißt es, da gibt es auch Autos. Und da stand auch wieder so eine junge Dame, die dann einfach so einen Handgriff neben der Fahrertür machte und dann ging die Tür auf. Da dachte ich, das möchte ich auch. Das ist ganz cool. Aber du bist dann echt beeindruckt und ich finde es halt schön, dass auch meine jungen Leute, die wir da ausbilden, also die gestalten ja diese automobile Zukunft noch mit, dass selbst die genauso beeindruckt sind wie ich, wo ich in dem Geschäft da schon seit über 30 Jahren rumlaufe. Und deswegen glaube ich, lohnt es sich auch hinzuschauen. Also die, die dann diejenigen sind, die immer sagen, das sind ja nur Kopiere und lass das mal mit der Qualität. Ich finde, bei denen spricht immer so zwischen den Zeilen, du warst ja noch nie da. Und so geht es mir immer, wenn ich auch Artikel lese über jemanden, der sich über den chinesischen Markt auslässt. Also spätestens ab Zeile 5 weiß ich, der, der geschrieben hat, war noch nicht da. Weil diejenigen, die da waren, beurteilen das, was sie sehen, anders. Natürlich haben die andere Rahmenbedingungen und natürlich haben die auch mit ihrem Thema China Speed auch einen Vorteil in Bezug auf ihr System, weil es sind viele, die dort leben und arbeiten. Und die haben ja auch so ein 996-Modell. Also die arbeiten von 9.20 Uhr sechs Tage die Woche. Das können wir ja vielleicht mal auch dem einen oder anderen vorschlagen. Dann könnte es durchaus sein, dass man uns auf Knopfdruck blöd findet. Ja, ich habe gerade einen interessanten Podcast gehört von Philipp Westermeier. Der war in San Francisco und hat mit den Tech-Korrespondenten von der NZZ und Handelsblatt gesprochen. Und die haben auch dieses 996 irgendwie und sagten, es geht jetzt noch weiter auf 7.0. Sieben Tage arbeiten, kein Urlaub. Und in Amerika, Silicon Valley, ist gerade ein ganz heißes Thema, dass die sich ganz bewusst dessen sind, dass wenn die jetzt nicht dort, wo eigentlich ja viel entstanden ist, wo viel Innovation passiert ist, wenn die jetzt nicht aufpassen, werden die überholt von China. Und das ist bei denen ganz, ganz präsent. Also das muss ein irrer Druck in Amerika gerade sein, da noch mitzuhalten. Also ich finde es so schade, dass wir uns selbst diesen Druck nicht machen. Also manchmal denke ich immer noch, wir leben in so einer Bubble. Ich meine, es ist immer schön, wenn man sagt, ich habe Freude am Arbeiten, aber ich habe auch Freude, meine Freizeit zu genießen. Aber ich glaube schon langsam wird es ein bisschen eng, dass wir so gucken müssen, dass wir uns nicht selber abwickeln. Weil ich glaube so dieses, was wir so an Wirtschaftswachstum, Entwicklung hatten so in den 60er Jahren oder so Wirtschaftswunder, das erleben die jetzt durch all das, was die machen. Und ich glaube, die Chinesen finden es selber auch toll, weil das hatte ja bis jetzt nur eine Entwicklungsrichtung. Das Zuhalten ist natürlich auch nicht so einfach. Aber deswegen finden die unsere Sachen auch unspannend. Und das ist immer mehr für mich auffällig. Also wenn ich das mal in 16 Jahren zusammenfasse, früher habe ich kaum eine Chance gehabt zu fragen, weil die mich andauernd gefragt haben. Heute sage ich dann schon immer, wollen sie auch von mir was wissen? Also ich muss denen richtig was aufzwängen. So richtig interessiert sind die gar nicht an dem, was wir so machen. Und wenn die dann mal eine Frage stellen, ist es meist die falsche, wo ich mich dann nicht traue, was zu sagen. Weil ich denke, jetzt blamiert sich einer von beiden, die ein Gespräch führen und das bin ich. Und das ist dann echt blöd, wenn du so Bestellzeiten von Fahrzeugen erklären darfst oder Werkstattvorlauf oder sowas. Was dieses Jahr auch ganz extrem war, wir haben uns viele Unfallschäden angeschaut. Und für diejenigen, die eine technische Ausbildung gemacht haben, die hatten teilweise Schnappatmung, haben gesagt, der ganze Rahmen ist verzogen, jetzt gucken sie mal. Also ein Deutscher würde das Auto gar nicht mehr anfassen, das ist Kernschrott. Und dann haben wir den Serviceleiter gefragt, der war dann völlig entsetzter. Wie, sie reparieren das nicht mehr? Nee, das ist ein wirtschaftlicher Totalschaden. Das kennen die gar nicht. Und das war wirklich ein Auto, was nicht mehr so toll aussah. Und dann haben wir auch gefragt, wie lange dauert es? Ja, drei bis vier Wochen. Okay. Und was kostet es? Ja, 8400 Euro umgerechnet. Ich stand da immer nur und habe gerechnet. Und dann sagte einer meiner Schützlinge, Frau Gelb, bei dem Schaden kriegen wir dafür noch nicht mal die Lackierarbeiten. Dann kriegen sie zwei Scheinwerfer. Das ist irre. Natürlich gehen die auch mit dem Thema Auto anders um. Also derjenige, der zuhört und sagt, naja, so kann ich Auto auch reparieren. Aber das sieht dann vielleicht, also es sieht halt wieder genauso aus, wie es vorher aussah. Aber die Denke ist einfach auch eine andere. Also wir entwickeln ja Autos über Jahre, bis sie perfekt sind. Und dann schmeißen wir sie als perfektes Produkt auf die Straße. Aber wenn man das irgendwie für China macht, bis es perfekt ist, ist es schon wieder alt. Die Chinesen sind ja ganz anders drauf. Die haben eine Innovation. Die entwickeln auch keine Prototypen. Die simulieren einfach nur und dann sagen die, so machen wir es jetzt. Und entwickeln ja quasi die Fahrzeuge dann immer weiter. Weil wenn man bestimmte Fahrzeuge hat, man ein Mio eines bestimmten Modells oder so, wo vielleicht nur ein halbes Jahr Unterschied ist, dann hat der eine Mio ganz andere Features, als der, der ein halbes Jahr vorher auf die Straße geschoben wurde. Weil Orasi Air kommt dann wieder was dazu und dann freuen die sich, wenn die irgendwie plötzlich wieder was ganz Tolles in ihrem Auto haben, was es letzte Woche noch nicht gab. Das ist bei uns in der Form gar nicht vorstellbar. Ich glaube, ich hatte irgendwann mal in meinem relativ aktuellen BMW, ich glaube zum Jahreswechsel oder irgendwann, gab es mal eine Meldung und dann war so eine Neujahrsmeldung, da hast du draufgeklickt und dann war so ein kurzes, kleines Feuerwerk und ja, Happy New Year. Und dann denkst du schon, wow, krass. Und ich war auch bei IM, saß ich ja auch in dem Auto drin und habe mir das Display so angeguckt. Es ist einfach 3.0, 16.0. Warum? Und jetzt auch in diesem neuen Geländewagen, der da stand in dem Auto, die verbauen dann B&O-Anlagen und sowas. Heimkino brauchst du dann nicht mehr, weil du kannst dich ja hinten reinsetzen, dann von oben der Bildschirm runter und du hast deinen Sound. Die Boxen sitzen teilweise in den Kopfstützen auf der Fahrerseite. Da kannst du dir das Gehirn wegblasen und so. Es ist super. Was soll ich mir zu Hause dann irgendwie den Sound reinballern? Das mache ich dann in meinem Auto, weil die stehen ja sowieso nur immer im Stau Bei einer Jahreskilometerleistung von 5000 Kilometern im Jahr haben die es im Stau wenigstens schön. Das stimmt. Gab es sonst noch, speziell bei Autohändlern, irgendwelche Erlebnisse, Besonderheiten? Durftet ihr wieder Fragen hier und da stellen? Immer. War wieder so? Immer. Das Schöne ist auch, die fahren da wirklich Menschen auf, dass du dich auch immer mit Häuptlingen unterhalten kannst. Dieses Jahr waren wir unter anderem mal neu bei Wei. Da kam dann der Markenverantwortliche für Nordchina mit dazu, der dann auch Rede und Antwort stand. Die antworten auch wirklich gerne. Wir haben den Löcher in den Bauch gefragt. Das war auch nicht so, dass man irgendwann sagt, ist genug. Die freuen sich wirklich viel zu erzählen. Das musst du natürlich dann auch alles einordnen, weil da gibt es natürlich auch Sachen, die bei uns nicht funktionieren, weil wir regulieren uns zu Tode. Und die machen halt einfach mal. Und wenn es nicht gut ist, dann machen sie es halt anders. Es ist wie bei uns im Navi. Wenn du einen falschen Weg eingeschlagen hast, dann sagt das Navi, bitte wenden. Und die machen es halt einfach. Und bei uns kommt dann die Regulatorik. Also das funktioniert gut. Aber auf der anderen Seite, wenn ich dann sage, jetzt haben wir sie so viel gefragt, möchten sie von uns auch was wissen. Da kommt dann wenig. Letztes Jahr hat ja einer deiner Schützlinge, ich weiß nicht mehr, ob es bei IM oder wir waren auch bei BYD, da hat doch einer gefragt. Da habe ich dein Gesicht kurz gesehen. Ja, ich habe noch eine Frage. Ja, okay. Ja, welche Rendite machen Sie denn hier so? Und du so, äh, äh, ja. Und der hat auch nicht darauf geantwortet. Die Frage kam dieses Jahr tatsächlich wieder. So nach dem Thema hier, sagen Sie uns mal so, was bleibt denn so an Bruttoertrag über? Bruttoertrag übersetzen ist schon schwierig. Und denken Sie doch bitte dran. Ja, also wir sind hier in einem anderen System und das kann man nicht so einfach erklären, was Sie damit meinen. Und dann hat das mein Schützling natürlich auch verstanden. Aber der Übersetzer hat es auch verstanden und dann gesagt, naja über solche Zahlen reden wir nicht. Und der bei Waze sagte dann auch gleich, naja wir sind ja sowas wie ein werkseigener Betrieb, also wie eine Niederlassung. Wir kennen die Zahlen auch gar nicht. Ja, also dazu zwinker ich mal so ein bisschen. Also wir kennen die Zahlen auch gar nicht. Da dachte ich, ja, ist klar. Ah, oh meine Ohren. Ähm, ja, cool. Ähm, ihr wart ja auch über, jetzt exakt über das chinesische Neujahr da, ne? Das war ja, spielte lange eine Rolle in euren Planungen und jetzt habt ihr, glaube ich, terminlich ja genau drauf gesessen, oder? Also, das war nicht so einfach. Wir sind geflogen, da waren wir noch in der normalen Zeit in Peking. Und den letzten Abend in Peking war dann quasi Silvester. Und da hast du dann auch schon gesehen, ab da ist dann eine andere Zeitrechnung in China. Weil dann hauen ja alle ab und das ist der höchste Feiertag, das chinesische Neujahrsfest. Und wir sind dann genau quasi mit dem Silvesterabend, haben wir unsere Zeit, unseren Aufenthalt in Peking beendet und sind dann faktisch zum Neujahr in Shanghai angekommen. Und das war für mich auch ganz anders, weil wir haben ein anderes Hotel gehabt als da, wo wir letztes Jahr waren. Und waren an so einer sechsspurigen gestapelten Straße über vier Etagen, du kennst es ja. Und auf diesen Straßen war nichts los, warum? Weil es waren alle weg. Und das hat die Reise für uns nicht leichter gemacht. Weil wenn alle weg sind, musst du gucken, insbesondere auch, was machen wir dann mit unserem Fachbesuchertag. Und da muss ich sagen, habe ich das sehr genossen, dass wir es trotzdem hinbekommen haben durch unsere freundschaftliche Verbindung, dass die bei IM extra für uns aufgemacht haben und haben extra Menschen für uns geholt, damit wir auch wieder autonom durch Shanghai fahren konnten. Hatten wir auch Fahrer da. Das einzige, was man halt nicht hinkonstruieren konnte, war, dass Leute in der Werkstatt arbeiten. Logisch, ja, ist auch nicht schlimm. Und dass du keinen klassischen Verkaufsprozess beobachten konntest. Aber versuch das mal umzudrehen, dass jemand hier in Deutschland sagt, wir kriegen einen chinesischen Besuch. Das sind Kollegen, die sich auch im Automotive-Bereich aufhalten. Und erklärt mal euren Mitarbeitern, dass die am zweiten Weihnachtstag mal eben schnell vorbeikommen, damit wir denen mal erklären können, wie bei uns das Geschäft funktioniert. Ich glaube, du hast den letzten Satz noch nicht ausgesprochen, dann ist das Thema schon erledigt. Wo ist der Betriebsrat? Also das ist echt irre, dass die das möglich gemacht haben. Das hat, glaube ich, auch am Anfang relativ diese Sache erschwert. Und das kann ich auch keinem empfehlen, wenn man jetzt sagt, ich kriege mal Lust, mich auch mit diesem Automotive-Thema ein bisschen zu beschäftigen. In China würde ich die Zeit rund um das chinesische Neujahrsfest meiden. Das ist nicht wie bei uns immer am gleichen Tag. Da sollte man mal in den Kalender schauen, weil das ist nicht das China, was man dann, wenn man es erlebt, wie es halt täglich ist. Deswegen war ich froh, dass wir noch richtig China erlebt haben in Peking. Und dann so irgendwie hat jemand die Zeit so ein bisschen angehalten in Shanghai. Ich meine, das hat natürlich den Vorteil, du kommst voran. Also du stehst nicht stop and go immer irgendwie auf der Straße, auf so einer zwölfspurigen Straße oder so und versuchst, deinen Zielort wieder zu erreichen. Das ging natürlich jetzt alles flott und da konnten wir auch viel, viel machen. Und wir haben es dieses Jahr auch geschafft, dass wir das erste Mal bei der Rennstrecke in diesem Race-Control-Raum waren, wo alle Bildschirme hingen und so. Und wir durften auch auf die Rennstrecke. Das war schon echt toll, vor allen Dingen, wenn man in den Kalender schaut. Es dauert ja nicht mehr lange, dann fahren sie in Shanghai. Dass man uns das ermöglicht hat, war toll. Damit habe ich auch gar nicht gerechnet, weil es ja im Vorfeld echt schwierig war dieses Jahr, weil ich so den Eindruck hatte, die haben nicht so eine große Lust auf uns. Aber mir ist es halt sehr wichtig, dass man mal die Möglichkeit hat, in diese Welt einzutauchen. Also auch gerade für junge Leute ist es wichtig, weil die Prozesse sind anders. Die Konditionen, hast du selber gesagt, sind anders. Die Konditionen in der Werkstatt sind anders. Also da brauchen wir mit unseren Stundenverrechnungssätzen gar nicht anzukommen. Das läuft alles anders. Man muss das auch verstehen. Aber wenn man das dann sieht, man kriegt immer ganz gute Impulse und auch Ideen, die man dann auch wieder so nach Deutschland mitbringen kann. Früher war es immer so, dass ich gesagt habe, die machen ja so viel, was ich eigentlich kenne. Aber wenn sich jemand traut, so einen Service-Kernprozess zu bilden und den in die Kundendienstannahme zu stellen, in dem Autohaus meiner Wahl würde ich mir das wünschen. Bei zwölf Bildern wäre ab Bild drei der Schluss, glaube ich. Weil dann hätte man von dem, was man abgebildet hat, und von dem, was man erlebt, gleich eine Störung. Ich meine, damit sieht man natürlich auch so einen Musterprozess frei und sagt, an dem lassen wir uns messen. Da würde ich sagen, das ist bei dem einen oder anderen Betrieb hier in Deutschland keine gute Idee. Nee, ich fürchte nicht. Da streifen wir ja das offene Geheimnis zwischen Erlebniswelt, Autohandel und Darstellung des Autohausinhabers. Das sind auch zwei unterschiedliche Sterne, Weiner. Ich hatte auch in der Tat gestern, vorgestern mit Mike Künast noch so darüber gesprochen, dass wir ja eigentlich auch nach China wollten. Ob wir am liebsten wieder mit euch oder ob wir parallel noch so eine Unternehmerreise machen. Die haben uns ja auch echt höflich darauf hingewiesen. Es ist nicht einfach. Und da haben die sich auf euch konzentriert, dass es funktioniert. Das war auch dann wieder gut so. Ja, weil ich glaube inzwischen sagen die auch, und das liest du auch an der einen oder anderen Stelle. Also ich bin ja leidenschaftliche Wirtschaftswocheleserin und hatte dann über KUKA, heißt glaube ich diese Maschinenfabrik da in Augsburg, also ein bisschen mit Robotik und so weiter, die vor zehn Jahren gekauft worden sind. Da war so ein Artikel drin, dass die Ingenieure, die hier in Deutschland arbeiten, dass die eigentlich von all dem, was in China entwickelt wird, gar nichts mehr mitkriegen, weil die Chinesen Angst haben, dass es einen Know-how-Abfluss in den Westen gibt. Früher war es genau andersherum. Und ich glaube inzwischen sind die auch so ein bisschen so drauf, dass die merken, das, was wir machen, ist gar nicht so blöd. Warum sollen wir denn immer einfach mal auf dem Silbertablett zeigen, was wir für tolle Sachen entwickeln? Weil wieder zurück zum Thema Autohaus. In dem Weihbetrieb, das fand ich unglaublich, wo ich gedacht habe, scheiß auf Direktannahme, du fährst quasi dein Auto in so eine Vorhalle von der Werkstatt rein, um es dort zu parken. Also ein riesengroßes Tor, da stellst du dann in so einer Parkbox, überdacht, geschlossen, dein Auto ab und läufst quer rüber. Das ist die Kundendienstannahme. Da gibst du deinen Auftrag ab und der Monteur holt dann das Auto aus dieser überdachten, geschlossenen Halle ab in die Werkstatt. Da partizipieren zwei Leute von. Erstmal ich brauche keinen Schirm, ich brauche mein Autoaussteige, um meinen Kundendienstberater zu erreichen. Und für den Monteur ist das endgeil. Weil wenn du siehst, wenn die die Autos holen müssen, rein, raus, kalt, warm, nass, trocken, das entfällt alles. Du fährst quasi schon fast in den Betrieb rein, bist aber noch gar nicht drin. Aber das ist für alle Beteiligten super. Das fand ich so toll. Ich habe das von allen Seiten fotografiert und dachte, das ist für mich das Autohaus der Zukunft. Toll. Sind wir, glaube ich, auch wieder an so einem Punkt, wo ich sage, die möchten sich, glaube ich, gar nicht so gerne in die Karten gucken lassen. Also so schön wie das ist, zu einer Automesse zu fahren, und da ist man schwer beeindruckt von den ganzen Modellen und Marken und so weiter. Aber ich finde es halt tierisch spannend, auch das Tagesgeschäft zu sehen. Wie macht ihr denn euer Geschäft? Wie funktioniert denn das? Egal, um was für eine Büchse es sich handelt. Und das finde ich, glaube ich, nicht mehr so cool, wenn da andauernd jemand ankommt und sagt, kannst du es uns auch nochmal zeigen? Deswegen bin ich so dankbar, dass wir das seit 16 Jahren machen und da doch immer noch relativ weit kommen. Ich meine, das ist ja eine Ausprägung von Selbstbewusstsein. Überleg mal, du bist Design, Shanghai Auto Corporation. Auto Industry Corporation. Genau, Shanghai Auto Industry Corporation. Und du baust jetzt ein Audi. Die bauen ja das eine Audi-Modell. Genau, und das war der Hammer. Als wir in Shanghai angekommen sind, sind wir auf dem Weg gewesen zu unserem Hotel und dann ist der genau vor uns. Und ich bin dann gleich nach vorne gestürmt und habe das Auto fotografiert. Und gerade heute, ich habe mir das aufgeschrieben, gerade heute lese ich, dass dieses Audi Elektro Sport Coupé E5, wird ja gemeinsam mit dem ZEIT-Konzern gebaut, für dieses Auto, die sind Auto des Jahres, in China geworden, 2026, scheint aber nicht zu helfen, weil die haben jetzt, ich muss das ablesen, ein befristetes Rabattpaket aufgelegt, bis zum 31.3.2026, minus 30.000 Yuan. Das heißt also, als Nachlass sind ungefähr so 3.600 Euro. Damit sinkt der Einstiegspreis von dem Auto unter 25.4. Und dann weißt du, wie groß die Wettbewerbsintensität ist. Es ist auch wurscht, ob da jetzt die Audi-Ringe nicht mehr dran sind, dass da Audi dran steht. Der Wettbewerb ist intensiv. Und die Verbrennermodelle, habe ich heute auch gelesen, du bist ja BMW-Fahrer, also der 7er in China wird zurzeit mit einem Nachlass angeboten, und das jetzt in Euro, nicht in Yuan, von 33.000 Euro, Stand heute. Und das ist jetzt kein Hersteller-Bashing, Tim, aber du weißt selber, die müssen den ganzen Schmutz aus der Luft und so weiter wegbekommen. Und die sind halt auf das Thema E-Mobilität programmiert. Dafür gibt es halt auch eine Förderung. Das ist jetzt deutlich weniger als vor x Jahren. Aber warum soll ich mich dann für ein deutsches Luxusprodukt entscheiden, von mir aus auch für einen Verbrenner oder für ein E-Fahrzeug, wenn es dafür aber keine Förderung gibt? Dann macht man mir die Entscheidung doch relativ leicht. Und das lässt das System dann einfach nicht zu, dass der eine oder andere dann in Zukunft wieder sichtbar auf der Straße wird. Das ist schade, aber es ist so. Okay. Wie war es denn, ich muss noch ein bisschen auf die Zeit gucken, weil wir können stundenlang sprechen. Wie war so allgemein, ihr macht ja, oder die Reise lebt ja davon, dass es abwechselnd Kultur und Automotive ist. Wie waren denn so die, ich sag mal so deine kulturellen, jetzt fliegt ein Flugzeug gerade her, mal gucken, ob man es nachher in der Aufnahme auch hört. Wie waren denn so deine kulturellen Eindrücke und so die Kontakte? Weil man ist ja auch viel unterwegs und macht und tut. Also war das anders als letztes Jahr? Hat sich irgendwas verändert? Also was sich verändert hat, ist, man wird noch stärker kontrolliert, gerade bei so touristischen Hotspots. Also so Platz des himmlischen Friedens, da kann man jetzt nicht einfach so hinflitzen. Du musst dich da ausweisen, wie wir das auch an der einen oder anderen Stelle hatten. Und du musst alles abgeben, was du dabei hast, was in irgendeiner Form vielleicht dir irritiert. Also Feuerzeug war schon immer ein Problem. Jetzt darfst du aber noch nicht mal mehr einen Stift dabei haben. Und man merkt, dass in der Welt, glaube ich, politisch alle sehr aufgescheucht sind. Also ich glaube, die möchten nicht an einer bestimmten Stelle jemanden sitzen haben, der vielleicht ein Schild malt und bleibt dann auf diesem Platz sitzen. Und das wird von irgendeiner Kamera eingefangen, weil da irgendwas draufsteht, was denen vielleicht nicht gefällt. Also das merkst du schon, dass die alle extrem angespannt sind. Also man wird permanent kontrolliert und man ist beäugt. Und ich hatte auch den Eindruck, wir haben ja immer Begleiter, ich möchte das einfach mal so nennen, immer Begleiter, die auf uns aufpassen oder achtsam sind, weil wir ja als Wirtschaftsdelegation unterwegs sind. Und das war eigentlich immer, wenn wir Wirtschaftskontakte hatten, normal. Das gibt es inzwischen aber auch, wenn wir touristisch unterwegs sind. Das war ganz neu. Und das musste ich auch erklären, weil das natürlich jemand, der aus der westlichen Welt kommt und relativ jung ist, das nicht einordnen kann. Und das war jetzt ein neues Erlebnis für mich auch, muss ich sagen, dass du immer im Fokus bist. In Kürze nur, dann frage ich mich echt, wie die diese großen internationalen Automessen machen, wo ja Herrscharen von Ausländern nach China kommen, um zu gucken, um zu erleben. Das ist ja spannend. Also ich bin noch am überlegen. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob Auto China in Peking ist Ende April, glaube ich. Ich schwanke noch, sagen wir mal so. Und ansonsten mindestens nächstes Jahr Shanghai. Also ich werde es auf jeden Fall wieder rüber nach China machen, um Eindrücke mitzunehmen, weil neben Automotive, das Kulturelle, ich habe auch immer so den KI-Blick und Robotik-Blick. Da entwickelt sich wirklich gigantisch viel, gerade da drüben. Und das möchte ich einfach erleben. Ich möchte es nicht bei YouTube sehen. Ja, und ich glaube auch, ich werde ja immer gefragt, ist es nicht irgendwann inflationär? Du fliegst da jedes Jahr hin und so. Ist es nicht langweilig? Es ist ja jedes Jahr anders. Sei es aufgrund der politischen Rahmenbedingungen, sei es, weil sich die Umgebung verändert hat, sei es der Blick auf die Straße. Es gibt jedes Jahr was Neues zu entdecken. In Deutschland ist es anders. Wir sind tradierter unterwegs und sagen nur keine Aufregung. Ja, wir finden uns zurecht, weil es bleibt alles so, wie es ist. Nur die Ruhe. Und deswegen finde ich das auch nicht langweilig. Also für mich ist es nicht langweilig. Ich habe immer andere Personen dabei. Wir erleben immer wieder andere Menschen und die Rahmenbedingungen sind auch immer wieder andere. Und manchmal fängt es ja auch schon vor der Reise an. Aber ich kann jeden nur ermuntern, mit wem auch immer. Wenn man sagt, ich habe Lust, diesen chinesischen Markt mal kennenzulernen, dann nicht nur print oder online, sondern man muss sich selber in den Flieger setzen und sagen, und ich schaue mir das jetzt selber mal an. Weil ich glaube, dann hat man ein wunderbares Bild und dann kann man auch mitreden, ob man es dann positiv beurteilt oder negativ. Das muss jeder, finde ich, für sich selbst entscheiden. Ich habe noch zwei Sachen. Ich war relativ krank im Februar. Da hatte ich Zeit und dann habe ich auf der Couch rumgelegen und mir ging es sehr gut. Und da habe ich eine Doku entdeckt, die relativ aktuell war. Die größten Bauwerke in China. Völlig stumpf. Es war einfach so eine Berieselung englischer, monotoner Sprecher. Ungefähr jede Minute, anderthalb Minuten kam ein neues Bauwerk mit einer ganz entspannten, halb chinesischen, unterschwelligen Musik. War total gut zum Rumlungern. Und was die da gezeigt haben, ich bin immer noch sprachlos. Anderthalb Stunden so Bauwerke, wo du denkst, das geht. Das hast du schon mal von gehört und dann siehst du, du kriegst es ein bisschen erklärt. Also ich will wieder darüber. Ich muss an der Stelle, wir haben letztes Jahr noch jemand anders sehr beeindruckt, der auch wieder darüber berichtet hat und der letztes Jahr auf dem Podcast war. Der Jonas, unser Barista-Kaffee-Produzent. Der Jonas Drost. Schöne Grüße an der Stelle an ihn. Und ich glaube, der will da auch wieder hin. Es war ganz nett, als wir losgefahren sind in Nordheim. Dann ging es gleich los auf meinem Handy. Ja, ich wünsche eine gute Reise. Und ach, eigentlich bin ich ein bisschen neidisch. Und das kam auch von den anderen, die uns begleitet haben in den letzten Jahren. Weil das ist wirklich toll und wir könnten Stunden darüber sprechen. Es sind nicht nur die Bauwerke, die da beeindruckend sind. Ich glaube nicht, dass wir das sein wollen. Man ist spaßlos. Der Umgang. Transportsystem, Reisen, Fahren, Straßenverkehr, die Menschen, das Essen, alles. Es ist einfach eine ganz andere Welt. Ja, vor allen Dingen, wir denken immer irgendwie in Probleme und die denken in Lösungen. Die haben irgendwas, was die finden, wo die sagen, ist komisch, muss gelöst werden. Und dann fangen wir erst mal an zu diskutieren und die machen das. Und das wird uns ja auch immer vorgeworfen. In der Zeit, wo ihr sprecht, sind wir schon fertig. Und das sagen die inzwischen auch. Phänomenal. Wir sind schon fast eine Stunde hier. Über eine Dreiviertelstunde. Ganz, ganz lieben herzlichen Dank, dass wir sprechen konnten. So schnell noch mit den frischen Eindrücken, die du hast. Das ist immer schön für dich vielleicht auch, nochmal Revue passieren zu lassen. Und ich weiß, dass du ja auch unzählige Anfragen hast, deine Eindrücke zu teilen. Jetzt habe ich sie ganz frisch erst mal abgegriffen. Und dann gucke ich auch, dass ganz schnell Anfang März hier erscheint, dass dann auch ganz viele partizipieren können. Vielen herzlichen Dank für deine Zeit. Ich mache das immer gerne für dich, Tim. Und ich hoffe, dass wenn wir die nächste BFC & Friends-Reise auflegen, dass du dann der Erste bist, der dabei ist und auch mit der richtigen Währung. Das war jetzt ein Insider. Ich habe die Hälfte ja noch. Die kann ich ja dann da vor Ort wieder bei dem Reiseleiter, die andere Hälfte, tauschen. Asien ist groß. Ja, ja, Asien ist groß. Dabei belassen wir es. Okay, ihr Lieben, herzlichen Dank fürs Zuhören. Das war eine tolle gedankliche Reise mit Bildern. Ich habe wieder ganz viel vor Augen über deine Erzählungen. Und jeder, der die Chance hat, mal irgendwie eine Reise rüber zu machen, vielleicht auch im beruflichen Kontext, mit Automobilbranche oder so, schwere, wirklich ganz große Empfehlung, macht es. Ist egal, wie und wo. Ansonsten erzählen Silvia und ich halt darüber. Und zwar auch, weil wir nicht gefragt werden. Das machen wir gerne, weil es uns beeindruckt hat. Also ganz liebe Grüße und noch eine gute Zeit. Und ich freue mich auf den nächsten Podcast, weil ich bin ja ganz treue Hörerin. Ich weiß, deswegen bin ich auch so happy, dass du dabei bist. Ja, vielen Dank fürs Zuhören, wo auch immer ihr zugehört habt. Und ich würde sagen, wir hören uns bald wieder mit einer spannenden Story. Und bis dahin macht’s gut. Ciao. Tschüss.
Diese Episode ist Teil des Podcasts Benzingespräche von Tim Klötzing.