# Schatten-KI und Silent Saboteure mit Maike Riedel

URL: https://www.tim-kloetzing.de/podcast/umparken-im-kopf/7-schatten-ki-und-silent-saboteure-mit/
Reihe: Umparken im Kopf
Folge: 7
Datum: 16.09.2025
Dauer: 36 Min
Gäste: Maike Riedel

## Worum es geht

Maike Riedel über Schatten-KI und Silent-Saboteure In diesem Gespräch zwischen Tim Klötzing und Maike Riedel (KI-Coach, Changemanagement-Beraterin und Speakerin) wird die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in der heutigen Gesellschaft beleuchtet. Maike, eine erfahrene KI-Coach und Speakerin, teilt ihre Einsichten über die Herausforderungen und Chancen, die KI mit sich bringt, insbesondere im Hinblick auf Change-Management und die menschliche Interaktion mit Technologie. Sie diskutiert auch den Widerstand gegen KI, den sogenannten 'Silent Saboteurs', und betont die Notwendigkeit von Transparenz und Vertrauen in Unternehmen. Das Gespräch schließt mit einem Ausblick auf die Zukunft der KI und deren individuelle Anwendungsmöglichkeiten. Takeaways Der Mensch spielt eine entscheidende Rolle in der Technologieanwendung. Change-Management ist entscheidend für die Einführung von KI. Silent Saboteure sind ein psychologisches Phänomen im Umgang mit KI. Transparenz und Vertrauen sind notwendig für den Erfolg von KI-Projekten. Die Wahrnehmung von KI variiert stark in der Gesellschaft. Kreativität wird durch KI verstärkt. Technologische Entwicklungen gehen oft schneller als die menschliche Anpassung. Die Effizienzsteigerung durch KI ist oft nicht sichtbar. Links: Maike Riedel auf LinkedIn: <https://www.linkedin.com/in/maikeriedel/>

## Links aus der Folge

- [www.linkedin.com/in/maikeriedel](https://www.linkedin.com/in/maikeriedel/)

## Gespräch als Text

Automatisch erstellte Abschrift, Namen abgeglichen.

[00:00] Umparken im Kopf. Dein KI-Podcast für die Autobranche. Die Automobilwelt steht vor einem gewaltigen Umbruch. Künstliche Intelligenz verändert alles. Wie wir Autos verkaufen und warten und vor allem, wie wir denken. Wir sprechen über neue Trends, Chancen, mutige Entscheidungen und echte Praxisbeispiele, die den Autohandel von morgen prägen werden. Ich bin Tim Klötzing, KI- und Marketingberater und jemand, der glaubt, wer heute im Kopf umparkt, fährt morgen ganz vorne mit. Schön, dass du dabei bist. Lass uns gemeinsam den Blick auf die Zukunft richten.

[00:50] Tim Klötzing: Hallo und herzlich willkommen zurück bei Umparken im Kopf. Und heute habe ich wieder eine Gästin hier zu Gast und zwar die Maike Riedel, KI-Coach und Speakerin, Vordenkerin und Macherin im Kontext von künstlicher Intelligenz. Hallo Maike.

[01:08] Maike Riedel: Hallo Tim, ich freue mich sehr dabei zu sein. Hi.

[01:11] Tim Klötzing: Ja, sehr schön. Ich bin auch happy, dich dabei zu haben, weil so gesehen haben wir uns jetzt ein paar Monate nicht direkt gesprochen, klar, hier für die Vorbereitung, aber wir haben uns Anfang des Jahres, haben wir uns kennengelernt in Berlin bei einem Marketing-Event von und mit der lieben Juliane Schleicher. Da warst du als Speakerin, Keynoterin und da kannte ich dich auch noch nicht und da haben wir nur kurz gesprochen und dann war ich, dachte ich so, oh Mensch, die hat coolen Content und dann haben wir uns auf LinkedIn vernetzt und dann haben wir uns nur gelesen und deswegen bin ich echt happy, dich jetzt eingefangen zu haben hier.

[01:47] Maike Riedel: Genau. Vielen Dank dafür. Ich freue mich auch sehr und nochmal kurz die Events von Juliane. Ich erinnere mich auch sehr gern daran zurück. War jetzt das zweite Mal im Januar dabei und bin beeindruckt, wie weit die Automobilbranche ist und wie oft zack die Branche, was Innovation, Digitalisierung angeht.

[02:09] Tim Klötzing: Immer wieder sehr gern. Ja, da sind natürlich auch die Richtigen erlebt, weil der Ausschnitt aus der Bubble jetzt bei den Marketeers, die haben natürlich ein offenes Ohr, die sind jung, die gucken nach vorne. Ich muss dir verraten, nicht die ganze Branche ist so. Und ich glaube, mir fehlt jetzt auch da draußen keiner vierteilen, die wissen das schon durchaus. Also deswegen auch der Podcast. Wissen. Wissen

[02:33] Maike Riedel: Reintun. Genau. Sehr gut.

[02:35] Tim Klötzing: Maike, jetzt wirst du nicht jedem direkt hier bekannt sein. Deswegen stell dich bitte einmal vor und nicht nur ich bin ja der Meinung, dass wir mit dir über KI sprechen sollten, sondern warum ist es generell eine gute Idee, mit dir über KI zu sprechen?

[02:52] Maike Riedel: Ja, generell finde ich, ist es immer eine gute Idee, aktuell über KI zu sprechen. Gefühlt machen das auch alle. Warum sollte man das mit mir tun? Ich beschäftige mich seit zweieinhalb, drei Jahren sehr intensiv mit dem Thema, habe wie viele von uns bei mir selbst angefangen, habe meine eigene Arbeit, habe es kennen und lieben gelernt, möchte meine KI nicht mehr hergeben bei der Unterstützung meines Täglichen. Ich komme eigentlich aus einer ein bisschen einer anderen Welt. Ich habe Organisationspsychologie studiert, kenne daher auch so ein bisschen Change, Transformation. Komme daher, war dann lange Zeit im Marketing, Social Media Marketing unterwegs und bin jetzt wieder stärker in den letzten Jahren in Richtung digitale Transformation gewechselt und da ist natürlich KI aktuell das Thema Nummer eins, was meiner Meinung nach einfach auch super spannend ist, aktuell anzugehen und wo das Interesse auch sehr, sehr, sehr groß ist.

[03:54] Tim Klötzing: Ja, es ist die Vergleiche, die man ja medial mitkriegt, dass dieser Wandel ist so groß wie die

[04:03] Maike Riedel: Industrialisierung, Erfindung des Feuers, Erfindung des Feuers, des Rades, das Internet, sind ja maximale Superlative da unterwegs. Was wären deine Worte? Wie würdest du, ich meine, du hast das Thema ja sehr häufig in Workshops und Co.

[04:21] Tim Klötzing: Tatsächlich, ich hoffe, es ist keine Dotcom-Blase. Das wird sich zeigen. Auch da gibt es ja Stimmen, die den Hype massiv überbewertet finden. Ja, Sam Oldman selber zum Teil, ne?

[04:32] Tim Klötzing: Ja, definitiv. Also ich glaube, wir sind auch wirklich gerade auf dem Hype-Peak und die Realität liegt irgendwo dazwischen. Tatsächlich muss ich aber sagen, wenn man sich mit KI aktiv beschäftigt und es auch für sich nutzt, dann geht die Fantasie schon an, was da alles noch passieren kann. Und ich glaube tatsächlich auch, dass es ja eine Art kleine industrielle Revolution definitiv geben wird. Zumindest die Art, was wir machen, wie wir arbeiten, wird es fundamental verändern.

[05:01] Maike Riedel: Ich bin alt genug. Ich kenne noch die Zeit, wo wir auch keine Mobiltelefone hatten. Auch das war ja eine absolute Veränderung. Und ich erinnere mich auch noch, wie wir damals gesagt haben, oder wie ich im Freundeskreis, wenn dann der Erste hatte dann ein Mobiltelefon, so ein Nokia, wo dann auch welche gesagt haben, ja, sowas wird mir niemals, werde ich sowas haben. Ich meine, Spoiler, die haben alle inzwischen eins. Und das auch schon sehr lange. Und kaum jemand kann sich vorstellen, wie es ist ohne. Ich glaube, das ist einfach bei solchen disruptiven Technologien. Am Anfang kann man sich das immer sehr schwer vorstellen. Und da sind natürlich auch viele Ängste und Sorgen dabei, logischerweise.

[05:39] Tim Klötzing: Absolut. Übrigens sind mir in letzter Zeit auf Instagram ein paar Mal so Kanäle entgegengekommen, wo im weitesten Sinne Partybilder von, meistens waren es so Technopartys, so aus den Mitte 90ern, 2000ern, wo feiernde Leute gezeigt wurden, so Fotos.

[05:59] Maike Riedel: Und dann immer nur drunter, no Handy. Weil es einfach noch keine Handys gab und einfach alle am Feiern waren. Und heute hast du überall die Screens. Das ist sehr lustig.

[06:10] Tim Klötzing: Wie gesagt, in Berlin haben wir uns kennengelernt und da habe ich dich da erleben dürfen. Und da habe ich so gedacht, Mensch, Erfahrung hat sie und sie kann gut vermitteln. Und du denkst halt nicht nur an Technologie, sondern vor allem auch an die Menschen. Und da, warum ist das Thema Mensch in dieser technologischen Revolution so ein zentrales für dich?

[06:31] Maike Riedel: Ich glaube, genau aus den genannten Gründen, wie beim Mobiltelefon oder bei jeder neuen Technologie, es ist ja für den, ich sage mal, Otto-Normal-Menschen auch sehr schwer greifbar. Was ist das jetzt? Da ist jetzt ein Computer, der redet wie ein Mensch, der klingt wie ein Mensch, der simuliert Gefühle. Und das ist natürlich etwas, was einem auch Angst machen kann oder was zumindestens erst mal sich irgendwie sehr befremdlich anfühlt. Wir haben halt gelernt, mit dem Internet zu googeln. Wir geben halt irgendwie ein veganes Restaurant Berlin, Öffnungszeiten. Und das war, wie wir bisher mit unseren Computern, zumindest die meisten von uns, gesprochen haben, die jetzt nicht programmieren oder tiefer drin sind. Und das macht natürlich was. Und deswegen glaube ich immer, es ist ja nicht nur die Technologie, die ermöglicht viele Dinge, aber die Kreativität, die Anwendung, die Qualität dessen steht und fällt ja mit dem Menschen, der es am Ende benutzt.

[07:26] Maike Riedel: Also auch ins Positive wie ins Negative. Die Technologie ist ja nie böse. Ich kann die für was sehr Gutes nutzen, kann die für was Schlechtes nutzen. Und deswegen ist für mich der Mensch eine ganz zentrale Rolle, gerade auch wenn es in die Einführung in Organisationen geht, wo man das natürlich möglichst reibungslos und flächendeckend ja auch irgendwie ausrollen möchte.

[07:47] Tim Klötzing: Ja, okay. Danke für die Brücke, weil direkt Anschlussfrage. Du gibst ja nun mal auch regelmäßig Workshops und Seminare auf Führungsebene, Mitarbeiterebene, ganz unterschiedliche Level. Und da geht es ja schon viel um Change Management. Was sind da deine Erfahrungen? Und weil, oder alle wollen um jeden Preis KI und können die das nicht abwarten zu starten oder ist das das Gegenteil? Was erlebst du da live on the job, wenn man so sagen darf?

[08:20] Maike Riedel: Ja, also dieses alle wollen KI kann ich gar nicht so unterschreiben. Es gibt natürlich sehr viele, die sehr offen gegenüber dem Thema sind. Aber es gibt auch viele Sorgen, gerade in Europa, gerade in Deutschland sind wir eben nicht unbedingt die, die da die First Mover gerne sind und die Vorreiter. Da schwingen natürlich regulatorisch ganz viele Themen mit Datenschutz, also Technik. Es kostet auch was, wenn man gute KI nutzen möchte, ist die auch nicht umsonst. Das heißt, es gibt natürlich neben den ganz klassischen Faktoren dann aber auch noch, ja, die menschlichen tatsächlich. Weil, wenn ich jetzt als Mitarbeiter, also ich habe zum Beispiel ganz oft den Satz gehört, ich säge doch nicht an meinem eigenen Stuhl.

[09:06] Tim Klötzing: Also natürlich kann ich jetzt einen Text, kann ich dem Text ergeben oder die Werbeagentur briefen oder ich mache es jetzt mit KI irgendwie selbst.

[09:15] Maike Riedel: Bin aber eigentlich gar nicht dafür ausgebildet, qualifiziert zu bewerten, was ist eine gute Werbeanzeige, was ist ein guter Werbetext. Und da entstehen natürlich in diesem Zwiespalt zwischen, jeder kann jetzt plötzlich alles und eigentlich gibt es aber Leute, die können es dann trotzdem nochmal anders gut. Dazwischen entsteht halt so ein Reibungsraum, sage ich mal, den man unbedingt adressieren sollte und der einfach auch in den nächsten Monaten und Jahren super spannend sein wird für das Thema.

[09:45] Tim Klötzing: Okay, ich bin wieder da. Das Thema ist ja aber auch eins, was seitens der Führung ja vorgelebt werden sollte, sage ich jetzt mal bewusst. Und auf der anderen Seite ist, Mitarbeiter, die ja Bock drauf haben, selbst wenn es nicht vorgelebt wird, machen es möglicherweise sowieso, oder?

[10:04] Maike Riedel: Ja, genau. Den Effekt nennt man so liebevoll Schatten-KI. Also die Chat-JPT ist die am meisten downgeloadete App in sämtlichen App-Stores. Und die Menschen nutzen ja KI. Es ist ein bisschen wie, ich vergleiche es gerne mit damals als Facebook neu war und dann die einzelnen Unternehmen, Facebook in den Browsern der Firmenrechner gesperrt haben und meinten, damit können wir verhindern, dass die Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit Social Media machen. Hat damals nicht funktioniert. Inzwischen gibt es in jedem Unternehmen die Social Media Abteilung, die völlig legitim und es ist ein Netzwerkinstrument, ein Kommunikationskanal wie jeder andere auch. Aber das wurde ja am Anfang auch sehr kritisch gesehen in vielen Unternehmen. Und genau das Gleiche ist es jetzt eigentlich auch wieder. Das heißt, ja, du musst das als Führung ganz aktiv vorleben.

[10:56] Maike Riedel: Das ist ein ganz, ganz entscheidender Punkt für den Erfolg, weil man muss natürlich den Leuten Sicherheit und Vertrauen geben, dass sie das eben auch nutzen dürfen. Sie brauchen ein Rahmenwerk. Woran müssen sie sich halten? Was gibt es zu berücksichtigen? Welche Tools dürfen sie verwenden? Wo gibt es vielleicht Datenschutzbedenken? Und es wird eher nicht so gewollt. Und wenn man das nicht tut, dann ist meine Erfahrung, wird es halt privat auf den Endgeräten installiert und trotzdem genutzt. Also dann verliert man eigentlich, dann hat man es nicht reguliert, sondern man hat eigentlich dann den totalen Kontrollverlust. Weil wo dann die Daten hingehen, in welche Tools und in welcher Art und Weise, da fehlt dann komplett die Kontrolle. Nennt sich Schatten-KI und ist, glaube ich, gang und gäbe. Also wie viele Leute kennst du in deinem Umfeld, die privat auch einfach einen Bezahlaccount bei JetGPT haben.

[11:46] Maike Riedel: Die machen den ja nicht aus, wenn sie ins Büro kommen, sondern sie nutzen die Vorteile privat und auch beruflich.

[11:54] Tim Klötzing: Absolut. Also abgesehen davon, dass es auch eine gute Idee ist, dir bei LinkedIn zu folgen, weil deine Artikel immer sehr, sehr lesenswert sind. Da hast du neulich ein wirklich interessantes Thema aufgegriffen, was ich so noch nicht ausformuliert gehört habe. Aber jeder weiß eigentlich, dass es das gibt und zwar, Stichwort Silent Saboteure. Erklär uns doch mal dieses Phänomen. Ich glaube, jeder kann sich spontan was darunter vorstellen, aber erklär das mal im Kontext KI.

[12:30] Maike Riedel: Genau, also dieser Effekt bezeichnet den Widerstand gegen KI. Das ist nichts Böses, das klingt jetzt erstmal, der Begriff klingt ja irgendwie sehr so Saboteur, klingt nach was Negativen, ist es aber gar nicht in der Psychologie. Sondern es geht darum, dass wir natürlich mit KI ein Stück weit ja auch unsere eigenen Fähigkeiten, sage ich mal, abwerten automatisch. Also gerade Berufsbilder, Juristen, Ärzte, Architekten, die sehr lernintensiv, die viele Jahre studiert haben, die viel auf Wissen basieren oder auch Mitarbeiter, die seit 30 Jahren im Unternehmen sind und die man immer fragen kann, die immer wissen, wo, was, wie sie hingreifen müssen. Das alles, was auf Erfahrung und Lernen basiert, das wird natürlich durch KI so ein bisschen entwertet, weil natürlich kann ich jetzt programmieren plötzlich mit KI, ohne dass ich Informatik studiert habe.

[13:26] Maike Riedel: Ich kann das lange nicht so gut wie jemand, der es studiert hat, aber es gibt natürlich ganz viele Möglichkeiten, die ich jetzt plötzlich verwenden kann. Und diese Silent Saboteure, das ist eigentlich ein Selbstschutz, den jeder intrinsisch in sich drin hat, um natürlich sein Alleinstellungsmerkmal als Mensch, das möchte man ja auch, das hat man sich teilweise über Jahrzehnte aufgebaut, das ist natürlich auch sehr wertvoll. Und das greift die KI natürlich jetzt schon ein bisschen an, indem sie so allwissend ist und jedem das Wissen noch einfacher zugänglich macht, als es ohnehin schon möglich war mit dem Internet.

[14:05] Maike Riedel: Da entsteht natürlich ein Widerstand und der ist nicht aktiv, also das spricht kaum jemand aus, aber ich zitiere da auch immer gerne den Satz, das hat ChatGPT aber schön gemacht. Ich habe am Anfang, ganz praktisches Beispiel, ich habe ein Meeting aufgezeichnet, transkribiert, habe das in ChatGPT hochgeladen oder in Microsoft Copilot oder wo auch immer, in die KI meiner Wahl und habe dann nach dem Meeting zwei Minuten später die To-Do-Liste des Meeting-Protokolls rumgeschickt. Und dann kommt als Antwort, das hat ChatGPT aber schön gemacht. Das heißt, das ist nicht böse gemeint, jeder wusste natürlich, dass ich es mit KI gemacht habe, weil ansonsten hätte ich es selbst niemals in zwei Minuten geschafft.

[14:54] Maike Riedel: Hätte ich das gleiche Protokoll zwei Stunden später geschickt und die To-Do-Liste, dann hätte ich es schön gemacht. Und wir bewerten halt Arbeitszeit und Leistung auch oftmals noch nach Zeit und Dauer und Fleiß. Und das verändert die KI natürlich ein bisschen. Und da müssen wir ganz sehr aufpassen, auch im Miteinander, in der Organisation, dass wir Menschen, die mit KI arbeiten und das sich ja auch angeeignet haben, ist ja auch eine Leistung. Und es ist ja nicht schlechter, nur weil ich es mit KI, nicht von KI, sondern mit KI gemacht habe, dass wir das nicht entwerten.

[15:28] Tim Klötzing: Und das ist natürlich dieses, das steckt so ein bisschen in diesem Silent Saboteur drin, dass niemand das natürlich gern zeigt oder sich da die eigene Leistung herabsetzen lässt und wir so ein bisschen in so einen Wettbewerbsdruck mit der KI geraten.

[15:45] Tim Klötzing: Ja, echt höchst spannend. Also, wie gesagt, da musste ich erstmal so ein bisschen sortieren und das ist auch eminent wichtig, solche Menschen und da ist es wieder ein Führungsthema, ja halt auch mitzunehmen dann. Gibt es da Ansätze? Hast du da schon Erfahrungswerte, wie man solche Menschen bekommt?

[16:10] Maike Riedel: Also generell, ja, also ich betreue ja viele Unternehmen in dem Bereich und das ist eigentlich absolute Transparenz und Vertrauen zu dem Thema. Also man muss es halt wirklich offen leben, man muss es vorleben, man muss zeigen, dass man das gut findet, wenn Menschen diese Technologie nutzen, sie vielleicht nicht dann direkt drei Tage später mit zehn neuen Aufgaben überholfen, Also nur so nach dem Motto, jetzt hast du ja ganz viel, du machst ja jetzt mit KI, jetzt kannst du das, das und das noch machen, dass man das wertschätzt tatsächlich aktiv und auch plakativ, also so, dass es auch andere sehen, dass man eine Plattform schafft zum Austausch. Also Kommunikation ist immer der Schlüssel in allen Transformationsprozessen. Es muss eine Plattform geschaffen werden, wo Mitarbeiter ihre Use Cases zeigen können, wo sie voneinander lernen, darüber sprechen.

[17:01] Maike Riedel: Es gibt immer First Mover, Menschen, die das super schnell adaptieren, die intrinsisch motiviert sind, sich sowas ohnehin anzueignen, die auf jeden Fall finden, unterstützen und sozusagen zu Ambassadors des KI-Themas machen. Und dann gibt es so die breite Masse, die folgen denen dann gerne und sich vielleicht dann auch nicht als allererstes bei den Widerständlern, sage ich mal, die würde ich jetzt nicht ganz so primär adressieren im allerersten Schritt.

[17:33] Tim Klötzing: Okay. Wir hatten in der Vorbereitung darüber gesprochen, dass wir uns ja viel so auch inzwischen in so einer gewissen KI-Bubble aufhalten. Wenn ich jetzt allein an meinen Instagram-Feed so denke, was mir da jetzt inzwischen halt immer vorgeschlagen wird, das ist schon, sagen wir mal, sehr KI-lastig.

[17:56] Tim Klötzing: Da müssen wir uns ja auch immer wieder klar machen, das ist ja nicht der Normalfall. Und mich interessiert da nochmal, wenn du im Real Life mit Menschen über KI redest, die nicht so tief mit KI vertraut sind oder vielleicht auch kein Vertrauen haben, oder was erlebst du da?

[18:14] Maike Riedel: Ich erlebe da eigentlich zwei verschiedene Extremen mit aktuell. Auch das ist ein psychologischer Effekt. Es gibt so einen Placebo- und Nocebo-Effekt. Die, die es nutzen, die überbewerten es und die, die eher skeptisch eingestellt sind, die unterbewerten es. Also die unterschätzen auch die Leistung von KI. Und ein ganz großer Teil, muss man auch ehrlich sagen, wenn man jetzt außerhalb seiner eigenen LinkedIn-Bubble mal unterwegs ist, die haben sich auch einfach mit dem Thema noch trotz allem noch gar nicht so intensiv beschäftigt. Viele haben halt mal Chat-GPT aufgemacht, mal was eingegeben, waren dann auch irgendwie zufrieden mit der Antwort, nutzen aber effektiv vielleicht zehn Prozent von dem, wenn überhaupt, was tatsächlich damit geht.

[19:00] Maike Riedel: Das ist halt auch schwierig. Dadurch, dass es eine neue Technologie ist, fehlt vielen auch die Vorstellung, was damit tatsächlich alles geht, dass ich damit jetzt halt auch als Nicht-Programmierer eine Webseite coden kann, Vibe-Coding, Dateien erstellen. Wer schon mal mit Gamma gearbeitet hat und Gamma zugeschaut hat, wie der live vor deinen Augen eine Präsentation mit 20 Folien erstellt, wenn man das einmal gesehen hat. Es ist ja super faszinierend, wie er die Bilder sucht, die Texte kürzt, was alles zusammenfügt. Und diese Vorstellungskraft fehlt einfach vielen noch. Und genau das adressiere ich auch in meinen Workshops und meinen Schulungen, eben diese Fantasiewelt einfach erst mal aufzumachen und dann aber jedem auch die individuelle Möglichkeit zu nutzen.

[19:45] Maike Riedel: Und das ist das Tolle, finde ich, an KI. Es kann am Ende jeder auch ganz anders nutzen. Also es ist ja trotzdem eine Technologie, die hoch individuell ist. Nicht wie eine Buchhaltungssoftware, die ich einführe, die einen Prozess mitbringt und dann drückt jeder erst die Eins, dann die Zwei und dann die Drei, um das Tool richtig zu bedienen. Sondern KI skaliert halt auch mit der eigenen Fähigkeit, mit den eigenen Skills und auch mit der eigenen Fantasie. Ich weiß nicht, du hast ja auch erzählt, wir hatten im Vorbespräch gesagt, dass du mit N8N mal experimentiert hast. Ich fand das zum Beispiel auch so spannend. Ich habe verstanden, was es kann. Ich hatte total Lust, mir irgendeinen Workflow selbst zu bauen, irgendwas zu automatisieren. Und dann saß ich erst mal, ich glaube, zwei Tage da und habe überlegt, was mache ich denn jetzt?

[20:32] Tim Klötzing: Also das Bedienen ist teilweise so einfach geworden, aber die Idee, was du dann wirklich aus deinem Arbeitsalltag oder auch dein Privatleben nimmst, dann die Fantasie erst mal zu entwickeln. Und da hilft es, glaube ich, ganz sehr, sich auch mit anderen dazu auszutauschen.

[20:51] Tim Klötzing: Du, absolut. Es werden ja auch immer wieder, ob das jetzt neue Tools sind oder vielleicht jetzt einfach mal nicht so neue Tools sind, die dann irgendwo bei jemandem ankommen und die Masse der Möglichkeit, die man damit hat, erschlägt ja. Und N8N ist ein ganz gutes Beispiel, weil das wird so, no, du kannst jetzt Automations, Automationen bauen, du musst da nicht mehr programmieren für können und was weiß ich nicht. Du hängst Tool A an Tool B und dann machst du noch Chat-Capti dazwischen und Li und La und dann machst du aus einem Wort Social-Media-Content, der sogar automatisiert gepostet wird und du hast nur ein Wort eingetippt.

[21:40] Tim Klötzing: Ja, das klingt ja erst mal schön. Jetzt kann man sich auch teilweise runterladen fertig, aber das ist lange nicht fertig. Und ist der Use Case überhaupt der richtige? Ist die Qualität, die da hinten rauskommt, die richtige? Weil nach wie vor, das sind technische Helfer und KI kann kreativ sein, aber nur in dem Rahmen, wie ich die Kreativität ja vordenke oder ihm an die Hand gebe überhaupt. Und deswegen, das ist gar nicht so einfach.

[22:13] Maike Riedel: Finde ich auch, das ist ein ganz zentraler Punkt. Also KI verstärkt meine Fähigkeiten. Und die Fähigkeiten, die ich eh schon gut habe, die kann ich mit KI quasi nochmal massiv verstärken. Aber wenn ich zum Beispiel sogar keine Idee in dem und in dem Bereich habe, dann wird auch die KI, klar, kann die meinen Horizont erweitern und mir da auch irgendwie Frage-Antwort-Spiel machen. Aber es ist für mich ein absoluter Katalysator meiner eigenen Skills. Und das finde ich halt so spannend.

[22:43] Tim Klötzing: Okay, ich würde mal so ein bisschen Ausblick machen. Es ist zwar in dem Kontext KI natürlich immer ein bisschen schwierig. KI entwickelt sich halt technologisch so unglaublich schnell weiter. Und da ist ja auch kaum ein Tag, wo irgendwas, ein neues Tool entweder neu an den Start geht oder die großen Player ein Update bringen oder sowas. Wobei vielleicht noch eine Sache eingeschoben, das springen wir gerade so in den Kopf. Die technologische Entwicklung, die ist ja rasant. Auf der anderen Seite glaube ich, wenn wir den Faktor Mensch nehmen, die Befähigung und die Adaption der Menschen damit zu arbeiten, ist ja deutlich zeitversetzt.

[23:29] Tim Klötzing: Sprich, wir haben jetzt einen AI oder einen KI-Hype im Medial, aber nicht in der Anwendung. Und da habe ich, glaube ich, gestern erst in einem Podcast irgendwas gehört, irgendeine Studie vom MIT, die auch sehr empirisch in den USA geforscht haben. Wie sehr bringt denn KI schon Unternehmen, wie sehr macht KI die schon effektiver? Und die Zahl ist dramatisch klein, kurioserweise.

[23:56] Maike Riedel: Das habe ich auch gelesen, auch viel darüber nachgedacht. Also man muss natürlich zum einen sehen, Organisationen transformieren, nicht mit der Geschwindigkeit der Technologie, sondern mit der Geschwindigkeit der Organisation. Das heißt, wie viele Unternehmen sind denn wirklich jetzt auf dem Ist-Stand der Technologie? Das fällt mir und ich beschäftige mich Vollzeit und in meiner Freizeit damit. Selbst ich schaffe es nicht, to date wirklich tagesaktuell zu bleiben, alles zu testen, alles auszuprobieren.

[24:25] Tim Klötzing: Es ist einfach rasant. Genau, das ist der eine Faktor.

[24:29] Maike Riedel: Und der zweite ist, da spielt der Silent Saboteur gleich wieder so ein bisschen mit rein. Die tatsächliche Effizienz, die durch KI im Unternehmen entsteht, ist meiner Meinung nach sehr weit in der Breite. Viele suchen immer nach dem einen Use Case, mit dem sie, keine Ahnung, hunderttausende Euro sparen, irgendwas automatisieren können, wo das sofort quasi, ich setze was ein, ich füge was ein und dann springt da am Ende Geld oder Effizienz oder Qualität raus. So funktioniert es meiner Meinung nach eben nicht. Die breite Masse ist halt wirklich, wenn ich die Mitarbeiter befähige, mit KI zu arbeiten. Und das wird aber selten sichtbar. Also mal angenommen, ich habe 100 Mitarbeiter und nur 20 Prozent davon arbeiten mit KI.

[25:19] Maike Riedel: Und die sparen, und das ist noch niedrig geschätzt, 20 Prozent ihrer Zeit, weil sie mit KI arbeiten. Die machen nichts anderes, da kommt nichts Neues dabei raus. Aber die sparen einfach 20 Prozent ihrer Zeit, dann sind das halt einfach 160 Stunden am Tag, also 20 Vollzeittage pro Tag. Und die werden aber nicht sichtbar, weil die haben nicht den einen Use Case, sondern die haben ihre E-Mails schneller, die haben ihre Meetings schneller bearbeitet, die haben da mal schnell ein Konzept oder sich ein Fachartikel über 50 Seiten oder eine Förderrichtlinie zusammenfassen lassen. Das sind halt ganz viele kleine Bausteine, die sich dann über so einen Arbeitstag addieren oder mal eine Folie formatieren lassen, eine Excel-Tabelle, was auch immer.

[26:05] Maike Riedel: Aber das sind natürlich nicht die Use Cases, die dann im Management ankommen und dort dann auch irgendwie hart gefeiert werden, sondern das passiert so relativ schleichend über die Masse hinweg. Und das ist, glaube ich, deswegen bin ich bei solchen Schlagzeilen, wie 90 Prozent der Unternehmen haben keinen Return of Invest, ihrer KI-Investition, bin ich immer sehr, sehr vorsichtig.

[26:28] Tim Klötzing: Weil wie messen die denn? Was haben die denn für KPIs? Wonach schauen sie denn? Woran messen sie denn den Return of Invest?

[26:36] Maike Riedel: Weil ich kann es nur aus meinem persönlichen Leben sagen, also ich bin definitiv 50 Prozent effizienter mit KI ungefähr und mache jetzt Dinge, die hätte ich vor zwei Jahren gar nicht. Aber da wäre ich noch nicht mal auf die Idee gekommen, dass ich die tun könnte und möchte.

[26:53] Tim Klötzing: Weiß nicht, wie sieht es bei dir aus, wenn man jetzt mal so ganz bei sich selbst schaut als Heavy-User?

[27:00] Tim Klötzing: Schwer zu sagen. Für mich ist das eine Unterstützung und eine Erweiterung meiner, ich sage mal, fachlichen Kreativität. Das ist jetzt ein bisschen kryptisch, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.

[27:19] Tim Klötzing: Ich habe letztens gesagt, dass ich mein Output fast verdoppelt habe. Woran liegt das? Ich berate Unternehmen im Bereich Marketing und KI und da habe ich einfach viel, was ich face-to-face oder online bespreche und das halt strukturiert zusammenfassen muss. Das ist eine. Das geht wunderbar mit Künstlicher Intelligenz. Vor allem auch Zusammenfassung und daraus auch Ableitungen zu schaffen. Ich weiß, was der nächste Schritt ist, aber ich gebe das dennoch absichtlich noch meiner vortrainierten KI mit meinem Case. Und ich will nicht sagen, dass das, was da rauskommt, das ist, was ich dann dem Kunden schicke. Auf gar keinen Fall. Aber darüber kommen immer noch so Aspekte und andere Blickwinkel, die ich vielleicht subjektiv in dem Moment vielleicht nicht auf dem Schirm hatte.

[28:11] Tim Klötzing: Und das ist dann eine Bereicherung. Das macht meine Arbeit besser. Also ich glaube, dass meine Arbeit dadurch definitiv nicht leidet, sondern besser wird. Und ich werde schneller. Und das gibt mir wieder Freiraum, mehr zu denken. Von daher ist das schwer zu sagen. 50%, 100%, irgendwo so in der Richtung. Aber da stimme ich dir definitiv zu. Ich versuche nochmal den roten Faden aufzunehmen, was ich eigentlich noch sagen wollte. Wenn man sich so die Entwicklung von KI ansieht und das vielleicht so ein bisschen abstrakt ansieht, mit welchem Impuls auf die Autobranche beziehungsweise jetzt vielleicht mittelständische Unternehmen allgemeiner gefasst, wo geht so die Reise in den nächsten sechs bis zwölf Monaten deiner Meinung nach hin?

[28:59] Tim Klötzing: Okay, sie schmunzelt schon.

[29:01] Maike Riedel: Sehr spannende Frage. Wenn ich das wüsste, darüber sprechen gerade so weltweit so viele große Köpfe und Nobelpreisträger.

[29:10] Tim Klötzing: Verrat doch mal was. Ich muss in Kürze einen Vortrag dazu halten.

[29:16] Tim Klötzing: Ich wünschte, ich wüsste es.

[29:18] Maike Riedel: Also ich glaube, wir stehen tatsächlich gerade noch relativ am Anfang. Du hast vorhin selbst auch sehr richtig gesagt. Viel Output ist auch noch nicht so, dass man ihn eins zu eins definitiv nehmen könnte. Rate ich auch absolut davon ab. Also für mich ist immer noch human in the loop. Also ich sende nichts raus, was KI produziert hat, ohne dass ich es nochmal ganz genau prüfe. Wir haben nach wie vor Halluzinationen. Aber natürlich kriegt man so langsam, umso mehr man damit arbeitet, die Fantasie, wohin die Reise gehen könnte. Also dass ich mir, was absolut kommen wird und auch schon im Entstehen ist, sind diese Agenten, dass ich Rack-Systeme, also dass ich quasi meine eigenen Daten, meine eigene KI mit meinem Wissen trainiere, sodass eben dann auch die Halluzinationen runtergehen.

[30:06] Maike Riedel: Ich glaube, dass es viel individueller ist, dass es viel individueller ist, viel nischischer. Also Chat-GPT ist am Ende trotzdem oder auch Gemini und Cloud sind Massenprodukte, das sind Chatbots, die so ein bisschen alles wissen und nicht so richtig. Also die wissen schon viel richtig, aber, ne.

[30:20] Tim Klötzing: Und ich glaube, die Zukunft wird eher darin liegen, dass man dann das Firmenwissen sich eigene Machine Learning Systeme anschafft, die mit eigenen Daten trainiert, dass sie dann wirklich zum Beispiel alle Angebote kennen oder alle technischen Zeichnungen.

[30:38] Maike Riedel: Und daraus dann wirklich auch absolut individuelle Prognosen und Vorhersagen treffen können. Und ja, da wird in die Richtung Agentic AI wird noch ganz viel passieren. Also dass sie eben nicht nur, ist ja auch jetzt schon der Fall Rede-Antwort, also dass es nicht nur ein Dialog ist zwischen einem Menschen und einer Maschine, sondern dass sie dann auch wirklich ausführt, die Termine in den Kalender einträgt, die Bestellungen auslöst, ganze so diese Warenwirtschaftssysteme da alle dranhängen. Und den besten Preis zur besten Zeit. Ich habe letztens ein schönes Beispiel gesehen, da hat jemand seinen Stromverbrauch in seinem Privathaushalt von KI optimieren lassen, sodass dann der Strom dann gezogen wird, wenn er halt gerade günstig ist, wenn die Sonne scheint, wenn die Speicher voll sind.

[31:24] Maike Riedel: Also lauter solche Dinge, das wird in alle Lebensbereiche skalieren und überall dort Anwendung finden. Und ich glaube, da werden wir noch sehr oft staunen, was da wirklich noch passiert und wie breit das jetzt eben in die Masse geht.

[31:38] Tim Klötzing: Ja, super, super spannend. Ich könnte, ich tue mich da auch schwer, weil ich denke immer so an die großen Trends und dann denke ich immer, ist ja schön, wenn irgendwo jetzt in China, dass 2026 das Jahr der Robotik ausgerufen wird und da ein riesen Step gemacht werden wird. Das wird auch uns tangieren, definitiv klar. Aber wenn man das so ein bisschen stärker auf Deutschland, den Mittelstand und dann die Autobranche so runter bricht, was ist denn da so der Impact? Und da habe ich in der Tat noch eine Aufgabe zu erledigen für einen Vortrag. Aber egal. Maike, vielen lieben Dank, dass ich dich da mit so vielen Fragen torpedieren konnte. Das war mir ein inneres Blumenpflücken, wenn man so sagt.

[32:23] Maike Riedel: Kann ich unengeschränkt zurückgeben. Sehr schön.

[32:27] Tim Klötzing: Ich habe noch eine Abschlussfrage und zwar, welche Aufgabe lässt du dir am liebsten von künstlicher Intelligenz abnehmen?

[32:36] Maike Riedel: Das ist ziemlich einfach. Ich glaube, es gibt zwei Arten von Menschen, sehr kreative und sehr strukturierte. Ich gehöre zur ersterer Gattung, also ich bin sehr kreativ, habe ganz viele Ideen in meinem Kopf und mir fällt es sehr schwer, Dinge zu strukturieren. Projektmanagement, Steuererklärung, so alles, was mit Reihenfolgeabarbeiten, To-Do-Listen zu tun hat, Excel-Tabellen, alles das sind Dinge, die mache ich. Aber das sind jetzt nicht unbedingt meine Lieblingsaufgaben und auch nicht die, die ich als allererstes frühmorgens gerne mache. Und da hole ich mir tatsächlich immer Unterstützung. Also die KI ersetzt auch Skills, die ich einfach nicht so gern mache und hilft mir dabei. Das liebe ich und möchte es nie wieder hergeben.

[33:23] Maike Riedel: Und was ich dabei auch feststelle, dadurch, dass ich dann mich mehr auf die Dinge konzentrieren kann, die ich gerne mache und die ich gut kann, dadurch bin ich am Ende von so einem 8-Stunden-Arbeitstag auch im Kopf einfach noch entspannter und habe viel mehr Zeit für die Dinge, die mir Spaß machen. Also mir persönlich, und das ist zum Beispiel auch ein Effekt, der wird nirgends gemessen. Mir macht meine Arbeit tatsächlich mit KI auch einfach mehr Spaß. Und ich bin zum Feierabend ein anderer Mensch, als wenn ich den ganzen Tag Steuererklärung machen musste zum Beispiel.

[33:53] Maike Riedel: Und allein das sind Effekte, die ich persönlich nie wieder hergeben möchte. Was wäre es bei dir?

[34:00] Maike Riedel: Eieiei, jetzt hasse ich mich, aber...

[34:05] Maike Riedel: Was ist die Aufgabe, die Chatty für dich jeden Tag machen darf? Einkaufslisten ist bei mir auch so ein Klassiker.

[34:12] Tim Klötzing: Nee, bei mir ist es in der Tat, sind es Gesprächszusammenfassungen und Transkripte. Weil ich merke, dass ich seitdem einfach noch viel besser in Gesprächen bin, wenn ich weiß, dass es wer auch immer, ob ich die Aufgabe hätte oder jemand anderes, eine Mitschrift oder wie auch immer eine Zusammenfassung nachher machen soll. Weil das kann einfach eine KI viel besser. Die zeichnet alles auf, die transkribiert zu 101 Prozent inzwischen eigentlich richtig. Und die Summaries, die da rauskommen, sind einfach auch wirklich stark. Und das ist einfach ein absoluter Gewinn, dass ich in Meetings gehen kann und weiß, ich habe danach alles an Know-how, an kleinen Ideen und Co.

[35:10] Tim Klötzing: Das ist einfach für mich ein Game-Changer.

[35:13] Maike Riedel: Fühle ich auf jeden Fall auch sehr.

[35:15] Tim Klötzing: Ja. Okay, ja, Michael, dann sind wir heute mit dem Podcast durch, so für heute. Und bedanke mich recht herzlich, dass du dir die Zeit genommen hast.

[35:26] Maike Riedel: Sehr gerne. Sehr gerne.

[35:27] Tim Klötzing: Das ist schön. Und dann sagen wir auch vielen Dank, dass ihr da draußen zugehört habt. Und ich hoffe, ihr könntet da oder konntet eine Menge mitnehmen. Wie gesagt, die LinkedIn-Postings von der Maike sind wirklich lesenswert. Da verknüpft euch einfach. In den Shownotes tue ich auch den Link rein. Und dann würde ich sagen, hören wir uns bald mit dem nächsten spannenden Thema wieder.

[35:49] Maike Riedel: Ich sage Tschüss und die Maike sagt auch Tschüss.
